25 Frauen – 25 Vorbilder

Gestern Abend war die Preisverleihung des Edition F 25-Frauen-Awards im Kino International.

Ich bin jetzt mal sehr ehrlich: Ich bin hingegangen weil es eben an diesem Ort war. Ich liebe das Kino International sehr. Es gibt kein schöneres Kino in Berlin (wohlmöglich in der Welt) und im Gegensatz zu den großen Multiplex Kinos, kann man vor dem Film dort zu vernünftigen Preisen ein Getränk zu sich nehmen. Das nur vorweg. Sprich: Ich hatte an den Abend keine Erwartungen. Ich wollte einfach mit meiner lieben Freundin an einem schönen Ort ein bis zwei Getränke zu mir nehmen.

(Hier! Clickbait!) Doch dann kam alles ganz anders!

Am Ende des Abends kam ich nämlich total glücklich und inspiriert nach Hause. Die Verleihung des 25 Frauen Preises war eine großartige Gala mit außergewöhnlichen Frauen in bester Stimmung.

Aber vielleicht doch noch einen Schritt zurück. 25 Frauen: Was ist das eigentlich?

Der 25-Frauen-Award wurde ins Leben gerufen, um Frauen sichtbarer zu machen. Er wurde dieses Jahr bereits das 4. Mal vergeben und stand 2017 unter dem Motto „25 Frauen, deren Erfindungen unser Leben verändern.“

Aus 500 Nominierungen wurde eine Vorauswahl von 50 Frauen getroffen und eine Jury kürte am Ende 25 Frauen, die außergewöhnliches erfunden haben.

(Lest unbedingt die Details zu den Gewinnerinnen und ihren Erfindungen).

Wobei ehrlich gesagt, haben mich gar nicht so sehr die konkreten Erfindungen beeindruckt (wobei, dass man aus Milcheiweiß Textilfasern machen kann, finde ich doch sehr faszinierend oder dass man Plattenbaubeton recyceln kann… na gut und dass es ein System gibt, das Schall eines Lautsprechers um Hindernisse so umlenken kann, dass man direkt dahinter was hören kann, ist vielleicht auch ziemlich beeindruckend…so wie die Waschstraße für Menschen, die schnell und energiesparend dekontaminiert…), sondern die Frauen in ihrer Gesamtheit.

Ich war schon auf vielen, meist sehr, sehr männlich geprägten Veranstaltungen, wo irgendwelche Anzugträger auf der Bühne standen und sich beim Reden selbst gefallen haben, während sie von einem männlichen Moderator interviewt wurden, der sich selbst auch sehr toll fand.

Ich beschreibe hier ein Klischee, das ist wahr – aber eben eins, das oft zutrifft.

Der Abend im International war völlig anders. Die Moderatorinnen selbstbewusst, aber tiefenentspannt und selbst der obligatorischen Danksagung an die zahlreichen Sponsoren der Veranstaltung konnte man gut zuhören.

Die Gewinnerinnen hatten einen beeindruckenden Altersrange (v.a. die jungen Frauen hätte ich mir gerne gepackt und auf die Schulen verteilt, damit die Mädchen gerade für die MINT Themen so großartige Vorbilder haben) und hatten alle was zu sagen. Nicht nur blablablanlub und schaut mal wie toll ich bin.

Die Stimmung war hervorragend. Als z.B. Alice Merton auftrat, dachte ich noch: Mann, die armen Musikerinnen, die vor Sitzpublikum auftreten müssen und sich die Seele aus dem Leib singen und dann bewegt sich niemand. Aber neeee! Irgendwo kreischte und jubelte es und plötzlich tanzte und klatschte (liebes Mitpublikum, ich verzeihe euch das Mitklatschen auf 1 und 3) der ganze Saal.

Man kam total leicht mit anderen Frauen ins Gespräch (ich bin sonst die totale Smaltalkversagerin) und alle Gespräche waren von Wertschätzung und Offenheit geprägt.

Ich wurde einige Male für mein Blog angesprochen und war kurz davor in Tränen auszubrechen, weil ich das Gefühl hatte, ich Wurm zwischen all den unglaublich tollen Frauen und dann flattert mir eine Art Wertschätzung entgegen, die mir wirklich das Herz aufgehen ließ.

Es war einfach ein wunderbarer Abend für den ich mich wirklich bedanken möchte. Es fühlt sich so gut an zwischen all den phantastischen Frauen zu sein und zu denken: Ja! Das sind die Menschen, die ich sehen will, das sind die Menschen, die ich meinen Kindern zeigen will, ich will, dass sie sich inspiriert und ermutigt fühlen, dass sie auch denken: Meine Idee ist super, da setze ich mich jetzt einfach mal ein paar Nächte hin und bastle was und selbst wenn es nicht funktioniert, dann bin ich nicht gescheitert sondern dann habe ich eine Erfahrung gesammelt und neues Wissen aufgebaut, das mir später weiterhilft.

Ich habe körperlich gespürt, dass es etwas total anderes ist physisch zwischen so einer großer Menge Frauen zu sein als im Internet mal den ein oder anderen Artikel über inspirierende Frauen zu lesen.

Es braucht die Sichtbarkeit, es braucht die Vorbilder für die kommenden Generationen und auch für mich und meine Generation.

Es hilft nicht zu wissen, ah eine einzelne Frau im Vorstand, ah eine weibliche Ausnahmeerscheinung in der Techszene, ah eine Physikerin, die bahnbrechendes erfunden hat.

Man muss diese Frauen SEHEN! Im Alltag. In den Medien! Auf Podien. Man muss sie hören.

Wie gesagt: v.a. die jungen Frauen waren so toll in ihrer „einfach machen, wenn man da Bock drauf hat“-Attitüde. Mein Gott, habe ich da gemerkt wie alt ich bin. Was ich für eine elendige Bedenkenträgerin bin und wie ich mich manchmal auch selbst blockiere. All die ja-abers.

Es gab übrigens auch ziemlich fette Goodie-Bags. Und ich weiß natürlich geschenktes Gaul und so, aber damit ich ganz am Ende einen Verbesserungsvorschlag in all der Lobhudelei gemacht habe: Wie cool wäre denn zum Forscherinnen und Makerinnenthema, wenn da ein Sponsor dabei gewesen wäre, der sowas anbietet wie ein Hardwarehacking-Einstiegsset oder einen kleinen Chemieexperimentierbaukasten. Ich freue mich wirklich über schöne Lippenstifte (wirklich), aber kann es sein, dass es schon öfter Thema war, dass zu einem Tech/Mathe/Physik Event bestimmte Giveaways nicht noch besser passen würden?

