Das Nuf Advanced

Das Nuf 1.0 war gestern

Absatzschwierigkeiten


AbsĂ€tze, so muss man wissen, waren frĂŒher den Reitern und der feinen Gesellschaft vorbehalten. Den Reitern halfen sie festen Halt im SteigbĂŒgel zu finden und den feinen Herren und Damen halten sie, nicht in FĂ€kalien zu versinken. Schließlich war vor ein Paar hundert Jahren die Kanalisation noch nicht erfunden und man entsorgte jeglichen MĂŒll und auch die Ausscheidungen auf der Straße. Ein großzĂŒgiger Absatz, besser noch, eine ordentliche Plateausohle verhinderte das knietiefe Versinken im Schmodder.

Als die Kanalisation erfunden war, hielten viele MĂ€nner an den AbsĂ€tze fest, da sie sich so ein Paar Zentimeter an GrĂ¶ĂŸe hinzumogeln konnten und somit stĂ€rker und mĂ€chtiger erschienen.

In moderneren Zeiten freilich tragen kaum noch MĂ€nner AbsĂ€tze. Da sind es schon eher die zierlichen Damen, die sich damit einen grĂ¶ĂŸeren Radius zum Schwung ihrer HĂŒften verschaffen wollen.

Ein langes Bein verĂ€ndert zudem die Proportionen und lĂ€sst selbst die bereits verblĂŒhte Dame zumindest von hinten jugendlich und frisch erscheinen.

Schuhe mit AbsÀtzen helfen jedoch nicht nur in optischer Hinsicht zur Kontaktaufnahme mit dem mÀnnlichen Geschlecht, wie ich heute selbst feststellen konnte.

Um die Jahreszeit trage ich gerne halbhohe Stöckelschuhe, mit denen ich noch viel lieber spontan in Pflastersteinritzen hÀngen bleibe.

Ein HĂ€ngenbleiben bedeutet dann dass entweder der Schuh einreißt oder aber der Fuß stecken bleibt. Da ich am Fuß hĂ€nge, arretiere ich ebenfalls spontan. Das macht sich besonders dann ganz prĂ€chtig, wenn man gerade zĂŒgig lĂ€uft und hinter einem im ungefĂ€hr gleichen Tempo ein Mann lĂ€uft. Ich bremse also in voller Fahrt ab und mache einen Ausfallschritt. Zehn Millisekunden spĂ€ter sitzt mir ein Mann am ausgestreckten Bein und umschmeichelt meinen Oberschenkel salopp mit seinem GehĂ€nge.

Erst schaut man sich geschockt an, dann lÀchelt man verlegen und kurz danach ist man in ein GesprÀch verwickelt.

Jedenfalls wenn einem da was attraktives aufs Bein springt.

Nicht so schön ist es, wenn es ein stinkender Punk ist. Der einem mit seinem nach Verwesung duftenden Atem mitteilt, dass man eine verdammte scheißdoofe Dumpfkuh ist, aufstĂ¶ĂŸt und sich auf die Anzughose erbricht. Nur ein wenig, das gebe ich zu, schließlich will ich es nicht schlimmer machen, als es war.


Image Hosted by ImageShack.us

Level: Weibchen — dasnuf at 10:09 am on Tuesday, April 25, 2006

7 Comments »

80

Comment by Dies&Das

April 25, 2006 @ 10:16 am

Iiiih. Das Erbrochene hĂ€tte wahrscheinlich noch nicht mal sein mĂŒssen. Als ich letztens in die U.Bahn stieg (nicht gefrĂŒhstĂŒckt und etwas flau im Magen) stieg mir gegenĂŒber ein Individuum ein. Ein ein. Und der stank so bestialisch nach Knoblauch und undefinierbar (ein ganz besonders ekliger Geruch Ihrer Wahl), dass ich mich am liebsten auf ihn erbrochen hĂ€tte!

81

Comment by zukka

April 25, 2006 @ 10:20 am

GehĂ€nge….sehr schön.

82

Comment by Kristof

April 25, 2006 @ 12:24 pm

Och! Bis zum letzten Absatz (!) hĂ€tte es eine so schöne Geschichte werden können …

85

Comment by MC Winkel

April 25, 2006 @ 12:59 pm

Oder – und das hat hier noch gar keine ErwĂ€hnung gefunden – man reisst sich das Kreuzband durch.

Punk oder Kreuzband; was ist nun schlimmer?

88

Comment by freundderhasenpfote

April 25, 2006 @ 2:10 pm

ab jetzt nur noch flache schuhe.

kein mann rennt mit seinem gehÀnge voran in meine hasenpfote.

oder kaufst dir einen abstandhalter, z.b. so einen grossen karton den du mit hilfe vom hosentrÀgern um dich herum hÀngst! dann kannst du wieder wadenstraffende absÀtze tragen!

97

Comment by KleinesF

April 25, 2006 @ 2:44 pm

Vielleicht war es ja auch Archilles, der Sie da bestiegen hat.

101

Comment by freundderhasenpfote

April 25, 2006 @ 3:07 pm

wenn ĂŒberhaupt achilles, aber der der ist tot!
gelle..

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>