Merken: Immer auf den Freund hören

Mein Freund ist nicht sehr streng. In manchen Sachen läßt er allerdings nicht mit sich spaßen und spricht schon mal ein klares Verbot aus. Z.B. hatte ich eigentlich ein Verbot „Der Schwarm“ zu lesen. Ich wollte aber nicht hören und kaufte es mir heimlich für die Zugfahrt von Berlin nach Franken und zurück.
Durch die ersten 400 Seiten hab ich mich ganz schön gequält. Die nächsten 200 Seiten fand ich beschissen geschrieben und glaubte die ganze Zeit noch daran, dass es sicherlich an der blöden Übersetzung lag – bis mir auffiel dass Frank Schätzing leider nicht auf Englisch geschrieben hat. Danach habe ich das Interesse gänzlich verloren. Sollen die Yrr doch machen was sie wollen.
Der Plot ist wirklich selten dämlich. Erst wühlt man sich durch Hunderte von Seiten pseudowissenschaftlichem Blala über Walforschung, Killeralgen, Methanfelder und Ölplattformen. Dabei werden mühsam die langweiligen Charaktere aufgebaut, damit diese dann einer nach dem anderen sterben und nicht mehr erwähnt werden.
(Er hätte es sich viel leichter machen können, wenn er sie auf Seite 423 nach Frankreich zu einem Hummeressen eingeladen hätte …)
Meine Lieblingsszene ist die, bei der ein nacktes Paar auf den Steinen am Strand vor Long Island kopulieren möchte, als sich die erste von 7 Milliarden Killerkrabben auf den Weg an Land macht und just das zarte Knie der rosigen Dame erklettert.
Da schaut die barbusige Frau auf das augenlose Tierchen, um dann wenige Sekunden später mit ihrem bebrillten Junganwalt auf einer Harley (immer noch nackt) zu fliehen. Auf der Flucht entkommen sie knapp einem Unfall mit einem Pickup und denken: Hey sowas gibts doch nur im Film.
Das Ganze wird von zwei Kampfjetpiloten beobachtet, die gerade Fotos von Walen machen sollten, sich aber mehr für die Titten der Blondine interessieren, was den Leser in den glücklichen Genuss der folgenden Konversation kommen lässt:
„Was Du liebe Scheiße ist das?“ „Verdammt, ich glaubs ja nicht!“ „Was denn Mike (!)?“ „Das sind verdammte Scheißkrabben!“ „Wow! Johnny, das kann doch verfickt nicht wahr sein!“ „Doch, Mike, es ist verdammt noch mal wahr!!! Das sind Millionen von den Mistviechern!“

Drum merke: Wenn der Freund sagt – nicht lesen – dann unbedingt auf Freund hören.

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Alle schreiben wir egoistisch unseren eigenen Jahresrückblick. Dabei ist etwas viel wichtigeres passiert.
Unsere Kanzlerin hat zu uns gesprochen.
D.h., ich bin mir nach wie vor sicher, dass eigentlich die Heuschreckenparasiten zu uns gesprochen haben.
Während ich ihr zuhörte, erinnerte ich mich an meine Kindergartentante Kassandra.
„So eine schöne Matschsandburg! Da hattest Du aber eine tolle Idee, Du kleines Nuffi-buffi! Ja fein! Du hast schon letztes Jahr so tolle Ideen gehabt. Jetzt musst Du Dich aber trotzdem noch mehr anstrengen [ernster Blick]. Du musst noch mehr Ideen haben, ja? Die erzählst Du der Tante Angie und dann tut die Tante das umsetzen und dann geht es Deutschland wieder gut, jedenfalls wenn deine süßen kleinen Freunde das auch alle machen. Jooohhhhh! [Kopftätscheln] Aber jetzt trinkst Du erst mal Deinen Kamilletee aus [Nuf schaut tapfer, kneift sich die Nase zu und kippt den ekeligen Kamilletee runter] Ja fein! Jaaah fein, dudududu!“

[Orginalzitat: „Ich wage es dennoch noch einmal: Ich möchte uns ganz einfach ermuntern herauszufinden, was in uns steckt! Ich bin überzeugt, wir werden überrascht sein!“, Angela Merkel am 31.12.2005]

