[Werbung] Urlaub in der eigenen Stadt

Das Jahr 2014 hat einiges geändert in meinem Leben. Frisch getrennt war mir klar, wie zerbrechlich Zukunftsvorstellungen sind. Das ewige „wenn wir mal Zeit haben“, hat sich nicht mehr ergeben. Im gleichen Jahr hat mir meine überraschende Herzkrankheit vor Augen geführt, wie sehr das Hier und Jetzt zählt und wie wenig das Später.

Was ich hier in zwei Zeilen schreibe, hat meine Einstellung zu vielem grundlegend verändert. Ich habe mit YOLO schon mal darüber geschrieben. Diese Erkenntnis mag vielleicht banal klingen – und natürlich war mir das theoretisch schon vorher klar – nur umsetzen konnte ich dieses (Alltags)Wissen nicht.

Es klingt merkwürdig, aber ich habe erst durch diese Ereignisse gelernt es mir gut gehen zu lassen. Meine bis dahin ausschließlich pragmatisch getroffenen Entscheidungen, sind ins Wanken geraten und ich tue jetzt Dinge einfach weil ich Lust darauf habe oder weil sie mir gut tun. Andere Dinge wiederum tue ich viel weniger oder später. Eine unaufgeräumte Küche kann nach einem schönen Abend mit Freundinnen und Freunden einfach warten. Ich gehe lieber mit dem warmen und geselligen Gefühl ins Bett, als mich noch eine Stunde zum Aufräumen in die Küche zu stellen.

Durch die Trennung habe ich außerdem kinderfreie Zeiten. Einen Luxus, den ich seit über zehn Jahren nicht mehr hatte (es ist so furchtbar, dass mit diesem Satz bei mir sofort der Gedanke anspringt, ich müsse mich rechtfertigen, dass es OK ist, kinderfreie Zeiten gut zu finden… als wäre das eine Todsünde).

Die kinderfreien Zeiten verbringe v.a. ich mit verrückten Dingen wie: einfach nach Hause kommen und keine Pflichten haben. Kein Abendessen machen, nicht nach den Schulsachen schauen, keine Wäsche waschen. Einfach aufs Sofa werfen, eine Fertigpizza essen, aufs Klo gehen, ohne das ein Kind ein dringendes, unaufschiebbares Anliegen besprechen möchte.

An einigen wenigen Wochenenden wechsle ich den Ort. Für mich sind Wochenenden, die ich nicht in meiner gewohnten Umgebung verbringe, rückblickend wie ganze Ferienwochen. Dafür muss ich nicht mal weit reisen.

Eine Nacht in einem Hotel in einem anderen Stadtteil zu verbringen, tut’s auch. Meistens ist die Anreise eher zusätzlicher Stress. Wenn sich die Anreise auf acht Stationen mit der S-Bahn beschränkt, ist das wunderbar. Ich habe Urlaub in der eigenen Stadt gemacht und kann das sehr empfehlen.

In einem anderen Kontext hatte ich schon das 25hours Hafencity in Hamburg kennengelernt und war wirklich angetan von dieser Hotelkette. Ich hab mich deswegen sehr gefreut, dass ich zu zweit das 25hours Bikini Berlin ausprobieren durfte.

Und was soll ich sagen: es war großartig. Von Berlin nach Berlin und zurück.

IMG_6356Das 25hours Bikini Berlin liegt im touristischen Teil West-Berlins in unmittelbarer Nähe der Gedächtniskirche und des Breitscheidplatzes. Wir haben unseren Ausflug in die fremde Gegend genutzt und haben nach 16 Jahren Berlin gemacht, was wahrscheinlich sonst nur Touristen machen: Wir sind zur Einstimmung ins nahe gelegene Café Kranzler gegangen und haben ein Stück mittelmäßige Torte mit einem ziemlich schlechten Kaffee getrunken.

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Danach sind wir ins Hotel und haben uns in die Hängematte mit Blick auf den Zoologischen Garten gelegt. Ich liebe Hängematten und der freie Blick mitten in Berlin, ist großartig (im Frühling und Sommer wahrscheinlich noch mehr als im Winter).

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IMG_6353Ich hatte von meinem 40. Geburtstag noch eine Flasche Champagner, die wir getrunken haben (das Klischee will es so) und wir haben die Badewanne, die quasi fast frei im Raum steht, ausprobiert.

IMG_6350Von der Badewanne aus kann man übrigens fernsehen. Fernsehen ist für mich, da ich seit vielen Jahren keinen Fernseher besitze, eine total verrückte Sache. Es war wie damals in den 90ern – zumal Xena* lief.

 

 

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Am Abend sind wir dann auf eigene Kosten in das dazugehörige Neni Restaurant gegangen. Großer Vorteil wenn man dort übernachtet – die Warteschlange ist sonst absurd lang und zu bestimmten Zeiten bekommt man gar keinen Platz dort.

Vom Restaurant sind wir in die Monkey Bar und haben einen überteuerten Drink zu uns genommen und die phantastische Aussicht über West-Berlin genossen. Spätestens da, war ich so entspannt wie nach vier Tagen Urlaub in einer fremden Stadt.

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Am nächsten Morgen gab es ein sehr, sehr reichhaltiges Frühstück (ebenfalls im Neni) bevor wir dann wieder zurück in unseren Alltag gefahren sind.

Das 25hours Hotel ist wirklich ein sehr feines Hotel. Die Einrichtung ist sehr stylisch – man kommt sich vor wie in eine dieser amerikanischen Serien, bei denen man sich immer fragt, wie die Protagonisten an solche Wohnungen kommen und wie sie sie sich leisten können. Die Details sind liebevoll und praktisch: Es gibt einen Wasserkocher im Zimmer – man kann sich also problemlos Tee machen, es warten so viele Magazine in der Sofaecke, dass man es eigentlich in den wenigen Stunden, die man dort ist, nicht schafft alles zu lesen. Es gibt überall Lautsprecherboxen (sogar IN der Badewanne), die man über Bluetooth ansteuern kann – wenn man die eigene Musik mitbringt, ist man also nicht auf das Radioprogramm angewiesen. Auf den Zimmern gibt es übrigens auch ein Fahrrad mit dem man die Stadt erkunden kann (haben wir nicht gemacht, es war November und schneematschig) und man kann sich einen Mini ausleihen, wenn man Lust darauf hat.

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IMG_6352Einzig und allein die Beleuchtung im 25hours macht mich kirre. Es gibt nur schummrig-romantisches Licht. Ich mag ja gerne OP Beleuchtung (zumindest optional) und hatte ständig den Impuls, das Licht anzumachen, um dann festzustellen, dass es bereits an war. Die Klimaanlage könnte auch ein wenig leiser sein und schön wäre, wenn man die Temperatur komplett selbst bestimmen könnte.

Es ist ein großer Luxus so ein Wochenende zu haben, das weiß ich. Ich hab es sehr genossen und all meinen Freundinnen und Freunden biete ich hiermit öffentlich an: Wenn ihr sowas mal machen wollt, bringt mir eure Kinder (das Problem sind ja meist nicht die Übernachtungskosten sondern die mangelnden Möglichkeiten, die Kinder wohlbehütet zu wissen).


 

*Es wird übrigens sehr zeitnah ein Xena Reboot geben.

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

14 Gedanken zu „[Werbung] Urlaub in der eigenen Stadt“

  1. Schöner Text und schön, dass es dir wieder gutgeht. Seltsam, dass uns erst Schicksalsschläge den Weg zeigen müssen, das Leben zu genießen.
    Hotel in der (fast) eigenen Stadt – also von Potsdam nach Berkin hatten wir auch schon mal und fanden es großartig.
    Liebe Grüße
    Ilka

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  2. Schöner Text! Freut mich, dass es dir gut geht. Nur Mist, dass einem erst Schicksalsschläge den Weg zeigen müssen…
    Hotel in der (fast) eigenen Stadt hatten wir auch schon. Von Potsdam nach Berlin – und fanden es großartig.
    Viele Grüße
    Ilka

       0 likes

  3. ******************KOMMENTAROMAT**********************
    Gerne gelesen
    *****************/KOMMENTAROMAT**********************

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