12von12 im März

#1 Wochenende! In den letzten Wochen klappt es immer besser, dass die Kinder morgens alleine aufstehen, sich Müsli machen, ich in die Küche schleiche, mir einen Kaffee mache und dann im Bett bis ca. 9 Uhr lese.

#2 Danach gibt es ein gemeinsames Zweitfrühstück. Ich habe mir dafür extra einen Käse gekauft, den ich als Studentin total gerne gegessen habe, den ich mir aber fast nie leisten konnte. Er schmeckt leider sehr langweilig.

Anderer Leute instagram-Fotos haben mich außerdem so weit, dass ich keine Paraffinkerzen mehr mag. Also erst mochte ich ja nicht mal Kerzen und jetzt hätte ich gerne echtes Wachs. Man versnobt halt zunehmend im Alter.

#3 Nach dem Frühstück folgen die üblichen Rituale: Schulsachen durchgehen, ggf. Hausaufgaben machen, Kinder baden und dann mache ich mich gemeinsam mit Kind 3.0 auf zur Galerie Baku, wo heute ein Malworkshop für Kinder angeboten wird.

Kind 3.0 liebt malen. Zum Geburtstag waren wir in einer anderen Galerie, da war der Workshop doch etwas seltsam. Die anleitende Dame hat den Kindern keinen Spielraum gelassen und so Dinge gesagt wie: „Es wäre doch toll, wenn du das jetzt lila malst und dann auch ein bisschen schöner, oder? Deine Eltern wollen doch stolz auf dich sein!“

Ich musste Kind 3.0 deswegen etwas überreden. Einer der Künstlerinnen, Karin Lubenau (Mit ohne Rosa!), die den Workshop ausgerichtet haben, folge ich auf instagram. Ich habe Kind 3.0 gezeigt, dass sie pupsende Katzen malt. Das war Argument genug.

#4 Ich gebe Kind 3.0 also in der Galerie ab und suche ein Café, wo ich einen Kaffee trinken und „Untenrum frei“ (Amazon Werbelink) von Margarete Stokowski lesen kann. Das Buch wurde mir mehrfach empfohlen und es ist wirklich sehr fluffig geschrieben. Dass die Inhalte wichtig sind, steht ja außer Frage.

Rechts und links neben mir sitzen Paare, die sich wohl gerade erst kennengelernt haben. Die rechts von mir werden glücklich werden miteinander. Die links von mir nicht. Er zeigt ihr faszinierende Fotos von Supertankern, die sie nur mäßig interessiert betrachtet.

#5 Ich hole Kind 3.0 wieder ab. Es hat entsprechend des Stils der Ausstellung Wale gemalt. „Wie war’s?“, frage ich. „Note 1 minus“, sagt das Kind. „Warum minus?“ „Es war zu kurz. Ich wollte die Bilder in der Ausstellung länger anschauen und von meinen Augen in den Kopf laufen lassen.“
„Verstehe. Und was hat dir besonders gefallen?“
„Alles andere.“

#6 Wir brechen Richtung Zuhause auf und entdecken eine Grünformation, die uns an eines unserer Lieblingsvorlesebücher „Das grüne Schiff“ (Amazon Werbelink) erinnert. Toll!

#7 Die Sonne scheint. Das ist schon sehr schön. Kind 3.0 hopst ausgelassen vor mir her.

#8 Kurz vor unserem Haus, treffen wir auf unseren Nachmittagsbesuch. Ich hab lange mit mir gerungen, ob ich selbst backe, aber es hat mal wieder die Faulheit bzw. der Unwille für Zusatzstress gewonnen. Es gibt Mini-Berliner. (Ich werde niemals nicht Pfannkuchen sagen, denn eigentlich heissen die Dinger ja Krapfen!)

Beim Kaffee trinken erzählt uns Kind 2.0 von einer Dame, die sieben Kinder hat. Sechs Mädchen und einen Jungen. Es sind sechs Mädchen geworden, weil sie einen Jungen haben wollte. Man stelle sich vor eines dieser Mädchen zu sein. Kind 2.0 sagt: „Die Mädchen haben sich ein Zimmer geteilt, der Junge hatte ein eigenes.“ Ich habe das exakt so (bezogen auf eine andere Familie) gerade in „Untenrum frei“ gelesen und bin wieder einmal fassungslos.

