CITROËN MULTICITY Testbericht

Spoiler: Ich kanns empfehlen. Es ist praktisch, unkompliziert, umweltfreundlich und zumindest in meiner Gegend stehen überall Autos rum. Preislich auf jeden Fall deutlich günstiger als Taxi – aber natürlich teurer als die BVG zu benutzen.

Multicity App

Die App zeigt, wo das nächste Fahrzeug steht. Yo, stimmt.

“Dürfen Frauen in Deutschland eigentlich Auto fahren?” Kind 2.0 am Rücksitz schaut mich fragend an und ich bin etwas sprachlos. “Natürlich dürfen Frauen in Deutschland Auto fahren! Wie kommst Du denn darauf dass nicht?”
“Du fährst zum Beispiel nie.”
Das Kind hat Recht. Als Achtzehnjährige am Land konnte ich es nicht erwarten den Führerschein zu machen. 1994 habe ich mir für 400 DM einen panamagrünen Trabi Kombi gekauft. Das war günstig und deutlich trockener als ein Motorroller. 1999 habe ich ihn verkauft und bin nach Berlin gezogen. Ab da bin ich fast nicht mehr Auto gefahren. Vor drei Jahren dann haben wir als Familie beschlossen, dass es doch ganz hilfreich sein könnte ein Auto zu haben. Gefahren ist aber immer mein Mann. Jetzt sind Mann und Auto einige U-Bahnstationen weiter weg gezogen und ich fände es gelegentlich praktisch ein Auto zu haben. Zum Beispiel (der Klassiker!) um mal schnell zu IKEA zu fahren und 600 Teelichte zu kaufen. Oder abends, wenn ich ausnahmsweise mal meine vier Wände verlassen habe und mich unwillig fühle mich an Orten zu treffen, die ich nur erreiche, wenn ich drei Mal umsteige. Da ich ohnehin so gut wie nie Alkohol trinke, wäre so ein spontan ausleihbares Auto genau das Richtige für mich.

Ich hatte schon länger vor einen der Anbieter in Berlin zu testen und habe mich deswegen über die Anfrage von CITROËN MULTICITY gefreut. Man registriert sich online unter multicity-carsharing.de. Zusammen mit Registrierungsbestätigung, Ausweis und Führerschein verifiziert man sich bei einem CITROËN Kundenzentrum oder einer der sieben BVG Service-Center. Dort erhält man eine Kundenkarte, die gleichzeitig Schlüssel für eines der Elektroautos ist.

Im Standard-Tarif zahlt man 28 Cent pro Minute Fahrtzeit. Entscheidet man sich für einen der Prepaid-Tarife wird es billiger. Es fällt keine Grundgebühr an, es gibt keine Mindestmietdauer und keine Strom- und Parkkosten. Nimmt man das Auto den ganzen Tag, kostet das 39 Euro.

Im Preis enthalten außerdem:

  • Vollkasko- und Haftpflichtversicherung  (VK mit 500,00 € SB)
  • Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen
  • gefahrene Kilometer
  • Vorreservierung (15 min vor Fahrtantritt)
  • Navigationssystem

Großartig (da umweltverträglich) finde ich, dass die Flotte aus insgesamt CITROËN C-Zero Elektrofahrzeugen besteht, die mit Ökostrom geladen werden. Für alles, was man so in der Stadt vorhat, ist die Reichweite von 150 km bei voller Batterieladung völlig ausreichend.

Die Autos sind übrigens Automatikfahrzeuge. Ich bin vorher noch nie Automatik gefahren. Das ist jetzt kein Problem, aber das letzte Fahrzeug, das ich gefahren bin, war ein Elektro-Kart, das exakt so klang wie der CITROËN C-Zero. Ich musste mich also ein bißchen am Riemen reißen nicht alle anderen Autos mit quietschenden Reifen zu überholen.