Insgesamt großen Dank an das Team von Edition F und meinen Glückwunsch an die Gewinnerinnen:

Patricia Asemann,u.a. Jugend forscht Gewinnerin
Katrin Bermbach, Nora Blum, Farina Schurzfeld, Gründerinnen Selfapy
Melanie Blokesch, Grundlagenforscherin zu Cholera
Anke Domaske, Gründerin QMilk
Maria Driesel, Gründerin Inveox
Monika Fleischmann, Medienkünstlerin
Pia Frey, Mitgründerin Opinery
Susanne Friebel, Gründerin Phoneon
Marcella Hansch, Erfinderin von Pacific Garbage Screening
Sonja Jost, Mitgründerin DexLeChem
Seira Kerber, Erfinderin X-Wash
Sabine Kroh, Gründerin Call a Midwife
Linda Kruse, Co-Founder The Good Evil
Johanna Ludwig, Co-Founder Akvola
Konstanze Marx, Cybermobbingexpertin
Marion Merklein, Fertigungstechnologin
Angelika Mettke, Erfinderin des Plattenbaubetonrecyclings
Cordula Nussbaum, Coach
Mai Goth Olesen, Erfinderin Meal-Saver
Katrin Reuter, Erfinderin von Trackle
Heike Riel, IBM Fellow
Julia Schröder und Theresia Uhrlau, Entwicklerinnen von Yuma
Julia Shaw, Kriminalpsychologin
Judith Springer, Gründerin Fine-Deodorant
Lia Magdalena Weiler, Co-Founder Glow

Fidget Spinner – des Kindes Rosenkranz

Fidget Spinner
Early Adopter Kind 3.0 brachte den Fidget Spinner in unseren Haushalt

Wißt ihr noch? Damals die Loom Gummis? Einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Altersvorsorge habe ich in ca. 200.000 Loom Gummis angelegt    [1].

Nach den Loom Gummis zog über uns ein Star Wars Hype hinweg, dann bedeckte uns die Pokémon Karten Welle und nun sind es die Fidget Spinner.

(Fidget heißt übrigens „Zappelphilip“)

Vor ca. zwei Wochen kam Kind 3.0 zu mir und wollte einen Fidschuht Spinna. Ähnlich wie damals bei den Bauer Räinschan, habe ich einige Zeit gebraucht um herauszubekommen, was das sein könnte.

Der Weg wie diese Dinge in die Welt und dann zu Kind 3.0 finden, ist gleichermaßen mysteriös wie bemerkenswert.

Noch lange bevor das erste Kind einen Fidget Spinner hatte, erzählten sich die Kinder Legenden. Es gäbe welche, mit denen könne man Gemüse schneiden!

Ein sehr gutes Argument, um das Ding den Eltern schmackhaft zu machen: „Wenn Du mir eins kaufst, kann ich Dir helfen Zucchini zu schneiden. Auch Äpfel und Möhren sind kein Problem!“ versicherte mir Kind 3.0.

Wenig später kam das Kind von der Schule und berichtete von unglaublichen Kunststücken, die man mit den Fidget Spinnern machen könne. In A-M-E-R-I-K-A (!) gäbe es Kinder, die den Spinner drehend von einem Finger auf den anderen springen lassen könnten.

Zum Weltkindertag hatten dann plötzlich gefühlte 3/4 aller Kinder einen Fidget Spinner.

Da die Kinder bei uns zum Kindertag nichts bekommen, musste das arme Kind 3.0 sein gesamtes Taschengeld ausgeben, um sich einen eigenen Spinner zu kaufen: „Mama, Du weißt doch. Ich mag gerne die neuen Sachen ganz am Anfang mitmachen!“.

Early Adopter nennt man sowas wohl.

Wie es dann an Schulen mit allen Neuerungen und Dingen ist, die Kinder über die Maßen begeistern – schon am nächsten Tag waren die Spinner verboten [2].

Aber noch mal einen Schritt zurück.

Was ist ein Fidget Spinner?

Ein Fidget Spinner ist eine Art Kreisel, den man auf einem Finger balancieren kann. In der Mitte befindet sich ein Kugellager und außen – je nach Bauart – Flügel mit kleinen Gewichten. Der Spinner wird angedreht und dreht dann einige Sekunden (oder Minuten).

Wo kommt der Fidget Spinner her?

Die Urform wurde in den 90ern von Catherine Hettinger erfunden. Die Kosten für das Patent konnte sie aber nur acht Jahre tragen. Sie trat mit ihrer Idee an verschiedene Spielzeugfirmen und tatsächlich hat Hasbro das Spielzeug Anfang der 2000er mit einigen Kunden verprobt, da die Idee die Probekunden nicht überzeugte, nahm man jedoch Abstand von ihr.

Aufgrund der enormen Popularität versucht Catherine Hettinger nun auf Kickstarter ihre ursprüngliche Idee zu finanzieren.

Wieder aufgekommen ist die Idee vielleicht im Zusammenhang mit der Crowdfunding Kampagne um einen Fidget Cube. Dort wurden in kürzester Zeit 6,4 Millionen Dollar (Ziel waren 15.000 Dollar) für ein ähnliches Fingerbeschäftigungsspielzueg gesammelt.

Das Crowdfunding ging auf der Plattform als die 9. erfolgreichste Kampagne seit Gründung ein.

Wie dann der Kreisel in die amerikanischen Klassenzimmer gefunden hat, konnte ich nicht nachvollziehen. Forbes berichtet schon Dezember 2016 von dem Hype.

In den USA wurden die Fidget Spinner übrigens genauso schnell verurteilt wie in Deutschland (Kulturpessimismus folgt den selben Regeln). Ein Kind läuft auf den Finger Spinner fokussiert fast vor ein Auto. Klarer Fall von: Das Spielzeug ist vom Teufel. Die armen Kinder sind besessen! An nichts anderes können sie mehr denken. Sie spielen den ganzen Tag damit. Verbieten!

(Ich frage mich wirklich, wann irgendwer mal drauf kommt, dass es vielleicht ein völlig normaler Teil der Kindheit und Jugend ist, sich exzessiv mit DIngen zu beschäftigen und über die Maßen begeisterungsfähig zu sein… und sich dann im nächsten Schritt zu fragen, wie man das vielleicht nutzen könnte… )

Ich finde es jedenfalls faszinierend, was man alles damit machen kann.

Man kann sich auch welche selbst bauen:

(Bestimmt kommt da bald noch was besseres von Bea Beste)

Irre ist auch die Varianz der Fidget Spinners. Sie leuchten, glitzern, klingeln:

Deswegen to keep a long story short: Vielleicht mal mit den Kindern begeistern, statt zu rufen: Wasn Scheiß! Wie nutzlos! Gefährlich! Untergang des Abendlandes!


[1] Das sei den Skeptikern meines letzten Blogbeitrags zur Beruhigung gesagt. Ich habe eine Mischstrategie, was meine Altersvorsorge angeht: Riester Rente, Aktien, Häuser, Goldbarren, Loom Gummis und zwei Tonnen Schleichtiere.

[2] Wie ich diese Kultur hasse! Statt Dinge aufzunehmen, die Kinder begeistern: VERBOT!

Es gibt für alles eine technische Lösung

…oder?

Seit Jahren glaube ich daran, dass sich Familienleben durch die richtigen technischen Anwendungen besser organisieren lässt.

