Make Bedenken great again!

Gratis Digital Detox gibt es breitflächig in Brandenburg z. B.

Alle Monate wieder geht irgendein Text durch das Netz, der die Geißel Internet beklagt. Wie es uns abhängig macht, unfrei, alle Kommunikation unterbindet, uns vereinsamen lässt, 24 Stunden zum Arbeiten zwingt. Früher als es noch keine Smartphones gab, war natürlich alles besser. Wir sprangen über Wiesen, Hand in Hand, uns in die Augen blickend, dem Sonnenuntergang entgegen.

Hundertfach geteilt und enthusiastisch kommentiert. Endlich hat es mal jemand erkannt. Endlich sagt es jemand. Digital-Detox! Internet abschalten – das würde uns allen helfen.

Ich meine: WTF? Internet abschalten weil es jemand nicht schafft auf seinem Handy die Push-Nachrichten abzustellen? Apps zu löschen? Das Handy zuhause liegen zu lassen?

Das digitale Leben macht uns krank und wir wissen das. Wir müssen es beenden! […] Wie viel ich aus mir machen könnte. Wie viel ich entdecken könnte. Doch stattdessen scrolle ich auf Facebook rum.

Mangelnde Selbstregulation nennt man das.

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Mit Kindern leben – Kacke, Kotze, Läuse

Zum 1. und zum 15. eines jeden Monats gibt es eine Folge „Mit Kindern leben“. Diesmal zu den nicht ganz so sonnigen Seiten des Lebens mit Kindern nämlich zu: Magen-Darm-Krankheiten, Kopfläusen, Würmern und anderen Alltagserschwernissen, an denen leider kein Weg vorbei führt.

(Klick das Bild um zur Podcastfolge zu gelangen)

Bitte nur noch 5 Minuten

Das ist die verkürzte Version meines Vortrags „Bitte nur noch 5 Minuten – warum Medienzeitbegrenzungen unseren Kindern die Zukunft rauben“ den ich auf der Tagung des Zentrums für Lehrerinnenbildung zum Motto Zukunft Schule halten wollte. Leider musste der Vortrag ausfallen.

Auf wirklich jedem Elternabend zum Thema ‚Kinder und digitale Medien‘ wird am Ende gefragt: „Wie lange sollte mein Kind etwas im Internet machen dürfen?“ Die Antwort kommt meistens wie aus der Pistole geschossen. Sie lautet: „30 Minuten pro Tag“. Woher diese Zeitangabe kommt und was tatsächlich zu befürchten ist, wenn man diese Empfehlung überschreitet, wird eigentlich nie thematisiert.

Ich bin dieser Frage nachgegangen und habe mir z. B. die Meta-Studie angeschaut, auf der die dieses Jahr im Mai veröffentlichte Empfehlung der WHO [1] basiert, die maximal 60 Minuten ’sedentary screentime‘ pro Tag für Kinder ab 2 für gesund hält. Hier ist wenigstens nachvollziehbar wie die Empfehlung zustande kommt. Nämlich hauptsächlich willkürlich. Denn es zeigt sich, dass es keinen oder einen nur sehr geringen Zusammenhang zwischen der passiven Bildschirmzeit und den befürchteten gesundheitlichen Problemen gibt:

„There was no association between objectively measured sedentary time and adiposity or motor development. […] The overall quality of evidence was rated as very low.“

Auch Wissenschaftler des Oxford Internet Instituts [2] kommen zu dieser Erkenntnis:

„What did we find? Well, mostly nothing! In more than half of the thousands of statistical models we tested, we found nothing more than random statistical noise.“

Andrew Przybylski & Amy Orben

Nur: aus so einer Aussage ergibt sich irgendwie keine reißerische Schlagzeile. Alarmismus hingegen verkauft sich nach wie vor hervorragend und so wird daran festgehalten, dass viel Bildschirmzeit eben viel schadet. Es wird zur elterlichen Erziehungsaufgabe Bildschirmzeit ordentlich zu begrenzen und geht es um Schulen, soll das Internet am besten gleich ganz draußen bleiben.

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Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre

Wie Journelle geht es mir auch oft:

Meine Entgeisterung fand ihren Höhepunkt als ich neulich passend die Folge „Spying or Parenting – Do We Need to Respect Our Kids‘ Digital Privacy?“ des Podcasts Their own Devices gehört habe. Darin unterhalten sich  vier US-amerikanische Eltern darüber, dass sie natürlich die Passworte ihrer Kinder zu allen Social-Media-Accounts haben; es sei ihnen sonst viel zu unsicher mit diesem Internet. Ich war entsetzt. Vor allem über die Einigkeit der vier Erwachsenen. Selbstredend haben Kinder kein Recht auf Privatsphäre! Es sei gar elterliche Pflicht, alles zu überwachen, was die Kinder online machen.

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Die verlorene Karte

Sehr viele Trottellummen. Quelle: Natalia_Kollegova@pixabay

Es ist 7.32 Uhr. In acht Minuten muss das Kind in die Schule: „Maaaamaaa???!“ Ich ahne schreckliches. „Mama, wo ist meine Trottellumme-Karte?“ „Deine äh was?“ „Die Trottellumme-Karte!“ „Keine Ahnung?!“ „Ich brauche sie aber sehr dringend!“ „Aber jetzt?“ „Ja, Mama. Un-be-dingt!“ „Wie sieht sie denn aus?“ „Da ist eine Trottellumme drauf!“

So, so, denke ich und fange an nach einer Karte zu suchen, von der ich nicht weiß, wie sie aussieht. Ich halte alles hoch, was grob in die Kategorie Karte passt. „Das?“ „Nein“ Das?“ Nein“ „Das?“ „Nein“ Das?“ Nein“ … 7.40 Uhr.

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Mit Kindern Leben – Großeltern

Großeltern zu haben, kann für Kinder sehr schön sein. Zumindest meine italienischen Großeltern waren superlieb und für mich als Kind sehr wichtig. Zu den deutschen Großeltern hatte ich fast keinen Kontakt. Meine Kinder haben durch Trennung in der Eltern- und in der Großelterngeneration plötzlich viel mehr Großeltern als (früher) üblich. Hört doch mal rein in die aktuelle Folge.

Der Schulhof als Nukleus für neue Trends

Quelle: gfycat.com

Auf dem Gamescom Congress 2019 am 21.08.2019 habe ich einen Vortrag gehalten, in dem ich erkläre wie Fortnite: Battle Royale sich vor allem über die  stoffliche Welt verbreiten konnte: „Games erklärt: Der Schulhof als Nukleus für neue Trends am Beispiel der Fortnite-Tänze“ 

Eine Zusammenfassung könnt ihr bei Spiegel ONLINE lesen.

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Pssssscht!

Am liebsten schreibe ich ja Artikel wenn ich Gefühle habe. Jetzt gerade habe ich ein Gefühl. Ich fahre Zug und bin vor einigen Minuten vom Ruheabteil in den Familienbereich gewechselt weil ich mich so furchtbar aufgeregt habe.

Folgende Szene: Ich arbeite gerade an einer Präsentation. Wir sind in einen Bahnhof eingefahren und eine Frau mit Kind betritt das Abteil. Die Frau sagt: „So schau, hier sind unsere Plätze.“ Das Kind setzt sich hin.

Zwei Reihen vor den beiden sagt eine Frau laut: „Entschuldigen sie? Das hier ist ein Ruheabteil, können sie bitte mit dem Kind woanders hingehen?“.

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