[Werbung] Gegen die Altersarmut

Altersarmut
Das ist meine Aussicht ab 1.8.2042 vom Balkon mitten in Berlin. VR sei Dank. Quelle: Unsplash.com

Ich bin eine ziemlich gute Partie. Zumindest perspektivisch. Also in ungefähr 25 Jahren. Am 1.8. 2042 beginnt nämlich meine Rente und sofern ich da überhaupt noch lebe, werde ich ein gutes Leben haben.

Mein Bild vom Alter sieht so aus: Ich bin ein wenig schrullig geworden, sitze mit meiner VR-Brille in einem großen Sessel auf meinem Balkon im Zentrum von Berlin und schaue direkt auf einen wunderbaren See, im Hintergrund die Berge. Wenn ich mir genug Natur angeschaut habe, setze ich die VR-Brille ab und gehe im Seniorenclub nebenan Karten spielen.

Abends schreibe ich dann einen Brief an mein jüngeres Ich:

Liebe Patricia,

das Leben ist eine Verkettung von (glücklichen) Zufällen und auch ein wenig Willen und Disziplin. Damit es am Ende gut ausgeht, braucht man immer beides.

Ich kann Dir nur sagen: dass Du Dich in deinen späten 20ern in einen Finanzberater verliebt hast, war echtes Glück! So war das Thema Altersvorsorge gleich zu Beginn Deiner Berufstätigkeit abgehakt.

Nein, Spaß beiseite. Der Typ war wirklich gut und wichtig für dein kommendes Leben. Er hat Dich dafür sensibilisiert, dass Deine gesetzliche Rente ganz sicher nicht ausreichen wird, um Deinen Lebensstandard zu halten.

(Immerhin hast Du eine gesetzliche Rente! Vielleicht war Dein Leben als Angestellte nicht immer die totale Erfüllung und Du konntest nicht Deinen Passionen nachgehen, aber hey: wenigstens einen Grundbaustein zur Rente hast Du Dir damit gesichert.)

Sehr früh damit anzufangen eine zusätzliche, private Rentenversorgung aufzubauen, war eine sehr gute Entscheidung!

Glück war auch, dass Du in Berlin wohnst. Berlin ist im Vergleich zu anderen Städten relativ günstig was die Lebenshaltungskosten angeht – und – noch wichtiger: aus der Ostgeschichte heraus, sind die Kinderbetreuungsmöglichkeiten hervorragend gewesen. Du konntest nach 12 Monaten Elternzeit wieder arbeiten gehen und auch in der Schulzeit waren die Kinder durch den Hort gut betreut. Die Versorgungslücke wurde also trotz der Elternzeit nicht zu groß. Denn selbst in der Elternzeit konntest Du dank Elterngeld weiter sparen.

Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, war nicht immer leicht. Gerne hättest Du weniger gearbeitet, aber das war nicht möglich (und womöglich wärst Du den Kindern nur auf die Nerven gegangen…).

Ende 20 hast Du also angefangen kleine Beträge in die Altersvorsorge zu stecken. Mit Anfang 30 hast Du Dich nochmal mit dem Thema Riester und Rürup auseinandergesetzt. Auch an eine Pflegeversicherung hast Du gedacht. Die Kinder wissen Bescheid: Im schlimmsten Fall ist Geld da, um Dich pflegen zu lassen. Du sagst ihnen immer wieder: Ihr müsst mich nicht selbst pflegen, aber ihr könnt mich gerne im Pflegeheim besuchen.

Manchmal fandest Du es absurd wie viel Geld jeden Monat ins vermeintliche Nichts verschwindet. In eine weit weg liegende Altersvorsorge. In eine Zukunft, die Du nicht kennst. In eine Zukunft, von der Du nicht mal weisst, ob sie stattfinden wird.

Aber stell Dir vor: Deinem Zukunfts-Ich geht es deswegen gut! Ich wohne noch in der selben Wohnung wie Du damals und habe genug Platz, so dass die Kinder und Enkelkinder zu Besuch kommen können.

Du hast wirklich Glück gehabt! Trotz Kinder und Scheidung musst Du nicht in Altersarmut leben.

Ein Aufzug wurde immer noch nicht gebaut. Aber ich kann mir den Lieferdienst für Essen und Getränke leisten [1].

Also: Halte durch. Was Du tust, ist richtig!

Herzliche Grüße

Dein Zukunfts-Ich


[1] P.S. Die Zukunft wird Dir gefallen. Sie liefern mit Drohnen direkt auf Deinen Balkon. Sie haben die ersten beiden Male Deine Clematis etwas angesägt, aber ab da hat alles gut geklappt.

Dieser Beitrag ist ein Werbebeitrag im Rahmen der Aktion „Gegen die Altersarmut“ der Stuttgarter Lebensversicherung. Auf den Seiten sind wichtige Informationen zum Thema Rente und Altersarmut zusammengestellt – wirklich berührt haben mich die vier Briefe von zwei SeniorInnen an ihr jüngeres Ich, weil sie sehr gut zeigen, dass das Leben oft nicht so verläuft, wie gedacht. Gerade für Frauen ist das Thema Altersarmut sehr wichtig.

Das Rentengefälle zwischen Mann und Frau ist laut OECD nirgends so hoch wie in Deutschland. Frauen erhalten im Schnitt nicht mal 60% der gesetzlichen Rente, die Männer erhalten.

Zehn Prozent der Frauen in Deutschland leben jetzt schon in Altersarmut. Im weit verbreiteten Versorgermodell entwickelt sich fast zwangsläufig eine Versorgungslücke. Viele Frauen verlassen sich darauf, dass sie im Alter vom Mann mitversorgt werden. An Scheidung, Tod des Partners oder Krankheit mag niemand denken.