Ich würde empfehlen, das FAQ vor der ersten Benutzung durchzulesen. Da steht z.B. drin, wie man das Auto öffnet. Mit der Karte an der Windschutzscheibe nämlich. Es kann durchaus sein, dass das Auto sich nicht öffnen lässt. Dann zum Beispiel wenn der Batteriestand zu niedrig ist oder eine andere Kundin sich das Auto vorher hat reservieren lassen. Den Fahrzeugschlüssel findet man im Handschuhfach. Ich kam mir bei der Schlüsselsuche ein bisschen hmmm wie eine Geheimagentin vor, für die ein Fluchtfahrzeug hinterlegt wurde. Sehr aufregend!

Relativ schlau ist es auch, sicherzustellen, dass das Auto nicht mehr an der Ladestation hängt. Ein abgerissenes oder verlorenes Ladekabel kostet 750 Euro.

Es gibt auch zwei Arten das Auto abzuschließen. Erstens wenn man es wirklich nicht mehr braucht (mit Karte abschließen) und zweitens, wenn man es nur kurz stehen lassen will (mit Fahrzeugschlüssel abschließen z.B. zum Einkaufen) und es dann wieder nutzen möchte.

Weitere Tipps von meiner Seite: Vor der ersten Benutzung die zugehörige App runterladen und die Nummer des Kundenservice im Handy abspeichern (die Nummer ist auch im Menüpunkt “Informationen” der App zu finden).

Mit der App kann man sehen, wo das nächste Auto steht und wie der Ladestand ist. Mit einem Klick kann man das Auto mit einem Vorlauf von maximal 15 Minuten kostenlos vorreservieren. Ich kann mich nicht beschweren, was das angeht:

Multicity App

 

Wenn man die Fahrt beendet hat, bekommt meine SMS mit Dauer und Kosten der letzten Fahrt.

Zusammenfassend:

    • Online-Registrierung (10 min)
    • App runterladen & Kundendaten eingeben (5 min)
    • FAQ lesen (10 min)
    • ggf. Servicenummer extra einspeichern (2 min)
    • Kundenkarte besorgen (je nach Entfernung zum Kundenzentrum). Je nachdem wo man das macht, kann die Aktivierung aber über 24 Std dauern (!) und dann im Grunde: losfahren

Um ein Gefühl für die Kosten zu bekommen, hier zwei Beispiele:

Von mir zum Alexanderplatz kostet eine Taxifahrt 10 Euro. Mit der BVG fahre ich für 2,60 Euro, mit Multicity je nach Verkehrslage inkl. optimistisch geschätzter Parkplatzsuche 3,50 Euro.

Nach Wedding zu einer Freundin kostet es mit dem Taxi 25 Euro, mit der BVG 2,60 Euro und mit Multicity bin ich für 8 Euro (dafür ohne Umsteigen und ohne gruselige U-Bahngestalten) dabei. Ich bin jetzt nicht wahnsinnig ängstlich, aber in manchen Gegenden fahre ich doch lieber Auto als in der Nacht alleine am U-Bahnhof zu stehen. Dafür kostet das ein paar Euro mehr – was ich aber OK finde.


Damit ich auch was gemeckert habe: Aktivierung der Kundenkarte hat bei mir wegen der Osterfeiertage vier Tage gedauert. Das hätte mir der Herr bei der Aushändigung der Karte durchaus mitteilen können, finde ich. Und: Die Warteschleifenmusik der Kundenhotline, sie ist furchtbar.

Ansonsten ist für mich Carsharing eine wirklich praktische Sache und falls ihr, liebe Leserinnen und Leser auch Lust habt, das mal auszuprobieren, könnt ihr euch hier kostenlos registrieren und 60 Freiminuten bekommen. Macht das bald, denn der Link ist nur bis zum 30.05.2014 gültig.

Ich hoffe jedenfalls, dass es für meine Kinder in Zukunft ein normaler Anblick ist, dass Frauen Auto fahren.



