Rosige Zukunftsaussichten

Manchmal habe ich böszungige Gedanken und das obwohl ich mich vordergründig sogar als glücklich und ausgeglichen bezeichnen würde. Z.B. saß ich gestern an einem großen gedeckten Tisch mit Freunden. Die Kinder hampelten unter dem Tisch herum und wir stopften und rund zwei Stunden Steak um Steak rein. Während ich also freudestrahlend in die Runde blickte, kam mir plötzlich in den Sinn, wann wir uns alle wieder scheiden lassen. Nicht dass wir im Moment verheiratet wären. Aber nach der schlagartigen Vermehrung im letzten Jahr folgt konsequenterweise das amtlich anerkannte Jawort.
Bei so was reicht es meistens, dass ein Paar den erste Schritt wagt. Ist diese Schwelle erst mal überschritten, so greift das Heiraten wie eine ansteckende Krankheit um sich.

Im Moment grillt man ja gemeinsam. Vater, Mutter, Kind. Ich schätze, wenn wir um die 40 sind, dann isst man wieder nur Salat, weil die Kerle mit irgendwelchen Tussis rummachen, die ihnen versichern schon zwanzig zu sein. Dann sitzen wir Frauen da, bestimmt alle mit dem 2. Kind im Vorschulalter, mümmeln Salat und lästern über die Typen. Dabei haben wir alles gegeben. Unsere Karriere, unsere Jugend, sogar den Humor und die Lebensfreude.
Dann verbringt man zehn neurotische Jahre mit den Kindern, bis die einen ebenfalls genervt verlassen. Am Ende bleibt dann nur noch das Haustier. Wenigstens gelingt da den wenigsten die Flucht.

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

17 Gedanken zu „Rosige Zukunftsaussichten“

  1. Eigentlich ist es reichlich blöd, erst Kinder zu kriegen und dann zu heiraten, Frau spart immerhin reichlich Steuern, während der Mann zu Hause das Babyjahr abrackert. (oder umgekehrt, soll’s auch geben)

    Insgesamt wird Heiraten aber gesellschaftlich überbewertet, wenn du ein Kind hast oder zusammen wohnst, ist eine Trennung ohne Trauschein genauso bescheiden wie mit. Heiraten ist vor allem was für Romantiker, eine Spezies, die im urbanisierten Alltag evolutionstechnisch allmählich vom coolen Rationalisten verdrängt wird. Ist das nun schade oder gut? Da werden sich die Geister dran scheiden. (sorry für den Kalauer am Schluss)

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  2. Das nächste Mal, wenn Deine böse Zunge so Gedanken ans Hirn schickt, dann sagst Du mir Bescheid, ja? Dann können wir entweder gleich gemeinsam vom Balkon springen oder ich klatsch Dir ’n Stück Bauchspeck vom Teller annen Kopp. Soll auch beim Aufwachen helfen, hab ich mir sagen lassen.

    (klar hat man so Gedanken mal. Aber wenn man die ernst nimmt, kann man sich ja gleich nen Strick nehmen. Womit allerdings auch wieder ein Rentenproblem weniger am Start wäre, praktisch gedacht.)

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  3. Hört sich nach konkretem Anlass an. freunderhasenpfote, hast du dir was zu Schulden kommen lassen? Ist das die Angst, die die Frauen davor bewahrt, Kinder zu bekommen und zu heiraten (siehe martha), weil man dann sein „LEBEN“ hergibt (Humor usw.).

    Ich kann die Frauen trösten, Angst, Einsamkeit und heulen ist auch Leben. Und davon könnter jede Menge haben, wenn ihr euch den richtigen Mann raussucht! Ist dann halt ein Scheissleben, aber besser als keins.

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  4. @freundderhasenpfote: Quark, Frauen sind genauso dafür verantwortlich. Hab jetzt nur „Männe“ geschrieben, weil ich heterosexuell bin. Wäre ich bi oder emanzipiert, hätte ich natürlich auch noch „Frau“ erwähnt. :)

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  5. öhm ja so könnte es laufen. Oder auch nicht.
    Andere Frage: Wie heisst eigentlich „das Kind“
    liebe Grüsse
    ein treuer Leser der das Nuf aus sicherer Distanz sehr liebt

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