[Werbung] Die Eve Matratze im Langzeittest

Im Januar habe ich über meine neue Eve Matratze geschrieben. Nach den ersten vier Wochen war ich zufrieden. Meine damaligen Eindrücke nochmal als Zusammenfassung:

  • Mein Bett ist mit der Eve Matratze, die selbst 20 cm hoch ist, deutlich höher. Mit 40 fängt man an sowas zu schätzen. Einfach Beine aus dem Bett und aufstehen. So wie in einem SUV.
  • Die Matratze ist weicher als alle Matratzen, die ich bislang hatte und passt sich dem Körper an.
  • Die oberste Schicht, die aus Naturlatex besteht, hat einige Zeit gerochen.
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Die Sprüche auf dem Karton der Eve Matratze erinnern mich an den Twitter-Account „Man who has it all“

Nach insgesamt drei Monaten, also sehr nahe an der 100 Tage Testgrenze, bin ich immer noch zufrieden und würde die Matratze nicht zurück geben wollen.

Mein Fazit: Ich schlafe viel besser als mit meiner Vorgängermatratze. Ich meine auch weniger Rückenschmerzen zu haben (v.a. im unteren Bereich) und die Matratze riecht auch schon lange nicht mehr.

Matratzen scheinen mir eine sehr individuelle Sache zu sein. Ich kann nur für mich sagen, dass ich mit der Eve Matratze zufrieden bin. Ein echtes Argument sind für mich die 100 Probetage, deswegen fällt es mir leicht die Matratze zu empfehlen. Ich glaube nicht, dass zehn Minuten Probeliegen in einem Laden die 100 Probetage aufwiegen können.

Wenn ich einen Verbesserungswunsch äußern dürfte, dann, dass der Rand der Matratze etwas fester sein könnte. Und wie im ersten Artikel gesagt: Wenn man zu zweit, sehr kuschelig eng aneinander liegt, dann bildet die Matratze eine Mulde, die einen noch enger zusammen rutschen lässt. Wenn man sich gern hat, ist das aber kein Problem (mal angesehen davon kehrt die Matratze ja immer wieder in ihre ursprüngliche Form zurück…). Wenn ich alleine drin liege, kann ich sie uneingeschränkt empfehlen. Da ist das In-die-Matratze-sinken sogar ein großer Vorteil: Denn ich kann endlich wieder auf dem Bauch schlafen.

Und P.S. Der Karton der Matratze ist nach wie vor eines der Lieblingsspielzeuge der Kinder.

[Werbung] Tagebücher auf Papier? Wirklich jetzt?

Vor einiger Zeit habe ich eine Mail von dot on® bekommen, ob ich nicht mal das neue dot on diary family ausprobieren möchte. Hach ja, dachte ich, an sich ist das ja ne schöne Idee. In der Elternzeit habe ich es wirklich geschafft mehr oder weniger regelmäßig Kindertagebuch zu schreiben und eigentlich hatte ich mir schon lange vorgenommen damit mal wieder anzufangen.
Ich schrieb also ziemlich genau das zurück: „Die Idee ist sehr schön, gerne könnt ihr mir eins schicken, aber ich befürchte, ich werde kaum dazu kommen, was reinzuschreiben und deswegen sehr wahrscheinlich auch nicht im Blog darüber berichten können.“

Sechs Wochen später ist das Familientagebuch fast voll. Zu meinem großen Erstaunen. Es sind allerdings einige Faktoren dazu gekommen, die das Befüllen des Tagebuchs – sagen wir – begünstigt haben.

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Zum einen bin ich schon lange stolze Besitzerin eines unermesslichen Vorrats an Aufklebern, die traurig vor sich herlagerten ohne jemals zum Einsatz zu kommen. Zum anderen haben wir uns ziemlich zeitgleich eine Polaroid Snap (Affiliate Link) gekauft und nicht zu vergessen: Die Kinder können (fast) alle selbst schreiben.

Ich hab das Familientagebuch also an einem für alle zugänglichen Ort gelegt, verkündet: „Wir haben jetzt ein Familientagebuch, ihr könnt da alle reinschreiben oder malen“ und selbst immer mal ein Ereignis vermerkt. Dazu die Bilder der Sofortbildkamera und die Punkt-Aufkleber des dot on diary, die mit dabei sind, mit denen man hervorragend kleine Erinnerungen (Eintrittskarten, Postkarten, ausgeschnittene Zeitungsartikel…) festkleben kann.

Das Familientagebuch hat mir so viel Freude bereitet, dass ich also wieder an dot on® geschrieben habe und um weitere Exemplare gebeten habe, die ich hier verlosen kann: Je ein dot on diary family und ein dot on diary days. (Die beiden unterscheiden sich in der Auswahl der Aufkleber, die einmal speziell auf Familienereignisse und einmal auf Tagebucheinträge im Allgemeinen zugespitzt sind.)

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Wer eins haben möchte, kommentiert unter den Artikel und verrät mir was sie/er mit seinen Erinnerungen macht. Sammelt ihr in Schuhkartons? Macht ihr Fotoalben? Schreibt ihr wichtige Daten einfach in den Kalender?

Und so geht es:

  • Verlost wird 1x das dot on diary family und 1x das dot on diary days
  • Kommentiert bis zum 21.02.2016, 24 Uhr
  • Ich versende nur innerhalb Deutschlands
  • Sollte sich die/der Gewinner/in nicht innerhalb einer Woche melden, verfällt der Gewinn.

Übrigens (weil ich die Idee so schön fand und sie zumindest auch was mit dem Thema „Erinnerungen konservieren“ zu  tun hat) wenn ihr auch aus jedem Urlaub Sand nach Hause schleppt und nicht wisst, was man damit tun kann, Mamazweipunktnull hatte da eine sehr schöne Idee:

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Bild von Mamazweipunktnull

[Werbung] eve – one mattress to rule them all

Ich habe die eve Matratze getestet und schlafe jetzt bequem in einem Senioren-Bett. Die Matratze wurde kostenlos geliefert und ist relativ günstig. Für die Kinder fällt noch ein Spielhaus ab.

IMG_5229Seit gut vier Wochen habe ich eine eve Matratze. Seit ungefähr zwei Wochen will ich darüber schreiben, aber ich neige dazu, mich abends mit Laptop aufs Bett zu legen und dann ist es plötzlich so weich und kuschelig und ZZzzzzzz.

Nein, ohne Quatsch. Ich habe eine eve Matratze zur Verfügung gestellt bekommen, weil ich gerade mein Familienbett aufgelöst habe, mir ein eigenes Bett gekauft habe, in ein anderes Zimmer gezogen bin und meine Matratze einfach ätzend war.

Ich habe mich die letzten Jahre damit abgefunden schlecht zu schlafen. Weniger wegen der Matratze als dem Umstand geschuldet, dass ich kleine Kinder habe. Bis heute ruft mindestens ein Kind pro Nacht: „Maaaaamaaaaa“ und fragt an, ob es nicht vielleicht doch mit unter die Bettdecke schlüpfen könnte. Gemessen an der Zeit, in der ich gestillt habe (da habe ich wirklich gar nicht mehr gezählt, wie oft ich wach wurde) und der Kleinkindzeit ist das fast durchschlafen.

