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Projekttreffen überstanden und mal wieder die Geschichte des Hundes meines Vaters zum Besten gebracht. Der furchtbare Hund heisst „Lady“ (was es unglaublich erniedrigend macht, ihn im Park zu rufen). Zu allem Überfluss hat der Hund Fleischallergie. In der ersten Woche, in der er mir anvertraut wurde, habe ich alle Anweisungen befolgt und dem Köter täglich frische Zucchini, Möhren und Reis gekocht. In der zweiten Woche verfütterte ich versuchsweise das bewährte Chappi. Leider bekam Lady davon Haarausfall. In der dritten Woche nahm mein Vater schweigend einen nackten Hund in Empfang. Ich hätte das nicht tun sollen, denn der Hund mutierte nach Absetzen seines gewohnten Diätprogramms zur Kuh. Ich hatte ihn zum Lernen in der Wiese angepflockt. Die Töle hatte nichts anderes zu tun, als die Wiese zu mähen und dann kiloweise halbverdautes Gras in meine Wohnung zu kotzen. Was für ein herzallerliebstes Haustier.

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„Am Spielstand wird sich nicht mehr viel ändern, es sei denn es schießt einer ein Tor.“
Zitat Franz Beckenbauer

Wem es noch nicht aufgefallen sein sollte … Otto Rehhagel ist auch auf dem Retrotrip. Es scheint mir ein wenig als verfolge er diesen Trend schon seit einigen Jahrzehnten. Aber seine Frisur finde ich zeitlos schick. Auch hat mich gestern der Kommentar des völlig aufgelösten Fußballreporters bewegt: „Otto Rehhagel sieht nicht aus als ob er sich freut! Nein, es sieht aus als wenn er mit beiden Händen Glühbirnen eindreht!!!“ Ich wünschte, es gäbe eine Seite auf der die ganzen Spiele der EM transkribiert sind…
Ottoooooo!

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Als ich im Spiegel zufällig den Biltzerzeuger gegen Demonstranten (nur 50.000 Volt) sah, fiel mir eine weitere Geschichte ein. Vor einem Jahr wohnte ich noch im pittoresken Moabit. Die wildesten Geschichten wurden mir über die Gefährlichkeit dieses Bezirks von allen Seiten zugetragen. Passiert ist nie etwas. Experimentellerweise haben wir beispielsweise nach Einzug in die Wohnung (alles stand schön verpackt in den Innenräumen) vier Stunden lang die Tür offen gelassen. Als wir wiederkehrten, saß unsere Nachbarin im Klappstuhl vor dem Eingang und berichtete uns stolz, dass niemand etwas entwendet habe. So viel als Vorspann. Ich habe mich deswegen zu allen Tages und Nachtzeiten stets ungezwungen durch diesen Stadtteil bewegt. An einem Wochenende im November entschloss sich eine Freundin mich spontan zu besuchen. Da sie aus dem Süden Deutschlands anreiste, wurde es sehr spät. Es war bereits dunkel, als sie ihren Appetit kundtat. Wir liefen also die Turmstraße entlang um dort eine nächtliche Pizza zu verspeisen als sie plötzlich hell begeistert ruft „OHHHH! Schau mal da!“ Ihre Stimme legte nahe, dass sie gerade eine Sternschnuppe oder aber das Christkind gesehen hatte. Ich blicke also in die angedeutete Richtung und was sehe ich? Dreißig schwer bewaffnete Polizisten, mit Helm und allen anderen erdenklichen Schutzaccessoires. Sie rennen genau auf uns zu und biegen mit Geschrei rechts vor uns ab, treten eine Tür ein und … die ersten Schüsse fallen. Ich packe also meine Freundin an der Hand und rufe: „Los! Lauf!“ Als wir also die Turmstraße wie die Irren entlang rennen, repetiert sie: „Nicht weglaufen, wenn wir weglaufen, denken die wir haben was damit zu tun, dann schießen sie uns bestimmt in den Rücken.“ Klar, so macht das unser Schutzdienst. Schießt grundsätzlich auf weglaufende, junge Mädchen. Sie liegt mir bis heute in den Ohren, dass wir aufgrund meiner Fahrlässigkeit fast erschossen worden wären. Das ist also der Dank dafür, dass ich ihr Leben rettete.

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Achtung. Das ist eine Werbeunterbrechung für eine fremde Seite -> mein zukünftiger Ehemann schrieb folgendes

/Hm. Eben bin ich durch die Wilmersdorfer gelaufen und höre schon von weitem die üblichen Geschäftseröffnungsgeräusche: Eine mittelschlechte Band, ein Glücksradkommentator und Propagandisten, die irgendwas zu verticken versuchen. Ach ja, fällt mir da ein, FIELMANN eröffnet heute seinen „MEGASTORE“. Wie man mit ein paar blöden Brillen einen Megastore aufziehen will, habe ich mich schon nach der dauernden Ankündigung im Radio gefragt. Meine
Vermutung: Wir haben unterschiedliche Vorstellungen von MEGA~, der Herr Fielmann und ich. Aber. Jetzt wollte ich diese meine Annahme überprüfen. War aber nix mit überprüfen. Vor dem Laden befanden sich nämlich drei Schlangen (in Worten: 3!) – und zwar nicht Reptilien, sondern hintereinander in Wartehaltung anstehende Menschen, jeweils etwa 40m, also jeweils ca. 60 Leute (hab nicht gezählt).

Fragezeichen??? Unsereiner versteht ja schon nicht, was an irgendeinem blöden Laden so interessant sein soll, daß man überhaupt dafür anstehen würde. Aber gleich DREI Schlangen?

Bei genauem Hinsehen ergibt sich: Nur eine Schlange führt überhaupt zur Tür des Geschäfts. In einer Schlange warten die Leute nur darauf, an einem Glücksradspiel teilnehmen zu dürfen. An der dritten ist überhaupt nichts zu sehen, sie endet vor einem runden Stehtisch mit ein paar blauen Anzugträgern auf der anderen Seite (also: Die Anzüge waren blau), deren Tätigkeit nicht erkennbar ist.

Haben die Leute nix zu tun? Oder besser: Haben so viele Leute nichts zu tun? Oder noch genauer: Haben so viele Leute nichts sinnvolles zu tun?

So langsam erschließt sich mir die Zuschauerschicht der Nachmittagstalkshows und Vorabendserien. Und ich hatte das für ein Phänomen meiner sehr abgelegenen Heimatstadt in der Provinz gehalten, wo wirklich nichts anderes passierte, als daß vielleicht alle drei Jahre mal ein Supermarkt eröffnete und sich die Leute davor drängelten, weil die sich zwischen Hausputz und Einkauf kaum andere sinnvolle Beschäftigung ausdenken konnten. Das waren allerdings andere Zeiten: Damals, zu Beginn der siebziger Jahre, gab es noch keine
Fernsehprogramme around the clock, und selbst von diesen nur drei, es gab keine Computerspiele, nicht mal einen vernünftigen Buchladen in der Ortschaft, keine Handys, CDs und auch die Individual-Motorisierung war nur halb so weit wie heute, es gab keinen Zoo, keine Museen, und nur zwei mäßig gute Cafes, in denen sich wohlhabende Rentnerinnen trafen.

Jetzt stehe ich also hier, mitten in der Großstadt, anfangs des 21. Jahrhunderts, vor einer Menschenschlange, die dringend Einlaß in einen Brillensupermarkt begehrt und dafür die Zeit aufwenden will, mit der sie wirklich nichts besseres anzufangen weiß. Ob Herr Fielmann und ich unterschiedliche Vorstellungen von MEGA haben, werde ich nicht erfahren. Zum einen handelte es sich um einen freudschen Hörfehler meinerseits – in der Werbung war nämlich nur ein SUPER-Store angekündigt, nix MEGA. Und außerdem ist es mir zu blöd, mit diesen Dummbeuteln so lange anzustehen, bis genug andere Hohlbrote den Laden verlassen haben, damit Platz für uns wird. Der Laden wird ja nächsten Montag auch noch existieren./

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Oh. Muss ich jetzt sterben? 17 meiner 25 Flip-Flops sollen laut ÖKO-Test giftig sein. In manchen soll sogar Zinn enthalten sein. Ich frage mich gerade, ist Zinn nicht auch in meiner überteuerten Antifaltencreme enthalten? Dann muss ich die Dinger also gar nicht entsorgen sondern ich reibe sie mir so lange ins Gesicht bis sie aufgebraucht sind. Sollte es nicht Zinn gewesen sein, verursacht das regelmäßige Insgesichtreiben der Schuhe sicherlich einen schnellereren Tod als wenn ich die Schadstoffe nur durch kleine Stelle zwischen den Zehen aufnehme.
Was wird auf meinem Grabstein stehen?

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Der Tag danach ist immer ein Graus. Sojasoße scheint den Flüssigkeitsanteil im Körper um weitere 40% zu erhöhen. D.h. ich bin mehr Wasser als Mensch und meine Augen sind so geschwollen, dass es an ein Wunder grenzt überhaupt noch etwas sehen zu können. Dennoch konnte ich durch meine kleinen Guckluken in der U-Bahn Sonderliches beobachten. Da sitzt eine aufgetakelte junge Dame und liest irgendein Schundblatt (Berliner Kurier?). Neben ihr ein seriöser Herr in Anzug. Er hält vor sich doch allen Ernstes einen Sammelband „Kritik der reinen Vernunft. Kritik der praktischen Vernunft. Kritik der Urteilskraft“. Da starrt er also drauf und ganz ehrlich, er sieht sehr gelangweilt aus. Seine Augen bewegen sich auch gar nicht mit den Zeilen. Nach einigen Minuten bemerkt er die Lektüre seiner Nachbarin und beginnt aufmerksam darin zu lesen. Sein Gesicht hellt sich auf. Als die Frau nach ca. fünf U-Bahnstationen (!) endlich die Doppelseite gelesen hat und umblättern will, schnellt reflexartig die Hand des Mannes nach vorne und ihm entfährt ein „Hey! Aber ich bin doch noch gar nicht fertig!“
Das kommt davon wenn man Kant liest. Man sollte sich an die Engländer halten, wenn sie sagen: traue keinem Philosophen wenn er [KANT] heißt.

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Ich fühle mich wie eine gemästete Weihnachtsgans. In mir befinden sich mindestens sieben verschiedene Sushivariationen und eine unglaublich große Portion Häagen Dasz. Das alles habe ich wahllos in mich gestopft, weil ich den halben Abend Luis Figo anhimmeln musste. Das Dramatische daran ist, als ich die Lokalität verließ, führte Portugal. Da ich keinen Fernseher besitze, muss ich jetzt bis morgen bangen, ob ich ihn jemals wieder sehe. Der gute Herr kommt nun ja auch langsam in die fußballuntauglichen Tage. Es gibt eben doch gute Gründe warum Frauen sich für Fußball interessieren. In diesem Zusammenhang existiert eine Statistik, die belegt, dass der Anteil an weiblichen Fußballinteressentinnen um 30% zugenommen hat. Ich partizipiere also lediglich an einem Trend.
Die erste Hälfte des Abends habe ich damit verbracht verschiedene Restaurants auf ihre Projektgruppenabschlussveranstaltungstauglichkeit zu prüfen. Es ist immer wieder erstaunlich wie Äußerlichkeiten die Freundlichkeit des Personals beeinflussen. Tauche ich im Anzug auf, werde ich geführt und man reicht mir diverse Menüvorschläge. Erscheine ich indes im zerknitterten Freizeitlook, kann ich gefälligst selbst schauen, ob es angemessene Plätze gibt.
Das große Erfolgserlebnis des Monats Juli befand sich heute morgen in meinem Mailfach. Ich bin ab morgen Monatsgroupie des I.Z.E.T.I.T.. Damit kann ich mich entspannt zurück lehnen und mir ein neues Projekt ersinnen. Da mein Nachbar Groupie des vergangenen Monats war, muss ich ihn gleich morgen früh kontaktieren und befragen, wie er mit Autogrammwünschen verfuhr.