6. August 2014, 7 Uhr

Als Du gestorben bist, habe ich noch geschlafen. Als mich die Nachricht erreicht, fahre ich gerade Tretboot. Ich bin 500 km von dem Ort entfernt an dem es passierte. Du warst auf dem Weg zur Arbeit. Wir sind jahrelang gemeinsam in die Arbeit gefahren und auch wieder zurück. Ich denke an das letzte Mal, an dem wir uns gesehen haben. Im Büro. Wir haben gesagt “Bis Donnerstag!”. Das war der Tag, an dem Kind 2.0 mit im Büro war. Es korrigierte uns: “Donnerstag hast Du frei, Mama.” Wir lachen. “Dann bis Freitag!” “Da hast Du Homeoffice, Mama.” Wir lachen noch mehr weil das Kind meinen Terminkalender besser kennt als ich. Also verabschieden wir uns bis nach dem Urlaub. Denn seit Montag habe ich frei.
An meinem ersten Urlaubstag telefonieren wir, weil noch etwas zu klären ist. Du stellst mich durch.
In der letzten WhatsApp-Nachricht schickst Du mir Regenbogenbildchen und wünschst mir eine schöne Zeit.
Wir sehen uns nie wieder.
Ich kann nicht glauben was passiert ist. Ich google nach dem Unfall und finde ein Bild von Deinem Fahrrad. Du hast es umlackiert. Ich erkenne es sofort. Es ist völlig verbogen. Auf dem Stadtplan schaue ich mir die Stelle an, an der es passiert ist. Als würde das helfen, besser zu verstehen, was passiert ist.
Den ganzen Tag denke ich: was wäre, wenn. Was wäre, wenn es geregnet hätte? Dann hättest Du das Auto genommen. Was wäre, wenn wir gemeinsam gefahren wären? Dann hättest Du eine andere Strecke genommen. Wenn doch eine der Ampeln auf der Strecke rot gewesen wäre. Nur zwei Minuten Verzögerung hätten genügt.
Ich weine den ganzen Tag während die Kinder im Freibad planschen. Abends trinke ich so viel Wein, wie ich kann. Ich hoffe, dass der Gedanke an deinen Todesmoment verschwindet. Dass ich müde werde. Aber ich kann nicht schlafen. Ich habe gelesen, dass Du nicht sofort tot warst, sondern Deinen Verletzungen erlegen.
Wir waren Freundinnen, haben uns fast jeden Tag gesehen. Wir waren aus zwei Welten und trotzdem hat uns so viel verbunden. Du hast immer ein offenes Ohr für mich gehabt und immer einen klugen Rat. Du hast nie oberflächlich oder sozial erwünscht geantwortet. Ich konnte mich darauf verlassen, dass Du mir sagst, was Du wirklich denkst. Was du mir aus deinem Leben erzählt hast, hat meine Probleme erblassen lassen. Du hast es nie leicht gehabt und ich hab nie verstanden, warum einem Menschen so viel Scheiße passieren muss. Du warst deswegen nicht verbittert. Hast Dich aus allem rausgewunden. Deine Energie hat nie nachgelassen. Du hast immer das Beste daraus gemacht. Immer einen Trick gewusst.
In unserem letzten privaten Gespräch hast Du gesagt: “Ich hab schon lange keine Lust mehr, Kompromisse zu machen.”
Mich tröstet der Gedanke, dass Du lebenshungrig warst und dass Du Deine Zeit nicht verschwendet hast.
Du hast mir unerschütterlichen Optimismus hinterlassen und die Gewissheit, dass es immer weiter geht. Ich danke Dir dafür.
Meine liebe Freundin, wo Du auch immer bist, danke für alles.

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Lieblingstweets 07/14

Käpt’n Pommes
@sechsdreinuller
Es ist traurig, dass die Schweriner Verkehrsbetriebe nicht “Schwerin Fahrt” heißen. Und die Müllabfuhr nicht “Schwerin Ordnung”.
Betriebsurlaub
@Betriebsfamilie
“Sie haben da eine Lücke in ihrem Lebenslauf.”

“Da habe ich versucht, mein Kind am Strand mit Sonnenmilch einzucremen”.

Alex
@Cynx
Über 40 und ich weiß immer noch nicht, was ich mit meinen Gesichtsmuskeln machen soll, wenn mir jemand etwas völlig uninteressantes erzählt.
Alexander Matzkeit
@alexmatzkeit
Immer wenn ich den “Non-Break-Space” HTML-Code mehrfach hintereinander lese, höre ich in meinem Kopf jemanden beatboxen.    
Walfänger
@netter_herr
Wenn ich traurig bin, stelle ich mir vor, wie Andy Borg seine Familie mit “Wir sind die Borg.” vorstellt. Dann gehts wieder.
stephan porombka
@stporombka
Adorno am Strand. Jetzt gibts bei Suhrkamp die echten Adiletten. pic.twitter.com/xx8pRpRMoA
Journelle
@journelle
Vorspiel ist doch auch nur der unnötige “Gruß aus der Küche” wenn man tierisch Hunger hat.
Alex
@Cynx
Was meine Kernkompetenz ist?
Mit geschlossenenem Mund gähnen und so aussehen, als wüsste ich, wovon sie reden.
Fahren Sie fort!
Frohmann Verlag
@FrauFrohmann
Wenn man meint, eine kritische Reply mit einem jovialen Smiley enden lassen zu müssen, könnte man die Reply auch einfach nicht schreiben.
Magnuslos4
@grindcrank
“Ich vermute, Sie leiden unter Begriffsstutzigkeit. Ich werde Sie in die Ontologie überweisen.”
Child of Life
@wousel
“Papa, kannst du mich hoch tragen?”
“Ich muss erst hier aufräumen, wenn du mir hilfst, gehts schneller.”
“Schon ok, ich kann warten.”
Zirkusdiktatorin
@Zirkusdoktorin
Es gibt verschiedene Arten von Intimität.

Die eine ist warm, wohlig und fußt auf tiefstem Vertrauen.

Die andere lässt die Klotür offen.

Juliana Goschler
@JGoschler
Der versierte Umgang der Bahn mit technischen Problemen vermag mich immer wieder zu begeistern. pic.twitter.com/It323O1j7v
Sommer
@Sprosse21
Eigentlich bin ich total introvertiert.
Ich kann es nur nicht so zeigen.
Ralf Heimann
@ralfheimann
Mein Steuerberater sagt, ich soll unbedingt mit diesem Stempel arbeiten. Gut, wenn er meint. pic.twitter.com/KDB0HwH4ya
Max. Buddenbohm
@Buddenbohm
Wir wiederholen jetzt die schönsten Regenschauer aus den 80ern, den 90ern und auch ein paar von heute.
Rabenmütter Verlag
@Rabentweets
Kinder gebadet.
Bad überschwemmt.
Lappen reingeworfen.
Muss sich Bad selbst darum kümmern.
Mir hilft auch keiner.
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YOLO

Ich halte mich in der Hoffnung nicht den Anschluss zu meinen Kindern zu verlieren, mit Ausdrücken der Jugendlichen stets auf dem Laufenden . Deswegen habe ich vorletzte Woche endlich mal in Erfahrung gebracht, was YOLO heisst. YOLO ist das Akronym für You Only Live Once.

Ich finde YOLO sollte eigentlich nicht der Jugend vorbehalten sein sondern sollte v.a. von uns in der Mitte des Lebens stehenden Menschen in den aktiven Sprachgebrauch aufgenommen werden. Ein die Mitmenschen und die Umwelt miteinbeziehendes YOLO als philosophische Grundlage des Seins. Als Mahnung. Als Erinnerung daran, dass es eben nur dieses eine Leben gibt und dass wir es deswegen nicht verschwenden sollten. Verschwenden mit Streit, mit Missgunst, mit negativen Gefühlen. Und was mir in letzter Zeit immer mehr klar geworden ist: mit Verzicht und mit dem Warten auf den richtigen Augenblick.

Ich habe die letzten Jahre oft darauf gewartet, dass der richtige Augenblick kommt. Der richtige Augenblick um eine sündhaft teure Flasche Wein zu öffnen und zu trinken. Ich habe gewartet und gewartet und irgendwann aufgegeben, weil der erhoffte Anlass nicht kam und mich an das grüne Ufer des Landwehrkanals gesetzt, den Wein geöffnet, in ein Glas geschüttet, davon getrunken und ihn dann in die Wiese gespuckt. Der Wein stand jahrelang rum und ich habe mir nie Gedanken über dessen Lagerung gemacht. Er war in der Zwischenzeit gekippt und zu Essig geworden.

Davon gibt es viele Beispiele. Irgendein teures Duschgel, das mir zum Geburtstag geschenkt wurde. Ich wollte es nicht an den Alltag verschwenden, hab es irgendwann im Schrank vergessen und dann als es mir beim Aufräumen wieder in die Hände fiel, war es schon halb vertrocknet oder ausgelaufen oder anders nicht benutzbar.

Und dann mein Geiz. Ein zweites Glas Wein im Restaurant? Der teurere der Weine? Noch ein Salat extra? Ich dachte mir oft: Macht es mich wirklich glücklicher zusätzlich den Betrag X auszugeben?

Vieles ist absurd teuer. Zum Beispiel ein Babysitter. Dazu noch die Ausgaben des eigentlichen Ausgehens. Wie lange man dafür arbeiten muss! Sollte man das Geld nicht lieber sparen? Für später? Für die Rente? Für Notsituationen?

Ich hab also gespart, war nicht verschwenderisch, habe mich an Konventionen gehalten und war maßvoll.

Und dann passiert etwas und das Leben wirbelt durcheinander. Alles was man implizit für die kommenden Jahre geplant hat, ist futsch.  Bei mir hat das zum anderen Extrem geführt. Ich kann gerade einfach nicht mehr vernünftig sein. Nicht früh ins Bett gehen, wenn ich früh aufstehen muss. Nicht noch ein Glas Wein trinken, wenn ich Lust darauf habe. Nicht das teurere Essen von der Speisekarte wählen, wenn ich doch Appetit darauf habe.

