Wer braucht schon fünf Finger?

Vier Finger genügen für Amateurtipper.

Immerhin 327 Zeichen pro Minute schaffe ich. Ich glaube, ich gehöre zu einer aussterbenden Existenzform. Ich habe in der Schule das 10-Finger-Tippsystem nicht gelernt und benutze deswegen nie die kleinen Finger. Sie stehen beim Tippen nur ab und werden kalt weil sie so schlecht durchblutet sind. Sollte sich meine Art zu tippen per Selektion evolutionstechnisch wider Erwarten doch durchsetzen, werden meine Nachfahren nur vier Finger haben.

Jetzt weiß ich also wenigstens wie die Simpsons entstanden sind.

Denglisch

Miro Jennerjahn (Bündnis90/Die Grünen) klärt über die deutsche Sprache auf.

Über die absurden Ängste, dass englische Begriffe die deutsche Sprache verhunzen könnten, hatte ich schon 2001 mal was geschrieben.

Saßen Sie heute schon an ihrem Rechenknecht oder Schoßrechner? Haben Sie sich in das weltweite Netz eingewählt und haben bei dieser Gelegenheit gleich eine Drahtpost verschickt?

Wie aktuelle Diskussionen zeigen, plädieren strikte Retter der deutschen Sprache, für die Ausmerzung englischer Begriffe, sie fürchten den Virus des Denglisch. Dabei argumentieren sie, daß deutsche Wörter treffender seien als Fremdwörter. Fremdwörter würden eine Bildungsmauer durch das Volk ziehen, sie seien schwammig und unbestimmt. Die deutsche Sprache verarme. Die Verwendung von Anglizismen sollte konsequenterweise mit Geldstrafen unterbunden werden. [weiter]

Sehr schön in diesem Zusammenhang die Rede von Miro Jennerjahn (Bündnis90/Die Grünen). Hut ab!

Jeder kann ein Hausschwein sein

Abgelaufene Lebensmittel kann man super essen. Selbst wenn sie stinken, muss man sich selten davon erbrechen. Ein Erfahrungsbericht.

Es ist so: Ich habe chronisch verstopfte Nebenhöhlen. Das bedeutet, dass ich fast nichts rieche. Ein echter Segen, wenn man in Deutschland längere Strecken mit der Bahn unterwegs ist, da es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, das vorschreibt einzig und allein gekochte Eier und Buletten auf Reisen zu verspeisen. Für Menschen mit empfindlichen Nasen ein olfaktorisches Desaster.

Jedenfalls eigentlich hat nichts riechen können fast nur Vorteile. Verdorbenes Essen z.B. stinkt ziemlich schnell und die meisten essen es deswegen nicht.  Für mich ist das kein Problem und aus langjähriger Erfahrung kann ich sagen: Was stinkt, ist meistens nicht so ungenießbar wie angenommen und man trägt nur in den seltensten Fällen eine Lebensmittelvergiftung davon. Lediglich von bereits flauschenden Dingen sollte man Abstand nehmen.

Die letzten Jahre habe ich Trends nicht mehr mitgemacht – aber mein Riechunvermögen gepaart mit meinem Unwillen für Verschwendung macht mich seit neustem extrem hip. (Wenn ich die Medienberichte richtig verstehe, dann ist es im Moment gerade sehr modern abgelaufene Lebensmittel zu verzehren.)

Mit voranschreitendem Alter ist das noch schlimmer geworden. Aus Gründen der Nachhaltigkeit versuchen wir so weit es geht ausschließlich Regionales zu kaufen und investieren unser Geld auch gerne in Bio-Produkte, v.a. wenn die Produkte mit Tieren im Zusammenhang stehen (Milch, Jogurt, Käse, Wurst,…). Das ist natürlich ein bisschen teurer, was bei mir wiederum das Gefühl verstärkt, nichts verkommen oder gar wegwerfen zu wollen. Also esse ich wie ein Hausschwein alle Reste weg. Abends gibt es für mich Käse mit Wienerwürstchen und Tofu-Ei-Omlette. Oder Rotebeetechips mit Pudding und welker Petersilie.

Ich habe es auch schon mit einfrieren versucht, aber man gerät da in einen lästigen Kreislauf. Man verkocht alle Zutaten zu einem ordentlichen Gericht, friert das, was man nicht essen mag, ein. Am nächsten Tag wiederholt man diesen Vorgang. Dann wieder und wieder. Nach fünf Tagen ist die Kühltruhe voll. Man beginnt also mit dem Auftauen des Gerichts, das am weitesten zurück liegt. Allerdings genügt das nicht für fünf Personen – weswegen man ein weiteres Gericht kocht, bei dem aber wieder was übrig bleibt, was man dann einfriert. Allerdings bleibt ein bißchen mehr übrig als in der Woche zu vor. Erst wenn man diesen Zyklus fünf Mal durchlaufen hat gibt es in der Kühltruhe Gerichte, die uns alle ernähren – allerdings isst man dann ständig das selbe.

Ich denke, ich werde es wie die Mutter von Malcom mittendrin machen und alle Reste von Mo – Do in den Kühlschrank stellen und Freitags dann Auflauf machen. Ein Problem wird das lebensmitteltechnisch erst, wenn die erste Schicht die letzte Schicht Auflauf der Vorwoche ist.

Umschlagplätze der Hölle: Flohmärkte

Ich hab mal ne Sendung über Messi-Gruppentherapie gesehen. Da sollten die Messis sich jede Woche einen Gegenstand aus ihrer überfüllten Wohnung raussuchen, den sie am Ende der Sitzung wegschmeißen sollten. Theoretisch klingt das nicht so schwer. Praktisch sah es so aus: Messi 1 hebt einen Gegenstand (z.B. einen zerbrochenen Kleiderbügel), Messi 2, 3, 4, 5 und 6 erleiden Höllenqualen. Der Bügel sieht doch noch super aus. Den kann man bestimmt noch gebrauchen. Messi 4 steckt ihn unbemerkt ein, während Messi 5 seinen Gegenstand zeigt.

So sind Flohmärkte irgendwie auch. Man verkauft dort seinen Tand und die Kinder schleppen viel, viel schlimmeren Tand wieder an. Nachfolgend ein Beispieldialog.

Kind 2.0: Ahhhh! So eine Kutsche habe ich mir schon IMMER gewünscht.
Mutter: HMPF.
Kind 2.0: BITTE!
Mutter: Na gut, ich frage, aber wenn sie mehr als 10 Euro kostet kaufe ich sie nicht. (Zur Verkäuferin) Und? Was soll die kosten?
Verkäuferin: 5 Euro.
Mutter: Ahhhhh!
Kind 2.0: Jaaaahaaaaaa! !!!

Der schönste Laden in Berlin

Koperni-Kuss, so heißt der schönste Laden in Berlin, achwas in Deutschland, DER WELT!
Ich weiß gar nicht wie lange es ihn schon gibt, aber wer noch nicht da war, sollte unbedingt mal hin. Wenn man ein kleines Geschenk für eine Freundin sucht, für das Patenkind, für die eigenen Kinder, für Kindergeburtstage, für sich selbst, für Mutti oder einfach Dekolücken in der Wohnung hat – unbedingt dort hingehen. Man findet immer was.

Besonders bezaubernd auch die Besitzerin, die dezent berät, einen auch einfach schauen lässst, dabei charmant das Kind und gegebenenfalls auch eine ganze Kinderhorde bespaßt. Wenn man fündig geworden ist, zaubert sie die herzallerliebste Verpackung. Ich kann wirklich gar nicht aufhören zu lobhudeln, weil der Laden so bezaubernd ist.
Gleichzeitig ist der Laden übrigens ein Café mit Spielecke.
Wer seinen Besuch unterbringen möchte, kann über fewo.direkt.de eine der beiden Ferienwohnungen mieten, die, wenn man den Fotos im Schaufenster glauben mag, nicht weniger liebreizend als das Geschäft sind.
Deswegen: Hingehen, einkaufen, Kaffee trinken, Besuch unterbringen.
Unbedingt.

Koperni-Kuss

Kopernikusstraße 34
10243 Berlin

Tel.: 030-29369141

Öffnungszeiten

Mo-Fr: 11-19 Uhr
Sa 11-17 Uhr