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Ich bin nicht sehr freizügig. Schon gar nicht wenn es um Geld geht. Mit Neuanschaffungen tue ich mich sehr schwer. Meistens recherchiere ich so lange, bis sich die Neuanschaffung erledigt hat. Wer zehn Monate ohne Mikrowelle auskommt – der braucht keine.

Für mich ist es deswegen sehr schwer Geschenke abzulehnen. Wenn mich Unternehmen also fragen, ob ich für lächerliche Beträge ihre Dienstleistungen testen möchte, gelingt es mir nur unter großer Selbstbeherrschung “nein” zu sagen. Ich bedauere es geradezu, dass bestimmte Unternehmen mich nicht fragen, ob ich Werbepartnerin werden möchte. Bei Nespresso z.B., da könnte ich nicht widerstehen. Nespresso-Kundin sein, hat ohnehin mit gesundem Menschenverstand nichts zu tun. Ich habe die Kapseln mal gewogen. Sie enthalten 5 Gramm Kaffee, der abzüglich Herstellung und Alu zu ca. 25 Cent verkauft wird. Auf das Kilo hochgerechnet zahlt man also 50 Euro.

Ein Pfund herkommlicher Espresso kostet 4,50 Euro.

Vom finanziellen Aspekt gesehen, natürlich TOTAL indiskutabel. Um nicht zu sagen: lachhaft.

Erstaunlicherweise haben wir so ein Gerät trotzdem. Ich habe versehentlich mal einen Nespresso-Kaffee getrunken und dann noch einen und dann wurde ich sehr konservativ und intolerant was andere Geschmäcker anging. Als Freundin von Prozessoptimierungen und Exceltabellen Krebs Aszendent Jungfrau fasziniert und erfreut mich der genormte Geschmack. Wenn ich immer den selben Kaffee mit der selben Menge Milch, welche exakt die selbe Temperatur hat (was im markeneigenen Aufschäumer hervorragend funktioniert) trinke, dann schmeckt er immer exakt gleich und zwar sensationell gut. Immer IMMER und I M M E R.

Außerdem ist die Maschine so einfach zu bedienen, dass die Kinder morgens weinen, wenn wir vor ihnen wach sind, weil SIE den Kaffee machen wollten. Sobald unser Wecker klingelt, springen sie aus dem Bett und rennen um die Wette in die Küche. Manchmal verpassen sie sich auch Kinnhaken und das Ganze eskaliert – aber meistens einigen sie sich friedlich wer wem einen Kaffee macht oder wir trinken ein, zwei Kaffee mehr, so dass am Ende alle zufrieden (und wir Erwachsenen ein bißchen zittrig) sind. Wenn ich von der Arbeit komme, dann steht das mittlere Kind ebenfalls bereit und serviert mir 45 Sekunden später einen Kaffee. (Wir haben das gestoppt und ich habe dem Kind den zeitoptimierten Ablauf kurz erläutert.)

Deswegen habe ich mir das mit dem Kapselkaffee schön geredet. Immerhin rauche ich seit sieben Jahren nicht mehr. Irgendwo muss das Geld ja hin. Außerdem spare ich wie verrückt, weil es mir da wie Journelle geht:

Ich werde geradezu aggressiv, wenn mir schlechter Kaffee serviert wird. Während ich bei privater Verköstigung wohlwollende Abstriche mache, würde ich in Restaurant am liebsten in die Tasse kotzen, wenn ich diese zwei WMF-Kaffee-Automaten-Punkte in der Bauschaummilch sehe.

Deswegen gehe ich nicht mehr in Cafés. Das kommt meiner Menschenphobie sehr entgegen und am Ende spare ich wieder.

Bleibt nur noch das schlechte Gewissen wegen der Alu-Kapseln im Hausmüll. Wie ich erfahren habe, kann man sogar die Alu-Kapseln recyclen und ich brauche deswegen kein schlechtes Gewissen haben. Ich fahre sie einfach im SUV in die Friedrichstraße, wo ich ca. 23 KM verfahre, um einen Parkplatz zu finden, und bringe sie zur Kapselrücknahmeanstelle.

Also Nespresso. Ich hoffe, Euer Social Media Monitoring funktioniert und deswegen kann ich euch ja sagen: wäre das ein gesponserter Artikel, er hätte mindestens 50 Stangen Arpeggio gekostet. Adresse findet ihr im Impressum.

Nachtrag 22.12.2012: Ich bedanke mich sehr herzlich bei der PR Agentur Häberlein & Maurer, die Nespresso betreuen und mich mit einem kleinen Geschenk überrascht haben. Ich freue mich, dass Sie Humor haben.

