[Anzeige] Kinderrechte im digitalen Raum

Kinderrechte
Möchtet ihr eure eigenen Kinderfotos im Netz haben?

Instagram ist für mich eine seltsame Plattform. Ich schaue mir da meist Dinge an, die ich gruselig finde. Diese Kurzvideos, die zeigen wie man Hornhaut von den Füßen abzieht, wie Mitesser ausgedrückt werden und wie Kinder anderer Menschen in allen erdenklich demütigenden Posen fotografiert werden. Beim Pipi machen z.B., beim Wickeln, wenn Sie beim Arzt untersucht werden, wenn es ihnen augenscheinlich schlecht geht und sie im Krankenhaus sind oder während eines Gefühlsausbruchs.

Auch wenn ich Fotos schlafender Kinder sehe, grusele ich mich. Ich stelle mir dann vor, wie mein Partner mich während ich schlafe, fotografiert und dann das Foto ohne mein Wissen ins Netz stellt. Weil er es halt so süß findet.

Ich habe schon öfter über Kinderfotos im Netz geschrieben und im Laufe der Zeit, angeregt durch einen konstruktiven Diskurs, meine harte Position „gar keine Fotos auf denen man die Kinder erkennen kann ins Netz“ zu „Kinderfotos ins Netz – wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind“ geändert – denn schließlich gehören Kinder zur Gesellschaft und das Netz sollte ein Abbild der Gesellschaft sein und nicht ein kinderfreier Raum.

Es geht eben um die Art der Fotos und ob man immer frontal drauf hält oder ob man wirklich Fotos von Situationen ins Netz stellen muss, die einem selbst peinlich oder unangenehm wären oder das Kind irgendwie lächerlich machen.

Es gibt Kinderrechte. Das scheint schnell vergessen zu sein und es gibt Eltern, die alles, was sie eben niedlich finden, ins Netz stellen.

Manchmal habe ich den Impuls unter jedes Foto, das irgendwie ungefragt Intimitäten eines Kindes preisgibt, einen vortragsähnlichen Kommentar zu posten:

„Hast Du schonmal darüber nachgedacht, dass das Foto, das Du gepostet hast, aus kinderrechtlicher Sicht in vielerlei Hinsicht bedenklich ist?
Es verletzt zu allererst die Privatsphäre Deines Kindes und sehr wahrscheinlich hast Du das Foto ohne das Einverständnis Deines Kindes gepostet. Das widerspricht dem Recht auf Beteiligung und auch Schutzrechte sind in Gefahr. Dabei muss man nicht gleich an Pädophile denken. Mir reicht die Erfahrung, die ich als Teenager gemacht habe, als jemand meinen Kopf auf ein Pornobild retuschiert hat. Ein harmloser Spaß fand derjenige, der es gemacht hat. Ich hab ein halbes Trauma davon getragen.“

Bringen würde das aller Wahrscheinlichkeit nach rein gar nichts.

Dabei ist es wirklich einfach mal die Kinder zu fragen: „Welche Fotos soll ich von Dir nicht ins Internet stellen?“

Mein jüngstes Kind hat dazu eine einfache Antwort: „Wenn ich das nicht weiß, finde ich das immer doof. Nie sollst Du zum Beispiel Fotos ins Netz stellen, die zeigen, wie Du mich knuddelst oder andere Sachen, die nur für mich sind.“

Wie sollen Kinder außerdem Medienkompetenz erlangen, wenn wir Erwachsene ihnen so ein schlechtes Vorbild sind?

Stellt euch die lustigen Fotos von Teenagern vor, die ungefragt ihre Eltern ins Netz stellen:

Hihi, Mama leicht angetrunken am Silvesterabend // So sieht Papa aus, wenn er sich halb tot gekotzt hat, weil er Magen-Darm-Grippe hat, der Arme! // Seht ihr es? LOL! Mama hängt ein Popel aus der Nase // Hier, Oma, total verpennt. Wusste gar nicht, dass sie noch mehr Falten haben kann.

Wenn ich mir die durchdokumentierte Kindheit einiger Kinder vor Augen führe, hätten sie jedes Recht solche Fotos in zehn bis fünfzehn Jahren zu posten.

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. startet heute eine Kampagne, die Eltern für dieses Thema sensibilisieren soll.

Ich unterstütze die Kampagne gerne, denn in meiner Wahrnehmung gehen immer noch ein großer Teil Erwachsener nicht achtsam genug mit den Fotos ihrer Kinder im Netz um und beachten die Kinderrechte nicht.

