[Werbung] Das Hollandfahrrad von KS-Cycling macht gute Laune

IMG_7839Mein altes Fahrrad war in die Jahre gekommen

Vor einigen Monaten hab ich mein Fahrrad bei meinem Freund stehen lassen, der von mir aus gesehen quasi oben wohnt – sprich einen Berg nach unten muss, wenn er zu mir möchte. Weil er so lieb ist, hat er mir das Fahrrad am nächsten Tag mitgebracht.

Als er bei mir ankam, sagte er mit einem leichten Zucken im Auge: „Du hättest mir ruhig sagen können, dass du keine Bremsen hast.“

Das war natürlich ein bisschen übertrieben, denn natürlich habe ich Bremsen – nur dass die etwas spät reagieren. Er hat schon recht, man muss das wissen, um oben am Berg rechtzeitig mit dem Bremsen zu beginnen, um dann unten rechtzeitig zum Stehen zu kommen.

Ein anderes Problem ist, dass mein Licht nicht mehr geht und dass ich nicht mehr schalten kann, weil die Kette sonst sofort rausspringt. Wenn man konsequent nicht schaltet, springt sie nur einmal in der Woche raus.

Dem Fahrrad kann man das nicht unbedingt anlasten. Ich hab es vor mehr als zehn Jahren gekauft und seitdem nie irgendwas an ihm gemacht. Naja, Reifen aufgepumpt – aber sonst hab ich es nicht so gut gepflegt.

Im Sommer fahre ich gerne mit dem Rad ins Büro. V.a. der Rückweg entspannt mich. Ich habe das Gefühl, dass die körperliche Anstrengung meine seelische Anspannung mitabbaut.

Meine Kollegen haben sich offenbar schon mehrere Jahre über mein Fahrrad lustig gemacht. Einmal, als ich aufstieg, sagte einer erstaunt: „Der Elefant ist dir?“
„Ja, der ist mir.“
Zugegebenermaßen ist das Fahrrad ein wenig klobig und schwer. Irgendwohin tragen will man es eher nicht. Aber Räder sind schließlich nicht zum Tragen da.

Jedenfalls to cut a long story short. Mein ziemlich robustes Fahrrad war mir lange treu, ist aber kaum noch zu gebrauchen. Über Verkehrssicherheit möchte ich mich in diesem Zusammenhang ausschweigen.

Ein neues Fahrrad war schneller da als erhofft

Ich twitterte ohne wirkliche Hintergedanken:

Und bekam einige sehr, sehr lustige Antworten:

Etwas später bekam ich eine Mail von KS Cycling und man bot mir tatsächlich an, einen Fahrradtest zu machen. Ich war gleichermaßen entzückt wie erstaunt.

Per Mail klärten wir die Anforderungen. Ich fahre gerne aufrecht und gefedert, die Reifen müssen so breit sein, dass ich nicht in Straßenbahnschienen klemmen bleibe und ich transportiere oft Einkäufe mit dem Fahrrad nach Hause. Es war schnell klar, dass für mich ein Cityrad oder ein Hollandrad in Frage kommen würde. Tatsächlich hatte ich mich schon in eines der Hollandräder verliebt…

Passend zur Schrittlänge, die deutlich unter Julia Roberts Beinlänge, die sie in Pretty Woman postuliert, liegt, bekam ich mit der Post mein Wunschrad zugeschickt.

Fahrradzusammenschrauben nicht ganz so einfach wie gedacht

Beim Auspacken war ich noch frohen Mutes, dass ich das mit dem Montieren auch alleine hinbekommen würde. Richtig toll fand ich, dass passendes Werkzeug dabei war. Ich besitze nämlich genau einen Werkzeugkasten im Wert von 10 Euro (sie wissen schon, den aus dem bekannten Möbelhaus, den man gerne Studenten schenkt bevor sie sonst gar nichts haben).

Als ich dann die Montageanleitung las, war ich schon bei Satz zwei komplett überfordert. Natürlich hat die Anleitung Fotos, ich hatte trotzdem keine Ahnung was ein „Konvusvorbau“ oder ein „Aheadvorbau“ ist. Auch Worte wie „Sattelkerze“ und „Achsmutter“ ließen zunächst einmal ein großes Fragezeichen über meinem Kopf erscheinen.

Den Aufbau habe ich also erst einmal vertagt, um es dann nochmal gemeinsam mit meinem Freund zu versuchen. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass er ein Fahrradcrack ist – allerdings geht zu zweit alles leichter. Wir haben da auch gute Erfahrungen beim Ausfüllen diverser unverständlicher Formulare der Rentenversicherung gemacht.

Tatsächlich hat der Aufbau zu zweit keine Stunde in Anspruch genommen. Allerdings hatten wir Probleme bei der Einstellung der Bremse und der Verbindung der Kabel mit den Lampen.

Fahrradhändler vor Ort macht alles verkehrssicher

Ich bin deswegen nochmal zu einem Fahrradladen vor Ort und habe diese beiden Teile fertig bauen lassen und im Anschluss einmal alles durchchecken lassen. Gezahlt habe ich dafür 35 Euro – was ich wirklich sehr OK fand.

Sehr hilfreich waren übrigens die Montage-Videos (auch wenn da nicht unbedingt das gekaufte Modell gezeigt wird, versteht man einiges besser als in der schriftlichen Anleitung).

Das Resultat sieht so aus:

Tussaud

Das Fahrrad fährt sich hervorragend. Tatsächlich fühle ich mich mit funktionierenden Bremsen und Licht doch um einiges sicherer. Details zum Modell finden sich übrigens hier: Hollandrad Tussaud

Richtig happy macht mich vorne der Gepäckständer an dem in der Zwischenzeit eine Obstkiste mit Kabelbindern befestigt ist, so dass ich dort alle Einkäufe unterbringe.

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Auch wenn der Aufbau für mich als völlig Ungeübte eine Hürde dastellte, finde ich den Workarround sich von einem Fahrradhändler vor Ort helfen zu lassen total in Ordnung.

Wenn ihr also noch ein öh… größeres Weihnachtsgeschenk für jemanden sucht: Schaut euch doch mal im Shop von KS-Cycling um.

Aufmerksamkeitsökonomie und technische Hürden

Superväter bekommen Aufmerksamkeit
Papa hat eine Windel gewechselt und jetzt spricht die ganze Welt darüber?

Heute Morgen habe ich im Halbesachen-Blog einen Artikel gelesen, der sich mit der Frage beschäftigt, ob es so etwas wie eine geschlechtsspezifische Verteilung von Aufmerksamkeit gibt.

Die tldr Zusammenfassung lautet: Ja – und das sogar bei klassischen „Mütterthemen“ wie Erziehung und Familie.

(Was ich mit den Anführungszeichen sagen will: Selbst da, wo v.a. Frauen – rein statistisch ausgezählt – einen Großteil der Arbeit übernehmen und dort auch die entsprechende Erfahrung haben, werden Männer besser gehört.)

Konkret geht es um den Artikel zum Kinderkrankenschein von Papa Pelz im Vergleich zu dem Artikel von Petra, die ebenfalls dazu schreibt und das Ganze aus der Sicht einer Alleinerziehenden beleuchtet.

Aufmerksamkeit kann sichtbar gemacht werden

Auf den Artikel von Petra gibt es derzeit 9 Reaktionen. Auf den von Papa Pelz 414.

