Make your Kühlschrank smart and revolutionier your Family Life

Links: ich, rechts: mein nicht smarter Kühlschrank
Links: ich, rechts: mein nicht smarter Kühlschrank

Neulich habe ich eine Pressemitteilung über einen Kühlschrank bekommen. Tatsächlich habe ich sie gelesen, weil ich mich derzeit für Kühlschränke interessiere. Meiner ist aus der Zeit in der ich noch jung war. Damals war er State of the Art. Er glänze durch zwei Funktionen:

  1. kühlen und
  2. Innenbeleuchtung (aber nur wenn er geöffnet ist. Ich hab das gewissenhaft untersucht)

2006 ist die Innenbeleuchtung leider kaputt gegangen und die letzten beiden Sommer hat der Kühlschrank nur noch unter großen Mühen gekühlt. Das Kühlen hat ihn so angestrengt, dass er sehr viel Wasser ausgeschwitzt hat, das ich ihm regelmäßig mit einem Lappen entfernt habe. So alle drei Stunden.

So ist der Kühlschrank zum Familienmitglied geworden. Alle paar Stunden muss er versorgt werden, er macht seit geraumer Zeit komische Geräusche und leider steht er auch im Weg herum.

Meine Küche ist klein. Der Kühlschrank hingegen sehr, sehr groß, aber Platz fand er damals nur genau in der Mitte der Küchenzeile. So bleibt links des Kühlschranks nur 40 cm Arbeitsfläche.

Aber ich komme schon klar. Der Kühlschrank und ich, wir sind gute Kumpels. Wir wissen beide, dass Perfektion nicht alles ist.

Jedenfalls bekam ich heute eine Pressemeldung über einen Kühlschrank. 4.299 Euro soll er kosten. Und nein, da habe ich nicht aus Versehen eine Stelle zu viel getippt.

4.299 Euro. Ich glaube, wenn ich den Wert aller technischen Geräte, die ich besitze, aufsummiere, komme ich auf diese Summe. Ich sag mal so: Das ziemlich überteuerte iPhone, an das ich mich aber leider gewöhnt habe, ist da schon eingerechnet.

Also 4.299 Euro. Eigentlich steht das nicht am Anfang der Pressemitteilung. Wahrscheinlich wollte sich der Hersteller diesen Preis als Pointe aufheben, die ich jetzt leider so ein bisschen verpatzt habe.

Also nochmal zurück zum Kühlschrank, der übrigens natürlich nicht Kühlschrank sondern Family Servant heisst und als smarter Partner fürs Leben angepriesen wird. Denn – ein kluger Produktentwickler saß vermutlich morgens mal auf der Toilette und da fiel ihm auf: Ein Kühlschrank, der nur kühlt, das ist doch totale Platzverschwendung. Mach ich ihn doch einfach smart! Und wie macht man das? Richtig! Mit einem Tablett vorne dran.

Also verbaut man ein drölfzig Zoll großes WLAN fähiges Tablett an diesem Kühlschrank. Und jetzt kommts! Auf dem kann man malen! Es. ist. nämlich. ein. Touchscreen. (Super Idee so ein Touchscreen in der Küche zwischen all den Fettdämpfen und schmutzigen Kinderhänden – aber was solls, dann dürfen die störenden Kinder eben nicht mehr in die Küche).

Crazy Shit oder?

Das ist aber nicht alles: Man kann auch darauf schreiben!
JA!

Das ist aber immer noch nicht alles. Das Tablett kann auch Sprachnachrichten abspielen („Nuf, mach‘ sofort wieder die Tür zu! Es ist nach 18 Uhr, du bist doch schon wieder an den Kohlenhydraten!“) und TV-Mirroring*

Der Kühlschrank wird somit das Zentrum des Family Lifes.

Aber richtig cool ist eben, dass der Kühlschrank Kameras hat, die den Innenraum überwachen. So kann man ihn beim Shoppen quasi fragen was fehlt.

(Ob man das irgendwie hacken kann? Also dass man z.B. die Schulranzen da rein kippt und der Kühlschrank einem dann sagt, welche Hausaufgaben noch fehlen? Oder die gepackten Koffer für den Urlaub „Eh Nuf, Du hast drei Schlüppis zu wenig eingepackt!“)

Doch nicht genug, er meldet auch abgelaufene Lebensmittel.

Ein bisschen enttäuscht war ich allerdings, dass er sie nicht gleich eliminiert. Per Laserstrahlen oder Vaporisator. Das könnte bei dem Preis eigentlich drin sein, oder? Ich stelle mir das toll vor. Die Tür des Kühlschranks müsste natürlich transparent sein und natürlich würde ich extra abgelaufene Lebensmittel reinwerfen nur um zu sehen wie sie zerstört werden (bestimmt kann man mit der Abwärme die Wohnung heizen – das wäre für mich ja auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt).

Jedenfalls, ich habe die Firma angeschrieben, ob ich wohl ein Rezensionsexemplar haben könnte. Ich bin gespannt, was sie antworten.

(Wobei ich ja eigentlich lieber so eine smarte Wohnung wie mein Kollege hätte, der kann zB seiner Frau beim Kacken das Licht ausschalten obwohl er im Büro sitzt. Aber sowas gibt es nicht Out of the Box. Das muss man sich dann eben selbst bauen.)


 

*im Kleingedruckten steht: WLAN erforderlich. Was da nicht steht: TV erforderlich. Hab ich nämlich nicht. Da wäre ich ja ganz schön enttäuscht gewesen!

 

Bitte stellen Sie keine Fragen…

Pixabay @Alexas_Fotos
Pixabay @Alexas_Fotos

… also zumindest nicht, wenn Sie vorher nicht ganz genau über die Formulierung nachgedacht haben und ansonsten besser auch nicht, denn alleine die Frage ist – Zitat „anmaßend“.

Moment? Worum geht es eigentlich?

Ich habe am Montag über die Veranstaltung „Vater sein braucht Zeit“ gebloggt. Nachhaltig fasziniert haben mich v.a. die Männer, die zwar Kinder haben wollen/haben, die aber nach eigenen Aussagen kaum bis keine Zeit für Familie haben. Die Arbeit geht (aus den unterschiedlichsten Gründen) vor und eine Änderung dieses Zustands ist auch nicht zu erwirken.

Morgens hab ich mich beim Frühstück mit meinem Freund unterhalten, was wohl die Kinderhabenmotivation dieser Menschen sein könnte. Ich kann nämlich sehr gut nachvollziehen, dass man sehr gerne und viel arbeitet und ich glaube auch nicht, dass alle Menschen unbedingt Kinder brauchen.

Die Kombination von morgens bis abends und am Wochenende arbeiten und Kinder wollen, fühlt sich für mich fremd an.

Deswegen habe ich getwittert:

Darauf habe ich ziemlich viele Antworten bekommen. Zynische, sehr offene, konstruktive und sachliche Antworten und v.a. auch die Kritik, dass ich an dieser Stelle werte und im Grunde anderen Menschen (meistens wurde herausgelesen, dass ich Mütter meine…) verbiete, Kinder zu bekommen.

Ein Höhepunkt:

Nun.

Welchen Schuh ich mir gut anziehen kann: Ich hätte in der Frage das „eigentlich“ und das „überhaupt“ weglassen können.

