Dating

Jaja, ich weiß. Ihr seid alle vergeben, habt Kinder, Partner. So ist das in unserem Alter. Bei mir ist es länger schon nicht mehr so und ich bin mir nicht sicher, wie gut ich das finde. Das dauerhafte Alleinesein, meine ich jetzt – denn alles andere, das habe ich mir ausgesucht. Das ist gut so und gegen freie Wochenenden habe ich gar nichts. Rumgammeln, die Zeit einfach verstreichen lassen, nicht alles sofort machen, weil hinterher vielleicht keine Zeit mehr ist und sonst alles liegen bleibt, sich türmt und dann nicht mehr zu bewältigen ist.
Ich schlafe aus – bis 8 manchmal – einmal habe ich es geschafft sogar bis 9.30 Uhr zu schlafen.
Ich bade, niemand kommt in dieser Zeit aufgeregt ins Badezimmer gerannt, muss Pipi, lässt die Tür geöffnet oder möchte, dass ich schnell eine Puppe anziehe oder einen Bagger repariere. Das Bad bleibt warm, ich höre Podcasts von morgens bis abends und habe das Gefühl, dass ich bald so schlau bin, dass ich in jeder beliebigen Dokumentation im Privatfernsehen als Expertin heran gezogen werden könnte.
Ich gehe alleine ins Kino, muss mich nicht absprechen. Ich gehe alleine einkaufen, alles geht zehn Mal so schnell. Neulich habe ich mir sogar ein Kleidungsstück gekauft – nur für mich. Ich bin los und wollte mir ein Kleid kaufen und kam mit einem Kleid für mich zurück, nicht mit drei Kleidungsstücken für die Kinder, nicht mit irgendwas praktischem. Nur für mich. Ich hab es angezogen, ganz neu, mich gefreut, es ist nicht nur bequem und zweckmäßig, es hat keine Flecken, es ist einfach nur für mich.
Das habe ich ein paar Monate gemacht und es war schön und jetzt frage ich mich, so auf die 40 zugehend: wars das?
Podcasts, Kinobesuche, Museumsführungen, werde ich schrullig werden, vielleicht ein bißchen misanthrop, warten dass die Kinder ausziehen (sind nur noch 15 Jahre oder so, das vergeht schnell, das weiß ich) oder lerne ich vielleicht doch noch jemanden kennen?
Ich frage also meine alleinstehenden Freundinnen: Wo lernt ihr neue Menschen kennen?
Online, na klar. Also melde ich mich in diversen Portalen an, schreibe Zeug in mein Profil, lade Bilder hoch und lese anderer Leute Profile.
Alles sehr interessant, stundenlang lese ich. Alles Künstler, Musiker, Kreative. Alle Bodytype fit oder athletic. Keiner normal oder gar overweight.
Ab und an habe ich eine Nachricht in meinem Postfach. “Hallo, kannst du dir vorstellen, dich mit einem jüngeren Mann zu treffen?”. Ich schaue ins Profil. Nun jünger ja, aber 20? Ich stelle mir vor, wie ich mit 20 war und dann stelle ich mir vor, ich müsse mich mit einem in diesem Alter unterhalten. Dann muss ich lachen, denn unterhalten wollen die sich gar nicht, das ist mir klar. Tagelang nichts anderes als diese 20jährigen, die wirklich niedlich aussehen und ich frage mich, haben die wirklich mal eine getroffen, die so alt ist wie ich?
Ich ändere irgendwas in meinem Profil und plötzlich nur noch Nachrichten von über 50jährigen. Eine fertige Frau wollen sie kennenlernen, aber eine ohne Ballast. Hübsch wäre ich für mein Alter.
Und ich frage mich warum kann ich nicht einfach nur hübsch ohne diesen Zusatz sein und wie viel Ballast ich habe. Gibt es 40jährige ohne Ballast?
Also lese ich wieder Profile. Es ist möglich die Männer zu filtern. Raucher “nein” gebe ich an und überlege. Berlin “ja”. Ich könnte noch angeben wie groß sie sein sollen, wie schwer, welches Einkommen. Seltsam finde ich das. Katzenliebhaber. Hundeliebhaber. Nur nach Kaninchenfreunden kann man nicht filtern.
Viele Männer meines Alters wollen Kinder. Ich will keine mehr. Darf ich die dann treffen? Wollen die eigene oder meine und was ist wenn ich meine gar nicht teilen will?
Ich lese und lese und schaue mir die Bilder an und plötzlich fällt mir auf, die wollen alle in den Wald. Selfies mit Bergen im Hintergrund, sie sitzen vor ihren Zelten, in Booten, stehen in Wanderschuhen vor grünen Landschaften. Naturverbunden sind sie. Das wahre Leben wollen sie. Nicht dieses Leben im Internet. Nicht diese Technik. Nicht diese Internetsüchtigen. Man muss sich auch mal anschauen können, miteinander sprechen, Real Life eben.
Mich fröstelt ein bißchen.
Sie wollen in die Natur oder wenigstens ans Meer für immer. Sie hassen die Stadt, den Lärm, die Hektik, können der Geschäftigkeit nichts abgewinnen.
Einmal treffe ich einen. Wir trinken Wein und unterhalten uns den ganzen Abend. Ich finds nett. Am nächsten Tag bekomme ich ein freundliches Absageschreiben: Es hätte nicht gefunkt, obwohl ich doch so lustig und klug sei, auch gut aussehe etc. pp. aber es sei halt nicht die große Liebe.
Ich frage mich, ob das so sein muss. Ob man die große Liebe erwarten muss, obs drunter nicht geht, ob es sich gar nicht lohnt jemanden zu treffen, wenn man nicht davon ausgeht, dass es die große Liebe sein könnte.
Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? Das ist eine der Fragen im Datingportal. 80% schreiben: Ja!
Sechs Dinge, die du unbedingt brauchst in deinem Leben. Aus einer Laune heraus schreibe ich Gaffatape und Heißklebepistole in die Liste. Zwei wirklich praktische Dinge.
Die Zuschriften werden danach nicht passender. Hastig lösche ich die beiden Dinge wieder aus meiner Liste.
Was ich hier suchen würde? Jemanden, den ich noch nicht kenne. Das reicht nicht. Ich solle mir mal Gedanken machen. Etwas spezifischer müsse es schon sein. Sonst lohne sich ein Treffen doch gar nicht.
Aha, eine Checkliste brauche ich. Verstehe. Humor wäre toll. Aus den 90ern ist mir aus einer Bärbel Schäfer Sendung der denkwürdige Satz: “Der Mann, der wo mich lieben tut, sollte Humor haben und sauber sollte er sein” hängen geblieben. Schreibe ich den in mein Profil? Mindestens 1,80 sollte er sein, ist klar. Bodytype athletic. Millionen verdienen. Keinen Ballast haben, bloß keiner mit Androidhandy, bio soll er kaufen, nie Bundfaltenhosen tragen und wenn ich dann noch angebe: kein Bart, dann gewöhne ich mich mal lieber ans Alleinsein. Mein Potential zum Schrulligwerden ist ohnehin stärker als mein Wille zur Geselligkeit.

