Dieser Adventskalender darf gerne 1.000 Euro kosten

Je älter ich werde, desto größer mein Wunsch, dass Weihnachten einfach so aussieht: Im Kamin* brennt ein Feuerchen, die ganze Familie sitzt im Kreis, wir trinken Tee und Kakao und spielen Brettspiele.

Anstatt dessen soll ich konsumieren, konsumieren, Konsum verschenken und noch mehr konsumieren. Es ist völlig irrsinnig, was man alles kaufen soll. Weihnachtsschmuck, extra Dekokrempel, Adventskalender, Adventskranz, Weihnachtsbaum, Geschenke, Nikolausgeschenke vorher nicht zu vergessen.

Wenn ich auch sonst nicht sehr auf Müll bzw. dessen Vermeidung achte, so fällt mir dennoch auf, dass Weihnachten besonders ein Fest des Mülls ist. Die Tonnen an Süßigkeiten müssen plötzlich nochmal extra eingepackt werden und deswegen zum doppelten Preis verkauft werden.

Ja, ich werde bin eine alte Frau, die mit einem Krückstock fuchtelt.

Ich weiß auch nicht, warum mir die Adventskalenderbasteleien anderer Menschen Gefühle machen. Also auch mehr als anderer Konsum. Werde ich meine Therapeutin mal fragen. Aber besonders Weihnachten macht es mich aggressiv wenn mir die Timeline tolle Ideen für Adventskalender in die Timeline spült, die am Ende nicht nur 10 Stunden Bastelarbeit kosten, sondern deren Inhalt einen Wert von ungefähr 100 Euro hat.

Irgendwo im Internet ist mir eine Idee begegnet, die mir im Gegensatz dazu sehr gut gefallen hat: Der umgekehrte Adventskalender

Die Idee ist ganz einfach. Ihr sucht euch ein Projekt aus, das (Sach)spenden annimmt. Ein Kinderhospiz, das Spielsachen sammelt. Ein Flüchtlingsprojekt, das Hygieneartikel sammelt. Lebensmittel für die Stadtmission. Von mir aus Euromünzen für Netzpolitik. – ihr findet da bestimmt was.

Wichtig ist nur, dass man vorher schaut, was überhaupt benötigt wird.

Dann nehmt ihr eine Kiste und legt bis zum 24. Dezember jeden Tag eine Sache da rein. Zu Heiligabend spendet ihr das Ganze. Fertig.

Wohlstand teilen.

Umgekehrter Adventskalender


*ich hab nicht mal einen. Den müsste ich erst kaufen, hahahaha.

 

Schuhkauf mit Kindern, jetzt auch on demand buchbar

Schuhe kaufen mit Kindern
Hier warten weitere Kinder darauf, dass mein Freund mit ihnen Schuhe kaufen geht.

Der Freund, mehrere Jahrzehnte kinderfrei, nie in der Elternbubble gewesen, kam zu meinen Kindern wie sozusagen die heilige Jungfrau Maria zum Jesuskind. Rein in Gedanken, unbefleckt im Herzen, noch nie in einem keifendem Elternforum gewesen.

Deswegen weiß der natürlich ganz viel nicht. Zum Beispiel dass das alljährliche Schuhekaufen mit Kindern zu den Ereignissen zählt, die man gerne gegen rituelles Augenauskratzen tauschen würde.

Die sechs Höllen des für Kinder Schuhekaufens waren ihm völlig unbekannt.

Typische Szenarien sind ja zum Beispiel:

  • Die einzigen Schuhe, die irgendwie in Frage kommen, sind aus handgeklöppeltem Ziegenersatzleder und kosten leider das Weihnachtsgeld. Wenn man mehrere Kinder hat: auch noch das Urlaubsgeld im Sommer. Wenn man weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld bekommt, bedeutet das für die Eltern: keine eigenen Stullen, ein Jahr nur Hasenbrote (vgl. Absatz [2]).
  • Die einzigen Schuhe, die in Frage kommen, kommen auf keinen Fall in Frage. Die Meinungen  von Kind und Elter gehen deutlich auseinander. Während das Kind die knallrosa Plastikschlappen mit dem Aufdruck „Daddys little Darling“ haben will, widerstrebt es den Eltern hierfür Geld auszugeben.
  • Es ist nicht zu ermitteln, welche Schuhe in Frage kommen, weil die Kinder in jedem Schuhgeschäft wie kleine, ferngesteuerte Roboter auf die Fernsehecke zusteuern und dann so apathisch sind, dass man die Schuhe entweder nicht an ihre schlappen Puppenkörper bekommt oder aber sie nicht rückmelden können, ob der Schuh zusagt.
  • Die Schuhe, die eben noch im Laden gepasst haben, sind zuhause beim Vorführen untragbar. Sie drücken nämlich. Ja, wirklich. Ja, ganz plötzlich.
  • Die Schuhe, die es sein sollen, sind im achten Schuhgeschäft – egal in welcher Reihenfolge man bekannte Schuhgeschäfte besucht. Sie sind immer im letzten. Sie sind immer da, wo man mit letzter Kraft reinrobbt. Danach braucht man Urlaub.

Wie gesagt, als normale Eltern kennt man diese Probleme zu genüge. Wenn man aber aus einer anderen Filterbubble kommt, dann weiß man all das nichts.

Es lief also so ab: Auf unsere gemeinsame To Do Liste schrieb ich: „Neue Schuhe kaufen.“

Beim Abendbrot erwähnte ich das. Dabei äußerte ich Bedauern, dass ich diesen Part zeitnah vermutlich nicht übernehmen könne, weil ich immer lange arbeiten müsse. So ist das, wenn man einen wichtigen Job hat, ja, leider bin ich unersetzlich. Ausnahmsweise mal früher nach Hause gehen, sieht der Chef gar nicht gerne. Es eile zwar, aber übergangsweise könnten wir ja Schuhwerk aus Pressspanplatten aus dem Hobbykeller oder Plastiksäcken basteln.

Der Freund, sehr pflichtbewusst und an Gleichberechtigung interessiert, sagte: „Ach was. Das kann ich ja übernehmen.“

Innerlich highfivte ich mich selbst mit Anlauf und Sprung. Mein Gehirn formte lautlos ein YES!

Äußerlich kaute ich nachdenklich mein Abendbrot weiter und sagte: „Als Mutter würde ich das natürlich auch sehr gerne übernehmen *Finger fürs Lügen hinterm Rücken übereinander*, aber ja – warum nicht.“

Im Kopf Konfettikanonen, die rhythmisch nacheinander ihre Ladungen abschießen.

„Wie viel sollen die Schuhe denn kosten?“

„Och, so 30 Euro. Die wachsen ja immer so schnell raus.“

„OK.“

Zwei Tage später erhalte ich eine SMS: „Wir gehen jetzt Schuhe kaufen.“

Am Abend kam ich nach Hause. Die Kinder hüpften mir gut gelaunt entgegen: „Hier Mama, schau mal die neuen Schuhe. 25 Euro haben sie gekostet.“

Während ich mich frage: „Wie ist das möglich? Wie hat er das gemacht?“, stelle ich mich aber darauf ein, dass sich hinter den Kindern die Tür öffnet und der Freund wie ein Brett kraftlos in den Flur fällt. Ich google schnell „mitfühlende Worte zu jedem Anlass“, mache mich bereit, eben jene Worte möglichst authentisch zu formulieren, da tritt der Freund in den Flur.

„Hallo“, sagt er. Man merkt ihm augenscheinlich nichts an. Seine Haare sind nicht zerrauft, er ist nicht bleich, nicht entkräftet, nicht schlecht gelaunt. „Ich mache jetzt Abendessen.“

So war das mit dem Schuhkauf dieses Jahr.

Auf Twitter habe ich deswegen gefragt, wie ich mir nun sicher sein kann, dass der Freund kein Alien ist. Mir wurde dabei gesagt, dass man ihn das einfach fragen könne, da bekannt sei, dass Aliens niemals lügen würden.

Seine Antwort, eine sogenannte Glomar Response: „I can neither confirm nor deny.“

Das verunsichert mich – aber hey, ich habe gar nichts gegen Aliens. Solange Aliens weiterhin Schuhe mit den Kindern kaufen gehen, liebe ich Aliens sogar.

Lesen Sie unbedingt auch die Sicht des Aliens.

Muttertag 365 Tage im Jahr

Muttertag - ein Träumchen
So liege ich den ganzen Tag im Bett. Auch am Muttertag. NICHT./Quelle: Pixabay jill111

Muttertag. Mir geht das Abhassen auf den Muttertag auf die Nerven.

Warum ist es immer entweder oder? Warum kann ich den Muttertag und die Geschenke nicht behalten UND politische Forderungen haben?

Ich verstehe. Wut. Wut über die unhaltbaren Bedingungen. Wut v.a. weil Kinder ein Armutsrisiko darstellen. Berechtigte Wut aller Alleinerziehenden (aber nicht nur).

Wut ist ja eigentlich total mein Ding (auch wenn ich nicht so aussehe).

Aber in dem Fall sträubt sich alles in mir gegen die Idee, dass ich nicht gleichzeitig Feministin sein UND Selbstgebasteltes von meinen Kindern entgegen nehmen kann.

Oder – der Einwand kommt ja schnell – von meinem Partner, der das vielleicht stellvertretend für die Kinder macht, weil die noch zu klein sind.

Weder die Kinder – noch die Partner sind der Feind. Und ich finde es feindselig gegen die Geschenke, die man zum Muttertag bekommt, zu wettern (oder differenzierter gesagt – sie abzulehnen).

