[Werbung] Huldigt den Erfindern der Waschmaschine

Waschmaschine
pixabay @bierfritze

Sie wissen es nicht, aber Sie sind einem Mann namens John Tizack sehr, sehr dankbar.

Glauben Sie nicht? Doch, doch. Das ist nämlich der Erfinder der Waschmaschine. Naja zumindest derjenige, der 1691 das Patent zur Grundform der heutigen Waschmaschine angemeldet hat.

Da war die Waschmaschine aber noch ein riesiger Holztrog mit einem Deckel. Der Deckel hatte ein Loch, durch das eine Holzstange führte, die durch Hin-und Herdrehen die Wäsche in der Seifenlauge bewegte.

Es dauerte dann nochmal rund hundert Jahre, bis die Maschine so klein und damit auch erschwinglich war, dass sie theoretisch in normalen Haushalten hätte eingesetzt werden können.

Hannover Waschmaschinenpioniersstadt

Erste Hinweise, dass das wundersame halbautomatisierte Waschgerät auch in Deutschland im Einsatz war, finden sich in den Geschichtschroniken der Stadt Hannover.
(Weiß Hannover das eigentlich? Hannover die Geburtswiege der deutschen Waschmaschinengeschichte! Gibt es entsprechende Museen? Stadtführungen? Gedenktafeln? )

Tatsächlich hat sich die Waschmaschine aber weitere 200 Jahre im Bereich der Privathaushalte nicht durchsetzen können.

Erst als 1951 die erste elektrische Trommelwaschmaschine auf den Markt kam und dann rund zwei Jahrzehnte später preislich erschwinglich wurde, fanden die Waschmaschinen ihren Weg in den Haushalt.

Wenn Wäsche waschen schnell geht, kann man öfter waschen

Für Hausfrauen bedeutete das eine große Zeitersparnis. Jedenfalls die ersten zwei bis drei Jahre nach Verbreitung der Waschmaschinen. Damit die Hausfrauen aber auf keine dumme Gedanken kamen und sich nicht langweilten, stiegen einfach die hygienischen und ästhetischen Ansprüche an die Sauberkeit von Wäsche. Demzufolge musste sie viel häufiger gewechselt und gewaschen werden. Die Hausfrauen waren also wieder genauso lange mit Wäschewaschen beschäftigt wie vorher.

Interessant fand ich übrigens auch zu lesen, dass bestimmte Tätigkeiten wie z.B. das Wäsche waschen an Flüssen oder in Waschhäusern (oder auch das Teppichklopfen im Hof – die Geschichte des Staubsaugers verläuft ganz ähnlich wie die der Waschmaschine) sehr anstrengende aber eben gesellige Tätigkeiten waren.

Mit dem Einzug der elektrischen Haushaltsgeräte wurden die Frauen, die ja traditionell diese Tätigkeiten verrichteten, sozial isoliert. Wäsche waschen und Staubsaugen fand fortan alleine in der eigenen Wohnung statt [1].

Die Waschmaschine im Familienhaushalt ist unverzichtbar
Wäscheberge
pixabay @mpkino

Wie dem auch sei. ICH bin dem Erfinder der Waschmaschine sehr, sehr dankbar. In unserem Mehrpersonenhaushalt fallen jede Woche rund vier Maschinen Wäsche an. Ich hab dabei sogar das Gefühl, dass wir sehr sparsam und pragmatisch waschen – was nicht komisch riecht oder sichtbare Flecken hat, wird nach dem Tragen ausgeschüttelt und wieder zusammengefaltet in den Schrank gelegt.

Ich erinnere mich, dass meine Mutter immer viel mit der Hand gewaschen hat. Erstaunlich oft geben das die Etiketten an Kleidungsstücken ja vor.
Ich wasche nichts mit der Hand. Dafür gibt es ja das Waschmaschinenprogramm „Handwäsche“ (was ich sehr, sehr lustig finde). Ich bin mir sicher, dass jedes Wäschestück, auf dem Handwäsche steht, in meiner Waschmaschine besser aufgehoben ist als in meinen Händen.
Ich habe einfach nicht den Nerv Wäschestücke zart durch vorher angesetzte Seifenlauge zu ziehen und sie dann stundenlang mit klarem Wasser zu spülen. Allein die Vorstellung! Man muss dann ja auch noch auf die Temperatur des Wassers achten etc. pp.
WER MACHT DENN SOWAS?