Hintergrund der Idee ist tatsächlich den Kleinkram sichtbar zu machen, (der gefühlt als Verantwortung auf meinen Schultern lastet) und besser zu verteilen.

Ich hab mich mal darüber ausgesponnen, dass man doch ein Ticketssystem verwenden könnte, um die ToDos festzuhalten. Denn sehr viele scheinbar einfache ToDos haben in meinem Kopf eine Anzahl an Unterschritten, die eigentlich mitzuerledigen sind – die aber oft liegen bleiben, bzw. an mich zurück gehen und sich dann still und heimlich anhäufen:

Ticket td543 Hol‘ bitte die Kinder ab beinhaltet im Grunde eine ganze Reihe unausgesprochener Teilschritte, die abzuarbeiten sind, bevor das Ticket geschlossen werden kann. […]. Zu den Unteraufgaben gehören beispielsweise td543a Ausflugkasse zahlen, td543b Wochenkalender checken, td543c Termine in den gemeinsamen Kalender übertragen, td543d Wechselsachenbeutel auf Vollständigkeit kontrollieren, td543e Kinder mit Sonnenschutz eincremen und td543f Toilettengang veranlassen.

Jetzt kann man natürlich die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und sagen, eigentlich ist es ja auch OK, die Kinder einfach abzuholen. Das stimmt erstmal, bedeutet aber langfristig, dass die anderen Sachen nicht gemacht werden bzw. stillschweigend von der anderen Person nachgearbeitet werden.

Der Familienalltag ist aber voll von diesen unsichtbaren Aufgaben.

Ich würde diese Aufgaben gerne irgendwie sichtbar machen und besser verteilen. Deswegen habe ich heute morgen mal versucht das Ganze mit Trello abzubilden. Dabei merke ich schnell, dass mindestens noch ein Kalender fehlt.

In dem Moment, in dem ich aber zwei oder mehr Anwendungen befüllen muss, sehe ich das ganze Vorhaben schon wieder gescheitert.

Eine gemeinsame Einkaufsliste wäre ja auch noch ganz gut. Sind wir schon bei drei unterschiedlichen Anwendungen.

Natürlich kann und muss man zusätzlich kommunizieren. Ich hab aber das Gefühl, dass vieles einfach untergeht. Mündlich genauso wie per Threema und Co.

Deswegen glaube ich stur und fest, dass Technik (auch im Sinne der Dokumentierbarkeit und weil es dann evtl. nicht zehn Orte sondern einen Ort gibt, bei dem man nachschauen kann) helfen könnte.

Wie genau führt man solche Listen? Wie plant man Familienleben?

Einfache Aufgabe: Abendessen für die Woche.

Schreibt ihr am Wochenende auf, was es die kommende Woche zu essen geben soll? Leitet sich davon eine Einkaufsliste ab? Gibt es dann einen Großeinkauf oder mehrere kleine Einkäufe?

Wie geht ihr mit dem Kleinkram um (Geschenk für den Kindergeburtstag kaufen, Fahrkarten für den Schulausflug, neue Turnschuhe besorgen)?

Verteilt ihr solche ToDos wirklich namentlich oder gibt es eher stillschweigende Vereinbarungen und Gewohnheiten?

Haltet ihr nach (Was ist eigentlich mit XY? Bzw. meldet der eine Partner dem anderen Partner: ToDo XY ist jetzt erledigt)?

Wie wird mit den wiederkehrenden ToDos (Fingernägel schneiden, Elternheft kontrollieren, Essensplan der Schule ausfüllen) umgegangen?

Wie mit den offiziellen Terminen (z.B. Elternabend, Schulanmeldung, U-Untersuchung)?

Welche Apps benutzt ihr? Mit was seid ihr schon gescheitert und warum?

 

Einige Antworten habe ich schon in den Replys auf meinen Tweet bekommen (vielen Dank dafür), vielleicht hat der/die ein oder andere noch Lust die Erfahrungen in den Kommentaren etwas ausführlicher zu schildern. Ich würde mich freuen.

Genannt wurde z.B. Bring für Einkaufslisten, Workflowy, Google Notes, Google Keep und Wunderlist.

Endgegner Computerspiel

Dreißig Minuten am Tag müssen reichen
Computerspiele und Elternängste
Pixabay @StockSnap

„Wenn wir mal richtig großzügig sind, dann darf er 30 Minuten spielen. Meistens aber eher 20 Minuten am Tag.“

Es liegen rund 70 Minuten Vortrag über Computerspiele und mindestens acht Beiträge aus dem Publikum hinter mir, die v.a. eines zeigen: Ein Großteil der Eltern hat Angst vor Computerspielen.

Sie fühlen sich unwohl wenn ihre Kinder Interesse oder gar Spaß an Computerspielen haben. Am Besten man verbietet das ganz oder aber, man reglementiert so stark wie es geht.

Ich halte es nicht mehr aus. Ich bin jetzt alles andere als eine exzessive Computerspielerin – aber 20 Minuten? Ich glaube, Computerspiele ganz zu verbieten ist unterm Strich weniger frustrierend als sie täglich 20 Minuten zu erlauben.

In welchem Spiel kann man denn in dieser Zeitspanne irgendwas erreichen? Ein Level vollenden? Ein Rätsel lösen? Einem Handlungsstrang folgen? Seine Mitspieler zusammentrommeln? (Ausser in Idle Clickern, aber wollen die Eltern, dass die Kinder Idle Clicker spielen? Ok, Super Hexagon ginge auch – da sind 20 Minuten quasi unendlich lang…)

Ich drehe mich um und frage die Person, die sich eben gemeldet hat, um zu verkünden, dass ihr Kind 20 bis 30 Minuten am Tag spielen darf: „Ich verstehe wirklich ganz schlecht, wieso man Computerspiele so stark reglementiert. Würden sie auch sagen: 30 Minuten Lego spielen und dann ist aber Schluß? 30 Minuten lesen und dann Buch weg!

Das ist doch frustrierend fürs Kind. Das kennt man doch selbst. Da hat man vielleicht gerade angefangen zu lesen, steckt mitten im Kapitel, die Handlung wird gerade spannend und dann weg mit dem Buch.

So stelle ich mir das auch beim Computerspielen vor. Woher kommt denn ihre Angst? Was genau befürchten sie?“

„Lesen und Computerspiele kann man nicht vergleichen.“

„Warum nicht?“

„Das ist was ganz anderes. Lego auch!“

„Warum? Ich verstehe es wirklich nicht.“ In der Zwischenzeit bin ich rot angelaufen. Ich will nicht rumstänkern. Ich möchte das wirklich verstehen. Wir reden hier nicht von Kleinkindern, die die Welt vielleicht erstmal haptisch erfahren (be-greifen) sollen. Die Kinder, um die es hier geht, sind zehn Jahre und älter.

Die besorgte Person schaut mich mit einer Mischung aus Verduztheit und Überheblichkeit an. Wie kann es sein, dass ich mir diese Frage nicht selbst beantworten kann?

