Wenn der Damm reißt, ist jede Frau froh, wenn die Füße wenigstens pedikürt sind

Gehört in jede Krankenhaustasche - ein paar Make-up-Pinselchen
Gehört in jede Krankenhaustasche – ein paar Make-up-Pinselchen

Magisch sei es ein Kind zu gebären. Mein Frausein erblühe endgültig! Ein Kind aus den Lenden zu pressen: wen könnte das nicht verzücken?

Und weil das alles so besonders ist und man ja auch Fotos macht, welche Frau denkt da nicht an pedikürte Füße, an eine Intimrasur und ein leichtes Make-up?

Hmmm?

Naaa?

Ob ich betrunken bin? Also weil ich das da oben schreibe?

Neee, ich habe auf den Seiten von dm Österreich gelesen.

Welche Mama hat sich beim Packen der Kliniktasche keine Gedanken über Kleidung, Aussehen, Kosmetikartikel gemacht?

und

Ein Friseurbesuch eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin, einmal Fußpflege, Maniküre samt Handmassage oder eine kleine Gesichtsbehandlung – das tut einfach gut. […]

Mit dem tollen Nebeneffekt, dass man danach auch noch besser aussieht.

Bitte lesen Sie unbedingt den verlinkten Artikel, ich habe es mehrere Male getan, weil ich es wirklich nicht fassen kann, weil ich wirklich nicht glauben WILL, dass es Frauen gibt, die sich selbst während einer Geburt Gedanken machen, ob sie schön genug sind und z.B. die Hebamme nicht mit dem Anblick unrasierter Beine beschämen.

Persönlich habe ich mir eher Gedanken gemacht, ob es mir unangenehm sein könnte, dass ich beim Pressen auf das Bett kacke.

Wohlfühlen sei das oberste Gebot, so der Artikel.

Ich kann einfach dieses Bild nicht los werden, wie eine Frau im Bad steht, alle 5 Minuten eine Wehe. Sie trägt mit schmerzverzerrtem Gesicht ein wenig Concealer auf, dann eine dünne Schicht Tagesmakeup, ein wenig Rouge (macht ja eine freshe Optik, nä?), ein Nude-Lippenstift, ein zaAAHAHHHH AHhhh ah ah ah rter Lidstrich…

Dann zwanzig Minuten später im Kreißsaal die ständige Sorge: Uhhh. Hoffentlich verwischt RROOOOAAAAARRR ahh ah ah jetzt nichts!

Ich stelle mir dann all die Schmerzen, den Schweiß, das Blut vor, die Angst, ob alles gut geht, alle gesund bleiben, ob man das übersteht und eine Frau, deren Gedanken sich auch noch darum drehen müssen, ob sie bitte, bitte auf dem Foto, wenn das Kind endlich rausgepresst ist, GUT aussieht.

Also OK. Ich hab in der letzten Weisheit behauptet, ich hab nicht so oft Gefühle – jetzt hab ich eins: HASS

412 Gedanken zu „Wenn der Damm reißt, ist jede Frau froh, wenn die Füße wenigstens pedikürt sind“

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    1. Und noch was: wenn man sich schon damit abgefunden hat, dass man vor Mann/Hebamme/Arzt/Azubi aufs Bett kacken wird, der kann doch ruhig an Kajal denken. Vielleicht entspannt das.

      Aber ganz ernsthaft: Sobald ich nicht mehr selber an meine Füße und den Intimbereich komme, dürfen das gern gegen Geld andere Menschen machen. So eine Pediküre und ein Waxing (wie da jemand rasieren kann, ist mir unklar) oder auch einen Friseurbesuch gönne ich mir auch gerne vor der Geburt. Für mich. Wie ich dabei oder danach aussehe, ist mir wurscht.

  3. Die Welt ist schon ein bisschen krank.
    Ich hatte beim ersten Kind einen Notkaiserschnitt, nach 17 Stunden wehen, das hält kein Make Up aus und ob ich von innen heraus schön bin, können dir nur die Ärzte sagen.
    Jede Mutter könnte im perfektesten Make up erscheinen, gegen das süße, natürlich schöne Baby stinkt doch jede Mama ab, also lasst es ;-)

  4. Beim ersten Kind habe ich mich unter Wehen noch kurz (auch „untenrum“) frisch gemacht. Und klar- schön nen Einlauf wegen besagter Sorge auf den Tisch und so und allem Zipp und Zapp. Und wasserfeste Wimperntusche- aus Angst auf dem ersten Foto wie ein Panda auszusehen.
    Als das Kind dann ca. 30 Stunden später endlich da war, war ich knapp vorm Verhungern (klaro- nix mehr gegessen ab Einlauf) , hatte am ganzen Körper großflächig rausgehechelten und gepressten Bartschatten und kein Gramm Wimperntusche mehr an der Augenpartie. Als mein Ex-Mann freudig „SIEHSTE!!! Und du hattest Angst auf den Tisch zu kacken….!!!“ ausrief, erwähnte die Hebamme, wenn DAS nicht meine Sorge gewesen wäre, wären wir locker 10 Stunden früher durchgewesen….
    Also mein Fazit: scheiss drauf. Auf alles.

  5. Ich mag Frauen die ungeschminkt und fertig nach der Geburt aussehen! Ich mag auch Frauen die beim Sport oder auf der Couch natürlich aussehen. Wenn Frauen immer geschminkt sind verlieren sie ihr Gesicht und sehen zu jedem Anlass gleich aus. Make-up mal kräftiger mal nicht. Geburt hin Geburt her. So ein Schmarrn!

  6. Wie jetzt. Euer Makeup war nicht abgestimmt auf die Farben der Plazenta und der Intimbereich glatt wie der Babypopo, der da 50 Stunden später rauskam? Ich hab extra nochmal nachrasiert um „ganz Frau“ zu sein (diese Umfrage!!! WTF!).

  7. Unfassbar. –
    Fand es sehr interessant, was meine Hebamme zu dem Thema gesagt hat. Sie meinte, wir sollten uns im Nachhinein die Fotos (die, auf denen man direkt nach der Geburt so fertig aussieht) noch mal ansehen, um zu rekapitulieren, was wir da geleistet haben. Denn (und das ist auch meine Erfahrung): je weiter die Geburt entfernt ist, mit den Monaten, kann man sich wirklich immer schlechter dran erinnern. Ist natürlich einerseits gut so… Aber dieses „Fertig-aussehen“, das „Leichenblass-sein“ hat einen Wert. Es zeigt, was wir durchgemacht haben, um unser Kind endlich im Arm zu halten. Ist natürlich ein sehr intimer Moment, aber da sollte nichts überschminkt werden, finde ich.

  8. Also bei uns hat die leitende Hebamme im Vorbereitungskurs uns auch noch einen Tipp mit auf den Weg gegeben:
    Da man gleich nach der Geburt oft ein wenig fertig ausschaut, aber auf den ersten Bildern doch nicht wie eine Leiche wirken möchte, möge man doch ein zum Teint passendes Oberteil wählen.

  9. Du glaubst nicht, wieviele Frauen schon mit diesem Gedankengut infiziert sind und wirklich äußerst gestylt in den Kreißsaal kommen. Allerdings verlassen ihn die meisten eher ungeschminkt – oder eben schön verschmiert. Irgendwann ist es dann doch egal. Glücklicherweise.

  10. Mir gings so wie dir. Ich hab mich mal kurz gefragt, ob mir die kotzerei und scheißerei vor meinem Mann und der Hebamme peinlich sein müssen, aber dann kam die nächste wehe… Ansonsten hab ich nach dem blasensprung noch geduscht, weil ich ja nicht wusste, wann ich wieder dazu kommen würde

    1. Da musste ich mir glücklicherweise keine Gedanken drum machen… in den drei Stunden von der Ankunft im KH bis zur Geburt war ich so oft auf der Toilette, dass unmöglich noch etwas in meinem Darm gewesen sein kann xD
      Dafür Wollte ich schlafen… einfach schlafen zwischen den Presswehe xD

  11. Finde ich interessant, daß Sie die Seiten von dm Österreich lesen. Wenn ich eine Frau wäre würde ich vor der Geburt auch zum Friseur gehen, nachher ist dann vermutlich wenig Zeit dazu. Was ist daran so abwegig ?

  12. Das wußte ich auch noch nicht, daß man jetzt eingeredet bekommt, auch im Kreißsaal schön sein zu müssen. Wäre mir nie in den Sinn gekommen. Echt bescheuert.
    Vielen Dank für den Artikel und besonders für den durchgestrichenen Satz, über den ich sehr herzhaft lachen mußte, weil genau das auch meine Sorge war. :-) Im Endeffekt war es mir dann im wahrsten Sinne des Wortes sch***egal. ;-)

  13. Mir hat die Hebamme die Intimrasur verpasst. Damit ich für den Chirurgen im OP fein hergerichtet bin, der mir die Notsectio gemacht hat. Ob sie das ordentlich gemacht hat, weiß ich nicht, ich konnte am dicken Bauch nicht vorbeisehen. Die später sehr rasch wirkenden KO-Tropfen (=Narkose), die mich Dornröschen-mässig in den Tiefschlaf geschickt haben, haben sämtliche eventuelle Überlegungen zum Schönsein im Keim erstickt. Dafür war mein Kind faltenfrei und schön. Und das ganz ohne Hilfsmittel.

    Ich wünsche allen werdenden Mamas genug Selbstvertrauen, dass ihnen das egal ist, wenn sie im Kreißsaal sprichwörtlich im Kreis gehen. ?

  14. Also ich selber habe ich während der Wehen 3 mal umgezogen weil ich mich „gut“ fühlen wollte. Und ich habe mir einige Tage vor der Geburt meine Nägel lackiert.
    Ich finde jede Frau sollte genau all das machen dürfen was sie möchte um sich wohler zu fühlen. Und wenn sie sich schminken will dann soll sie das tun. Eine Geburt ist ein großes, Unbekanntes, schmerzhaftes Erlebnis und wenn etwas Concealer, Lippenstift und eine schöne Frisur der Mama helfen ihren Sprössling auf die Welt zu bringen dann soll sie das verdammt nochmal tun dürfen ohne verurteilt zu werden. Ich schminke und dusche mich jetzt als Mama eines 6 Monate alten Kindes manchmal einige Tage nicht, weil einfach keine Zeit dafür da ist und die Prioritäten anders liegen.

  15. Produktempfehlung zum Artikel: Weleda Damm-Massageöl.

    Großartig!

    Endlich verstehe ich, dass das Öl als Kosmetik zu nutzen ist, um die Haut wohlriechende und rosig für die Geburt zu halten. Vielleicht kann man ja such den gestressten Partner damit massieren, dass die Geburt nicht so aufwühlend für ihn wird.

  16. Und ich Depp hab mir – als die Ärztin hinter mir kniete, mein Kopf in ihrem Schoß, während sie mit all ihrer Kraft versuchte unsere Maus rauszuschieben (nach 20std wehen und 3std Presswehen) – nur kurz überlegt, ob das jetzt, wenn jemand just in dem Moment hereinkommen sollte, nicht einfach absolut saukomisch rüberkommt und der dann voll die Lachflashes kriegt.

    Offensichtlich hatte ich meine Prioritäten nicht richtig gesetzt. Ich hätte mir da wohl über mein Mascara und meine Pediküre Gedanken machen sollen. Schickes „lila blau“ oder auch ein „taupe“ hätte dann im Nachhinein auch zu den schicken Handabdrücken auf dem Bauch gepasst.
    Naja beim nächsten dann.

  17. AUATSCH, Deine Überschrift :-)

    Ich gebe zu, ich war auch geschminkt, aber nur, weil es so schnell passierte.

    Und *hüstel* bei der Geburt meiner Tochter habe ich mir unter Wehen die Haare gewaschen. Aus praktischen Überlegungen, denn wer weiß, wann ich noch dazu käme…

    1. Ich hab sogar geduscht! Und ich rasiere mir beim Duschen die Beine.
      Es geht mir wirklich nur um den absurden Druck. Die Idee das machen zu _müssen_ weil man sonst scheiße aussieht…

  18. Herrlicher Artikel, habe sehr gelacht. :)
    Als ein Mensch, der zwar mangels dafür notwendiger Organe nicht selbst gebären kann, aber schon bei einer Geburt dabeisein und mithelfen konnte, ist die Vorstellung so absurd dass sie wieder lustig ist. Ich bin sicher meine Frau hat an circa 1000 Sachen gedacht im Krankenhaus und vor/während/nach der Geburt, aber Kosmetik gehörte nicht dazu.

    Gruß
    Aginor

  19. das ist so schlimm, dass mir fast schlecht wird wenn ich all die (gesellschaftlichen) haltungen und ansprüche denke die hinter so einem artikel stehen. es ist noch so ein unfassbar langer weg…..:(

    1. Wir müssen standhaft bleiben. Die wollen halt ihre Produkte verkaufen.
      Allerdings: Es wirkt. So wie auf Grund der Rasierklingenlobby aktuell gefühlt alle ausser mir keine Schambehaarung mehr haben wird es schon in ein paar Jahren peinlich sein, nicht superkörperganzgepflegt im Kreissaal aufzutauchen, wenn wir nicht standhaft sind.

      1. Bin da bikinifrisurtechnisch ganz bei dir. Es kommt aber noch schlimmer. Die Kitamuddis erzählten neulich, sie würden sich untenrum IPL gönnen. Es tendiert also schon dahin, dass selbst rasieren zu wenig ist :(

    1. Die Frage der Bekleidung hatte mir hier auch noch gefehlt.Da ja anscheinend Overalls wieder in Mode kommen,warte ich jetzt Mal darauf welche Gebärkleidung es bald im Angebot gibt ???

  20. Ich habe den Artikel gelesen. Die Umfrage dazu ist allerdings der Hammer!! 11% finden es wichtig, dass frau gestylt zur Party, ähh Geburt geht..
    Das heißt im Endeffekt, 89%ist es herzlich egal, wie sie aussehen !!
    Selten so einen dämlichen Artikel gelesen, der so nutzlos ist.
    Naja, eine Drogeriekette muss eben für ihre Produkte werben ,aber so? WTF??

  21. Ich bin mal aus Versehen in eine Diskussion in einem Mami-Foum gestolpert, da ging es tatsächlich darum, dass eine Schwangere sich Sorgen machte, weil sie sich mit dem dicken Bauch nicht den Intimbereich rasieren konnte. Erstens sei das furchtbar unhygienisch und zweitens „Oh mein Gott wie sieht das aus was denkt nur die Hebamme von mir“.

    1. Hygiene als Grund für ne Rasur im Intimbereich, wie dumm kann man sein. Bin grade furchbar wütend.
      (nicht auf Sie Qunood, eher uaf die Rasierklingenlobby)
      Zu meiner Zeit ging man noch natürlich und der Damm wurde in der Klinik rasiert.

    1. Die Frage ist ohnehin: wer diese Fotos sehen soll.
      Auf meinen Postgeburtsfotos sehe ich sowas von fertig und sowas von glücklich aus – das möchte ich gar nicht mit vielen teilen.

      1. Ich wette die haben das von irgendeiner amerikanischen Seite. Ich lebe seit ein paar Jahren in den USA und tatsächlich haben hier viele Freundinnen/ Bekannte solche Fotos nach Facebook gestellt. Mit Baby, aber noch im Kreißsaal. Die waren dann auch oft extra fürs Foto frisiert und geschminkt. Meine entsprechenden Fotos dürfen auch nur wenige sehen, ich seh da auch fertig aus…

  22. Ich bin übrigens vor einiger Zeit etwas kritisch in diesen neuen Medien angegangen worden – auch von diversen mir bekannten Frauen, denen ich das nie zugetraut hätte –, weil ich mich meinerseits wiederum sehr kritisch darüber äußerte, dass sich eine prominente Mutter in vollem MakeUp und perfekt gestyltem Haar direkt aus dem Kreißsaal meldete. In meiner Naivität dachte ich, man würde womöglich auch die ersten Stunden mit dem Neugeborenen in Ruhe und Intimität, vielleicht noch mit dem Herrn Papa, verbringen wollen als mit dem Stylisten-Team.

    Ich fürchte der von Dir gefundene unsägliche Artikel haut da genau in eine Lücke, die so dermaßen groß und tief ist, wie wir es uns beide gar nicht vorstellen können.

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