Hallo,

ich habe auch 2 Kinder – und bisher sind die nicht im Internet. Es geht um die informationelle Selbstbestimmung dabei für mich, das fehlende Ermessen der Kinder welche Konsequenz das hat und obwohl ich durchaus viel im Internet seit ca. 20 Jahren das Internet nutze (länger als die Zeit meines Lebens, in der ich das Internet nicht genutzt habe) – aber mir fällt es selber schwer diese Konsequenzen zu ermessen.

Es ist ja heute absehbar, was wir heute mit den Fotos machen die wir sehen, aber nicht was wir in 10 Jahren damit machen können.

Zudem ist der öffentliche Raum etwas in dem ich/wir uns vorwiegend anonym bewegen. Ein Bild der Weltöffentlichkeit vorzuenthalten, das tun wir täglich. Es gibt heute keine Möglichkeit auf die Strasse zu gehen und grundsätzlich nachträglich in google oder sonstwo eine Information darüber zu finden.

Stelle ich ein Bild in das Internet, ist diese Möglichkeit gegeben. Es ist zwar ebenso ein öffentlicher Raum, aber er ist eben anders. Er ist eben digital. Er ist heute durchsuchbar und er wird vermutlich eher besser durchsuchbar sein wenn wir 10 Jahre in die Zukunft schauen als gestern. D.h. die Analogie, dass das Internet zum Leben gehört und daher das Bild der Kinder dahin gehört, wie sie eben heute in die Schule gehen und damit im öffentlichen Leben teilnehmen hinkt an der Stelle, dass diese beiden öffentlichen Räume andere Charakteristika haben, die zu einer individuellen Betrachtungsweise führen müssen wie man sich in diesen Räumen verhält.

Dieses Gespräch mit Nachbar zu führen oder hier im Blog als Kommentar zu hinterlassen ist nicht vergleichbar – und trotzdem irgendwo ähnlich. Trotzdem würde mein Kommentar zu meinen Nachbarn inhaltlich anders ausfallen (mit ähnlicher Grundaussage) als das hier im Netz der Fall ist.

Und damit sind wir wieder bei den Kindern. Ich lasse sie auf die Strasse, aber ich verbiete dem Kindergarten Bilder meiner Kinder ins Netz zu laden.

Grüße
Dennis

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