Schamlose, unbezahlte Werbung für ein großartiges Kinderbuch

Foto (2)Vor einigen Wochen habe ich mich an einem Crowdfunding zu einem Kinderbuch  mit dem Titel “Pinipas Abenteuer” beteiligt. Noch vor Weihnachten erreichte uns das fertige Buch. Es hat dann noch ein paar Wochen gedauert bis Kind 2.0 das Buch rauskramte und wir angefangen haben, es abends zu lesen.

Ich habe das Buch hauptsächlich mit-gecrowdfundet weil ich die Illustrationen so toll fand. Die Beschreibung des Inhalts konnte mich auf den ersten Blick nicht richtig begeistern:

Ein Mädchen namens Greta schickt, weil sie gelangweilt im Stau steht, ihre imaginäre Freundin Pinipa in einer Seifenblase los, um Deutschland zu entdecken. Als Seifenblasenpilotin durchfliegt Pinipa verschiedene Regionen Deutschlands, wie das Ruhrgebiet oder die Lüneburger Heide. Pinipa erlebt allerlei Abenteuer und als die Seifenblase am Bodensee zerplatzt, steigt sie in ein Papierschiffchen um und schippert mutig den Rhein hinunter. So lernen die Kinder, die das Buch vorgelesen bekommen, verschiedene Regionen Deutschlands kennen.

Hmmmm, Büchern mit pädagogischem Vorsatz stehe ich immer etwas skeptisch gegenüber.

Was soll ich sagen? Ich habe das Buch sehr gerne vorgelesen und die Kinder hätten gerne gehabt, dass ich es in einem durch(vor)lese – was mir aber zu lang war. Also schleppten sie das Buch am nächsten Tag auch wieder an und waren sich ausnahmsweise auch mal einig in der Wahl.  Die Geschichte ist abwechslungsreich, unterhaltsam und auch lustig (Leseprobe unten auf der Seite). Pinipa begegnet auf ihrer Reise unterschiedlichen Tieren, die ihr im Gespräch von der Region oder den Städten erzählen. U.a. kommt der Schatz der Nibelungen vor, was Kind 3.0 sehr begeistert hat. Kind 3.0 wird jetzt Taucher und wird den Schatz sehr bald finden!

Mir hat v.a. die Sprache gefallen. Es gibt so viele Kinderbücher, die (behaupten) eine “kindgerechte” Sprache haben, bei der man sich einen Knoten in die Zunge liest und ständig denkt: So spricht doch kein Mensch? Warum schreiben die so? Hoffentlich reden die Kinder nicht eines Tages so!

Ganz anders bei Pinipa. Das liest sich gut vor, klingt sehr rund und nicht so gestelzt ohne übermäßig komplexitätsreduziert zu sein. Ich freue mich schon auf das Hörspiel, das es wohl auch bald geben wird.

Die Illustrationen sind wahnsinnig schön und detailverliebt und ähnlich wie bei den Wimmelbüchern gibt es viel zu entdecken. Man muss also seeehr langsam lesen oder kann nur seeeehr langsam weiterblättern, weil die Kinder sich die Bilder ausführlich anschauen.

Jedenfalls – Achtung! WERBEUNTERBRECHUNG – das Buch ist großartig. Kauft es!

Das Buch kostet 14,90 Euro zzgl. Versand und kann direkt auf der Website der Illustratorin bestellt werden.

pinipas-abenteuer

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Mein semiwitziges, künstliches Ich

Am Wochenende habe ich bei Trackback gehört, dass es einen Twitterbot gibt, der aus einem vorhandenen Tweetarchiv neue Tweets zusammensetzt und mit anderen Usern interagiert. Der Bot von Lasersushi war mir bereits in der Timeline begegnet, aber ich hatte die Tweets als kryptischen Quatsch abgehakt und nicht weiter verfolgt. Als ich dann aber den Artikel von Caspar Clemens Mierau in der Wired gelesen habe, fand ich die Idee doch apart und habe mir doch einen nufbot nach Anweisung “gebaut”. Tatsächlich baut man ja nichts selbst sondern aktiviert eine fertig App, die alles weitere erledigt.