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Die Rückkehr meines Lieblingskleids

Stelle gerade fest, dass mein heiliges Sofa schon über zehn Jahre alt ist. Das Kleid auch. Ein Jahr habe ich gebraucht, um es mir bei ebay wieder zu ersteigern. Leider bin ich in den letzten zehn Jahren nämlich gewachsen. Jetzt bin ich jedenfalls sehr erfreut.

sofa

2004

sofa2

2014

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Elterngeld

Ich recherchiere gerade zum Thema Väterbeteiligung an der Familienarbeit. Hobbymäßig und nicht empirisch, wenn ihr also andere, bessere Quellen habt und mehr wisst: ich freue mich über Hinweise. Ich dachte, ein Ansatz diese Frage irgendwie mit Argumenten zu untermauern, könnte vielleicht das Thema Elterngeld sein.

  • 27,3 % der Männer nehmen Elternzeit
  • 95,0 % der Frauen nehmen Elternzeit
  • 77 % der Männer nehmen maximal zwei Monate Elternzeit
  • 7% der Männer nehmen zwölf Monate Elternzeit
  • Durchschnittlich erhalten Männer 1.204 Euro Elterngeld
  • Durchschnittlich erhalten Frauen 869 Euro Elterngeld
  • Je niedriger das Familieneinkommen, desto kürzer die Elternzeit
  • Je niedriger das Einkommen des Mannes, desto wahrscheinlicher, dass er in Elternzeit geht
  • Es kann empirisch nicht bestätigt werden, dass die meisten Männer am Ende des ersten Lebensjahres des Kindes in Elternzeit gehen
  • 31% der Männer, die in Elternzeit gehen, beantragen bereits für den ersten Lebensmonat des Kindes Elternzeit
  • Es gibt ein starkes Ost-/Westgefälle
  • Westdeutsche Frauen bleiben nach der Geburt deutlich länger zuhause (3 Jahre)
  • Allgemein normt das Elterngeld jedoch die einjährige Erziehungspause
  • Profiteure des Elterngeldes sind Akademikereltern in ihren 30ern, die in einkommenstärkeren Regionen Deutschlands wohnen

Fazit:

Seit Einführung des Elterngeldes steigt die Väterbeteiligung kontinuierlich. 2006 haben weniger als 4% der Männer Eltergeld beantragt. 2013 sind es schon 27%.

Der Erwerbsanteil von Müttern hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Das Elterngeld hat den Effekt leicht verstärkt. Ausschlaggebend ist jedoch der Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

Sehr schön dieses zart optimistische Zitat aus der Studie “Wie wirkt das Elterngeld“:

“Die Beteiligungszahlen weisen darauf hin, dass mehr als ein Viertel der heutigen Vätergeneration Erfahrungen mit der Fürsorge von Babys machen kann, die in dieser Intensität für frühere Generationen kaum denkbar war. Es ist daher nicht unplausibel, dass diese Erfahrungen zu einem kulturellen Wandel führen, der Paarbeziehungen, Vater-Kind-Beziehungen und vielleicht auch den Arbeitsmarkt betrifft. Ein solcher Wandel wäre zunächst von einer Gruppe moderner Väter getragen und könnte in die gesamte Gesellschaft diffundieren.”(S. 6)

Weitere Quellen der Zahlen:
Elterngeld-Monitor – Kurzzusammenfassung
Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung zur Väterbeteiligung

Zahlen, die mich interessieren würden:

  • Wie viel Prozent der Männer machen ALLEINE Elternzeit? (Ich habe den Eindruck, dass die meisten parallel mit der Frau Elternzeit machen – zumindest die, die sich auf die 2 Monate beschränken)
  • Wie viel Prozent von den 7% der Männer, die zwölf Monate Elternzeit machen, unterbrechen damit tatsächlich ihre Berufstätigkeit?
  • Wie viel Prozent der Männer, die Elternzeit machen, reduzieren im Anschluss dauerhaft ihre Arbeitszeit?
  • In wie viel Prozent aller Familien, arbeiten beide Partner Teilzeit und teilen sich die Familienarbeit?
  • Steigt oder sinkt der Anteil der Männer in Elternzeit beim 2. und 3. Kind?