Aktuell gewöhnen wir uns alle ans alleine – jede/r in seinem Bett schlafen und erst da fiel mir auf wie schlecht meine Matratze eigentlich ist. D.h. solange ich wirklich alleine schlafe, war sie eigentlich OK – jetzt schlafe ich aber unerwarteterweise doch öfter zu zweit und da überschreiten wir die laut Matratzenhersteller angegebenen 100kg Höchstbelastung… vielleicht liegt es daran.

Ich habe mit meiner alten Matratze und trotz der beinahe nicht vorhandenen zusätzlichen Kinder ziemlich schlecht geschlafen und an sehr vielen Tagen hatte ich Rückenschmerzen.
IMG_5876Es kam mir da sehr gelegen, die eve Matratze auszuprobieren. Mit großer Vorfreude habe ich mir also die Matratze bestellt und allein die Lieferung war ein großes Abenteuer. Das Tracking-System funktionierte nämlich hervorragend und so war ich tatsächlich zuhause, als die Matratze meine Wohnung erreichte. (Die kostenlose Lieferung ist im übrigen für mich eine super Sache, weil ich kein Auto habe und im 4. Stock wohne!)

Der freundliche Herr von UPS hat demzufolge geklingelt und mir die Matratze nach oben geschleppt. Oben war ich dann ganz aufgeregt, bis mir auffiel, dass die Kiste nicht 1,40 m und auch nicht 2,00 m hoch war. MIST! Ich hatte doch eine Matratze immit dem Maß 1,40 m mal 2,00 m bestellt – auch wenn sie zusammengerollt war, in eine der beiden Richtungen hätte sie doch gerollt sein müssen? Bestimmt hatte ich mich vertippt. Menno. Große Enttäuschung.

Glücklicherweise war ich dann aber trotzdem neugierig und habe die Matratze aus der Kiste geholt und es geschah etwas wunderbares (und das erste Mal hab ich verstanden, wann „Unboxing-Videos“ Sinn ergeben): die Matratze war in der Mitte gefaltet und klappte sich sehr ästhetisch aus (weil ich das vorher nicht wußte, habe ich leider kein Video gemacht).

Im Karton war eine Gebrauchsanweisung, die dazu rät

  1. die Matratze einige Zeit liegen zu lassen, damit sie sich komplett auffalten und
  2. entlüften kann.

Nach zwei Tagen habe ich die Matratze auf mein Bett gehievt, aber mein Freund fand, dass sie immer noch chemisch riecht* und deswegen haben wir sie wieder runtergewuchtet und weitere fünf Tage gewartet. Wie gesagt, ich habe schon lange nichts mehr gerochen, aber mein geruchssensibler Freund hat erst nach ca. zwei Wochen aufgehört zu sagen, dass die Matratze noch riecht.

Das erste Probeliegen war „interessant“. Die Matratze ist für mein Empfinden sehr hoch (20 cm) und mein Bett fühlt sich durch die zusätzliche Höhe angenehm nach Seniorenbett an. Ganz ehrlich: ich finde das super und erinnerte mich daran, wie mein Vater über den Einstieg in seinen neuen SUV schwärmte. Ich bin jetzt offenbar auch in diesem Alter… aber lassen wir das.

Die Matratze ist sehr weich. Das hat bei mir zunächst ein zweifelndes Naserümpfen verursacht. In einem großen Möbelhaus habe ich mich auf die unterschiedlichen Matratzenmodelle geworfen und selbst die härteste, war mir persönlich zu weich. Die eve Matratze gibt beim Draufsetzen oder Hinlegen nach, man sinkt einige Zentimeter ein.

Frei nach dem Sprichwort „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul“, habe ich mir dann aber einen Ruck gegeben und mir gesagt: probieren kann man es ja mal.

So und bevor ich darüber berichte, wie es langfristig ist, auf der eve Matratze zu schlafen, vielleicht noch ein paar Fakten:

  • Meine Matratze hat für die Größe 140cm x 200cm und hat 600 Euro gekostet. Das ist, gemessen an den Alternativen, die ich mir vorher angeschaut habe, relativ günstig. eve selbst sagt, das liege daran, dass man sie nur online kaufen könne und somit die zusätzlichen Kosten für Zwischenhändler wegfallen.
  • Die Matratze wird kostenfrei innerhalb weniger Tage geliefert (bei mir waren es vier Tage).
  • Auf die Matratze ist 10 Jahre Grantie und man kann sie 100 Tage Probleliegen.

Letzteres finde ich großartig, denn bei jedem Matratzenkauf habe ich mich bislang gescheut Geld in die Hand zu nehmen, weil ein 10 minütiges Probeliegen im Geschäft nicht wirklich valide vorher sagt, wie zufrieden ich mit der Matratze langfristig sein werde.

  • Produziert wird die Matratze in England.

IMG_5770Und P.S. die Box, in der die eve geliefert wurde, ist seit einigen Wochen das beliebteste Spielzeug im Kinderzimmer.

Und ich gehe jetzt zurück in mein Bett. Wie es sich auf der eve Matratze schläft, berichte ich in einigen Wochen. Ein bisschen gespoilert habe ich ja schon ganz zu Beginn des Textes…

 


 

*Tatsächlich riecht die oberste Schicht, die aus Naturlatex besteht. Dem FAQ der eve Website kann man dazu entnehmen „Wie alle Naturprodukte riecht es eben auch. Zudem unterliegen Naturprodukte stärkeren Schwankungen in der Produktion. Die Stiftung Warentest empfiehlt erst nach vier Wochen aufgrund von Geruch zu reklamieren. 90% aller eves riechen 1-3 Tage.Weitere 8% riechen bereits nach einer Woche nicht mehr.“

[Werbung] Nicht die Batterien vergessen! Niemals! Denk doch einer mal an die Kinder!

Es war 1984, ich war gerade neun Jahre alt und mit meinen Eltern zu Besuch bei Freunden. Ich meine mich zu erinnern, dass das befreundete Pärchen kinderlos war. Meine Eltern waren zum Abendessen eingeladen und ich wurde mitgeschleppt. Schrecklich fand ich das, solche Abende waren bislang ausnahmslos grauenhaft langweilig.

Als wir dann aber dort ankamen, war ich sehr beeindruckt. Die Freunde hatten eine sehr große Wohnung. Die Küche war mit dem Wohnraum verbunden und sah aus wie aus einem Werbeprospekt. Die Fronten waren in einem kräftigen Rot lackiert und es gab eine weiße Theke, an der man auf einem Barhocker Platz nehmen konnte. Nach einer kurzen Begrüßung, setzten sich meine Eltern an den ebenfalls weißen Esstisch, ich fragte, ob ich an der Theke Platz nehmen dürfte. Mein Vater warf mir einen mahnenden Blick zu, so in der Art „Benimm dich, lass die Sondersachen“, aber die Faszination Barhocker war einfach zu groß um mich brav an den Tisch zu setzen. Die Dame des Hauses sagte: „Na, klar, setz dich hin, wo es dir gefällt.“

Von meinem Platz aus, konnte ich bei der Zubereitung der Speisen zuschauen. Zwischendrin reinigte die Freundin meiner Eltern verschiedene Kochutensilien unter einem ausziehbaren Sprühkopf in der Spüle. Ich war total beeindruckt. Diese Menschen waren zweifelsohne sehr reich.