Man stelle sich das mal in real vor, nicht nur metaphorisch: Da springen meine Kinder morgens mit einem Büschel selbstgepflückte Blumen in mein Bett (natürlich um 6 Uhr und nicht wenn ich finde, dass ich ausgeschlafen habe) und dann nehme ich die Blumen und werfe sie gleich aus dem Fenster.

Macht natürlich niemand.

Ich habe schon auf Twitter gesagt, dass diese Dramaturgie „Ich will nicht <Geschenk> sondern <wichtige politische Forderung>“ mir ein ungutes Gefühl macht und habe einiges an Gegenwind erfahren und einige Menschen, die ich sehr gerne in meiner Timeline habe, sind mir gleich entfolgt.

Wahrscheinlich folge ich dem falschen Feminismus (welche Richtung ist das dann eigentlich? Bekiffter Flausch-Feminismus?).

Ihr hört mich seufzen.

Ich weiß es wirklich nicht. Es gibt ja diese bizarre Richtung Glamour-Konsum-Feminismus – zu sehen auf den Kleiderständern diverser Modeketten – zu erkennen am flotten, glitzernden Fun-Feminismus-Spruch auf dem Shirt (nur 6,99 Euro!).

Bin ich da angekommen? Bin ich kurz vor Ivanka Trumps Bullshit-Feminimus?

Wie gesagt: Ich unterstütze vollumfänglich die Forderungen (ich bin nicht mal bereit bescheiden Wünsche zu sagen, weil es ist an der Zeit, dass diese Dinge Realität werden. Da hilft vielleicht ein leises „Ich hätte gerne…“ nicht mehr, da muss man vielleicht auch mal „Ich will…“ sagen).

Lest bitte weiter bei der geschätzten Mama arbeitet, bei Mutterseelesonnig und auch bei Journelle, die zu Recht gegen die furchtbaren Muttermythen abhasst oder schaut euch das Hashtag #Muttertagswunsch auf Twitter einfach selbst an.

Ich sehe mich wirklich ganz und gar nicht im Gegensatz oder Widerstreit dieser Personen und/oder der Aktion Muttertagswunsch.

Mich erschreckt nur die Wut (in dem Fall, vielleicht, wie gesagt, weil ich so hormon-schnulli-weichgespült bin). Ich möchte in der selben Demo mitlaufen und ich möchte noch mehr Frauen und Männer mitnehmen und die Kinder gleich auch.

Natürlich sollen die lernen, dass es nicht nur einen Tag im Jahr gibt, an dem man die Eltern alibimäßig wertschätzt.

Und zuletzt wünsche ich mir, dass auch Väter Muttertagswünsche haben. Das irrwitzige ist nämlich, dass diese Wünsche alle so klingen als seien sie Aufgaben/Probleme/Verantwortung der Mütter. Sind sie auf eine Weise natürlich. Sollen sie aber nicht sein. Also bitte – es gibt ja keinen Elterntag – dann lasst mal ein paar Vatertagswünsche hören.

#Bastelgate

Adventskalender
pixabay @condesign
Basteln als Politikum

Ich mache mich ja immer wieder darüber lustig, dass man als Eltern  zum Basteln genötigt wird. Es gibt unterjährig viele Anlässe. Mindestens zur Laternenzeit und Weihnachten kommt man kaum drumherum.

In meinem Blog habe ich (toitoitoi) eigentlich nie hitzige, unsachliche Diskussionen oder angreifende Kommentare. Es sei denn, ich schreibe über das Basteln.

Das ist höchst erstaunlich. Basteln ja/nein kann tatsächlich einfach aufgenommen werden in die Liste Familienbett ja/nein, impfen ja/nein, Stillen ja/nein.

Menschen, die basteln zu kritisieren, ist offenbar damit gleichzusetzen ihre generelle Art zu leben zu kritisieren.

Ich habe gestern einen Artikel (Rotwein, vielleicht) über den Zwang des Adventskalenderbasteln auf Twitter verlinkt und damit eine Diskussion zum Thema Adventskalender ausgelöst, die ich sehr interessant fand.

In der Elternblog-Szene gibt es anscheinend einen Authentizitätszwang

Mal abgesehen davon, dass ich es fast schon belustigend finde, wie wörtlich manche Texte genommen werden. Die Autorin schreibt z.B.

Das muss man alles nachts machen, wenn die Kinder schlafen. Darf dabei nicht rauchen, wegen der Kinder. Darf keine laute Musik dabei hören, weil die Kinder schlafen. Darf nicht kiffen, kein MDMA, kein Speed, kein Koks, kein Heroin nehmen. Rotwein vielleicht.

und

Oder würdet ihr von eurem Mann verlangen, er soll euch beim Weihnachtskalenderbasteln helfen? Ich glaube, ich könnte mit meinem Mann nicht mehr schlafen, wenn er mir beim Weihnachtskalenderbasteln geholfen hätte. Frauenkleider dürfte er tragen, oder Kuchen backen, oder Knöpfe annähen. Aber Beutelchen befüllen? Nein!