Ich merke gerade, das Thema Waschmaschine ist ein sehr dankbares philosophisches Thema. Neben der Frage, ob das maschinelle Wäscheprogramm Handwäsche schonender ist als die manuelle Handwäsche, frage ich mich auch oft, warum man bestimmte Kleidungsstücke kalt oder bei 30 Grad waschen soll.
Die Frage ist gar nicht so banal, denn wenn man es tun soll weil die Kleidungsstücke sonst schrumpfen, abfärben oder sonstwie leiden – wie kann es sein, dass sie einen schwitzigen Sommertag bei 30 Grad an meinem Körper überleben? Müssten sie dann nicht an meinem Körper das selbe tun, was das „bitte kalt Waschen“ Etikett für ihr Verhalten in der Waschmaschine andeutet?

Fragen über Fragen!

Ich möchte jedenfalls nicht mehr ohne eine Waschmaschine im eigenen Haushalt leben. Als Studentin hatte ich keine und musste regelmäßig in den Waschsalon. Das war anstrengend und langweilig. Ich weiß außerdem nicht was das für optimistische und nervenstarke Menschen waren, die ihre Wäsche im Waschsalon einfach unbeaufsichtigt waschen haben lassen. Da kann doch jederzeit jemand kommen und alles klauen!

Ich hab mich da vorsichtshalber immer mit Buch vor die Waschtrommel gesetzt.

Heute bin ich froh, dass ich es mir leisten kann, eine eigene Waschmaschine zu besitzen. Die größten Demutsmomente habe ich immer, wenn die Kinder die Kotzerei haben. Da hat man oft in einer Nacht drei Bettwäschesets und ebenso viele Schlafanzüge besudelt. Wie wunderbar wenn man den ganzen Mist einfach in die Waschmaschine stopfen kann und sich um nichts kümmern muss.

Also Danke John Tizack – und wollen wir genau sein – auch Alva J. Fisher, der die erste elektrische Trommelwaschmaschine erfunden hat.

Waschmaschinen online kaufen

Achso: Und falls ihr gerade eine neue Waschmaschine kaufen wollt, dann ab zu AO.
AO ein großer Onlineshop für Haushaltsgeräte. Schick ist z.B. die Suchmaske für Waschmaschinen, bei der man gleich eingrenzen kann, was genau man sucht und wie viel man ausgeben möchte. Es gibt dann, wie bei anderen Portalen auch üblich, eine Fünfsternebewertung für die Produkte selbst.
Zur eigentlichen Lieferung kann man, was für mich persönlich unverzichtbar ist, Deinstallation, Anschluss und Altgerätemitnahme als Service für 24,99 Euro hinzu buchen.


[1] Quelle: Geschichte der Konsumgesellschaft

Autor: dasnuf

Aha! Google doch „dasnuf“ Muhahahahaha!

82 Gedanken zu „[Werbung] Huldigt den Erfindern der Waschmaschine“

  1. Als Mann habe ich am Wochenende tapfer mit dem Wäscheinferno (vier Personen) gekämpft und war schon froh über Waschmaschine und Trockner. Nur das Bügeln hat mal wieder ganz schön aufgehalten. Insb. die Blusen meiner Frau sind (im Gegensatz zu meinen Oberhemden) nahezu unbügelbar.

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  2. Vielleicht stört ja nur mich sowas:

    „ao.de wird betrieben von AO Deutschland Limited.
    AO Deutschland Limited ist in England und Wales unter der im englischen Handelsregister („company registration number“) eingetragenen Nummer 07857409 registriert; die beim Amtsgericht Köln unter HRB 81885 eingetragene selbständige Zweigniederlassung wird vertreten durch Kevin Charles Monk.“

    klingt gefährlich nach: Steuersparmodel.

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    1. Wikipedia sagt „Am 22. August 1691 wird John Tizack (auch Tyzacke) das englische Patent No. 271 auf eine Maschine erteilt, die neben einer Vielzahl von Anwendungen auch für das Waschen von textilen Stoffen nutzbar sein sollte. Eine detaillierte Beschreibung der Konstruktion wird in der Patentschrift nicht gegeben“

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  3. Das erinnert mich an die Geschichte, die ich einmal bloggen muss, wie meine Großmutter in den Fünfzigern meinen Großmutter und die drei gemeinsamen Söhne verlassen wollte, aber dann geblieben ist, als er eine Waschmaschine kaufte und ihr den Führerschein und alle zwei Jahre eine Kur ohne Familie finanzierte. Das Leben wurde einfacher und die beiden waren dann noch sehr, sehr lange verheiratet.

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  4. Ergänzungen bzw. Pro-Tipps :) :
    -bei vielen Familienmitgliedern auf eine große Trommel achten (8kg), das spart Waschgänge und Nerven
    -ein Trockner für Unterwäsche, Socken, Handtücher und Bettsachen (Magen-Darm!) auch. Kann man mit einer Rüttelgummiunterlage (Baumarkt) gut auf die Waschmaschine draufstellen, wenn es an Stellfläche mangelt
    -99% der 30-Grad-Wäsche hält 40 Grad aus, wenn sie denn schon öfter gewaschen wurde, spart Waschmittel
    -um Waschungen zu sparen, hat jedes Kind eine Wäschebox als Cache, in den die noch tragbaren Sachen reinkommen. Daraus muss sich bevorzugt bedient werden, das spart einmal falten. Auch gut als Schlafanzugaufbewahrung tagsüber

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  5. Freue mich, dass Sie mit Ihrem Blog etwas Geld verdienen. Ist mehr als verdient. Machen Sie mit der Kohle doch wieder Urlaub in Brandenburg.
    Tipp von mir als Hausmann: Wollpullover verfilzen nicht wegen der Temperatur, sondern wegen zuviel Waschmittel.

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  6. Ich besitze seit 3 Jahren keine eigene Waschmaschine mehr und vermisse sie nicht. Allerdings wohnen in meinem Haushalt auch nur 2 Erwachsene, das macht den Wäscheberg sehr übersichtlich. Mit Kindern ist das sicher nicht so einfach.
    Als die Maschine (vom Vormieter übernommen) das Zeitliche segnete, hatte ich keine Lust wieder eine anzuschaffen, da in der Wohnung dafür eigentlich kein Platz ist. Das ging zum Glück auch, weil auf der anderen Straßenseite ein ganz großartiger und knuffiger Waschsalon ist. Da gehe 1x pro Woche hin und wasche. Mit entkalktem Wasser (ich bilde mir ein dass es die Wäsche erheblich schont). Und in nur 37 Minuten pro Waschgang. Und dort gibt es Wifi.

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  7. Kennt ihr diese irrsinnig euphorischen Ami-Werbespots und -Anzeigen aus den 50ern/60ern, wo Hausfrauen ausflippen vor Freude über das neue Haushaltsgerät (Staubsauger, Waschmaschine usw.) ?
    Vor dem Hintergrund, dass sie sich vorher von Hand abplacken mussten, ist die Freude wohl verständlich (plus die übliche große Dosis Kitsch-Zuckerguss): So eine Maschine kann tatsächlich für ein ganz neues Leben sorgen.

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  8. Die kundenbewertungen auf der ao-website lesen sich für mich persönlich alle wie Fake-Bewertungen.

    Und die Kommentare hier über mir haben wohl ein Spam-Problem?!?

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  9. Meine Mutter hat mir beigebracht, Wollpullover im Winter in der Maschine nur kalt zu waschen. Durch den Temperaturunterschied zwischen dem warmen Wasser in der Waschmaschine und dem vergleichsweise sehr kalten Leitungswasser zum Spülen verfilzen die Pullis sonst.
    (Ansonsten brauche ich die Kaltwäsche nie)

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  10. Ist es eigentlich nur ein urbaner Mythos oder die Wahrheit, dass sich Waschmaschinen erst durchsetzen konnten, als sie ein Guckfenster hatten, weil sie vorher zu magisch waren?

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    1. Doch, hab ich auch schon mal gehört. Die NutzerInnen trauten dem Braten nicht, das Vertrauen, dass die Wäsche wirklich sauber gewaschen wird, kam erst mit dem Fenster zum dabei zusehen.

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