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Jetzt mal im Ernst. Immer wenn ich derartige Diskussionen verfolge, muss ich mich doch stark wundern.
Da werden Ängste mit Argumentationen verwechselt. Ich frage mich bei solcherlei Debatten als aller erstes: Wer oder was ist bitte ein Ausländer?
Wer kann das definieren?
Bin ich als Halbitalienerin Ausländerin? Ist es mein Vater mit deutscher Staatsangehörigkeit, weil er in Italien geboren ist, Ausländer? Mein Großvater der mit italienischer Staatsangehörigkeit in Deutschland lebt?
Was wäre, wenn wir Afrikaner wären, was wenn wir Australier wären? Wenn wir gar eine anderen Religionsgemeinschaft angehörten?
Was ist bitte ein GASTLAND? Bin ich hier zu Gast, mein Vater, mein Großvater? Müssen wir alle zurück? Und wohin dann?
Was ist bitte deutsche Kultur und an was muss ich mich anpassen? Darf ich jetzt nur noch schweinebraten- und sauerkrautessend Wagner hören, weil ich mich sonst der deutschen Kultur und meinem Gastland nicht anpasse?
Es regt mich wirklich maßlos auf.

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Ich hab da mal ne Frage. Wer kann es sich eigentlich leisten, Klamotten woanders als bei H&M zu kaufen?
Es gibt nichts deprimierendes als wenn man bei H&M schon alles gekauft hat, was einem zusagt und man dann nichts mehr kaufen kann, weil es bei den anderen viel zu teuer ist.

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Heute habe ich auf Fremdanregung begonnen meine Spammails aufmerksam zu lesen und bin auf allerlei Großartigkeiten gestoßen, die mir bislang bedauerlicherweise entgangen sind. So zum Beispiel folgende:

Hi nuf!

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Cialis Soft Tabs is the new impotence treatment drug that everyone is talking about.Soft Tabs acts up to 36 hours, compare this to only two or three hours of Viagra action!
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Soft Tabs also have less sidebacks (you can drive or mix alcohol drinks with them).

–> Habe umgehend eine Packung bestellt. Suche nun Freiwilligen, der sich die Tabletten in alkoholhaltige Getränke mischen will und seine Erfahrung mit einer 36stündigen Erektion schildert.

Außerdem habe ich Anschluß einen Verteiler aller Sexangebote zusammengestellt und mich beschwert, daß ich unter 600 Mails kein einzig auf die Frau abgestimmtes Angebot finden konnte

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Ich fürchte, der Mann als solches muß sich bald eine neue ökologische Nische suchen. Gestern Abend entsorgte ich fachmännisch und nur unter mittelschweren Qualen meine erste Spinne. Um es präzise zu formulieren, mein erstes Spinnentier, denn es handelte sich um einen Weberknecht.
Dabei stellte ich fest, daß auch hier ein geordnetes Vorgehen ein wesentlicher Aspekt zur Zielerreichung darstellt.
Die aufkeimende Panik beim Erblicken des Ungetüms, rationalisierte ich zunächst. Evolotionsgeschichtlich macht es durchaus Sinn, Spinnen zu fürchten. Jedoch beruht die empfundene Angst in der Regel auf einer stark pauschalierten Sichtweise der Gattung Spinne. Als ich den Weberknecht an meiner Schlafzimmerwand entdeckt hatte, sprang ich auf und recherchierte schnell alle notwendigen Informationen. Dabei stellte sich heraus „Die Weberknechte verfügen weder über durchbohrte Kieferklauen und Giftdrüsen noch über Spinndrüsen.“ Die Lebensgefahr bei der Beseitigung dürfte, so schlußfolgerte ich, minimal sein. Eigentlich wollte ich es konsequent angehen und das Tierchen am Bein schnappen und aus dem Fenster werfen. Ob der mangelnden Spinndrüsen, wäre es sicherlich bei dem Fenstersturz verendet, was ich als leidenschaftliche Tierfreundin nicht verantworten wollte. Außerdem können Weberknechte bei Gefahr einzelne Beine abwerfen, was das am Beinpacken auch suboptimale Lösung darstellt.
So griff ich auch die mehrmals beobachtete Glas-Karten-Methode zurück und setzte den Weberknecht ins Treppenhaus.
Den Rest der Nacht verbrachte ich dennoch wach. Ich grübelte, welchen Sinn Männer nun noch in meinem Leben machten.
Glücklicherweise kam mir in den frühen Morgenstunden das Vögeln in den Sinn, was ein unbesorgtes Einschlafen dann noch ermöglichte.