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Parental SEO

Um Suchmaschinenoptimierung zu betreiben, ist es hilfreich die Google-Algorithmen zu verstehen. Wobei, verstehen ist ein bisschen hoch gegriffen. Man kann sich annähern. Und man muss sich immer wieder annähern, denn die Algorithmen ändern sich kontinulierlich.

Um die Algorithmen zu verstehen, gibt es mehrere Wege. Man nutzt mal einen dieser AdWords-Gutscheine, die man alle paar Monate bekommt und schaut sich an wie andere Menschen suchen. Erfindet Suchbegriffe, permutiert sie, erweitert einzelne Begriffe um ganze Strings. Dann schaut man sich an wie sich das Ranking verändert und passt das Ganze wieder an. Streng genommen ist das ja SEM – aber es hilft eben die Suchalgorithmen zu verstehen.

Den umgekehrten Weg kann man natürlich auch gehen. Man googelt selbst, schaut sich Suchergebnisse an. Prüft die Positionierung der Suchergebnisse. Googelt wieder ein bisschen, schaut an welcher Stelle die gesuchten Begriffe auf der Webseite stehen, wie oft auf die Seite verlinkt wird etc. und zack ist man SEO Expertin. Man versteht das System zumindest grob in alle Richtungen. Das kann man sich von Google zertifizieren lassen – zumindest bezogen auf AdWords. Gilt zwei Jahre und ist lediglich ein Multiple Choice Test. Besteht man leicht und dann kann man sich das Zertifikat ausdrucken und an die Wand hängen und ist irgendwie stolz.