Ich habe einen Mac, was vieles einfach gemacht hat. Zum Beispiel hatte ich die passende Ruby-Version bereits vorinstalliert. Vielleicht noch ein Tipp für die, die es nicht wissen (mir hat das schon oft geholfen): Am Mac geht eigentlich alles per drag & drop. Wenn da z.B. steht “let’s navigate to our my_ebooks directory” und man den Pfad gar nicht kennt, schreibt man einfach “cd” und zieht den entsprechenden Ordner in das Terminalfenster.

Nachteil an der ganzen Geschichte ist, dass man für den Bot-Account und zur Schaffung der Bot-App eine eigene Mobilnummer angeben muss, die man nicht schon anderweitig auf Twitter verwendet.

Die Anleitung, die ich benutzt habe, verwendet den Bot in einer 2er Version. Es gibt für technisch versiertere eine höhere Version, die etwas lebendiger wirkt – der Bot von leitmedium zum Beispiel basiert auf dieser Version.

Die höhere Version hat auch ein paar Features, die ihn freundlicher erscheinen lassen:

  • Replies are slightly rate-limited to prevent infinite bot convos
  • Non-participating users in a mention chain will be dropped after a few tweets

Überhaupt lohnt es sich in das bots.rb zu schauen. Hier kann man beispielsweise anpassen, wie oft der Bot eigenständig twittert:

# 80% chance to tweet every 2 hours
bot.scheduler.every ‘2h’ do
if rand <= 0.8
bot.tweet @model.make_statement

Die Permissions der App sind laut Anweisung so eingestellt, dass der Bot auch auf Direktnachrichten antwortet. Mir hat das ein sehr seltsames Gefühl des Kontrollverlustes beschert und ich hab das abgestellt (Das geht in Schritt 5 indem man nur Read and Write auswählt).

Der Bot läuft dann auf dem eigenen Rechner und ist natürlich auf eine Internetverbindung angewiesen. Wenn der Rechner aus ist, schläft der Bot. Man muss ihn dann im Terminal neu starten, wenn er wieder aktiv werden soll. Natürlich kann man ihn auch auf einem Server laufen lassen. Vielleicht ziehe ich meinen demnächst mal um. Ein bißchen mulmig ist mir dennoch, wenn er unbeobachtet Dinge tut… schließlich tut er das mit meinen Worten.

Der Bot ist wirklich sehr unterhaltend. Es ist interessant zu sehen, dass Twitter-UserInnen mit ihm interagieren als sei er ein Lebewesen. Sie antworten und sie faven Konversationen. Mitunter entspinnen sich lustige Gespräche.
Richtig verrückt wird es, wenn sich Bots untereinander unterhalten. Meiner ist da bislang leider etwas schüchtern.

Manchmal generiert er sie halbwegs sinnvolle Tweets:

Manchmal einfach nur Kauderwelsch:

Folgende Bots habe ich bislang gesehen:

Monokzieht
Leitmarvin
Mina_ebooks
HenningKrause
Snider_Bot
Chief_Vanilla
ADoorAreBell

Und übrigens: Wen das nervt – man muss den Bots nicht folgen und wenn man sie blockt, dann werden sie auch nicht in die Timeline geretweetet. So einfach ist das. Medienkompetenz nennt man das.

Und hier noch mal die explizite Ermunterung: Wenn ihr Lust auf einen Bot habt, einfach trauen. Ich hab auch keine Ahnung von irgendwas. Muss man auch nicht. Einfach stur den Schritten der Anleitung folgen. Wenn Fehlermeldungen kommen, lesen was da steht und ggf. wieder von vorne anfangen. Bei mir hat sich das Programm beim ersten Versuch nicht installiert, weil ich aus unerfindlichen Gründen keine Schreibberechtigung für den Bot-Ordner hatte.


