Das Nuf Advanced

Das Nuf 1.0 war gestern

Die Hackfleischbesprechungen, Teil 4

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Kaisers, 100 Gramm Gehacktes vom Schwein
Kaisers präsentiert das Schweinehack verstörend anders, indem auf die Hinzunahme von Zwiebeln gänzlich verzichtet wird.
Präsentiert wird ein gut durchgekneteter Batzen Hack auf einem glänzenden, weißen Teller, dessen tatsächliche Form nicht auszumachen ist.
Der Batzen ist frisch angeschnitten und mutet wie ein Laib Brot an. Die obligatorische Petersilie ist im Gegensatz zu den vorangehenden Darstellungen ein Trockengewürz, welches in der Präsentation an eine Linzer Torte erinnert.
Und genau da liegt die Crux begraben!
Schon beim Anblick des Fleischmassivs, welches sehr kompakt dargestellt wird, drängen sich Worte wie “Menge”, “Haufen” und “Masse” auf.
Die kleinen Fettstückchen wirken haltlos verloren. Anonym liegen sie in der Masse des pürierten Fleischs und fristen ihr tristes, zwiebelloses Dasein. Sie leben das Leben des anonymen Großstadtmenschen, der seinen Weg ohne sinnstiftende Struktur, fernab jeden lebendigen Petersiliebüschels leben muss. Das Muster der Linzer Torte spielt auf den EInfluss der voestalpine AG-Stahlwerke an – Linzens größter Arbeitgeber. Segen und Fluch zugleich, verspricht er Brot und macht Linz gleichzeitig zu einer staubigen Großstadt der traurigen Menschen.
Trostlos, bejammernswert und öde wird das Individuum der Großstadt, ganz so wie das Fettauge in der formlosen Fleischmasse verschwindet.

Level: Großstadt — dasnuf at 1:01 pm on Tuesday, October 14, 2008

Mama, was ist Arschwasser?

Während der deutsche Film vor sich hinsiecht und keinen eigenen Charakter entwickelt, gibt es wenigstens in der Musik einige kleine Lichtblicke.
Gemeint ist hier das Album von ‘Beda Box’, wie ‘Peter Fox‘ gerne vom jüngsten Mitglied der Familie genannt wird. Gestoßen bin ich auf Peter Fox durch morgendliches Rappen von Kind 1.0, das einen erstaunlich guten Flow hat.
Wie dem auch sei.  Stadtaffe – so heißt das Album, ist äußerst hörenswert. Zumal es Peter Fox tatsächlich gelingt sich aus dem jammerigen Depri-Gejaule sonstiger deutscher Interpreten abzuheben.
Ein Album das musikalisch wie textlich überzeugt und den piefigen Herbst vergessen lässt.
Deutsche Jaulbojen, nehmt Euch ein Beispiel und quält mich nicht mehr mit dummen Texten.

Level: Großstadt — dasnuf at 5:21 am on Wednesday, October 8, 2008

Organic Suff

In unserem Viertel hängen Aufkleber mit seltsamen Botschaften. Weil sie niemand verstand, wurde nochmal nachgeklebt. “Latte Macchiato 4 Euro, Bier 4 Euro, Kreuzberg 2010″, das verstehe ich im Gegensatz zu “Spree ohne Ufer” sehr gut.

Ich bin auch ganz niedergeschlagen ob des Verfalls unserer Gesellschaft. Als ich gestern im 27. Biomarkt unseres Kiezes einkaufen ging, begegnete mir doch tatsächlich eine Horde Punks, die ihr Bier dort kauften und sich dann grölend und stinkend in den Eingangsbereich setzten, um es dort zu trinken.

Furchtbar sowas!