Dass man ein Google-Ass ist, das können einem dann die Kinder zertifizieren. Alle Eltern kennen sich nämlich mit Google aus. Ihnen ist das nur nicht so klar. Aber es ist so. Implizit sind Eltern ExpertInnen in Sachen SEO. Das werden sie zwangsläufig, denn irgendwann kommt das Thema “Ausmalbilder” auf. In jeder Familie. Plötzlich – man weiß nicht wie die Kinder auf die Idee kommen, aber sie haben diese Idee – plötzlich stehen sie im Raum und sagen: “Ich möchte ein Ausmalbild. Kannst du mir eins ausdrucken?”

Wenn es das erste Kind ist, das diesen Wunsch äußert, ist man noch ganz entspannt und denkt: “Ja klar, Ausmalbild. Haha. Tolle Idee.”

Fragt jedoch das zweite Kind, blickt man in der Regel auf mehrere Jahre Ausmalbilderausdrucken zurück und bekommt deswegen ein nervöses Zucken im Auge. Das Problem ist nämlich nicht das Ausdrucken (wie Profis wissen). Das Problem ist das Ausmalbilder aussuchen. Wobei – nein eben noch eine Stufe vorher. Das Ausmalbild suchen. Am Anfang sucht man “Feuerwehrauto”, “Pferd”, “Kran” oder “Rehkitz”. Aber sehr schnell reicht das nicht mehr. Die Kinder schauen einem über die Schulter und entdecken in den Suchergebnissen irgendein inspirierendes Bild und schon beim nächsten Mal verlangen sie nach Ausmalbildern, die “Faultiere”, “Tapire” oder einen “Rotlippen-Fledermausfisch” zeigen. Das wird schon schwieriger, aber man schafft es. Doch dann kommt der Tag, an dem auch das nicht mehr genügt und die Kinder wollen ein “Seepferdchen mit Zuckertüte”, eine “Alienprinzessin” oder “Hatifnatten in Hochzeitskleidern”. Und dann stehen sie da und schauen erwartungsvoll und man muss sie jetzt finden, diese Ausmalbilder. Man bearbeitet die Filter mittelgroß genügt, schwarz-weiß (dann kann man vielleicht ein Foto von einem Rotlippen-Fledermausfisch hinterher so nachbearbeite, dass das Kind das als Ausmalbild akzeptiert…) und kämpft und kämpft.

Der Schweiß steht einem auf der Stirn und endlich hat man eine Seite mit Suchergebnissen und dann kommt die nächste Prüfung. Für mich das allerschlimmste. Wie Google funktioniert und wie man gute Suchergebnisse für die allerbizarrsten Ausmalbilderwünsche bekommt, das habe ich nämlich schnell verstanden. Ich bin mittlerweile SEO SEM Profi für alle Fragen in Sachen Suchmachinen. Setze für jeden eine AdWords-Kampagne auf, hole Tausende von Seitenbesuchern – egal um welchen Geschäftszweig es geht! Mit links mache ich das.

Aber was ich nicht aushalten kann, ist dieses Warten. Warten, dass das Kind ENDLICH ein Bild auswählt und man per Strg + P drucken kann. Da hat man stolz diese Suchergebnisseite und dann steht das Kind da und begutachtet jedes einzelne Ergebnis. “Mach mal größer”
“Hm”
“Ne, doch nicht”
“Das nächste”
“Ne”
“Das nächste” … und dann
“Doch noch mal das zweite” …
“Oder kann ich doch lieber ein Bild von einem Fangschreckenkrebs?”

DAS. MACHT. MICH. IRRE.

“Kann ich ein Ausmalbild” dauert im Schnitt 70 Minuten. SIEBZIG Minuten, die man prokrastinieren könnte. Es ist manchmal ein Elend mit diesen Kindern.

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Serienempfehlung

Hachja. Als Studentin wohnte ich in einer WG und irgendwann als wir uns klassisch auseinanderstritten, wurde mir unter anderem vorgeworfen, ich würde mich in Themen reinsteigern und dann gäbe es nichts anderes mehr und das würde voll nerven. Das stimmt bis heute. Nur dass ich diesen Charakterzug lieber “Begeisterungsfähigkeit” oder “Themenenthusiasmus” nenne.