Anderer Punkt: Twitter ist kein geeignetes Medium eine differenzierte Diskussion zu führen. Stimmt auch. Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass dieser Tweet ca. 50 Antworten (und andere, empörte Nonmentions) hervorrufen würde.

Point taken.

Dennoch: Ich habe diese Frage getwittert, weil ich es schwer finde, Motivationen, die meiner eigenen sehr weit entfernt sind, nachzuvollziehen.

Und um das klar zu stellen: In dem Tweet steht nicht: Karriere UND Kinder sollen sich ausschließen. Es steht da auch nicht: Arbeitende Mütter sind doof.

(Ich würde mich selbst beschimpfen. Ich arbeite 30 Std die Woche als IT-Projektmanagerin, meine Kinder sind mit 11 und 18 Monaten in den Kindergarten gekommen.)

Der Tweet spricht Frauen und Männer gleichermaßen an. Wobei ich zugeben muss (siehe Vorgeschichte), ich hatte in aller erster Linie Männer im Kopf. Mütter als Rabenmütter zu beschimpfen, weil sie arbeiten gehen – die Sau wurde ja nun ausreichend durch das Elterndorf getrieben. Väterkarrieren in Frage zu stellen – das ist eigentlich tabu.

Da sind wir beim nächsten Problem: Was ist eigentlich Karriere?

Hachja und da merke ich, es ist wahnsinnig kompliziert die Frage korrekt zu stellen.

Denn ich meinte auch nicht den Vater, der abends in der Tankstelle arbeitet und tagsüber als Handyverkäufer, der das tut, weil er das tun muss, weil es eine wirtschaftliche Notwenigkeit gibt.

Durch die Antworten fiel mir dann auf: Stimmt. Ein Selbständiger, einer, der ein Geschäft aufgebaut hat, einer der für die Gehälter von anderen zuständig ist, der ist auch einem anderen Druck ausgesetzt als einer, der eben in erster Linie ein Bürojob hat.

Meine begrenzte Vorstellungswelt hat mir also einen Streich gespielt – denn in meiner Lebensumgebung gibt es einen bestimmten Vatertyp, den Johnny , der auch bei „Vater sein braucht Zeit“ war, gut beschreibt:

Ihre beruflichen wie sozialen Privilegien wollen sie insgesamt ebenso wenig aufgeben, wie ihre angebliche Unersetzbarkeit in Job und gar die eigene Karriere. Diese Entbehrungen schiebt man gern der Partnerin zu. Ganz auf Augenhöhe versteht sich – immerhin sind es ja modern denkende Männer.

Wie aber bekommt man mehr Zeit mit dem Kind, ohne dabei seine Privilegien, sein Haus, sein Boot aufs Spiel zu setzen? Richtig, man schaut nicht auf den eigenen Nabel, sondern fordert von anderen ein. Am liebsten natürlich von der großen Bundespolitik.

Also jene Väter, gut verdienend, in gehobenen Positionen, die ihre Priorität (siehe Tweet „über alles“) auf den Job gelegt haben, die Zuhause zwischen 8 und 20 Uhr v.a. durch Abwesenheit glänzen – warum wollen die eigentlich Kinder? Die es nicht zum Adventsbasteln, nicht zum Sommerfest, nicht zum Elternabend, nicht zum PeKiP-Kurs schaffen. Die nicht wissen, was das Kind zuletzt gelesen hat, wie der beste Freund heisst und wann die nächste Deutscharbeit ist oder welches Computerspiel das Kind am liebsten spielt und warum…

(Wollen habta gelesen, ne? Nicht sollen die haben dürfen)

Folgende Antworten haben mir geholfen zu verstehen, warum jener Mann Kinder haben möchte:

  • Man lebt bereits viele Jahre glücklich mit einer Partnerin zusammen, die einen Kinderwunsch hat. Man selbst hat keinen, aber der Partnerin will man das nicht verwehren. Das Paar geht davon aus, dass es mit Kind auch gut klappt.
  • Es scheint eine Art „heteronormative Vorstellung“ zu geben, die sagt: Ab Alter X ist eine Familie dann eine Familie, wenn sie aus den Elementen Vater, Mutter, Kind besteht. Das Kind gehört dazu, wie die Ehe, das Haus, das Auto. Familie haben ist ein Status.
  • Kinder zu haben ist (für manche) ein menschliches Grundbedürfnis. Egal wie die berufliche oder sonstige Lebenssituation aussieht.
  • Es gibt keinen zwingenden Zusammenhang zwischen „Kinder bekommen“ und „Genügend Zeit für Kinder haben“. Kinder kann man auch so bekommen. Eine gute Eltern-Kind-Beziehung kann man auch mit wenig Zeit aufbauen. (Die Grundannahme der Frage ist also falsch)
  • Insbesondere Teresa Bücker hatte (für mich) sehr einleuchtende Antworten:

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Am Ende ist die einfachste Antwort vielleicht die einleuchtendste:

Deswegen allen, die mir (und den anderen Antwortenden) geantwortet haben ohne mir Polemik, Dümmlichkeit, Dreistigkeit und Primitivheit vorzuwerfen: Vielen Dank. Ich kann es jetzt besser nachvollziehen (auch wenn es nicht mein eigenes Lebensmodell ist). Persönlich ist es mir wichtig verschiedene Lebensentwürfe zu verstehen. Im Grunde kann man von Pluralität immer nur profitieren. Schließlich ändert sich das eigene Lebensmodell auch mal. Manchmal auch völlig ungeplant und wie gut ist es da, wenn man sieht, dass man auf zig Varianten ebenfalls zufrieden und glücklich leben kann.

Bussi, arbeitende Rabenmama Patricia


Der Vollständigkeit halber – wen interessiert, was ich persönlich über den Zusammenhang von Zeit und Beziehungspflege denke, der kann lesen „Vereinbarkeit, Beziehungsaufbau und Smartphones“ und „Der Alleszusammenmachkult„.

Vater sein braucht Zeit

Vater sein braucht ZeitIch war auf einer Väter-Veranstaltung und obwohl ich es mir kaum vorstellen konnte, kam diese ganze fünf Stunden ohne Heldenmetapher aus. Das möchte ich lobend vorab erwähnen. Die Wetten standen im Vorfeld 4 zu 0 dagegen.

Das Thema Väter (und deren Einsatz im Familienalltag) treibt mich umher. Deswegen war ich sehr neugierig, was auf der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierten Veranstaltung „Vater sein braucht Zeit“ zu hören sein würde.

Das Programm war schonmal vielversprechend.

In einem kleinen Panel wurde über das Thema „Vatersein heute“ gesprochen. Es beteiligten sich Dr. Elke Ellner (Präsidentin des Bundesverbands der Personalmanager), Andreas Heimer (Prognos AG) und Stefan Reuyß (SoWiTra).

Danach ging es in die Workshops zu den folgenden Themen:

  • Elternzeit und Familienalltag – wie klappt das?
  • Politik für aktive Väter – Erfahrungen und Wünsche
  • Getrennt erziehen – gemeinsam Beruf und Familie vereinbaren
  • Vater sein im Beruf – wie kann das gehen?

Frau Schwesig konnte dann leider nicht kommen und ließ sich von Caren Marks vertreten (Parlamentarischen Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), die das Konzept der Familienarbeitszeit vorstellte und bewarb und auch deutlich machte, dass es für Unternehmen letztendlich wirtschaftlich ist, familienfreundlich zu sein.

Zum Abschluss gab es eine weitere Gesprächsrunde zum Thema „Zeit für Väter“.

Vatersein braucht Zeit

Als Mutter auf einer Vaterveranstaltung

Im Vorfeld hab ich mich gefragt, wie es wohl ist als Frau zu einer explizit an Männer gerichtete Veranstaltung zu gehen. In meiner Fantasie würde ich ganz allein zwischen all den Männern stehen.

Dann musste ich über mich selbst lachen, denn:

a) ist es natürlich ein total gewohntes Gefühl: als Frau zu einer Veranstaltung zu gehen, bei der hauptsächlich Männer sind

und

b) waren da nicht hauptsächlich Männer – es ging schließlich um Kinder und Erziehungszeiten – offenbar für viele immer noch kein echtes Männerthema – tatsächlich würde ich denken, waren dort maximal 60 – 70% Männer (naja immerhin!).

Es gibt nicht DIE Väter

Das Themenspektrum war groß und deswegen sehr interessant.

Es gab sowohl die Väter, die leider unter gar keinen Umständen niemals nicht auch nur länger als und selbst das war sehr schwierig, 14 Tage Elternzeit nehmen können. Denn: sie sind unersetzlich. Niemand kann sich in deren Themen einarbeiten, niemand kann das wuppen, die Kunden wollen das auch nicht, die wollen überhaupt ständige Verfügbarkeit, die wollen nur ihn.

(Ich höre solchen Männern aufmerksam zu und beobachte ihr Gesicht dabei und stelle immer wieder fest: die glauben das wirklich. Sie glauben es von Herzen und auf eine bizarre Art leiden sie unter ihrer Unverzichtbarkeit. Doch sie nehmen ihr Schicksal hin. Auch wenn sie sonst eher so wirken, als würden sie in einem Meeting auch mal mit der Faust auf den Tisch schlagen um sich durchzusetzen. Dass ihnen nicht gestattet wird sich als Vater einzubringen, das ist eben so.)

Dann gab es die „Ich würde gerne mehr machen, aber ich befürchte Karriereknicke“-Männer, die sich aber immerhin einen Papa-Tag freigeschaufelt haben. Ein Papa-Tag ist ein Tag, an dem ein Mann in der Regel (es sei denn es steht etwas wichtiges an) um 15.30 Uhr frei nimmt, um sich um die Kinder zu kümmern. Solche Väter nehmen sich auch zu Sonderevents frei. Immer wieder wurde der Laternenumzug genannt. Die Sie-wollen-ja-Väter können zwar nicht am Bastelnachmittag freinehmen – den Laternenumzug, den lassen sie sich aber nicht nehmen.

Und ganz zuletzt gab es die Männer, die womöglich ein halbes Jahr und länger Elternzeit genommen haben, die alle Höhen und Tiefen der Care-Arbeit durchlebt haben und die gar nicht verstehen, was das Problem an einer aktiven Vaterschaft sein könnte. Klar gibt es Hindernisse und auch finanzielle Einbußen, aber das erleben Frauen seit Jahrzehnten und so hat man(n) das pragmatische Ziel gemeinsam an der Ebnung des Weges der Elternschaft zu arbeiten. Ohne ewige Lobhudelei, ohne Extraorden, ohne Superpapa-Status – einfach weil diese Männer es wollen – weil sie für ihre Kinder ernstzunehmender Elternteil sein wollen. Weil ihnen die Beziehung zu ihren Kindern wichtig ist.

Ergebnisse des Väterreports „Vater sein in Deutschland heute“ 2016

Interessant fand ich einige Ergebnisse des aktuellen Väterreports 2016, die genannt wurden.

So z.B. der Umstand, dass viele Männer ihre Wünsche aktiver Vaterschaft nicht in die Realität umsetzen, weil sie Karrierehindernisse fürchteten, die in der Realität tatsächlich gar nicht so bestehen.

Oder je länger Männer Elternzeit nehmen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich an normalen Arbeitstagen um die Kinder kümmern, Zeit mit ihnen verbringen und in ihre Pflege eingebunden sind.

Sowie die Erkenntnis, dass familienfreundliche Unternehmen betriebswirtschaftlich erfolgreicher sind. Sie haben zufriedenere Mitarbeiter, geringere Fehlzeiten und eine höhere Produktivität.

Zusammenfassend kann man aber sagen: Wunsch und Wirklichkeit klaffen immer noch weit auseinander. Was sich Väter wünschen und was sie dann wirklich umsetzen wenn die Kinder geboren werden, steht auf zwei unterschiedlichen Blättern.

Ermüdende Argumente

Ich muss auch sagen, dass es mir sehr schwer fällt, einige Argumente, die immer wieder kommen, zu ertragen: So z.B. das Quality Time Argument

Immer wieder wird gesagt, dass es nicht auf die Menge sondern die Qualität der Zeit ankommt, die Eltern mit ihren Kindern verbringen.

Artikel wie „Wie Sie ein toller Papa mit nur 15 Minuten Zeit am Tag sein können“ geben dabei Tipps, wie man(n) seine täglichen 15 min wertvoll einsetzen kann.

Das ist schon sehr absurd.

In der Netflix Doku „Beginning of Life“ sagt eine Mutter (sinngemäß): „Wenn ich diesen Quatsch von Quality Time höre. Das sage ich einem Chef morgen auch. Ich arbeite jetzt jeden Tag nur 15 Minuten, aber das wirklich mit einer sehr hohen Qualität. Bei voller Bezahlung versteht sich.“

Daran muss ich immer wieder denken: Wie absurd es wäre, wenn man an anderen Stellen so argumentiert. Auch für eine Beziehung zum Kind ist es wichtig, dass man präsent ist. Und mir kann keiner erzählen, dass fünfzehn Minuten täglich das selbe Ergebnis bringen, wie wenn man mit den Kindern frühstückt, weiß was sie in ihre Brotdosen möchten, sie in die Schule bringt, abholt, mit ihnen spielt, bastelt, Hausaufgaben macht, Abendessen macht, ihnen zuhört, was sie beschäftigt, ihnen vorliest, sie ins Bett bringt, bei Kummer ein offenes Ohr hat, ihnen Wärmekissen bringt, wenn sie Bauchschmerzen haben etc.

Zumal auf der anderen Seite: die Väter, die sich jeden Tag nur einige Minuten Zeit für ihren Nachwuchs nehmen (können), denen ist natürlich nicht zuzumuten, dass sie mal Kotze aufwischen oder Kackwindeln wechseln. Das ist ja keine Quality Time. Quality Time ist von der Arbeit kommen und den zähnegeputzen Kindern im Schlafanzug 20 min was vorlesen und ihnen dann ein Bussi zu geben und zu sagen: Jetzt aber ab ins Bett. Papi schaut jetzt Auslandsjournal.

Ähnlich ermüdend das Argument, man(n) könne nicht in Elternzeit gehen, weil das erhebliche finanzielle Einbußen nach sich zöge. Der Höchstsatz ist ausserdem so niedrig. Ergo kann sich kein Chirurg und kein Pilot leisten in Elternzeit zu gehen… (muss ich noch erklären über was im Detail ich mich da aufregen kann? Wie konnten sich all die hochbezahlten Männer eigentlich vor 2007 Kinder leisten? – Achso, da mussten einfach ihre akademisch ausgebildeten Ehefrauen ihre Karrierewünsche zurück stecken? Alles wie immer also)

Hmpf.

Jetzt ist es mir doch wieder etwas entglitten.

Es gibt aber Hoffnung

Dabei gab es viele, sehr gute Aspekte bei der Veranstaltung.

So zum Beispiel der Gedanke, dass es einen Paradigmen-Wechsel geben muss, was die Rollenbilder angeht und dass es vielen (älteren) Personalern und auch Chefs schwer fällt diesen Paradigmenwechsel mitzumachen, weil sie eben jahrzehntelang eine andere Idee von Elternschaft/Vaterschaft hatten.

Das Neue anzuerkennen und zu fördern, bedeutet eben auch immer das eigne (vergangene) Leben in Frage zu stellen: Und wem fällt es da schon leicht festzustellen, dass er vielleicht das halbe Leben seiner Kinder verpasst hat, weil er die Karriere vorgezogen hat.

Viele merken das erst als Großväter.

Das Thema ist schwierig und es wurde auch immer wieder betont, wie viel sich in den letzten dreißig Jahren getan hat und dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Ich bin auch immer hin- und hergerissen zwischen der Frage: Muss ich Gabriel dankbar sein, weil er Elternzeit überhaupt als Spitzenpolitiker ins Gespräch bringt (auch wenn er sie natürlich nicht nehmen kann, weil ja Wahlkampf und so) oder darf ich das albern finden (weil er könnte ja auch einfach sagen: mein Kind wird geboren und ich möchte das alles miterleben und selbst wenn das bedeutet, dass ich einen Karriereknick erlebe… diese Zeit kommt nie wieder und ist durch nichts zu ersetzen).

Ist es im Sinne der Politik der kleinen Schritte die Super-Väter zu beklatschen oder passiert Veränderung nur, wenn es auch wirklich Veränderungsdruck und Fordernde gibt?

Am Ende sind ja viele Diskussionen nur für einen ganz bestimmten Teil der Gesellschaft überhaupt relevant. Elternzeit, Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, feste Meetingzeiten… auf wie viele Berufe trifft das zu?

In der Stadt – in den ehemaligen ostdeutschen Gebieten sieht das mit der Kinderbetreuung ohnehin völlig anders aus (und damit auch die Möglichkeiten für Mann und Frau arbeiten zu gehen).

Frau Schwesig betont auch immer wieder wie katastrophal in Deutschland die Hortbetreuung ist. Selbst wenn Mann/Frau nach der Geburt relativ zügig wieder arbeiten gehen, wird die Einschulung des Kindes plötzlich ein Problem.

Was ist eigentlich mit den Polizisten, Krankenpflegern, Verkäufern im Einzelhandel, Industriearbeitern und Handwerkern? Und was mit den Hartz IV Empfängern, den dann noch Kindergeld und Elterngeld abgezogen wird?

Es bleibt kompliziert. Wenigstens ist es nicht hoffnungslos und ich freue mich, dass ich bei solchen Veranstaltungen immer wieder zwischen Männern stehe, die sich auch fremdschämen wenn irgendwo wieder ein Foto von einem Mann gepostet wird, der sich rühmt für seine Frau nachts auch mal das eigene Kind für zwei Stunden zu übernehmen und dann Männer darunter kommentieren: „UND TROTZDEM GIBT ES NOCH FRAUEN, DENEN DAS NICHT GENUG IST!“ oder Frauen schreiben: „Mein GöGa macht das auch. Weißt du noch Joachim? Vor zwei Monaten als ich Geburtstag hatte, bist du auch mal aufgestanden mit Susi.“

Wählt links – das macht gesund, reich und alle Babys werden immer durchschlafen

Bahnhof

Die systematisierte Drittgenerationskontingenz hat in jüngster Vergangenheit zu einer Erhöhung der Aktionsparalaxe geführt. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die marxistischen Antidependenzen der allgemeinen Inkontertabilität zum Opfer gefallen sind.

Die ambivalente Aktionsebene torpediert an dieser Stelle die weltweit kompensierte Avisierung der induktiven Change-Management-Aktion der Hybridisierung.

Ich äh… so geht es mir manchmal wenn ich Texte lese. Ich versteh‘ einfach nix.

Frisch von der Uni hatte ich noch ein ganz beachtliches Arsenal an Fremdworten in meinem aktiven Wortschatz. Doch ach, das schnöde Alltagsleben, die duziduzi Kinder, vielleicht auch nur meine Altersverblödung… ich verstehe einfach immer weniger.

Die Welt ist zunehmend komplexer geworden. Wie soll ich das auch verstehen? Globalisierung, Bankensysteme, Immobilienmärkte, Gentrifizierung, Europa, der Nahostkonflikt, das US-Wahlsystem etc. etc. etc.

Alles viel zu komplex für mich um das wirklich zu verstehen. Ich bemühe mich. Lese „Zeitung“, lese Bücher, höre mir Vorträge, Paneldiskussionen und Podcasts an – doch am Ende… wie viel habe ich wirklich verstanden?

Hinzu kommt, was ich oben schreibe. Komplexe Zusammenhänge werden von klugen Menschen oft mit vielen Fremdworten, verschachtelten Sätzen, mit Exkursen und Studienergebnissen erklärt.

Mein internetkaputtes Gehirn, meine nervöse Aufmerksamkeitsspanne, mein Arbeitsspeicher, der mit Alltagsfragen gefüllt ist (wann muss ich die Kinder nochmal abholen? Hab ich das Fälligkeitsdatum ins Ticket geschrieben? Welchen Teil meiner Altersvorsorge kann ich nochmal steuerlich absetzen?) und mein dünnes Nervenkostüm zucken schon zusammen wenn ich auf einen Text stoße, der mit Longread gekennzeichnet ist. Ich bin schnell überfordert.

Ich glaube, es geht nicht nur mir so.

Ich verstehe die Welt nicht mehr

Warum erzähle ich das nochmal? Achja.

Ich bin auf der Suche nach Antworten. Spätestens nach dem Wahlsieg von Trump, der mich unvorbereitet in meiner zarten „zu 80% gewinnt Clinton“-Filterbubble erwischt hat, sorge ich mich ernsthaft.

Die AfD Wahlerfolge der jüngsten Vergangenheit, das Europa, das bröckelt, der Putsch in der Türkei… um mich herum bricht alles zusammen.

Und ich bleibe hilflos zurück. Wählen gehen. Ja, ja. Als würde das helfen. Ich gehe wählen seit ich 18 bin. Keinen fucking Volksentscheid habe ich ausgelassen. Immer Gebrauch von meiner Stimme gemacht. Und hat es geholfen?

Spoiler: Hat es nicht.

Und wird es für die nächste Bundestagswahl helfen?

Ich sach ma so: ich bin nicht zuversichtlich.

Ich weiß nicht, wie ich jetzt den gedanklichen Bogen bekomme, aber ich rätsle seit Monaten warum bestimmtes (rechtes) Gedankengut immer erfolgreicher wird.

Die Schlechtigkeit der Menschen alleine kanns nicht sein. Die Menschheit ist ja nicht plötzlich schlechter geworden. Aber irgendwie werden mehr Menschen mobilisiert sich erzkonservativen bis rechtem Gedankengut anzuschließen und während es immer mehr werden, „man“ nicht unsichtbar unter der 5% Hürde dahinkrepelt, kann „man“ sich auch gerne mal öffentlich bekennen, muss sich auf Pegida Demos nicht mehr schämen in laufende Kameras zu sprechen.

