Offener Brief an meinen Freund

Hallo Freund,

ich möchte Dir danken, dass Du trotz Deiner anfänglichen Bedenken Brad in unsere Wohnung aufgenommen hast. Wie Du trefflich festgestellt hast, ist er, was die Mühen des Einkaufens angeht, ein unverzichtbarer Vorteil unseres gemeinsamen Lebens geworden.
Jetzt habe ich in der Zeitung gelesen, dass Robbie aufhört zu rauchen. Damit wären alle Voraussetzungen gegeben, ihn in unsere kleine Lebensgemeinschaft aufzunehmen.
Es mag Dir nicht gleich einleuchten, was wir mit ihm anstellen sollen, deswegen schreibe ich Dir diese Zeilen. Du weißt ja, dass ich in letzter Zeit damit kämpfe meinen italienischen Genen Einhalt zu gebieten. Seit meinem 30. Geburtstag nehme ich beinahe täglich zu und dass obwohl ich a) jeden Tag eine Stunde mit dem Fahrrad in die Arbeit fahre und b) unter der Woche nur Salat, Reis oder Suppe zu mir nehme*. Als ich die Ernährung umstellte fiel mir dann als erstes auf, dass gesunde Ernährung v.a. eines bedeutet: Zusatzaufwand (ständig nachdenken, schnippeln, kochen). Man ist quasi den ganzen Tag mit nichts anderem mehr beschäftigt.
Wie Du sicherlich gelesen hast, hat Robbie auch angst zuzunehmen. Wir könnten ihm nun mein Know-How in Sachen Ernährung für teures Geld verkaufen und ihn zu uns einladen, auf dass er sich den ganzen Tag um das Essen kümmert.
Stell Dir vor, wie schön unser Leben sein könnte. Brad geht einkaufen und holt das Kind von der Kita ab, Robbie geht noch ein bißchen mit ihm Fußball spielen und bis wir von der Arbeit kommen, sorgt er dafür, dass das Essen frisch zubereitet und der Tisch gedeckt ist.
Jetzt wirst Du Dir natürlich denken: Wo soll Robbie denn schlafen, wir haben doch nur 7 Zimmer und die sind alle belegt.
Ich hab mit Brad geredet. Er wäre bereit, sein Zimmer mit Robbie zu teilen. Wir müssten nur ein Etagenbett kaufen.
Nun, was denkst Du?

Viele Grüße
Nuf

*Naja von den Paar Grill-, Sushi und Thaiabenden abgesehen.

3 Gedanken zu „Offener Brief an meinen Freund“

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