#9 Unsere Ernährung heute lässt zu wünschen übrig, jaja. Aber ich hab gerade erst einen neuen Sandwichmaker gekauft, der ausprobiert werden muss. Es gibt Quetschtoast mit Chemiekäse. (Nächstes Mal schreibe ich mit „veganem Käse“, das klingt gesünder)

#10 Eigentlich ist Quetschtoast immer eine riesige Sauerei, weil der Käse grundsätzlich ausläuft und sich in die Ritzen und Schrauben des Geräts klebt. Ich gebe euch deswegen einen Top-Haushaltstipp:

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Einfach Backpapier ums Toast und dann erst quetschen!

#11 Nach dem Essen lesen. Die Kinder haben mit der verpönten Silbenmethode lesen gelernt. Die kleinen Bücher, die mir Kind 3.0 abends vorliest, sind sehr zu empfehlen.

Die Bücher sind nach Lesestufen geordnet, die ersten zehn haben nur einen Zweiwortsatz pro Seite. Die nächste Stufe hat schon etwas komplexere Sätze. UND! Sie gefallen mir inhaltlich sehr gut. Zum Beispiel „Was ich werden kann“ (Amazon Werbelink). Da sieht man auf einer Seite immer ein Kind mit einem Interesse und auf der anderen Seite einen passenden Beruf. Wunderbar gleichverteilt auf die Geschlechter und total klischeefrei. Mädchen können z.B. Wissenschaftlerin werden. Und Jungs, die gerne anderen helfen – Lehrer.

#12 Nach dem Lesen (erst bekomme ich vorgelsen und dann soll ich aus der Arschbombe vorlesen) wird noch gekuschelt. Die Kinder wollen dazu immer gewärmte Kirschkernkissen. Gute Nacht!

Mehr 12 von 12 bei Draußen nur Kännchen, die hat’s nämlich erfunden!

Autor: dasnuf

Aha! Google doch „dasnuf“ Muhahahahaha!

42 Gedanken zu „12von12 im März“

  1. Warum ist denn die Silbenmethode zum Schreibenlernen verpönt? Zwei meiner Kinder mussten mit Sommer-Stumpenhorst lernen, das war schlimm! Kind 3 lernt nun mit der Silbenmethode und ich finde die super!
    LG Theresa

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  2. Das „grüne Schiff“ sollte eigentlich Mal das Brandenburger Tor darstellen. Das erkennt man aber auch nur wenn man es weiß! ?

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    1. Finde ich super gelungen – die Grünformation! Tolles Brandenburger Tor … und den Kommentar zum LiveLife Kinder-Workshop in der Galerie Berlin Baku finde ich auch ganz eindrucksvoll. Schön, dass es zwei gelungene und ausgefüllte Stunden waren.

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  3. Pfannkuchen sind ja auch etws völlig anderes als Berliner. Süßer Senf zu Bierschinken finde ich bedenklich.

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  4. Das war jetzt ein teurer Lesespass, erst „Untenrum frei“ für mich und dann noch „Lesestart mit Eberhart“ für den Youngster – danke für die Tipps, kannte ich beides noch nicht :).

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      1. Ah ok, kenne den nur zu Leberkäs und Weißwurst. Sehr löblich, dass du in Berlin die bayerische Esskultur hoch hälst (Team Krapfen).

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  5. Mein Kollege hat vier Söhne, weil die Frau unbedingt auch ein Mädchen haben wollte. Und jetzt?

    PS: Der Junge mit den sechs Schwestern tut mir leid. Er hat eigentlich keine Chance, was anderes als ein verwöhntes und verzogenes Riesenarschloch zu werden.

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    1. Egal, ob Mädchen oder Junge – zu wissen, dass man existiert, weil eigentlich das andere Geschlecht gewünscht war, finde ich eine bittere Erkenntnis.

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      1. Da hast du völlig recht. Und es ist unglaublich gemein und egoistisch von den Eltern, dass die armen Kinder auch noch wissen zu lassen.

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      2. Wobei oft auch nur die Leute so doof reden. Ich kenne etliche Familien, die nur Jungs oder nur Mädchen haben oder nach drei Jungs dann das Mädchen etc, da erzählen dann die Leute „Die haben so lange weitergemacht, bis das erwünschte Geschlecht kam“. Das ist sehr wertend und pauschalisierend. Im Gespräch mit diesen Menschen habe ich immer gehört, dass jedes einzelne Kind geliebt und erwünscht war. Selbst wenn nach 3 Jungs nicht das (möglicher- und auch verständlicherweise) gewünschte Mädchen kam. Natürlich war diesen Familien klar, dass da auch wieder ein Junge kommen konnte. Und auch der war geliebt und willkommen. Trotz möglicherweise einem Mädchenwunsch. Der Druck und die Wertung kommen dann von außen.
        LG
        Theresa

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  • grossekoepfe

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