Als Urlaub noch einfach war

Wer eines der Bücher gewinnen möchte, hinterlässt bis zum 25.08.2013 einen Kommentar und schreibt dazu in welchem Urlaubsstadium sie oder er sich befindet (beginnend von „Geh mir weg mit Urlaub“ bis „unter 7 Sterne Hotel geht gar nichts mehr“) und welches Buch sie/er gerne hätte oder vermerkt „egal“, falls jedes Buch eine Freude bereiten würde. Die Gewinner werden ausgelost.

Als Studentin habe ich mich hauptsächlich von Dosenmais ernährt. Das hat viele Vorteile. Das Einkaufen geht schnell und auf Reisen ist man sehr flexibel was die Sicherstellung der gewohnten Nahrungsquelle angeht.

Für Dosenmais sprachen damals zwei Gründe. Erstens ist Dosenmais billig und zweitens mochte ich fast nichts anderes. Ich weiß nicht, ob es eine Steigerungsform für das Wort „picky“ gibt – jedenfalls sagten mir zu diesem Zeitpunkt fast keine Lebensmittel geschmacklich zu. Obst pauschal nicht, Gemüse eigentlich auch nicht, für Fleisch und Wurst hatte ich kein Geld und eine richtige Küche, um mir Nudeln oder Reis zu kochen, hatte ich nicht.

Blieb also Dosenmais. Jedenfalls – um auf das Reisen zurück zu kommen – Dosenmais gibt es in den meisten Ländern und so machte mich Mais, was das Reisen angeht, sehr flexibel. Ich arbeitete also die erste Hälfte der Semsterferien und die zweite Hälfte kaufte ich mir ein Interrailticket.*

Das Reisegepäck war leicht. Eine Isomatte, einen Schlafsack und ein Paar Klamotten. Das Zelt ließ ich meine Reisebegleiter tragen. (Immerhin trage ich im Alltag meine Handtasche selbst!) Kocher, Geschirr und anderen unnötigen Ballast konnte man sich sparen. Ein Dosenöffner und ein kleiner Löffel genügten.

Ich kann mich nicht erinnern, dass mir auf Reisen jemals etwas gefehlt hat. Ich hab auf der Isomatte gut geschlafen. Es war trocken im Zelt und drei T-Shirts waren ausreichend für eine Woche. Für die Abende hatte ich drei englische Bücher dabei und wenn ich sie ausgelesen hatte, habe ich sie mit anderen Reisenden getauscht.

Das Leben war so einfach. Dann kamen die Kinder und wir waren der Meinung, dass Campen immer noch eine wunderbare Idee ist. Allerdings musste aufgrund der Gepäckmengen ein Auto gekauft werden. Ein großes hässliches, in das drei Kindersitze rein passten. Und obwohl wir die Fußräume bis unter das Kinn ausgenutzt hatten, genügte der Stauraum nie. Ich weiß nicht woher dieser ganze Krempel kommt – aber jedes einzelne Stück ist für das Überleben notwendig. Ein Sonnensegel, ein Tisch, natürlich wollten wir auf richtigen Stühlen sitzen, Kochgeschirr, ein Herd mit zwei Flammen, Sandspielzeug, aufblasbare Isomatten, Taschenlampen, eine Spülschüssel, Handbesen, Kopfkissen… Beim nächsten Urlaub ging es schon ohne Dachkoffer nicht mehr.

Der Urlaub selbst eine Qual. Die Kinder mit dem Sonnenlicht wach – also täglich von 5 bis 22.30 Uhr. Der Rücken schmerzt. Überall und immer Sand und Ameisen.

Die nächste Stufe war dann der Urlaub in Ferienwohnungen. Weniger Gepäck, bessere Betten – aber immer noch Alltag. Einkaufen, kochen, spülen, aufräumen, schlimmstenfalls sogar putzen.

Ich glaube, nächstes Jahr versuche ich es mal mit durchorganisierten Pauschalreisen inkl. 24stündigem Kinderanimationsprogramm und Vollpension. Es ist ein bisschen schockierend, sich das zu wünschen – aber hey, ich bin bald 40 und da wünsche ich mir v.a. eines: RUHE! und bestenfalls ein Paar Tage schlimme Langeweile. Und ich wünsche mir sehr, die Zeit zu finden ein Paar Bücher zu lesen und damit Eure Reisen, verehrte Leserinnen und Leser, nicht buchlos sind, verlose ich fünf meiner Lieblingsbücher.

  • Was ich liebte von Siri Hustvedt
  • Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone von Mark Haddon
  • Middlesex von Jeffrey Eugenides
  • Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich von David Foster Wallace
  • Alles ist erleuchtet von Jonathan Safran Foer

Die Bücher sind freundlicherweise von Holidaycheck zur Verfügung gestellt. Wer eines gewinnen möchte, hinterlässt bis zum 25.08.2013 einen Kommentar und schreibt dazu in welchem Urlaubsstadium sie oder er sich befindet (beginnend von „Geh mir weg mit Urlaub“ bis „unter 7 Sterne Hotel geht gar nichts mehr“) und welches Buch sie/er gerne hätte oder vermerkt „egal“, falls jedes Buch eine Freude bereiten würde. Die Gewinner werden ausgelost.
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*Früher liebe Kinder, konnte man mit einem einzigen Ticket drei Monate durch ganz Europa reisen.