Es ist schon eine Leistung eine Neujahresrede mit so wenig Elan zu halten. Man kann hier fast schon von Inverselan sprechen. Angela Merkel ist was Leidenschaft angeht so etwas wie ein schwarzes Loch. Eine Singularität, die alles Mitreißende, Motivierende und Begeisternde in sich aufsaugt und nicht das kleinste Quäntchen wieder raus lässt.
Saug. Saug. Saug.
Nicht anders kann ich mir die monotone, fast schon mandalaartige Vortragsweise von Angie erklären.
(Ich will nichts schimpfen, immerhin weckt Frau Merkel durch ihre Reden nostalgische Erinnerungen an die Zeit in der mein Commodore zu mir gesprochen hat. Sie klingt nicht ganz so blechern, trägt aber ohne jeden Zweifel das gleiche Feuer in sich.)

Um nicht einzuschlafen und die Rede bis zum Ende zu verfolgen, habe ich den Ton abgestellt und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Seit der Kohlära überlege ich, an wen mich Angie, die jetzt da sie Kanzlerin ist, tatsächlich viel öfter glücklich ist [Mundwinkel nach oben!], erinnert:

„Mein Name ist Drops, wer mich ärgert geht hops!“

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Weihnachtsgeschenke für Eltern sind immer so eine Sache. Letztes Jahr entschied ich mich das Ganze mal strategisch anzugehen. Ich kaufte meiner Mama einen DVD-Player und so befinde ich mich jetzt in der glücklichen Lage ihr die nächsten Jahrzehnte DVDs schenken zu können.
Dieses Jahr fiel meine Wahl auf „Fackeln im Sturm“. Das hatte den wunderbaren Nebeneffekt, dass ich ganz so wie 1985 bei der Erstausstrahlung, mit meiner Mutter zusammen ins Serienfieber verfallen konnte. Allerdings beträgt die Gesamtspielzeit über 580 Minuten, was am 2. Weihnachtstag einfach nicht zu bewältigen war. Staffel II und III mussten ungesehen bleiben.
Die ersten sieben Folgen haben wir allerdings geschafft.
Es war erschütternd festzustellen, dass Patrick Swayze alles andere als erotisch ist. Wenn er küsst, spitzt er seine Karpfenlippen und öffnet sie unbeweglich als sei er ein Fisch und schnappe nach Luft. Dann presst er sie mit weit aufgeriisenen Augen auf sein Opfer seine Geliebte und saugt sich fest.
Das war aber nicht das schlimmste. Seine Wuscheltolle, in den 80ern noch ein Hit, ist sicherlich Stunden vor Drehbeginn nach oben geföhnt worden, damit der kurzbeinige Darsteller wenigstens optisch ein wenig an Größe gewinnt. Dennoch musste sich der lediglich 1,65 m große Mann auf leere Obstkisten stellen, um Madeline zu küssen oder seinem Kumpel George Hazard brüderlich auf die Schultern zu klopfen.
Das Horrorszenario wurde durch die häßlichen Seidenschlüpfer, die alle Männer, die in der Serie mitspielten, um den Hals gebunden hatten verstärkt.
In den 80ern war das anders! Da war Patrick sexiest man alive.
Übrig bleibt nur noch die Erinnerung an den Archetyp des männlichen Sexsymbols (ich sage nur Ghost und Dirty Dancing).
Ehrlich. Erinnert Euch!
Gegen das kann auch Robbie nicht anstinken.
Naja Jason vielleicht. Oder Hugh Jackmann.
Hm, wenn ich es mir so überlege. Will Smith kann.
Naja! Früher war trotzdem alles besser!

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Heute morgen am Frühstückstisch entbrannte ein Streit darüber, welche nun wirklich die hässlichste aller Farben sei.
Ich persönlich bin mir sicher, dass Apricot die Schlimmste ist. Mein Freund hält entgegen, dass Rot viel schlimmer sei (was natürlich totaler Quatsch ist).
Ich möchte nun eine repräsentative Umfrage starten, um zu einer objektiven Lösung zu kommen.

–> man beachte die Umfrage rechts bitte –>