[Werbung] Holt euch den SUPER-FERIEN-PASS (Berlin)

SUPER-FERIEN-PASS für Kinder bis 11

Ich habe gerade nachgedacht, wie die Überschrift des Artikels lauten sollte und mir dann nochmal den Artikel über den Familienpass durchgelesen. Normalerweise bin ich vorsichtig mit uneingeschränkten Empfehlungen, aber in beiden Fällen kann ich sagen: als Familie mit Kindern in Berlin, ist man quasi dumm, wenn man die beiden Pässe nicht hat.

Was ist der SUPER-FERIEN-PASS?

Der SUPER-FERIEN-PASS ist, wie der Name es schon vermuten lässt, ein Gutscheinheft für Kinder bis 11 sowie Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren und gilt jeweils in den Ferien. D.h. konkret, er gilt in den Sommerferien 2016, in den Herbstferien 2016, in den Weihnachtsferien 2016/2017, in den Winterferien 2017, in den Osterferien 2017 und in den Pfingstferien 2017.

Er kostet 9 Euro und damit ist im Grunde schon alles gesagt und beworben: Er enthält nämlich eine Badekarte der Berliner Bäde-Betriebe.

Ab 5 Jahren zahlen Kinder in den Berliner Bädern zwischen 3,50 und 5,50 Euro Eintritt. Das ist, wie ich finde, eine Menge Geld.

Man stelle sich jetzt vor, die Kinder verbringen einen Großteil der sechswöchigen Sommerferien in Berlin und möchten gerne jeden dritten Tag schwimmen gehen – so unrealistisch ist das nicht – ich habe früher in den Sommerferien nichts anderes gemacht. Da ist man schnell bei über 50 Euro Eintrittsgeld – was natürlich irre ist.

Mit der Badekarte des SUPER-FERIEN-PASS erhalten die BesitzerInnen in den Ferienzeiten freien Eintritt für alle Hallen-, Frei- und Sommerbäder.

Die Badezeiten sind in den Frei- und Sommerbädern nicht begrenzt. Für die Hallenbäder und die sogenannten freizeitorientierten Bäder gilt „Verlassen des Bades bis 14 Uhr“.

Bäderkarte
Quelle: Pixabay @mddawdy
Was ist sonst noch im SUPER-FERIEN-PASS?

Ermäßigungen für

  • Schwimmbäder, die nicht zu den Berliner Bädebetrieben gehören
  • Kletter und Boulderhallen
  • Bowling
  • Indoor-Spielplätze
  • Kartbahnen
  • Minigolf
  • Lasertag
  • Computermuseum

Für viele Angebote erhalten die Kinder sogar freien Eintritt (oft in Verbindung mit einem zahlenden Erwachsenen), dazu gehört z.B.

  • Tierpark
  • Zoo oder Aquarium
  • Sea Life
  • Planetarium am Insulaner
  • Berliner U-Bahn-Museum
  • Deutsches Technikmuseum
  • Glockenturm am Olympiapark
  • Museum für Kommunikation
  • S-Bahn-Museum

Ich kann wirklich nicht alles aufzählen – es sind schließlich fast 200 Angebote – am besten, ihr schaut selbst (z.B. die Ermäßigungen im Kinderteil).

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Der SUPER-FERIEN-PASS ist tatsächlich nicht nur wegen der Ermäßigungen toll. Man bekommt sehr viele Inspirationen, was man machen könnte – denn ganz ehrlich – Berlin bietet so viel – man verliert einfach schnell den Überblick oder erstarrt in Optionsparalyse.

Abgedeckt sind die Kategorien Sport/Spiel, Sehenswertes, Theater, Kino, Musik und Veranstaltungen. D.h. es gibt auch eine Menge Kurse, welche die Kinder während der Ferien belegen können.

Mit etwas Glück übrigens kann man auch bei den 200 Verlosungen, die der SUPER-FERIEN-PASS anbietet, eine Tagesfahrt, einen Workshop oder eine Eintrittskarte für eine der angebotenen Sport- und Kulturveranstaltungen gewinnen.

Meine Lieblingsgewinne sind z.B.

  • Faszination 3D Druck (Lerne 3D Druck kennen, entwerfe selbst ein Modell und experimentiere mit einem 3D-Scanner)
  • Roberta (baut und programmiert einen Lego-Roboter)
  • Praxis Workshop Videobearbeitung
  • GPS-Ralley durch den Spreewald
  • Zosch, Peng, Bähm! Deine Comics und Cartoons zeichnen
Ok und wo bekomme ich diesen SUPER-FERIEN-PASS?

Der SUPER-FERIEN-PASS ist seit Ende Juni erhältlich in Bürgerämtern, bei KAISER’S und in vielen Einrichtungen der Berliner Bäder-Betriebe. Details findet ihr auf den Seiten des JugendKulturService.

Mein Beleg-Exemplar möchte ich heute verlosen. Was ihr dafür machen müsst? Erzählt mir in den Kommentaren von eurem Lieblingsausflugsort mit Kind in Berlin

Was ihr tun müsst, um zu gewinnen:

  • verlost wird ein SUPER-FERIEN-PASS Berlin
  • der Pass wird verlost unter allen Kommentaren im Blog – beantwortet mir folgende Frage: Was ist euer Lieblingsausflugsort mit Kind in Berlin?
  • mitmachen können alle volljährigen natürlichen Personen
  • die Verlosung läuft bis zum 22. Juli um 23 Uhr
  • die GewinnerInnen werden ausgelost und per Mail benachrichtigt
  • der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen
  • erhalte ich innerhalb einer Woche keine Rückmeldung auf die Gewinnbenachrichtigung, verfällt der Gewinn

tldr: Mit dem SUPER-FERIEN-PASS bekommt man neben der Badekarte 180 Preisvorteile und kann an über 200 Verlosungen teilnehmen. Es gibt keinen Grund ihn nicht zu haben.

[Werbung] Holt euch den Berliner Familienpass

Am Samstag durfte ich eines der Angebote des Berliner Familienpasses ausprobieren. Wir nutzen den Familienpass seit einigen Jahren und ich verschenke ihn sehr gerne – denn aus unerfindlichen Gründen ist er noch relativ unbekannt – zumindest in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Der Familienpass kostet 6 Euro und gilt jeweils ein ganzes Jahr. Meiner Erfahrung nach lohnt sich der Kauf eigentlich schon wenn man einmal eine Ermäßigung in Anspruch nimmt.