Ganz wundervoll dazu passt übrigens Journelles Text “Ode an die Gier“:

“Ich finde Unersättlichkeit, Wollust und Begierde sind tolle Motoren des Lebens. Wir wissen ja nicht was danach kommt, wahrscheinlich nichts. Dem möchte ich dann wenigstens satt entgegentreten.”

Und es geht nicht nur um den Genuss. Es geht auch darum sich mal was zu trauen. In sich rein zu hören, ob man das, was man sich verwehrt wirklich nicht will oder ob es andere Gründe gibt (Weil man das [in diesem Alter] nicht macht? Weil es unvernünftig ist? Weil es andere blöd finden? Weil es peinlich ist? Verschwenderisch? …).

Also: Fahrt Kart, singt in Karaoke Bars, hüpft albern zu wii-Spielen, betrinkt euch, singt unter der Dusche, bestellt noch ein Glas Wein, kauft euren Kindern einfach noch ein Eis, springt in den See, was auch immer. Und v.a. wenn es etwas zu sagen gibt, sagt es. Mehr als ein “nein” kann man sich in der Regel nicht abholen. Wenn ihr Lust auf etwas habt und es schadet niemanden. Tut es.

YOLO!

(Ich gehe jetzt Burger mit Süßkartoffelpommes essen)
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Kurz vor Beauty-Bloggerin

10570139_1477079942530921_60004772_nWie das andere Mütter machen, ich weiß es nicht.
In meinem ersten PEKIP-Kurs z.B. war eine Mutter, die erschien immer perfekt gestylt. Alleine die lackierten Fuß- und Fingernägel. Unfassbar.
Für mich war diese Beautykiste schon immer ein Zeitproblem. Vor den Kindern musste ich immerzu lesen. Und arbeiten. Und mich jede Woche in einen neuen Mann verlieben. Da blieb einfach keine Zeit für den ganzen Schnickschnack. Frisör, Haare färben, aufwändige Frisuren und dann womöglich morgens noch kämmen und so. Den Körper im Fitnessstudio stählen. Finger- und Fußnägel lackieren. Lidstrich ziehen.
Ich hab da einfach den Anschluss verpasst. Wahrscheinlich schon in der Schule. Solange ich zuhause gewohnt habe, durfte ich mich nicht schminken. Ich habe mich dann gelegentlich heimlich morgens auf dem Schulklo geschminkt, aber das war alles so hektisch und der Lidstrich immer schief. Dann haben sich die anderen über mich lustig gemacht und irgendwie hatte ich dann keine Lust mehr.
Ja und wenn man nicht mit 17 anfängt, dann wird das nichts mehr. Dann ist der Lidstrich immer verwackelt. Man schminkt sich ne halbe Stunde und es fehlt nur noch der Lidstrich und am Ende sieht es so scheiße aus, dass man sich wieder komplett abschminkt.
Dieses Schicksal muss man akzeptieren.
(Nachdem die Kinder geboren waren, hatte ich wenigstens einen gesellschaftlich allgemein akzeptierten Grund keine Zeit zu haben.)
Heimlich schaue ich mir auf Youtube Schminktutorials an. Das ist sensationell. Ich weiß nicht, ob Sie sich das schon mal gemacht haben. Da sind junge Frauen, die haben unterschiedliche Pinsel und Schminkutensilien, die mich eher an den Tuschekasten meiner Kinder erinnern. Die plappern wild drauf los und malen sich nebenher die exotischsten Dinge ins Gesicht. Hinterher sehen sie aus wie Porzellanpuppen. Perfekt verspachtelt. Die Schatten an den richtigen Stellen. Alle Unebenheiten unsichtbar. Und es geht wahnsinnig schnell. Pinselpinsel und fertig. Das sieht so leichtgängig aus, dass ich alle drei Monate wieder denke: Das kann ich auch. Dann hole ich mir Billigpinsel und Billigfarbe und schmiere in meinem Gesicht rum und eine Stunde später sehe ich aus wie Ozzy Osbourne und weine vor Wut, so dass ich am Ende aussehe wie Alice Cooper (was auch nicht unbedingt mein Ziel war).
Irgendwann hab ich es aufgegeben. Ich denke, das ist wie mit dem Handwerken. Wenn man am Werkzeug spart, dann funktioniert das nicht. Es muss am Werkzeug liegen. Ich bin künstlerisch durchaus begabt. Naja, an mir jedenfalls, liegt es nicht. Auf keinen Fall.
Also rede ich mir ein: Man kann auch schön sein ohne geschminkt zu sein. Natürlichkeit!
Eine zeitlang klappt das gut. Ich hab z.B. 2005 aufgehört mir die Haare rot zu färben. Ganz erstaunt habe ich festgestellt, dass ich gar nicht dunkelblond bin wie ich all die Jahre vermutete. Richtig schöne dunkelbraune Haare hatte ich. Schick fand ich das. 2006 wuchsen die ersten grauen Haare. Erst einige weniger, dann immer mehr und als ich mich weigerte sie zu beachten, kräuselten sie sich, so dass sie immer abstehen als hätte ich versehentlich in die Steckdose gefasst.
Danke Natur. Sehr witzig.
Anderes Beautythema: Das Nägellackieren.
Die linke Hand – alles schick. Die rechte – so als wäre ich kurz eingeschlafen und in einen Farbtopf gestürzt. Aber da war ich ehrgeizig. Da hab ich so lange probiert, bis das Resultat erträglich war.
Drei Tage später dann: alles ab.
Toll.
Neulich klage ich einer ausgesucht wunderschönen Freundin mein Leid und sie fragt: Benutzt du denn keinen Unterlack?
- Unterlack?
- Ja, dann hält das wochenlang.
- Echt?
- Ja, Unterlack, zwei Schichten Lack, Überlack.
Faszinierend! Also gehe ich mit dem Ziel Ober- und Unterlack zu kaufen in einen Drogeriemarkt. Dabei stelle ich fest: Es gibt duzende von Unter- und Oberlacken. Glänzend, matt, für gerillte Nägel, für müde Nägel, brüchige Nägel…
Ich stehe also vor dem Regal und lese mir eine Stunde Nagellackbeschreibungen durch bis mir schwindelig wird. Rechne dann die Quersumme meines Geburtstags und zähle einfach ab. Danach wähle ich blind einen Rotton, bezahle und gehe nach Hause.
Man muss die Schichten ordentlich austrocknen lassen, hat mir meine Freundin noch auf den Weg gegeben und ich erinnere mich an die Speziallackierungen des Autos meines Vaters. Eine perlmuttweiße Giulietta hatte er damals. Mein Vater hat monatelang nach der richtigen Farbe gesucht und dann darüber referiert wie man richtig lackiert. Was fürs Auto gilt, gilt auch für die Nägel: Unterlack, Lack, Lack, Oberlack.
Und ich schwöre: Das hält vier Wochen. Sogar länger wenn man mit den Zehen nicht gegen Schränke stößt und der Lack absplittert. Toll. Dauert ewig (1 Stunde), aber es lohnt sich. Und das Großartige: wenn man sich vermalt, dann kann man das einfach hinterher abpulen. So dick sind die Lackschichten. Ein bißchen hier zurechtkratzen, ein bißchen da und fertig.
Und weil das so toll ist, muss ich jetzt alle Nagellackfarben der Welt kaufen.
Der erste Mädchenkram, der mir auch gelingt. Das Erfolgserlebnis hat mich so beflügelt, dass ich jetzt am liebsten alles lackieren würde. Ständig.
Ich hab jetzt zwar keine Zeit mehr zum Lesen oder um in Museen zu gehen oder so einen Schnickschnack. Dafür habe ich aber lackierte Fingernägel und das finde ich richtig toll. Noch zehn Jahre Übung und das geht in weniger als sechzig Minuten.