Und dann würde ich gerne noch Sprüche sammeln, die man manchmal so hört (und die mir persönlich den Magen umdrehen), wie:

  • “Ich kann mit kleinen Kindern nichts anfangen. Wenn die erstmal laufen und reden können, unternehme ich gerne was mit meinen Kindern.” (öfter bei Männern, noch nie bei Frauen gehört)
  • “Windelwechseln/Füttern macht mir eben keinen Spaß. Das können Frauen doch ohnehin viel besser.”

 

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R.I.P. Rosi

Alle Kinder wollen Haustiere. Natürlich auch meine.
Es gibt da nur ein Problem: Ich hasse Haustiere.
Das hat unzählige Gründe. Der Dreck (an den Pfoten, die Haare, die ausfallen, die Ausscheidungen), der Gestank (der nasse Hund, das Katzenklo, der Hasenstall, das Futter), die eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten (wohin mit dem Tier, wenn wir in den Urlaub fahren), die Streitpotenziale (wer geht mit dem Hund? Wer füttert die Meerschweinchen?), die Kosten (Ausstattung! Tierarzt! Nahrung!) und nicht zu letzt: Am Ende hat man das Vieh eben doch lieb und dann stirbt es irgendwann und alle sind fix und fertig mit den Nerven.
Meine Ansage diesbezüglich war also immer sehr klar. So lange wir keinen Bauernhof haben, haben wir keine Tiere.
- Einen Hund vielleicht?
- Nein.
- Einen kleinen Hund?
- Nein.
- Katze?
- Nein.
- Hasen?
- Nein.
- Meerschweinchen?
- Nein.
- Hamster, Mäuse, Ratte?
- Nein.
- Vögel?
- NEIN!
- Ok, Schildkröte?
- Nein. Himmelherrgott! Ihr habt doch eure Geschwister. Spielt mit denen.

Letztendlich kann ich nicht rekonstruieren wie es dazu kam, aber ich stand irgendwann mal mit den Kindern in einem Zoofachgeschäft. Sie streunten durch den Laden, ich sah wie sie hinter einem Regal verschwanden. Es sah so aus, als ob sie etwas miteinander beraten würden. Dann kam Kind 2.0 festen Schrittes auf mich zu: “Mama, wir haben da eine Frage!” Die Geschwisterkinder nickten und machten ernste Gesichter.
- Ja, bitte?
- Du magst Haustiere nicht, weil sie teuer sind, weil sie Dreck machen, sich immer einer kümmern muss, richtig?
- Das ist korrekt
- Ok, wir hätten gerne eine Wasserschnecke.
Kind 2.0 zog mich zu einem der Aquarien. Gelbe Apfelschnecke stand da: 1,20 Euro/Stck.
- Hm, sagte ich
- Sie machen keine Arbeit. Das Kind schnappte sich einen der Mitarbeiter.
- Brauchen Wasserschnecken ein Aquarium?
- Nein.
- Hm, sagte ich.
Der Mitarbeiter schwärmte mir vor, wie pflegeleicht Wasserschnecken sind. Sie brauchen eigentlich kein sauerstoffangereichertes Wasser. Ein paar Algen, dann müssen sie auch nicht gefüttert werden. Etc. etc.
Um es abzukürzen, ich habe eingewilligt. Wir kauften zwei Schnecken. Eine gestreifte und eine gelbe und drei Wasserpflanzen. Die Kinder zahlten mit ihrem Taschengeld.
Zuhause füllte ich in eine große, rechteckige Glasvase Wasser und schmiss Pflanzen und Schnecken rein.
Sie sanken auf den Boden.
- Sie sollen Rosi und Zenta heißen!
- Jaja, sagte ich und ging in die Küche um zu kochen.
Als ich eine Stunde später den Tisch deckte und nach den Schnecken schaute, lag Zenta die Zebraschnecke immer noch eingerollt auf dem Boden. Rosi hingegen war an die Wasseroberfläche gerobbt.
Zwei Tage später hatte sich das Bild nicht geändert. Rosi oben, Zenta eingerollt unten.
In mir keimte ein schrecklicher Verdacht. Zenta war auf mysteriöse weise verstorben. Warum Rosi als Wasserschnecke aber unter allen Umständen dem Wasser entkommen wollte, war mir ein Rätsel.
Ich googelte “Apfelschnecke an Wasseroberfläche” und bekam meine Antwort. Apfelschnecken haben Lungen und Kiemen. Wenn das Wasser zu wenig Sauerstoff hat, kommen sie an die Wasseroberfläche, um dort über ihre Lungen zu atmen.
Auch sonst stimmte rein gar nichts von dem was der Zooladenmitarbeiter mir gesagt hatte. Wasserschnecken haben komplexe Bedürfnisse, wollen gefüttert werden, mögen Sauerstoff im Wasser und sind auch ansonsten so kompliziert wie jedes x-beliebige andere Haustier.