Die Haltung, die das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. u.a. in ihrem Internetguide vertritt, finde ich gut.

Sie verteufeln digitale Medien nicht, weil sie ohnehin aus dem Alltag nicht wegzudenken sind. Sie fordern Eltern aber auf, ihre Kinder darin unterstützen, verantwortlich mit entsprechenden Postings umzugehen. Medienkompetenz statt Verbote!

Und Medienkompetenz müssen auch Eltern sich aneignen.

Es wäre schön, wenn die Kinderfotos-im-Netz-Debatte konstruktiv geführt werden könnte. Es gibt einen Mittelweg zwischen Kinderfotos gehören nicht ins Netz und Alles, was ich niedlich finde, poste ich auch ohne mein Kind zu fragen. Schaut euch deswegen die Kampagne mal an.

Wie haltet ihr es mit Kinderfotos und warum?

Unter allen Kommentaren lose ich bis zum 16.11.2017 ein kleines Medien-Paket des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. aus.

Kinderrechte

Was ihr tun müsst, um zu gewinnen

    • verlost wird ein Set bestehend aus (siehe Foto):

– Internet Guide für Kids
– Der Internet Guide für Eltern
– Der Handy Guide für Kinder und Eltern
– Das Kinderrechte-Wimmelplakat
– Kinderrechte-Plakat
– 3 Pixi Bücher zum Thema Kinderrechte (Wir bestimmen mit, Alle sind dabei, Niemand darf uns weh tun)
– Flyer „Ausgewählte Kinderrechte“
– Broschüre „Kinderrechte. Kinder fragen – Experten antworten“
– Kinderrechte-Broschüre „Hier steht nichts drin…, was Du nicht über Kinderrechte wissen musst“
– Kinderrechte-Zeitschrift „Heldinnen- und Heldenheft“
–  Aufkleber, Armbändchen und Pins „Leo und Lupe“

  • das Set wird verlost unter allen Kommentaren im Blog – beantwortet mir folgende Frage: Wie haltet ihr es mit Kinderfotos und warum? (Wer es schafft, dabei sachlich zu bleiben, bekommt ein Extralos)
  • mitmachen können alle volljährigen natürlichen Personen mit Wohnort Deutschland
  • die Verlosung läuft bis zum 16. November 2017 23.59 Uhr
  • der/die Gewinner/in wird ausgelost und per Mail benachrichtigt
  • der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen
  • erhalte ich innerhalb einer Woche keine Rückmeldung auf die Gewinnbenachrichtigung, verfällt der Gewinn

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

148 Gedanken zu „[Anzeige] Kinderrechte im digitalen Raum“

  1. Das Thema wird nicht alt und verliert erst Recht nicht an Aktualität. Wo wir vor einigen Jahren noch naiver waren, FB und anderen Plattformen gegenüber noch positiv eingestellt waren und damals auch einige Bilder des Babys im Netz hatten, gibt es diese öffentlich sichtbar heute so gut wie gar nicht mehr. Alle Accounts sind eh privat eingestellt und Bilder gibt nur unter bestimmten Voraussetzungen (verschwommen, von hinten, ohne Gesicht…). Sichtbar bzw. bekannt ist ja trotzdem, dass es ein Kind in unserem Leben gibt. So weit sind wir nicht mehr davon entfernt, mit ihr darüber zu sprechen, wie sie sich selber im Netz verhalten möchte/sollte, da tasten wir uns langsam ran.

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  2. Nutze Facebook, Instagram etc. nicht (mehr) aktiv, habe vor Jahren mal ein Bild meiner Tochter im Säuglingsalter gepostet. Sie war angezogen und hat gegrinst – trotzdem war das irgendwie ein seltsames Gefühl, ich habe seither keine Bilder mehr gepostet.
    Etwas anderes ist es im (vermeintlich) privateren Umfeld z.B. in der WhatsApp Familiengruppe oder als Statusbild dort. Aber auch hier gilt: Keine „peinlichen“ Situationen, keine Nacktbilder, sondern eher „harmlose“ Fotos aus Alltagssituationen.