Als die Vorspeise auf dem Tisch stand, kam die Freundin meiner Eltern, ich erinnere ihren Namen nicht mehr, auf mich zu und überreichte mir recht beiläufig zwei kleine Pakete. „Hier, Du hattest neulich Geburtstag, habe ich gehört.“ Ich war völlig aus dem Häuschen! Es war Herbst, mein Geburtstag im Sommer. Das Letzte was ich jetzt erwartet hätte, war ein Geschenk.

Das Geschenkpapier war sehr bunt. Hauptsächlich gelb. Ich schaute unentschlossen zwischen den beiden Paketen hin und her und wußte nicht so Recht, welches ich zuerst öffnen sollte. Ich entschied mich dann aber für das kleinere der beiden. Ich riss vorsichtig das Papier ab und zum Vorschein kam eine Musikkassette. In dicken, roten Buchstaben stand „Formel Eins“ auf der Kassette und oben drüber in grün und blau „Die Highlights 84′ – 20 Superhits“. 1984 wusste ich noch nicht was das war. Formel Eins hatte ich bis dahin nie im Fernsehen gesehen. Ich hatte aber einige Male eine Bravo gelesen und mir waren die Sängerinnen und Sänger ein Begriff. Frankie goes to Hollywood, Tina Turner, Billy Idol und Alphaville und nicht zuletzt LIMAHL! So toll! Ich fand ihn so süß! Seine blondierten, strubbeligen Haare. Ohhhhh! Da hielt ich diese fantastische, großartige, aufregende, unbeschreiblich tolle Kassette in der Hand. So was tolles hatte ich noch nie bekommen. Am liebsten wäre ich sofort nach Hause gefahren, um die Musik zu hören.

(Tatsächlich habe ich die Kassette später mehrere hundert Male gehört und mein Lieblingslied wurde von Queen Radio Ga Ga. Ich konnte damals kein Englisch, habe nichts verstanden, fand aber den Refrain mit den Zeilen Radio Gaga, Radio Goo Goo, Radio Blah Blah sehr witzig und grölte sie stets mit.)

Jedenfalls, da saß ich also mit meiner MC, meine Eltern erst bei der Vorspeise und ich Jahrhunderte entfernt von der Möglichkeit die Musik anzuhören. Ich war immer noch so entgeistert von dem unerwarteten Geschenk, dass mir erst einige Minuten später einfiel, dass ich noch ein zweites, ungeöffnetes Paket vor mir hatte. Ich räumte also das zerrissene Geschenkpapier zur Seite und öffnete das zweite, etwas größere Paket. Und was da zum Vorschein kam, hat mich fast vom Stuhl fallen lassen. Es war ein Walkman! Ein Walkman! Also versteht ihr? EIN WALKMAN! Ein graues Sony-Gerät. Sony WM-35 Sports stand drauf. Unfassbar! Was waren das für Menschen? Ich kannte die gar nicht und die schenkten mir einfach etwas zum Geburtstag und dann auch noch in einer Dimension, die meine Vorstellungskraft überschritt. Zur Kommunion hatte ich vielleicht solche Geschenke bekommen, aber doch nicht einfach so – nachträglich zum Geburtstag!

Ich schaute mir den grauen Walkman genauer an. Man konnte ihn nicht einfach aufklappen sondern musste den oberen Teil, der über die Schalter Play, Stopp usw. gelegt war, zur Seite klappen. Der innere Teil war durch eine Dichtung geschützt. In meiner Erinnerung war das Gerät dadurch spritzwasser- und sandgeschützt. Ich hatte ihn später meine komplette Kindheit im Sommerurlaub am Strand dabei und hörte damit Musik bis er mir in Istanbul geklaut wurde.

Ich war jedenfalls in diesem Moment das glücklichste Kind der Welt. Ich hatte eine eigene Musikkassette mit Hits, die ich sonst nur aus dem Radio kannte UND einen Walkman. Ich öffnete also die Kassettenhülle vorsichtig, entnahm die Kassette und legte sie in den Walkman ein. Dann nahm ich die beiliegenden Kopfhörer (düster erinnere ich mich, dass sie irgendwie anders waren als die Kopfhörer, die ich bislang gesehen hatte, genaueres weiß ich aber nicht mehr), setzte ihn auf, drückte ganz langsam den Play-Knopf, hielt dabei die Luft vor Aufregung an und…

…nichts passierte. Nichts. Nichts bewegte sich, der Playknopf war gedrückt, aber das Gerät tot. Es hatte keine Batterien. Ich untersuchte den Walkman, fand zunächst nicht mal das Batterienfach (es war im inneren Teil, da wo man die Kassette einlegt, versteckt), öffnete es und schaute in eine leere Vertiefung. Da wo die Batterien hätten sein sollen, war: nichts.

Ich kann mich bis heute an meine grenzenlose Enttäuschung erinnern. Was für eine Achterbahn der Gefühle. Vom Genervtsein in den Geschenkehimmel und dann abwärts in die Hölle der Batterielosen.

Zum Glück hatte unser Nikolausgeschenk von Duracell rein zufällig Batterien. Mussten die Kinder also nicht weinen und konnten gleich loslegen.

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Die Kinder von Sven sollen auch nicht weinen, deswegen nominiere ich Sven seine tragische Erfahrung mit fehlenden Batterien in seinem Blog zu schildern, während sich die Kinder mit den großen #BatteriesIncluded Star Wars Lichtschwerten amüsieren dürfen. Sieht jedenfalls toll aus.

Habt ihr auch eine Geschichte? Dann schreibt sie gerne auf und teilt sie mit #BatteriesIncluded


Bei diesem Beitrag handelt es sich um Duracell Werbung.

Dinovember ist quasi Schleich-Werbung

Vorletztes Jahr habe ich das erste Mal vom Dinovember gehört. Eine Aktion eines Elternpaares (Refe und Susan Tuma), die in unfassbar tollen und aufwändigen Fotos dokumentiert haben, wie die hauseigenen Dinosaurier jede Nacht die Wohnung verwüsten oder irgendeinen Unsinn anstellen und damit ihre Kinder zum Staunen brachten. Toy-Story in der Kohlenstoffwelt. In der Zwischenzeit wurde daraus das Buch „What the Dinosaurs Did Last Night“ (Affiliate Link).

Ich fand die Idee so toll, dass ich gleich mitgemacht habe. Letztes Jahr und auch dieses Jahr. Weil ich selbst keine Dinos hatte, hat mir unsere Kita einige geliehen und vier Stück habe ich von Schleich zur Verfügung gestellt bekommen und naja, ich war dann so angefixt, dass ich *flöt* weitere dazu gekauft habe.

Einige Fotos habe ich ohne das Wissen meiner Kinder gemacht. Über das folgende waren sie aufrichtig empört:

Riding all the beautiful horsiiiis 🐎🦄🐴 #dinovember

A photo posted by dasnuf (@dasnuf) on

Bei dem hier durften sie mitmachen. Ich denke, in der Zwischenzeit akzeptieren sie, dass ich verrückt bin und es kommen keine Nachfragen, wenn ich sie bitte, Klopapierrollen durch das Treppenhaus zu werfen.

Really??? #dinovember

A photo posted by dasnuf (@dasnuf) on

Einige Ideen haben die Kinder selbst eingebracht. Kind 2.0 fand es sehr naheliegend, dass die Dinos die CDs zerkratzen. Die sind schließlich immer zerkratzt und die Kinder machen das natürlich nie.