Als Erweiterung ein kleiner Erfahrungsbericht der ersten Tage mit Bot im Techniktagebuch.

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Kinderkarneval

Ich hätte schwören können, dass ich schon mal darüber geschrieben habe: Fasching mit Kindern. Auch so ein Ding von dem man eine verstrahlt romantische Vorstellung hat – bis man eben Kinder hat. Dabei gibt es so viel Leid!

Das erste Leid, das ich kennen lernen musste, heißt: Kindergarten-Motto-Partys.

Im ersten Jahr lautete es bei uns “Berufe”. Berufe, wie schön. Als Erwachsene hat man ja eine weit gefächerte Vorstellung von Berufsbildern. Aber begeistere mal ein Kind dafür als Controllerin oder Fleischereifachverkäuferin zu gehen. NATÜRLICH wollten alle Kinder eigentlich als Feuerwehrmann oder Polizist gehen. In der Regel ist das auch OK. Also dass mehrere Kinder, das selbe Kostüm tragen. Das ist schließlich nicht so als ob man als Hollywoodstar zur Oscar Verleihung einer anderen prominenten Schauspielerin gegenüber steht und feststellt, dass man unglücklicherweise das selbe Designer-Kleid trägt. Nein, die Kinder sehen ihre Kindergartenkumpels und freuen sich, dass die auch Feuerwehrmann sind und gut ist. Jedenfalls bei den Kindern der anderen ist das so. Meine Kinder wollen natürlich auf keinen Fall so verkleidet sein wie irgendein anderes Kind auf dieser Welt. Also musste ich im Vorfeld wochenlang Berufe aufzählen, beschreiben und bei Gefallen stichprobenartig Kostümkonzepte präsentieren.

Am Ende wurde das Kind Eisverkäufer und ich hatte lediglich ein wenig Mühe den tragbaren Eiswagen aus Pappe zu bauen.

Jedenfalls – eigentlich fängt der Stress ja schon vorher an – nämlich bei der Festlegung des Mottos. Eine Freundin berichtete mir von einem Elternabend, an dem die Erzieherinnen sorglos verkündeten, das Kinderkarnevalsmotto lautete dieses Jahr “Die Ritter”.

“Moment Mal, Ritter? Als was gehen denn die Mädchen?”

Ja, ja, das sei weiter gefasst. Man könne auch “Ritter und Ritterinnen” machen.

“Hm ja. Aber Ritter, das sind eigentlich Soldaten und ich möchte nicht, dass meine Tochter als Soldat geht. Wir sind Pazifisten und uns gefällt das gar nicht.”

Ja, ja, das stimmt. Vielleicht könne man das ja erweitern, also “Ritter, Ritterinnen und Burgfräulein”.

“Wie bitte? Aber was ist denn mit den Jungs, die keine Soldaten sein wollen?”

Ja, hm, dann mache man vielleicht “Ritter, Ritterinnen, Burgfräulein und Burgherren.”

“Is klar, Fräuleins, aber dann HERREN. Herren von Herrscher. Und die Frauen sollen nur hübsch aussehen…”

Ich bin ein bisschen froh, dass ich bei diesem Elternabend nicht persönlich anwesend war. Am Ende bleibt ohnehin nur eine Frage offen: Warum überhaupt ein Motto? Warum können die Kinder sich nicht einfach verkleiden als was sie wollen?

Nach fünf Jahren Diskussion, wurden deswegen die themengebundenen Faschingsfeiern bei uns im Kindergarten abgeschafft.

Vor einer Diskussion als was sich ein Kind verkleiden möchte, bewahrt das natürlich dennoch nicht. Bei uns läuft das Jahr für Jahr gleich ab. Das Kind sucht sich irgendein aufwändiges Kostüm aus, eines, das man garantiert nicht fertig kaufen kann oder zumindest nicht ohne ein halbes Monatsnettoeinkommen dafür zu investieren. Also muss man es selbst machen. Bei meinen Näh- und Bastelkünsten eigentlich ein Grund meine Wochenarbeitszeit für einen begrenzten Zeitraum zu kürzen.

Kind 2.0 wollte beispielsweise als Nixe gehen. Also habe ich aus unserem Vorhang ein Nixenkostüm genäht. Ich hatte dafür zwei Stunden eingeplant. Tatsächlich habe ich zehn benötigt. Am Morgen des Kinderfaschings steht Kind 2.0 auf und verkündet: “Ich möchte doch als Prinzessin gehen!”

Jaaahhaaaa! Nenenenene! DU. GEHST. JETZT. ALS. NIXE!

Ich war kurz vorm Nervenzusammenbruch. Mit einigen wenigen Bestechungen (zwei Schokoriegel, eine Packung Kaugummi und ein Kino-Besuch samt Limo und Popkorn) war das Kind überredet und ging als Nixe.

Aus dieser Erfahrung schlau geworden, habe ich mir auf Flohmärkten ein Sammelsurium an unterschiedlichen, untereinander kombinierbaren Verkleidungsutensilien in vielen unterschiedlichen Größen zusammengekauft.

Deswegen war ich heute Morgen fast tiefenentspannt, als Kind 3.0 an den Frühstückstisch trat:

(Den Reaktionen entnehme ich: ich bin nicht allein. Das tut so gut!)

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Ein Podcast, ein Podcast

Seit einiger Zeit höre ich gerne Podcasts. Neben dem SozioPod auch sehr gerne Leitmotiv und den Lila-Podcast und deswegen habe ich mich gefreut auch mal in ein Mikrophon zu sprechen. Hat Spaß gemacht! Könnta euch anhören. (Über Feedback freue ich mich, denn ich plane einen eigenen Podcast).

P.S. Übrigens erzähle ich im Podcast, woher “dasnuf” eigentlich kommt.

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Twitterliebe 01/15

https://twitter.com/molily/status/558194899582214144

Special #ITBands

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Einmal Wellness mit allem bitte

Wellness und ich, es ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Aber ich versuche es immer wieder. Schließlich habe ich nichts gegen Wellness. Viele meiner besten FreundInnen mögen Wellness. Wenn also eine meiner Freundinnen fragt, ob ich mitkommen möchte, dann stimme ich alle Jubeljahre zu. Wohlwissend, dass die Bedingungen schwierig sind für mich. Ich mag es nämlich ganz und gar nicht von fremden Menschen angefasst zu werden. So ein Schultertätscheln wenn man sich fünf Jahre kennt und angezogen ist: OK. Vielleicht auch mal eine herzlich distanzierte Umarmung mit einem Mindestluftabstand von 30 cm wenn man sich wirklich, wirklich gerne hat. Aber nackt von Fremden angefasst zu werden, das ist wirklich die Hölle. Das Prinzip nach dem in dieser Konstellation Entspannung einsetzen soll – es erschließt sich mir einfach nicht.

Ziemlich harmlos fing die Sache an:

“Hast du Lust mit ins Hamam zu kommen?”
“Na klar!”

Wir trafen uns also in einem Hamam. Ich war noch nie in einem Hamam. Ich habs mir irgendwie dunkel vorgestellt. Dunkel und voll. Eine große Halle mit Wänden aus Marmor, irgendwie geschäftiges Treiben, Schwatzen, ich hatte die Vision von Waschweibern – nur ohne Wäsche.

Tatsächlich sollte man sich ausziehen. Also nackt, meine ich jetzt. Ich hab mich in ein sehr großes Handtuch geschlagen und dachte: OK, ich sitze jetzt einfach in mein Handtuch gehüllt ein bisschen rum, bestimmt ist es warm, nicht zu warm, ich hasse nämlich Hitze und dann mal sehen.

Ich kam in einen mittelgroßen – irgendwie leicht zu hellen Raum voller nackter Frauen*. Diese Frauen waren alle wie aus Magazinen ausgeschnitten. Perfekte Körper, kein Gramm Fett, alle kaum älter als zwanzig, alle tätowiert, alle ohne ein Haar am Körper, dafür mit hüftlangen Haaren. Sie lagen, räkelten und saßen in der Mitte des Raumes auf einem heißen Stein. Sie sahen exakt so aus, wie ich mir als Kind Sirenen vorgestellt hatte. Sehr irritierend.

Offenbar hatte meine Freundin sich das auch anders vorgestellt. Dampfiger irgendwie. Also fragte sie freundlich die Anwesenden: “Wo ist denn bitte das Dampfbad?”

Die Sirenen blinzelten träge, der Augenaufschlag war offenbar sehr schwer. Dampf, ja Dampf, hm, den hätten sie nicht gesehen, nur diese Becken und den Stein und hinten sei noch eine Sauna.

“Ahja. Ok.” Wir suchten uns also eine kleine Nische deren es ca. 8 Stück gab. In dieser Nische jeweils ein kleines, steinernes Becken mit einem Rinnsal an Wasser und viel zu großen Blechschüsseln. Dort könne man sich waschen. Ahaaha! Waschen, ja, das hatte ich ja schon kurz vor dem Besuch im Hamam hinter mich gebracht, so richtig schmutzig fühlte ich mich gar nicht.

“Ich habe uns eine schöne Behandlung gebucht!”, verkündete derweil meine Freundin.
“Eine Behandlung, soso.”

Ich schüttete also ein wenig gelangweilt sehr heißes Wasser über meinen Körper und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis eine Frau ihren Kopf in den Waschraum steckte und meinen Namen rief.

Ich folgte ihr schweigend. Sie hatte eine sehr große, weiße Gummischürze an. Ich kenne diese Schürzen nur aus Filmen, die im Schlachthaus spielen. Die Frau führte mich in ein Kellerloch. Ich sage Kellerloch, weil ich übertreibe jetzt mal nicht, es war einfach ein sehr karger, winziger Raum in einem Keller mit Steinwänden und sonst eigentlich nichts, was irgendwie Atmosphäre hätte erzeugen können. In der Mitte des Raumes eine Liege. Die Frau zeigte in Richtung der Liege. Ich musste mich nackt drauf legen und sie begann mich mit heißem Wasser zu übergießen. Sie hätte das vielleicht ein bisschen zärtlicher machen können, aber offensichtlich ging es hier um Effizienz. Zweifelsohne sollte ich sehr schnell sehr nass werden. Deswegen nahm sie einen Putzeimer und übergoss mich wieder und wieder. Das Wort Waterboarding fiel mir mehrere Male ein, aber das ist natürlich sehr überzogen.

Als die Frau fertig mit dem Bewässern meines Körpers war, nahm sie zwei sehr harte Peelinghandschuhe und rubbelte meine Körperteile einzeln ab. Besonders intensiv empfand ich die Stelle am Bein, an der ich mir am Morgen eine Tasse Tee mit nahezu kochendem Wasser rübergeschüttet hatte. Ahhh! Das musste dieses Wellnessgefühl sein. Also dieses sehr geile, wenngleich eher kurze Gefühl wenn der herbeigeführte Schmerz kurz nachlässt.

Die Frau gab mir sehr leise Anweisungen, die ich in der Regel aufs erste Mal nicht verstand. Sie schloss daraus irgendwann, dass Deutsch vermutlich nicht meine Muttersprache war und sprach ab da etwas lauter und deutlicher Englisch mit mir. Als ich fertig gerubbelt war, wurde ich wieder gewässert und dann murmelte sie: “And now, the sponge!”

