In Kürze
Der Edelsteinminenroboter aus Idar-Oberstein, Rotz der von der Treppe tropft im Palm Beach in Stein und andere tolle Urlaubserlebnisse.
Der Edelsteinminenroboter aus Idar-Oberstein, Rotz der von der Treppe tropft im Palm Beach in Stein und andere tolle Urlaubserlebnisse.
Nach der Geburt eines Kindes wieder rank und schlank zu sein, ist eine Sache. Eine andere ist es ein pflegeleichtes Kind zu haben. Und das liebe Leserinnen, ist meine Rache an all den bauchlosen Muttis. Ich klinke mich in jedes Babyklagegespräch mit den Worten “Seit mein Kind geboren ist, fühle ich mich als hätte ich Urlaub” ein.
Hierzu die neiderregenden Fakten in aller Kürze:
Allerdings ist so ein liebes Baby nicht billig. Das Schicksal hat als Ausgleich unsere Waschmaschine, die Spülmaschine, die Hälfte meiner Kopfhaare und meine Lieblingsohrringe einkassiert.
Was freue ich mich mit Minibaby am Mittwoch Bahn zu fahren. Bestimmt gibt das einen super Bahnjammerartikel für den Blog. Immerhin.
Die Geburt eines Kindes macht aus Atomuhren Sonnenuhren. In meinem babylosen Leben war ich einst Koordinatorin von EU-Projekten, weil ich eine Vorliebe für Haarspalterei, Deadlines und unverhältnismäßig komplizierten Abrechnungsregularien hatte. Meine Kollegen schenkten mir zum Geburtstag ein Stempelset mit dem ich auch im Privatleben meine Ablage perfekt organisieren konnte.
Jetzt bin ich Mama und lebe lustig mit dem Baby in den Tag hinein. Ich weiß selten wie viel Uhr es ist und schon gar nicht welchen Wochentag wir haben.
Mein Freund ist bisweilen entsetzt darüber, denn im Laufe der Beziehungsjahre hat er gewisse Erwartungen aufgebaut. Waren wir beispielsweise früher irgendwo eingeladen, hatte ich den Anfahrtsweg in drei Varianten, einen Ausschnitt des Stadtplans und einen Kompass in der Handtasche. Heute stehen wir ratlos in der Straße und ich versuche mich zu erinnern, ob die Hausnummer ein- zwei- oder gar dreistellig war.
Doch was soll ich sagen. Das Ex-Leben als Atomuhr macht nur halb so viel Spaß wie das einer Sonnenuhr und so lebe ich heiter nach dem Motto, das ich vor ca. zwei Jahrzehnten gerne in Poesiealben krakelte: Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heiteren Stunden nur.
Wer ihn nicht kennt, den 17uhrwahnsinn.
Die Hebamme prophezeite, dass man im Schnitt nach der Geburt eine Konfektionsgröße mehr tragen würde. Im Geiste verabschiedete ich mich also von der 34. Und wirklich, am Ende hat sie Recht behalten, mir passt nur noch die 36.
Nun, werte Leserin, haben sie den Hass in sich aufkochen spüren? Ja? Dann wissen Sie, wie ich mich fühle, wenn ich solche postnatalen Gesprächen lauschen muss. Behaupten doch eine nicht unbeachtlich große Menge von Damen, ihnen würden die Kleidungsstücke aus dem kindlosen Leben gleich nach der Geburt wieder passen.
Im Wochenbett dachte ich noch, diese Frauen seien gemeine Lügnerinnen, doch im Rückbildungskurs wurde ich eines besseren belehrt.
Es gibt sie, diese Monster. Sie sind schmal wie grüner Spargel, haben keinen Bauch und selbst kurz nach dem Stillen stehen ihre Apfelbrüstchen keck nach oben.
Mit solchen Frauen einen Raum zu teilen, ist eine wahre Zumutung. Vor allem in so kinderreichen Gegenden wie dem Prenzlauer Berg muss das doch nicht sein. So wie in jedem vernünftigen Englischkurs, wo man die Teilnehmer in Anfänger, Fortgeschrittene und Profis aufteilt, könnte man Rückbildungskurse doch auch in Schwabbel, Ganz-Okene und Topmodels aufteilen.
Dann müsste ich sie nicht sehen, diese figürlichen Bohnenstangen.
Und was ich nicht sehe, gibt es nicht.
Hoffnungsspendender Nachtrag:
Genau 90 Tage nach der Geburt geschah, was ich für völlig unmöglich gehalten hatte. Ich passte trotz meiner enormen Kiste endlich wieder in meine allergrößten Hose. Das gibt überschwänglichen Optimismus für die Zukunft.