Level: Großstadt — dasnuf at 6:58 am on Wednesday, June 18, 2008

Begegnungen der 27. Art

Falls es demnächst keine neuen Einträge mehr gibt, hier die Erklärung.
Nuf steht nichtsahnend auf der Straße. Ein ca. vierjähriges Kind reißt sich von der Hand des Vaters los und läuft zu Nuf.
- Hallo, sagt es.
- Hallo, sagt Nuf.
- Du musst bald sterben.
Kind lächelt und geht wieder zum Papa.
Stellen Sie sich vor, wie man sich fühlen würde, wäre man abergläubisch.
Bin ich aber gar nicht. Sicherheitshalber habe ich die Zunge im Mund verdreht, den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger gesteckt und ein Paar Gläser zerworfen.

Level: Großstadt — dasnuf at 10:09 am on Thursday, June 12, 2008

Hören und Staunen

Biergärten sind out, Neukölln ist in.

Donnerstag, 29.5, 20.30 Uhr
ORI Berlin
Friedelstraße 8
12047 Berlin
Eintritt: 0 Euro

Level: Großstadt, Leseempfehlung — dasnuf at 4:57 pm on Thursday, May 29, 2008

Dein Hund, Deine Kacke

Aus dem Jobleben kennt man das. Ein neues Tool soll eingeführt werden. Das Tool würde alle Prozesse transparenter, einfacher und weniger fehleranfällig machen. Allerdings müssten die Mitarbeiter dafür geschult werden. Da das Zeit kostet, arbeitet man beharrlich mit dem alten System weiter. Die Ausrede: Ich konnte die Kettensäge leider nicht benutzen weil ich keine Zeit hatte, die Gebrauchsanweisung zu lesen. Deswegen fälle ich weiter mit der Axt.
Ähnlich verhält es sich mit dem Hundekotentsorgungsproblem in Berlin. Das Ordnungsamt kann leider aufgrund von Kosten so gut wie keine Mitarbeiter freistellen, die Bußgeldbescheide gegen Hundebesitzer ausstellen, die ihre zum Teil phänomenal großen Hundehaufen auf Gehwegen, öffentlichen Grünanlagen und Spielplätzen „vergessen”.
Es fehlt das Geld, die Mitarbeiter einzustellen.
Ich bin wirklich kein Matheass, aber wie kann das sein?
Im Jahr 2006 zählt Berlin 108.509 (gemeldete) Hunde. Wenn man also annimmt, dass die jeden Tag einmal durchschnittlich 200 Gramm kacken, hat man pro Tag stolze 21,7 Tonnen Ausscheidungen.
Gefühlt werden davon 80% an Stellen platziert werden, die dafür nicht vorgesehen sind. Macht bei einem hypothetischen Strafgeld von 50 Euro pro Haufen 4,3 Millionen Euro am Tag.
Klar, erwischt bestenfalls nur jeden zehnten Missetäter. Macht nur noch schlappe 434.936 am Tag. Bei einem Monat von dreißig Tagen sind das lediglich 13 Millionen Euro. Ziehen wir jetzt 80% Verwaltungs- und Personalkosten ab, blieben noch 2,6 die man als Gehalt für die Ordnungswächter vergeben könnte.
Und davon kann man niemanden einstellen? Schade eigentlich.
Hätte ich nicht Muxmäuschenstill gesehen. Ich hätte viele schöne Ideen, wie man rücksichtslose Hundebesitzer davon überzeugen könnte, dass es unschön ist, überall Kacktretminen zu verteilen.
Vielleicht einfach alle gemachten Hundehäufchen mit Fähnchen, welches durch Bild und Adresse des Besitzers geziert wird, verschönern?
Alle Exkremente aufsammeln, horten und dann, wenn genug da ist, um einen ansehnlichen Hügel zu formen, direkt vor deren Wohnungstür ablegen?
Und übrigens, wenn jemand das tolle „Ich zahle doch Hundesteuer, dafür muss die Stadt sich um den Hundedreck kümmern”-Argument vorbringen möchte.
Ich zahle auch Steuern, kacke aber nicht in Parks und auf Spielplätze.

Level: Großstadt — dasnuf at 8:00 am on Wednesday, March 26, 2008
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