Drum – tut mir so leid, liebe LeserInnen, wenns nervt, aber mich treibt gerade dieses Genderdingens an. (Ganz so uninteressant scheint es auf der anderen Seite nicht zu sein. Ich hab selten über 10.000 Pageviews und mehrere hundert Reaktionen auf einen einzigen Artikel – mein schlechtes Gewissen hält sich also in Grenzen.)

Jedenfalls: Den viel zitierte Bechdel-Test kennt ihr vermutlich:

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Frauen in einem Film repräsentiert sind, werden drei Fragen gestellt:

  • Spielen mindestens zwei Frauen mit, die einen Namen haben?
  • Reden sie miteinander?
  • Reden sie miteinander über etwas anderes als einen Mann?

Besteht ein Film diesen Test indem alle drei Fragen mit “Ja” beantwortet werden können, sagt das generell erstmal nichts über die Qualität als solches und auch nicht über dessen “feministischen Wert” aus.

Jaaaa – kann man gleich bläken – da fallen nämlich einige Filme mit starken Frauencharakteren durch (“Aliens” oder “Lola rennt” zum Beispiel) – dennoch versetzt mich dieser Test immer wieder in Erstaunen. Denn, wenn es um Frauen geht, ist ein Zitat, das ich neulich in der Rosa-Hellblau-Falle (S. 132 ff) gelesen habe, sehr zutreffend:

“Männer handeln, Frauen kommen (auch) vor.” Zitat Erich Küchenhoff

Das Zitat ist übrigens von 1975 und wer jetzt denkt, es hätte sich seitdem maßgeblich etwas geändert – dem ist nicht so. Als die 500 erfolgreichsten Filme von 2007 bis 2012 ausgewertet wurden, zeigte sich, dass gerade mal 28 Prozent der Sprechrollen weiblich besetzt sind.

Warum schreibe ich das eigentlich alles?

Wenn ich außer dem Bloggen noch ein Hobby habe, dann sind es Filme und Serien. Mir ist aufgefallen, dass es erstaunlich wenig Filme und Serien gibt, die diesen Test bestehen. Für mich sind manche Serien, die von anderen in den Himmel gelobt werden, deswegen unerträglich. True Detective wäre da so ein Beispiel. Ja, Frauen spielen auch mit, aber nur als Mordopfer, Sexelement oder sonstwie Beiwerk. Mir reicht auch nicht der Hinweis, dass diese Darstellung eine Art Kritik dieser Klischees darstelle*. Das langweilt mich. Nein, Halt! Das stösst mich mittlerweile regelrecht ab.

Ich habe wirklich keinen hohen Anspruch an Filme. Ich liebe z.B. Fantasy und Science Fiction und da muss man wegen mangelnder Logik oft alle Augen zudrücken, aber wenn ich in den aktuellen Planet der Affen (Revolution) gehe und mein erster Gedanke ist: Wow, selbst bei den Affen gibt es nur eine einzige Frau, dann merke ich a) wie “verdorben” meine Sichtweise in der Zwischenzeit ist und b) wie dämlich selbstverständlich es ist, Frauen/weibliche Wesen in Filmen nur als Beiwerk und Objekt zu zeigen.
Noch vor wenigen Monaten ist mir das nie aufgefallen. Ich hab früher auch gerne Computerspiele gespielt und es war für mich selbstverständlich, dass da Frauen nur nackt oder tot oder als nackte Tote oder als nackte noch zu tötende oder sonstwie zu missbrauchende Wesen auftauchen.

Es war normal. Es entsprach meinen Sehgewohnheiten. Es ist schließlich überall so: In den Computerspielen, in der Werbung, im Fernsehen, im Kino.

Vielleicht treibt mich dieses Thema plötzlich auch so sehr weil meine Kinder dem Kleinkindalter entwachsen (sind) und ich mich frage: Welche Computerspiele kann ich sie spielen lassen? Welche Filme kann ich sie anschauen lassen? Welche Serien taugen was, um ihnen ein ausgeglichenen Bild zu verschaffen. Wie kann ich erreichen, dass sie Frauen für vollwertige Mitglieder der Gesellschaft halten, die Stärken jenseits von Schönheit und perfektem Aussehen haben, die Berufe ergreifen, die Rechte haben?

