108464197109381064

Als Albert Camus sich Gedanken zum Absurden gemacht hat, war er zweifelsohne dort, wo ich mich gerade befinde. In einem mir namentlich nicht bekannten Dorf eine Stunde HINTER Bonn. Genauer gesagt im Hotel „Weißes Kreuz“. Es gibt hier kein Telefon. Es gibt ein Bett. Das ja. Alles andere ist Schein. Wie beispielsweise die Wände. Wenn ich genau hinsehe, kann ich sehen, wie mein Zimmernachbar sich in seinem Raum bewegt. Die Hinfahrt war ebenfalls kafkaesk. Es hieß „You’ll be picked up at the station“. Bepackt wie eine Ameise (sprich, ich habe ca. das fünfzigfache meines Eigengewichts getragen) stehe ich am Bahnhof und werde „abgeholt“. „Hallo, bitte folgen Sie mir!“ und so folge ich dem Mann, 2750 kg schleppend, bis wir am schönen Hotel ankommen. Dort darf ich ob meiner niederen Hierarchiestufe nicht bleiben. Mit anderen Unwürdigen werde ich mit dem so called Bustransfer in das naheliegende namenlose Dorf gebracht. Der Fahrer kennt sich leider nicht aus und entschließt sich nach einer halbstündigen Suche an einer Tankstelle zu halten und nach dem Weg zu fragen. Wir bekommen das Hotel gezeigt, halten aber nicht an. Denn der durch die Organisatoren vorgegebene Plan lautet: die Leute zum Bahnhof bringen. Dort werden wir ausgesetzt und müssen unserer Orientierungsvermögen in einem 30 Einwohner umfassenden Einstraßenort unter Beweis stellen und den ganzen ver******** Weg zu Fuß zurück zum Hotel gehen. Die Überlebensstrategie für alles Folgende habe ich aus dem Sisyphosbuch: Ich muss der Situation eine angemessene Verachtung entgegen bringen, dann kann sie mir nichts anhaben.

Als Albert Camus sich Gedanken zum Absurden gemacht hat, war er zweifelsohne dort, wo ich mich gerade befinde. In einem mir namentlich nicht bekannten Dorf eine Stunde HINTER Bonn. Genauer gesagt im Hotel „Weißes Kreuz“. Es gibt hier kein Telefon. Es gibt ein Bett. Das ja. Alles andere ist Schein. Wie beispielsweise die Wände. Wenn ich genau hinsehe, kann ich sehen, wie mein Zimmernachbar sich in seinem Raum bewegt. Die Hinfahrt war ebenfalls kafkaesk. Es hieß „You’ll be picked up at the station“. Bepackt wie eine Ameise (sprich, ich habe ca. das fünfzigfache meines Eigengewichts getragen) stehe ich am Bahnhof und werde „abgeholt“. „Hallo, bitte folgen Sie mir!“ und so folge ich dem Mann, 2750 kg schleppend, bis wir am schönen Hotel ankommen. Dort darf ich ob meiner niederen Hierarchiestufe nicht bleiben. Mit anderen Unwürdigen werde ich mit dem so called Bustransfer in das naheliegende namenlose Dorf gebracht. Der Fahrer kennt sich leider nicht aus und entschließt sich nach einer halbstündigen Suche an einer Tankstelle zu halten und nach dem Weg zu fragen. Wir bekommen das Hotel gezeigt, halten aber nicht an. Denn der durch die Organisatoren vorgegebene Plan lautet: die Leute zum Bahnhof bringen. Dort werden wir ausgesetzt und müssen unserer Orientierungsvermögen in einem 30 Einwohner umfassenden Einstraßenort unter Beweis stellen und den ganzen ver******** Weg zu Fuß zurück zum Hotel gehen. Die Überlebensstrategie für alles Folgende habe ich aus dem Sisyphosbuch: Ich muss der Situation eine angemessene Verachtung entgegen bringen, dann kann sie mir nichts anhaben.

108464163685074193

Der zweite Tag beginnt mit einem pompösen Frühstück. Am Büffet befinden sich zwei Platten. Die Frage lautet: Mettwurst oder Käse. Über etwas anderes muss ich mir zum Start des Tages keine Gedanken machen. Ob ich Kaffee oder Tee zu mir genommen habe, ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht geklärt.
Das ist ein Kontaktseminar. Also muss ich bereits um 7.30 Uhr mein Namensschild tragen. Wir duzen uns alle. Manche Teilnehmer reden bereits um diese Uhrzeit so viel, dass ich meine Hand immer wieder abhalten muss in den Serviettenstapel vor mir zu greifen und selbigen als Dämmmaterial zu entfremden. Die Finnin, die bereits am gestrigen Abend einen Sprung in ihrer Schallplatte hatte, sitzt auch am Frühstückstisch. Seit über 16 Stunden wiederholt sie ihren einstudierten Satz: „Hello,areyoufromacraftsandartschoolnoohthatsapityohhelloareyoufromacraftsandartschoolnooh“ tbc
Den Rest des Tages hänge ich mich an einen Esten mit dem landestypischen Namen Giancarlo. Wir trinken finnischen Lakritzschnaps und ein norwegisches Gebräu, das mich stark an Hustensaft erinnert. Giancarlo sagt, dass man in Estland dazu „Kleber“ sagt. Estnisch ist übrigens so kompliziert, dass die Esten es auch nicht so gut beherrschen.

Der zweite Tag beginnt mit einem pompösen Frühstück. Am Büffet befinden sich zwei Platten. Die Frage lautet: Mettwurst oder Käse. Über etwas anderes muss ich mir zum Start des Tages keine Gedanken machen. Ob ich Kaffee oder Tee zu mir genommen habe, ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht geklärt.
Das ist ein Kontaktseminar. Also muss ich bereits um 7.30 Uhr mein Namensschild tragen. Wir duzen uns alle. Manche Teilnehmer reden bereits um diese Uhrzeit so viel, dass ich meine Hand immer wieder abhalten muss in den Serviettenstapel vor mir zu greifen und selbigen als Dämmmaterial zu entfremden. Die Finnin, die bereits am gestrigen Abend einen Sprung in ihrer Schallplatte hatte, sitzt auch am Frühstückstisch. Seit über 16 Stunden wiederholt sie ihren einstudierten Satz: „Hello,areyoufromacraftsandartschoolnoohthatsapityohhelloareyoufromacraftsandartschoolnooh“ tbc
Den Rest des Tages hänge ich mich an einen Esten mit dem landestypischen Namen Giancarlo. Wir trinken finnischen Lakritzschnaps und ein norwegisches Gebräu, das mich stark an Hustensaft erinnert. Giancarlo sagt, dass man in Estland dazu „Kleber“ sagt. Estnisch ist übrigens so kompliziert, dass die Esten es auch nicht so gut beherrschen.