Kinderfotos und Cybergrooming

Mit großer Verwunderung verfolge ich, wie jedes Jahr die „Kinderfotos im Netz“-Debatte neu geführt wird. Ich hatte jedenfalls schon mindestens drei Mal das Gefühl: „Jetzt ist doch wirklich alles gesagt?!“

Aber nein, es ist noch nicht alles gesagt, denn es ist wieder an der Zeit Eltern zu beschimpfen, die Fotos ihrer Kinder veröffentlichen. Am Ende landet man in den öffentlichen Debatten immer bei dem Vorwurf: Wers tut, der präsentiert Pädophilen quasi die Opfer auf dem Serviertablett.*

Diese Haltung nennt sich Victim-Blaming und ist nichts anderes als Frauen vorzuwerfen, sie würden mit ihren kurzen Röcken doch geradezu darum bitten, sexuell belästigt oder missbraucht zu werden.

Pädophile gab es schon vor dem Internet. Please repeat after me: Schuld ist immer der Täter nicht das Opfer.  Man schützt Kinder auch nicht vor Cybergrooming indem man sie komplett aus dem Internet fern hält – denn – das  geht, wenn überhaupt nur eine sehr begrenzte Zeitspanne. Es ist eine Sache, wenn Eltern keine Fotos posten. Die andere Frage ist: Machen es irgendwann die Kinder UND wenn ihre Eltern eine komplett abweisende Haltung dazu haben: Machen sie es dann im Wissen ihrer Eltern? Eher nicht. Wie viele Eltern haben mir schon berichtet, dass sie durch Zufall bemerkt haben, dass ihr Kind bereits einen Instagram-, TikTok-, Snapchat-, was-auch-immer-Account hat.

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[Werbung] Konzentrier‘ Dich doch mal!

Heute in einer Woche (5. Juni 2019) werde ich in Bochum mit Max Kade, seines Zeichens pädagogischer Leiter des Nachhilfeinstituts Studienkreis, über Konzentration sprechen. Das Gespräch wird ab 20.30 Uhr live auf dem Facebook-Profil von Studienkreis GmbH mitzuverfolgen sein. Schaut gerne rein und stellt selbst eure Fragen.

Ich habe mich gefreut schon im Vorfeld meine Fragen stellen zu können, denn v.a. im Kontext digitaler Medien, höre ich immer wieder, dass es schlecht bestellt ist um die Konzentrationsfähigkeit unserer Kinder und Jugend.

Max Kade, pädagogischer Leiter des Nachhilfeinstituts Studienkreis

Herr Kade, Konzentration. Was ist das eigentlich? Ist Konzentration dasselbe wie Aufmerksamkeit?

Kade: Die beiden Themen gehören eng zusammen, werden in der aktuellen Forschung aber häufig als zwei verschiedene Dinge betrachtet. Üblicherweise bezeichnet man mit Konzentration den willentlichen Fokus der Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gegenstand oder eine Aufgabe. Davon zu unterscheiden ist die Fähigkeit ganz unterschiedliche Reize schnell aufzunehmen und zu verarbeiten, man könnte am ehesten Wachsamkeit dazu sagen. In der Fachsprache wird dies auch Vigilanz genannt. Vigilanz plus Konzentration sind dann die entscheidenden Ausprägungen der Aufmerksamkeit.

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Podcast: Kitarechtler-Plauderei

Kitarechtler Plauderei
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Wohooo! Sabbatical haben, heisst nicht nur Buch schreiben, sondern auch für unterschiedliche Magazine schreiben UND endlich mal Zeit zum Podcasten haben. Deswegen habe ich mich sehr über die Einladung der Kitarechtler gefreut. Mit denen spreche ich in Folge 14 ihres Podcast über „Kinder und digitale Medien“ (wer hätte es erraten!?).

Wir sprechen u.a. darüber wann man mit Medienerziehung anfangen sollte, welche Computerspiele ich gut finde und welche nicht, ob man Kinder alleine YouTube schauen lassen sollte, warum ich ein Biene Maja bei den Ameisen-Trauma habe, warum man Julien Bam kennen sollte, was (Cyber)Mobbing ist und was man dagegen tun kann, was Klassenchats damit zu tun haben und warum „Keep talking and Nobody Explodes„-Spaß macht.

P.S. Wer mich zu seinem Podcast einladen will: Immer gerne dienuf@posteo.de

ZEIT LEO „Ich hab mein Handy im Griff“

Im aktuellen ZEIT LEO Magazin „Ich hab mein Handy im Griff“ habe ich für den Elternbeileger einen Artikel geschrieben. Dass ein Heft zu dem Thema „Kinder und digitale Medien“ gemacht wird und dass ich dazu beitragen durfte, hat mich sehr gefreut.

Mein Text ist ein Appell zum Dialog. Eine medienkompetente Familie wird man nicht, wenn Eltern digitale Medien verteufeln oder YouTube bashen. Es hilft einzig und allein sich mit den Themen auseinanderzusetzen und die kindlichen Bedürfnisse zu verstehen und im Gespräch mit seinen Kindern zu bleiben. Dann verlieren Eltern vielleicht auch ihre Angst und klammern sich nicht mehr an starre Medienzeitbegrenzungen.

Wenn ihr meinen Text lest, es haben sich zwei Fehler und ein Tippfehler eingeschlichen, die ich gerne richtig stellen möchte, weil sie nicht aus meiner Feder stammen.

1.) Twitch ist keine Gaming-Plattform (sondern ein Live-Video-Streaming-Portal, das oft genutzt wird, um Videospiele zu spielen und andere daran teilhaben zu lassen).

2.) Metadaten aus WhatsApp haben nichts mit Amazon-Einkäufen zu tun.

3.) Korrekt heisst die Plattform „YouNow“.

Karrierefalle Vollzeitpartner

Bei Sophie Lüttich im Networking-Mom-Blog, habe ich den Artikel „Teilzeit-Mutter: Auch wenn man alles richtig macht, ist es nicht gut.“ gelesen. In dem Artikel berichtet eine top-ausgebildete Frau, die sich nach dem Studium hart eine Karriere erarbeitet hat, dass sie diese zu den Akten legen konnte, weil sie Kinder bekommen hat und sich deswegen für eine Teilzeittätigkeit entschieden hat.

Sie schreibt: „Als ich aus der Elternzeit zurückkam, sagte ich zu meinen Arbeitgeber: ich komme mit x Stunden, ich arbeite davon y Stunden im Home Office und an den folgenden Tagen wären die Präsenztage ideal. Mein Arbeitgeber hat gesagt: Das ist in Ordnung. Ein Traum! […] Teilzeit muss also die Lösung sein, oder nicht? Für Kinder ja. Für die Arbeit nein. In Teilzeit bleibt Vieles auf der Strecke für die Arbeitskraft: zB die rasche Einarbeitung in ein neues (Denk-)Gebiet, die Teilnahme an allem, was für die Einarbeitung und das Dranbleiben sinnvoll wäre (Vorträge, Symposien, Fortbildungen). Als Teilzeitkraft bin ich weniger gut aufgestellt. Ich bin am Nachmittag kein Ansprechpartner mehr. Ich kann bestimmte Vorgänge, die auch noch am Nachmittag besprochen werden sollten, weil ein Durchlauf wegen Terminierungen sinnvoll ist, nicht bearbeiten und hänge an den weniger wichtigen Dingen, die inhaltlich natürlich auch kaum interessant sind.

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