Für das Kindesalter habe ich leider keine Liste. Aber mir war heute so danach für das Erwachsenenalter mal einige Beispiele aufzuzählen, weil ich nämlich genau das selbe Erlebnis wie Journelle hatte, als ich Orange Is The New Black entdeckte.
Eine Serie, die vor Diversität und Frauen quasi platzt. Eine Serie, in der es Falten gibt, schlechte Zähne, Narben, große Frauen, kleine Frauen, dünne Frauen, dicke Frauen und v.a. diese Frauen können alle sprechen (!).
Das hat mich total fasziniert. Wirklich. Da spielen Menschen mit.

Deswegen hier eine Liste von Serien, die mich dieses Jahr glücklich gemacht haben:

Orange Is The New Black

The Honourable Woman

The Fall

The Good Wife

(Aktuell läuft die 6. Staffel. Ich habe hier den Trailer der 1. Staffel verlinkt, um nicht zu spoilern)

Deswegen: Ich freue mich über weitere Empfehlungen für Erwachsene, aber auch Computerspiele und Filme für Kinder.

* “When it comes to women, True Detective is undeniably shallow—but I think it’s being shallow on purpose.

Übrigens vielleicht ganz interessant: Filme, die den Bechdel Test bestehen, haben deutlich weniger Budget, laufen aber erfolgreicher (Es wurde investierter Dollar zu eingespielter Doller ins Verhältnis gesetzt)

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#Beamtenfilme

Manche Mems mag ich einfach. So wie die #informatikfilme oder Conni – das Mem.
Dieses Wochenende hat mich belustigt: #beamtenfilme

Ingeborch
@Ingeborch
Lost in stagnation #beamtenfilme
Jörg Thomann
@Thomann_J
Bei Anruf Warteschleife #beamtenfilme
Philipp
@opilef
Genehmige langsam I-IV #beamtenfilme
Jan Eden
@janedenone
The Working Dead. #beamtenfilme
Claudia Ehrenstein
@Honourstone
Schneller geht’s nicht #beamtenfilme
Free Bee
@fri_bie
50 erste Steuererklärungen

#beamtenfilme

Burkhard Zimmermann
@b_m_zimmermann
Die verlorene Umsatzsteuervoranmeldung der Katharina Blum #beamtenfilme
Roland Hindl
@Roland_Hindl
Der akurate Mr. Ripley #beamtenfilme
B()ris N()wa(k
@journalismbln
Endstation Gähnsucht

#beamtenfilme

Tilman
@twone2
Männer, die auf Akten starren #beamtenfilme
Anyuta
@textautomat
Fluch der Akribik
#beamtenfilme
medienmosaik
@medienmosaik
Drei Farben: Grau #beamtenfilme
Davor Bakara
@DavorBakara
Ich weiß, was Du letzten Sommer angekreuzt hast #beamtenfilme
Great Successor
@mr_moosbee
Ich weiß noch immer was du letzten Sommer angekreuzt hast #beamtenfilme
tagesshow
@tagesshow
District “Nein” #beamtenfilme
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Extra für Mädchen! Extra für Jungs

Ich sammle gerade für meinen Projekttag “Gender”:

