Weihnachtlicher Sittenverfall!!!EINS111!!!

Die Sitten verfallen übrigens nur, wenn ihr NICHT die ganze Amazonwunschliste rauf und runter bestellt.

Jeder kennt die Geschichte von den Reiskörnern, in welcher der indische König Sher Khan den Erfinder des Schachspiels für dessen geniale Erfindung entlohnen wollte. Dieser verlangte ein Reiskorn auf dem ersten Feld, zwei auf dem zweiten, vier auf dem dritten, acht auf dem vierten, sechzehn auf dem fünften Feld und wer in Algebra gut aufgepasst hat, weiß, der König konnte Buddhiram am Ende nicht entlohnen. Es waren 18,446,744,073,709,551,615 Reiskörner. So viel gaben die königlichen Kornspeicher nicht her.

So ähnlich verhält es sich in unserer Familie mit der Anzahl unserer Groß- und Urgroßeltern und sonstigen Verwandten. Wir selbst sind eine Patchworkfamilie. D.h. es gibt uns und die anderen Eltern und da die Großeltern. Auch die Großeltern sind Patchworkfamilien und zum Teil geschieden und wieder neu verheiratet und das teilweise sogar mehrere Male. Unterm Strich ergibt das grob geschätzt zweihundert potentielle Weihnachtsgeschenkeschenker. Weihnachten will sich niemand lumpen lassen und weil es zudem noch Familienstreitigkeiten gibt und man dem verhassten Großonkel zeigen will, dass man sich ordentlich was leisten kann, erhalten die Kinder Jahr für Jahr so viele Geschenke, dass wir uns den Rest des Jahres damit finanzieren, dass wir einen Großteil der Geschenke auf ebay  versteigern darüber nachdenken müssen umzuziehen.

Ein Traum für die Kinder. Zumindest für die älteren. (Die jüngeren erfreuen sich ohnehin Jahr für Jahr v.a. an den Verpackungen und glitzernden Geschenkebändchen.)

Ich muss ehrlich sagen, mir macht diese Megageschenkerei zu schaffen. Tag für Tag denke ich daran, weil ich am Arbeitsweg an den Mediamarkt Plakaten vorbei gehe, die mit dem Spruch „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ werben. Auf verschiedenen Plakaten sieht man Menschen die irgendwelche teuren technischen Geräte in die Luft halten und extatisch vor Glück schreien.

Direkt proportional mit meinem innerlichen Gruseln der Werbebotschaft gegenüber steigt in mir der Wunsch Weihnachten mit den Kindern vom Konsumterrorszenario wieder zum althergebrachten Fest der Liebe werden zu lassen, v.a. weil ich einen zunehmenden Werteverfall befürchte.

Wie sollen die Kinder IRGENDETWAS JEMALS schätzen, wenn sie doch alles immer und in allen Ausführungen besitzen? Wie sollen sie verstehen, dass sie ein außerordentliches Privileg genießen und es dem allergrößten Teil der Menschheit ganz und gar nicht so geht?

Ich konnte kaum schlafen vor Sorge. Glücklicherweise sind mir in der Zwischenzeit die Thesen von Ronald Inglehart zum Postmaterialismus begegnet. Sehr verkürzt behauptet dieser, dass ein totaler Überfluss von materiellen Gütern in der individuellen Entwicklung des Menschen zu einer postmaterialistischen Einstellung führt, die kontinuierlich nach höheren – immateriellen (!) Werten wie Gesundheit, Freiheit, Glück, Kultur, Bildung, Tier- oder der Umweltschutz strebt. Die Menschen, die in ihrer Kindheit also nie irgendeinen Mangel erfahren mussten, werden folglich später mutterteresaesk.

Fälschlicherweise haben wir Eltern die letzten Jahre unseren Kindern gar nichts mehr zusätzlich gekauft! Das soll dieses Jahr anders werden. Mir ist es sehr wichtig, dass die Kinder nach diesen höheren Werten streben und fortan alles dafür tun ihre kulturellen, sozialen und intellektuellen Bedürfnisse zu befriedigen (1). Ich will ein Heer von (Netz)Aktivisten, Umweltschützern, ehrenamtlichen Helfern und Orang-Utan-Schützern!!!

Und wenn ihr mich in irgendeinem Konsumtempel seht, packt mir wahllos Dinge in meinen Einkaufswagen. Ich bin bereit unsere komplette Altersvorsorge auf den Kopf zu hauen. Fröhliche Weihnachten im Voraus!

Das psychologische Familieneinkommen (unwitzig)

Manchmal liege ich schlaflos im Bett und hätte gerne mentalen Internetzugang, um die Kinder nicht zu wecken, weil ich aufstehe, um etwas nachzuschauen. Z.B. die psychologischen Hintergründe von Lohnsteuerklassen.

Ich hole mal ein wenig aus. Wenn ich mich mit anderen Frauen unterhalte, dann stelle ich immer wieder fest, dass die Rollen, sobald in die Familie ein Kind geboren wird, sofort „traditionell“ werden. Es ist a) selbstverständlich, dass die Frau den Großteil des ersten Lebensjahres zu Hause bleibt und b) selbstverständlich dass die Frau danach in Teilzeit geht.

Da startet man also gleichberechtigt: Mann und Frau haben einen 40-Stundenjob, wenn man Glück hat und ungefähr gleich gut bezahlt wird, haben beide Partner Lohnsteuerklasse IV (sofern man verheiratet ist).

Dann kommt das Kind. Früher wurde (die Frau) umgehend finanziell abhängig von den Einkünften des Mannes. Heute bekommt man (für mein Empfinden) großzügig bemessenes Elterngeld sofern man voll berufstätig war. Ein Jahr lang. Dann bekommt man nichts mehr, d.h. der Beitrag zum Familiengesamteinkommen ist rein „ideell“ oder aber man hat Glück, findet einen Krippenplatz und fängt an wieder Teilzeit zu arbeiten.

Beim Mann – keine Veränderung. 40 Stunden, volle Beiträge für die Rentenkasse. Man wechselt aufgrund des Lohngefälles die Lohnsteuerklassen auf III (Mann) und V (Frau).

Bei der Frau reduziertes Gehalt (geschuldet der reduzierten Wochenarbeitszeit und durch die „schlechte“ Lohnsteuerklasse), Lücke in der Altersvorsorge, nicht selten Karriereknick. Das Übliche.

Persönlich muss ich sagen, dass ich extrem viel Glück habe. Mit allem, mit meinem Arbeitgeber (seiner Bereitschaft mich teilzeit wieder aufzunehmen und v.a. mir weiterhin verantwortungsvolle Arbeiten zu überlassen) und mit meinem Mann und seiner sehr gleichberechtigten Einstellung gegenüber der Summe der Familieneinkünfte.

Die gesamten Einnahmen unserer Familie gehen nämlich auf ein gemeinsames Konto und auf unseren privaten Konten verbleibt lediglich ein persönliches Taschengeld. d.h. mir als Frau wird nichts zugeteilt und ich muss nie bei außerplanmäßigen Ausgaben um Ausgleichsüberweisungen bitten.

Dennoch habe ich immer das Gefühl weniger für die Familie beizutragen als mein Mann und wenn ich etwas kaufe, das nicht unbedingt zu den „lebensnotwendigen Ausgaben“ zählt, habe ich immer das Gefühl das schwer verdiente Geld meines Mannes zu verjubeln.

Warum also ist es nicht möglich steuerlich auf eine Lohnsteuerkarte zu arbeiten wenn man verheiratet ist und gleich gemeinsam veranlagt zu werden? Es muss doch Möglichkeiten geben, dem Teilzeitarbeitenden ein besseres Gefühl zu geben bzw. den Fokus wirklich auf das Gemeinsame zu legen und somit den Beitrag zur Hausarbeit und der Kinderbespaßung einen besseren Stellenwert zu verschaffen.

Ich fände es schön und hätte dann wohl weniger das Gefühl aus egoistischen Motiven (Selbstverwirklichung? Persönliche Weiterentwicklung? …?) arbeiten zu gehen.