Nachdem am fünften Tag Zenta noch so aussah wie am ersten Tag, erklärte ich sie für tot. Die jüngeren Kinder heulten Rotz und Wasser. Zenta! Zanta! Die wunderbare Zebraschnecke! Sie war tot! Tot! Tot!
Wir mussten sie beerdigen und ein Grab basteln und man verlangte von mir eine mitfühlende Rede. Es war grauenhaft. Ich kannte Zenta doch gar nicht. Wie sollte ich meine Worte wählen, wenn ich doch gar nichts über sie wußte?

Um Rosi machten wir uns auch große Sorgen. Sie saß da am oberen Rand der Glasvase, war einsam, vermutlich hungrig und atmete lautlos durch ihre Lungen.

Da der Kindergarten ein Aquarium hat, haben wir sie am nächsten Morgen in den Kindergarten gebracht.
Alle Kinder waren fröhlich!
Am übernächsten Morgen war Rosi verschwunden. Genau genommen war Rosis Schneckenhaus noch da, nur der Fleischteil von Rosi war fort. Einer der Fische sah etwas dicker und zufriedener aus als sonst.

Als wäre das nicht genug, hat Rosi beim Wasserwechsel kurz vor ihrem Dahinscheiden noch mal ordentlich abgelaicht. (Wie sagt man da bei Schnecken? Abgeschneckt?) Sie gebar mehrere Dutzend gelbe Minischneckchen, die wiederum mehrere Duzend Minischnecken gebaren, die ihrerseits …
Das war vor einem Jahr. Seitdem werden wir nicht Herr über die Schneckenplage im Aquarium. Selbst die Fische haben aufgegeben die Schnecken zu fressen. Es sind einfach zu viele.

Und das liebe Kinder ist, warum ich ab jetzt WIRKLICH NIE MEHR EIN HAUSTIER MÖCHTE.

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Ein Geschenk, ein Geschenk

“Ich erinnere mich noch gut, wie dein Kind sich nicht gefreut hat weil ich gekauft habe, was du mir empfohlen hast.”
Ich habe ein unsägliches Händchen für Kindergeschenke. Ich denke oft, ich habe eine grandiose Idee und betreibe dann einen riesigen Aufwand, aber alles was meine Kinder mit den Geschenken lernen ist “wie verhalte ich mich sozial erwünscht.”
Es ist immer das selbe. Mit glänzenden Augen reißen sie das Geschenkpapier auf und entdecken dann das in Kinderaugen lahmste Geschenk der Welt. Sie schlucken, atmen einmal tief durch und dann schauen sie mich an und sagen artig “Danke, Mami.” bevor sie das nächste Geschenk auspacken.
So ist das Jahr für Jahr. Kind für Kind. In manchen Albträumen sehe ich ihre enttäuschten Gesichter vor mir und im Kanon höre ich sie wie kleine Roboter sagen: “D a n k e M a m i, d a s i s t w u n d e r w u n d e r s c h ö n.” Dabei sind sie seltsam farblos und manchmal rinnt ihnen leise eine Träne über das kleine Kindergesicht.

