Schöner Artikel.
Ich selbst bin (war) eher der Meinung, dass es Sache der Eltern ist, was sie zeigen und was nicht. Aber eigentlich hast Du Recht: Außer dem (gut gemeinten) Narzissmus der Eltern erfüllt ein öffentlich geteiltes Kinderfoto kaum einen Zweck. Und dann ist das kindliche Selbstbestimmungsrecht höher anzusehen, wie Du auch schreibst. Bei anderen Themen (besonders Religion) ist meine Meinung viel eindeutiger: Solange das Kind nicht begreift, was es mit den Riten auf sich hat, sollte es nicht zu stark eingebunden werden, und auf jeden Fall nicht verstümmelt beschnitten werden. Wenn es das dann später möchte, nur zu, aber nicht nur auf Wunsch der Eltern.
Ich weiß nicht, warum eine klare Meinung mir so viel schwerer fällt, wenn es um Fotos geht. Vielleicht weil mir die ganze „Nein, mach kein Foto von mir“ Panik ein bisschen auf den Saque geht und ich nicht wirklich sehe, wo der Schaden ist. Natürlich sind unvorteilhafte Fotos nur nach Absprache zu teilen, aber die ganze Hysterie um (Street)Fotografie von Fremden geht mir auf die Nerven, besonders wenn die ungleich schlimmere staatliche Überwachung auf allen Kanälen von den meisten klaglos hingenommen wird. Das Recht am eigenen Bild überzeugt mich nicht so recht, aber das führt zu weit weg vom eigentlichen Thema.
Ich bin hin und her gerissen bei der Thematik. Um sicher zu gehen, würde ich wohl meine Kinder (die ich noch nicht habe) zuerst aus dem Internet raushalten und mal abwarten, was so geschieht. Ein wirklicher Schaden ist es nicht, online nicht abgebildet zu sein.

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