Wenn es wenigstens die Conni-CDs gewesen wären… #dinovember

A photo posted by dasnuf (@dasnuf) on

Für das nächste habe ich extra lebendige Pflanzen gekauft. Wer meine Texte beim schwedischen Möbelhaus gelesen hat, weiß, ich besitze nämlich eigentlich keine lebendigen Pflanzen.

Thank you for the mess 😠 #dinovember

A photo posted by dasnuf (@dasnuf) on

Die Entstehung des nächsten hat mir in meiner Vorstellung am Besten gefallen. Ich habe die Dinos in Ermangelung eines Kopiergerätes nämlich meinem Freund mitgegeben…

What? They followed me to my office to copy their butts??? #dinovember

A photo posted by dasnuf (@dasnuf) on

Wenn man auf instagram nach dem Hashtag #Dinovember sucht, gibt es noch viele andere, wunderbar kreative Fotos zu bewundern:

That's what friends are for #dinovember #dinovember2015

A photo posted by Inga Köttbullar (@ingakoettbullar) on

We're singin' in the rain #dinovember #dinovember2015

A photo posted by Inga Köttbullar (@ingakoettbullar) on

"He's looking at you kid". Using the craft eyes Dino style #dinovember #dinovember2015

A photo posted by Jette (@jemoki) on

Und natürlich die Fotos der #Dinovember Erfinder selbst:

Ich liebe besonders die Fotos, denen man ansieht, dass wirklich eine schöne Sauerei veranstaltet wurde. Ach, das Internet ist schon ein wunderbarer Ort.

Und damit andere nächstes Jahr auch Dinovember machen können, verlose ich meine Dino-Rezensionsexemplare:

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Wie gehts?

  • Postet mir in meine Kommentare bis zum 05.12., 24 Uhr euer Lieblingsdinovemberbild mit Quelle (egal von wem, muss nicht aus dem Artikel hier sein) um einen der beiden Dinosaurier zu gewinnen.
  • Ich versende nur innerhalb Deutschlands
  • Sollte sich die/der Gewinner/in nicht innerhalb einer Woche melden, verfällt der Gewinn.

Bis 2016!


P.S. Das schöne Wortspiel „Schleich-Werbung“ ist Sebastian von I am your father eingefallen, ich habe freundlicherweise die Erlaubnis erhalten es für den Artikel zu verwenden.

[Werbung] Berlin – Tel Aviv – Berlin

Ich blogge ja sehr gerne, weil Bloggen eigentlich nur Schönes in mein Leben gebracht hat. Austausch, Gedankenanstöße, neue FreundInnen und die ein oder andere schöne Geschichte. Zum Beispiel die einer Berlinerin, die Aufkleber erfunden hat, die Kindern helfen den linken Schuh an den linken Fuß und den rechten Schuh an den rechten Fuß anzuziehen. Laufkleber heißen diese praktischen Aufkleber.

Eine typische Konversation in unserem Hause ist: „Naaaa, was liebe ich???“

Die Kinder *augenverdrehend* im Chor: „Selbständige Kinder!“

Ich finde es nämlich toll, wenn Kinder selbst Sachen machen und ich nicht alles machen muss. Brot schmieren, Eier braten, Sachen mit scharfen Messern klein schneiden, anziehen! Anziehen?

Klappt oft noch nicht so gut und dann gerne auch mal alles falsch herum. Darüber habe ich in der aktuellen Myself* gesprochen. Wenn mich nämlich eins am Kinderhaben zermürbt, dann die Sätze, die man in den Kinderjahren hundert Mal sagen muss.

Im Buch schreibe ich z.B. darüber wie ich seit Monaten versuche Kind 1.0 klar zu machen, dass das Aussprechen dieser Sätze für Erwachsene ebenso nervtötend ist, wie das Anhören. In der Beliebtheitsskala ganz oben rangieren:

– Du sollst Händewaschen, nicht planschen!
– Nicht mit dem Stuhl wackeln, setz‘ Dich bitte richtig hin.
– Wäre es möglich, erst runter zu schlucken und dann zu sprechen?
– Ich habe gesagt, Du sollst Dich bitte anziehen!
– Kann man die Tür auch leiser zumachen?
– Bitte leiser sprechen, leiser bitte, verdammt noch mal LEISER! ICH BIN NICHT TAUB … ICH VERSTEHE DICH AUCH SO!!!

Jedenfalls hat jemand in Tel Aviv diesen Artikel in der Myself gelesen und ihn an eine Freundin geschickt, die wiederum ebenfalls in Berlin lebt und eine Lösung für unser Entenfußthema hat. Ihr Gedanke: „Der Frau muss geholfen werden!“.

Ich weiß jedenfalls nicht warum, aber Kind 3.0 zieht die Schuhe (schon immer) wahnsinnig gerne falsch herum an. Abhilfe schaffen tatsächlich diese Laufkleber.

Die Idee ist total simpel. Man klebt die zweiteiligen Aufkleber so in die Schuhe, dass sie zusammengesetzt zeigen, wie die Schuhe richtig herum gehören. Kind 3.0 war total begeistert.

„Welchen willst du in deine Schuhe haben?“
„Den Fuchs!“
„Ok…“
„Ne, den Schubrauber!“
„Äh, ok…“
„Ne, doch lieber den Tiger!“
Der Tiger also. Kaum war der Aufkleber drin, wollte Kind 3.0 die Schuhe anziehen.

„Ne, nicht jetzt, wir sind doch in der Wohnung.“
„Ich will aber die Schuhe anziehen!“
„Später draußen dann…“
„Ne, JETZE!“
„Nein, Kind 3.0, jetzt nicht die Straßenschuhe anziehen…“
„ICH WILL ABER DIE SCHUHE ANZIEHEN!!!“

Nun, irgendwas ist ja immer.

Jedenfalls finde ich die Idee toll. Wenn ihr die Aufkleber mal ausprobieren wollt, ich verlose drei Sets. Das ist genug für mehrere Kinder, wenn ihr gewinnt und nicht genug eigene Kinder habt, einfach weiter verschenken.

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Kommentiert einfach hier bis zum 1. November 2015, 24h was bei euch „erzieherische“ Dauerthemen sind und wie ihr damit umgeht. Ich lose die/den Gewinner/in dann aus. Leider kann ich nur innerhalb Deutschland verschicken.

P.S. Wer nicht gewinnt, kann die Laufkleber auch einfach kaufen. Die Aufkleber wurden mir für die Verlosung zur Verfügung gestellt. Ich habe Geld für diese Werbung erhalten.


 

*Ich möchte bitte unbedingt einen Kommentar der Art: MyselfEINÖLF?! Aber sich über Men’s Health Dad aufregen! (Ist das nicht schön? Das Leben ist voller Widersprüche und wir müssen alle damit leben!)

 

[Werbung] Tearaway Unfolded – Die unendliche Geschichte

Ich habe Tearaway Unfolded auf der Playstation 4 für euch getestet und kann es empfehlen.

Untertitel: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spielen sie noch heute…

Es folgt ein Spieletest für Tearaway Unfolded für die Plastation 4 – der japanische Trailer hat mir wegen der Dame und der Dramatik besonders gut gefallen!

Vorspiel

Es ist so: Wenn die Kinder im Teenageralter sind, dann sind die Eltern vor allem eines – peinlich und uncool.