Ich schreibe jetzt mal bewusst Reaktionen statt Kommentare auch wenn das im Template dort anders steht. Denn es handelt sich eben nicht um Kommentare sondern um Reaktionen, die meiner Auffassung nach von einem Indieweb-Plugin zusammengetragen werden.

D.h. es werden hier alle Reaktionen referenziert und nicht nur die Kommentare, die jemand im Blog verfasst. In die 414 zählen rein: Twitter Shares, Twitter-Quotes, Retweets, facebook-Shares, facebook-Kommentare und facebook-Likes.

Ich habe dieses Plugin auch, weswegen man unter jedem Artikel in der Regel einige Duzend Reaktionen sieht. Allein meine Reichweite von über 10.000 Followern auf Twitter bewirkt, dass meine Artikel eine gewisse (durchschnittliche) Aufmerksamkeit bekommen.

Zudem, so meine magische Hypothese: Gibt es erstmal sichtbare Reaktionen, so ist es viel wahrscheinlicher, dass andere auch kommentieren. Wenn kein Kommentar zu sehen ist, scheint es sowas wie eine blank page panic zu geben.

Technische Hürden aus dem Weg schaffen

Jedenfalls was ich sagen will: Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Sichvernetzen und das Gehörtwerden im Internet auch etwas mit dem Senken technischer Hürden zu tun hat.

Schon 2013 habe ich das Thema mal angerissen: Blogs leben durch männliche Seilschaften.

Woran liegt das?

In weniger als einer Minute fallen mir eine Menge Dinge ein, die sich in meiner Beobachtung in der Filterbubble Elternblogs rein technisch bei Vätern und Müttern unterscheiden:

  • Kommentierbarkeit von Artikeln

Oft muss man sich in irgendeinem System extra anmelden, um zu kommentieren. Man hat bei Mütterblogs oft nicht die Wahl verschiedene Logins oder gar ohne festen Login zu kommentieren.

Persönlich habe ich oft keinen Bock mich anzumelden oder ein Passwort zu suchen (selbst im Schlüsselbund nicht, das sind zwei weitere Klicks).

Effekt: Weniger Kommentare, weniger Interaktion, weniger Wiederkehrer etc.

  • RSS Feeds

Viele Mütterblogs kümmern sich nicht um ihre RSS Feeds. Die sind dann nicht einfach mit einem Klick abonnierbar oder aber gekürzt.

Gekürzte RSS Feeds lesen macht keinen Spaß. Wenn ich mir die Artikel in einen Reader ziehe und z.B. offline lesen möchte – dann bedeutet das: Ich lese nicht, RSS Feed fliegt raus, ich lese das Blog nicht mehr.

(Die Beschreibung wie man das in WordPress ändert und wie man ein volles RSS Feed erzwingen kann, findet sich im oben genannten Artikel)

  • Seitensuche

Wirklich viele Mütterblogs haben keine Seitensuche.

Es passiert mir immer noch, dass ich Dinge lese, toll finde, später verlinken will und dann nicht mehr finde. Auch hier: Faulheit siegt

In Google kann man „site:http://www.blogname.de  suchbegriff“ eingeben, um eine Seitensuche zu „erzeugen“ – aber pfffft.

Bestimmt gibt es noch weitere Hürden – das sind die, die mir seit Jahren begegnen und die mir sofort einfallen.

Per se bedeutet das eine schlechtere Verteilbarkeit und damit eine schlechtere Sichtbarkeit.

(Ich selbst lasse mir auch helfen und kann das alles nicht alleine. Ich glaube, einige andere weiblichen Blogs mit großer Reichweite holen sich auch Hilfe. Es gibt sehr viel, das man zusätzlich tun kann, um besser gehört zu werden. Zum Beispiel kann man sich überlegen, wo die Menschen sind, die einen hören sollen und dann dort was anbieten. Sei es nun bei WhatsApp oder Snapchat oder facebook etc.

Es ist zB relativ einfach Infos von einer Plattform zur nächsten durchzureichen. Ich schreibe zB auf Twitter und das wird auf facebook durchgereicht… egal. Was man tun kann, um besser gehört zu werden, also rein technisch, das wäre ein eigener Artikel. SEO übrigens gehört im Sinne von Zugänglichkeit auch dazu. Auch eine bestimmte Schreibweise hilft die Leute bei der Stange zu halten [Zusammenfassungen, Zwischenüberschriften, Bulletpoints])

Jedenfalls was ich sagen will: Ich stimme Jette von Halbesachen grundsätzlich zu. Männer (Väter) bekommen mehr Aufmerksamkeit – und wollte nur ergänzen – evtl. hat das neben den gewachsenen gesellschaftlichen Gründen auch rein technische (die dann auch wieder gesellschaftlich gewachsen sind, aber das wird tautologisch). Zumindest im Netz.

(Zwischeneinschub: Ich glaube übrigens, dass ich von Anfang an meiner „Blogkarriere“ mehr Aufmerksamkeit als andere bloggende Mütter hatte, weil dasnuf als männlich wahrgenommen wurde – in den Kommentaren der ersten Blogjahre, werde ich immer wieder als Mann angesprochen.)

Leuchtturm-Väter pushen oder ignorieren?

Ganz abgesehen davon, geht es aber in dem Artikel um Jette um eine zweite Frage, die mich wirklich auch sehr beschäftigt.

Sie nennt das Phänomen „Leuchtturm-Väter“. Gemeint sind die paar Väter, die öffentlich über das Vatersein schreiben oder die etwas selbstverständliches tun und dann in den Himmel gelobt werden (über Superpapa Gabriel habe ich mich schon ausgiebig echauffiert).

Mich frustriert das auch. Ein Politiker (Gabriel) kümmert sich um sein krankes Kind: SUPERPAPA KÜMMERT SICH UM KIND. ER IST UNSER ALLER VORBILD! Eine Politikerin (Schwesig) tut das selbe: FRAU IST ÜBERFORDERT UND KANN NICHT DELEGIEREN. SOLLTE SIE IHR AMT ABGEBEN?

Das findet so nicht nur in den Medien statt, sondern auch im ganz normalen Leben.

Die Helden-Väter eben. Die neuen Väter. Die, die pro Tag eine Windel wechseln und am Wochenende nachmittags ohne Frau (!) auf den Spielplatz gehen.

ABER. War klar, dass ein aber kommt, oder?

Ich sehe auch zunehmend Männer, die ich in ihrem Vatersein ernst nehmen kann, weil sie genau das tun, was Frauen als Mütter auch tun: Sie kümmern sich um kotzende Kinder, sie schneiden Fingernägel, sie gehen zu U-Untersuchen, schauen in den Sack mit den Wechselsachen, kaufen Geschenke für Kindergeburtstage, trösten, lesen vor, gehen auf Elternabende, sie nehmen mehr als zwei Monate Elternzeit und erleben auch den Spagat der Vereinbarkeit…

Das sind meine Verbündeten. Denen möchte ich auch Aufmerksamkeit geben (können). Da möchte ich nicht zögern im Sinne von – hat eine Frau auch schon darüber geschrieben? Muss ich die verlinken? (Wenn ich es ohnehin weiß, mache ich es natürlich)

Kenne Deine Verbündeten

Was ich sagen will: Es wäre falsch, sich nicht mit Menschen, die das selbe Ziel verfolgen wie ich (Gleichberechtigung, Abschaffung systemimmanenter Benachteiligung von Menschen, die Kinder haben etc.) zu verbinden, sie zu verlinken und ihre Texte zu teilen nur weil sie eben Männer sind.