Aber warum ist das so?

Mich beschleicht das leise Gefühl, dass das Ganze etwas mit Komplexitätsreduktion zu tun hat.

Sag es einfach, dann kann man es verstehen

Die unverständliche, vielschichtige Welt macht vielen Menschen Angst. Es wird immer schwerer einen stabilen Erwartungshorizont zu bilden, sichere Vorhersagen über die Zukunft zu machen. Was genau erwartet uns?

Düster sieht die Zukunft aus. Ungewiss. Auf jeden Fall wirds nicht besser werden. Mehr Geld werden wir auch nicht haben.

Und wer oder was ist schuld?

Da will man nun nicht lange in irgendwelchen multikausalen Erklärungsmodellen rumgraben.

Es gibt doch einfache Antworten: Die Ausländer, die Frauen, die linksversifften Gutmenschen und die Veränderung an sich.

Daraus lassen sich schöne Parolen stricken. Ganz wunderbar einfache wenn-dann-Beziehungen. Scheinbar höchst logische Zusammenhänge.

Die kann man sich merken, die kann man verstehen, die kann man wiederholen.

Mit dem „Danke Merkel„-Mem kann man sich über solche vereinfachten Zusammenhänge lustig machen. Egal was ist, egal was stört, Frau Merkel ist schuld. Die Milch ist sauer? Danke, Merkel! Der Lidstrick verwischt. Na, vielen Dank, Frau Merkel. U-bahn verpasst. Danke, Merkel.

Ich glaube, das ist, was die Rechten „richtig“ machen. Komplizierte Zusammenhänge einfach erklären und dabei auch einen scheiß darauf geben, was die Statistik oder sonstige Analysen sagen.

Dir gehts schlecht? Die Flüchtlinge sind schuld.

Die Rente ist knapp? Die Ausländer im allgemeinen sind schuld.

Dein Job ist weg? Die Frauenquote ist schuld.

Kann man sich dann auf Schilder malen oder vor sich her schreien.

Die Linken hingegen: An den niedrigen Renten ist die Riester Rente und die Agenda 2010 schuld, die zwar mehr Menschen Arbeit verschaffte, allerdings in prekären Arbeitsverhältnissen. Es war absehbar, dass das Rentensystem erodieren würde.

(Ich hätte das jetzt noch komplizierter schreiben können, aber der Unterschied wird deutlich. Schreiben Sie sich mal ein Demo-Schild zu diesen Zusammenhängen…)

Sie erklären sich zu Tode.

Was ich sagen will: Ich sehe Rettung in der Veränderung der Sprache und zwar die der sogenannten Linken/Linksintellektuellen.

Keine Vorträge mehr, sondern klare Ideen

Es geht eben nicht darum in ellenlangen Doktorarbeiten mit Fakten aufzufahren, sondern darum die linken humanistischen Ideen einfach runterzubrechen.

Ich weiß auch nicht genau, wie das gehen soll. Ich selbst bin nicht in der Lage die entsprechenden Narrative himmelherrgott Parolen und Schlagworte zu erfinden – aber vielleicht gibt es andere. Andere, wortgewandte Menschen, die schaffen all das, was ich für erstrebenswert halte (Umweltschutz, Toleranz, Gleichberechtigung, Sozialsysteme, Europa, Menschenrechte) in kurze, knackige Botschaften zu packen und damit unsichere Wähler:innen oder Nichtwähler:innen zu erreichen.

Ach, mir gelingt es nicht alle Gedanken auf einen Punkt einzudampfen. Deswegen hole mich mir Hilfe:

Wenn es um den politischen Diskurs mit dem politischen Gegner geht, versuchen die braven Bürger […] zu überzeugen. Wir glauben, dass wir mit besseren Argumenten die wachsende Gruppe an Obskuranten in die Mitte der Gesellschaft zurückführen können. Wir hoffen auf unseren Humanismus und stehen sprachlos vor Trump’schen Methoden der “postfaktischen Welt”, in der egal ist, was stimmt und was nicht stimmt.

[…]

Während uns der politische Gegner mit Halbwahrheiten und Gerüchten manipuliert, widerkaubares Infofutter serviert und Wähler vom Wählen abhält, glauben wir immer noch, dass wir die Neue Rechte mit guten Argumenten überzeugen können.

Quelle: Liberale müssen Populismus lernen

Werden wir aber wohl nicht können. Und in der Kindererziehung ist es ganz einfach (um mal was als Mutti zu sagen): Wenn eine bestimmte Erziehungsmethode nicht wirkt, dann wirkt es leider auch nicht wenn man diese Erziehungsmethode hundert mal einsetzt. Was hilft, ist meistens mal was neues zu probieren. Was völlig anderes. Irgendwas, gegen das das Kind nicht schon eine Immunität ausgebildet hat.

Und vielleicht ist es an der Zeit, dass nicht mehr doziert wird und die komplexe Welt in multivariaten Varianzanalysen auseinander genommen wird, sondern es ist an der Zeit alles in schöne kleine, gut zu verdauende Häppchen zu schnippeln.

Nur dass wir linksversifften Gutmenschen im Genderwahn den Belag der Häppchen selbst bestimmen.

Nachtrag zum Thema unterschiedliche Meinungen

Persönlich kann ich es ziemlich gut aushalten, dass es unterschiedliche Meinungen gibt [1]. Ich mag das Medium Blog tatsächlich auch, um die eigene Meinung einmal zu ordnen und dann „zu Papier“ zu bringen.

Wenn es dann unpöblige, sachliche Antworten gibt, hilft mir das, meinen eigenen Standpunkt zu prüfen und Achtung! zu überdenken.

In manchen Fällen ändere ich sogar meine Meinung.

Öffentlich einsehbares Paradebeispiel: meine Haltung zu Kinderfotos im Netz. Erst war ich völlig dagegen – dann habe ich Caspar Clemens Mieraus Artikel gelesen, der gute und wichtige Argumente bringt, die mir bis dahin entgangen waren. Die Argumente haben eine Zeit in mir gearbeitet und während ich dann den Vortrag für die denkst ausgearbeitet habe, hat sich plups 11 Monate später meine Meinung geändert.

Ich empfinde das als positiv und v.a. als Weiterentwicklung. Ich mag den Diskurs. Denn – auch wenn ich es gerne wäre – ich bin nicht allwissend, habe nie alle Fakten und Perspektiven im Blick und meine Gefühle sind manchmal einfach da ohne dass ich überhaupt weiß worauf genau sie fußen.

Ich habe das Gefühl, dass Meinungsänderungen nicht sehr populär sind. So wie es auch keine Kultur gibt, die es zulässt, dass man Fehler macht und daraus lernt.

Offenbar ist es besser eine Haltung auf Biegen und Brechen zu haben, die für alle Zeiten zu vertreten und alle anderen Auffassungen nicht gelten zu lassen. Die Meinung zu ändern (sich vielleicht im Extremfall sogar zu entschuldigen, weil man tatsächlich etwas falsch gemacht hat), wird einem als Charakterschwäche ausgelegt, als Instabilität, als Verweichlichung.

Damit man die eigenen Haltungen überhaupt überdenken kann, braucht es aber den Diskurs.