Und P.S. wenn die Frauenwelt da draußen weitere Geheimnisse parat hat, die mir bislang noch nicht mitgeteilt wurden, ich lasse mich gerne belehren.

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Das ubiquitäre Paar

Am Wochenende war ich bei “Text & Töne” einer Veranstaltung des Literarischen Colloquiums Berlin. Wer noch nicht da war (mir ist das in mehr als zehn Jahren Berlin bislang entgangen), dem kann ich diesen Ort – unabhängig von der Veranstaltung – sehr ans Herz legen.

Am Samstag traten Dota, Cora Frost, Christiane Rösinger, Frank Spilker (Die Sterne) und Francesco Wilking (Tele) mit Moritz Krämer sowie Tilman Rammstedt (der las und nicht sang) auf.

Am 15. August gibt es übrigens den zweiten Teil des Konzert- und Leseabends und wer sich vorstellen kann, an einem lauen Sommerabend einigen SchriftstellerInnen und SängerInnen mit einem Glas kühlen Weißwein in der Hand zu lauschen, während hinter selbigen die Sonne im Wannsee untergeht, dem kann ich die Veranstaltung sehr ans Herz legen. Auch mit Kindern im Übrigen. Man kann eine Decke mitnehmen und ein paar Stullen und ein bisschen Kindergehopse rundet den entspannten Abend eher ab als dass es stört.

Aussicht LCB

Jedenfalls was ich eigentlich schreiben wollte: Christiane Rösinger, eine der Gründerinnen der Lassie Singers, kannte ich noch nicht. Was mein Begleiter mittelmäßig verwundert feststellte: “Aber sie ist doch AUCH Feministin!”

Nun. Ich habe zwar italienische Vorfahren, aber leider kenne ich nicht jeden Ort in Italien und auch nicht jede regionale Spezialität. Das entrüstet meine Gesprächspartner gelegentlich (ABER DU BIST DOCH ITALIENERIN?), aber so ist es eben. Ich kenne auch nicht alle Feminstinnen. Auch nicht wenn sie singen, auch nicht wenn sie so großartige Texte singen.

(Im Übrigen könnte ich jetzt im Thesaurus “großartig” eingeben, um die anderen SängerInnen des Abends zu beschreiben. Cora Frost zum Beispiel, die so inbrünstig performte und eine Strophe auf den Wannensee schrie und eine weitere zu meiner großen Freude gurgelte – aber es würde ja allen nicht gerecht. Einfach zum 2. Termin am 15. August hingehen!)

Christiane Rösinger sang von der Liebe und wie überbewertet sie ist und davon dass sie einen Faible für Idioten hätte und von der Sinnlosigkeit alles Handelns und das in ausgesuchter Fröhlichkeit. Es war ein Fest.

In einem der Lieder prangerte sie das Paarleben an. So blieb es mir in Erinnerung. Also den Drang sich eigentlich nur komplett und vollwertig in der Gesellschaft zu fühlen, wenn man eine/n PartnerIn hat. V.a. weil das der Jugend so vorgelebt werde, die ja dann mit dieser Idee aufwachse.

Mich haben diese Textzeilen sehr nachdenklich gemacht. Warum ist das eigentlich so? Warum hat man als erwachsener Mensch meistens das Gefühl irgendwas stimme nicht, wenn man nicht mit jemanden das Leben teilt? Irgendwie ist es bei den meisten ja ein Thema sobald sie allein sind: Die Partnersuche. Und was lebt man da tatsächlich den Kindern vor? Schwebt für meine Kinder wahrnehmbar mit “Die Mama bekommt das zwar alles hin, aber eigentlich wäre alles besser (?) wenn da noch jemand wäre.”?

Tatsächlich hat mir meine eigene Mutter immer vermittelt, dass das Wichtigste im Leben der Partner ist. Ohne Partner ist man nicht komplett. Dass ich jetzt wieder alleine lebe (was ja z.B. bezogen auf das Thema Kinder gesehen auf die Verantwortlichkeiten so auch gar nicht stimmt), beunruhigt sehr. Besser wäre es ja schon, wenn da jemand wäre, der für mich sorgt…

Gerade finde ich mein Leben im Alltag alleine ja sehr schön. Aber es überkam mich zumindest auch schon des öfteren das Gefühl das Schöne teilen zu wollen. Das Unschöne auch und überhaupt: das Teilen.

Es gibt von der WM ein Videoschnipsel eines deutschen Tors, in dem Angela Merkel hochspringt und sich freut. Eine Millisekunde später schaut sie sich suchend um, mit wem sie ihre Freude teilen kann, umarmt Gauck und schaut dann zur anderen Seite, ob sich die anderen mitfreuen. Putin sitzt derweil wie eine Statue daneben und freut sich betont nicht. Er unfreut sich kältlich sozusagen.

Um zum Thema zurück zu kommen. Ich habe diesen Teildrang auch. Ich vermute, viele – wenn nicht sogar alle Menschen haben ihn. Der Anblick eines Sonnenuntergangs ist schön. Man kann ihn sich alleine anschauen und genießen, aber irgendwie schlummert latent das Teilenwollen. Gemeinsam auf die untergehende Sonne blicken. Wenn das nicht geht, ein Foto machen, das Foto jemanden später zeigen oder – den sozialen Medien sei dank – das Foto instagrammen und es so teilen.

Ich weiß nicht, ob das Streben nach Zweisamkeit wirklich zum großen Teil von diesem Dinge mit jemanden teilen wollen angetrieben wird. Im Moment fühle ich es so. Und deswegen bin ich froh, dass es Twitter, Facebook und instagram gibt. Ich fühle mich dann nicht einsam. Ich hab Menschen dabei mit denen ich mein Erleben, meine Freude und manchmal auch meinen Frust und meine Traurigkeit teilen kann.

Ja, man kann jetzt wieder die ganze Diskussion mit den sogenannten “echten Menschen” und der Wertigkeit der “echten Freunde” führen. Man kann es aber auch sein lassen. Ich kenne den Unterschied nicht und manchmal, wenn ich mich zum Beispiel schlecht fühle und das twittere und mir jemand mit “.” antwortet und mir damit einfach sagt: “Ich nehme dich wahr, ich fühle mit Dir, mehr gibt es nicht zu sagen.”, dann hilft mir das. Mich erreicht das Mitgefühl der anderen und es tut gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich für mich interessieren.

Hach ja, ich wollte gar keinen Jammertext schreiben. Viel mehr fühle ich mich wirklich ermuntert meinen Kindern nicht vorzuleben, dass ich nur jemand bin, wenn ich zu zweit bin. Dass etwas fehlt, wenn ich alleine lebe. Im Gegenteil. Ich hätte gerne, dass sie sehen, dass mir mein Leben gefällt, dass ich gerne eigene Entscheidungen treffe, dass es mir gut tut mich nicht permanent mit jemanden abstimmen muss. Dass es eben Vorteile gibt alleine zu leben – so wie es Vorteile gibt als Paar zu leben. Dass beide Formen gleichwertig sind, dass sie ihre Berechtigung haben, dass das eine nicht wertiger ist als das andere und dass es viele Formen von Gemeinschaft gibt, von Lebensmodellen. So dass sie aufwachsen mit jemanden vor Augen, der ihnen irgendwie eine Art Zuversicht schenkt, dass man sein Leben selbst gestalten kann, dass man die Wahl hat und dass man sich gegebenenfalls auch umentscheiden kann. Jederzeit. Mit 16, mit 30, mit 40 und auch noch mit 50 oder 60, jederzeit eben. Und dass sie verstehen, dass es viele Formen von Gemeinschaft und Beistand gibt.

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Aufzughonks

Es gibt Dinge, die sind unsichtbar bis man Kinder bekommt. Ein bisschen kennt man das aus der Fahrschulzeit. Wenn man den Führerschein macht, fahren plötzlich überall Fahrschulautos herum. Vorher gab es die gar nicht und nach ein paar Jahren sieht man sie auch nur noch selten.

Jedenfalls. Fahrschulautos gibt es natürlich auch schon die 17 Lebensjahre bevor sie einem auffallen. Genauso wie abgesenkte Bordsteine und rücksichtslose Idioten, die ihr Auto genau dort abstellen. So dass man z.B. mit Rollstuhl oder Kinderwagen nicht richtig durchkommt.

Hachja. Sie merken. Mein Adrenalinpegel ist immer noch erhöht.

Jedenfalls: Was echt auch nervt: Aufzughonks

Das sind Menschen, die zwei gesunde Beine haben, die aber trotzdem unbedingt Aufzüge benutzen müssen. Ich denke, es sind vielleicht Menschen – man will ihnen ja nichts Böses unterstellen, die einfach nicht wissen, dass bestimmte Personengruppen auf das Benutzen von Aufzügen angewiesen sind und nicht wählen können, so wie sie es theoretisch könnten.

In Einkaufszentren z.B. die diese liebevollen Sperrpoller an den Rolltreppen haben, damit man diese nicht mit Kinderwagen benutzen kann. Oder in U- und S-Bahnen, auf deren Gleis man gar nicht erst kommt, wenn man mit dem Kinderwagen nicht den Aufzug benutzt.

Dass diese Menschen die Aufzüge verstopfen ist eine Sache. Leider korreliert mit der Eigenschaft “Aufzug verstopfen” leider auch noch die Eigenschaft “Kann Aufzüge nicht benutzen”.

Im Grunde ist das sehr einfach. Es gibt ein Knöpfchen für “rauf” und eines für “runter”. Wenn man rauf möchte, drückt man das … RICHTIG … Knöpfchen “rauf”. Wenn man runter möchte, Sie ahnen es? … das Knöpfchen “runter”. Nun passiert folgendes: Wenn der Aufzug kommt und nach oben fährt, erlischt das Knöpfchen “rauf”. Fährt er nach dem Stopp nach unten, bleibt das Knöpfchen “rauf” beleuchtet. Dann muss man noch nicht einsteigen obwohl die Aufzugtüren sich öffnen. Weil man möchte ja rauf und nicht runter. Man wartet einfach. Der Aufzug kommt wieder, versprochen!

Ich schildere das selbe Szenario jetzt nicht für “Ich möchte eine Etage tiefer”.

Also was lernen wir daraus? Wenn man rauf will und man fährt dann runter, um gleich wieder rauf zu fahren, verstopft man den Aufzug doppelt. Für die, die runter fahren wollen und für die, die von unten rauf fahren wollen.

Außerdem ist daraus zu lernen: Wenn man rauf möchte, drückt man nicht “rauf” UND “runter”. Das kann man machen wenn man zwei oder drei Jahre alt ist, da ist das völlig in Ordnung – aber ab – sagen wir 25 – sollte man das verinnerlicht haben.  Es ist immer eine ODER-Korrelation. Man möchte rauf oder runter.

(Wenn man wirklich runter – rauf – runter – rauf möchte, dann sollte man vielleicht über die Anschaffung eines Privataufzugs nachdenken mit dem man diese Lust richtig ausleben kann.)

Please repeat after me:

Wenn es keinen zwingenden Grund gibt, den Aufzug zu benutzen, dann benutze ich ihn nicht. Ich nehme die Treppe oder die Rolltreppe.

Wenn ich einen Aufzug benutze, überlege ich vorher, ob ich rauf oder runter möchte. Wenn ich rauf möchte, fahre ich nur rauf. Nicht runter und rauf. Ich fahre nur rauf. Wenn ich runter möchte, fahre ich nur runter. Nicht rauf und dann erst runter.

Ich drücke nicht alle Knöpfchen.

Alles gemerkt? Super. Schlagartig werden Sie von geschätzen 6,3 Mio Menschen lieb gehabt, die täglich auf die Benutzung von Aufzügen angewiesen sind.

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Fußball, ein Rant

Vor Wochen hätte ich mich noch schlapp gelacht, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich mal über Fußball bloggen möchte. Möchte ich aber.

In letzter Zeit habe ich mich nämlich mit der Frage beschäftigt, warum ich Fußball nicht leiden kann. Man fühlt sich während der WM sehr schlecht, wenn man sich nicht für Fußball begeistern möchte. Wie eine Außenseiterin, eine Spielverderberin, eine Spaßbremse. Und noch schlimmer, weil die Kinder sich dem auch nicht entziehen konnten, mache ich sie zu Außenseitern, wenn wir das ganze Trara nicht mitmachen. Keine Chance mit irgendwas gegenzuhalten wenn wir keine Aliens sein wollen. Sie werden von den Erzieherinnen in Schule und Kindergarten mit Deutschlandfahnen angemalt. Panini-Karten überall. Die Kinder erzählen sich die Fußballspiele. Selbst kleine Kinder dürfen die späten Spiele sehen.

Also mitmachen oder der Arsch sein?

Warum hab ich überhaupt was gegen Fußball?

Erstens: Ich finde es wahnsinnig langweilig. Riesiges Spielfeld und fast nichts passiert. Ein Tor. Zwei Tore. Wow.

Im Gegensatz dazu unterhält mich Handball oder Basketball ganz gut. Auch wenn da mein Auge für vieles zu langsam ist. Hä? Schrittfehler? Einmal geblinzelt – Tor. Kurz mal den Schuh gebunden. Tor.

Es mag sein, dass Fußball interessanter ist, wenn man was von Team-Strategien etc pp versteht, tue ich aber nicht – also: langweilig.

Zweitens: Irgendwas mit Geschlecht. Für die männlichen Vereine/Nationalteams interessieren sich viel mehr als für die weiblichen. Sie werden gefeiert bis zum Gehtnichtmehr. Ist das in anderen Sportarten auch so? Leichtathletik? Tennis (Meine Wahrnehmung sagt nein). Warum ist das so? Spielen die Frauenfußballerinnen wirklich auf einem anderen Niveau? Ist das bei Tennis anders?

Drittens: Die Feindschaften.

Gosh! Jeder Bundesligaverein hat irgendeinen Feindverein. Warum? Warum kann man nicht Schalke-Fan sein und die Borussia-Fans und/oder Fußballer lieb haben? Ich hab den Eindruck, dass dieser Feindschaftsquatsch ein großer Teil der Fußballkultur ist und das nervt mich.

Viertens: Der Fan als solches

Und zwar, das Klischee des Fans, das ich über die Massenmedien mitbekomme. Aggressiv, randalierend, besoffen, erhöht sich durch die Erniedrigung anderer. Sind mir persönlich Fans anderer Sportarten in dieser Art im Bewusstsein? Der grölende Golf-Fan? Aggressive Snooker-Fans?

“Boah, nuf, du nervst ja voll, welche Sportart gefällt dir denn?” (Nicht dass das jemand in den Kommentaren sagen muss).

Nun, ich liebe Capoeira. Ich hab schon mal darüber geschrieben. Capoeira ist ein friedlicher Sport mit hohen Frauenanteil. Es geht um Akrobatik und Kommunikation, es geht um Musik, Rhythmus und Gemeinschaft. Es gibt kein dissen der Frauen, keines der weniger Talentierten, keines der Schwächeren.

Und ja, ihr dürft euch freuen, dass WIR Weltmeisterin sind. Aber muss denn die Welt stehen bleiben weil WM ist? Der Unterricht beginnt später? Kinospätprogramm wird gestrichen? In der U-Bahn wird der Spielstand durchgegeben? Wie bescheuert ist das denn? Schön fände ich es, wenn ich trotz Fußball weiterleben kann wie bisher. Oder wenn das Theater bei jeder verdammten Sportart gemacht wird. Dann freuen sich nämlich auch mal die Curlingfans wenn die S-Bahn den Spielstand der Curling-Liga durchgibt!

Mich haben in Bamberg die katholischen Prozessionen, die über Lautsprecher in die Straßen gebrüllt werden auch schon immer genervt. Der Bischof darf fürbitten bei 120 dB aber wehe jemand baute eine Moschee und man verhielte sich diesbezüglich genauso!

Also entweder alle oder keiner. Und wenn gefeiert wird, dann nehmt doch den Dreck wieder mit und beschießt mich nicht mit Feuerwerkskörpern.

Und was das Gaucho-Gate angeht: Ich fands voll daneben.

Ich hab, während ich gemeinsam mit den Kindern die Spiele angeschaut hab, ständig gesagt: Ihr könnt euer Team bejubeln, aber es ist absolut nicht nötig die anderen runter zu machen. Egal, ob andere das auch machen. Ob das vielleicht nicht so gemeint war. Ob das Tradition hat. Ob die Sitten beim Fußball eben so sind. Oder ob ihr das nicht angefangen habt.

Deswegen was den Gaucho-Tanz angeht:

Der Tanz an sich war nicht rassistisch. Er war aber geschmacklos, unüberlegt und überflüssig, und wertet die Gegner ab. Das sollten die Spieler einer Mannschaft nicht nötig haben, die 

a) Weltmeister sind.
b) für Fairplay einstehen sollten, auch außerhalb des Sports.
c) sich ihrer Vorbildfunktion dieser Tage durchaus bewusst sein sollten.

Amen (ich freue mich auf viele pöbelige Kommentare, mein Adrenalinlevel ist gerade in Stimmung).

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Überwachung ist dann toll, wenn man selbst die NSA ist

Das Internet der Dinge ist gemeinhin der Kühlschrank, der selbst nachbestellt, wenn die Milch alle ist. Bislang also nichts, was der normal sterbliche Mensch besitzt.
Mich fasziniert das Thema und ich bin sehr traurig, dass mein Nabaztag-Server abgestellt wurde (und leider zu träge, mir selbst einen Server einzurichten). Mittels Nabaztag, lassen sich nämlich die Kinder sehr gut erziehen.