Im Laufe ihres Lebens hat jedes Kind eine ganz eigene Taktik herausgearbeitet, wie es mit meinen enttäuschenden Geschenken umgeht. Kind 1.0 ist dazu übergegangen mir Wochen vor den entsprechenden Schenkanlässen seine Wünsche in Konversationen geschickt nebensächlich einzubauen. “So ein Google Play Store Gutschein, das ist schon eine Sache über die sich eigentlich alle Jugendlichen freuen. Man bekommt die Gutscheine dafür heutzutage sogar im Supermarkt. Wusstest du das? Unglaublich oder?”
Ich nehme mir dann immer vor ganz brav in einen Laden zu gehen, einen entsprechenden Gutschein zu kaufen, aber dann geht es irgendwie mit mir durch und ich sehe ein TOTAL witziges T-shirt und naja, dann ist das Kind wieder nur so semibegeistert.
Kind 2.0 packt mein Geschenk immer als letztes aus. Dann sagt es sowas wie: “Oh! Ich habe SO viele Geschenke bekommen. Ich möchte, dass andere Kinder auch Geschenke haben. Deswegen möchte ich eines meiner Geschenke spenden. Ich wähle dieses hier (deutet auf meins).”
Ich meine, was soll ich da sagen? Rumschreien “JA GEHTS NOCH? DAS IST DOCH MEIN GESCHENK?! DAS KANNST DU DOCH NICHT SPENDEN!!!”
Kind 3.0 hat die Angelegenheit sehr pragmatisch geregelt. Entweder es fällt schon beim Auspacken auf mein Geschenk und zerstört es dabei oder es fährt zu einem späteren Zeitpunkt einmal beherzt mit dem Bobbycar drüber, hält an und entsorgt die Einzelteile pflichtbewusst im Müll.

Ich weiß einfach nicht warum das mit mir und den Geschenken so ist. Ich bin sonst ein ganz kreativer Mensch mit viel Feingefühl für die psychologische Charakterstruktur anderer.

Ich habe eine Freundin, die macht unglaubliche Geschenke. Wenn diese Geschenke ausgepackt werden, dann raunen alle “Ahhh!” und “Ohhhh” und “Wo hast du das denn nun wieder ergattert?”. Alle, die nicht Geburtstag haben, sind ein wenig neidisch und das nächste Mal ist meine Freundin garantiert zur Geburtstagsfeier eingeladen. ALLE wollen ihre Geschenke. Wenn sie sagt, wo sie das gekauft hat oder wie sie das gebastelt hat, dann zücken alle ihre Handys, tippen die wichtigsten Informationen in die Notizen oder machen gleich Videoaufnahmen.

Ich habe mich immer gefragt wie dieses Gefühl ist, wenn man etwas schenkt, was jemand anderen eine Freude macht und was soll ich sagen? Heute ist es mir gelungen. Ich habe Kind 3.0 ein Geschenk gemacht, das ihm gefallen hat. Zusammengerechnet mussten Patenkind und Geschwisterkinder beinahe drei Jahrzehnte dafür leiden. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich es nochmal schaffen kann! Ich bin übersprühend vor Motivation! Zuversichtlich! Geschenkenthusiastisch gar.

Ach und wen es interessiert was ich geschenkt habe: Ich habe ein grünes T-Shirt mit einem aufgebügelten Fuchs geschenkt. Kind 3.0 ist nämlich der größte Füchse Berlin Handball Fan dieser Erde. Dieses Fantum überschattet all seine Urteilsfähigkeit. Alles was grün ist oder was einen Fuchs aufgedruckt hat, ist gut! Ich vermute, es hätte sich über einen mit Gras verzierten, in den Sand gemalten Fuchs gefreut.
Aber egal. Ich war sowas von glücklich, als das Kind das Geschenk aufriss. Erst sah es aus wie immer. Die Augen weiteten sich, die Unterlippe zitterte, das Kind entfaltete das T-Shirt. “Was ist das?”
“Ein T-Shirt mit einem Fuchs.”, sagte Kind 2.0 mitfühlend und Kind 1.0 stand bereit ein weinendes Geschwisterkind in die Arme zu nehmen.
“Ein Fuchs? EIN FUCHS? E I N F U C H S????”
Kind 3.0 juchzte und jubelte. Es rannte über die Wiese und kam wie einer dieser Fußballer auf den Knien rutschend wieder zum Stehen! “EIN FUCHS! JAAAA! JAAAHAAAAA!”
Es war außer sich vor Glück. Die Geschwister sprachlos. Und ich schwebe seitdem im Himmel der Menschen, die Geschenke machen können über die andere sich freuen.