Kinobajka
@kinobajka
Männer machen Karriere, tragen Anzug & fahren Cabrio o. haben eine Werkstatt vs. Hausfrau. #ichkaufdasnicht #Lego pic.twitter.com/0XAil5clVL
Novemberregen
@novemberregen
Sogar bei Keksdosen muss man jetzt aufpassen, dass man nicht die falschen erwischt. #allebekloppt #ichkaufdasnicht pic.twitter.com/ltk2C84bWY
Meike
@meike_hh
Rosa für Mädchen, blau für Jungs, alles schön getrennt. Ernsthaft, ? pic.twitter.com/mzyCQF3bIz
Sentenzomat
@sentenzomat
Im Supermarkt:
Die Role Models für Mädchen und Jungs heißen Pest und Cholera. pic.twitter.com/vsBl2fYh4U
hendrik kraft
@sibiuaner
#Playmobil teilt Spielzeug in männlich/weiblich: Party für die Jungs und Schlafzimmer für Mädchen. #Sexismus pic.twitter.com/ehGpW1Q9R1
almut schnerring
@machmirdiewelt
Jungen mögen Abenteuer+saure, dunkle Früchte, Mädchen lieben es märchenhaft-süß. Danke Caprisonne für die Schublade! pic.twitter.com/ogEQeCFbN4
m.
@ohaimareiki
supertoll: extra aufsteller für jungs und mädchen, erstere bekommen piratenpflaster, letztere welche mit ponymotiv. :< pic.twitter.com/vO1OlV0i
Ninia LaGrande
@NiniaLaGrande
Mädchen sind Prinzessinnen und Jungs Sieger. Genau. -.- #ichkaufdasnicht pic.twitter.com/Ppxi9PoAP6
torbenr
@wasverpasst
: J. machn Seereise und gehn auf Schatzsuche, M. können Wäsche aufhängen und Pferde… sein. COOL! pic.twitter.com/Ye6a5MV1Av
Patrick Willms
@patsbin
“Tägliche Genderkacke für vierhundert bitte.” pic.twitter.com/cLMqDTHSHi

Wer spendet mir weitere absurde Bildbeispiele?

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Über die Risiken gesunder Ernährung

Ich bin kein sehr naturverbundener Mensch. Wenn es sich ergibt, habe ich nichts gegen einen Waldspaziergang, einen Tag am See oder einen Ausflug aufs Land. Am wohlsten fühle ich mich aber in der Stadt und am Besten innerhalb von Gebäuden. Genauer gesagt in meinen eigenen vier Wänden – im Idealfall in meinem eigenen Bett.

Für Eltern schickt sich diese Einstellung offenbar nicht. Am Elternabend im Kindergarten wird in ermüdender Regelmäßigkeit darüber diskutiert, ob die Kinder nicht öfter in den Wald gehen könnten. Wir wohnen mitten in Berlin und sehr leise denke ich: Wenn ihr wollt, dass eure Kinder in den Wald gehen, dann zieht doch nach Posemuckel an den Waldrand und geht mit euren Kindern in den Wald. Man kann doch nicht von den Erzieherinnen erwarten, dass die ein bis zweimal die Woche mit 25 kleinen Kindern in den Wald fahren?

Dabei sind die Erzieherinnen sehr bemüht, den Kindern die Natur nahe zu bringen. Kind 3.0 besucht zum Beispiel regelmäßig und mit großer Begeisterung eine Gartenschule. Die pädagogische Idee dahinter lautet den Kindern erfahrungs- und handlungsorientiert ökologischer Bildung zu vermitteln. So hat Kind 3.0 schon selbst Honig hergestellt, einen wunderhübschen Blumenstrauß geschnitten und eine schöne Auswahl an Kräutern geerntet und mit nach Hause gebracht.

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“Das ist fur disch. Das kannst du essen. Kräuters sind sehr gesund und schmecken lecka.”, sagt es und schmeisst mir einen Haufen Grünzeug auf den Tisch. “Guten Appetit!”

Ich schaue unentschlossen auf das Gestrüpp, wohlwissend, dass man sterben kann, wenn man einfach so Pflanzen isst, ohne zu wissen um was es sich handelt. Ich zögere. Selbst in Restaurants, die ihre Teller mit Blumen schmücken und man davon ausgehen kann, dass man die Blümchen essen kann ohne zu sterben, lasse ich diese unberührt zurück gehen.

Kind 3.0s Augen weiten sich: “Das hab isch fur disch geflückt, Mama? Freust du disch?”. Ich sehe wie die Augen am unteren Rand des Auges ganz leicht feucht werden.

“Ich ähhh, danke! Oh! So eine Freude. Was ist das denn?”

“Isch glaube Lavendel und Petersilikum. Riesch ma.”

Nun gut, ich bin denkbar schlecht vorgebildet in dieser Angelegenheit, aber es handelt sich weder um Lavendel noch um Peterslie oder Basilikum. Vorsichtshalber fotografiere ich die Pflanzen und frage im Internet nach, ob jemand diese Pflanzen kennt und ich sterben muss, wenn ich sie wirklich esse.