„Glauben sie, es werden verschiedene Fähigkeiten angesprochen, beim Lesen die Fantasie und beim Computerspielen… ?“

„Ja.“

Jetzt bin ich sprachlos. Die Diskussion geht mit anderen weiter. Ich merke, bis auf einen einzigen Vater, denken alle anderen Anwesenden, ich hab sie nicht mehr alle. Ich halte also meinen Mund.

Teufel Computerspiel

Der Vortrag hieß eigentlich „Phänomen Computerspiele: Fluch oder Segen?“. Wir sind mit dem Thema Sucht eingestiegen und da irgendwie hängen geblieben. Es geht v.a. um World of Warcraft.

Später versuche ich rauszubekommen, von wie viel Prozent Süchtiger wir überhaupt sprechen. Ich finde Zahlen zwischen 3 und 10% aller Jugendlichen in Deutschland. Meistens geht es in den Studien aber nicht nur um Computerspiele sondern auch um Onlinesucht.

Immer wieder begegnet mir die Studie, die sagt, das angeblich 560.000 Menschen in Deutschland internetsüchtig sind. Vor einigen Jahren hatte ich mir die Studie genauer angeschaut und festgestellt, dass es hier Kriterien gibt wie „beschäftigt sich x Stunden am Tag damit“ und auf der anderen Seite auch Internetradio oder Streaming mit erfasst wurde.

Interessehalber habe ich mich auch mit den Thesen von Manfred Spitzer befasst. Er geht so weit und verteufelt z.B. das Lesen von Büchern in eReadern.

In den Zahlen und Studien konnte ich unterm Strich nichts finden, das mich wirklich überzeugt hat, dass man Kinder von Computerspielen fern halten sollte oder dass es schlimmer ist, wenn sie Computer spielen als wenn sie lesen oder einfach nur chillen.

Ich glaube auch, dass die Zeit der Pubertät, die Zeit ist, in der generell exzessiv Hobbys betrieben werden. Von morgens bis abends lesen, Computer spielen, beim Pferd abhängen, Karate machen, Brettspiele spielen.

Früher war alles anders – oder?

Bei mir fing das so mit acht Jahren an. Ich hatte am Anfang selbst keinen Computer und verbrachte deswegen viel Zeit bei einem Schulfreund, der einen sehr großen Computer hatte (ich könnte schwören, es war ein Apple Lisa, was ich aber aufgrund des irrsinnigen Anschaffungspreises nicht glauben kann). Ich durfte den Computer nie selbst anfassen, ich durfte lediglich die 5¼-Zoll-Disketten anreichen und dann zuschauen, wie er spielte.

Die nächsten Jahre sah mein Alltag so aus: Schule bis Mittag, nach Hause gehen, mir Essen warm machen, Hausaufgaben machen, zum Schulfreund gehen und beim Computer spielen zuschauen.

Dann bekam ich selbst einen C16 mit Datasette und dazu eine BASIC-Kurs-Software inklusive BASIC-Buch (wenn ich mich richtig erinnere) und spielte alleine Zuhause. Mir wurde das Spielen irgendwann langweilig und ich fing an mir sehr einfache Spiele selbst zu programmieren.

(Nebenbei las ich genauso exzessiv Bücher von Wolfgang und Heike Hohlbein: Elfentanz, Heldenmutter, Drachenfeuer etc.)

Ich kann mich nicht erinnern, ob sich meine Eltern Sorgen gemacht haben. Tatsächlich kann ich mich nicht mal erinnern, dass sie gesagt haben: So. Heute aber nur eine Stunde Computer und dann aber Schluß.

Wahrscheinlich kann man das ohnehin nicht mit heute vergleichen. Ich durfte auch ohne Limit fernsehen, v.a. in den Schulferien.

Aber egal. Ich frage mich wirklich, warum Eltern so große Angst vor Computerspielen (und der Online-Welt) haben.

Wo liegt eigentlich der Angst-Hund begraben?

Zurück zum Computer-Spiele-Vortrag: Ein bisschen später meldet sich eine weitere Person und bittet den Referenten: „Halten Sie auch in Schulen Vorträge über die Gefahren? Es wäre doch gut, wenn nicht immer nur die Eltern warnen, sondern die Kinder auch mal von anderen Menschen hören, wie gefährlich das ist!“.

Ich atme.

Es bleibt mir ein Rätsel. Warum sind einige Eltern nicht bereit sich die Frage zu stellen warum sie Computerspiele so schlimm finden. Was genau sie für die Entwicklung ihrer Kinder befürchten. Warum sie das Digitale im weiteren Sinne so verteufeln. Warum sie glauben, dass exzessives Lesen gut, exzessives Computerspielen schlecht ist. Und v.a. „Computerspiele“ – ich möchte mal wissen, wie viele Eltern überhaupt wissen WAS ihre Kinder spielen (wollen) und was das für Spiele sind, um was es da geht oder was ihnen dabei Spaß macht. Wie viele ängstliche Eltern haben sich zum Beispiel schon mal auf YouTube ein Let’s play angesehen?

Ich glaube (so wie ich das bei dem Onlinethema auch glaube), die meisten Ängste kommen von Unwissenheit.

Gerade im Thema Computerspiele gibt es dann noch starke Vorurteile in der Gesellschaft, die unreflektiert von vielen Medien verbreitet werden. So glauben bestimmt eine nicht unwesentliche Anzahl an Eltern, dass Ego-Shooter Gewaltbereitschaft fördern und quasi der direkte Weg zum Amoklauf sind. Kein Wunder, wenn man sich dann große Sorgen macht…

Wenn man von Computerspielen in der Medienwelt lesen kann, dann v.a. selektiv. World of Warcraft ist wahrscheinlich genau wegen der Suchtthematik eines der wenigen Spiele, das vielen namentlich bekannt ist.

Was dringt sonst noch in den Mainstream? Bestenfalls die großen Blockbuster.

Interessant ist ja auch, was überhaupt als Computerspiel wahrgenommen wird und was nicht. Ein Großteil der ängstlichen Erwachsenen – eine Nachfrage hatte das zum Start des Vortrags ergeben – spielt selber diverse Handy- oder Facebookspiele (FarmVille, Candy Crush und Co.). Auf die Frage „Wer spielt selbst Computerspiele“ melden sich diese Leute nicht. Erst als der Referent nochmal konkret fragt: „Und auf dem Smartphone?“ gehen die Finger zögerlich nach oben.

Selbst schlau machen

Jedenfalls. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Eltern sich mit dem beschäftigen, was Kinder beschäftigt. Sich erzählen lassen, was die Kinder machen, was die Faszination ausübt.

Mein Gefühl ist, dass v.a. die jüngeren Kinder ihre Eltern sogar gerne beim Spielen dabei hätten. Wenn ich Kind 3.0 zu Minecraft befrage, erzählt es so lange bis mir die Ohren bluten.

Bei den Älteren ist das vielleicht nicht mehr so – aber ich glaube, dass sie auch bereitwillig berichten, was die Faszination des Spiels ausmacht.