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Da war doch noch was: woanders

Es ist eine Schande, ich komme einfach viel zu selten zum Schreiben. Aber die Vorsätze sind gut und die notierten Blogideen zahlreich. In der Zwischenzeit findet ihr Texte über Plastikpflanzen, meinem Lieblingsort dem Balkon und über kleine Unternehmnungswünsche, die ich noch habe, auf einer anderen Plattform.

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Wanted: Papablogs

Wer hilft mir bei meiner Recherche zu Papa-Blogs?

Ich kenne:
Maximilian Buddenbohm
Papaganda
Papa-Online
Zwillingswelten
Linsensicht
Frauen und Kinder zuerst
Pop64 (gespickt mit vereinzelten Handwerkerartikeln)

Plus:
Made by Joel (Das schönste Männer-Bastelblog auf Erden)

Hab empfohlen bekommen:
Life of Mattes
Papas Wort
DADDYlicious
Ich bin dein Vater
Daddy doin’ work (Englisch)
Grosse Köpfe
Papa redet mit
Papa rockt
Ultimate Moms
Wochenendrebell
Wer ist der Chef?
Recycelt Words
Fr. Kleinkind
Laura21
Kuckucksvater

Und wer noch mehr möchte: Bei “Ich bin Dein Vater” eine zweite Sammlung

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Photography Playground

Schon letztes Jahr bin ich auf den Photography Playground aufmerksam geworden. Da wir dort einen grandiosen Tag verbracht und wirklich viele tolle Bilder gemacht haben, habe ich mich sehr gefreut, dass Olympus diese Aktion 2014 wiederholt.

Ich habe auch Plakate rumhängen sehen und die Website besucht, aber ganz ehrlich, es gibt diese Websites auf denen nichts steht. Jedenfalls genügt mein  Intellekt offenbar nicht, um im Vorfeld zu verstehen, um WAS es sich dabei genau handelt (ähnlich wie bei der transmediale). Die Texte erinnern mich immer an meine Hackfleischbesprechungen.

Also:

Öffnungzeiten Täglich ab 11 bis 19 Uhr

Wann Bis zum 25. Mai 2014

Wo Opernwerkstätten, Zinnowitzer Straße 9, 10115 Berlin (nahe Nordbahnhof)

Eintritt frei

Was ist das eigentlich? Eine charmante Werbeveranstaltung für das neue Kameramodell OLYMPUS OM-D
D.h. konkret: Ihr geht dahin und könnt euch kostenlos diese Kamera ausleihen. Dazu bekommt ihr einen 4 GB große Speicherkarte, die ihr hinterher mit euren Aufnahmen nach Hause nehmen könnt. Auf insgesamt drei Etagen haben neun Künstlerinnen und Künstler* Kulissen geschaffen, die ihr fotografieren könnt. Vieles ist interaktiv und der Reiz ist tatsächlich sich gegenseitig in den Räumen zu fotografieren.

Was noch? Kann man sehr gut mit Kindern machen. Und pscht ganz leise: Man kann auch mit eigener Kamera fotografieren, wenn die Schlange für die Olympusausleihe zu lang ist.

Wir hatten auch dieses Jahr Riesenspaß.

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Weitere Eindrücke auf instagram unter den Hashtags #photographyplayground und #opernwerkstätten

P.S. Liebe VeranstalterInnen – für 2015 – denkt euch doch mal ein leicht verständliches Hashtag aus und macht das irgendwie publik.



*AlexandLiane, 3Destruct [ANTIVJ], Clemens Behr, Dean Chamberlain, Leandro Erlich, Philip Beesley, ANNA BURNS and THOMAS BROWN, Transforma und Maser

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