Wenn Männer es ernst meinen

So eine wii bringt Spaß. Das muss ich schon zugeben. Nur welche Hirnareale bei Männern angesprochen werden, ist doch äußerst interessant. Für mich als bekennender Sportmuffel ist es sogar noch nachvollziehbar wenn man beim Skispringen die geflogenen Meter vergleicht. So viel Wettkampfgeist steckt sogar in mir. Doch ich bin eben kein Mann und kann deswegen nur eine große Sprechblase mit Fragezeichen über meinem Kopf wachsen sehen, wenn ich beobachte, wie sich mein Freund und unser männlicher Besuch beim Yoga-Entspannungsatmen duellieren.
„HA! Ich bin Yoga-Profi!“
„HAHA! Ich auch!“
„HAHAHA! Ich habe meinen Schwerpunkt aber besser im Zentrum.“
„JAHHHAAA? Das wollen wir doch mal sehen.“
Wieder und wieder atmen und entspannen die beiden um die Wette und sitzen dann kniend vor der Bildröhre um mit einem Metermaß die Pendelbewegungen ihres visualisierten Schwerpunktes auszumessen.
Verständnis habe ich für solch ein Gebaren nicht. Doch was soll ich sagen? MEIN Männchen atmet am Besten. Nänänänä näääää!

Neues aus dem Urlaub

Papa: Wire bestellene jetzt Pizza. Welche willste Du habene?

Nuf (das Pizzabestellleporello studierend): Ich nehme die Vegetariana.

Papa: Warume nichte die mit Thunfisch und Schinkene?

Nuf: Warum fragst Du mich eigentlich, wenn ich eine bestimmte bestellen soll?

Papa: Iche habe an Deine gute Geschmacke geglaubte.

Nuf: Dann bestell‘ doch die, die Du möchtest.

Papa:  Aber bist Du zu Besuche! Sollste Du bestimmen!

Nuf: Ich sagte bereits, ich hätte gerne die Vegetariana.

Papa: Aber warume? Die schmeckte nicht!

Nuf: Wieso? Hattet ihr die schon mal oder wie?

Papa: Nein, aber es fehlte die Thunfisch und de Schinkene.

Nuf (seufzend): Dann nehmen wir die mit Thunfisch und Schinken.

Papa (umarmt fröhlich sein Kind): Aha! Meine Tochtere! Hatte eben doch gute Geschmacke! Ich habe das gleiche gewußte!

Wie dicht bist Du eigentlich?

Mathematik und Physik sind in meiner Familie kein reines Männerthema. Zu Beginn konnte man nur bei meinem Vater ein Interesse für diese Domäne beobachten. Behauptete er mit seinen 1,70 cm doch über mehrere Jahre hinweg, er sei größer als mein damaliger Freund (1,97 cm). Nur wenige Jahre später entdeckte auch meine Mutter ihre große Leidenschaft für physikalische Zusammenhänge.
Da sie nämlich 60 Kilo wiegt und ich 62 Kilo wiege, stellt sie mir herzenserfreuender Regelmäßigkeit fest, dass sie ja leichter als ich sei.
Sie übersieht dabei, dass ich rund 25 cm größer bin (so dachte ich zunächst!).
Es liegt mir fern mit meinen 34 Jahren meine Eltern in solchen Sachen belehren zu wollen und tatsächlich habe ich eine Lösung für die oberflächlich seltsamen Aussagen finden können.
Die Frage ist falsch gestellt und sollte so manch andere Frau ebenfalls interessieren. Sie lautet nämlich nicht: „Wer ist leichter?“ sondern „Wer ist dichter?“
Die Dichte, ist, so weiß man aus der Schule der Quotient aus Masse und Volumen. Aus der Schule weiß man auch, dass das Volumen sich mit steigender Temperatur ausdehnt. Die Dichte nimmt also ab, je heißer es ist.
Gängigen meterologischen Skalen kann man leicht entnehmen, dass es in Süddeutschland viel wärmer als in Berlin ist, woraus abzuleiten ist, dass meine Mama zwar ausgedehnter – jedoch viel leichter als ich ist und dass obwohl sie kleiner ist.
Total logisch.