Würden Eltern sich selbst ein bisschen für die Neuerscheinungen auf dem Spielemarkt interessieren, dann könnte das sogar die Möglichkeit eröffnen  gelegentlich mit den Kindern gemeinsam zu spielen oder Spiele zu empfehlen.

Ich denke, es gibt für Erwachsene super Einsteigerspiele – Spiele, die Brettspielen gar nicht mal so unähnlich sind (Tricky Towers z.B.), für die man in dem Sinne keine besonderen Computerspiele Skills (auch nicht in der Bedienung der Konsole) braucht und die man auch gut und mit viel Spaß gemeinsam spielen kann.

Es ist immer wieder erstaunlich, was Kinder interessant finden. Wir haben z.B. im Urlaub mal The Witness gespielt – ein Spiel bei dem es v.a. um das Lösen von Logikrätseln geht. Als es irgendwann so absurd schwer und kaum mehr nachvollziehbar wurde, dass ich das Interesse verlor, waren die Kinder noch Feuer und Flamme und ehrgeizig bei der Sache. So viel Durchhaltevermögen kann ich wirklich nur bewundern.

Was ich sagen will: Wenn man selber spielt (oder sich mal ein paar Beiträge zu Spielen anhört oder den ein oder anderen Artikel dazu liest), hat man einen ganz anderen Zugang zu dem Thema und findet dann vielleicht auch zu einem anderen Umgang damit.

Am Ende geht es aber ja nicht darum die Spiele selbst zu spielen, sondern einen kompetenten Umgang damit zu vermitteln oder sich einen gemeinsam mit den Kindern zu erarbeiten und die eigenen Unsicherheiten abzubauen.

Der einfachste Weg dorthin ist das Gespräch – der Austausch. Das halte ich alles für zielführender als irgendwelche übertriebenen Reglementierungen oder gar Verbote.

Zum Abschluss noch ein Video, das die Frage beleuchtet, warum der Zugang zum Thema Computer/Videospiele so schwer ist und warum es dennoch wichtig ist, sich um „Basic Game Literacy“ zu bemühen.

Video gefunden bei Marcus Richter

Wo wir schon bei Marcus Richter sind: der kann ja eigentlich ganz gut erklären, was es so gibt und warum Menschen Computerspiele spielen:


Und P.S. Wäre ich meine Eltern gewesen, ich hätte mir nur in meiner frühen Adoleszenz Sorgen um mich machen müssen. Das war die Phase in der ich Sims gespielt habe. Dagegen ist DOOM ein fröhliches Alien-Spiel.

[Werbung] Huldigt den Erfindern der Waschmaschine

Waschmaschine
pixabay @bierfritze

Sie wissen es nicht, aber Sie sind einem Mann namens John Tizack sehr, sehr dankbar.

Glauben Sie nicht? Doch, doch. Das ist nämlich der Erfinder der Waschmaschine. Naja zumindest derjenige, der 1691 das Patent zur Grundform der heutigen Waschmaschine angemeldet hat.

Da war die Waschmaschine aber noch ein riesiger Holztrog mit einem Deckel. Der Deckel hatte ein Loch, durch das eine Holzstange führte, die durch Hin-und Herdrehen die Wäsche in der Seifenlauge bewegte.

Es dauerte dann nochmal rund hundert Jahre, bis die Maschine so klein und damit auch erschwinglich war, dass sie theoretisch in normalen Haushalten hätte eingesetzt werden können.

Hannover Waschmaschinenpioniersstadt

Erste Hinweise, dass das wundersame halbautomatisierte Waschgerät auch in Deutschland im Einsatz war, finden sich in den Geschichtschroniken der Stadt Hannover.
(Weiß Hannover das eigentlich? Hannover die Geburtswiege der deutschen Waschmaschinengeschichte! Gibt es entsprechende Museen? Stadtführungen? Gedenktafeln? )

Tatsächlich hat sich die Waschmaschine aber weitere 200 Jahre im Bereich der Privathaushalte nicht durchsetzen können.

Erst als 1951 die erste elektrische Trommelwaschmaschine auf den Markt kam und dann rund zwei Jahrzehnte später preislich erschwinglich wurde, fanden die Waschmaschinen ihren Weg in den Haushalt.

Wenn Wäsche waschen schnell geht, kann man öfter waschen

Für Hausfrauen bedeutete das eine große Zeitersparnis. Jedenfalls die ersten zwei bis drei Jahre nach Verbreitung der Waschmaschinen. Damit die Hausfrauen aber auf keine dumme Gedanken kamen und sich nicht langweilten, stiegen einfach die hygienischen und ästhetischen Ansprüche an die Sauberkeit von Wäsche. Demzufolge musste sie viel häufiger gewechselt und gewaschen werden. Die Hausfrauen waren also wieder genauso lange mit Wäschewaschen beschäftigt wie vorher.

Interessant fand ich übrigens auch zu lesen, dass bestimmte Tätigkeiten wie z.B. das Wäsche waschen an Flüssen oder in Waschhäusern (oder auch das Teppichklopfen im Hof – die Geschichte des Staubsaugers verläuft ganz ähnlich wie die der Waschmaschine) sehr anstrengende aber eben gesellige Tätigkeiten waren.

Mit dem Einzug der elektrischen Haushaltsgeräte wurden die Frauen, die ja traditionell diese Tätigkeiten verrichteten, sozial isoliert. Wäsche waschen und Staubsaugen fand fortan alleine in der eigenen Wohnung statt [1].

Die Waschmaschine im Familienhaushalt ist unverzichtbar
Wäscheberge
pixabay @mpkino

Wie dem auch sei. ICH bin dem Erfinder der Waschmaschine sehr, sehr dankbar. In unserem Mehrpersonenhaushalt fallen jede Woche rund vier Maschinen Wäsche an. Ich hab dabei sogar das Gefühl, dass wir sehr sparsam und pragmatisch waschen – was nicht komisch riecht oder sichtbare Flecken hat, wird nach dem Tragen ausgeschüttelt und wieder zusammengefaltet in den Schrank gelegt.

Ich erinnere mich, dass meine Mutter immer viel mit der Hand gewaschen hat. Erstaunlich oft geben das die Etiketten an Kleidungsstücken ja vor.
Ich wasche nichts mit der Hand. Dafür gibt es ja das Waschmaschinenprogramm „Handwäsche“ (was ich sehr, sehr lustig finde). Ich bin mir sicher, dass jedes Wäschestück, auf dem Handwäsche steht, in meiner Waschmaschine besser aufgehoben ist als in meinen Händen.
Ich habe einfach nicht den Nerv Wäschestücke zart durch vorher angesetzte Seifenlauge zu ziehen und sie dann stundenlang mit klarem Wasser zu spülen. Allein die Vorstellung! Man muss dann ja auch noch auf die Temperatur des Wassers achten etc. pp.
WER MACHT DENN SOWAS?

Ich merke gerade, das Thema Waschmaschine ist ein sehr dankbares philosophisches Thema. Neben der Frage, ob das maschinelle Wäscheprogramm Handwäsche schonender ist als die manuelle Handwäsche, frage ich mich auch oft, warum man bestimmte Kleidungsstücke kalt oder bei 30 Grad waschen soll.
Die Frage ist gar nicht so banal, denn wenn man es tun soll weil die Kleidungsstücke sonst schrumpfen, abfärben oder sonstwie leiden – wie kann es sein, dass sie einen schwitzigen Sommertag bei 30 Grad an meinem Körper überleben? Müssten sie dann nicht an meinem Körper das selbe tun, was das „bitte kalt Waschen“ Etikett für ihr Verhalten in der Waschmaschine andeutet?

Fragen über Fragen!

Ich möchte jedenfalls nicht mehr ohne eine Waschmaschine im eigenen Haushalt leben. Als Studentin hatte ich keine und musste regelmäßig in den Waschsalon. Das war anstrengend und langweilig. Ich weiß außerdem nicht was das für optimistische und nervenstarke Menschen waren, die ihre Wäsche im Waschsalon einfach unbeaufsichtigt waschen haben lassen. Da kann doch jederzeit jemand kommen und alles klauen!

Ich hab mich da vorsichtshalber immer mit Buch vor die Waschtrommel gesetzt.

Heute bin ich froh, dass ich es mir leisten kann, eine eigene Waschmaschine zu besitzen. Die größten Demutsmomente habe ich immer, wenn die Kinder die Kotzerei haben. Da hat man oft in einer Nacht drei Bettwäschesets und ebenso viele Schlafanzüge besudelt. Wie wunderbar wenn man den ganzen Mist einfach in die Waschmaschine stopfen kann und sich um nichts kümmern muss.

Also Danke John Tizack – und wollen wir genau sein – auch Alva J. Fisher, der die erste elektrische Trommelwaschmaschine erfunden hat.

Waschmaschinen online kaufen

Achso: Und falls ihr gerade eine neue Waschmaschine kaufen wollt, dann ab zu AO.
AO ein großer Onlineshop für Haushaltsgeräte. Schick ist z.B. die Suchmaske für Waschmaschinen, bei der man gleich eingrenzen kann, was genau man sucht und wie viel man ausgeben möchte. Es gibt dann, wie bei anderen Portalen auch üblich, eine Fünfsternebewertung für die Produkte selbst.
Zur eigentlichen Lieferung kann man, was für mich persönlich unverzichtbar ist, Deinstallation, Anschluss und Altgerätemitnahme als Service für 24,99 Euro hinzu buchen.


[1] Quelle: Geschichte der Konsumgesellschaft

[Verlosung] BOOMblogs Adventskalender – Türchen Nummer 12

BOOMblog AdventskalenderHalbzeit auf dem Weg nach Weihnachten – bestimmt seid ihr schon über den BOOMblog Adventskalender gestolpert? Bis zum 24. Dezember wird täglich von einem Mitglied des BOOMblogs Family & Lifestyle Blogger Netzwerkes einen Preis unter seinen/ihren Leser:innen verlost.

Jedenfalls freue ich mich Türchen Nummer 12 zu sein und damit diesen schönen Gewinn verlosen zu können:

LEGO Technic Schwerlasthubschrauber

LEGO Technic Schwerlasthubschrauber

Das Set Schwerlasthubschrauber ermöglicht zwei Varianten des Aufbaus. Mir hat das etwas bulligere Tandemrotor-Hubschrauber-Modell besser gefallen. Deswegen habe ich das zuerst gebaut.

Drei Abende hat mich das beschäftigt. Jetzt ist der Nagellack abgesplittert und die Fingerkuppen schmerzen ein bisschen. Bei Schritt zweihundertirgendwas habe ich nämlich einen Fehler entdeckt und den zweiten Rotor nicht einsetzen können.

Also eine Nacht darüber geschlafen, die Hälfte wieder rückgebaut und am letzten Abend den Hubschrauber fertig gebaut. Und dann der große A-Team-Moment: Motor anschalten – alle Zahnrädchen rotieren, greifen ineinander und die Seilwinde entwindet sich. YEAH! Großartiges Gefühl.

Was aber mit den Rotoren? Am Motorelement hin- und hergeschaltet. Erfolglos. Nervenzusammenbruch. Tief durchgeatmet. Bauanleitung nochmal durchgelesen und siehe da: Es gibt auf der Unterseite des Hubschraubers einen Schalter (jaha! Den hab ich gebaut ohne es zu merken!), der es möglich macht von Seilwinde auf Rotoren umzustellen und tataaaaa – es geht.

Im Geiste schiebe ich mir eine Zigarre zwischen die Zähne, grinse wie Hannibal und sage mit sonorer Stimme: „I love it when a plan comes together.“

Und falls ihr dieses Gefühl auch haben wollt, dann habe ich jetzt eine frohe Botschaft: Ich verlose ein Set dieses sensationelle Teils (Seilwinde! Rotoren! Schiebetüren, Heckklappe!).

Der LEGO Technic Schwerlasthubschrauber (oder wie Kind 3.0 ihn nennt „COOOOOOOOOOL!!1!“) hat 1.042 Teile.

Wie gesagt, ich fand den Aufbau etwas anspruchsvoller, weswegen der Hubschrauber eher für die Altersgruppe 10 aufwärts ist. Was ja aber auch ein bisschen heisst, dass er durchaus für Erwachsene geeignet ist (ich sehe schon wie der/die Gewinner:in das Paket an den Kindern vorbei schmuggelt und abends heimlich selbst aufbaut…).

Tandemrotor-Hubschrauber von LEGO Technic

Der LEGO Technic Schwerlasthubschrauber ist ein komplexes 2-in-1 Modell und besticht mit zahlreichen technischen Details und Funktionen. Dank des kraftvollen Power Functions Motors lassen sich die beiden gegenläufigen Rotoren des Modells wie bei einem echten Hubschrauber zum Rotieren bringen. Eine herunterklappbare Laderampe, aufklappbare Frachtraumtüren sowie eine funktionstüchtige Seilwinde und bewegliche Seiten- und Höhenruder machen das realitätsgetreue Technikerlebnis komplett. Für noch mehr Bauvergnügen lässt sich das 2-in-1 Modell zusätzlich in einen leistungsstarken Tandemrotor-Hubschrauber umbauen.

Was ist drin?
  • 1042 Teile
  • riesige Tandemrotoren, 2 große Triebwerke, bewegliche Seiten- und Höhenruder, ein baubares Zubehörteil als Fracht sowie ein in alle Richtungen drehbares Bugrad
  • Der Schwerlasthubschrauber ist 22 cm hoch, 60 cm lang und 53 cm breit
  • Der Tandemrotor-Hubschrauber ist 19 cm hoch, 80 cm lang und 49 cm breit
  • Kauft schon mal AA Batterien. Die sind nicht enthalten und sechs braucht man. Der Motor wird im Inneren des Hubschraubers verbaut. Deswegen erst Batterien besorgen und dann mit dem Aufbau beginnen.
Was ihr tun müsst, um zu gewinnen:
  • verlost wird ein Set LEGO Technic Schwerlasthubschrauber
  • der LEGO Technic Schwerlasthubschrauber wird verlost unter allen Kommentaren im Blog – beantwortet mir folgende Frage: Warum findet ihr mich so nett? Nein, Spaß beiseite – kommentiert einfach. Der/die Gewinner:in wird ausgelost.
  • mitmachen können alle volljährigen natürlichen Personen
  • die Verlosung läuft bis zum 12. Dezember 23.59 Uhr
  • der/die Gewinner:in wird ausgelost und per Mail benachrichtigt
  • der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen
  • erhalte ich innerhalb einer Woche keine Rückmeldung auf die Gewinnbenachrichtigung, verfällt der Gewinn

Das 12. Türchen hat Euch gefallen? Dann ab zum nächsten Türchen bei kleinSTYLE

Noch mehr Verlosungen gefällig? BITTESEHR – hier hast du einen Überblick über das was bereits war, und das was noch kommt: Auf jeden Fall ist jeder Tag im Dezember ein Gewinn!

01.12.: Mama Schultze, 02.12.: Moms Blog, 03.1.2.: Einer schreit immer, 04.12.: bei echt! Hartmann, 05.12. bei Mini&Mami, 06.12. bei Stadt Land Mama, 07.12. bei MissBonn(e)bonn(e), am 08.12. bei Caprice et Délice, am 09.12. bei Grosse Köpfe, am 10.12. bei Mama Notes, am 11.12. bei Nina Bott, am 12.12. bei Das Nuf, am 13.12. bei kleinSTYLE!, am 14.12. bei Familie Berlin, am 15.12. bei Mama Mia, am 16.12. bei Kleine Familienwelt, am 17.12. bei Wunderhaftig, am 18.12. bei Nova’s Loft, am 19.12. bei Metterschling und Maulwurfn, am 20.12. bei Johnny’s Blog, am 21.12. bei Ekulele, am 22.12. bei Mit Kinderaugen, am 23.12. bei Zwillingswelten und am 24.12. bei Daddylicious.

 

Verlosung: Das Produkt wurde von der LEGO GmbH für diese Verlosung zur Weitergabe an meine Leser zur Verfügung gestellt. Die Verlosung wird von mir umgesetzt. 

Make your Kühlschrank smart and revolutionier your Family Life

Links: ich, rechts: mein nicht smarter Kühlschrank
Links: ich, rechts: mein nicht smarter Kühlschrank

Neulich habe ich eine Pressemitteilung über einen Kühlschrank bekommen. Tatsächlich habe ich sie gelesen, weil ich mich derzeit für Kühlschränke interessiere. Meiner ist aus der Zeit in der ich noch jung war. Damals war er State of the Art. Er glänze durch zwei Funktionen:

  1. kühlen und
  2. Innenbeleuchtung (aber nur wenn er geöffnet ist. Ich hab das gewissenhaft untersucht)

2006 ist die Innenbeleuchtung leider kaputt gegangen und die letzten beiden Sommer hat der Kühlschrank nur noch unter großen Mühen gekühlt. Das Kühlen hat ihn so angestrengt, dass er sehr viel Wasser ausgeschwitzt hat, das ich ihm regelmäßig mit einem Lappen entfernt habe. So alle drei Stunden.

So ist der Kühlschrank zum Familienmitglied geworden. Alle paar Stunden muss er versorgt werden, er macht seit geraumer Zeit komische Geräusche und leider steht er auch im Weg herum.

Meine Küche ist klein. Der Kühlschrank hingegen sehr, sehr groß, aber Platz fand er damals nur genau in der Mitte der Küchenzeile. So bleibt links des Kühlschranks nur 40 cm Arbeitsfläche.

Aber ich komme schon klar. Der Kühlschrank und ich, wir sind gute Kumpels. Wir wissen beide, dass Perfektion nicht alles ist.

Jedenfalls bekam ich heute eine Pressemeldung über einen Kühlschrank. 4.299 Euro soll er kosten. Und nein, da habe ich nicht aus Versehen eine Stelle zu viel getippt.

4.299 Euro. Ich glaube, wenn ich den Wert aller technischen Geräte, die ich besitze, aufsummiere, komme ich auf diese Summe. Ich sag mal so: Das ziemlich überteuerte iPhone, an das ich mich aber leider gewöhnt habe, ist da schon eingerechnet.

Also 4.299 Euro. Eigentlich steht das nicht am Anfang der Pressemitteilung. Wahrscheinlich wollte sich der Hersteller diesen Preis als Pointe aufheben, die ich jetzt leider so ein bisschen verpatzt habe.

Also nochmal zurück zum Kühlschrank, der übrigens natürlich nicht Kühlschrank sondern Family Servant heisst und als smarter Partner fürs Leben angepriesen wird. Denn – ein kluger Produktentwickler saß vermutlich morgens mal auf der Toilette und da fiel ihm auf: Ein Kühlschrank, der nur kühlt, das ist doch totale Platzverschwendung. Mach ich ihn doch einfach smart! Und wie macht man das? Richtig! Mit einem Tablett vorne dran.

Also verbaut man ein drölfzig Zoll großes WLAN fähiges Tablett an diesem Kühlschrank. Und jetzt kommts! Auf dem kann man malen! Es. ist. nämlich. ein. Touchscreen. (Super Idee so ein Touchscreen in der Küche zwischen all den Fettdämpfen und schmutzigen Kinderhänden – aber was solls, dann dürfen die störenden Kinder eben nicht mehr in die Küche).

Crazy Shit oder?

Das ist aber nicht alles: Man kann auch darauf schreiben!
JA!

Das ist aber immer noch nicht alles. Das Tablett kann auch Sprachnachrichten abspielen („Nuf, mach‘ sofort wieder die Tür zu! Es ist nach 18 Uhr, du bist doch schon wieder an den Kohlenhydraten!“) und TV-Mirroring*

Der Kühlschrank wird somit das Zentrum des Family Lifes.

Aber richtig cool ist eben, dass der Kühlschrank Kameras hat, die den Innenraum überwachen. So kann man ihn beim Shoppen quasi fragen was fehlt.

(Ob man das irgendwie hacken kann? Also dass man z.B. die Schulranzen da rein kippt und der Kühlschrank einem dann sagt, welche Hausaufgaben noch fehlen? Oder die gepackten Koffer für den Urlaub „Eh Nuf, Du hast drei Schlüppis zu wenig eingepackt!“)

Doch nicht genug, er meldet auch abgelaufene Lebensmittel.

Ein bisschen enttäuscht war ich allerdings, dass er sie nicht gleich eliminiert. Per Laserstrahlen oder Vaporisator. Das könnte bei dem Preis eigentlich drin sein, oder? Ich stelle mir das toll vor. Die Tür des Kühlschranks müsste natürlich transparent sein und natürlich würde ich extra abgelaufene Lebensmittel reinwerfen nur um zu sehen wie sie zerstört werden (bestimmt kann man mit der Abwärme die Wohnung heizen – das wäre für mich ja auch ein sehr angenehmer Nebeneffekt).