Das geht für mich in die falsche Richtung.

Jette schreibt abschließend:

Ich wünsche mir ein miteinander Einstehen für Themen. Daher werde ich auch zukünftig Artikel männlicher Autoren liken, kommentieren und teilen, wenn ich sie wichtig finde. Für das richtige Thema bin ich gern einer dieser weiten Kreise.

Sollte sich allerdings irgendein Papa öffentlich dafür feiern, dass er das Baby in aller Herrgottsfrühe zwei Stunden durch den Park geschoben hat, damit die Mama noch schlafen kann – dann klicke ich einfach stumm weiter. Und hoffe, dass es immer mehr (Frauen) mir gleich tun.

Also: Differenzierung ist wichtig. Im Zweifelsfall die Welle nutzen, die ein Verbündeter im selben Thema macht und einfach darauf surfen.

 

Pokémon Go – Was ich in einer Woche gelernt habe

Pokémon Go Taubis
1. Lektion: Taubis sind gut!

Sechs Stunden war ich heute mit Marcus Richter unterwegs (der u.a. Radiojournalist für Digitales und Spiele ist). Das hat sich gelohnt. Ich habe viel gelernt und zwei Level geschafft.

Hier und da habe ich schon etwas gelesen und im Vorfeld bereits meine eigenen Erfahrungen gemacht, aber weil ich so einen Spaß hatte, teile ich mein Wissen einfach mal.

Es gab nämlich eine Menge, was ich nicht wußte.

Wie levele ich am schnellsten?

Um bei Pokémon Go ein Level höher zu kommen, muss man Erfahrungspunkte sammeln.

Ich nehme an, die meisten sind schon bei Level 10. Um bis Level 15 zu kommen, braucht man pro Level 10.000 Erfahrungspunkte. Level 15 auf Level 16 15.000 Erfahrungspunkte, dann bis Level 19 jeweils 25.000, danach wird es mit 50.000, 75.000 und 100.000 (usw.) richtig anstrengend.

Erfahrungspunkte bekommt man im Wesentlichen durch den Besuch von Pokéstops, durch das Fangen von Pokémons oder aber, wenn man Pokémon entwickelt.

Die Punkte schlüsseln sich grob wie folgt auf (keine vollständige Liste):

  • Ein Pokémon das 1. Mal fangen: 600 Punkte
  • Ein Pokémon fangen, das man schon mal gefangen hat: 100 Punkte
  • Pokéstops leeren: 50 Punkte
  • Ein Pokémon das 1. Mal entwickeln: 1000 EP
  • Ein Pokémon von der 1. in die 2. Stufeentwickeln: 500 EP

V.a. das Entwickeln von Pokémon lohnt sich also (da man das Fangen von unbekannten Pokémon ja leider nicht planen kann).

Das Prinzip lautet also: möglichst viele Pokémon fangen (und erstmal behalten!), die wenig Bonbons kosten bei der Entwicklung. Allen voran ist das z.B. Taubsis und Hornlius. Beide kosten 12 Bonbons um sie in die nächste Stufe zu entwickeln.

Pokémon Go Erfahrungspunkte durch Evolvieren
Da warten viele Erfahungspunkte

Jetzt kommt der Trick: Setzt man ein Glücksei (schaut mal in euren Items nach) ein, so verdoppeln sich die Punkte.

Hat man ausreichend Pokémon gesammelt, kann man in 30 min (solange ist das Glücksei aktiv) locker 1-2 Level schaffen (kommt natürlich drauf an in welchem Level man ist, denn jedes höhere Level benötigt mehr Erfahrungspunkte). Ich war Level 14 und habe es nach unserer Wanderung heute in das 16. Level geschafft.

Schaut euch vorher an, welche Pokémon ihr entwickeln könnt und wie viel Bonbons ihr braucht. Verschickt dann alle Pokémon, die ihr nicht entwickeln könnt und zwar bevor ihr das Glücksei einsetzt. Das spart wertvolle Zeit.

Entwickelt ihr Pokémon von der selben Art, nehmt die, welche die meisten WP haben.

Rein von den Erfahrungspunkten her sollte man also möglichst viele Pokémon von Stufe 1 auf Stufe 2 bringen. Allerdings sollte man sich strategisch überlegen, ob nicht doch ein Pokémon von Stufe 2 auf Stufe 3 entwickelt werden sollte.

Es kostet zwar mehr Bonbons (bei den Taubogas 50 wenn man ein Tauboss möchte, von Taubsi auf Tauboga allerdings nur 12 Bonbons!), es kann aber unter Umständen ein stärkeres Pokémon mit mehr Wettkampfpunkten (WP) entwickelt werden.

Speziell für die Taubsis gibt es bereits einen Taubsi-Rechner.

 

Wisst ihr, wie ihr sehen könnt, ob ein entwickeltes Pokémon ein bereits vorhandenes Pokémon der selben Evolutionsreihe überholt?

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Man sieht es an der Position des Punktes auf dem Bogen hinter dem Pokémon. Im Bild sieht man gut, dass der Traumato den bereits vorhandenen Hypno in Sachen WP überholen wird.

Also hier einfach abwägen, ob man mehr Wettkampfpunkte haben möchte oder mehr Erfahrungspunkte.

Wie viele Pokémon man zu Bonbons verarbeitet, welche Pokémon in welcher Stufe man weiterentwickelt, ist nicht ganz einfach, wenn man ein paar Duzend hat. Ich habe mir eine Liste geschrieben und so in 12 Minuten 13 Pokémon weiter entwickelt.

Die restlichen 18 Minuten kann man Pokéstops abgrasen und Pokémons fangen – denn auch hier werden, wie oben erwähnt, die Erfahrungspunkte verdoppelt.

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Warum überhaupt ein hohes Trainerlevel erreichen?

Ganz einfach: Je höher das Trainerlevel, desto mehr WP können die Pokémon haben, die ihr findet. Das stärkste Pokémon, das ich bislang gefunden habe, hatte über 500 WP!

Wo finde ich denn am meisten Pokémon?

In Berlin ist die Antwort leicht. Da wo es viele Touristen gibt und möglichst viele Pokéstops eng aneinander stehen.

Ich kann da z.B. das Sowjetische Ehrendenkmal in der Straße des 17. Juni empfehlen. Da stehen drei Pokémonstops aneinander, die eigentlich nonstop mit Lockmodulen ausgestattet sind.

Wir saßen so lange da, dass uns das Taubsi, Rattfatz und Hornliu einfangen irgendwann langweilig wurde.

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Viele andere touristischen Ecken sind ebenfalls ständig mit Lockmodulen besetzt. Die Gegend um den Reichstag, das Brandenburger Tor und unter den Linden etc. ist sehr ergiebig.

Wie finde ich Pokémons, die ich noch nicht habe (oder haben will)?

Pokémons, die man noch nicht hat, erscheinen unten rechts als grauer Schatten. Die Anzahl der Schritte deutet an, wie weit sie entfernt sind. Nur: Woher weiß man, in welche Richtung man laufen muss?

Man dreht sich ganz langsam um die eigene Achse und folgt dem pulsierenden Kreis um den Trainer herum. Wenn die Richtung korrekt ist, pulsiert die graue Anzeige unten grün zurück.

