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Ach ja: und wenn hier jemand bei einem großen Bekleidungsvertriebshaus tätig ist … bitte, bitte – stellt das Unkleidungskabinensystem endlich auf englische Verhältnisse um. Dafür die dämlichen Einzelkabinen gegen Großkabinen wechseln. Dann fällt das Anstehen weg. Erster Vorteil. Zweiter Vorteil: Ich muss mich in öffentlichen Gebäuden nicht immer ausziehen oder mir mehrere Schichten Klamotten übereinander anziehen und dann Unbeteiligte bitten, dass sie mir doch bitte wieder aus dem Oberteil helfen, weil ich leider feststecke. Alternativ kaufe ich den halben Laden leer und muss den viertel Laden am nächsten Tag leider zurück bringen. Das spart doch Arbeit für alle. Also habt Verständnis.

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Es hat genau ein Jahr gedauert bis ich meine ganzen Kosmetikavorräte aufgebraucht habe. Nachdem ich das Stiftung-Warentest-Heftchen zu diesem für Frauen lebensentscheidenden Thema gelesen habe, bin ich auf eine Ökopflegeserie umgestiegen. Alles ohne Tierversuche, Erdöl, Farben, Konservierungsstoffen und künstliches Parfüm. Jetzt muss ich leider feststellen, dass dieses Unterfangen nicht angemessen für mein Alter war. Wenn ich mich im Spiegel betrachte, entdecke ich Falten um die Augen. Sprüche wie „wer keine Falten hat, hat nichts erlebt“ helfen da nicht weiter. Ich will diese Furchen nicht. Also creme ich wie wild die Naturprodukte in mein Gesicht. Weitere zwei Wochen später erkenne ich: ohne Chemiebomben keine Schönheit. Bevor ich also zu Botox greifen muss, verbringe ich lieber eine Stunde in der Drogerie und lese mir aufmerksam die Beschreibungen der Anti-Falten-Produkte durch. Es ist ziemlich schwer sich zu entscheiden, ob ich eher Kupfer oder Zellbooster benötige. Warum gibt es nicht ein Produkt, welches alle Zusatzstoffe vereinigt? Am Ende entscheide ich doch wieder nach ansprechendster Optik. Immerhin muss die Verpackung mit meiner Badezimmereinrichtung harmonieren. Früher hab ich mich für die Art von Verhalten ein bißchen geschämt. Seitdem ich weiss, dass mein Mitbewohner Handcreme benutzt, habe ich alle Scheu abgeworfen.

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Befremdend. Da geh ich zum Frisör zum Ponynachschneiden und die wollen kein Geld dafür. Ich hab gesagt: „Das geht nicht“. Alle schauen mich verdutzt an. Ich ergänze: „Wir sind hier in Deutschland. Servicewüste Deutschland. Da bekommt man nichts umsonst.“ Die Frisörin wirkt hilflos. Sie hat alles verpatzt. Ich gehe da doch hin zum Frustabbau. Das funktioniert nur wenn ich dabei Geld ausgebe. Ich drücke ihr irgendeinen Schein aus meinem Portemonnaie in die Hand. Ich komme mir dekadent vor, überlege kurz, nehm ihr den Schein wieder weg und sage: „Danke.“

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Das Grillen war deutlich erfolgreicher als das deutsche Nationalteam. So viel ist sicher. Ich will nur ungern in offenen Wunden bohren (höchstens mit salzigen Fingern) ABER so wie die spielen, ist es wahrscheinlich, dass ich
a) nach der Entlassung von Tante Käthe als Nationaltrainer eingesetzt werde oder
b) für eine beliebige Position als Spieler rekrutiert werde.
Bislang konnte ich jedem Fußballschauen aus dem Weg gehen. Gestern musste () ich ja im Rahmen unseres Teamevents. Dabei fielen mir einige Details auf. Die rosa Krawatte des Sportkommentators passte nicht zu dem braunen Anzug. Der Torwart des tschechischen Teams gefällt den Damen meiner Abteilung (ich will mich da nicht aussparen) am Besten. Günther Netzer lacht nie, es sei denn Rudi Völler wird bald entlassen. Die erste Hälfte der Halbzeit erweckte bei mir den Eindruck, dass irgendjemand den Spielern die Information hat zukommen lassen, dass sie bereits 7:0 führen. Die zweite hingegen erinnerte mich sehr an Frauenschulsportbasketball. Mindestens fünf Leute hauen zeitgleich auf einen Ball ein, aber niemand bekommt ihn rein, wobei weiter hinten einige engagierte Spieler frei stehen und sich die Haare bürsten. Desweiteren haben sich alle meine Hypothesen über den prätentiösen* Charakter** von Herrn Kahn bestätigt. Das wirkt sich positiv auf mein Psychologinnengemüt aus. Ebenso wie der Umstand, dass ab heute Abend fast alle Männer für jegliche Verabredungen wieder zu haben sind. Besser noch: ich kann Sympathien erwecken, indem ich mich verständnisvoll und empathisch gebe. Alles in allem also ein gelungener Grillabend.