Doch konstruktiver Diskurs – am Ende vielleicht mit einer Art Comic Relief, weil man den nötigen Abstand zu sich selbst und der eigenen Haltung gewinnt und es schafft, sich über sich selbst lustig zu machen – ist jedoch ebenfalls höchst unerwünscht.

Ich beobachte in Netzdiskussionen meiner Elternfilterbubble sehr oft diesen Verlauf: Ich hab Meinung A! Ich hab Meinung B! Dritte Person: Jetzt hört sofort auf zu streiten! Jede/r soll machen was er will. Leben und leben lassen!

Wenn ich aber genau nachlese, dann erkenne ich oft gar keinen Streit, gar kein gegenseitiges Angehen und gar kein Runtermachen der anderen Position sondern lediglich ein sofortiges Zurruherufen.

Ich würde mich wirklich gerne mal reiben können, ohne dass die ungefragten Schlichter/innen kommen und beiden Parteien den Mund verbieten.

(Ich muss da immer an Pofalla denken)

Wie gesagt: Ich kann andere Meinungen gut aushalten (solange sie sachlich vorgetragen werden) und ich kann gut hinhören. Tatsächlich liebe ich Blogs auch nach mehr als einem Jahrzehnt, weil sie mir immer wieder ein Tor zu einer anderen Welt öffnen.

Wie soll denn sonst Weiterentwicklung stattfinden?

Ich finde es schade, wenn man sich hinstellt und sagt: Das ist eben meine Meinung und so ist das und mir ist egal, was du sagst, weil das ist ja nicht meine Meinung.

Einmal durchatmen und die Argumente der Gegenseite kurz an sich rankommen lassen, würde vielleicht schon helfen für mehr Verständnis oder mehr Rücksichtnahme und zwar ohne dass man sein eigenes Verhalten komplett ändert oder die eigene Meinung um 180 Grad dreht.

Zuhören auch wenn es unbequem ist, das würde vielleicht in bestimmten Situationen Lösungsansätze schaffen, die man so nie gesehen hätte. Eventuell entstehen am Ende manchmal sogar Kompromisse, mit denen beide Seiten (besser) leben können.

Das geht natürlich nur, wenn man überhaupt bereit ist, seine Position zu verändern (und sei es nur um drei Millimeter). Das ist natürlich Arbeit. Bequemer ist es zu sagen: ich mache das schon immer so, warum soll ich das jemals ändern? Ich mache also mein Ding für immer weiter und du eben deins.

 


[1] Mittelteil Normalverteilung, Ränder rechts und links ausgeschlossen

P.S. Die Bemerkung, das Patriarchat reibe sich die Hände, wenn sich Mütter an bestimmten Themen reiben, geht für mich in die selbe Richtung… Mütter dürfen also untereinander keine Reibung haben, weil sie sonst dem Patriarchat zuspielen? Also sollen sie lieber ruhig sein, sich gegenseitig ignorieren und Harmonie vorgaukeln?

P.P.S. Ich meine keine bestimmte Person. Der Artikel versucht nur meine Beobachtungen der letzten Tage und das damit verbundene Gefühl zusammenzufassen – und da haben ziemlich viele, unterschiedliche Menschen was gesagt.

#Bastelgate

Adventskalender
pixabay @condesign
Basteln als Politikum

Ich mache mich ja immer wieder darüber lustig, dass man als Eltern  zum Basteln genötigt wird. Es gibt unterjährig viele Anlässe. Mindestens zur Laternenzeit und Weihnachten kommt man kaum drumherum.

In meinem Blog habe ich (toitoitoi) eigentlich nie hitzige, unsachliche Diskussionen oder angreifende Kommentare. Es sei denn, ich schreibe über das Basteln.

Das ist höchst erstaunlich. Basteln ja/nein kann tatsächlich einfach aufgenommen werden in die Liste Familienbett ja/nein, impfen ja/nein, Stillen ja/nein.

Menschen, die basteln zu kritisieren, ist offenbar damit gleichzusetzen ihre generelle Art zu leben zu kritisieren.

Ich habe gestern einen Artikel (Rotwein, vielleicht) über den Zwang des Adventskalenderbasteln auf Twitter verlinkt und damit eine Diskussion zum Thema Adventskalender ausgelöst, die ich sehr interessant fand.

In der Elternblog-Szene gibt es anscheinend einen Authentizitätszwang

Mal abgesehen davon, dass ich es fast schon belustigend finde, wie wörtlich manche Texte genommen werden. Die Autorin schreibt z.B.

Das muss man alles nachts machen, wenn die Kinder schlafen. Darf dabei nicht rauchen, wegen der Kinder. Darf keine laute Musik dabei hören, weil die Kinder schlafen. Darf nicht kiffen, kein MDMA, kein Speed, kein Koks, kein Heroin nehmen. Rotwein vielleicht.

und

Oder würdet ihr von eurem Mann verlangen, er soll euch beim Weihnachtskalenderbasteln helfen? Ich glaube, ich könnte mit meinem Mann nicht mehr schlafen, wenn er mir beim Weihnachtskalenderbasteln geholfen hätte. Frauenkleider dürfte er tragen, oder Kuchen backen, oder Knöpfe annähen. Aber Beutelchen befüllen? Nein!

Darauf dann die Frage: „Warum sollte der Mann nicht basteln dürfen?“, „Warum sollte man keinen Sex haben wollen, mit Partnern, die basteln?“ „Wieso sollte man Drogen nehmen wollen, wenn man basteln muss?“

Herrje. Ich kenne diese Reaktionen aus meinen Amazon Buchkritiken. Meine Einsternbewertungen werfen mir beispielsweise vor:

„Es sind keine Erfahrungsberichte, sondern schlicht an den Haaren herbeigezogene Geschichten.“

„Überdrehte Mutter, da würde ich als Kind ausrasten, so wie diese es auch tun.“

„[…] sehr weithergeholt und übertrieben“

Ja, liebe Leserinnen und Leser, es tut mir ja leid, aber ich überspitze die Geschichten rund ums Elternsein, manchmal erfinde ich sie sogar komplett, weil es mir um ein bestimmtes Thema geht, das mir im Muttersein begegnet und ich verarbeite es, indem ich mich darüber lustig mache.

Ohne Frau Ruth zu kennen, würde ich jetzt auch behaupten, bestimmt hat sie nicht wirklich vor beim Basteln Heroin zu nehmen und womöglich würde sie weiterhin Geschlechtsverkehr mit ihrem Partner haben, selbst wenn er energisch nach dem Bastelkleber greift.

Mal abgesehen davon, dass also manche alles sehr wörtlich nehmen, ist doch interessant, wie viele Emotionen der Artikel wecken kann.

Im Wesentlichen spannen die ein Spektrum zwischen „I feel you“ bis „JETZT LASST DOCH DIE ARMEN MENSCHEN BASTELN“ auf.

Tatsächlich hatte ich dann plötzlich auch eine Emotion. 2012 habe ich dazu schon geschrieben: „Ich glaube, 80% der anderen machen Dinge selbst, um Menschen wie mich in den Wahnsinn zu treiben.“

Und ja, das ist auch übertrieben und ja, ich würde 2016 nicht mehr schreiben, dass ich Menschen hasse, die basteln – aber es bleibt bei einer Sache:

Basteln kann nicht jede/r

Ich finde wirklich (auch wenn das eine Sache der Prioritäten ist) – man muss zum Basteln erstmal Zeit haben. Und so albern das klingen mag, es gibt Lebenssituationen – im Extrem wenn man alleine für einen Haushalt mit mehreren Kindern verantwortlich ist – die das Zwangsbasteln und Selbermachen zur Belastung werden lassen.