Darauf dann die Frage: „Warum sollte der Mann nicht basteln dürfen?“, „Warum sollte man keinen Sex haben wollen, mit Partnern, die basteln?“ „Wieso sollte man Drogen nehmen wollen, wenn man basteln muss?“

Herrje. Ich kenne diese Reaktionen aus meinen Amazon Buchkritiken. Meine Einsternbewertungen werfen mir beispielsweise vor:

„Es sind keine Erfahrungsberichte, sondern schlicht an den Haaren herbeigezogene Geschichten.“

„Überdrehte Mutter, da würde ich als Kind ausrasten, so wie diese es auch tun.“

„[…] sehr weithergeholt und übertrieben“

Ja, liebe Leserinnen und Leser, es tut mir ja leid, aber ich überspitze die Geschichten rund ums Elternsein, manchmal erfinde ich sie sogar komplett, weil es mir um ein bestimmtes Thema geht, das mir im Muttersein begegnet und ich verarbeite es, indem ich mich darüber lustig mache.

Ohne Frau Ruth zu kennen, würde ich jetzt auch behaupten, bestimmt hat sie nicht wirklich vor beim Basteln Heroin zu nehmen und womöglich würde sie weiterhin Geschlechtsverkehr mit ihrem Partner haben, selbst wenn er energisch nach dem Bastelkleber greift.

Mal abgesehen davon, dass also manche alles sehr wörtlich nehmen, ist doch interessant, wie viele Emotionen der Artikel wecken kann.

Im Wesentlichen spannen die ein Spektrum zwischen „I feel you“ bis „JETZT LASST DOCH DIE ARMEN MENSCHEN BASTELN“ auf.

Tatsächlich hatte ich dann plötzlich auch eine Emotion. 2012 habe ich dazu schon geschrieben: „Ich glaube, 80% der anderen machen Dinge selbst, um Menschen wie mich in den Wahnsinn zu treiben.“

Und ja, das ist auch übertrieben und ja, ich würde 2016 nicht mehr schreiben, dass ich Menschen hasse, die basteln – aber es bleibt bei einer Sache:

Basteln kann nicht jede/r

Ich finde wirklich (auch wenn das eine Sache der Prioritäten ist) – man muss zum Basteln erstmal Zeit haben. Und so albern das klingen mag, es gibt Lebenssituationen – im Extrem wenn man alleine für einen Haushalt mit mehreren Kindern verantwortlich ist – die das Zwangsbasteln und Selbermachen zur Belastung werden lassen.

Um durch den Alltag zu kommen, habe ich also alle Aufgaben priorisiert und prüfe: was muss ich machen, was ist optional, was kann ich irgendwie ersetzen.

Und nein, manche Dinge im Eltern-Kind-Umfeld kann man nicht einfach ignorieren. Für mich gibt es oft eine Art Bastel/Back/Klöppelzwang

Wenn das ganze Umfeld Adventskalender bastelt und befüllt, dann viel Spaß bei der Aufgabe, den Kindern für 1,99 einen gekauften Kalender in die Hand zu drücken.

Mal abgesehen davon ist basteln oft teuer. Wenn man bereits Besitzerin eines Bastelarsenals ist, dann ist das einem vielleicht gar nicht so bewusst. Um beim Thema Adventskalender zu bleiben, bei drei Kindern und einer Befüllung pro selbstgefalteten Adventskalendertürchen von 1 Euro plus Bastelmaterialen (5 Euro) ist man bei 87 Euro.

Bitte verschont mich also mit der Aussage, das sei doch alles kein Problem.

Natürlich hat das was mit Konsum zu tun und natürlich kann sich das nicht jede/r leisten und zwar sowohl was den Zeitaspekt als auch den finanziellen Aspekt angeht.

Und das finde ich, darf man durchaus berücksichtigen.

Und ja es gibt schöne Alternativen, z.B.

Und wenn auch einiges aus meinem Text von 2012 anders formulieren würde, diese Aussage bleibt:

„Ich habs ja versucht. Aber ich schaffe das nicht. Ich schaffe nicht 30 Stunden zu arbeiten, den Haushalt, die Kinder zum Sport zu bringen, Laternen zu basteln, Plätzchen zu backen, dabei immer schick auszusehen, ICHWILLDASNICHT und ich will nicht, dass die anderen mir ständig zeigen, was sie alles selbst machen.“

Und deswegen fand ich den Text von Frau Ruth so toll.