Am Ende nehme ich die vermeintlichen Kräuter, entsorge sie heimlich, fülle ebenso im Geheimen ein Glas Pesto in eine Schüssel und verspeise abends das Pesto mit einem Teller Nudeln: “Hmmm! Wie das schmeckt! Köstlich. Das hab ich aus deinen Kräutern gemacht!” Das größere Kind riecht an meinem Teller, schaut skeptisch und will den Mund öffnen. Ich schüttle den Kopf und schicke einen Todesblick in seine Richtung. Es versteht und schweigt. Kind 3.0 isst glücklich seine Nudeln ohne nix: “Isch esse das nisch. Man kann auch stürben wenn das giftisch is, weisst du Mama.”

Aber Spaß beiseite: Kind 3.0 lernt viel in der Gartenschule und was mir besonders gefällt, ist dass es nicht beim theoretischen Wissen bleibt, sondern die Ernteerzeugnisse auch mit nach Hause gebracht werden und wir gemeinsam kochen können. Denn wenn es nicht gerade “seltene” Kräuter sind, sondern Beeren, Tomaten oder Paprika, dann kenne ich mich ausreichend aus und wir können das gemeinsam essen. Wir können darüber sprechen was gesund ist und warum es gesund ist und was gesunde bzw. ungesunde Ernährung mit unserem Körper macht.

Ein Projekt das an die Idee einer Gartenschule anschließt, bietet die EDEKA Stiftung im Rahmen der “Initiative zum Nachwuchs” an. Es heisst “Mehr bewegen – besser essen” und schließt logisch an das oben beschriebene Projekt für Kindergartenkinder an und richtet sich an eine etwas ältere Zielgruppe – die GrundschülerInnen der 3. und 4. Klasse. Auch hier geht es um Nachhaltigkeit und es steht der Themenkomplex Ernährung, Bewegung, Verantwortung im Fokus.

Bis zum 31. Januar 2015 können sich Schulklassen für einen Projekttag bewerben, der genau diese Themen praxisnah behandelt. Die Broschüre der Stiftung beschreibt weiteren Details des Projekttags.

Die Kinder essen gemeinsam und lernen etwas über gesunde Ernährung. Sie lernen, wie wichtig Bewegung ist und was sie selbst tun können, um ihre (unsere!) Umwelt zu schützen. Wenn die Kinder alt genug sind, werde ich den nächsten Elternabend mal um das Thema Projekttag bereichern und anregen, dass wir uns um einen solchen Tag bewerben.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung der EDEKA Stiftung.

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Wolfgang und ich

Foto (5)

Kaum sind die Kinder fremdbetreut, kann sich keine Familie mehr von bestimmten Trends abschotten. Waren es früher die Bauer Räinscha, so haben uns nun die Loom Bänder erreicht. Immerhin erst nach dem Papst.

Nachdem Kind 2.0 mit einigen selbstgemachten Gummibändern von der Schule kam, leistete ich zunächst eine Woche symbolischen Widerstand und kaufte dann 1.000 bunte Gummis für die Kinder, um dann eine weitere Woche später selbst unzählige Armbänder zu besitzen. Wenn wir uns morgens fertig machen, lege ich die Armbänder an. Wenn ich die Kinder abgegeben habe, nehme ich sie wieder ab und verstaue sie in der Handtasche, um sie pünktlich um 16.00 Uhr beim Abholen wieder zu tragen. Mein Herz ist so weich. Ich kann den Kindern einfach nicht sagen, dass ich die Bänder hässlich finde. Ich bin einfach nicht “Wolle” Wolfgang Petry. Dafür fehlt es mir offenbar an Mut.

Foto (6) Foto (7)

Was ich weiß ist – ich bin nicht alleine. In meiner Twitter-Timeline gibt es viele Betroffene. Eigentlich genug, um eine Selbsthilfegruppe loomgeschädigter Erwachsener zu gründen. Dachte ich erst. Aber dann machte ich eine sensationelle Entdeckung.
Dazu eine kurze Vorgeschichte. In unserem Sack mit den 1.000 Gummis war eine Beschreibung für einfache Bänder, doppelte Bänder, Blütenbänder und doppelte Blütenbänder. Ein Blick auf die Arme anderer Eltern zeigte jedoch, dass es eine bestimmte Technik geben musste, wie man die Gummis enger aneinander reiht und als Björn Grau ein entsprechendes Foto postete, gerieten wir in die YouTube-Loom-Tutorial-Hölle.

Wir schauten wie man von Hand die Fischgrättechnik umsetzt, wie man Blümchen knüddelt, wie man Leiterarmbänder und wie man Raupenarmbänder loomt. Zu guter Letzt bestand Kind 3.0 darauf ein Tutorial anzuschauen, das demonstriert, wie man einen Minion loomt:

Ich bin fast an Langeweile gestorben, aber die Kinder haben ohne einen Mucks von sich zu geben ZWANZIG Minuten lang dieses Video angeschaut. Im Anschluss passierte etwas sehr, sehr seltsames.
Kind 2.0 und 3.0 nahmen die Gummis zur Hand und begannen alles, was sie vorher gesehen hatten aus dem Kopf in einem irrwitzigen Eifer umzusetzen. Es war unfassbar. Ich war fasziniert. Einem Kindergartenkind hätte ich nicht zugetraut so viel feinmotorisches Geschick aufzubringen. Auch die Gedächtnisleistung war phänomenal. In der Regel fokussiert Kind 3.0 ca. 40 Sekunden die Aufmerksamkeit bis es etwas anderes, interessanteres bemerkt.

Wir schauten ein weiteres Tutorial und auch das wurde sofort umgesetzt.
Noch eins und noch eins und noch eins und zehn Bänder später als es schon dämmerte, kam ich auf die Idee, den Kindern andere Tutorials zu zeigen.
Wie man Bücher einbindet, wie man Schuhe putzt, wie man Spannbetttücher ordentlich zusammenlegt. Es war in der Zwischenzeit fast Mitternacht, aber die Kinder konnten nicht genug bekommen.
Ich schrieb mir derweil die Themen auf und notierte die Länge der Videos, sowie andere Parameter wie etwa ob ein Erwachsener oder ein Kind das Tutorial erstellt hatte, ob es von einer Frau oder einem Mann oder ob es mit Musik untermalt war oder nicht.
Danach vermerkte ich auf einem weiteren Zettel wie spontan und dann wie zügig die Kinder das Gesehene umsetzten. Im Morgengrauen fielen die Kinder erschöpft auf die eingebundenen Bücher, den Berg der glänzenden Schuhe und den gefalteten Bettücher und ich konnte meine Daten geschwind in einer multivariaten Varianzanalyse auswerten.

Dabei erhielt sich folgendes Ergebnis: Am schnellsten und effizientesten werden Anleitungen umgesetzt, die:

  • in der Muttersprache
  • von einem etwa gleichaltrigen Kind
  • in unter fünf Minuten
  • ohne Musikuntermalung

erstellt wurden.
Und zwar UNABHÄNGIG VOM THEMA!

Das eröffnet wirklich ganz neue Perspektiven. Ich habe anschließend in einer akribischen Recherche herausgefunden, dass es in Sachen Tutorials einige thematische Lücken gibt. Nichts gefunden habe ich zu:

  • wie ich das Kinderzimmer hübsch aufräume
  • wie ich Wäsche wasche und ordentlich aufhänge
  • wie ich meinen Eltern den Frühstückstisch decke
  • wie ich Mami die Füße massiere

Sofern ihr also Kinder habt, wie wäre es, wenn ihr sie entsprechende Videoanleitungen erstellen lasst? Das ist im Übrigen auch eine hervorragende Altersvorsorge. Es gibt nicht wenig Loom-Tutorials, die mehrere Millionen (!) Male abgerufen wurden. Malt euch die Werbeeinnahmen aus, wenn ihr wirklich nützliche Videos ins Netz stellt. Videos, von denen ALLE Eltern unabhängig von ihrer Medienaffinität wollen, dass die Kinder sie sehen und nachahmen. Ich selbst kann sie leider nicht erstellen, ich möchte ja, dass meine Kinder sie anschauen und umsetzen.

Veröffentlicht unter Kinder Kinder | 35 Kommentare, 64 Tweets, 267 Facebook Shares, 2 Plusones

Der Tag wird kommen

Es passiert mir ja eher selten, dass mir Videos Gänsehaut machen.
Teilt das. Spielt das im Stadion.

Veröffentlicht unter Zeug | 29 Kommentare, 15 Tweets, 26 Facebook Shares, plussen