Um durch den Alltag zu kommen, habe ich also alle Aufgaben priorisiert und prüfe: was muss ich machen, was ist optional, was kann ich irgendwie ersetzen.

Und nein, manche Dinge im Eltern-Kind-Umfeld kann man nicht einfach ignorieren. Für mich gibt es oft eine Art Bastel/Back/Klöppelzwang

Wenn das ganze Umfeld Adventskalender bastelt und befüllt, dann viel Spaß bei der Aufgabe, den Kindern für 1,99 einen gekauften Kalender in die Hand zu drücken.

Mal abgesehen davon ist basteln oft teuer. Wenn man bereits Besitzerin eines Bastelarsenals ist, dann ist das einem vielleicht gar nicht so bewusst. Um beim Thema Adventskalender zu bleiben, bei drei Kindern und einer Befüllung pro selbstgefalteten Adventskalendertürchen von 1 Euro plus Bastelmaterialen (5 Euro) ist man bei 87 Euro.

Bitte verschont mich also mit der Aussage, das sei doch alles kein Problem.

Natürlich hat das was mit Konsum zu tun und natürlich kann sich das nicht jede/r leisten und zwar sowohl was den Zeitaspekt als auch den finanziellen Aspekt angeht.

Und das finde ich, darf man durchaus berücksichtigen.

Und ja es gibt schöne Alternativen, z.B.

Und wenn auch einiges aus meinem Text von 2012 anders formulieren würde, diese Aussage bleibt:

„Ich habs ja versucht. Aber ich schaffe das nicht. Ich schaffe nicht 30 Stunden zu arbeiten, den Haushalt, die Kinder zum Sport zu bringen, Laternen zu basteln, Plätzchen zu backen, dabei immer schick auszusehen, ICHWILLDASNICHT und ich will nicht, dass die anderen mir ständig zeigen, was sie alles selbst machen.“

Und deswegen fand ich den Text von Frau Ruth so toll.

Adventskalender basteln ist (wie alles andere) nicht Privatsache

Denn ja, den Druck mache ich mir zum Teil selbst, aber ab einem gewissen Grad gibt es auch kein Entrinnen. Ein Kind, das umgeben ist von Kindern, die jeden Tag ein gekauftes Spielzeug in einem selbstgebastelten Kalender finden, muss schon ganz schön bearbeitet werden, um sich nicht zu fragen: Warum alle andern und ich nicht?

Es geht in der Sache der Adventskalender also v.a. um den bereitgestellten Inhalt und Zitat: „Noch schlimmer wird es dadurch, in dem man bereit ist, dem Konsumwahn auch noch eine persönliche Note durch eine Aura des Handgemachten zu verleihen„.

So und jetzt gehe ich basteln. Es gibt nämlich keine Lösung für dieses Dilemma. Denn das was man tut, hat eben auch Auswirkungen auf andere. Ob man will oder nicht und ich finde, dessen darf man sich wenigstens bewusst sein. Ob man dann in diesem Wissen Rücksicht nehmen kann oder möchte, ist nochmal eine andere Frage.

Leider ist es eben sogar beim Adventskalender so, dass das was man selbst tut, nicht im luftleeren Raum steht.

Justin Bieber! Halbnackt!

Bieber
Eine Influencerin durfte in das Mikrofon sagen, warum sie Justin Bieber gut findet: „Weil er saugeil aussieht und so saugeil singt“ Ich schließe daraus, dass Justin Bieber ein Sänger ist.

Chameen Loca!
Fabian Siegismund!
MrTrashpack!
Katja!
Jonas!
Moritz!
Ana Lisa Kohler!
Nona Kanal!
Typisch Kassii!
Anne Wünsche!
Brenda Black!
Josephine Welsch!
Henning Mertens!
MayaRe!
Thien Nguyen!
Marvyn Macnificent!
Ambre Vallet!
Jack Strify!

Sie alle würden kommen! Alle! Um der Enthüllung der neuen (!) Justin Bieber Figur [1] beizuwohnen.

Ich bin völlig aus dem Häuschen! KATJA kommt!

Äh? Katja? Wer ist das? Und wer sind die anderen?

Ich frage Kind 1.0. Diese Jugend! Die kennt diese YouTuber doch! Ich verlese mit dramatischer Stimme die Liste der Influencer. Kind 1.0 zuckt mit den Schultern. Nie gehört. 400.000 Abonnenten. 180.000 Abonnenten. 700.000 und oh 25? (Interessanter Range)

„Doch, ich glaube zwei kenne ich!“

Dieses Kind! Dieses lesesüchtige Kind. Schaut kein Fernsehen und kennt die angesagten YouTuber nicht.

Ich erinnere mich genau, als es eines Tages mit blauen Auge an den Frühstückstisch trat. OMG! Was war passiert? Das arme Kind hatte nachts heimlich gelesen. Einen dicken 600 Seiten Schmöker. Das Kind lag am Rücken im Bett, das Buch über den Kopf haltend und dann haben es auf Seite 124 die Kräfte verlassen. Es konnte die Arme nicht weiter nach oben halten und dann ist ihm das Buch aus der Hand geglitten und aufs Auge gefallen.

Das hatte es nun vom heimlichen Lesen. Pfui!

Und sieben Jahre später die zweite Quittung: Es. kennt. kaum. YouTuber.

Was haben wir bloß falsch gemacht?

Dabei fand ich die Idee total super. Ich – endlich auf einem supercoolen Event eingeladen – könnte Kind 1.0 überreden einen gemeinsamen Abend mit mir zu verbringen.

Angie und ich - ein Feuerwerk der Herzlichkeit
Angie und ich – ein Feuerwerk der Herzlichkeit

Ok, ok. Ich gebe zu. Ich wollte auch endlich mal ins Madame Tussauds. Zuletzt war ich als Dreizehnjährige in London im Madame Tussauds. In der Präselfiezeit. Ich frage mich, was man da gemacht hat? Hat man sich tatsächlich die Figuren einfach angeschaut?

Ich fands damals jedenfalls toll.

Naja und streng genommen, war ich (zunächst) erstmal auch gar nicht eingeladen.

Und er tut so, als sei nichts.
Und er tut so, als sei nichts.

Tatsächlich war ich sehr betrübt, als ich hörte, dass alle Mama-Bloggerinnen eingeladen waren. Nur ich nicht.

Der Herzensbrecher [Justin Bieber] ist als erste Wachsfigur mit freiem Oberkörper zu sehen.
Die Fans können so sein Sixpack hautnah berühren, seine Tattoos genauestens anschauen und heißeste Selfies mit dem Sänger schießen.
Die Wachsfigur steht in einer Multimediainstallation, die unter Laserlichtstrahlen seine größten Hits spielt.

Zum Glück war sich meine Filterbubble schnell einig: Auf keinen Fall wollte sie bei diesem Event dabei sein. Niemals nicht.

Ich hingegen schon. Also erbat ich mir unterwürfigst Einlass und weil die anderen ja abgesagt hatten, gab es noch ein Plätzchen.

Und tatsächlich hatten wir großen Spaß.