The Sponge war ein etwa 1,20 mal 0,80 m großer Schwamm, den sie auf mich warf. Auf The Sponge verteilte sie gut 500 ml Flüssigseife. Dann schwabbelte sie den Sponge eine zeitlang auf mir hin und her und begann anschließend die nicht mit 40 cm Schaum bedeckten Körperstellen gesondert einzuseifen. Die Schaummassen waren enorm. Der kleine Raum war zu einem Drittel mit Schaum gefüllt. Die Einseiferin war sehr klein und einige Male hatte ich Angst, sie könnte einfach verschwinden und mich ganz alleine zurücklassen.

Ich wurde von beiden Seiten sehr intensiv gespongt und dann wieder gewässert. Danach roch ich stark nach Mango. “Thats it”, sagte die Frau in der Metzgerschürze und schaute mich leer an. “Vielen Dank”, sagte ich und ging verwirrt in den Ruheraum, wo meine Freundin mich freundlich mit sauren Drops empfing.

Wellness ist schon eine sehr seltsame Errungenschaft der Zivilisation. Aber diesmal hat es mir gefallen. Ich glaube 2018 probiere ich es nochmal.


*Ich freue mich jetzt schon auf die Googletreffer: Pfui! Ihr!

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Ein Preis, ein Preis!

goldener-blogger-klein-gif-170x300Ich meine mich zu erinnern, dass ich bereits ein(ige) Mal(e) nominiert war für den Goldenen Blogger-Award aus dem Hause Bluhm, Fiene und Knüwer und jedes Mal Zweite geworden bin, was im Grunde wurscht ist, bei mir aber Empathie für Leonardo DiCaprio geweckt hat.

Weil dieses Jahr jedoch viele, mir bekannte und von mir geschätzte Projekte nominiert waren, hab ich die Verleihung doch live mitverfolgt – was ehrlich gesagt etwas “anstrengend” ist. Der Livestream hat die Qualität von abgefilmten Kinofilmen der frühen 2000er. Für das vollständige Feeling wäre es schön, wenn die Verleihenden nächstes Jahr Englisch sprechen und das Ganze mit japanischen Untertiteln untertiteln. Irgendwann können die Zuschauer dann wählen und jedes Jahr füllt sich meine Timeline mit: Hä? Wo kann man denn abstimmen? und wenn das erste Voting vorbei ist, dann erinnere ich mich, dass man Herrn Fiene folgen muss, der dann ein Twitpol twittert, welches für öh 90 Sekunden (?) aktiv ist. Danach verschwindet das Ergebnis und die nächste Abstimmung erreicht man nicht durch ein Refresh sondern man muss sich den neuen Link suchen. Nundenn. Sie sehen schon… meine Begeisterung für die Rahmenbedingungen hält sich alljährlich in Grenzen. (Ich Troll, ich weiß). Immerhin musste ich bis nach 22 Uhr wach bleiben, um für meine Favoriten zu stimmen. Ich legte mir also ein Kirschkernkissen auf die Füße und kochte mir einen Fencheltee und wartete auf die Abstimmmöglichkeit.

Als ich dann bestes Tagebuch-Blog wurde, gingen die Gefühle ob all der Glückwunschnachrichten doch mit mir durch. Ich glaube, ich habe meine Teetasse im Affekt geherzt.

Also auch auf diesem Wege: Vielen Dank fürs Nominieren und v.a. auch fürs Wählen liebe Leserinnen und Leser (17 Byte, die ich gerne verschwende!). Ich hab mich sehr gefreut. Da bekommt das hässliche Jahr 2014 doch noch ein wenig Goldstaub.

Mal abgesehen von den Legitimitätsssignalen, die mir der Preis beschert hat, möchte ich die Chance nutzen und auch noch mal auf die anderen, mir bekannten Projekte hinweisen.

Füttert eure Feed-Reader mit dem Blogger des Jahres Gewinner Was machen die da? von Isabel Bogdan und Maximilan Buddenbohm: “Jeder macht was. Jeder hat einen Beruf, ein Hobby, eine Angewohnheit, eine Leidenschaft. Was machen die da genau? Das lassen wir uns erzählen.”

Ebenfalls unbedingt in den Feed-Reader gehört als Beste Newcomerin Mareices Kaiserinnenreich, die ein inklusives Familienblog schreibt.

Herzt ausserdem die als Bestes Sportblog nominierte Freistilstaffel. Ein wundervolles Gemeinschaftsblog rund ums Thema Schwimmen.

Neu für mich entdeckt habe ich Fürchtenlernen, Frau Gehlhaar und Auguststraße Berlin Mitte.

Und falls es neue Leserinnen gibt, hier eine frei zusammengestellte Auswahl höchst repräsentativer Blogartikel. Für Herrn Knüwer, der mich schon kannte als ich noch keine Kinder hatte, extra zum Teil kinderfrei:

Erlebnis-Kosmetik

[…] Ich setze mich auf den einzigen Stuhl den es dort gibt. Er steht vor der Toilette. Die Blondine rauscht an mir vorbei. Innen höre ich, wie sie das Wasser anstellt. Dann infernalisches Pupsen. Die anschließenden Geräusche versuche ich zu ignorieren indem ich mir die Hände auf die eigenen Ohren klatsche und leise sage: Happy place! Happy place! …Weiterlesen

Husband Beeping

Wenn der Mann plötzlich beim falschen Mobilfunkanbieter ist, lässt sich per Husband Beeping eine Menge Geld sparen, das man lieber in den Familiensommerurlaub investiert statt in unnütze Telefonanrufe. …Weiterlesen

Der wahrhaftig existierende Hipster

[…] Mein Blick fällt auf einen außergewöhnlich großen Mann mit Bart. Sein Bart ist dunkel und voll. Ein bißchen zu lang für meinen Geschmack aber sehr prachtvoll. Tatsächlich ist “prachtvoll” das Wort, das mir zu seinem Bart einfällt. Den Falten in seinem Gesicht nach zu urteilen ist er über vierzig. Er hat ganz wunderhübsche Falten. Fast so wie Brad Pitt, dessen Tränensäcke ich echt sexy finde. …Weiterlesen

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Damals™

Ich hatte gefühlt 200 Mal den Artikel “Wenn du Blogs unterstützen willst” in meiner Twitter-Timeline und fühle mich ein bißchen pöbelig, aber mein Gedanke dazu war: Warum?
Warum sollte man Blogs unterstützen wollen?
Was ist an einem Blog besser als an einer anderen Plattform? Aus Sicht der Bloggerin verstehe ich das noch. Das Blog ist gut, weil es kontrollierbar ist und ich die Hoheit über die Inhalte behalte. Schön. Ich lade also in mein Wohnzimmer ein und wenn mich jemand nervt, dann schließe ich ihn aus. Die Möbel sind immer meine. Aber wen kümmert das ausser mich?
Für mich geht es im Internet immer um den Austausch und die Gemeinschaft. Also wandere ich von Plattform zu Plattform und treffe da die Menschen. Wenn ich möchte, dann sammle ich am Ende alles wieder ein. Das ist z.B. die Idee von Reclaim Social Media.
Meine Hauptaktionsplattform ist schon lange nicht mehr mein Blog sondern Twitter. Ich fühle mich da wohl und ich denke nicht, dass ich alle in mein Blog zurück holen muss. Genauso gerne mag ich Instagram. Sogar das böse Facebook gefällt mir als Diskussions- und Austauschplattform.
Bis zur re:publica 2012 fand ich Blogs auch wahnsinnig wichtig. Dann hab ich das YouTube Panel gesehen und seitdem weiß ich: Oma Nuf hat da irgendwie was verpasst. Was Reichweite angeht, sind Blogs in Deutschland eher unwichtig.
Reichweite ist natürlich nicht alles. Ich möchte nicht sagen, dass mir Reichweite egal ist (ich freue mich immer über viele LeserInnen und Likes, weil ich bin ja internetsüchtig), aber ich glaube man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass Blogs im Vergleich zu YouTube doch eher unwichtig für die Social Media Landschaft sind.

Wenn man nun eher über den qualitativen Austausch sprechen möchte statt über bloße Reichweite, dann ist meine Erfahrung: Die Zielgruppe ist über unterschiedliche Plattformen verteilt.

Was ich noch im Kopf habe, ist dass neulich instagram Twitter in Sachen Nutzerzahl überholt hat. Was ich auch im Kopf habe, ist dass es sich nicht wirklich (monetär) lohnt in eine Facebook-Präsenz zu investieren (es sei denn man hat vor für immer Geld dort auszugeben). Also ja, Facebook kann man offenbar vernachlässigen wenn es um die Erhöhung der Reichweite geht, aber ich finde nicht, dass man sich auf Blogs beschränken soll. Gute Diskussionen finden auch auf Facebook statt – weil man da mehr als 140 Zeichen verwenden kann (in meiner Wahrnehmung). Es wird differenzierter diskutiert und es bringen sich Menschen ein, die vielleicht nicht unbedingt zur eigenen Filterbubble gehören. Aus Sicht der Leserin finde ich sogar, dass es viel einfacher ist auf Facebook zu kommentieren. Da gibt es keine weiteren Einlog-Hürden und ich kann meine Kommentare sogar nachträglich bearbeiten – was die meisten Blogkommentarsysteme nicht zulassen.

Damals™ als die Social Media Landschaft noch nicht so vielfältig war, da war das vielleicht anders. Jetzt erscheint es mir nicht nachvollziehbar sich aufs Blog zu beschränken. Nicht mal wenn es ums Geldverdienen geht. Selbst da sind die Möglichkeiten vielfältig und ich nehme z.B. wahr, dass instagram zunehmend werbend genutzt wird. Wenn ich mal raten müsste welche Blog-Genres in Deutschland überhaupt Geld verdienen, dann sind das die Technik- und Modeblogs und die beschränken sich ganz sicher nicht auf ihre eigene Plattform.

Auch was die Zugriffszahlen angeht: Man kann über Piwik die Seitenabrufe im RSS Reader miterfassen und in die Zugriffsstatisk einrechnen und dann im Media Kit auszeichnen. Warum sollte man zusätzlich aufs Blog klicken, wenn man den Artikel im RSS Reader gelesen hat?
Ich bin sehr dafür die Nutzer da abzuholen wo sie sich wohl fühlen und lieber neue Wege der Erfassung zu finden als LeserInnen dazu anzuhalten aufs Blog zu klicken.

Die Werbemöglichkeiten werden sich dem Nutzerverhalten anpassen und nicht umgekehrt.

Zeiten ändern sich.

Ansonsten: Was Credits vergeben angeht: Bitte immer sehr gerne.
Wenn man etwas teilt, nach Möglichkeit immer mit Quelle. Das ist nicht immer leicht, aber zumindest via xy geht bzw. wenn man etwas direkt bei jemanden gefunden hat, dann eben von xy mit direkten Verweis.
Ansonsten schüttet die Menschen mit Liebe zu. Internetliebe hat viele Erscheinungsformen. Für mich persönlich kann ich kaum eine Wertigkeit entdecken. Unabhängig von der Plattform freue ich mich über Likes, Shares und Kommentare.

Mein Fazit wäre deswegen. Die Social Media Landschaft ändert sich. Egal wo, geht respektvoll miteinander um, nennt Quellen, verbreitet <3. Und als BloggerIn: Geht dahin wo eure LeserInnen sind.

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