Jedenfalls, ich habe die Firma angeschrieben, ob ich wohl ein Rezensionsexemplar haben könnte. Ich bin gespannt, was sie antworten.

(Wobei ich ja eigentlich lieber so eine smarte Wohnung wie mein Kollege hätte, der kann zB seiner Frau beim Kacken das Licht ausschalten obwohl er im Büro sitzt. Aber sowas gibt es nicht Out of the Box. Das muss man sich dann eben selbst bauen.)


 

*im Kleingedruckten steht: WLAN erforderlich. Was da nicht steht: TV erforderlich. Hab ich nämlich nicht. Da wäre ich ja ganz schön enttäuscht gewesen!

 

[Werbung] Das Hollandfahrrad von KS-Cycling macht gute Laune

IMG_7839Mein altes Fahrrad war in die Jahre gekommen

Vor einigen Monaten hab ich mein Fahrrad bei meinem Freund stehen lassen, der von mir aus gesehen quasi oben wohnt – sprich einen Berg nach unten muss, wenn er zu mir möchte. Weil er so lieb ist, hat er mir das Fahrrad am nächsten Tag mitgebracht.

Als er bei mir ankam, sagte er mit einem leichten Zucken im Auge: „Du hättest mir ruhig sagen können, dass du keine Bremsen hast.“

Das war natürlich ein bisschen übertrieben, denn natürlich habe ich Bremsen – nur dass die etwas spät reagieren. Er hat schon recht, man muss das wissen, um oben am Berg rechtzeitig mit dem Bremsen zu beginnen, um dann unten rechtzeitig zum Stehen zu kommen.

Ein anderes Problem ist, dass mein Licht nicht mehr geht und dass ich nicht mehr schalten kann, weil die Kette sonst sofort rausspringt. Wenn man konsequent nicht schaltet, springt sie nur einmal in der Woche raus.

Dem Fahrrad kann man das nicht unbedingt anlasten. Ich hab es vor mehr als zehn Jahren gekauft und seitdem nie irgendwas an ihm gemacht. Naja, Reifen aufgepumpt – aber sonst hab ich es nicht so gut gepflegt.

Im Sommer fahre ich gerne mit dem Rad ins Büro. V.a. der Rückweg entspannt mich. Ich habe das Gefühl, dass die körperliche Anstrengung meine seelische Anspannung mitabbaut.

Meine Kollegen haben sich offenbar schon mehrere Jahre über mein Fahrrad lustig gemacht. Einmal, als ich aufstieg, sagte einer erstaunt: „Der Elefant ist dir?“
„Ja, der ist mir.“
Zugegebenermaßen ist das Fahrrad ein wenig klobig und schwer. Irgendwohin tragen will man es eher nicht. Aber Räder sind schließlich nicht zum Tragen da.

Jedenfalls to cut a long story short. Mein ziemlich robustes Fahrrad war mir lange treu, ist aber kaum noch zu gebrauchen. Über Verkehrssicherheit möchte ich mich in diesem Zusammenhang ausschweigen.

Ein neues Fahrrad war schneller da als erhofft

Ich twitterte ohne wirkliche Hintergedanken:

Und bekam einige sehr, sehr lustige Antworten:

Etwas später bekam ich eine Mail von KS Cycling und man bot mir tatsächlich an, einen Fahrradtest zu machen. Ich war gleichermaßen entzückt wie erstaunt.

Per Mail klärten wir die Anforderungen. Ich fahre gerne aufrecht und gefedert, die Reifen müssen so breit sein, dass ich nicht in Straßenbahnschienen klemmen bleibe und ich transportiere oft Einkäufe mit dem Fahrrad nach Hause. Es war schnell klar, dass für mich ein Cityrad oder ein Hollandrad in Frage kommen würde. Tatsächlich hatte ich mich schon in eines der Hollandräder verliebt…

Passend zur Schrittlänge, die deutlich unter Julia Roberts Beinlänge, die sie in Pretty Woman postuliert, liegt, bekam ich mit der Post mein Wunschrad zugeschickt.

Fahrradzusammenschrauben nicht ganz so einfach wie gedacht

Beim Auspacken war ich noch frohen Mutes, dass ich das mit dem Montieren auch alleine hinbekommen würde. Richtig toll fand ich, dass passendes Werkzeug dabei war. Ich besitze nämlich genau einen Werkzeugkasten im Wert von 10 Euro (sie wissen schon, den aus dem bekannten Möbelhaus, den man gerne Studenten schenkt bevor sie sonst gar nichts haben).

Als ich dann die Montageanleitung las, war ich schon bei Satz zwei komplett überfordert. Natürlich hat die Anleitung Fotos, ich hatte trotzdem keine Ahnung was ein „Konvusvorbau“ oder ein „Aheadvorbau“ ist. Auch Worte wie „Sattelkerze“ und „Achsmutter“ ließen zunächst einmal ein großes Fragezeichen über meinem Kopf erscheinen.

Den Aufbau habe ich also erst einmal vertagt, um es dann nochmal gemeinsam mit meinem Freund zu versuchen. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass er ein Fahrradcrack ist – allerdings geht zu zweit alles leichter. Wir haben da auch gute Erfahrungen beim Ausfüllen diverser unverständlicher Formulare der Rentenversicherung gemacht.

Tatsächlich hat der Aufbau zu zweit keine Stunde in Anspruch genommen. Allerdings hatten wir Probleme bei der Einstellung der Bremse und der Verbindung der Kabel mit den Lampen.

Fahrradhändler vor Ort macht alles verkehrssicher

Ich bin deswegen nochmal zu einem Fahrradladen vor Ort und habe diese beiden Teile fertig bauen lassen und im Anschluss einmal alles durchchecken lassen. Gezahlt habe ich dafür 35 Euro – was ich wirklich sehr OK fand.

Sehr hilfreich waren übrigens die Montage-Videos (auch wenn da nicht unbedingt das gekaufte Modell gezeigt wird, versteht man einiges besser als in der schriftlichen Anleitung).

Das Resultat sieht so aus:

Tussaud

Das Fahrrad fährt sich hervorragend. Tatsächlich fühle ich mich mit funktionierenden Bremsen und Licht doch um einiges sicherer. Details zum Modell finden sich übrigens hier: Hollandrad Tussaud

Richtig happy macht mich vorne der Gepäckständer an dem in der Zwischenzeit eine Obstkiste mit Kabelbindern befestigt ist, so dass ich dort alle Einkäufe unterbringe.

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Auch wenn der Aufbau für mich als völlig Ungeübte eine Hürde dastellte, finde ich den Workarround sich von einem Fahrradhändler vor Ort helfen zu lassen total in Ordnung.

Wenn ihr also noch ein öh… größeres Weihnachtsgeschenk für jemanden sucht: Schaut euch doch mal im Shop von KS-Cycling um.