Wobei ich sagen muss, diese Wachsfiguren sind schon spooky. Manche sehen total echt aus und stehen einfach hinter der nächsten Ecke und lächeln einen leer an.

Helmut Kohl zum Beispiel hat mich sehr erschreckt.

Es ist außerdem sehr schwer Wachsfiguren als Wachsfiguren zu behandeln. Als es beispielsweise um die Enthüllung der Justin Bieber Figur ging, stand ich in gebührlichen Abstand vor dem sitzenden Harry Styles (ein Sänger der Pop-Kapelle One Direction [2]). Allerdings wurde es dann sehr, sehr voll und ich sage euch: mit Promifotografen ist nicht zu spaßen. Die haben Ellebogen. So ein gutes Foto schießt sich offenbar nicht mit Geduld und Höflichkeit.

Jedenfalls irgendwann klebte ich mit meinem Hintern im Gesicht der Harry Styles Wachsfigur – wohlwissend, dass es sich um eine Wachsfigur handelt – doch uhhh das war unangenehm, schließlich drückt man nicht ungefragt sein Gesäß in anderer Menschen Antlitz.

Auch Wachsfiguren haben eine intime Distanzzone, in der ich nicht stehen möchte. Außerdem hab ich Harry die Sicht auf Justin versperrt. Auch nicht schön.

Keine Bieber

Tatsächlich habe ich da an Westworld denken müssen. Respekt all denen, die glauben zwischen Mensch und Host unterscheiden zu können. Ich könnte nicht auf Hosts schließen oder sie respektlos behandeln.

Als endlich Platz genug war, habe ich mich also neben Harry gesetzt und voller Bewunderung die Promifrauen beobachtet. So dünn! So zart! So groß! So viel Makeup. Irre viel Makeup. Tonnen davon. Genug Makeup für alle. Und Wimpern. Wimpern auf Wimpern. Doppelwimpern. Toll. Es war ja so voll, dass ich diese gedoppelten Wimpern von der Seite sehen konnte.

Es war ein aufregender Abend. Ich hab alle Anwesenden gegoogelt, viel über das Posieren gelernt und Kind 1.0 durfte noch im Auftrag der Promis Fotos derselbigen machen.

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Ganz am Ende bekamen alle, die nicht wir waren, Kopfhörer geschenkt. Da war Kind 1.0 doch ein wenig ungehalten, dass ich nur so eine unbekannte Bloggerin bin. Tja. Wär‘ es eben selbst bekannter YouTuber geworden! Aber nein! Es wollte ja immer lieber le-sen.


[1] Justin Bieber gab es tatsächlich schon. Als blutjungen 18jährigen konnte man ihn bewundern. Der neue ist 22. So wie der echte Justin Bieber. Das ist sehr verwirrend. Denn der alte Justin ist der junge Justin und der neue ist jetzt der aktuelle Alte.

[2] Nie gehört.

[Werbung] Die eve Bettdecke ist da

Die Bettdecke ist auch gut zum Höhlenbau geeignet
eve Karton und Bettdecke sind auch gut zum Höhlenbau geeignet

Jaaaa, ich bin jetzt wirklich eingedeckt, aber eve hat seit Oktober auch eine neue Bettdecke, die ich ebenfalls für einen Test zugeschickt bekommen habe und unter der ich jetzt schlafe.

Ich bin jetzt also so etwas wie eine eve Einrichtungsausstellung: Schlafe auf meiner eve Matratze, mit den eve Kissen, unter der eve Bettdecke und benutze die eve Bettwäsche.

(Witzigerweise kommen ab und an Freundinnen und Freunde, die über den Kauf einer neuen Matratze nachdenken wirklich zum Probeliegen vorbei…)

Die Bettdecke besteht aus 90% Entenddaunen [1], der Bezug ist zu 100% Baumwolle. Ich habe eine Vierjahreszeitendecke – was im wesentlichen heisst, dass ich zwei Teile (eine Sommer und eine Winterdecke) habe, die ich im Winter zusammenclippen kann [2].

Damit habe ich 13,5 TOG [3] (Sommerdecke = 4,5 TOG, Winterdecke = 9 TOG).

eve Bettdecke
Die eve Bettdecke bitte nicht als Fallschirm benutzen

Das kommt mir sehr entgegen. Schließlich heize ich nicht. Naja – fast nicht.

Weil es meinem Freund immer so kalt ist, habe ich mich neulich hinreißen lassen, zu heizen. Zehn Minuten später kamen mir die Kinder in Unterwäsche entgegen. Es sei ihnen so heiß.

Das ist schon alles sehr ungewohnt und wenn wir alleine sind, dann verkriechen wir uns lieber unter kuscheligen Bettdecken und schauen zu wie die Eisblumen an den Fenstern wachsen.

Wenn ich das TOG System richtig verstanden habe, hält mich die Bettwäsche bis minus 20 Grad Außentemperatur schön warm.

Die eve Decke ist tatsächlich sehr warm und auch sehr fluffig und dabei nicht zu schwer. Dass sie bei 60 Grad waschbar ist und man sie in den Trockner werfen kann, ist für mich sehr wichtig.

Übrigens – liebe Leserinnen und Leser – was mich ja völlig verrückt macht ist das Beziehen meiner 220 mal 240 Bettdecke. Mit dem bloßen Auge kann ich nämlich nie sehen, welche Seite welche ist.

Also vermesse ich die Decke und versuche mir zu merken: Da wo das Etikett ist, ist die Seite, die 220 cm hat.

Natürlich habe ich das beim nächsten Beziehen vergessen: Da wo das Etikett ist, ist ähhh die 240 Seite oder öhhh die 220 Seite?

Da die Chancen ja 50/50 stehen und ich ein optimistischer Mensch bin, entscheide ich mich für eine der beiden Varianten und wenn ich die Decke dann endlich im Bezug hab und in Form schüttle, stelle ich wieder fest: Wie schade – ich hab mich zum 200.000. Mal falsch entschieden.

Könnten Hersteller nicht einfach auf die Seiten die Längen drucken? Oder gibt es einen Trick, den alle kennen, nur ich nicht und wenn ja, verratet ihr mir den?

Wie man Spannbettlaken ordentlich faltet, wußte ich auch zwei Jahrzehnte nicht.

Also – wie bezieht ihr 220 mal 240 Bettdecken?

Immerhin bin ich mit diesem Problem wohl nicht alleine:

 


[1] Das EDFA Siegel garantiert, dass die Entendaunen ausschließlich nach dem Schlachtprozess gewonnen werden.

[2] Wenn man die eve Bettwäsche hat, braucht man keine Clips, da die Bettwäsche innen Schnüre hat, die man benutzen kann. Schöner Nebeneffekt: Die Bettdecke verrutscht nicht in der Bettwäsche.

[3] TOG! Toll! Noch nie gehört!

Der TOG-Wert gibt an, wie groß die Wärmeleistung einer Isolation ist. Oder um es exakter zu formulieren: Der TOG-Wert gibt an, wie groß der Wärmedurchgangswiderstand (mit 10 multipliziert) eines Materials ist.

Quelle

Der TOG Wert hängt übrigens mit CLO-Wert zusammen.

Ein CLO ist dann gegeben, wenn ein erwachsener Mensch sich bei 21 Grad in seiner Kleidung wohl fühlt.

1 TOG = 0,645 CLO