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Wer es ganz genau wissen will, der kann auch Pokévision benutzen. Auf dieser Karte wird die genaue Position der Pokémon einer bestimmten Umgebung angezeigt und es gibt auch eine Zeitangabe, wie lange sie dort zu finden sind.

Das ist ein bisschen gecheatet, aber naja.

Der Akku! Der Akku, er geht so schnell leer! Was kann ich tun?

Nun. Wenn man wirklich ein paar Stunden unterwegs ist, dann wird man um eine Powerbank nicht drumrum kommen. Ein bisschen Strom spart ihr durch: Helligkeit des Displays runterregeln, Stromsparmodus des Handys aktivieren und in Pokémon Go unter Einstellungen das Häkchen bei Batteriesparer setzen.

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Wie besetze ich eine Arena?

Dieses Ding mit der Arena ist echt kompliziert. Ich habs von alleine überhaupt nicht verstanden. Lacht mich ruhig aus… Meine erste Erkenntnis war: Man muss tatsächlich kämpfen.

Wusste ich nicht, ich dachte, das wird irgendwie über die Wettkampfpunkte ermittelt.

Weil das Thema wirklich komplex ist, hier meine Tageserkenntnisse in Stichpunkten. Details findet ihr anderswo (z.B. hier).

  • Man kann kämpfen (aufs Display tippen)
  • Man hat eine Sonderattacke (wenn der blaue Balken unter dem Lebensbalken voll ist, lange aufs Display drücken)
  • Man kann ausweichen (nach rechts oder links wischen)
  • Hat man gewonnen, muss man die Arena besetzen! (Da muss man manchmal schnell sein, deswegen das stärkste Pokemon nicht an die erste Kampfposition, sondern an die letzte, so könnt ihr mit dem stärksten Pokémon die Arena besetzen)
  • Wenn man die Arena besetzt hat, kann man den Verteidigungsbonus im Shop claimen.
  • Wenn man denkt, dass man es schafft mehrere Arenen gleichzeitig zu besetzen, im Shop erst den Verteidigungsbonus claimen, wenn man die maximale Anzahl an Arenen besetzt hat (es gibt dann mehr Goldmünzen und Sternenstaub).
  • Einmal im Shop einen Sieg geclaimt, wird das Ganze für 20 Stunden gesperrt. Egal wie viele Arenen ihr in dieser Zeit noch erobert – ihr bekommt nichts mehr dafür.
  • Ist man im gleichen Team, kann man zu mehreren Personen eine Arena angreifen. Wichtig ist, dass man relativ gleichzeitig GO drückt. Man hat dann auch mit deutlich weniger WP eine gute Chance zu gewinnen.
  • Um eine Arena zu besetzen, muss man so lange kämpfen, bis das Prestige der Arena auf Null gesenkt wurde. Das bedeutet oft, dass man mehrere Male ran muss.
  • Je nach Level der Arena gibt es mehr als ein Pokémon in der Arena. Man kann sich alle anschauen, indem man über das Display wischt.
  • Hat die Arena bereits die Farbe des eigenen Teams, kann man immerhin noch trainieren. Dafür gibt es Erfahrungspunkte.
  • Hat die Arena ein hohes Level und ist von der eigenen Teamfarbe besetzt, kann es sein, dass es noch einen freien Platz gibt. Schaut nach. So kann man auch ohne Kampf eine Arena besetzen.
  • Welches Pokémon einen Vorteil gegenüber einem anderen Pokémon hat, ist eine Wissenschaft für sich
  • Pokémon, die eine Arena besetzen, stehen in dieser Zeit nicht für weitere Kämpfe oder Aktionen zur Verfügung.
  • Man sieht, dass eine eroberte Arena besiegt wurde, wenn das eigene Pokémon wieder da ist.
  • Nach den Kämpfen muss man die Pokémon (bei Items) wiederbeleben und heilen.
Hab ich sonst noch Tipps?
  • So schön, die Augmented Reality Funktion ist, es ist viel einfacher Pokémon zu fangen, wenn man sie ausstellt.
  • Wenn man den Pokéball in eine Richtung kreist und dann in die andere wirft, hat man einen Curveball. Den Curveball erkennt man an den Glitzersternchen. Trifft man mit einem Curveball, erhält man für das Fangen eines Pokémons mehr Erfahrungspunkte.
  • Lasst eure Kinder ran. Die lernen wahnsinnig schnell, welches Pokémon welche Fähigkeit hat und gegen welches andere Pokémon besonders effizient eingesetzt werden kann. Echt jetzt.
  • Es gibt ein Formular, um Pokéstops entfernen zu lassen. In einigen wenigen Fällen ist das sinnvoll.
  • Jedes Power-Up bringt je nach Art des Pokémon unterschiedlich viele Wettkampfpunkte. Für Details gibt es umfangreiche Listen.
  • Ebenfalls komplex ist, welches Pokémon sich in welches Pokémon entwickelt kann.
  • Aquana ist am Ende angeblich das stärkste aller Pokémon.

Ich bin jedenfalls total erschöpft von unserer Wanderung.

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Ich war irgendwann wirklich durch. Marcus Richter hätte noch ein paar Stunden Energie gehabt.

Pokémon Go – die Tweets und anderes

Ja, für alle, die sich nicht interessieren, ist es eine echte Plage. Mich hingegen amüsiert sowohl Pokémon Go als auch alles, was drumherum entsteht.

Da wären zum Beispiel die anderen SpielerInnen. Als ich am Nachmittag vom Arzt nach Hause komme, stehen da rund ein Duzend Menschen vor dem Turm des Frankfurter Tors.

Irgendwas passiert, einer hebt den Kopf und schnauzt einen Typen drei Meter neben ihm an: „Alter bist du gelb?“

„Ne, ich bin nich gelb.“

Ein ca. zwölfjähriges Mädchen grinst: „Ich bin gelb.“

Die anderen im Kanon: „Na toll!“

Offensichtlich hat das Mädchen, Team Gelb, soeben die Pokémon-Arena erobert. Ich grinse in mich hinein und laufe weiter.

Noch bevor Pokémon Go in Deutschland erhältlich ist, entsteht diese Seite: Pokewalk.

Ich nehme an, die Seite ist ein Fake. Hier wird angeboten, dass jemand das Handy abholt und dann je nach Bezahlung (2 km – 10 $, 5 km – 15 $, 10 km – 20 $) Pokéstops abfährt, Items einsammelt und Pokémon jagt.

So unwahrscheinlich sind solche Dienste tatsächlich am Ende nicht. Ich erinnere mich noch gut an die MoMA Ausstellung 2004 in der neuen Nationalgalerie.

Mit meiner Freundin, die extra aus Stuttgart angereist war, stellte ich mich zu Beginn der Ausstellungsperiode vier Stunden an, um rein zu kommen. VIER STUNDEN!

Ich redete mir ein, dass ich das aus Liebe zu meiner Freundin über mich ergehen hab lassen.

Tatsächlich war das kurze Zeit später die allerkürzeste Wartezeit von der mir anschließend berichtet wurde. Man konnte damals sogar Menschen auf ebay ersteigern, die sich für einen anstellten. Zehn, zwölf Stunden war da keine Seltenheit.

Warum also nicht Menschen dafür bezahlen, dass man Pokémons einsammelt?

Echte Nerds, so sagte man mir, würden ohnehin nicht selbst durch die Gegend rennen und Pokémon einsammeln sondern rausfinden, wie man das Spiel spielen kann ohne sich zu bewegen.