Adventskalender basteln ist (wie alles andere) nicht Privatsache

Denn ja, den Druck mache ich mir zum Teil selbst, aber ab einem gewissen Grad gibt es auch kein Entrinnen. Ein Kind, das umgeben ist von Kindern, die jeden Tag ein gekauftes Spielzeug in einem selbstgebastelten Kalender finden, muss schon ganz schön bearbeitet werden, um sich nicht zu fragen: Warum alle andern und ich nicht?

Es geht in der Sache der Adventskalender also v.a. um den bereitgestellten Inhalt und Zitat: „Noch schlimmer wird es dadurch, in dem man bereit ist, dem Konsumwahn auch noch eine persönliche Note durch eine Aura des Handgemachten zu verleihen„.

So und jetzt gehe ich basteln. Es gibt nämlich keine Lösung für dieses Dilemma. Denn das was man tut, hat eben auch Auswirkungen auf andere. Ob man will oder nicht und ich finde, dessen darf man sich wenigstens bewusst sein. Ob man dann in diesem Wissen Rücksicht nehmen kann oder möchte, ist nochmal eine andere Frage.

Leider ist es eben sogar beim Adventskalender so, dass das was man selbst tut, nicht im luftleeren Raum steht.

Justin Bieber! Halbnackt!

Bieber
Eine Influencerin durfte in das Mikrofon sagen, warum sie Justin Bieber gut findet: „Weil er saugeil aussieht und so saugeil singt“ Ich schließe daraus, dass Justin Bieber ein Sänger ist.

Chameen Loca!
Fabian Siegismund!
MrTrashpack!
Katja!
Jonas!
Moritz!
Ana Lisa Kohler!
Nona Kanal!
Typisch Kassii!
Anne Wünsche!
Brenda Black!
Josephine Welsch!
Henning Mertens!
MayaRe!
Thien Nguyen!
Marvyn Macnificent!
Ambre Vallet!
Jack Strify!

Sie alle würden kommen! Alle! Um der Enthüllung der neuen (!) Justin Bieber Figur [1] beizuwohnen.

Ich bin völlig aus dem Häuschen! KATJA kommt!

Äh? Katja? Wer ist das? Und wer sind die anderen?

Ich frage Kind 1.0. Diese Jugend! Die kennt diese YouTuber doch! Ich verlese mit dramatischer Stimme die Liste der Influencer. Kind 1.0 zuckt mit den Schultern. Nie gehört. 400.000 Abonnenten. 180.000 Abonnenten. 700.000 und oh 25? (Interessanter Range)

„Doch, ich glaube zwei kenne ich!“

Dieses Kind! Dieses lesesüchtige Kind. Schaut kein Fernsehen und kennt die angesagten YouTuber nicht.

Ich erinnere mich genau, als es eines Tages mit blauen Auge an den Frühstückstisch trat. OMG! Was war passiert? Das arme Kind hatte nachts heimlich gelesen. Einen dicken 600 Seiten Schmöker. Das Kind lag am Rücken im Bett, das Buch über den Kopf haltend und dann haben es auf Seite 124 die Kräfte verlassen. Es konnte die Arme nicht weiter nach oben halten und dann ist ihm das Buch aus der Hand geglitten und aufs Auge gefallen.

Das hatte es nun vom heimlichen Lesen. Pfui!

Und sieben Jahre später die zweite Quittung: Es. kennt. kaum. YouTuber.

Was haben wir bloß falsch gemacht?

Dabei fand ich die Idee total super. Ich – endlich auf einem supercoolen Event eingeladen – könnte Kind 1.0 überreden einen gemeinsamen Abend mit mir zu verbringen.

Angie und ich - ein Feuerwerk der Herzlichkeit
Angie und ich – ein Feuerwerk der Herzlichkeit

Ok, ok. Ich gebe zu. Ich wollte auch endlich mal ins Madame Tussauds. Zuletzt war ich als Dreizehnjährige in London im Madame Tussauds. In der Präselfiezeit. Ich frage mich, was man da gemacht hat? Hat man sich tatsächlich die Figuren einfach angeschaut?

Ich fands damals jedenfalls toll.

Naja und streng genommen, war ich (zunächst) erstmal auch gar nicht eingeladen.

Und er tut so, als sei nichts.
Und er tut so, als sei nichts.

Tatsächlich war ich sehr betrübt, als ich hörte, dass alle Mama-Bloggerinnen eingeladen waren. Nur ich nicht.

Der Herzensbrecher [Justin Bieber] ist als erste Wachsfigur mit freiem Oberkörper zu sehen.
Die Fans können so sein Sixpack hautnah berühren, seine Tattoos genauestens anschauen und heißeste Selfies mit dem Sänger schießen.
Die Wachsfigur steht in einer Multimediainstallation, die unter Laserlichtstrahlen seine größten Hits spielt.

Zum Glück war sich meine Filterbubble schnell einig: Auf keinen Fall wollte sie bei diesem Event dabei sein. Niemals nicht.

Ich hingegen schon. Also erbat ich mir unterwürfigst Einlass und weil die anderen ja abgesagt hatten, gab es noch ein Plätzchen.

Und tatsächlich hatten wir großen Spaß.

Wobei ich sagen muss, diese Wachsfiguren sind schon spooky. Manche sehen total echt aus und stehen einfach hinter der nächsten Ecke und lächeln einen leer an.

Helmut Kohl zum Beispiel hat mich sehr erschreckt.

Es ist außerdem sehr schwer Wachsfiguren als Wachsfiguren zu behandeln. Als es beispielsweise um die Enthüllung der Justin Bieber Figur ging, stand ich in gebührlichen Abstand vor dem sitzenden Harry Styles (ein Sänger der Pop-Kapelle One Direction [2]). Allerdings wurde es dann sehr, sehr voll und ich sage euch: mit Promifotografen ist nicht zu spaßen. Die haben Ellebogen. So ein gutes Foto schießt sich offenbar nicht mit Geduld und Höflichkeit.

Jedenfalls irgendwann klebte ich mit meinem Hintern im Gesicht der Harry Styles Wachsfigur – wohlwissend, dass es sich um eine Wachsfigur handelt – doch uhhh das war unangenehm, schließlich drückt man nicht ungefragt sein Gesäß in anderer Menschen Antlitz.

Auch Wachsfiguren haben eine intime Distanzzone, in der ich nicht stehen möchte. Außerdem hab ich Harry die Sicht auf Justin versperrt. Auch nicht schön.

Keine Bieber

Tatsächlich habe ich da an Westworld denken müssen. Respekt all denen, die glauben zwischen Mensch und Host unterscheiden zu können. Ich könnte nicht auf Hosts schließen oder sie respektlos behandeln.

Als endlich Platz genug war, habe ich mich also neben Harry gesetzt und voller Bewunderung die Promifrauen beobachtet. So dünn! So zart! So groß! So viel Makeup. Irre viel Makeup. Tonnen davon. Genug Makeup für alle. Und Wimpern. Wimpern auf Wimpern. Doppelwimpern. Toll. Es war ja so voll, dass ich diese gedoppelten Wimpern von der Seite sehen konnte.

Es war ein aufregender Abend. Ich hab alle Anwesenden gegoogelt, viel über das Posieren gelernt und Kind 1.0 durfte noch im Auftrag der Promis Fotos derselbigen machen.

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Ganz am Ende bekamen alle, die nicht wir waren, Kopfhörer geschenkt. Da war Kind 1.0 doch ein wenig ungehalten, dass ich nur so eine unbekannte Bloggerin bin. Tja. Wär‘ es eben selbst bekannter YouTuber geworden! Aber nein! Es wollte ja immer lieber le-sen.


[1] Justin Bieber gab es tatsächlich schon. Als blutjungen 18jährigen konnte man ihn bewundern. Der neue ist 22. So wie der echte Justin Bieber. Das ist sehr verwirrend. Denn der alte Justin ist der junge Justin und der neue ist jetzt der aktuelle Alte.

[2] Nie gehört.

Hauptsache die Kinder schlafen

Offenbar ist es gerade schwer angesagt* Produkte feilzubieten, die Kinder zum Schlafen bringen. Zum Beispiel Musikstücke, die man während des Autofahrens hören kann. Die Kinder werden erst animiert und dann stufenweise immer weiter runtergefahren, so dass sie ganz am Ende einschlafen. (Angeblich!)

Nissan hat das gerade für den japanischen Markt entwickelt.

Ob das für den europäischen Markt funktioniert?

Für mich persönlich reicht es ja schon überhaupt länger als 10 min Auto zu fahren. Ich brauche gar keine Einschlafmusik. Sobald wir irgendwohin fahren, werde ich durch das gleichklingende Motorengeräusch sehr, sehr müde.

Selbst wenn ich Fahrerin bin. (Deswegen fahre ich so gerne Zug)

Nach dem selben Prinzip soll das schwedische Vorlesebuch: „Das Kaninchen, das so gerne einschlafen will“ (Amazon-Werbelink)
funktionieren. In stetigen Wiederholungen, sehr handlungsarm, sollen Kinder zum Einschlafen gebracht werden.

Neurolinguistisches Programmieren soll hier die Basis sein. Unmoralisch finden einige Kinderpsychologen Bücher dieser Art, da die Kinder manipuliert werden. (Ein wenig amüsant ist, dass die KritikerInnen sich nicht einig sind, ob es ohnehin Unsinn ist, weil NLP nicht funktioniert oder ob NLP funktioniert und es deswegen nicht OK ist.)

Ich bin noch nicht dazu gekommen, das mal auszuprobieren. (Muss gerade lachen, weil ich mir vorstelle, wie ich versuche das mich bereits in der Länge überragende Kind 1.0 damit zum Einschlafen zu bringen.)

Tatsächlich funktioniert doch jedes Abendritual so, oder? Man versucht irgendwie zur Ruhe zu kommen. Wir essen (40 min), dann werden die Schlafanzüge angezogen (30 min), dann die Zähne geputzt (20 min), dann hüpfen wir alle ins große Bett und lesen vor (30 min), um dann zu kuscheln und ein paar Fragen zu beantworten (gefühlte 70 min) und dann singen wir:

(Ich bin so ein Martina Hill Fan!)


*Wenn man zwei ähnliche Dinge im Netz findet, darf man freimütig von Trend sprechen, oder?

GBG – Goodie Bag Gier

Ich habe einen Bekannten, der sehr gerne auf Messen geht. Er besucht diese Messen nicht, weil ihn das Thema interessiert, sondern weil es dort Dinge kostenlos gibt. Er läuft von Stand zu Stand und sammelt. Meist Kugelschreiber und Gummibärchen, ab und an einen USB-Stick oder ein Putztuch für den Screen des Smartphones.
Mir war es immer ein Rätsel was er davon hat. Was hat man davon zuhause dreiunddrölfzig Kugelschreiber rumliegen zu haben? Oder verkauft man das auf ebay? Aber wer kauft Kulis und USB Sticks?

Was man ihm lassen kann, ist, dass er Mühe damit hatte. Er musste immerhin an jeden Stand einzeln gehen, dort meist irgendein Verkaufsgespräch über sich ergehen lassen und dann hat er höflich nach einem Mitgebsel gefragt und es eingesteckt.

Ich erinnere mich an mein erstes BloggerInnen-Event und meine erste Goodie Bag gut. Sie war bis oben mit tollen (auch wirklich hochwertigen) Babysachen gefüllt: Feuchttücher, Popo-Creme, Lavendel-Babybad, Wind und Wetter Creme…

Beim Gehen wurde man gefragt, ob man schon ein Goodie Bag bekommen hätte. „Ne“, hab ich geantwortet, mir war nämlich gar nicht klar, dass man überhaupt etwas bekommt. Warum auch? Geleistet hatte man ja in der Regel nichts – es sei denn Schnittchen essen würde unter Leistung verbucht.

Ein wenig erinnerten mich die Goodie Bags an die (neue) Tradition der Kindergeburtstags-Mitgebsel.

Früher™ (also als ich Kind war), da gab es diese Mitgebsel auch. Allerdings haben sich die die Kinder erspielt. Beim Topfschlagen, beim Sackhüpfen oder beim Stuhl-Tanz. Ein Bonbon hier, einen Lolli und ein Schokoriegel. Das wars.

Heute gibt es auf Geburtstagsfeiern einfach so Mitgebsel. Die Kinder gehen bowlen oder klettern (drunter geht’s ja schon kaum) und dann gibt es noch Geschenke im Wert von 5-10 Euro pro Kind.

Jedenfalls um auf das Goodie Bag zurück zu kommen. Da ich kein Baby mehr habe, habe ich den Inhalt im Anschluss einer Bekannten geschenkt, die gerade ein Baby bekommen hatte. Ich hab versucht klar zu machen, dass ich dafür nichts wollte, weil ich die Sachen ja selbst geschenkt bekommen hatte und sie gar nicht brauchte.
Eine Woche später stand die Bekannte mit Schokolade in der Tür um sich zu bedanken und ich war peinlich berührt, weil ich eigentlich gar nicht wollte, dass sie sich verpflichtet fühlt mir für etwas Danke sagen zu müssen.

Auf der nächsten Veranstaltung habe ich in das Goodie-Bag geschaut, festgestellt, da sind Dinge drin, die ich nicht benötige und dankend abgelehnt.

Umso seltsamer fand ich das Verhalten so manch anderer BloggerIn wenn es um die Goodie Bags ging. So wie Comicfiguren manchmal Dollar-Zeichen in den Augen haben, hatten manche BloggerInnen quasi Goodie Bag Spiegelungen in den Augen. Wenn es an die Verteilung der Goodie Bags ging, wurde gedrängelt oder mal ein bisschen Platz mit dem Ellbogen gemacht. Könnte ja sein, dass man leer ausgeht!!1!

Je nachdem was die Goodie Bags enthalten, greifen VeranstaltungsteilnehmerInnen auch gerne mal hinter die Tresen und packen vor der offiziellen Verteilung zu oder holen sich Dinge aus den Nachschubkartons.

Am Wochenende habe ich beobachten können, dass sich manche nicht eine sondern gerne zwei oder drei Goodie Bags mitnehmen oder aber den Inhalt von einer Goodie Bag schon mal in die eignen Tasche umräumen und sich dann eine weitere Tüte über die Schulter werfen.