Ich habe mich deswegen sehr gefreut, dass ich das Gigaset elements zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Foto 1 (2)

Was kann man damit machen?
Nun, man kann: überwachen.
Und zwar: Fenster, Türen und Räume.
Die Installation ist wirklich unfassbar einfach. Man muss einfach den sechs Schritten der Gebrauchsanweisung folgen, die App runterladen und dann die einzelnen Geräte registrieren.
Ich habe den Türsensor an die Eingangstür, den Bewegungsmelder in die Küche und den Fenstersensor an das Fenster im Kinderzimmer angebracht.
Ich denke, der ursprüngliche Zweck dieser Geräte ist Einbruchssicherung. Wenn Bewegungen registriert werden, wird diese als Statusmeldung in der App angezeigt und sollte man sich sicher sein, dass im Moment eigentlich niemand die Tür öffnen sollte, kann man mit einem Klick den Polizeinotruf melden. Genauso kann man aber auch Zuhause anrufen.
D.h. die App unterscheidet “Homecoming” und “Alarm”. Es heißt, dass der Alarm nur ausgelöst wird, wenn die Tür gewaltsam geöffnet wird. Prüfen konnte ich das natürlich nicht.
Ich finde die Sensoren in Zusammenhang mit Kindern eigentlich ganz praktisch. Kind 2.0 z.B. kommt schon alleine von der Schule nach Hause. Es könnte sich per RFID-Tag am Nabaztag anmelden (wenn der denn ginge), es könnte mich anrufen – aber noch einfacher ist es natürlich wenn ich in der App sehe, dass das Kind Zuhause angekommen ist.

Foto (2)

Der Türsensor meldet außerdem noch, ob die Tür geöffnet oder geschlossen ist.
Das ist auch sehr super, denn das Kind vergisst gelegentlich die Tür zu schließen.
Den Fenstersensor finde ich auch sehr praktisch. Wir wohnen ziemlich weit oben und ehrlich gesagt, habe ich panische Angst, dass die Kinder eigenständig das Fenster öffnen. Wir haben verschließbare Fenstergriffe – nur leider nicht in allen Zimmern und da ist es ganz beruhigend, wenn ich sehe, wenn ein Fenster geöffnet wird.
Alternativ kann ich mir bei Gewitter z.B. anzeigen lassen, ob alle Fenster geschlossen sind und dann sehr beunruhigt sein, wenn dem nicht so ist. Die Sensoren melden schließlich nur den Status und schließen (leider) nicht die Fenster. Das wäre natürlich schick.

Den Bewegungssensor habe ich in der Küche angebracht. Vielleicht auch zu meiner eigenen Sicherheit. Ich kann dann nämlich immer in der App sehen, wenn ich schon wieder am Kühlschrank war.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Kinder die Sensoren finden.
Kind 3.0 hat zur Zeit ganz furchtbar Angst vor Einbrechern. Diese Phase hatte Kind 1.0 seltsamerweise auch. Es hatte allerdings Angst, dass Krokodile einbrechen könnten. Als ich ihm eine anatomische Zeichnung eines Krokodils anfertigte, die eindeutig bewies, dass Krokodile gar nicht in der Lage sind einzubrechen, war es beruhigt.
Ich hoffe den selben Effekt hat das Gigaset elements safety kit auf Kind 3.0 auch.

Ach und wenn ich noch einen Tipp geben darf: Wenn man die Sensoren an die entsprechenden Stellen klebt, nicht die Halterung unabhängig vom Sensor platzieren sondern einmal alles zusammen probehalten. Sonst muss man das nämlich alles wieder abreißen. Selbiges gilt fürs Registrieren. Erst an der Basisstation registrieren, dann festkleben.
Oder die Gebrauchsanweisung komplett lesen und dann erst Schritt für Schritt durchgehen. Oder die Videotutorials anschauen:

Was ich an Kritik habe?

  • Die Pushmitteilungen kommen nicht immer. Warum das so ist, konnte ich noch nicht rausfinden. Öffnet man die App, kann man aber zuverlässig sehen, ob die Tür geöffnet wurde
  • Man ist natürlich abhängig vom dauerhaft und zuverlässigen Laufen des Gigaset element-Servers – aber damit muss man bei allen webbasierten Services leben… und dauerhafte Stromversorgung ist natürlich auch nötig
  • Wie wohl die Polizei reagiert, wenn ich aus dem Urlaub anrufe und sage “Meine App zeigt mir, dass meine Wohnung soeben gewaltsam aufgebrochen wurde, bitte schauen sie schnell nach dem Rechten.”, möchte ich nie ausprobieren müssen
  • Und wenn man mal auf die Facebook-Seite von Gigaset elements schaut, dann würde ich mir wünschen, dass nicht nur zum Vater- sondern auch zum Muttertag Add-Ons verlost werden.


Fazit: Tatsächlich fühlt es sich sehr flauschig beruhigend an wenn man unterwegs ist und die App schaut und dann das hier sieht:

All is good

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