Genau 24 Stunden später taucht ein Video auf, das erklärt wie man Pokémon Go vom heimischen PC aus spielt.

Und dann sind da noch die ganzen Tweets, die irgendwie darüber berichten, wie das Spiel sich in wenigen Tagen in die Kohlenstoffwelt integriert hat:

Oder die Tweets, die schöne, neue Ideen präsentieren:

Am Ende muss nicht alles schlecht sein, was ein Hype ist:

Nöte, wie ein schnell leer laufender Akku, machen auch erfinderisch:

Richtig hip ist man sowieso erst, wenn man alle Hypes verbindet:

Dass da die Server nicht mithalten können, ist nicht verwunderlich:

[Und irgendwie hab ich jetzt einen Buzzfeed-Eintrag geschrieben, oder?]

Ziemlich bitter ist der Artikel Pokémon Go Could Be A Death Sentence For A Black Man

„The premise of Pokémon Go asks me to put my life in danger if I choose to play it as it is intended and with enthusiasm. Let’s just go ahead and add Pokémon Go to the extremely long list of things white people can do without fear of being killed, while Black people have to realistically be wary.

Honestly, I wish this was a joke post or satire of some sort. It isn’t. Something needs to change.“

Pokémon Go

Als Kind und Jugendliche habe ich mich wahnsinnig gerne mit Mystery-Kram beschäftigt. Eines meiner Lieblingscomics hieß Vanessa – die Freundin der Geister.

Die Hauptfigur im Comic heißt Vanessa Bunburry und lebt mit ihren Eltern auf Schloss Westwood Manor in der englischen Grafschaft Essex. Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Ihr bester Freund wird der ca. 16 Jahre alte Geisterjunge Harold.

Mir gefiel die Idee, dass es Dinge ausserhalb meines eigenen Wahrnehmungsapparats geben könnte. Soooo unwahrscheinlich ist das schließlich nicht. Fledermäuse z.B. können z.B. Ultraschall hören und ich nicht…

Mein Grundgedanke war immer: nur weil ich etwas nicht wahrnehmen kann, heisst es nicht, dass es nicht existiert. Ob das nun Geister oder außerirdische Lebensformen waren, die in anderen (für mich nicht wahrnehmbaren) Dimensionen lebten, war mir herzlich egal.

In der Zwischenzeit glaube ich nicht mehr an Geister und wünsche mir auch nicht sehnlichst einen Geisterfreund zu haben.

Kind 3.0 hingegen hat sich in seiner Fantasie eine eigene Welt aufgebaut, die nur von ihm wahrgenommen wird. Es lebt in der Menschenwelt und in der Taluga-Welt. Talugas sind kleine puschelige Wesen, welche die Menschen begleiten. Ich habe auch einen Taluga.

Konversationen mit Kind 3.0 sind manchmal etwas schräg.

Kind 3.0 lacht
Ich: Was ist denn?
Kind 3.0: Dein Taluga hat Quatsch gemacht.
Ich: Oh. Ist er hier?
Kind 3.0: Ja, da hinter dir (zeigt an eine Stelle)
Ich (drehe mich um, deute auch in die Richtung): Da?
Kind 3.0: Ja! Pass auf, er mag das nicht, wenn du ihn anstupst.

Dann lasse ich mir genau erklären, wie mein Taluga aussieht. Das Wesen hat schwarzes Fell und ist ungefähr so groß wie eine Faust. Es schwebt immer mit mir mit.

Kind 3.0 kann so lebhaft von den Talugas erzählen, dass ich irgendwann das Gefühl bekomme, dass nicht das Kind etwas sieht, was es nicht gibt, sondern ich nicht sehe, was es gibt.

Eine zweite Realitätsebene – Augmented Reality

Ich bin durchaus bereit zu glauben, dass es eine zweite Realitätsebene gibt. Eine Augmented Reality quasi.

Deswegen liebe ich auch Augmented Reality Spiele und hab ich mir am Wochenende Pokémon Go runtergeladen und bin höchst fasziniert.

Pokémon Go ist eine App mit der man (wenig überraschend) Pokémons einfangen kann. Man klickt sich einen Charakter, eine Trainerin, zusammen und dann macht man die App – wann immer man sich in der realen Welt bewegt – an und schaut sich um. Schon nach wenigen Metern erscheint das erste Pokémon, das man einfangen kann.

Manche sind sogar handzahm
Manche sind sogar handzahm/Foto @Marcus Richter

Pokémon Go basiert auf Google Maps und man kann die Karte, die man sieht, wirklich zur Navigation und Orientierung benutzen. Das fand ich sehr faszinierend.

Am Wochenende waren wir z.B. am Liepnitzsee und die App zeigte uns den Weg durch den Wald. Natürlich sieht man „in echt“ auch die Trampelpfade – man muss sich aber ohne App merken, wo man abgebogen ist oder hoffen, dass das Gefühl zur Richtung ungefähr stimmt.

Jedenfalls hab ich am See einige Entons (entenartige Pokémon) eingefangen und auch einige Karpadors (fischartige Pokémon) . Welche Pokémon wo zu finden sind, scheint auch von der Gegend abzuhängen. In der Stadt z.B. gibt es viel mehr Rattfratz (rattenähnliche Pokémon) und Taubsis (taubenartige Pokémon).

Rattfratz
Ein Rattfratz versperrt mir den Weg
Auch ohne das eigentliche Spiel zu spielen, bringt Pokémon Go Spass

Sinn des Spiels ist allerdings nicht nur das Einsammeln der Pokémon. Man muss sie auch entwickeln und in Pokémon Arenen gegen andere Pokémon antreten.

Mir gehts aber eigentlich gar nicht so sehr ums Spiel an sich. Ich finde die App einfach toll, weil sie möglich macht etwas zu sehen, was andere nicht sehen.

Ich laufe auf mein Display starrend durch die Straßen und wenn plötzlich vor mir ein Pokémon auf dem Screen erscheint, hebe ich meinen Kopf und bin jedes Mal verwundert, dass ich es nicht sofort sehe, sondern erst das Handy hochhalten muss, um es wirklich zu sehen.

Das Traumato ist doch wirklich da!
Das Traumato ist doch wirklich da!

Mein Gehirn ist jedenfalls sehr bereit diese Unterscheidung Spiel und echte Welt nicht mehr so genau zu nehmen.

Mit großer Freude hab ich z.B. entdeckt, dass die Türme des Frankfurter Tors zwei gigantische Pokémon Kampf-Arenen sind. Ich werde sie nie wieder als normale Bauwerke sehen können…

Das Frankfurter Tor ist in Wirklichkeit eine Pokémon Arena
Das Frankfurter Tor ist in Wirklichkeit eine Pokémon Arena

Das Spiel hat ausserdem auch Pokéstops. Auch dieses Feature gefällt mir sehr. Die Pokéstops sind nämlich echte Mini-Sehenswürdigkeiten. Dinge, die da sind, die man aber ganz leicht übersieht, die man nicht wahr nimmt, selbst wenn man hundert mal an der Stelle vorbei läuft. Ornamente in Bauwerken z.B.

Der Pokéstop zeigt ein Detail, das mir noch nie aufgefallen ist
Der Pokéstop zeigt ein Detail, das mir noch nie aufgefallen ist
Und tatsächlich: da ist der lesende Mann
Und tatsächlich: da ist der lesende Mann

Oder banale Orte, die einem, weil man sonst den Weg in der Parallelstraße wählt, nie auffallen.

Ansicht am Display
Ansicht am Display
Voransicht - lohnt es sich einen kleinen Umweg zu laufen?
Voransicht – lohnt es sich einen kleinen Umweg zu laufen?
Ansicht Kohlenstoffwelt
Ansicht Kohlenstoffwelt

Ich liebe sowas.

Spielerweiterungen im Sinne von Akku-Pack und Armband sind nützlich

Einzig nervig ist wirklich, dass das Spiel so viel Akku frisst. Rund zwanzig Prozenz in dreißig Minuten. Weswegen man ohne Akku-Pack [ich empfehle das Akku-Pack von Anker (Amazon Werbelink)] keine längeren Spaziergänge machen kann.

Das andere Problem ist tatsächlich die Haltung. Beim Laufen ständig auf das Display zu schauen, macht mir Nackenprobleme.

Offenbar war das auch nicht Idee der Spielemacher. Es wird wohl bald ein Armband zu kaufen geben, welches auf die Pokémon der Umgebung durch Vibrationsalarm aufmerksam macht. Ständiges auf das Display starren wird dann nicht nötig sein.

Das Spiel selbst ist übrigens kostenlos. Das Band, es heißt Pokémon Go Plus, soll um die 40 Euro kosten und wird Ende Juli in Deutschland verfügbar sein.

Im Moment kann man das Spiel offiziell in Deutschland noch gar nicht spielen. Da wo es offiziell möglich ist, sind die Server schon des öfteren überlastet. Das Spiel scheint also nicht nur mir Freude zu bereiten.

Ich bin übrigens Team Blau und wer mit seinen Pokémon gegen mich kämpfen will, finde sich gelegentlich am Frankfurter Tor ein.


tldr: Pokémon Go macht Spaß. Man kann nicht nur Pokémon fangen und trainieren sndern auch in der Kohlenstoffwelt neue Dinge entdecken. Die empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag schafft man ganz neben bei.

VR und die Einsatzmöglichkeiten

VR
Quelle: pixabay @fill

Auf der re:publica hätte ich ausreichend Möglichkeiten gehabt – dennoch habe ich noch nie eine VR-Brille aufgehabt… doch… halt! Doch, doch! Einmal hatte ich eine an.

Auf einer der vergangenen pictoplasma Ausstellungen hatte ich eine auf. Das war so: Man konnte sich anstellen, die Brille aufsetzen und dann zeigte einem die Brille durch einen Blick in einen virtuellen Spiegel das wahre Ich. Die Schlange war lang und alle ganz gespannt. Die Menschen zogen die Brille an, schauten vor sich in den Spiegel der Offenbarung, wedelten mit Armen und Beinen, lachten, drehten ihren Körper einige Male hin und her so als ob sie sich betrachteten und zogen dann die Brille wieder ab, um sie der nächsten wartenden Person zu überreichen.

Wenn die Menschen in der Reihe sich kannten, fragten sie sich gegenseitig: „Und, was warst du?“

„Ein Einhorn auf zwei Beinen!“

„Eine mächtige Gewitterwolke mit düsteren Augen.“

„Eine Art Gorilla mit sehr, sehr kräftigen Armen.“

Ich war schon soooo gespannt. Dann war ich endlich an der Reihe. Ich zog die Brille über und blickte mein Alter Ego im Spiegel an.

Ich war…

Ich war…

…ein dampfender Kackhaufen auf zwei sehr dünnen Beinen. En fröhlich dreinblickender, das will ich nicht leugnen, aber eben doch ein Kackhaufen. Ich tat was alle taten. Arme hoch, Arme runter, der Kackhaufen machte mich nach. Ich ging in die Knie, der Kackhaufen auch.

VR ist nicht immer schön
Die ernüchternde Wahrheit

Das war bislang meine einzige VR-Brillen-Erfahrung.

Seitdem gibt es lediglich in meiner Twittertimeline einen Schnittpunkt zu diesem Thema, die mir immer mal wieder Videos von Menschen zeigt, die in Todespanik mit VR-Brillen virtuelle Welten erkunden, sei es auf Planken über Hochhäuser, sei es inmitten der Zombie-Apokalypse.

Mir tun diese Menschen eigentlich eher leid, als dass ich über sie lachen könnte. Für viele scheint eine VR Erfahrung nicht von einer Erfahrung der Kohlenstoffwelt unterscheidbar zu sein. Sie schreien, krümmen sich und wimmern. Ich hab noch nie gesehen, dass sich jemand die Brille einfach abreißt. Meistens kommt eine weitere Person und erlöst den Menschen aus der virtuellen Realität.

Neulich gabs auch mal einen Beitrag bei Breitband zum Thema „VR Porn“. Das Thema finde ich total interessant. Würde ich das (wenn das mal wirklich ausgereift ist) ausprobieren? Ist das unmoralisch und gleichzusetzen mit Fremdgehen? Was ist, wenn das mehr Spaß macht als Sex in der Kohlenstoffwelt? Wie verändert das die Gesellschaft? Wenn alle immer genau die körperliche Nähe (und den Sex) haben können, die sich wünschen? Uiuiuiui…

Egal. Ich glaube ja nicht, dass ich mir diese Fragen in meinem Leben noch tatsächlich stellen muss.

Neulich dachte ich weiter über den Begriff Porn nach. Interessant ist ja, dass der Begriff Porn im Essenskontext unsexualisiert benutzt wird. Wenn man auf instagram nach #foodporn sucht, bekommt man einfach nur Essensfotos. Nicht mal ausschließlich geiles Essen. Also diese Art Essen, das im Alter vielleicht den Sex ersetzen kann – nein, Menschen fotografieren ihren Kantinenfraß und setzen das Hashtag #foodporn drunter.

Porn scheint hier also weiter gefasst zu sein. Es geht wohl mehr um Dinge, die einen in Ekstase versetzen, die einen glücklich machen, die einen total begeistern.

In dem Zusammenhang wiederum hab ich überlegt, welche Genres sich in den virtuellen Welten allgemein durchsetzen werden. Sex – klar – das ist total naheliegend. Extremsport – auch das verständlich – denn man kann dann einen Adrenalinkick ohne die tatsächliche Gefahr haben und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ein weiteres Genre würde Elternporn sein!

Und zwar im unsexualisierten Sinne. Eltern haben ja keinen Sex (also mindestens die 40%, die ein Familienbett haben nicht und die andern sind auch zu müde…). Mit Elternporn sind eher Dinge gemeint, die man im echten Alltag mit Kindern nie hat, aber eigentlich UNBEDINGT haben will. Dinge, an denen man jeden Tag erneut scheitert.

Ich stelle mir das so vor: Ich setze die VR Brille auf und starte Das Morgenprogramm und das läuft dann so ab:

„Kinder! Anziehen!“

Kinder: „Ok, Mama.“

IST. DAS. NICHT. GEIL? Das Programm verkaufe ich für 89 Cent (dauert ja auch nicht sooo lange). Das würden doch alle kaufen, oder? Stellt euch das doch mal vor!

Oder Tisch decken:

„Kinder, Tisch decken!“

„Alles klar, Mama“ und 5 Minuten später ist der Tisch gedeckt.

Oder Zimmer aufräumen…, Zähne putzen…, ordentlich zu Tisch essen… die Möglichkeiten sind endlos. Endlos!

Ich werde reich! Ich habe eine Marktlücke entdeckt!