Ich verfalle da in Fremdscham. Mir ist das echt peinlich. Ich glaube nämlich nicht, dass es da um Menschen geht, die darauf angewiesen sind eine Packung Stifte extra für die Kinder zu bekommen, weil sie sich nicht leisten können diese zu kaufen.

Am Ende verursachen diese Menschen, die Angst haben leer auszugehen paradoxerweise ja, dass andere, die sich nicht so verhalten, leer ausgehen.

Hachja, eigentlich wollte ich ja was lustiges dazu schreiben. Ist mir irgendwie nicht gelungen. Ich finde dieses Verhalten jedenfalls panne und weil ich selbst Bloggerin bin, möchte ich nicht mit solchen Personen in einen Topf geworfen werden.

P.S. Ich will jetzt wirklich nicht so tun, als ob es gar keine Goodie Bags gäbe, über deren Inhalt ich mich nicht auch freuen würde (oder schon gefreut habe!). Dennoch würde ich Goodie Bags lieber ganz abschaffen als Teil dieser Peinlichkeit zu sein.

Das „unterschiedliche Sauberkeitsstandards“ Argument

yoga
Gestresst? Mach doch Yoga! Quelle: yevinia @pixarbay.com

Es treibt mich ja um, das Thema der 50/50 Aufteilung von Haushalts- und Care-Arbeiten. Ich fand deswegen den Artikel »Unterschiedliche Sauberkeitsstandards« sehr interessant.

Darin wird eine Studie zitiert, die sich mit Paaren auseinandersetzt, bei denen die Frau das Haupteinkommen verdient.

[… ]denn es stellt sich ja die Frage, ob sich Männer in Heterobeziehungen, wenn ihre Partnerinnen in der Lohnarbeit sehr eingebunden sind, nicht mehr oder zumindest zu gleichen Teilen in die Sorge einbringen könnten.

Könnten sie natürlich theoretisch, tun sie aber nicht.

Noch interessanter der folgende Umstand:

Gerade Paare aus der urbanen Mittelschicht mit starken Gleichheitsvorstellungen sind Meister darin, Logiken einzuführen, die eine solche Aufteilung nach Belastung außer Kraft setzen. Dabei nehmen die Paare – dies ist entscheidend – die Ungleichheit in ihrer Beziehung gar nicht wahr.

Ich fand ja meine Frageliste in dieser Sache ganz aufschlussreich und habe von vielen gehört, die diese Liste zum Anlass genommen haben, die Aufgabenverteilung innerhalb der Paarbeziehung neu zu besprechen, weil ihnen wirklich nicht klar ist, dass eine Schieflage gibt.

Für mich wirklich erleuchtend in dem zitierten Artikel war die Beschäftigung mit der Frage wie solche Schieflagen zustande kommen und wie Paare sie vor sich selbst verschleiern lernen.

Der Klassiker: »unterschiedliche Sauberkeitsstandards«. Die ungleiche Beteiligung an Hausarbeit wird individuellen Charaktereigenschaften zugerechnet.

Und da hat es mich voll erwischt. Nach einer gescheiterten Beziehung, gehe ich nämlich davon aus, dass ich nie mehr mit einem Mann zusammenleben kann, weil letztendlich die unterschiedlichen Sauberkeitsstandards oder aber die Vorstellung, in welchem Zeitrahmen eine Aufgabe sinnigerweise erledigt wird, bei mir offenbar zwischen zwanghaft und (wie mir gerne vorgeworfen wurde) herrisch schwanken.

Mein angeblicher Fimmel ist außerdem „unsexy und unsympatisch“ (deswegen empfehlen Frauenzeitschriften: Mehr küssen, weniger meckern am besten die Aufgaben gar nicht an den armen Mann schieben, sondern mit dem Mann ins Kino gehen…) und – was auch ein Problem ist – eine schlechte Charaktereigenschaft. Schade eigentlich.

Demgegenüber steht das Narrativ des lockeren Typen, der auch mal fünf gerade sein lassen kann.

Ich habe das für mich schon hingenommen. Ich bin eben nervig, anspruchsvoll und kann eigentlich ganz froh sein, wenn es überhaupt ein Mann mit mir aushält.

Das Ergebnis der Studie zu lesen, hat mich dann doch einigermaßen überrascht.

Diese wiederholten Charakterzuschreibungen – authentisch und entspannt versus ambitioniert und unlocker – kamen in unserer Studie überraschend häufig vor und sind ganz und gar nicht zufällig. Vielmehr folgen sie einer alten, patriarchalen Logik der Geschlechter.

Gibt es also Hoffnung für mich? Weil es vielleicht Partner gibt, die diesem Narrativ und dieser Struktur nicht folgen (wollen)?

Mir hat der oben zitierte Artikel wirklich Mut gemacht.