Auch ich bin peinlich und uncool. So war das schon lange Jahre – doch dann bekam ich den Auftrag ein Spiel zu testen. Genauer gesagt das Spiel Tearaway Unfolded, das am 8. September 2015 neu auf den Markt kam.

Dafür habe ich mir von einem Freund eine Playstation 4 geliehen. Diese Playstation erblickte Kind 1.0 eines schönes Abends und schrie: „WAS IST DAS?“ und rannte enthusiastisch auf das Gerät zu… riss es um und stieß es zu Boden. „Upsi.“

Ja, upsi. Die Playstation war dann mal kaputt. Schade eigentlich. Ich atme leise durch die Nase. Upsi.

Hauptakt

Ich leihe uns also eine zweite Playstation und seitdem spielen wir in jeder freien Minute Tearaway Unfolded.  Und was soll ich sagen? Das Spiel kann man sehr gut spielen – auch ohne nennenswerte Spielkonsolenvorerfahrung. Die Herstellerangabe für Kinder ab 7 Jahren, halte ich aber v.a. in den letzten der 17 Level für sehr gewagt. Als 40jährige gehts aber ganz gut, da einzige Bedingungen sind:

  • man sollte mindestens mittelmäßig motorisch begabt sein (CHECK!)
  • über ein durchschnittliches Gedächtnis verfügen (CHECK! Ansonsten helfen die blauen Eichhörnchen weiter!)
  • man sollte lesen können (CHECK)
  • und eine ausgeprägte Leidensfähigkeit besitzen (CHECK! ELTERNBONUSKOMPETENZ!)

Das Spiel fängt sehr sanft an. Ganz zu Beginn wählt man, ob man eine Heldin oder ein Held ist.

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Das hat mein rosahellblau-Herz sehr erfreut. Es gibt auch während des Spiels sowohl weibliche als auch männliche Wesen, die an keinerlei Geschlechterklischees orientiert sind. Das nur nebenbei bemerkt…

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Wir haben eine Heldin gewählt. Unsere Heldin kann am Anfang fast nichts. Sie kann gehen und Dinge anschauen und zuhören. Nach und nach erlernt sie alles was sie braucht, um ihr Abenteuer erfolgreich zu bestehen. Das ist ein wirklich großes Pro des Spiels. Bis ganz zu letzt, lernt man immer wieder neue, immer komplexere Fähigkeiten und es macht so immer mehr Spaß die Umgebung zu erforschen und die kleinen Rätsel zu knacken oder die „Feinde“ im Spiel zu bekämpfen.

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Gefährlich dreinblickende Papierschnipsel – Hauptfeinde im Spiel

Das Aussehen der Heldin und vieler anderer Wesen im Spiel kann selbst gestaltet werden. Man baut sich Wappen, Tätowierungen, Abzeichen, Schneeflocken und vieles mehr. Diese tauchen dann im Spiel immer wieder auf. Das kann zauberhaft sein – wenn man begabt ist (und die Begleit-App dazu benutzt, mit der geht es viel besser als mit dem Touchpad des Controllers) – ich bin leider nicht so künstlerisch begabt, deswegen mussten wir immer wieder lachen über die misslungenen Wappen und hässlichen Orden, die dennoch stets mit großem Lob und Freude von den Wesen der Spielwelt aufgenommen werden.

Genau genommen habe ich die Steuerung bei der Gestaltung der Spielewelt nie ganz sicher beherrscht. Unsere Reittiere (z.B. ein Schwein) erfreuten sich deswegen ZAHLREICHER Augen.

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Im Bild zu sehen: ein vieläugiges Rennschwein im Zusammenstoß mit bösartigen Papierschnipseln

Doch vielleicht einen Schritt zurück. Worum geht es in dem Spiel eigentlich?

Tearaway, eine Welt aus Papier, wird angegriffen von den bösen Papierschnipseln und muss befreit werden. Dafür muss die Heldin Atoi viele Aufgaben bestehen und sich bis zum Loch im Himmel kämpfen, um schließlich die Welt zu erlösen und eine wichtige Nachricht zu übermitteln.

Das macht teilweise wirklich richtig viel Spaß und es gibt wahnsinnig viel zu entdecken. Ich bin kein Completionist, hab mir nur zielgerichtet meinen Weg durch Tearaway gebahnt und trotzdem weit mehr als 30 Stunden mit dem Spiel verbracht. Die Herstellerangabe, das Spiel sei in 8 Stunden zu bewältigen ist also sehr ambitioniert – zumal wenn man die ganzen Extras auch noch erledigen möchte.

Und da kommen wir auch schon zum Thema Leidensfähigkeit. Ich bin immer wieder in unterschiedlichen Levels an den Aufgaben gescheitert und nicht weitergekommen. Also hab ich mir LetsPlays auf YouTube angeschaut und was soll ich sagen: ich hab das vorher noch nie gemacht – es war schrecklich! Schrecklich, weil es von dem Spiel ca. 100 LetsPlays gibt, die dann jeweils 20 Teile haben und wenn man Pech hat, muss man 5 Teile anfangen, in den Videos suchen und jedes Mal vorher die Werbung ertragen. Ich hatte dann irgendwann ein super LetsPlay gefunden und musste schließlich feststellen, dass der Spieler noch nicht so weit gekommen war wie ich. Es war schröcklich! Sich in meinem Alter aufsummiert vier Stunden LetsPlays anzusehen ist kein Spaß!

Ich möchte nichts spoilern, aber das Spiel nimmt mittendrin außerdem eine sehr unerwartete Wendung. Ich hatte ein großes AHHHHH TOLL – OMG? WTF???? Erlebnis.

Bislang habe ich noch nicht viel mit der Playstation 4 gespielt. Wenn, dann waren das wahnsinnig schwierig zu bedienende Spiele, bei denen ich schon im Tutorial dreißig Mal gestorben bin, weil ich mir die Steuerung nicht einprägen konnte. Tearaway ist da ganz anders. Man lernt nach und nach komplexere Fähigkeiten und alle Elemente der Steuerung können alleine oder kombiniert genutzt werden (was nicht heißt, dass man nicht trotzdem dreißig Mal stirbt). Toll ist z.B. dass man sich Wesen und Gegenstände aus der Welt vom Monitor in die Steuerung werfen kann. Das sind beispielsweise Steine, Vogelwesen oder Eichhörnchen. Die wackeln dann im Controller und machen lustige Geräusche. Das ist schon sehr toll umgesetzt.

Das Spiel ist wirklich sehr vielseitig. Neben dem eigentlichen Spiel, lassen sich zum Beispiel Mikrofon und Kamera in den Spielverlauf einbauen. Es gibt außerdem eine Begleit-App mit der man Charaktere des Spiels aus dem Spiel rausholen und basteln kann* und umgekehrt lassen sich sehr viele Elemente des Spiels gestalten und wieder ins Spiel geben. Mir war nicht klar wie vielseitig das heutzutage ist.

Tearaway Unfolded ist übrigens die Neuauflage von Tearaway das auf der Vita zu spielen war. Ich kenne den Vorgänger nicht und kann deswegen dazu nichts sagen. Auf anderen Seiten kann man lesen:

Ja, es handelt sich um eine Neuauflage. Aber um die Neuauflage eines großartigen Spieles, dessen Daseinsberechtigung durchaus vertretbar ist:

Die Features der neuen Hardware werden toll eingebaut und geben dem Spiel einen komplett neuen Drive. Außerdem kann sich das Papier-Universum auf dem großen Bildschirm wesentlich besser entfalten als auf dem kleinen Display einer Vita.

Mein Fazit lautet

Ein schönes, abwechslungsreiches Spiel mit einigen kniffligen Spielpassagen, die man aber gut meistern kann. Geeignet für Kinder sobald sie sicher und flüssig lesen können (da nicht alle Dialoge vertont sind). Das Spiel ist auch was für zart besaitete Seelen (wie meine jüngeren Kinder, die fast nicht fernsehen oder ins Kino gehen und deswegen noch sehr leicht zu beeindrucken sind), weil es keine übermäßig spannenden Spielverläufe oder gruselige Spielgegner gibt. Für die Kinder genau richtig – für mich als Erwachsene mit gestörter Aufmerksamkeitsspanne (Oh! Da ein Eichhörnch…) gelegentlich etwas schleppend.

Neben dem eigentlichen Spiel kann viel gestaltet und offline! gebastelt werden. Andere Mütter™ finden das bestimmt sehr gut.


*Vergleiche Bastelmuttihölle. EUCH macht das bestimmt Spaß!

 

Nachspiel

Das schöne Spiel möchte ich gerne einmal an Euch verlosen. Lasst mir einfach einen fröhlichen Kommentar bis zum 11. Oktober da und schreibt mir, warum ihr das Spiel gerne spielen würdet. Versand leider nur innerhalb Deutschlands.

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Ein hübscher Gewinn!

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P.S. Ich wurde für diesen Test bezahlt.


 

Das Spiel ist beim glücklichen Gewinner angekommen

[Werbung] Andreas Murkudis

Als ich die Nachricht bekomme, dass ich bei der GLS Blog-Kooperative dabei bin, freue ich mich sehr. Ich schreibe meistens kurze Texte und hab nur wenig Zeit. Mir gefällt die Idee, mich mal länger mit etwas auseinanderzusetzen. Natürlich habe ich eine bestimmte Erwartung welche Art Projekt mir zugewiesen wird. Die GLS Bank fördert laut Website vor allem soziale, sinnstiftende und ökologische Projekte. Ich rechne mit einem Bio-Bauernhof, einer Behindertenwerkstatt oder einem Jugendprojekt. Als ich die Mail bekomme, über wen ich schreiben soll, bin ich total (sagen wir es ehrlich) enttäuscht. „Wir haben für dich Andreas Murkudis ausgesucht.“ Aha, kenne ich nicht. Ich google also und gelange auf seine Website und verstehe nur Bahnhof:

Aspesi, Barena, Boglioli, Bouchra Jarrar, Céline, Christophe Delcourt, Common Projects, CristaSeya, Dries Van Noten, E15, Felisi, Giorgio Brato, Isaac Reina, J. W. Anderson, Kolor, Kostas Murkudis, Leica, Ludwig Reiter, Lutz Huelle, Mackintosh, Maison Margiela, Mansur Gavriel, Marni, Marsèll, Michael Anastassiades, Mykita, Neri Firenze, Nymphenburg Porzellan, Officine Generale, Oyuna, Roberto Collina, Rosa Maria, Samuel Gassmann, Saskia Diez, Society, Sofie D´hoore, Sophie Bille Brahe, Stephanie Schneider, The Row, Tonello, Truzzi, Und Gretel, Venini, Werkstatt München, Yohji Yamamoto

Nun. Sagt mir alles rein gar nichts.

Ich schaue auf einen fast schon leer anmutenden Verkaufsraum und klicke als nächstes auf „Shop online“. Es geht irgendwie um Designer und Life Style. Luxus, soso. Meine Laune verschlechtert sich. Die meisten Artikel kosten deutlich über 500 Euro.

Ich frage mich: Warum ausgerechnet ich? Ich interessiere mich nicht für Life Style. Ich kenne keine Marken, sie interessieren mich nicht und ich bin furchtbar geizig.

Warum  tun mir die von der GLS Bank sowas an und vor allem was haben die denn bitte mit so jemanden zu schaffen?

Die folgenden Tage lese ich Interviews mit Andreas Murkudis, schaue mir Videos an und besuche sogar einen seiner Concept Stores im Bikini-Haus. Concept Store. Nie gehört das Wort vorher und ich verstehe es auch nicht.

Concept Stores sind laut Wikipedia Läden „mit einer ungewöhnlichen, meist hochwertigen Kombination von Sortimenten und Marken. Concept Stores vertreten eine moderne Auffassung von erlebnisreichem Einkaufen und Kundenbindung„.

Mittelprächtig gelaunt stapfe ich durch einen der besagten Läden. Drei gibt es allein im Bikini-Haus. Da hängen Kleidungsstücke, ja nun. Es gibt Kosmetika, Schmuck, ich sehe Dekoartikel aus Holz. Ich erkenne kein Konzept. Wie passt das alles zusammen? Was soll das? Ist das irgendwie ökologisch? Sozial? Sinnstiftend ganz bestimmt nicht. Wenigstens an dem Holzzeug steht: Aus heimischen Hölzern. Irgendwas mit nachhaltig. Ja, ja. Schönes Buzzword. Ich schlendere durch den Laden, der in beide Richtungen in einen weiteren Laden übergeht. Nach zehn Minuten bin ich fertig. Das wird ein Spaß.

bikiniberlin
#bikinihaus toll! 1A Bahnhofsakustik. Absurd teure Läden und man kann auf Affenpopos schauen.

Ich fahre wieder nach Hause, öffne den Browser, recherchiere wieder. Im Grunde lese ich in allen Artikeln das selbe – egal ob Zeit, Vogue oder Süddeutsche: Andreas Murkudis ist eine Art Kurator für hochwertige Konsumartikel. Alles ist handverlesen. Seine Läden sind in ganz Europa bekannt. Er ist sowas wie ein Star in Sachen Concept Stores.

Ich schreibe also an die mir übermittelten Kontaktdaten eine Mail. Ich denke, ich sag mal offen wie es ist: Ich bin keine Life Style Bloggerin, hab keine Ahnung von Mode und werde auch ohne großes Interview- und Fotoequipement kommen.

Kein Problem, antwortet mir die Assistentin. Ein Termin ist schnell gefunden. Man ist sehr entgegen kommend. „Kommen Sie in unser Hauptgeschäft in der Potsdamer Straße, die Läden im Bikini-Haus sind nur Ableger.“

Zum vereinbarten Termin fahre ich mit der U-Bahn. Nicht gerade das schönste Viertel Berlins. Alles ein bisschen schmuddelig, viele Baustellen, nicht gerade einladend. Wenn man die Adresse nicht kennt, ahnt man nicht, dass sich im Hof ein gut 1.000 Quadratmeter (!) großes Geschäft versteckt. Ganz klein steht vorne an dem Durchgang zum Hof der Schriftzug „Andreas Murkudis“.

Eingang

Etwas verschüchtert betrete ich den Laden. Nicht meine Welt. Ich hab H&M Klamotten an und fühle mich schäbig. Drinnen werde ich herzlich begrüßt. Ich sage meinen Namen und dass ich zu Herrn Murkudis möchte. „Ich gebe gerne Bescheid, wollen Sie ein Glas Wasser oder einen Kaffee vielleicht?“. „Wasser“. Ich sehe mich um und sehe ein Sofa, auf dem ich Platz nehme. Hoffentlich kein Verkaufsstück. Das wäre ja ein schön peinlicher Einstieg ins Gespräch. Das Sofa ist schlicht und über die Lehne gelegt ist eine Decke, auf der „Kosta“ zu lesen ist. Kosta Murkudis ist der Bruder von Andreas Murkudis. Das weiß ich aus meinen Recherchen. Er ist Modedesigner und so bekannt, dass er einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat.

Ich warte nicht lange, bis Andreas Murkudis kommt. Er läuft auf mich zu, sagt Hallo und dreht dann noch mal ab, um der Verkäuferin etwas zu sagen, dann kommt er wieder und setzt sich. Er wirkt sehr gehetzt. Schnell erklärt sich warum: Am Wochenende, im Rahmen des Gallery Weekends steht eine große Eröffnung an. Das verfallene Kaufhaus Hertzog in Mitte wurde wiederbelebt, um die Dries Van Noten Frühlings/Sommer Kollektion zu präsentieren. Es gibt offenbar noch Baumängel. Er drückt mir einen Flyer in die Hand und fängt an zu reden. Aha, so einer, der nur werben will, denke ich und dann sagt er: „Ich habe nur sehr wenig Zeit.“

Wie ärgerlich, denke ich und frage: „Wie lange ist nur sehr wenig?“ „Zehn, vielleicht fünfzehn Minuten“, sagt er. Ich bekomme wieder schlechte Laune. Was soll ich in 15 min aus unserem Gespräch ziehen. Egal, das ziehe ich jetzt durch.

Ich falle also mit der Tür ins Haus. „Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, was Sie mit der GLS Bank verbindet. Ich hätte eher gedacht, ich bekomme einen Bio-Bauern oder ein Bildungsprojekt zugewiesen.“ Andreas Murkudis lacht: „Ja, die GLS Bank hat das scheinbar auch nicht so richtig verstanden.“ „Dann ist das die Gelegenheit das nochmal zu erklären.“ In der Zwischenzeit ist Andreas Murkudis aufgestanden, er zeigt mir eiförmige Vasen der Porzellan Manufaktur Nymphenburg.

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„Die hier zum Beispiel, die haben eine Geschichte. Mich fasziniert handwerkliche Kunst, vor allem dann wenn sie etwas sehr traditionelles hat. Diese Vasen, werden aus Porzellanmasse gefertigt, die handgeknetet ist. Sie müssen sich das so vorstellen, da sitzt ein kräftiger Typ, der auch noch Zeus heisst und knetet die Masse solange bis sie blasenfrei ist.“ Ich wage nicht auf den Preis zu schauen, aber die Vorstellung gefällt mir. Sehen ja hübsch aus. Die Porzellan Manufaktur Nymphenburg gibt es seit 260 Jahren. „Stellen sie sich das Mal vor! 260 Jahre und in der Art wie diese Vasen hergestellt werden, hat sich fast nichts geändert. Firmen wie Nymphenburg erhalten das kulturelle Gedächtnis. Ja, das hat was anachronistisches, aber ich finde das toll. Und ja Handarbeit hat ihren Preis.“

Noch bevor ich anmerken kann, dass die Preise tatsächlich ziemlich hoch sind, sagt Andreas Murkudis: „Es ist richtig, dass die Preise eine gewisse Schicht ausgrenzen. Das ist so und es ist auch nicht leicht, Menschen, die ausreichend Geld haben, zu überzeugen genau dieses in einzelne Stücke zu investieren, wie ich sie in meinen Läden anbiete,“ führt er weiter aus. „Am Ende will ich durch Qualität überzeugen. Qualität der Produkte und Qualität der Beratung.“

Ich frage ihn, ob das der Grund ist, dass er keine Werbung macht und drauf vertraut, dass man ihn kennt. Es gibt ja nicht mal ein ordentliches Ladenschild. „Ja, der größte Teil der Kunden sind Stammkunden. Manche Kunden kommen auch extra zu bestimmten Anlässen in den Laden. Zum Beispiel wenn wie jetzt gerade das Gallery Weekend stattfindet.“

Murkudis erzählt mir, dass es wirklich Arbeit ist die einzelnen Stücke im Laden zu verkaufen. Die Beratung muss eine hohe Qualität haben. Die Dinge müssen zu den Leuten passen und sie müssen eine Wertschätzung für die Gegenstände entwickeln. Deswegen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich von den Herstellern geschult, die neu ins Sortiment kommen.

Um den Druck zu nehmen, erhalten sie im Gegensatz zu dem, was in diesem Bereich normalerweise üblich ist, keine Verkaufsprovision sondern ein gutes Festgehalt. Ich notiere mir das. Vielleicht habe ich später noch Gelegenheit eine der Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter zu befragen.

„Wie kann ich mir denn die Käuferinnen und Käufer vorstellen?“, frage ich ihn.

„Das sind auf jeden Fall nicht diese Klischeefrauen, wie man vielleicht annimmt. Gelangweilte Ehefrauen gut verdienender Männer, die das Geld des Mannes ausgeben. Das sind ganz unterschiedliche Menschen, die bedarfsorientiert einkaufen gehen.“ Er erzählt mir, dass die meisten mit einem konkreten Anliegen herkommen. Sie suchen ein Geschenk oder etwas, das ihnen noch fehlt. Sie zählen auf die Beratung und darauf, dass sie nichts aufgeschwatzt bekommen. Am Ende kommen sie wieder, so Murkudis, weil sie von dem was sie gekauft haben, überzeugt sind. Von der Qualität und der damit verbundenen Langlebigkeit. Murkudis scheint es am Thema Langlebigkeit zu liegen. Langlebigkeit der Produkte, Langlebigkeit der Beziehung zu den MitarbeiterInnen, Langlebigkeit zu den KundInnen und nicht zuletzt Langlebigkeit der Beziehungen zu den DesignerInnen, die er in seinem Laden verkauft. Er erzählt mir von Lutz Hülle. Lutz Hülle ist ein Designer, der vor allem in Frankreich sehr bekannt ist. Hier in Deutschland hat er sich nie richtig etablieren können. Murkudis aber glaubt an die Qualität und die Ideen von Lutz Hülle. Seit neun Jahren hat er ihn in seinem Sortiment.

Murkudis erzählt mir, dass es in der Branche gang und gäbe ist, dass Kollektionen, die bis Mitte der Saison nicht zu 60% verkauft sind, zurück an den Hersteller zu schicken und sie aus dem Sortiment zu nehmen. Die Verkäufe der Lutz Hülle Kollektion liefen alles andere als prächtig. Murkudis hält aber fest an dem Designer. Er behält die Stücke. Später finde ich in der Welt ein Zitat dazu „Die deutschen Einzelhändler sind nicht besonders wagemutig, sie schauen nicht nach rechts und nach links. Sie wollen einfach eine Klientel bedienen, die Geld hat, und kaufen ganz platt bekannte Marken ein. Keiner hat Lust darauf, Designer zu etablieren.“ Tatsächlich verkauft sich Lutz Hülle in der letzte Zeit plötzlich ganz gut. „Die Ausdauer und Beharrlichkeit hat sich gelohnt.“ schließt Murkudis das Thema ab.

Wir schlendern durch den Laden. Andreas Murkudis erzählt mir zu sehr vielen Artikeln eine Geschichte. Er weiß wo und zu welchen Bedingungen alles hergestellt wird. Er kennt sich aus mit den Materialien und man merkt ihm seine aufrichtige Begeisterung an. Immer wieder geht es um das kulturelle Gedächtnis, um Traditionen, um Handarbeitskunst und um Langlebigkeit. „Etwas, das man hier kauft, wird man lebenslang besitzen.“

Über 8.000 Produkte hat er in seinem Laden ausgestellt, der mich von der Anmutung an ein Museum erinnert. Gut 200 kosten unter 100 Euro. Murkudis zeigt mir eine Schuhcreme von Ed Meier. Die Glasbehälter sehen kunstvoll aus. Murkudis schraubt einen auf und hält ihn mir unter die Nase. Instinktiv rümpfe ich die, Schuhcreme ist meistens ja kein olfaktorisches Hocherlebnis. Die Schuhcreme allerdings riecht angenehm. „Sieht gut aus, oder? Wie Nutella!“ Murkudis freut sich und er hat Recht. Man möchte eigentlich gleich mit einem Löffel ins Glas. Murkudis indes erzählt mir total begeistert was über Schuhpflege. Am Ende habe ich das dringende Bedürfnis diese Schuhcreme zu kaufen. Murkudis ist wirklich ein guter und überzeugender Verkäufer. Zum Glück bin ich so geizig. Noch eine halbe Stunde länger und ich hätte angefangen Dinge zu kaufen. Als Übersprungshandlung kritzle ich auf meinen Notizblog „Schuhcreme. Geschenk für Papa?“

Wir sind schon viel länger als eine halbe Stunde unterwegs. Ich bin schon ganz weich geredet. Finde alles nachvollziehbar und merke wie ich meine Übellaunigkeit und Skepsis schon in den ersten Minuten fröhlich über Bord geworfen habe.

Ich versuche wieder etwas kritischer zu werden und frage mich, ob man das wirklich komplett so durchziehen kann? Im eigenen Laden und im eigenen Leben?

Wir kommen auf Kinder zu sprechen. „Meine Tochter findet diese Dinge hier alle gar nicht so spannend. Die will das, was ihre Freundinnen haben und das ist H&M. Es ist gar nicht so leicht, sie davon zu überzeugen, dass es besser ist einige wenige, wertige Stücke zu haben als eine ganze Reihe minderwertiger Kleider, die zudem unter schlechten Bedingungen hergestellt wurden. Man muss lernen mit diesen Widersprüchen umzugehen.“

Wir sprechen weiter über Ernährung und das eigene Konsumverhalten, fragen uns warum es Menschen verantworten können bei Primark und Co. einkaufen zu gehen. Ich finde alles nachvollziehbar und glaubhaft. Andreas Murkudis erscheint mir ungewöhnlich offen und ehrlich.

Wir bleiben vor mehreren Tischen stehen. ClassiCon Bell Table steht da. Verschiedenfarbige Tische mit bauchigen Glasfüßen, die aussehen wie umgedrehte Vasen. Die Tischplatte ist in Metall eingefasst. Der Glasfuß ist mundgeblasen. Bevor der Bell Table in Serie ging und zum „Verkaufsschlager“*, stand die Manufaktur kurz vor dem Konkurs. Jetzt, da sich der Tisch gut verkauft, konnten nicht nur bestehende Arbeitsplätze erhalten sondern auch neue geschaffen werden. „Sowas ist doch großartig, oder?“, fragt Murkudis.

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In der Zwischenzeit ist schon eine dreiviertel Stunde vergangen. Das Telefon hat gut fünf mal geklingelt und es haben sich Menschen im Laden gesammelt, die alle auf Herrn Murkudis warten. Andreas Murkudis ist jetzt aber in Fahrt, ich höre noch viele Geschichten zu einem Nagelpflegeset von Neri Firenze, Bettwäsche der Ege-Textilmanufaktur und Schmuck von Stephanie Schneider.

Nach einer Stunde verabschiedet sich Andreas Murkudis. Am Verkaufstresen steht mittlerweile eine ganze Gruppe von Menschen, die auf ihn warten. Ich darf gerne noch Bilder machen und mich umschauen.

Tatsächlich laufe ich noch ein bisschen durch den Laden und berühre einige der Artikel, die wir uns vorher angeschaut haben. Die Materialien sind wirklich toll. Gerade bei bestimmten Lederverarbeitungen ist der Impuls des Anfassens kaum zu unterdrücken.

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Hinter der Kasse hängen Kinderzeichnungen. Das erfüllt mich mit Freude. Ich finde es toll, wenn Kinder sichtbar sind. In einem Laden, der eigentlich Luxusartikel verkauft, hätte ich das nicht erwartet. Ich spreche die Mitarbeiterin an der Kasse an. Sie erzählt mir, dass es sich um Zeichnungen der Kinder von Andreas Murkudis handelt. Manchmal sind sie auch im Laden. Ich ergreife die Chance und frage die Mitarbeiterin, ob sie gerne hier arbeitet. Am Anfang ist sie etwas zögerlich mit den Antworten. Sie arbeitet seit einigen Jahren hier, ist gerade aus der Elternzeit zurück gekommen. Elternzeit anzukündigen fällt vielen Frauen nicht leicht. Schnell kämpft man mit einem schlechten Gewissen. Ihr wurde aber gleich signalisiert, dass es völlig klar sei, dass ich danach wieder in ihren alten Job zurück kommen könne.

Ich freue mich über diese Aussage, denn in meinem Freundeskreis höre ich sehr oft, wie viele Steine Frauen in den Weg gelegt werden, die aus der Elternzeit zurück kommen wollen. Ich frage nach der Sache mit der Provision. Ja, das stimmt, bestätigt die junge Frau. Im Vordergrund stünde immer das Team. Es gäbe natürlich zwei bis drei MitarbeiterInnen, die wirklich gute Verkäufer sind, aber am Ende mache hier jeder das, was er besonders gut kann und würde dafür geschätzt. Niemand würde hier unter Druck gesetzt.

Wir reden noch ein bisschen. Im Hintergrund sehe ich einen zweiten Mitarbeiter durch den Laden gehen. Er rückt die Artikel gerade und poliert, wo nötig ist. Als die Sonne durch die Fenster scheint, entfernt er winzige Schlieren an den Glasscheiben. Er ist sehr präzise. Man sieht, dass er eine ähnlich wertschätzende Beziehung zu den Gegenständen hat, wie Murkudis selbst.

Ich verlasse den Laden mit einem Stapel Notizen. Das Gespräch ist völlig anders verlaufen als erwartet. Darüber freue ich mich und ich finde auch ein bisschen lustig, dass ich tatsächlich nach und nach Kaufimpulse entwickelt habe. Ich bin offenbar leicht zu beeinflussen – naja, oder – das wäre eine schöne Alternative – Andreas Murkudis hat ein überzeugendes Konzept.


 

 

* Sofern man bei Produkten dieser Preisklasse von sowas sprechen kann…

Der Artikel ist im Rahmen der GLS Blogkooperative entstanden. D.h. die GLS Bank hat jemanden ausgesucht, über den ich schreibe und ich bin dafür bezahlt worden.

Original veröffentlicht im GLS Blog