Apropos kinderfreie Zonen…

Gerne echauffiere ich mich über kinderfreie Zonen und Kinderfeindlichkeit im Allgemeinen, da muss man die löblichen Ausnahmen auch mal explizit erwähnen.

Deswegen heute meine Burger-Empfehlung – das Lily Burger in Neukölln. Ganz ehrlich, geht dahin.

Ich hab im Moment offenbar Hormone, aber ich war wirklich kurz davor, mich an die Hälse der Bedienungen zu hängen und theatralisch zu schreien: „OH MANN, IHR SEID SEIT LANGEM MAL DER KINDERFREUNDLICHSTE LADEN DIESER ERDE. DES UNIVERSUMS! ECHT JETZT!“

Und ich spreche hier nicht von gutmütigen, älteren Herrschaften sondern coolen Hipstertypen mit Basecap, Baggyjeans und Sidecut.

Kind 3.0 stößt eine Limo-Flasche um, schneller als ich denken kann „upsi“, steht die Bedienung mit Servietten bereits am Tisch und wischt fröhlich das Zuckerwasser vom Tisch. „Kein Ding“, sagt er und stellt fest: „Eure Rechnung klebt jetzt auch viel besser am Tisch, die fliegt nicht mehr weg, gut oder?“

Waaahhhh!

Kleiner Burger im Lily Burger
Bild von @monoxyd
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Low Carb Burger (ohne Bun und dochdoch, da ist ein Fleischpatty)

Die Bedienungen waren außerdem schnell, zuvorkommend und superfreundlich. So freundlich, dass die Kinder ganz irritiert waren.

Die Burger sind supergut. Bio Angus, zart, nicht zerbraten (nicht nur ich finde das). Wie man auf dem Bild sieht, kann eine Kleinfamilie sich von einem einzigen Burger ernähren.

Die Pommes (nicht im Bild) ebenfalls köstlich.

Bald macht direkt am Park in Friedrichshain ein weiterer Laden auf (ungefähr Ecke Friedensstraße), sagte uns eine der Bedienungen. Der neue Laden sei dann kinderfreundlich mit Spielecke und Co. Da musste ich lachen. Kann mir nicht vorstellen, dass die tiefenentspannte Kinderfreundlichkeit, die ich dort erlebt habe, noch steigerbar ist.

Ja, Kinderfreundlichkeit sei ihnen wichtig, erzählte uns die eine Bedienung. Er sei neulich mit seinem zweijährigen Kind asiatisch essen gewesen. Als diesem der Löffel runter gefallen sei und es sich darüber aufgeregt habe, sei gleich die Bedienung an den Tisch gekommen und hätte um Ruhe gebeten. „Bei einem Kind in diesem Alter sofort so überzogen zu reagieren, ist doch bescheuert…“.

Ja, das ist es.

Esst Burger bei Lily Burger und lasst euer Geld nicht mehr in Läden, in denen Kinder keine Geräusche machen dürfen.

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

34 Gedanken zu „Apropos kinderfreie Zonen…“

  1. Hmm. Ehrlich gesagt finde ich nichts Schlimmes daran unterschiedlichen Bedürfnissen mit spezialisierten Räumen zu entsprechen. Die vielfältige Möglichkeit zur Verhütung hat zu ebenso vielfältigen Lebensentwürfen geführt, manche mit und manche ohne Kinder. Diese Wahlmöglichkeit reflektiert sich nun mal in einer geringeren Zahl an Kindern als das sonst der Fall wäre; ein gewisses Maß an Normalität im Sinne eines Durchschnittes ist nicht mehr gegeben. Warum sollte jemand der sich z.B. gegen Kinder entschieden hat und Wert auf Ruhe legt, oder z.B. als Elternteil einen kinderfreien Tag/Abend hat nicht die Möglichkeit haben Einrichtungen aufzusuchen, sei es Restaurants oder Hotels, die speziell für Erwachsene sind, um sich an einem Tag vllt wieder für ein familienfreundliches Restaurant/Hotel zu entscheiden die anders ausgelegt sind? Dagegen könnte man sagen dass Kinder nun mal dazu gehören und überall willkommen sein sollen. Das funktioniert bei gut erzogenen Kindern bestimmt auch ganz gut; bei sehr kleinen Kindern die einfach nach ihren eigenen Regeln funktionieren oder welchen bei denen die Eltern keinen Wert auf sozialverträgliches Benehmen legen weniger. Nur da zu selektieren ist so gut wie unmöglich. Insofern wird wohl immer öfter der Wunsch nach spezialisierten Räumen entstehen-das scheint für mich lediglich ein Spiegel unserer Gesellschaftsstruktur zu sein und weniger gleich „Kinderhass“.

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  2. Wie — es gibt Restaurants, in denen laute Kinder zur Ordnung gerufen werden? Kann ich bitte eine Adressliste haben?

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  3. Für Hamburger: Le Marakech ist auch total kinderfreundlich und hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis

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  4. Ich war kürzlich aufgrund dieser wohligen Empfehlung im Nomy-Blog im Restaurant R in der Oderstraße. Mit Erwachsenen essen, aber ich denke, dass was Jan-Peter Wulf über seine Erfahrungen dort schreibt, trifft zu: http://www.nomyblog.de/nomyblog/gastronomie/familienfreundliches-restaurant-berlin/

    Super, wenn man vom Tempelhofer Feld kommt und dann noch was in wirklich guter Qualität essen will. Und gerade, bei gutem Wetter, vor der Tür eine Mini-Minigolfbahn auf einem Streifen Bürgersteig.

    Vielleicht ist das auch was für Sie, wenn Sie einen Familienausflug aufs Feld unternehmen?

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