Doch äh halt – von was rede ich da eigentlich?

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Der Familienpass ist ein Angebot des JugendKulturService Berlin und ist im Grunde ein Scheckheft mit rund 300 Ermäßigungen. Eine Ermäßigung betrifft beispielsweise die Berliner Bäderbetriebe. In meinem Fall zahle ich mit Coupon 5,50 Euro statt der regulären 11,50 Euro wenn ich mit meinen Kindern schwimmen gehe.

Ähnliches gilt für Zoo, Museen, Kinos, Eissporthallen, das FEZ, Bowling, zahlreiche Indoorspielplätze, viele Minigolfanlagen und und und (300 Stück eben!).

Kurz gesagt: Man kann in einem Jahr niemals alles schaffen, was der Familienpass bietet. Das muss man auch gar nicht, denn – wie gesagt – wenn man ein, zwei Sachen unternimmt, dann hat man die Investition wieder drin.

Spezielle Angebote gibt es außerdem für Familien mit geringem Einkommen. Dazu zählen z.B. Sonderverlosungen sowie eine Vergünstigung beim Erwerb der Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr.

Für wen ist der Familienpass?

Der Familienpass kann von Familien genutzt werden, die ihren Wohnsitz in Berlin haben. Unter Familie wird hier jede mögliche Eltern/Kind oder Großeltern/Enkelkind Konstellation gesehen.

Wo gibt es den Familienpass?

Unter anderem zum Beispiel

  • bei Getränke Hoffmann
  • bei Karstadt Sports
  • in Bürgerämtern und Bibliotheken
  • online

Wann gibt es den Familienpass?

Der Familienpass gilt immer vom 1.1. bis zum 31.12. eines jeden Jahres und ist ab Anfang Dezember erhältlich.

Und sonst so?

Besonders toll sind die Verlosungen, an denen man monatlich teilnehmen kann. Wir haben in den vergangenen Jahren schon großartige Erlebnisse gehabt und Angebote kennengelernt, die wir ohne den Pass niemals besucht hätten (das Musikinstrumenten-Museum oder das Phaeno** zum Beispiel).

Und pscht: Der Geheimtipp kommt jetzt -> Wenn man dem JugendKulturService auf facebook folgt, dann findet man dort oft kurzfristig Nachrückplätze für die Verlosungen.


Der Ausflug zum Märkischen Lamahof am Wochenende war zum Beispiel durch den Familienpass möglich. Die Kinder waren hin und weg, weil wir für die Wanderung ein eigenes Huarizo* bekommen haben, das die Kinder abwechselnd geführt haben. Mal abgesehen davon, dass die Lamas (und Alpakas) wirklich superniedliche Tiere sind, die  zum Teil aussehen wie überdimensionierte Pudel, war die Wanderung wahnsinnig informativ, weil die Betreiberin des Lamahofs eine Expertin sondersgleichen ist.

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Wir haben Mowgli, ein sehr geduldiges, etwas älteres Tier bekommen und nach einer kurzen Einweisung, durften sich die Kinder im Lamaführen üben. Am Anfang war das ein bisschen mühsam weil die Lamas wie kleine, sture Ponys alles fressen, was sie zwischen die Zähne bekommen und auch mal spontan stehen bleiben. Hier einen Brombeerstrauch, da ein wenig Klee, hmmm den Löwenzahn hatte es auch noch nicht und dort! saftige Wiese! Gelegentlich hüpfte unser Tier dann in die Sträucher rechts und links des Wegesrandes und rubbelte sich den Bauch.

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Ich bin immer wieder fasziniert wie Tiere und das Sorgetragen um Tiere auf Kinder wirkt. Das wilde Kind 3.0 wird zum sanften und einfühlsamen Gefährten, das seine Aufgabe sehr ernst genommen hat. Nach dem vierstündigen Ausflug war klar: „Mama, isch werde Lamahofbesitzer! Vorher kaufst Du mir aber noch zwei Lamas, weil die dürfen nisch alleine bleiben.“

Zuhause musste ich Lama und Alpaka Bilder ausdrucken und jetzt werden entsprechende Zeichnungen am Band produziert:

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Es hat wirklich großen Spaß gemacht und ohne den Familienpass hätte ich nicht mal vom dem Lamahof gewusst.

 

*Das ist eine Lama – Alpaka – Mischung

** Das Phaeno ist in Wolfsburg. Der Familienpass bietet auch Ermäßigungen für Angebote außerhalb Berlins (Eberswalde und Hamburg z.B.)


Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Familienpass und bewirbt ihn von Herzen.

Gestern habe ich Abitur gemacht

Gestern habe ich mein Abitur geschafft. Notendurchschnitt 2,0 nur – aber immerhin. Ich war reich und sehr gesund und bis zum Ende meines Lebens musste ich kein einziges Mal arbeiten. Ich hatte eine Luxuswohnung und einen Mann, der fast Bürgermeister geworden wäre. Die Flitterwochen auf der Insel waren, naja – nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte, denn man musste Elche abschießen – dafür hab ich mich aber tätowieren lassen. Ich war übrigens Wahlhelferin und Sie werden es nicht glauben, aber in der Chefetage wird geraucht, man trinkt Martini und im Hintergrund laufen asiatische Pornos, während man darüber diskutiert in was man die Steuergelder investiert.

Keine Sorge, ich bin nicht verrückt geworden, ich habe nur „Das Spiel des Lebens“ gespielt. (Wer denken könnte, dass das Spass macht, bitte nicht weiterlesen, am Ende werden Sie mich hassen, es sind nämlich alle Vorstellungen bereits ausverkauft).

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Es ist Samstag Abend, 19h, ich bin etwas aufgeregt. Gleich werde ich geboren. Die Tür ist eine pinkfarbene Vagina. Da muss ich erstmal durch. Auf der anderen Seite stehen zwei Leute und begrüßen mich: „Hallo! Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Geburt!“ Ich bin ein bisschen erleichtert, denn als ich durch die Vagina schritt, hatte ich Angst, dass ich womöglich mit einem Eimer glibbrigen, roten Schmodder überschüttet werde – für die Authentizität des Erlebnisses. Anstatt dessen darf ich mir ein Kärtchen ziehen, es wird ein Foto gemacht und man stellt mir die alles entscheidende Frage: „Wer willst du sein?“ PANIK, ICH MUSS JETZT WITZIG UND KREATIV SEIN. Hinter mir warten 29 andere Menschen gespannt auf ihre Geburt. „Patricia!“, platzt es aus mir. Herzlichen Glückwunsch, du bist so kreativ wie ein Käsebrötchen und zwar mit Butterkäse!1!!, denke ich mir.

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Ich schreibe den Namen auf mein Identitätskärtchen, es wird ein Foto von mir gemacht. Auf meinem Kärtchen steht, dass ich reich bin und vermutlich gesund, denn der Wert hinter dem Arztköfferchen beträgt 75. Bei der Sonne steht „0“. Gemeinsam mit den anderen frisch Geborenen beschließen wir, dass es um Karma geht, dass wir erst sammeln müssen. Die anderen Buchstabenkombinationen sagen mir nichts. Wir warten gemeinsam auf die Einschulung.

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Als alle MitspielerInnen geboren sind, geht die erste Tür auf. Über der Tür steht „Schule“. Unsere Lehrerin begrüßt uns und führt uns in einen kargen Raum mit Schulbänken. Die Fenster sind geschmückt mit selbstgebastelten Papierchen. Auf den Tischen sind Sprüche gekritzelt. Wir werden nach Status geordnet. Ich komme zu den Reichen ans Fenster. Die Armen – es sind viel mehr – teilen sich den knappen Platz auf der anderen Zimmerseite. Nach ein wenig Vorgeplänkel müssen wir den Abschlusstest machen. Wir erhalten einen Doppelbogen mit Aufgaben. Wir Reichen dürfen beginnen. Die armen Kinder fangen erst später an und müssen früher aufhören. Ich bin aufgeregt. Ich habe 15 Aufgaben zu lösen. Ich schaue mir zuerst die Bepunktung an und entscheide welche Aufgaben ich zuerst löse. Manche Fragestellungen verstehe ich nicht. Ich schreibe bei meinem Sitznachbarn ab. Der ist empört, aber was solls, es geht hier schließlich um meinen Abschluss.

13,5 Punkte habe ich am Ende. Das ist Abi mit Note 2,0. Ich bin peinlich berührt. Einige der armen Kinder haben bessere Noten, obwohl sie viel weniger Zeit hatten. Hoffentlich reicht das. Für was eigentlich?, der Referendar, der mir mein Abi überreicht, empfiehlt mir die Uni. Wir werden entlassen und dürfen in den nächsten Raum. Ich steuere auf die Uni zu. Ich sehe eine Bühne, eine Bar, viele verschlossene Räume: Amt, Bank, Fitnessraum, Nest, Krankenhaus, Raum der Stille, Chefetage…

In der Uni suche ich mir einen Studiengang. Endlich kann ich tun, was ich im echten Leben hätte tun sollen: ich strebe eine Karriere im Öffentlichen Dienst an. Dafür muss ich eine Liste auswendig lernen. Neben mir tippt einer auf der Schreibmaschine einen Text ab. Ein anderer schreit „Lass den Hass raus“. Zwei Menschen mit Schwimmärmchen steigen auf eine Leiter und singen. Es ist chaotisch. Egal, ich muss das nicht verstehen, ich muss diese Liste auswendig lernen. Zehn Minuten später bin ich so weit. Vorsichtshalber kritzele ich mir ein Akronym der Liste als Spickzettel auf meinen Handrücken. Es dauert ziemlich lange bis ich die Aufmerksamkeit der Leiterin der Uni auf mich ziehen kann. Ich werde immer aufgeregter. Was wenn ich den Test nicht bestehe?

„So, jetzt bitte auf die Leiter steigen! Ich bin jetzt bereit Ihre Prüfung abzunehmen“, sagt die Dame. Ich klettere die Leiter hoch. YES! Ich bestehe auf jeden Fall, oben kann die Professorin nicht sehen, wenn ich spicke, freue ich mich. Ich bin immer noch zittrig. „Welchen Tag haben wir heute?“, fragt die Professorin. „Samstag?“, antworte ich zögerlich. „Super, Sie können runter kommen, Sie haben bestanden!“ Ich bin empört! Aber die Liste! „Ich habe doch extra diese Liste auswendig gelernt?“ Die Professorin winkt ab: „Ach was! Für den öffentlichen Dienst muss man doch nichts können. Sie haben eine 1+ und 1.000 Karmapunkte extra.“ Sie scannt meine Identitätskarte und gibt irgendwas ein.

„Und jetzt?“, frage ich. „Ab zum Amt!“

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Ich laufe also zurück und klopfe zögerlich an die Tür auf der „Amt“ steht. Der Vorraum ist laut. Ich höre nicht, ob innen jemand antwortet und öffne zögerlich die Tür. Ich sehe: NICHTS. Gleißendes Licht blendet mich von vorne, der Raum ist mit Fäden verspannt, eine Stimme vom anderen Ende ruft: „Bitte erst eintreten, wenn Sie aufgerufen werden.“

Ich gehe wieder raus. Wenige Sekunden später kommt jemand aus dem Raum. Ich öffne die Tür und krieche unter den Fäden nach vorne. Eine streng dreinblickende Dame begrüßt mich. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ „Ich möchte eine Karriere im Öffentlichen Dienst anstreben.“ „So, so, zeigen Sie mal ihr Kärtchen“ Ich zeige mein Kärtchen, es wird wieder gescannt. „OHA!“ Die Dame ist angetan. „Sehr gut! Sie haben einen Abschluss mit eins, zwei, drei, vier, fünf, … zwölf Sternchen! Respekt!“ Ich bin etwas stolz. Öffentlicher Dienst, das war ja eigentlich schon immer mein Traum. Wir unterhalten uns wie schön und bereichernd es ist im Amt zu arbeiten. Schlussendlich bekomme ich eine Aufgabe. Ich erhalte eine laminierte Karte und soll draußen Leuten auf französisch erklären mit welcher Ausbildung sie an welchen Job kommen. „Ich kenne mich aus! Ich habe die ganze Liste auswenig gelernt!“, prahle ich. „Wirklich?“ Die Dame vom Amt strahlt mich an „Lassen Sie mal hören!“ Ich sage brav meine Liste auf – ohne spicken! Ich habs noch drauf, wie damals im echten Leben in der Schule. Ich bin die größte Auswendiglernerin sinnloser Fakten ever! Gut gelaunt krieche ich aus dem Zimmer. Draußen hab ich dann aber keine Lust zu arbeiten und setze mich erst mal an die Bar. Ich bin durstig und bestelle ein Wasser. Ein junger Mann setzt sich neben mich. „Hallo, ich bin Paul.“ Wir stellen uns vor, er lädt mich zu einem Bier ein. Paul will Bürgermeister werden. Ich soll seine Wahlhelferin sein. Ich denke an The Good Wife. Gerade hat sich die Staffel damit beschäftigt, Alicia zum States Attorney zu machen. Ich glaube, ich bin optimal für den Job vorbereitet. Ich willige ein. Ich werde Paul unterstützen. Stimmen für ihn sammeln. Ich bekomme dafür eine Luxuswohnung, das verspricht er mir. Paul sieht vertrauenswürdig aus. Per Handschlag bestätigen wir unseren Deal. Ich trinke mein Bier aus und krieche ins Amt zurück. Die Dame und ich sind bereits so gut befreundet, dass ihr gar nicht auffällt, dass ich faul war. Sie schenkt mir eine ihrer beiden Halsschleifen. Wir sind jetzt quasi Schwestern.