*Achtung! Prätentiös ist mein neues Lieblingswort. Wer noch ein deutsches Wort mit zwei Umlauten kennt, der möge es mir sagen.
** Will meinen, wer mit gebrochendem Daumen eine WM vergeigt, der kann sich auch ruhig sieben Meter vors Tor legen und entspannt warten, dass der Ball doch endlich in selbigem landet.

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Das Wetter … es ist … zum Weinen. Heute Abend ist Grillabend. Das sieht dann so aus: Einer steht mit Schirm draußen und grillt und die anderen schauen Fußball. Hätte die Sonne geschunen bzw. schünte die Sonne, hätte ich wenigstens in selbiger liegen können und blinzelnd ab und zu ein Paar unqualifizierte Kommentare zum Fußballspiel von mir geben können. Vielleicht fällt der geplante Grillevent aber auch aus. Schade wäre es nur um den Kuchen, die Blumen und den guten Rotwein, den wir dem Gastgeber als Zeichen unseres Danks spenden wollten. Wobei. Mein Kollege sagte gerade, wäre doch super. Ich könnte den Rotwein trinken, wir teilen uns die Torte und bewerfen uns im Anschluss mit den Blumen.

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Wenn einer meiner englischen Geschäftspartner mir auf deutsch zurückschreibt, kann das nur zwei Dinge bedeuten:
1. Engländer sind überaus höflich oder
2. Engländer haben Sinn für schwarzen Humor und teilen mir auf eine sonderbare Art und Weise mit, dass ich mein Englisch aufpolieren sollte.

„Hallo,

Dank für lädt ein werde zu ich besuchen treffend. Könnten Sie bitte ein Hotelzimmer für den 28. Juni buchen? Könnten Sie bitte einen Flug von Gatwick Flughafen London auf der 28. Rückkehr auf dem 29. zu Gatwick Flughafen buchen?
Wenn Sie unfähig sind, ist einen Flug zu arrangieren, es möglich, durch Zug zu gehen? Dank sehr!

Name des Geschäftspartners
Kopf von Erwachsenem Lernen und Fähigkeiten Lernend Fähigkeitrat“

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Hilfe. Ich war gestern wieder im Schulalter. Marshall Brainstorm spielte im Bassy. Falls es tatsächlich Menschen geben sollte, die diese Band nicht kennen sollten: Sie wurde vor zehn Jahren in Forchheim (Zentrum der Welt) gegründet. Der Aufstieg ist seitdem unaufhaltsam. Elf Uhr war angesagt und als wir ankamen, waren wir exakt Gast fünf, sechs und sieben. Eine halbe Stunde später war halb Franken versammelt. Ich war noch nie in Berlin weg und kannte fünfzig Prozent der Anwesenden. Das Erstaunliche: alle sahen exakt so aus wie vor zehn Jahren nur pro Jahr ein Kilo mehr. Ich kritzel mir Emailadressen auf den Arm bis gar nichts mehr geht und frage junge Männer, ob sie mich heiraten wollen. Durchweg war die Antwort ein völlig erschrockenes „nein“. Erschütternd. Zumindest dass so etwas ernst genommen wird. Nächstes Traumata: Jemand fragt mich, ob ich die von Finya mit dem Dreck im Gesicht bin. Zwischendrin springt eine andere wildgewordene Partykanone (auch von Finya) durch die Gegend und grölt „Franken ruuuules“. Ich verliere langsam den Überblick. Dann sucht die Partykanone mir tolle Männer aus und ich muss smalltalken, meine Königsdisziplin (jedenfalls seitdem ich das Buch „Erfolgsfaktor Smalltalk“ gelesen habe). Alles in allem (und ich erspare hier weitere Details) mal wieder ein Abend nach dem ich mir selbst Hausarrest verpasse.

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Morgens beim Brötchen-aus-dem-Ofen-holen, habe ich mir ein weiteres hippes Branding verpasst. Hoffentlich ist das gerade in!
Von meinem Mitbewohner habe ich zum Frühstück fortwährend nur den Hintern gesehen, da die Polizei sich entschlossen hatte, genau vor meiner Haustür eine Autokontrolle zu errichten. Wie ein Rentner lehnte er also aus dem Fenster und murmelte stetig die neusten Beobachtungen vor sich hin. Z.B. empörte er sich, dass die Verbandskästen nicht kontrolliert wurden. Ich vermutete, dass es daran lag, dass ein neuer EU-Erlass die Verbandskastenpflicht gegen eine Arztmitsichführpflicht getauscht hat. Die Autos waren jedenfalls immer mit mindestens vier Menschen gefüllt, was die Mutmaßung nahe legt, dass es sich bei einem der Insassen um einen Mediziner handeln muss.