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19 Kommentare, 3 Tweets, 16 Facebook Shares, 4 Plusones

  1. lik™ sagt:

    THIS MADE MY DAY auch ohne Kommentarautomat! Auch wenn ich Kaffeetrinken überhaupt nicht nachvollziehen kann — ich liebe alle Dissonanzreduktionsreflexe von Anfang bis Ende! Die Roboter Kinder rocken!!

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  2. Yvonne sagt:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************
    Gerne gelesen
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  3. Hans-Jürgen sagt:

    Als Sie noch schrieben, dass Sie die Güte ital. Restaurants auch daran messen, ob es höchstselbst wohlgehobelten oder bloß den unappetitlichmehligen Parmesan aus der Metroplatiktüte gibt, schaute ich noch auf zu Ihrem selbstbestimmten Einschätzungsvermögen … Es hat gelitten. Ja, das hat es.

    Und: Selberrösten!

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  4. Frau Ex-Mueller sagt:

    Wie wäre es mit der Öko-Mehrweg-Kapsel aus Edelstahl vom schweizer Uhrmacher Meier?

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  5. Quellfrisch sagt:

    Geht mir genauso. Ich musste 35 Jahre alt werden, um überhaupt mit dem Kaffeetrinken anzufangen. Ich trinke aber nur guten (N)Espresso. Wenigstens ist es in der Schweiz so, dass ich meine recyklierbaren (Himmel, schreibt man das so?!) Kapseln dem Postboten mitgeben kann. Da bleibt mein (nichtvorhandener) SUV in der Garage.
    Quellfrische Grüsse

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  6. agatha sagt:

    Was Hans-Jürgen sagt.

    Und: Tee trinken!

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  7. strudel sagt:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************
    Gerne gelesen
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    aber automatenkaffee??? NEIN!

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  8. Wool sagt:

    Heißt das nicht: Expresso?
    *na wo bleiben die Hasstiraden, na.. na.. naaaa..?*

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  9. Miinze sagt:

    Danke für dieses Posting – ich habe sehr gelacht und mich das ein oder andere mal wiedererkannt.

    Aber die Kaffeewahl – jetzt echt ma…

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  10. Croco sagt:

    Sie haben nicht Clooney gesagt, sie haben überhaupt nicht Clooney gesagt.
    Den gibt es nämlich dazu, wenn man eine Million dieser Blechtütchen zurück gibt.
    Sie wollen nur nicht, dass wir das wissen. So.

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  11. Ole sagt:

    So wahr, und Arpeggio wäre auch meine Wahl.

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  12. Hannes sagt:

    Mir bzw. mir und der Besten geht es da ganz genauso. Inklusive der Tatsache, dass unser knapp Dreijähriger schwer beleidigt ist, wenn wir es wagen, die Maschine selbst zu bedienen.

    Allerdings trinkt hin und wieder das schlechte Gewissen mit, was ich jedoch dann gern unter “innere Espresso-Dialektik” verbuche und meisterhaft verdränge.

    Achja, und nochwas: Hier führt übrigens Ristretto in der Gunst.

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  13. S.Ooker sagt:

    … hmm. Also ich begreife irgendwie nicht ganz den Unterschied zum Kaffee(Espresso)-Vollautomaten. Dort schmeckt auch immer alles genau gleich, der einzige Unterschied ist eben dass man den Kaffee noch in seiner natürlichen “Verpackung” (Bohnen) transportiert, und eben nicht in erwähnten Alukapseln zum Schwindelpreis..

    Bitte um Aufklärung, interessiert mich schon

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  14. ben_ sagt:

    Puh. “Jedem Tierchen sein Plaisierchen” sagt meine Mama immer, und “freundlich sein ist nett.” und weil ich hier so gerne lese, will ich auch gar nichts unfreundliches sagen. Ja …

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  15. von Wegen sagt:

    Na aber, von Wegen. Wer es wagt, das Wort “Kaffee” in einem Blogpost weniger als 150 Wörter und weniger als drei Klicks entfernt von Nespresso zu verwenden, der wird mit ausgelutschten Alukapseln beworfen.

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  16. Simon sagt:

    Ich bekomme auch ständig solche Sponsoring-Anfragen. Ab und zu sind ganz lustige dabei. Grüße, Simon

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  17. Pingback: Wochenrückblick KW49/2012 » koblow.com

  18. Thomas sagt:

    Das klingt wirklich witzig. Hast Du es aber auch schon mal mit einfachem Filterkaffee versucht? Der ist nicht so trivial, schmeckt aber auch etwas komplexer ;)

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  19. Rike sagt:

    Leider hab ich den Futterblog erst jetzt entdeckt. Ich weiß, beide Blogposts sind uralt, aber trotzdem.
    http://futterblog.weberphilipp.de/mull-hat-einen-namen-nespresso/

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