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Die Luxuswohnung hab ich schon mal in Aussicht, um in die Chefetage zu kommen, muss ich noch heiraten, erfahre ich. Also ab zum Speeddating. Während ich die Macarons, die da auf dem Tisch stehen, in mich rein schaufle, stelle ich meinem Gegenüber Fragen, die in kleinen rosafarbenen Umschlägen vor mir liegen. Der Typ scheint in Ordnung zu sein. Ich kann mir eine Hochzeit vorstellen (mal angesehen davon, die anderen Tische sind gerade leer, es gibt im Moment nur den einen und ich habe Karriereziele!).

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Wir stellen uns jeweils drei Fragen, dann ist klar, wir werden heiraten und zwar noch an Ort und Stelle. Diesmal sogar mit Goldringen. Das hat im echten Leben ja nicht geklappt. Die Zeremonie ist kurz, aber sehr romantisch. Wir müssen wieder zum Amt, um unser Dokument zu holen. Vor uns eine lange Schlange, als sich die Tür öffnet, greift mich mein Mann und zieht mich an der Schlange vorbei in den Raum. Hinter uns lauter Protest: „Hey! Wir warten viel länger!“ Mein Mann, er heißt übrigens Manfred, hat sich auf den Boden geworfen und robbt wie ein Soldat Richtung Amtsdame, ich staksel ihm würdevoll hinter her. Wir nehmen gemeinsam auf dem einen Stuhl, der da steht, Platz und erläutern unser Anliegen. Unsere Karten werden gescannt. „Jetzt noch das Ehegattensplitting“ stellt die Dame vom Amt fest und ich denke „Verdammte Scheiße! Schon wieder! Schon wieder nicht an dieses ******** Ehegattensplitting gedacht.“ Immerhin bin ICH reich und keine Ahnung was Manfred ist. Am Ende hab ich Glück, Manfred hat 100 Geld mehr als ich. Die Hochzeit macht mich also wenigstens nicht ärmer. Die Dame vom Amt bewirft uns mit Reis. „Herzlichen Glückwunsch. Sie können jetzt gehen!“ Wir kriechen wieder aus dem Amt.

Dann geht alles ganz schnell: Wir kaufen gemeinsam eine Luxuswohnung. Meinen Anteil des Geldes bekomme ich von Paul. Er hat es wirklich geschafft und ist Bürgermeister geworden. Die nächste Legislaturperiode kandidiert Manfred auch zum Bürgermeister und verliert knapp. Ich drücke ihn, das hat er nicht verdient. Der Arme! Auf der Bühne war er großartig. Wir entschließen uns erstmal Flitterwochen zu machen. Geld genug haben wir, wir wählen den Luxusurlaub. Wir kommen in einen Raum mit Sand am Boden, trinken scheußlichen Erdbeerprosecco und lassen uns Partnertattoos machen. Manfred ist ein echter Romantiker.

Im Grunde wars das – mein Leben. Zeit für Kinder hatte ich nicht. Als ich mal am „Nest“ klopfe, bin ich schon 45. Zu spät dafür. Manfred wird zwischenzeitlich krank und verschwindet ziemlich lange. Ich nutze die Zeit und schaffe es in die Chefetage. Wenn schon keine Kinder, dann Karriere. Dort setze ich mich für Bildung und eine bessere medizinische Versorgung ein.

Draußen setzt laute Musik ein. Es geht aufs Ende zu. Wir werden bald alle sterben, schreit es aus den Lautsprechern. Ich bekomme Panik. Ich war noch gar nicht im Kunstraum oder der Fabrik. Hab keinen Sport gemacht. Überhaupt! Ich hab so viel verpasst, mir zu viel Zeit gelassen! Ich irre unentschlossen hin und her. Eine Frau mit großer Brille kommt auf mich zu, scannt meine Identitätskarte: „Sie müssen dringend arbeiten, es ist fast kein Geld mehr da!“ Was? Jetzt arbeiten? Ich bin doch schon im Rentenalter!, denke ich und setze mich an die Bar. Da taucht auch Manfred wieder auf.

Jetzt ist es soweit. Ich schaue auf die Uhr, fast 24h, wir sterben gleich alle. Wenigstens nicht alleine. Ich hab Manfred an meiner Seite und die anderen SpielerInnen sind auch da. Wir dürfen am Ende entscheiden, ob es im Leben Gewinner und Verlierer gibt oder ob wir alle einfach gemeinsam zu Asche werden. Die Mehrheit entscheidet sich für das klassenlose zu Asche werden. Wir sterben. D.h. die anderen sterben, ich hab eine Tür mit der Aufschrift „Unsterblichkeit“ gefunden, durch die gehe ich.

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Mehr zum Spiel des Lebens, hier auch als Radiobeitrag und als Video.

Ein Land für Flauschziegen

Dass unsere Familie Duplo liebt, ist kein Geheimnis. Wir lieben Duplo sogar mehr als Lego. Das hat verschiedene Gründe.
Die neueren Lego-Sets sind z.B. so konzipiert, dass sie einmal aufgebaut, nie wieder auseinander genommen werden und dann in den Regalen einstauben. So mein Eindruck. Das war früher, als ich Kind war, irgendwie anders. Zumindest habe ich als Kind wahnsinnig viel auf- und abgebaut und kann mich nicht erinnern, dass Sets unantastbar in Regalen stehen mussten. (Einmal auseinandergenommen und wild vermischt, setzt die Baulust übrigens wieder ein!)

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Jedenfalls, wir besitzen ca. eine Tonne Duplosteine* und die werden von den Kindern bespielt und zwar unabhängig vom Alter. Selbst Kind 1.0 und ich spielen noch mit Duplo. Der Grund ist einfach: Im Software-Entwicklungsbereich würde man bei Duplo von Rapid Prototyping sprechen. D.h. man hat eine Idee und mit einigen großen Steinen, kann man das Modell dieser Idee umsetzen. Ein Hochhaus, eine Tankstelle, eine Burg – mit Duplo in einer Stunde umgesetzt. Dann wird damit gespielt und das nächste Mal wird alles eingerissen und ein neues Vorhaben wird umgesetzt.

Ich habe mich deswegen sehr über eine Einladung zur Eröffnung des neuen Duplo-Bereichs im Lego Discovery Center Berlin gefreut. Gemeinsam mit einigen anderen Bloggerinnen wurde uns der neue Bereich, der unter dem Motto Bauernhof steht, gezeigt. Schwerpunktmäßig soll er die Altersgruppe 1,5 bis 5 Jahre bedienen. Die Managerin erzählte uns, dass v.a. der Anteil an begleitenden Geschwisterkinder die letzten Jahre stark gestiegen sei und der Bereich auf deren Bedürfnisse abgestimmt sei.

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Alle Fotos Pressematerial Lego Discovery Center Berlin

Kind 3.0 war dort eine gute Stunde glücklich, während ich versuchte die 200 Bagel, die uns zum Frühstück hingestellt wurden, zu verspeisen. Danach durften wir noch alle anderen Attraktionen begutachten. Als Mitgebsel bekam jedes Kind ein Duplo-Set. Das Set beinhaltete zur großen Freude von Kind 3.0 eine echte Flauschziege.

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Ich habe bei der Eröffnung noch zwei weitere Sachen gelernt: Duplo heisst so, weil die Steine doppelt so groß sind, wie die normalen Legosteine. Ein bisschen banal – aber so klar war mir das nicht. Uns ist auch erst neulich aufgefallen, dass man Duplo und Lego miteinander verbauen kann. Wir sind offenbar Spätzünder.

Außerdem gibt es im Lego Discovery Center Bauworkshops für Erwachsene. Einmal im Monat abends ohne Kinder. Traumhaft. Alle Eltern kennen bestimmt dieses frustrierende Gefühl wenn man in Ruhe Lego spielen will und die Kinder ständig stören oder einem die besten Teile wegnehmen oder gar andere Ideen haben als man selbst. Die Workshops nennen sich Erwachsenen Fan-Abend und ich hätte auf jeden Fall mal Lust an einem teilzunehmen.

 

*Wer gerne auf Flohmärkte geht oder sich ein bißchen mit Ebay beschäftigt hat, weiss das: Ähnlich wie Schleich-Tiere haben Duplosteine einen hohen Wiederverkaufswert. Wir haben zur Sicherung unserer Rente nicht in Immobilien sondern lieber zukunftssicher in Kinderspielzeug investiert. Kann ich sehr empfehlen. Ist inflationssicher.

[Testbericht] CITROËN MULTICITY

Spoiler: Ich kanns empfehlen. Es ist praktisch, unkompliziert, umweltfreundlich und zumindest in meiner Gegend stehen überall Autos rum. Preislich auf jeden Fall deutlich günstiger als Taxi – aber natürlich teurer als die BVG zu benutzen.

Multicity App
Die App zeigt, wo das nächste Fahrzeug steht. Yo, stimmt.

„Dürfen Frauen in Deutschland eigentlich Auto fahren?“ Kind 2.0 am Rücksitz schaut mich fragend an und ich bin etwas sprachlos. „Natürlich dürfen Frauen in Deutschland Auto fahren! Wie kommst Du denn darauf dass nicht?“
„Du fährst zum Beispiel nie.“
Das Kind hat Recht. Als Achtzehnjährige am Land konnte ich es nicht erwarten den Führerschein zu machen. 1994 habe ich mir für 400 DM einen panamagrünen Trabi Kombi gekauft. Das war günstig und deutlich trockener als ein Motorroller. 1999 habe ich ihn verkauft und bin nach Berlin gezogen. Ab da bin ich fast nicht mehr Auto gefahren. Vor drei Jahren dann haben wir als Familie beschlossen, dass es doch ganz hilfreich sein könnte ein Auto zu haben. Gefahren ist aber immer mein Mann. Jetzt sind Mann und Auto einige U-Bahnstationen weiter weg gezogen und ich fände es gelegentlich praktisch ein Auto zu haben. Zum Beispiel (der Klassiker!) um mal schnell zu IKEA zu fahren und 600 Teelichte zu kaufen. Oder abends, wenn ich ausnahmsweise mal meine vier Wände verlassen habe und mich unwillig fühle mich an Orten zu treffen, die ich nur erreiche, wenn ich drei Mal umsteige. Da ich ohnehin so gut wie nie Alkohol trinke, wäre so ein spontan ausleihbares Auto genau das Richtige für mich.

Ich hatte schon länger vor einen der Anbieter in Berlin zu testen und habe mich deswegen über die Anfrage von CITROËN MULTICITY gefreut. Man registriert sich online unter multicity-carsharing.de. Zusammen mit Registrierungsbestätigung, Ausweis und Führerschein verifiziert man sich bei einem CITROËN Kundenzentrum oder einer der sieben BVG Service-Center. Dort erhält man eine Kundenkarte, die gleichzeitig Schlüssel für eines der Elektroautos ist.

Im Standard-Tarif zahlt man 28 Cent pro Minute Fahrtzeit. Entscheidet man sich für einen der Prepaid-Tarife wird es billiger. Es fällt keine Grundgebühr an, es gibt keine Mindestmietdauer und keine Strom- und Parkkosten. Nimmt man das Auto den ganzen Tag, kostet das 39 Euro.

Im Preis enthalten außerdem:

  • Vollkasko- und Haftpflichtversicherung  (VK mit 500,00 € SB)
  • Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen
  • gefahrene Kilometer
  • Vorreservierung (15 min vor Fahrtantritt)
  • Navigationssystem

Großartig (da umweltverträglich) finde ich, dass die Flotte aus insgesamt CITROËN C-Zero Elektrofahrzeugen besteht, die mit Ökostrom geladen werden. Für alles, was man so in der Stadt vorhat, ist die Reichweite von 150 km bei voller Batterieladung völlig ausreichend.

Die Autos sind übrigens Automatikfahrzeuge. Ich bin vorher noch nie Automatik gefahren. Das ist jetzt kein Problem, aber das letzte Fahrzeug, das ich gefahren bin, war ein Elektro-Kart, das exakt so klang wie der CITROËN C-Zero. Ich musste mich also ein bißchen am Riemen reißen nicht alle anderen Autos mit quietschenden Reifen zu überholen.

Ich würde empfehlen, das FAQ vor der ersten Benutzung durchzulesen. Da steht z.B. drin, wie man das Auto öffnet. Mit der Karte an der Windschutzscheibe nämlich. Es kann durchaus sein, dass das Auto sich nicht öffnen lässt. Dann zum Beispiel wenn der Batteriestand zu niedrig ist oder eine andere Kundin sich das Auto vorher hat reservieren lassen. Den Fahrzeugschlüssel findet man im Handschuhfach. Ich kam mir bei der Schlüsselsuche ein bisschen hmmm wie eine Geheimagentin vor, für die ein Fluchtfahrzeug hinterlegt wurde. Sehr aufregend!

Relativ schlau ist es auch, sicherzustellen, dass das Auto nicht mehr an der Ladestation hängt. Ein abgerissenes oder verlorenes Ladekabel kostet 750 Euro.

Es gibt auch zwei Arten das Auto abzuschließen. Erstens wenn man es wirklich nicht mehr braucht (mit Karte abschließen) und zweitens, wenn man es nur kurz stehen lassen will (mit Fahrzeugschlüssel abschließen z.B. zum Einkaufen) und es dann wieder nutzen möchte.

Weitere Tipps von meiner Seite: Vor der ersten Benutzung die zugehörige App runterladen und die Nummer des Kundenservice im Handy abspeichern (die Nummer ist auch im Menüpunkt „Informationen“ der App zu finden).

Mit der App kann man sehen, wo das nächste Auto steht und wie der Ladestand ist. Mit einem Klick kann man das Auto mit einem Vorlauf von maximal 15 Minuten kostenlos vorreservieren. Ich kann mich nicht beschweren, was das angeht:

Multicity App

 

Wenn man die Fahrt beendet hat, bekommt meine SMS mit Dauer und Kosten der letzten Fahrt.

Zusammenfassend:

    • Online-Registrierung (10 min)
    • App runterladen & Kundendaten eingeben (5 min)
    • FAQ lesen (10 min)
    • ggf. Servicenummer extra einspeichern (2 min)
    • Kundenkarte besorgen (je nach Entfernung zum Kundenzentrum). Je nachdem wo man das macht, kann die Aktivierung aber über 24 Std dauern (!) und dann im Grunde: losfahren

Um ein Gefühl für die Kosten zu bekommen, hier zwei Beispiele:

Von mir zum Alexanderplatz kostet eine Taxifahrt 10 Euro. Mit der BVG fahre ich für 2,60 Euro, mit Multicity je nach Verkehrslage inkl. optimistisch geschätzter Parkplatzsuche 3,50 Euro.

Nach Wedding zu einer Freundin kostet es mit dem Taxi 25 Euro, mit der BVG 2,60 Euro und mit Multicity bin ich für 8 Euro (dafür ohne Umsteigen und ohne gruselige U-Bahngestalten) dabei. Ich bin jetzt nicht wahnsinnig ängstlich, aber in manchen Gegenden fahre ich doch lieber Auto als in der Nacht alleine am U-Bahnhof zu stehen. Dafür kostet das ein paar Euro mehr – was ich aber OK finde.


Damit ich auch was gemeckert habe: Aktivierung der Kundenkarte hat bei mir wegen der Osterfeiertage vier Tage gedauert. Das hätte mir der Herr bei der Aushändigung der Karte durchaus mitteilen können, finde ich. Und: Die Warteschleifenmusik der Kundenhotline, sie ist furchtbar.

Ansonsten ist für mich Carsharing eine wirklich praktische Sache und falls ihr, liebe Leserinnen und Leser auch Lust habt, das mal auszuprobieren, könnt ihr euch hier kostenlos registrieren und 60 Freiminuten bekommen. Macht das bald, denn der Link ist nur bis zum 30.05.2014 gültig.

Ich hoffe jedenfalls, dass es für meine Kinder in Zukunft ein normaler Anblick ist, dass Frauen Auto fahren.



Kinder, Kinder

Vor Jahren habe ich mal ein Wiki mit Freunden gestartet. Mir war aufgefallen, dass es zwar duzende Berlin-mit-Kind-Führer gab, dass mir aber oft entscheidende Informationen fehlten. In den Beschreibungstexten stehen Dinge wie „bezaubernde Bedienung“ oder „das Waffelsortiment lässt keine Wünsche offen“ oder unspezifisch „Das Schwimmbad hat ein Nichtschwimmerbecken“.

Was mich aber interessiert hätte: Für welches Alter ist das Schwimmbad besonders geeignet? Beginnt das Nichtschwimmerbecken direkt bei 1 Meter Wassertiefe (doof für Babys) oder geht es langläufig von 0 auf 1,40 Meter? Gibt es Wickelkommoden in der Umkleide? Gibt es einen Abstellplatz für den Kinderwagen draußen? Gibt es Laufställe oder ähnliches, in die man die Kinder ganz kurz reinsetzen oder stellen kann, wenn man sich selbst duschen möchte?

Das selbe bei Spielplätzen: Können Zweijährige alleine die Rutsche erklimmen oder müssen die Eltern immer dabei stehen? Ist das Spielplatzareal umzäunt? Lässt sich das Tor ordentlich schließen? Gibt es in der Nähe eine Möglichkeit für die Eltern sich einen Kaffee zu holen? Gibt es eine Wasserpumpe (toll im Hochsommer – total nervig, wenn sie an kalten Apriltagen schon angestellt ist…)? Wie sieht es aus mit Schatten? Bietet das Gelände irgendwas, das auch noch Zehnjährige aus dem Kinderzimmer locken könnte?

Ich schrieb also über unsere Ausflüge Berichte und machte ein Paar Fotos und stellte sie in das Wiki. Brav kategorisierte ich nach Alter und Wetterlage.

Der Erfolg des Wikis war atemberaubend. Drei der dreißig Eltern, die ich eingeladen hatte, loggten sich einmal ein. Keiner schrieb oder ergänzte jemals einen Eintrag. Nach ein Paar Monaten verlor ich die Motivation meine Einträge selbst zu verfassen (ich bin ja FFRR-abhängig und das kann ich mir nicht selbst geben).

Jahre später stehe ich wieder vor dem gleichen Problem. Meine Schwester kommt nach Berlin und ich würde ihr gerne unsere Kinderhighlights beschreiben – nur leider sind meine Eintrage zum Teil veraltet oder ich hab sie noch gar nicht geschrieben, weil zwischen Wikitod und Schwesterbesuch fünf Jahre liegen.

Ein anderer Aspekt ist übrigens das Geld. Mir geht es total auf den Geist, wenn Unternehmungen mit Kindern ständig (viel) Geld kosten sollen. Gar nicht mal so sehr wegen des Geldes – sondern vor allem wegen der Erwartungshaltung, welche die Kinder mit der Zeit bekommen. Wäh? Nur Spielplatz? Ihhh! Schon wieder nur Park?! Kotz!

Meiner persönlichen Erfahrung nach gibt es wirklich sehr viele Angebote für Kinder, die großartig und kostenlos sind. Angefangen bei den zum Teil sensationellen Spielplätzen (Hasenheide!) über die großartigen Bibliotheken (inkl. kostenlosem WLAN ) über die großen Planschen im Berliner Osten (z.B. die im Plänterwald/Dammweg) bis zu den Angeboten einiger Schwimmbäder wie dem Prinzenbad, dass Kinder in der letzten Stunde der Öffnungszeiten für das eifrige Müllsammeln im Areal des Schwimmbads eine Eintrittskarte für den nächsten Tag bekommen können.

Was Spielplätze angeht, gibt es beispielsweise diese Seite, die nicht nur zahlreiche Bilder von jedem Spielplatz in Berlin bietet, sondern auch eine ortsabhängige Suche. (Unbedingt klicken, die Seite ist sensationell, da steckt irre viel Arbeit drin, weil man 757 bebilderte Spielplätze anschauen und bewerten kann)

Vielleicht kennt ihr andere Angebote oder habt Tipps, die ich hier nach und nach teilen kann. Es gibt z.B. Blogs wie BerlinFreckles, die ausführlich Eltern-Kind-Cafés getestet haben – aber wie gesagt – richtig begeistern würden mich Tipps, die kostenlos sind und von denen man ableiten kann, ob man da wirklich hin möchte. Auch gibt es günstige Angebote für Tagesausflüge in der Nähe von Berlin – so wie der Familiengarten in Eberswalde (3 Euro pro Erwachsenen und 1,5 für Kinder zwischen 3 – 16 – dafür aber mit kostenlosem unterirdischen Tretbootfahren und Tretautoparcours) oder auch den Dinopark Germendorf (4 Euro pro Erwachsenen und 1 Euro für Kinder), die nicht zu vergleichen sind mit den utopischen Preisen des im Lichte des Legolands (regulär für 5 Personen 80 Euro) oder SEA Life (72,50 Euro regulär für uns) noch günstig erscheinenden Zoos (35 Euro für das große Familienticket).

D.h. alles, was schon hunderte Male beschrieben ist und Unmengen an Geld kostet: Zoo, Aquarium, Legoland etc. interessiert mich eher weniger. Sollte ich jemals mein Passwort zum Wiki wieder finden, werde ich nach und nach meine bereits geschriebenen Einträge veröffentlichen.

Puh! Fast vergessen: Gratis in Berlin – Kategorie Kinder & Jugendliche. Da stehen auch Flashmobs (Kissenschlacht-Flashmob war großartig) und Events wie die Brückenschlacht Kreuzberg und Friedrichshain drin.

Ergänzung: Kinderbauernhof Pinke Panke

Berlin, Hejo!

Die Berliner machen einiges anders als die anderen. Zum Beispiel feiern sie bereits eine Woche vor Restdeutschland Karneval. Aus Rücksichtnahme. Denn dann können alle Karnevalsjecken mit den Berlinern gemeinsam feiern und müssen sich nicht entscheiden, ob sie in Köln, Düsseldorf oder Berlin feiern. Dementsprechend gab es auch dieses Jahr 2.456 Karnevalsbegeisterte, die den Karnevalsumzug begleiteten. Rücksicht ist für die Berliner ohnehin das Hauptthema beim Karneval. Der Umwelt zuliebe wird kein Konfetti geworfen, den Vögeln und Anwohnern zuliebe sind Freudesrufe und Musik maximal 75 dB laut und den missmutigen Karnevalshassern zuliebe verzichtet man sogar auf eine Übertragung ins TV.

Weil wir keine Schwaben sondern Hessen und Bayern Rheinländerinnen sind, integrieren wir uns in solche langjährigen Traditionen und rufen gemeinsam „Berlin Hejo!“. Hejo ist übrigens der karnevalistische Gruß in Berlin und setzt sich aus „Heiterkeit“ und „Jokus“ zusammen.

Der Preis für das beste Kostüm ging dieses Jahr an den Bodybuilder, der sich als Hulk verkleidete und wütend auf die vorausfahrenden Polizeiautos sprang und versuchte sie umzuschmeißen. Da ich eine feine Beobachtungsgabe besitze, entging mir nicht, dass andere Familien thematisch einheitlich verkleidet waren. Wir sahen eine Familie Feuerstein, eine Familie Gefangene und Polizisten, eine Familie Glücksbärchi und eine Familie, die als Wald (also Bäume in unterschiedlichen Größen) verkleidet war. Wir gehen nächstes Jahr als Elvis.

Seit 2006 sind wir nun dabei. Mein Mann, der größte Karnevalist in der Familie, ist dabei unübertroffen in seiner Kreativität der Kostümwahl. Auch dieses Jahr verneige ich mich ehrfürchtig:

(Super Bunny Verkleidung)

Kind 1.0 war dieser Aufzug sehr peinlich. Besonders schön war dabei zu beobachten, wie fließend Normalität ist. Wir starteten in Friedrichshain und waren natürlich die einzigen Verkleideten und wurden angestarrt, als seien wir frisch gelandete Aliens. Je näher wir dem Kudamm und damit dem Karnevalsumzug kamen, desto mehr Verkleidete begegneten uns in den öffentlichen Verkehrsmittel. Als wir schließlich in der Uhlandstraße ankamen, waren nur noch wenige Unverkleidete in der U-Bahn. Wir kicherten laut und fotografierten sie heimlich.

Berlin hat mich verdorben

Die Lego-Ausstellung in Hamburg ist für Playmobilfans unbedingt zu empfehlen.

Erwähnde ich an irgendeiner Stelle schon mal, dass ich in Bayern [Aufschrei] in Franken groß geworden bin? Bis 1999 war ich dort und habe mich, so wie es die CSU auch gerne möchte, ordentdich indegrierd. Zum Integrieren gehören einige Verhaltensweisen wie das ewige Siezen. Unsere Nachbarn z.B., neben denen wir ein gutes Jahrzehnt lebten und auch regen Kontakt hatten, die sieze ich bis heute. LehrerInnen natürlich, die Eltern der FreundInnen, VerkäuferInnen. Sogar Gleichalte und schlimmstenfall Jugendliche.

Dann kam ich nach Berlin. Mein damaliger Freund duzte alle. ALLE. Er hat auch mal den Berliner Bürgermeister gesehen und geduzt. Mir war das unglaublich peinlich.

Mehr als 10 Jahre später kann ich bestimmte Menschen nur unter großen Qualen siezen.

In Bayern war es neben dem Siezen sehr wichtig allerlei andere Regeln einzuhalten. Egal wie schwachsinnig die Regel auch sein mag. In Berlin fällt es mir immer schwerer mich an Regeln zu halten, v.a. wenn ich sie unsinnig finde. Glücklicherweise gibt es allgemein weniger Regeln an die man sich halten muss. Sobald ich jedoch Berlin verlasse, sind sie wieder da: die Quatsch-Regeln nach denen ich mich richten soll.

Vor einiger Zeit waren wir beispielsweise im Hamburger Helms Museum in der Lego-Ausstellung „Zeitreise“. Da trug ich einen Rucksack. Kaum hatte ich einen Fuß in die Ausstellung gesetzt, kam eine der Aufseherinnen und wies mich darauf hin, dass Rücksäcke verboten seien. Ich deutete fragend auf die Handtasche einer anderen Besucherin, in der man ohne Probleme ein kleines Pony hätte verstecken können. Mir wurde erläutert Handtaschen seien OK Rücksäcke hingegen nicht. 1995 in Bayern hätte ich meinen Rücksack mit den Taschentüchern, Kinderwechselsachen, Geldbeutel etc. sofort weg gebracht. 14 Jahre Berlin hingegen führten zu einer längeren Diskussion über den Hintergrund des Verbots. Nachdem Argumente wie „man könne etwas einstecken“ oder „Sicherheitsbedenken“ für mich unsinnig erschienen, einigten wir uns darauf, dass ich den Rücksack an einem Gurt unter dem Arm tragen dürfe.

Die Kinder hatten in der Zwischenzeit angefangen sich durch den bespielbaren Legoberg abseits der Ausstellung zu bauen. Ich zückte die Kamera und wollte ein Paar Bilder von den aufgebauten Szenarien machen. Zehn Sekunden später stand eine zweite Aufseherin neben mir und wies mich darauf hin, dass es verboten sei, die Ausstellungsstücke jenseits der Absperrung zu fotografieren. Die Absperrungen waren ca. 40 cm hohe Glaswände, die um die Szenarien gestellt waren. Sie ragten mir ungefähr bis zur Hüfte und ich nahm an, dass sie v.a. Kinder davon abhalten sollten kreativ in die Aufbauten einzugreifen. Ich hatte meinen Arm mit der Kamera in den Luftraum über den Ausstellungsobjekten gehalten… (über nicht dahinter!) um Bilder ohne fingerverschmierte Glasscheiben zu machen. Wir diskutierten eine Zeit lang, aber aus Diskutierunlust gab ich nach und fotografierte brav durch die Scheiben.

Meine Begleiterin, lobpreiste währenddessen die Spielmöglichkeiten für die Kinder und um nicht vollends als ekelige Spaßbremse abgestempelt zu werden, schwieg ich. Die Kinder hatten ja wirklich Spaß beim Bespielen der Duplo- und Legosteine. Ich ertappte mich jedoch bei dem Gedanken, dass in Berlin jedes noch so poplige Eltern-Kind-Café im Vergleich zur Hamburger Ausstellung besser ausgestattet und kinderfreundlicher sei.

Die Ausstellung selbst, fand ich „nett“. Also angelehnt an das Schimpfwort „nett“. Für Erwachsene nett anzusehen. Jedoch habe ich kein Konzept bei der Auswahl der dargestellten Objekte erkannt. Die chinesische Mauer, das Colosseum von Rom, ein Paar Wikinger, hmmm. Die Beschreibungen der Objekte tja für welche Altersgruppe sollten die sein? Ich glaube kaum, dass ein Kind unter 12 auch nur zwei Sätze freiwillig gelesen – geschweige denn verstanden hätte. Für mich war die Ausstellung kein Stück auf Kinder sondern ausschließlich auf deren Eltern ausgerichtet. Meine Kinder sind pflichtbewusst einmal durchgestapft, haben aber rein gar nichts mitgenommen (gedanklich).

Ich bin einfach zu verwöhnt was kindgerechte Ausstellungen angeht. An Konzepte wie ArtPod oder das Kindermuseum im Dresdner Hygienemuseum kann die Hamburger Ausstellung nicht mal im unteren 10% Bereich heranreichen.

Im Gegensatz zu Playmobil liebe ich Lego weil es so offen ist. D.h. wenn erst mal die Aufbauanleitungen verloren gegangen sind, dann lassen sich aus ein Paar Steinen die großartigsten Fantasien nachbauen. Immer und immer wieder anders. Zuhause hängen wir noch ein bißchen auf Duplosteinen. Sehr passend hat Grindcrank Duplo als als hervorragende Möglichekit des Rapid Prototypings bezeichnet. Mit ein Paar Steinen erreicht man schnell ansehliche Ergebnisse und wenn man geduldiger ist, baut man die Modelle in Lego mit vielen weiteren Feinheiten nach.

Playmobil hingegen ist eher ein Inszenierungsspiel. Da gibt es vorgegebene Sets und die werden immer wieder aufgebaut mit wenig Freiraum für Variationen. Man kann mal die Kühe unterschiedlich hinstellen, aber im Grunde gibt das Set vor, was am Ende dort steht. Mit einem Lego City Set, ist man viel flexibler. Da kann aus einer Feuerwehr am Ende trotzdem ein Bauernhof gebaut werden.

Jedenfalls – wer eigentlich ein Playmobil-Herz hat und versehentlich in der Kindheit Lego-sozialisiert wurde, dem sei die Ausstellung empfohlen. Die historischen Szenen sind in der Tat detailreich und liebevoll inszeniert. Mehr aber auch nicht.