Ich muss das mal testen. Ohhh! Hach! Awww!

HEY! NEIN! LASSEN SIE DAS! NICHT DIE BRILLE ABNEHMEN! NEIN! EY!

Meine rpTEN

Seit ich die letzten Jahre zwischen Weihnachten und Neujahr am Chaos Communication Congress war, hatte ich ein bisschen die Lust auf die re:publica verloren.

Woran das jetzt genau lag, kann ich nicht sagen. Was mir auf jeden Fall besser dort gefällt, ist die kuschelige Stimmung. Obwohl da 10.000 Menschen sind, hatte ich auch nach vier Tagen nicht das Gefühl erstmal für zwei Wochen in das kanadische Hinterland ziehen zu wollen. Das ging mir nach anderthalb Tagen re:publica aber so.

Was mir am Chaos Communication Congress auch besser gefallen hat, ist die Möglichkeit und Vielfalt der Kinderbeschäftigung. Das ist aber letztendlich Äpfel mit Birnen vergleichen. Der Chaos Communication Congress findet ja in den Winterferien statt und da gibt es offensichtlich einen total anderen Kinderintegrationsbedarf. Daraus ist in den vergangenen Jahren sicherlich auch das irre vielfältige „Programm“ entstanden, das zumindest meinen Kindern das Gefühl gegeben hat, dass es sich um die großartigste Konferenz aller Zeiten handelt.

Ich habe meine Kinder dieses Jahr bewusst mit zur re:publica mitgenommen. Persönlich fand ich den re.play ein wenig, naja sagen wir, klein und unspannend – Kind 3.0 war aber zufrieden. Abends hat es eine gut gemeinte 2+ vergeben.

rpTEN Das Bällebad

Für Kind 2.0 (deutliches Schulalter), das ich am Nachmittag dazu geholt habe, gabs viel mehr Spannendes zu erleben. U.a. eine Fragesession mit Randall Munroe. Da es „Kids only“ hieß, waren da auch wirklich nur Kinder (und ihre Eltern), was unterm Strich hieß, dass sich ca. sieben Kinder mit Randall Munroe unterhalten haben.

[Ich hab insgesamt überhaupt sehr, sehr wenig Kinder auf der re:publica gesehen. Gefühlt zwanzig am Tag. Witzigerweise wurden die aber ständig fotografiert. Das Alter der Besucherinnen und Besucher schien mir überhaupt sehr homogen, so zwischen Ende Zwanzig bis Ende Vierzig. Jüngere und ältere waren eher wenig zu sehen.]

Kind 2.0 fand die Möglichkeit Randall Munroe Fragen stellen zu können so klasse, dass es sich gleich drei Mal angestellt hat. Es wollte wissen:

  • Was passiert wenn die Wüsten zur Antarktis werden?
  • Was passiert wenn Insekten riesengroß und Menschen winzig klein werden?
  • Sofern der Mond auf die Erde stürzt und alles Leben auslöscht – würde sich die Erdgeschichte und die Evolution dann wiederholen?

Die Antworten waren sehr unterhaltsam. Ich bewundere Randall Munroe für seinen Spaß und die Ernsthaftigkeit, sich den Kinderfragen zu widmen. Ich hab’s nicht recherchiert, ich denke aber, Randall hat keine eigenen Kinder. Wie sonst könnte man noch freiwillig Fragen beantworten können?

Wobei ich auch sagen muss, diese Kinder, die sind schon krass. Ein anderes Kind fragte: Wird Elon Musk die Welt retten?

Ich meine WTF? Woher kennen neunjährige Elon Musk?

Es gab jedenfalls für größere Kinder durchaus gutes re:publica Programm.

Im übrigen bin ich ab einem gewissen Alter dafür, die Kinder einfach mitzuschleppen – auch in Vorträge. Es ist ganz erstaunlich, wie informativ und unterhaltend Vorträge für Kinder sein können und was sie den Kindern mit auf den Weg geben.

Musterbeispiel dafür der Vortrag von Moritz Metz „Fliegende Computer und ihre tollkühnen Piloten“. Mehr dazu übrigens bei Deutschlandradio Kultur.

Kind 3.0 wollte im Saal sitzen bleiben und die anderen Teile von Moritz Metz Vortrag auch noch hören. Seit dem Vortrag werden bei uns Drohnen gemalt.

rpTEN Drohnen

Wir haben uns außerdem den Vortrag „Kinderbücher: inklusiv. queer. interkulturell. Aber wie?“ angeschaut:

Und dann festgestellt, dass wir an unserem Buchbestand dringend noch arbeiten müssen.

Aus Gründen haben wir uns auch den Vortrag von Marcus Richter „What’s in a game?“ angeschaut. Ich musste Kind 3.0 nur kurz bei The Walking Dead die Augen zuhalten.

Marcus Richter gibt da einen sehr guten Einblick in die Spielarten, die es neben den bekannten Formaten wie Ego-Shootern und MOBA noch gibt. Er stellte die These auf, dass es um das Wissen um die Vielfältigkeit von Computerspielen noch bescheiden bestellt ist (und hat recht).

Ich fand den Überblick sehr vielfältig und anschaulich und war sehr davon fasziniert, dass man Keynote mit einer Wii-Fernbedienung steuern kann.

Rae Grimm schreibt zu dem Vortrag:

Marcus Richter wirft nicht (nur) mit knallharten Fakten um sich, sondern spricht allem voran aus einem Bauchgefühl heraus und nennt ein paar Spiele wie Firewatch, Life is Strange oder The Walking Dead, mit denen ihr versuchen könnt, die Nicht-Spieler in eurem Leben für euer Lieblingshobby zu begeistern und sie ebenfalls sagen zu lassen: „Ich wusste gar nicht, dass Computerspiele so etwas können.“

Beim Thema Spielen geht es mir ein bisschen wie mit Snapchat. Ich denke immer, ich müsste mich da mal mit beschäftigen, um den Anschluss an meine Kinder nicht zu verlieren.

Nach dem Vortrag hätte ich jedenfalls gerne alle vorgestellten Spiele ausprobiert. Ging wohl nicht nur mir so.

Um nochmal den Bogen zum Anfang zu schlagen: Die re:publica dieses Jahr hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich werde die nächsten Wochen damit verbringen Vorträge anzuschauen, die ich verpasst habe. Zum Beispiel den von Journelle „Das Internet hat mich dick gemacht“ oder den von Kübra Gümüsay „Organisierte Liebe„.

SEO für BloggerInnen

Am Wochenende habe ich mal wieder einen Vortrag zu SEO für BloggerInnen gehört und irgendwie habe ich eine natürliche Abneigung gegen das Thema SEO in Blogs. Warum, das versuche ich im Folgenden zu beschreiben.

Dreh- und Angelpunkt aller Vorträge, die ich bislang gehört habe, sind Bemühungen aller Art das Blog für Google zugänglicher zu machen. Dabei ist die Idee, dass man den Google-Algorithmus irgendwie erschließt und dann die einzelnen Faktoren zu seinen Gunsten beeinflusst. Ziel ist mehr Traffic auf der Seite.

Für mich ist da ein Denkfehler drin. Denn statt sich nach der (Such)Maschine zu richten, sollte man sich nach den Menschen richten. Eigentlich ist es sogar tautologisch. Denn die Google-Macher versuchen ja mit Google Menschen und ihr Suchverhalten nachzuahmen.