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  3. Hallo,
    ich bin im Moment hauptsächlich konsumierend im Netz unterwegs, also gibt es auch keine Fotos vom Kind. Wenn ich aber irgendwann ;) wieder mehr Zeit habe, würde ich es ähnlich wie du handhaben: Gesicht unkenntlich machen oder von hinten fotografieren und nichts, was ich selbst als peinlich empfinden würde. Ansonsten finde ich es gut, wenn Kinder im Netz präsent sind.
    Viele Grüße
    Claudia

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  4. Wir und ich halten es so wie du es skizziert hast, in geheimer FB Gruppe die sehr genau ausgewählte Mitglieder hat machen wir so eine Art Bildblog. Neben den üblichen allgemeinen FB Risiken klappt das sicher und zuverlässig, dort wandert nix raus. Öffentlich gibt es maximal Bilder von hinten und auf Entfernung und die selten, wenn es in den letzten 1,5 Jahren fünf Bilder waren ist das viel. Ich bin neben meinem Job nun auch als Fotograf unterwegs (Werbeblock s. unten :) ) das sensibilisiert nochmal mehr und kann da halt nur sagen: wer keinen Vertrag unterschreibt und kein Bild selbst freigibt wird nicht veröffentlicht. So einfachsten das. Bilder machen ist immer auch Objektifizierung und damit sollte man/frau tunlichst vorsichtig und bewusst umgehen. Und nein, da ist auch nicht der Kunde König. Ich mag und mache daher auch keine Babybilder in lustigen(tm) Kostümen.

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    1. Es ist normal, dass man für sich spricht. U nicht dem Anderen das Wort aus dem Mund nimmt.
      Im Bild geht es zB um „Ich habe ein Kind bekommen“ das geht ohne das Kind zu zeigen. Verschwommen, n kl Ausschnitt… es gibt Wege dafür.
      Diese Wege brauchen Taktgefühl.

      Als Eltern ist man zuständig bis das Kind selbst erwachsen ist um zu entscheiden welchen öffentlichen Auftritt es haben möchte. Man hat auch die Aufgabe zB Omi nicht zu erlauben ungefragt Bilder v Kind weiter zu mailen, als Profilbild zu nehmen etc.
      Es gilt ein Nein, wenn nichts abgesprochen ist. Das aus zu sprechen is dran- auch wenns schwer ist. Manche sollten es lieber ganz lassen m den Bildern- od bei jedem Bild fragen.

      Es ist nicht schwer sich zu überlegen, dass es verschiedene Berufe gibt in denen es wichtig ist so u so nicht zu wirken. „Privat sein können“ ist angenehm u unerlässlich.

      Wenn ich n Bild v meinem Kind gepostet habe, dann sollte es „perfekt“ sein. Finde es gescheit, wenn nicht so viel zu sehen ist.

      Ich denke grundsätzlich aber auch: Wer auf dem Bild ist- dem gehört das Bild.
      Wer keinen Vertrag unterschreibt und kein Bild selbst freigibt
      darf nicht veröffentlicht werden.

      Ich stimme ein in den super formulierten Beitrag v
      Magnus aka MJKW am
      12. November 2017 um 10:20 Uhr:
      „Bilder machen ist immer auch Objektifizierung und damit sollte man/frau tunlichst vorsichtig und bewusst umgehen. Und nein, da ist auch nicht der Kunde König.“

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  5. Ich halte es strenger als die Autorin. Keine Fotos vom Nachwuchs ins Internet, auch nicht als Statusbild für Messenger. Das gilt für alle Bilder.
    Vielleicht werde ich meine Ansicht dazu noch mal ändern, dieser Artikel hier hat zumindest schon mal dazu geführt, meine Position zu reflektieren. Danke!

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  6. Meine Kinder sind noch zu jung um zu begreifen was es bedeuten würde wenn ich ihre Fotos „ins Netz“ stelle.
    Ich veröffentliche keine Fotos von meinen Kindern. Was ich mache, ist Fotos von den Kindern via Threema zu versenden, und – und damit bin ich selbst nicht so zufrieden – unverschlüsselt per E-Mail, zB an die Großeltern. Es wird zu wenig darüber geredet, wie unverschlüsselte Nachrichten einzuordnen sind. Da schickt man „intime“ Fotos der eigenen Kinder und den dazu passenden Text und stellt sich nicht die Frage, ob man das als Postkarte auch versenden würde…
    Generell bin ich in den letzten Jahren vorsichtiger geworden. Oft fragt der Sportverein, der Kindergarten, eine Zeitung an (gerne auch noch detailliert mit Namen, zB: „Karlchen aus München-Schwabing, 5 Jahre alt, findet:…)ob das Kind fotografiert werde dürfe. Hier sage ich grundsätzlich nein. Denn mittlerweile haben fast alle Veröffentlichungen auch eine digitale Ausgabe und dann landet das Foto von Karlchen schon wieder im Netz. Vor kurzem wurden meine Kinder bei einer öffentlichen Veranstaltung einfach fotografiert (nur sie). Ich sprach den Fotograf der Zeitung an und der sagte er mache nur Fotos von hinten, sie seien nicht zu erkennen. Überprüfen ließ er mich das leider nicht. Wie soll man sich da wehren? Vor kurzem wurde eine bekannte von jemandem auf ein Foto angesprochen, von dem sie nicht wusste dass es eine Freundin ungefragt ins Netz gestellt hat (mit Namensmarkierung) Solange solche Dinge passieren, sind wir doch nicht gut aufgeklärt, nicht sensibilisiert für Privatsphäre, oder? und letzten Endes geht es doch bei allem auch wieder um die Wahrung des privaten. Bald kein Bargeld mehr? Überall Kameras? So gesehen: Fotos von anderen im Netz (ohne sie gefragt zu haben, vorausgesetzt sie verstehen die Frage): nein danke!

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  7. Sehr treffend geschrieben! Ich persönlich halte es so: wenige Bilder meiner Kinder und nie mit erkennbarem Gesicht. Und keine peinlichen, oder vermeintlich lustigen Bilder. Gerade Bilder beim Essen hasse ich wie die Pest. Ich will nicht sehen, wie Fremde Kinder sich mit ihrem Essen vollgeschmaddert haben. Aber gut, da ist die Antwort dann auch immer nur „musst es dir ja nicht angucken“. ?

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  8. Wir posten gar keine Fotos von unseren Kindern auf social media, mein Mann ist auch gar nicht bei Facebook und ich nicht bei Instagram. Posted selbst von mir keine Bilder, auch nicht das WhatsApp Profilbild. Wir teilen Privatfotos mit der Familie über eine Dropbox, aber würden niemals Nacktfotos einstellen und auch keine peinlichen, da kommen nur die schönsten Schnappschüsse rein und werden nach ein paar Monaten wieder gelöscht.

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  9. Unsere 4-jährige hat einen eigenen Istagram-Account. Mein Mann macht das mit ihr. Sie entscheidet selbst, welche Bilder sie hochladen möchte. Mein Mann achtet darauf, dass sie keine anderen Menschen hochläd (oder vorher fragt) und auch keine Bilder, auf denen sie z.B. im Planschbecken sitzt (auch wenn sie das gerne möchte).
    Zuerst fand ich es viel zu früh, mittlerweile bin ich ganz froh, dass sie jetzt schon wichtige Regeln für das Verhalten im Internet lernt.
    Ohne ihre Zustimmung stellen wir keine Bilder ins Internet.

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    1. Hm, ich zitiere mal Instagram: „Personen müssen mindestens 13 Jahre alt sein, um auf Instagram ein Konto erstellen zu können. Wenn dein Kind jünger als 13 Jahre ist und ein Konto auf Instagram erstellt hat, kannst du ihm zeigen, wie es das Konto löschen kann.“ https://www.facebook.com/help/instagram/517920941588885?helpref=uf_permalink

      Mit vier ist es wahrscheinlich auch noch etwas viel verlangt mögliche Folgen abzusehen?

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  10. Ich achte bei Facebook immer auf die Privatspähreeinstellung und poste seit dem Kleinkindalter nur noch Fotos auf denen das Gesicht meiner Tochter nicht oder nur schlecht zu sehen ist. „Öffentlich“ poste ich höchstens mal Katzenfotos.

    Allgemein finde ich die Aufregung aber ziemlich übertrieben genauso wie „Hier gilt die Aufmerksamkeit den Kindern, nicht dem Handy!!“ Poster in Kindergärten, Phädopilenpanikmache und ähnlichem. Man halt wie bei jeder „neuen“ Technologie ein bisschen gesunden Menschenverstand an den Tag legen.

    Was ich mir hingegen schon seit Jahren wünsche: Ein „Ablaufdatum“ für Inhalte die ich bei Facebook und Co. poste. Alles was älter als 5 Jahre ist, könnte meinetwegen automatisiert gelöscht werden, dann kann das auch niemand Jahre später missbrauchen. Das geht so weit ich weiß aber fast nirgends (Instagram „Stories“ vielleicht) und ist auch nie groß Thema.

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  11. Ich bin selbst jemand von dem es fast keine Bilder im Netz gibt, und der das – unabhängig was die Bilder zeigen würden – auch unangenehm fände.

    Da meine Kinder die Entscheidung noch nicht treffen können, und ich nicht einschätzen kann was ihnen peinlich wäre oder nicht, gibt es von meinen Kindern überhaupt nichts im Netz, und auch Verwandte werden dazu angehalten, Bilder meiner Kinder nicht außerhalb der Familie zu teilen.

    Sehr positiv habe ich reagiert als ich gesehen habe dass der Kindergarten auf den mein Kind gehen wird ebenfalls eine entsprechende policy in seinem Regelwerk hat. Bilder werden nur mit Einverständnis der Eltern und der Kinder gepostet.

    Gruß
    Aginor

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    1. Das finde ich wirklich ein Unding. Besuche von Freunden werden da für das Fotoshooting für Tempo genutzt… weil Dreijährige natürlich immer ihre qualifizierte Zustimmung geben können. Aber Mama ist ja Mamapreneur. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, was er für Bilder postet, aber als Werbeplattform nutzen finde ich schon arg grenzwertig.

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  12. Ich schaue mir wahnsinnig gerne süße Kinderfotos von anderen an, überlege aber dann immer, ob ich so etwas auch von meiner Tochter posten würde. Meistens lautet die Antwort „nein“. Ich poste alle paar Wochen mal ein Bild, aber immer so, dass man sie nicht erkennen kann, also von hinten, vielleicht mal von der Seite oder halb verdeckt durch den Bügel vom Kinderwagen oder MaxiCosi. Bei einem Bild war ich mir auch echt unsicher, ob man nicht zu viel erkennt. Das habe ich dann mit meinem Mann abgesprochen und er meinte, es wäre ok. Bei Facebook habe ich bisher nur ein Foto von ihrer Hand gepostet und mehr wird es da auch nicht geben. Und bei WhatsApp sträube ich mich immer noch dagegen, ein Bild von ihr als Profilfoto zu verwenden. Irgendwie habe ich auch da das Gefühl, es sehen zu viele Leute.
    Und auf dem Blog versuche ich auch nicht zu persönlich zu werden, obwohl ich das bei anderen gerne lese… Ich mache allerdings jeden Monat einen „Rückblick“ über die Entwicklung unseres Fräuleins, da ich so die verschiedenen Schritte auch für mich festhalte. Vielleicht sollte ich mir das nochmal ansehen.

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  13. Wir haben keine Bilder von den Kindern im Netz.
    Auch wenn meine strikte Haltung sich auch durch deinen Artikel bzgl „Abbildung der Gesellschaft“ etwas geändert hat. Trotzdem, da unser Blog ein Dornröschenschlaf hält und ich bei Facebook keine Bilder posten möchte, gibt es keine Bilder von unseren Beiden. Die einzige Ausnahme bildet jeweils ein Foto am Tag der Geburt. Weitere Bilder gab es nur passwortgeschützt. Da wir beim ersten Kind nicht in Deutschland lebten musste eine Lösung her, um die Großeltern zufrieden zu stellen.

    Natürlich gibt es inzwischen Bilder von ihnen, da wir auf einigen Veranstaltungen waren, wo sie fotografiert wurden, z.B. Feuerwehrfest. Aber da sind sie ja in der Menge und nicht mit Namen versehen.

    Wie schon kommentiert, Bilder vom Spielplatz weil die Kinder so schön spielen, fände ich unschön, aber letztlich was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Ich werde mich nicht bei Instagram anmelden nur um Bilder von den Kindern zu suchen und mich aufzuregen.
    Unser Kindergarten hat bei der Anmeldung gefragt ob sie Bilder veröffentlichen dürfen. Da haben wir auch zugestimmt.

    Mit 5 und 3 Jahren fängt jetzt beim Großen das Interesse an. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt, ungefragt werde ich nichts posten.

    Wenn ich bei Facebook auf Elternfragen stoße überlege ich immer zweimal ob ich da meine Meinung/Erfahrung teile, denn auch das können die Kinder irgendwann nachlesen. Wenn es in eine unangenehme Richtung geht, ich es aber schreiben möchte, gehe ich z.B. über den dazugehörigen Blog und schreibe dort anonym oder als PN mit Bitte um Weiterleitung.

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  14. Ich poste alle paar Wochen einzelne (relativ niedrig aufgelöste) Fotos nur auf meiner eigenen (nicht indexierten) Website, nicht jedoch in sozialen Netzwerken, und seit die Kinder alt genug sind (ab vier oder fünf oder so) auch nur nach Rückfrage, ob sie das Foto okay finden zum Ins-Netz-stellen. Vorher und auch zwischendurch immer mal wieder habe ich längere Erklärungen abgegeben, was es damit auf sich hat und was man beachten muss.

    Über die Elternzeit (also die ersten anderthalb Jahre) hatten wir ausführlicher auf separaten URLs gebloggt. Das größere Kind (zehn Jahre) bloggt übrigens nun auch schon selber.

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  15. Ein superwichtiges Thema!
    Ich hab es von Anfang an so gehalten, dass Fotos, auf denen die Gesichter meiner Kinder zu sehen waren, nur passwortgeschützt für enge Freunde und Familie zu sehen waren. Inzwischen habe ich diese ganz privat gestellt und teile nur Fotos, auf denen man sie nicht erkennt. Und zwar nicht verfremdet, sondern wo das Gesicht ganz klar nicht in der Kamera ist. Und wenn im Zweifel eher kein Foto zeigen. Klarnamen ohnehin nie. Die Zwillinge sind 4 und haben das mit dem Internet noch nicht wirklich gecheckt, aber sobald sie das verstehen, werde ich sie auch immer fragen. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

    Zu Beginn meiner Elternschaft war ich da sehr zwiegespalten, denn ich lese und sehe unheimlich gerne Blogs, auf denen man die Kinder sieht und kenne einige, die Projekte wie „Jede Woche ein Foto meines Kindes“ haben, oder „monatliche Bilder“ zur Entwicklungsnachverfolgung, die ich auch mit Freude verfolge. Das sind aber ausschließlich wahnsinnig äesthetische und nie peinliche Bilder. Eine solche Bloggerin hat das so gehandhabt, dass sie nur in den ersten Lebensjahren Fotos zeigte und sobald ein Kind in die Schule kommt, damit aufhört. Das fand ich eigentlich eine ganz schöne Lösung.

    Eine andere hat mit verfremdeten Bildern angefangen und zeigt inzwischen (gefühlt seit sie mit dem Blog komplett ihren Lebensunterhalt verdient) täglich unverfremdete Bilder ihrer Kinder (ihre Jüngste ist 5). Häufig auch ganz klar für Instagram/Blog gestellt – das finde ich schwieriger, auch wenn die Fotos auch hier nie peinlich sind.

    Das Thema Privatsphäre hört ja aber auch nicht bei den Fotos auf. Wenn ich keine Fotos zeige, aber Klarnamen und detaillierte Beschreibungen des Lebens veröffentliche, kann das schlimmer sein, als ein Foto. Bei dem zweiten oben genannten Blog ist es recht problemlos möglich, das gesamte Leben inklusive Schwierigkeiten und schönen Momenten der einzelnen Kinder von Geburt an nachzuverfolgen. Und gerade, wenn man Geld mit seinem Blog verdient – kann man dann wirklich spontan sämtliche Beiträge, die das Teenagerkind dann ätzend findet, privat stellen oder löschen?

    Deshalb werde ich auch immer vorsichtiger. Wie Claudia weiter oben schrieb – kann ich damit leben, dass das, was ich schreibe, der Öffentlichkeit bekannt ist? Ich versuche deshalb immer sehr aus meiner Perspektive zu schreiben und der Großteil unseres Lebens bleibt aus meinem Blog fern. Und wenn irgendwann meine Kinder sagen „Das und das muss weg“, dann kommt das auch weg. Ganz klar.

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    1. Nachtrag: Im Übrigen ist diese Vorgehensweise mit meinem Mann auch besprochen und abgestimmt und er liest auch meinen Blog. Denn er hat ja auch ein Interesse daran, was über uns irgendwo geschrieben steht – und er ist sogar noch vorsichtiger als ich.

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  16. Also ich finde die Diskussion auch interessant. Ich versuche Bilder von meinem Sohn aus dem Internet so weit es geht raus zu halten, bis er selbst mit entscheiden kann, ob er das möchte oder nicht. Mir fallen spontan nur zwei Bilder ein die auf Instagram oder Twitter veröffentlicht wurden. Auf einem ist er verfremdet oder nur von hinten zu sehen, das andere ist fast ein Postkartenmotiv.
    Ansonsten gehören für mich Bilder von Kindern in das Private und die Familie. Ich würde auch nicht wollen, dass Bilder aus meinem Kinderalbum plötzlich auf irgendwelchen sozialen Plattformen auftauchen, egal welches Motiv sie zeigen.
    Was ich allerdings nutze ist WhatsApp. Hier teile ich gerne Fotos in einer private Gruppe innerhalb der Familie und einem ausgesuchten Kreis an Leuten. Hier finde ich den Kreis überschaubar und kenne jeden einzelnen persönlich. Es ist für mich ein schneller Weg, die Familie am Leben teil haben zu lassen.

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  17. Und jetzt alle Kollegen so: das was ich mache ist ganz anders! Meine Kinder werden total gerne beim Frühstücken gefilmt!
    (Sehr guter Artikel!!)

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  18. Ich finde es auch befremdlich, wenn manche jeden Tag Dutzende Fotos und Videos ihrer Kinder auf Facebook oder Instagram posten, in jeder Lebenslage. Ich poste durchaus auch mal ein Foto, aber niemals eines, auf dem man meinen Sohn erkennen könnte. Mich gruselt es aber jetzt schon, wenn ich mich mit andere Eltern auseinandersetzen muss, weil sie die Fotos meines Kindes irgendwo ins Netz stellen,weil es neben ihrem spielt

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  19. Hallo Patricia,
    Ich habe meine Meinung durch dich gebildet, durch seine blogartikel in der Vergangeheit und den Podcast.
    Gefühlsmäßig mag ich keine Kinderfotos posten, da ich aber eh nicht bei Facebook,Instagram, YouTube oder ähnliches aktiv bin, stellt sich mir die Frage nicht. Bei WhatsApp überlege ich ob ich dort Fotos poste oder nicht. Mache ich nur zum Kindergeburtstag. Wenn ich die Kinder fotografiere frage ich sie ob ich das darf und wenn sie es verneinen akzeptiere ich es. Kinderrechte finde ich wichtig daher erkläre ich diese auch meinen Kinder. Im familiären privaten Rahmen teile ich jedoch auch ungefragt Fotos von unseren Kindern. Ich frage die beiden Kids heute mal was Sie davon halten.
    Danke für deine Gedankenanstösse!
    Über den Gewinn würde ich mich sehr freuen, da ich letztens in der Kinderkirche auch zum Thema Kinderrechte etwas gemacht habe.
    Liebe Grüße
    Eetje

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  20. Früher habe ich auch viel gepostet. Fotos, Aussagen (zum Teil finde ich die Infos und Aussagen vieler Eltern noch problematischer als Fotos), Videos … Immer frei von der Leber weg und ohne groß darüber nachzudenken.
    Mittlerweile habe ich durch viele sachliche Diskussionen und gute Blogbeiträge dazu eine andere Meinung. Ich denke bei allem was ich über meine Familie schreibe vorher darüber nach ob ICH auch damit leben könnte wenn das die ganze Schulklasse, der ganze Kollegenkreis, alle Nachbarn über mich wüssten. Ich überlege ob auch mein Kind/ meine Kinder damit problemlos umgehen könnten und dann passe ich das Posting entsprechend an.
    Fotos von meinen Kindern nur ohne Gesicht bzw. nicht erkennbar und niemals in Situationen, die man gemeinhin als privat ansieht. Also nix aus dem Badezimmer, nicht nackt, nicht schlafend, nicht krank etc.
    Wir werden sehen wie unsere Kinder das später sehen werden. Mein ältestes Kind fängt gerade erst an das Internet zu entdecken. Er weiß das ich z.b. auf Twitter immer mal was über „K1“ schreibe, weiß auch warum ich seinen Namen nicht nenne. Ich bin schon sehr gespannt wie sich seine Einstellung zu Privatsphäre im Netz so entwickelt. Bislang ist es so, das ihm zwar im echten Leben vieles „peinlich“ ist aber die Einsicht das dies dann natürlich auch nicht ins Internet gehört ist noch nicht da.
    Ich glaube manchmal bei vielen Erwachsenen Internetbenutzern ist das auch so. Es ist so abstrakt und weit weg, irgendwie nicht „echt“ und zack packen sie Dinge ins Internet, die sie im echten Leben niemals Öffentlichkeit machen würden.

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