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Als ich heute Nacht exakt um 02.00 Uhr erwachte und bis zum Morgen nicht mehr einschlafen konnte, erinnerte ich mich an folgendes seltsame Ereignis, welches sich letzten Winter zutrug.
Mein Vater rief mich kurz nach Weihnachten an und berichtete, daß er beim Tanken von einem Mann meines Alters angesprochen worden sei. Der wollte wissen, ob er rein zufällig mein Vater sei.
Mein Vater bejahte und wollte wissen, warum er dies zu wissen wünschte. Der junge Herr sagte, er kenne mich von früher. Die beiden plauschten eine Weile, mein Vater übertrieb in seinen Schilderungen über mein Tun in Berlin gewohnt maßlos und die beiden trennten sich.
Das erste merkwürdige an der Geschichte ist der Umstand, daß mein Vater an öffentlichen Plätzen als selbiger zu erkennen ist.
Das zweite Wunder offenbarte sich, als ich meinen Vater fragte, wie der Herr denn hieße, denn er hatte sich entgegen seines Habitus den Namen gemerkt.
Als er den Namen aussprach, tat sich eine große Leere in meinem Hirn auf. Der Name verhallte echogleich ohne daß ein Engramm angestoßen worden wäre.
Keine Assoziation. Nichts.
Der Zwischenfall lies mir keine Ruhe und so arbeitete es offensichtlich in den tieferen Ebenen des Hirns weiter und schätzungsweise eine Woche später rückte mein Gedächtnis endlich raus mit der Sprache.
Thomas Müller, das war ein Junge aus der 7. Klasse der Realschule, der eine einzige Woche Kontakt zu mir hatte, als ich selbst noch in die 5. Klasse ging.
Wir trafen uns 1986 im Schulbus und nach einer kurzen Konversation, fragte er mich, ob ich mit ihm gehen wolle.
Ich hatte keine Ahnung, was diese Frage bedeutete und bat um Aufschub der Beantwortung. Zuhause angekommen, fragte ich sogleich nichtsahnend meine Mutter, ob ich mit Thomas Müller gehen dürfe. Sie antwortete, ohne vom Kartoffelschälen aufzusehen, mit „nein“, was ich umgehend an Thomas weiterleitete.
Die Enttäuschung war groß und wir trafen uns noch einige Male am Nachmittag an den Mülltonnen unseres Mietshauses.
Dann war Thomas Müller verschwunden.
Fast zwei Jahrzehnte (!!!) später, trifft Thomas Müller meinen Vater und erkundigt sich nach mir.
Das ist unglaublich. Erstens: wieso erinnerte er sich noch an mich und zweitens was mag ihn innerlich getrieben haben nach solch einer Zeitspanne einen wildfremden Mann auf mich anzusprechen?
Für mich gibt es nur zwei Erklärungen. Die erste ist sehr naheliegend – nach seiner 1986 entflammten Liebe hat er nie mehr eine bessere als mich getroffen. Diese Erkenntnis trägt er seit Jahren mit sich herum und ist todunglücklich.
Die zweite Erklärung könnte so lauten: Mein Vater, der bis zu meinem Auszug stets bemüht war, meine Ehre unbefleckt zu halten, hatte sich das Bürschchen irgendwann einmal gehörig zur Brust genommen und ihm überzeugend dargelegt, daß seine Tochter vor ihrer Hochzeit weder gedenke, mit einem Mann zu gehen noch schlimmeres zu tun.
Dies hat ein solches Trauma bei dem jungen Mann ausgelöst, daß er es nur verarbeiten konnte indem er sich erneut mit dem Auslöser konfrontierte.
Seltsam bleibt es trotzdem. Leider kann ich keinen Kontakt zu Thomas aufnehmen. Der Depp hat sich seinen Namen ja so gewählt, daß ein googeln völlig sinnlos wäre.

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Heute morgen beim Anziehen bin ich mal wieder auf ein unerklärliches Phänomen gestoßen. In der Welt der Modedesigner und Kleidungshersteller scheint es die Kombination schlank und Busen nicht zu geben.
Der Pullover als solches, ist lediglich in zwei Varianten zu erstehen: Labberig und busentauglich vs. eng und bauchfrei.
Es ist nun wirklich nicht so, daß ich gigantische Brüste besäße. Nein, sie sind völlig normal. Ebenfalls bin ich nicht besonders schlank – eben normalgewichtig*.
Dennoch kann ich mich beim Kauf eines Pullovers nur zwischen den oben genannten Varianten entscheiden.
Mir ist es ein Rätsel, wie dies entstanden sein könnte. Denn es widerspricht allen Beobachtungen, die ich in puncto Modedesign machen konnte.
Führe ich mir das Durchschnittsmodell vor Augen, so fällt mir folgendes auf: Es ist überlang und überdürr. Dies wiederum bedeutet, es trägt sehr lange, sehr enge Pullis. Trüge ich einen solchen Pulli, so müßte er mir nach allen Regeln der Logik passen. Denn meine mangelnde Größe wird kompensiert durch eine Ausbeulung im Oberkörperbereich. Der Stoff müßte also sowohl für groß ohne Busen als auch für klein mit Busen ausreichen.
Tut er aber nicht.
Wenn man es beispielsweise wagt, eine Schaufensterpuppe von hinten anzusehen, fällt ein weiteres Detail auf. Pullover an Schaufensterpuppen sind grundsätzlich am Rücken durch Stecknadeln fixiert, die den überschüssigen Stoff zusammenhalten. Um auszusehen, wie eine Schaufensterpuppe (selbstredend proportional aufgeblasen), müßte ich logisch folgernd die Pullis in M kaufen und hinten abstecken. Das wäre aber eine nur begrenzt handhabare Möglichkeit. Erstens kann ich mir mein Oberteil am Rücken nicht selbst abstecken und zweitens würden mich die Nadeln unter dem Blazer wahrscheinlich an den Rande des Nervenzusammenbruchs bringen, da sie akupunkturartig gewisse Areale meines Körpers stimulieren würden, die vielleicht gar nicht gereizt werden wollen.
Für das Thema Hosen ist hier seitens der Modelabels bereits eine Lösung entwickelt worden. Beinbekleidung ist in fast allen Geschäften in normal und extralang zu haben. (Das dies überhaupt keinen Sinn macht, ist ein anderes Thema).
Deswegen fordere ich hiermit die Modemacher auf, jegliche Oberbekleidung in normal und mitbrüste anzubieten!

*Den Herren sei an dieser Stelle gesagt: Verwenden Sie niemals, wenn Sie mit einer Frau über ihr Gewicht sprechen, die Worte normalgewichtig oder alternativ die Kombinationen nicht dick, nicht dürr; dieses Vokabular ist ausschließlich dem weiblichen Geschlecht vorbehalten, wenn es über sich selbst spricht)