Für Google zu optimieren heisst dann irgendwie für eine Maschine zu optimieren, die versucht Menschen (oder besser ihr Suchverhalten) nachzuahmen. Da kann man sich als Mensch doch gleich versuchen in die Menschen reinzudenken, oder?

Meine Beobachtungen während der Vorträge ähneln sich sehr. Vorne steht jemand, der zunächst ein bisschen über die Mächtigkeit von Google referiert (beunruhigte Gesichter) und dann eine Auswahl an technischen Fakten präsentiert (verunsicherte Gesichter), um dann schließlich zu berichten, was man alles tun kann, um Google entgegenzukommen bzw. zu seinen Gunsten zu beeinflussen (hektisches Mitschreiben, flankiert von leichtem Panikgesicht).

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Die Tipps sind unterschiedlich gut. Ich habe am Wochenende z.B. gehört, man solle Blogeinträge, die kaum Besucher haben löschen und dann ein Plugin benutzen, das die Leute, die über die bereits indizierten Links sonst auf eine 404 Seite kommen, umleitet. Diesen Tipp halte ich für ausgemachten Blödsinn.

Dann gibt es Tipps wie: benutzt Bilder, schreibt übersichtliche Artikel, verwendet dafür Absätze und Zwischenüberschriften.

Solche Tipps halte ich für sinnvoll. Warum? Weil sie gut für Menschen sind (und damit zufällig auch für die Maschine Google, die ja die suchenden Menschen nachahmen soll).

Binsenweisheit mag man jetzt sagen – aber auch wenn man weiß, dass Absätze Texte leserlicher und Bilder Texte anschaulicher machen – nicht jede/r setzt dieses Wissen um (ich z.B. weil ich zu faul bin, die passenden Bilder zu suchen).

Ganz banal heisst Texte optimieren also Texte gut lesbar machen. Mehr nicht. Man braucht meiner Auffassung nach keine Keyword-Generator, die einem zum Text noch schöne andere Worte anbieten, die man dann fleißig einbaut. So etwas verunstaltet Blogtexte. Was anderes mag es sein, wenn man einen Shop hat. Dann bietet man aber konkrete Produkte an, auf die man konkret optimieren kann. Wer Buntstifte sucht, sucht bestimmt auch rot, grün, blau oder Spitzer etc.

Texte macht man durch ekeliges Keyword-Stuffing kaputt.

Die andere Frage ist: wenn man es wirklich schafft, durch SEO Menschen auf die Seite zu locken: was sind das für Menschen und was passiert mit denen?

Ich habe da sofort das Bild von diesen Restaurants in touristischen Gegenden im Kopf, vor denen „Anlocker“ stehen, die weil sie JEDEN Passanten ansprechen, am Ende wirklich erreichen, dass das Restaurant gefüllt ist.

Die eigentliche Frage aber ist: Ist das Essen gut? Fühlen sich die Menschen dort wohl und würden sie wiederkommen?

Und ich behaupte, die Antworten lauteten nein, nein und nein.

Was man als Restaurantbesitzerin doch eigentlich möchte, sind nicht irgendwelche Touris, die man dann nie wieder sieht, sondern eine glückliche Stammkundschaft, oder? Menschen, die gerne wieder kommen. Die vielleicht sogar andere mitbringen und die ihren FreundInnen von meinem Restaurant erzählen.

Deswegen bin ich der festen Überzeugung, dass man die ganzen tollen SEO Tipps einfach vergessen kann.

Mein erster Tipp wäre: „Dance Write like nobody’s watching

(Ich glaube, der Tipp ist ursprünglich von Anke Gröner [sie hat es im Header stehen). Felix Schwenzel schreibt in dem Zusammenhang sehr schön über Randall Munroe, der sich offenbar auch keinerlei Gedanken um Optimierung macht und trotzdem höchst amüsant ist und zahlreiche Fans hat.)

Einfach schreiben, was man schreiben will. Fertig. Aus Selbstzweck. Um Erinnerungen festzuhalten, um Erfahrungen zu teilen, um Spaß zu haben. Ich habe vor 12 Jahren exakt so angefangen.

Mein zweiter Tipp: „Qualität vor Quantität

Meistens hat man ja ein (Anfangs)Thema. Man schreibt übers Kochen, übers Reisen, über Kinder, über Politik, über Autos. Und dafür gibt es bestimmt Interessenten. Andere Menschen, die sich fürs Kochen, fürs Reisen, für Kinder, für Politik oder für Autos interessieren.

Das sind dann die Leute, die man im Blog haben möchte und nicht die, die sich für Astronomie, für Lettering oder für Hasen interessieren. Es geht also nicht um viele LeserInnen sondern um die richtigen LeserInnen.

Wie man an die kommt, ist beim Bloggen viel einfacher als bei Shopbesuchern. Man liest dann nämlich einfach artverwandte Blogs, teilt gute Beiträge zum Thema, kommentiert und baut sich in den Sozialen Medien kleine Themeninseln. Ganz vereinfacht gesagt, geht es ums Vernetzen.

Und wenn man doch unbedingt viele LeserInnen und nicht nur bestimmte LeserInnen haben möchte, dann wäre mein dritter Tipp: „Meinung haben

Beiträge, in denen klar Stellung bezogen wird, ziehen Menschen an und zwar von beiden Seiten. Diejenigen, die diese Meinung teilen und diejenigen, die eine völlig andere Meinung haben.

(Das muss man aber auch aushalten können. Ich konnte das am Anfang meiner Blogzeit gar nicht und ich habe mich deswegen jahrelang bemüht so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Erst als ich meine feste Community hatte, habe ich angefangen mich klar zu Themen positionieren.)

Wenn man erstmal soweit ist, dass man sich traut Meinung zu haben, kann man über Wege der eigenen Sichtbarkeit nachdenken. Jess von Alabaster Maedchen nannte das im Zusammenhang mit dem Thema Monetarisierung von Blogs „Indirekte Erlösquellen“.

Zu diesen Maßnahmen gehört es, für andere Magazine zu schreiben, Vorträge zu halten oder z.B. an Diskussionspanels teilzunehmen. (Ich ergänze die Punkte, wenn die Folien online sind, ich hab nicht alles mitgeschrieben). Vielleicht wird man zu Beginn nicht gefragt – man kann sich aber auch einfach anbieten. Der Tipp lautet deswegen „Sichtbarkeit erhöhen

Mein letzter Tipp ist eine weitere Binsenweisheit: „Geduld haben

Ihr wollt kein Touristenrestaurant, das nach 3 Monaten wieder schließt, oder? Ihr wollt ein schönes, lauschiges Restaurant mit Stammkundschaft, gutem Service, zufriedenen MitarbeiterInnen und 1A Essen.

Sowas startet man nicht einfach so. Dafür braucht es Geduld. Man fängt mit einer Idee an und lernt dazu. Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr und irgendwann klappt es.

Zusammenfassend also:

  • Technische Barrieren aus dem Weg räumen (da steht schon ein Häkchen, bei allen, die ein gängiges Content-Management-System wie WordPress mit einem Standard Template verwenden)
  • Texte so schreiben, dass sie gut lesbar sind (Selbsterklärende Überschriften, Bilder, Absätze, Zwischenüberschriften, Zusammenfassungen)
  • Write like nobody’s watching
  • Qualität vor Quantität
  • Meinung haben
  • Sichtbar sein
  • Geduld haben

und

  • alle SEO Tipps ignorieren