Schneller als Speedy Gonzales

Glücklicherweise habe ich ein spitzenmäßiges Reaktionsvermögen. Jedenfalls so rein zeitmäßig. Inhaltlich könnte ich noch daran arbeiten. Denke ich mir so, wenn ich mir folgende typische Situation aus meinem derzeitigen Leben durch den Kopf gehen lasse:
Das Baby hat gekackt. Ich wechsele die Windel. Kaum kommt die frische Windel in die Nähe des gerade mühsam gesäuberten Pos, öffnet sich ein gewisses Körperteil und heraus spritzt weiterer ockerfarbener Verdauungsinhalt. Blitzschnell ziehe ich die frische Windel weg, das Kind kackt mir auf die Hand, von der Hand läuft alles auf die Frotteewickelunterlage. Oh nein!
Ich lasse das Kind fast fallen, es wälzt sich in seinem Kacki. Ich freue mich. Nicht nur dass die Kommode jetzt auch voll gespritzt ist, nein das Baby ist bis zum Haareinsatz ebenfalls mit Stuhl eingerieben.
Soll einer mal sagen, ich hätte nicht spitzen Reaktionen! Die 13-Cent-Windel ist immerhin blitzsauber. Ich benutze sie mangels anderer Möglichkeiten, um mir die Brille zu reinigen, damit ich beim Weiterwindeln etwas sehen kann.

11 Gedanken zu „Schneller als Speedy Gonzales“

  1. Das ist so dermaßen plastisch beschrieben … dass man sich gern von seinem Kinderwunsch verabschiedet…

    (seltsam, warum ist mir solche Koprophilie bisher nur an hartnäckigen Hundehaltern aufgefallen?)

  2. Jaja, KinderKacke.

    Ich erinnere mich noch sehr lebhaft an den Tag, als der Sohn im windelfreien Lauf quer durch die Wohnung kackte. Oder, da war ich glücklicherweise im wohlverdienten Urlaub von Sohn und Mann, an das Telefonat mit anschließendem schadenfrohen Lachkrampf, als mein Mann mir, am Boden zerstört, erzählte, das Kind sei auf den Schreibtisch geklettert, habe das dort stehende Regal inspiziert und dabei hinterrücks auf die Tastatur geschissen. Vage steigt nun auch die Erinnerung an ein morgendliches Erwachen auf: Das Kind hatte sich über nacht seiner Windel entledigt und direkt zwischen Mama und Papa gekackt… Ach, ich hatte es schon fast verdrängt… Herrje, und jetzt fallen mir noch mehr solcher verdrängter Kackgeschichten ein: Kind krabbelt im Flur und kräht fröhlich herum. Wenig später schreckt Mutter wegen ausführlicher Stille hoch und rennt, Böses ahnend: ungewindeltes Kind hat in den Flur gekackt und die Schlafzimmertür künstlerisch verziert.

    Besonders schön auch neulich des Kindes Anfall von Putzwut: Nachdem er tagelang unbemerkt in den Wischeimer gepinkelt hatte, nahm er den Wischmopp, tunkte ihn in seine (mittlerweile wg. Verdunstung konzentrierte) Pisse und wischte damit Bad und Flur. Die Mama wundert sich über den gemeinen Pissgestank, der ins Wohnzimmer weht – es war ein wenig wie an einem heißen Sommertag in den Berliner Straßen, wenn die Hundepisse aus den Gemäuern dunstet. Pädagogisch sinnvolle Gegenmaßnahme: Restpisse wegkippen und dabei mit Nachdruck und in aller Ausführlichkeit über die widerwärtige Ekelhaftigkeit von alter Pisse schwadronieren und damit drohen, einen Knoten ins Schwänzel zu machen, wenn nicht ab sofort wieder das Klo zum Pinkeln benutzt wird. Eimer mit frischem, heißem Wasser und jede Menge Essigreiniger befüllen und dabei Loblieber auf die reinigende Wirkung von heißem Wasser und modernen Putzmitteln singen. Dem Kind freudig und voller Begeisterung verkünden, es könne jetzt noch mal und viel besser aufwischen und wenns schon dabei ist, auch gleich noch den anderen Flur und die Küche.

    Übrigens halte ich fiese Rachegedanken bei Eltern für legitim und gesund, ebenso die gründliche Vorbereitung der Rache für all das, was man in den ersten Lebensjahren des Kindes erleiden mußte. Sobald der Sohnemann seine erste Freundin mit nach Hause bringt, werden wir das sorgfältig aus peinlichen Babyfotos zusammengestellte Fotoalbum zücken und zufrieden grinsend lauter Piss- und Kackgeschichten erzählen.

    Frau Nuf, schön, daß Sie wieder da sind. :)

  3. Es gibt da ja auch noch die Variante, daß Kacki-Attacke Nummer 3 erst dann kommt, wenn die neue 50-Cent-Windel schon angelegt ist und der schicke neue Wolle-Seide-Body zum ersten Mal angelegt und der Tauf-Strampler von Tante Ilse – und wenn man dann feststellen muß, daß man das mit den Verschlüssen der 50-Cent-Windel noch nich so 1a gelattet gekricht hat und der ganze frische Bratz munter locker durch alles durchgeht und man natürlich in dem Moment ganz schnell wech muß, weil sonst der Bus wech is, der nur alle Stunde fährt.
    (usw.)

  4. *brüller*

    Brille? Seit wann haben Sie eine Brille? Oder stell ich mir jetzt das Modell »Chemie-Labor« vor … aus gegebenem Anlass?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr als 5x können Sie in einem Monat nicht kommentieren. So sorry! Ist das Gegenteil der Fall und sie möchten einen Kommentar hinterlassen, wissen aber nicht, was sie schreiben sollen, dann nutzen Sie den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken