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Hochverehrte Verantwortliche beim Preisbloggen der Zeit,

Anfang des Monats habe ich diesen supertollen Bloggerwettbewerb gewonnen. (Also nicht nur ich, aber ich gehe davon aus, dass die anderen alle schon bestens versorgt sind und ich eine höchst bedauerliche Ausnahme darstelle.) Zur Erinnerung hier ein kleiner Screenshot.
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Da steht: Nuf (=ich) hat gewonnen: ein Audible-Hörguthaben. Den Preis finde ich, wie den Wettbewerb, ganz supertoll, jetzt frage ich mich:
A) Wann gedenken Sie mich über meinen Gewinn zu informieren?
B) Wann werde ich den Wert des Audible-Hörguthabens erfahren?
C) Wann werde ich das Audible-Hörguthaben einlösen können?
Wissen Sie, ich hatte letzte Woche ein blaues Zettelchen der Post im Briefkasten, da sollte ich zur Hauptpostfiliale und ein geheimnisvolles Paket abholen. Sie können sich vorstellen, dass ich sehr, sehr aufgeregt war. Natürlich nahm ich an, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, an dem ich Antworten auf meine brennenden Fragen A bis C bekommen würde.
Leider war es nur ein Paket von einem Freund.
Es fiel mir schwer in der Postfiliale die Tränen der Enttäuschung zurück zu halten. Glücklicherweise spürte mein Hintermann meinen labilen emotionalen Zustand und legte mir tröstend die Hand auf die Schulter. Seit dem weine ich mich Nacht für Nacht in den Schlaf. Mein Freund ist auch schon sehr besorgt, denn die Heulerei schadet dem Teint und er möchte natürlich keine hässliche Freundin haben.
Sicherlich wollen Sie nicht, dass ich traurig bin und mein Freund sich von mir trennt, deswegen werden Sie sich bestimmt bald melden, oder? Oder soll ich lieber mal beim Sponsor nachfragen, der sich bestimmt sehr über die Imagewirkung freut, die er durch die Bereitstellung der großzügigen Preise erreichen konnte.

Herzlichst
Nuf

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Italienische Wochen bei Tchibo und Plus. Das finde ich mal ne tolle Idee. Man braucht dazu nur drei Dinge: einen Geldbeutel, ein Auto mit Autoradio und eine Freundin. Dann geht man in eine der zahlreichen Filialen, wird in eine Schlägerei verwickelt und wenn man aus dem Tumult rauskommt, ist das Portemonnaie weg. In der Zwischenzeit wird die Autoscheibe eingeschlagen, das Autoradio geklaut und wenn man sich an der Kasse wundert, wo die Freundin geblieben ist, kann man sicher sein, dass sie von einem 1,60 Meter großen, dunkelhaarigen Mann „beflirtet“ wird.
Wat freu ich mich auf die russischen Wochen!

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In meinen Träumen lese ich nur Tolstoi, Dostojewski, Schopenhauer und Kant. Da ich durchschnittlich zehn Stunden pro Woche Zug fahre, ist die Neon und die Galore leider schon innerhalb der ersten Woche ihres Erscheinungsdatums aufgelesen. Spiegel lese ich aus Prinzip nicht, weil der Spiegel für mich die Bildzeitung der Intellektuellen ist. Tatsächlich recherchiert er beschissen und viele der Themen sind geklaut.
Es bleiben mir am Ende nur noch diese Billigfrauenzeitschriften, die ich dann – selbstredend aus reiner Verzweiflung – in mich aufsauge gewissenhaft lese. Nur dort erfahre ich die must-haves des Sommers. Nun bin ich nicht als Accessoireverächterin bekannt – doch welcher Hirni kauft sich bitte eine Tasche für 4.000 € oder Schuhe für 500?
Da ist man am Ende doch nur wütend kein Millionär zu sein. Vielleicht liest wenigstens ein Millionäre mit und will mich heiraten? Wie soll ich diesen Sommer überleben ohne diese Taschen mit den langen Reißverschlussbändern, die Paris* Hilton und Britney Spears besitzen???
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*Merken: Meine erste Tochter nenne ich Mückenloch oder Katzenhirn-Mindelheim.

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Liebe Freunde im Osten Berlins. Da ich am Wochenende in Dänemark bin, suche ich jemanden, der am Samstag eine Wohnung für mich anschauen gehen kann. Freiwillige, die terminlich noch nicht verplant sind?
Ich stelle eine Digicam und eine zehnseitige Checkliste zur Verfügung. Bei vollendeter Mission winkt eine Bestechung Belohnung mit Sushi oder anderen Leckerein.

Ahja und wenn das mit der Wohnung nicht klappt, dann platzt die Hochzeit und die 27 Bambini können auch nicht geboren werden!

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Die einzelnen Verkehrsteilnehmer sind untereinander Feinde. Das betrifft sowohl die der gleichen Kategorie als auch jene unterschiedlicher Gruppen. Besonders auf dem Land benötigen in erster Linie männliche Autofahrer dringend psychologische Hilfe. Alternativ wäre ich gerne zwei Meter groß und 120 Kilogramm schwer.
Z.B. kann ich es gar nicht leiden, wenn ich das dritte Auto in einer Schlange vor einem Stopschild bin und mein Hintermann mich anhupt und dann so nahe auffährt, dass er mehrere Male an meine Stoßstange stößt. Im Geiste sehe ich dann eine Szene, in der das Ding aus dem Auto steigt, felsig grollt und mit der Faust auf die Motorhaube des Hintermannes haut, dass das Blech nur so spritzt.
Ähnlich geht es mir als Fahrradfahrer. Ich bin nun wirklich der bravste Fahrradfahrer in Berlin. Ich mache alles gemäß der Straßenverkehrsordnung! Ich fahre sogar Kopfsteinpflaster und lasse meinen Körper dabei so durchschütteln, wie es nur die seltsamen bandbetriebenen Fitnessgeräte der 60er Jahre vermögen, die versprechen, den Körper durch Schütteln zu straffen. Am Gehweg schiebe ich und an Fahrradwegen fahre ich umsichtig, langsam und erwecke die Aufmerksamkeit der Fußgänger durch klingeln, falls ihnen meine Anwesenheit entgangen sein sollte.
Deswegen wünsche ich mir von Herzen, dass Fußgänger nicht einfach mich ignorierend Straßen kreuzen, auf Fahrradwegen in Spontanstasis verfallen oder Hunde mit zwanzig Meter Ausziehleine spazieren führen.

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Was hat es mit dem Satz „Auf Englisch ist das viel lustiger“ auf sich? Man sieht sich einen Film an und rühmt sich ihn a) auf Englisch gesehen zu haben (ohooo!), ihn b) verstanden zu haben (ohaaa!) und c) sogar jeden Wortwitz mitbekommen zu haben (Applaus!).
Natürlich sage auch ich das standardmäßig, wenn ich im Kino war…
– Hallo Nuf, wie war der Film?
– Der Film war sehr gut, auf Englisch ist er natürlich viel besser.
Lebten wir in einem der zahlreichen Länder, in denen es lediglich zwei staatliche Filmsynchronisierer gibt – einen Herren für ALLE männlichen Rollen und eine Dame für ALLE weiblichen Darsteller – wäre es tatsächlich ein deutlicher Unterschied zwischen Original und Übersetzung. Doch so?
Ich nehme an, bei dem Satz „Auf Englisch ist das viel lustiger“ handelt es sich um einen ähnlichen Wortreflex wie auf die Frage:
– Und? Wie war Dein Urlaub?
– Ja schön, aber leider zu kurz.
Man kann sich nicht dagegen wehren. Der Mund spricht schon, während man noch denkt, was man eigentlich antworten will. Es verlangt unmenschliche Willenskraft und Charakterstärke nicht auf diese Art zu antworten. Probieren Sie es, versuchen sie auf „Mahlzeit!“ mit „Hallo!“ zu antworten und berichten Sie mir Ihre Erfahrungen.