[Test] In der HABA Digitalwerkstatt programmieren lernen

Disclosure: Es gibt viele Einstiegsmöglichkeiten in das Thema Programmieren. Eine Möglichkeit bietet die HABA Digitalwerkstatt. Ich durfte einen Workshop aus dem Angebot kostenlos testen.

Ich habe schon öfter darüber geschrieben, dass ich es sinnvoll finde, dass Kinder Programmieren lernen. Denn Programmieren lernen bedeutet digitale Mündigkeit erlangen. Mir geht es dabei nicht darum eine Generation zukünftiger Software-EntwicklerInnen heranzuziehen, sondern um die Grundidee, dass es hilft, Grundzüge der Programmierung zu verstehen, um sich später mündig in der zunehmend digitalisierten Welt zu bewegen. Wer grundlegende Zusammenhänge versteht, muss sich nicht hilflos und durch Technik überfordert fühlen.

Auf diesem Grundgedanken basiert auch die Idee der HABA Digitalwerkstatt. Wer Programmieren lernt, erwirbt wichtige Metakompetenzen (s.o.)

Die HABA Digitalwerkstatt bietet deswegen ein weit gefächertes Angebot an Workshops und Kursen. Am Standort Berlin z.B.:

  • Spiele programmieren lernen
  • Gemeinsam Roboter programmieren
  • Flinke Roboter bauen, die malen können
  • Hardware programmieren lernen (mit Calliope)
  • Unterwasserwelten in Minecraft erforschen!

Die Formate dauern einen Vor- oder Nachmittag oder erstrecken sich über acht Termine. Sie richten sich entweder an Kinder verschiedener Altersgruppen oder an Tandems aus einer erwachsenen Person und einem Kind.

Mit MBots Programmieren lernen

Letzteres fand ich besonders schön und wir haben deswegen den Family-Workshop „Roboter bauen und programmieren“ ausprobiert.

Weil ich Programmieren lernen so wichtig finde, haben meine Kinder schon relativ viel ausprobieren können. Während sich Kind 3.0 v.a. für Aktivitäten mit kreativem Schwerpunkt begeistern kann (dazu gehören die oben erwähnten Malroboter, die wir am 32c3 kennengelernt haben), mag Kind 2.0 gerne Dinge, die nicht rein virtuell sind. Löten liegt ihm sehr und auch das Roboterprogrammieren mochte es. Mit dem Dash-Roboter haben wir bereits im Vorfeld Erfahrungen gesammelt. Ich war deswegen zuversichtlich, dass die Kinder am Bau und Programmieren der MBots (Amazon Werbelink) Freude haben würden.

Tatsächlich wurden wir nicht enttäuscht. Die drei Stunden Workshop vergingen wie im Flug. Didaktisch war der Workshop wie folgt aufgebaut:

  • Verständnis schaffen für Grundbegriffe: Was ist Programmieren?
  • Roboter zusammenbauen
  • Roboter programmieren
  • Mit dem Roboter „spielen“
  • Roboter wieder auseinanderbauen

Vorab noch eine Beobachtung: Ich weiß nicht, wie repräsentativ das ist, aber unser Workshop hatte eine total ausgeglichene Mischung von Müttern, Vätern, Jungen und Mädchen. Das fand ich richtig toll, weil das eine sehr entspannte Lernatmosphäre schafft und gar nicht erst den Raum für Stereotype wie „Jungs interessieren sich für Technik/Mädchen nicht“ schafft.

Die Trainerin hat das Ganze kindgerecht und spannend angeleitet. Dabei hat sie ein tolles Gleichgewicht gefunden zwischen erklären und die Kinder mitsprechen lassen auf der einen Seite und anleiten und selbst denken/machen lassen auf der anderen Seite.

Ich war total begeistert mit welcher Selbstverständlichkeit sich alle Kinder gemeldet und vor der Gruppe ihre Gedanken eingebracht haben. Insgesamt waren wir übrigens ca. zehn Eltern-Kind-Gespanne.

Tatsächlich habe ich nicht auf die Uhr geschaut. Ich würde schätzen, wir haben ca. zwanzig Minuten Roboter gebaut, in Summe 1,5 Stunden programmiert, eine weitere Stunde mit den Robotern gespielt und dann nochmal zehn Minuten Roboter auseinander geschraubt.

Das Programmieren war in mundgerechte Stücke aufgearbeitet. Erst haben wir einfach vier Tasten mit den Richtungen vor, zurück, rechts und links fahren belegt. So dass man vom Rechner aus (browserbasiert) die Roboter ansteuern konnten.

Roboter im Wettbewerb

Wie gut die Steuerung funktioniert haben wir überprüft, indem wir einen Hindernisparcours abgefahren sind. „Wir“ sind leider kläglich gescheitert weil Mutti die Geschwindigkeit auf das Maximum stellen musste. Für den Vorwärtsgang ist das vielleicht noch sinnvoll – für das nach rechts oder links Steuern eher nicht. Denn der Roboter dreht sich dann wie ein Kreisel und man schafft es gar nicht gezielt Hindernisse zu umfahren. Danke für nichts, Mutti. (Kind 2.0 hat mir irgendwann die Steuerung entzogen und den Roboter peinlich berührt wieder zum Startpunkt gelenkt)

Als nächstes haben wir einen Sensor programmiert, der Abstände messen kann und den Roboter dazu gebracht, dass er von alleine anhält, wenn er einem Gegenstand zu nahe kommt.

In der  dritten Stufe haben wir die LEDs in Verbindung mit den Bewegungsaktionen programmiert und dem Roboter vorne eine Nadel angeklebt, so dass er aufgeblasene Luftballons zerstechen konnte.

Ich weiß jetzt nicht, wie ich meine Gesamteinschätzung in die richtigen Worte fasse, aber ich hatte den Eindruck, dass die Kinder gar nicht gemerkt haben, dass sie an diesem Tag richtig viel gelernt haben. Wenn wir sonst was Richtung Programmierung machen, machen sie dieses „Ah, jetzt macht Mama wieder was für unsere digitale Mündigkeit *augenroll*“-Gesicht. Im Workshop der HABA Digitalwerkstatt haben sie einfach Spaß gehabt.

Am Ende des Tages habe ich meine Kinder gefragt, was sie besonders gut fanden und musste ein bisschen lachen, denn sie fanden gut: Das Roboter bauen, das Roboter programmieren, das Roboter ausprobieren und das Roboter wieder auseinanderbauen. Also alles. Ob denn gar nichts doof war? Naja, der Kurs hätte gerne noch länger gehen können.

Programmier-Workshops helfen auch Erwachsenen

Von daher: Klare Empfehlung von meiner Seite aus. Auch aus weiteren Gründen: Ihr könnt dort bestimmte Sachen ausprobieren, bevor ihr sie kauft. Roboter wie Dash und MBot sind ja doch eine nicht ganz so günstige Anschaffung. Außerdem bekommt ihr eine Idee, wie man sich idealtypisch an das Thema rantastet – das nimmt die Angst, dass man das nicht gemeinsam mit dem Kind als Thema erorbern könnte – z.B. weil man selbst nicht programmieren kann.

Schaut einfach mal auf die Seite der HABA Digitalwerkstatt, die es in Berlin, München, Hamburg, Lippstadt und Frankfurt gibt. Es gibt auch tolle Angebote in Sachen Minecraft. Minecraft ist bei uns ein großes Thema und es gibt alle Varianten: Workshops für die Kinder, Workshops für Erwachsene mit Kindern und v.a. auch nur für Erwachsene

Randbemerkung: Persönlich hat mir der MBot besser als der Dash-Roboter gefallen, den wir schon zuhause haben. Er wirkte auf mich deutlich robuster und durch Basteleien erweiterbar (Fähnchen oder Nadel zum Zerstechen der Luftballons). Ich mag es außerdem, wenn man Dinge erst zusammenbaut und dann programmiert. Allein das Verbinden der Sensoren mit den Steckports, fördert das Verständnis von Zusammenhängen. Weiteres Argument: Er kostet nicht mal die Hälfte von dem was der andere Roboter kostet. Der MBot basiert auf Scratch, was sehr leicht zu lernen ist. Zudem bietet die Scratch-Plattform viele Tutorials und schon einige vorgefertigte Programme für den MBot.

19 Gedanken zu „[Test] In der HABA Digitalwerkstatt programmieren lernen“

  1. Danke für den Test!

    Wie alt sollten denn die Kinder Deiner Meinung nach etwa sein?

    Ich bin ziemlich sicher meine sind noch zu jung aber ich kann evtl. gegenüber meiner Frau den Kauf mit einem „ist ja BALD so weit“ rechtfertigen… ;) :D

    Gruß
    Aginor

       1 likes

    1. 8 Jahre ist im Workshop angegeben. Die Kinder sollten schon flüssig lesen und schreiben können. Für jüngere kann ich die Tinkering-Angebote empfehlen. Dazu gehört der Malroboter. Den hat Kind 3.0 damals mit 5 gemacht.

         2 likes

Reposts

  • Jiri Hazekk

Mentions

  • tianes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie möchten einen Kommentar hinterlassen, wissen aber nicht, was sie schreiben sollen? Dann nutzen Sie den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken