GBG – Goodie Bag Gier

Ich habe einen Bekannten, der sehr gerne auf Messen geht. Er besucht diese Messen nicht, weil ihn das Thema interessiert, sondern weil es dort Dinge kostenlos gibt. Er läuft von Stand zu Stand und sammelt. Meist Kugelschreiber und Gummibärchen, ab und an einen USB-Stick oder ein Putztuch für den Screen des Smartphones.
Mir war es immer ein Rätsel was er davon hat. Was hat man davon zuhause dreiunddrölfzig Kugelschreiber rumliegen zu haben? Oder verkauft man das auf ebay? Aber wer kauft Kulis und USB Sticks?

Was man ihm lassen kann, ist, dass er Mühe damit hatte. Er musste immerhin an jeden Stand einzeln gehen, dort meist irgendein Verkaufsgespräch über sich ergehen lassen und dann hat er höflich nach einem Mitgebsel gefragt und es eingesteckt.

Ich erinnere mich an mein erstes BloggerInnen-Event und meine erste Goodie Bag gut. Sie war bis oben mit tollen (auch wirklich hochwertigen) Babysachen gefüllt: Feuchttücher, Popo-Creme, Lavendel-Babybad, Wind und Wetter Creme…

Beim Gehen wurde man gefragt, ob man schon ein Goodie Bag bekommen hätte. „Ne“, hab ich geantwortet, mir war nämlich gar nicht klar, dass man überhaupt etwas bekommt. Warum auch? Geleistet hatte man ja in der Regel nichts – es sei denn Schnittchen essen würde unter Leistung verbucht.

Ein wenig erinnerten mich die Goodie Bags an die (neue) Tradition der Kindergeburtstags-Mitgebsel.

Früher™ (also als ich Kind war), da gab es diese Mitgebsel auch. Allerdings haben sich die die Kinder erspielt. Beim Topfschlagen, beim Sackhüpfen oder beim Stuhl-Tanz. Ein Bonbon hier, einen Lolli und ein Schokoriegel. Das wars.

Heute gibt es auf Geburtstagsfeiern einfach so Mitgebsel. Die Kinder gehen bowlen oder klettern (drunter geht’s ja schon kaum) und dann gibt es noch Geschenke im Wert von 5-10 Euro pro Kind.

Jedenfalls um auf das Goodie Bag zurück zu kommen. Da ich kein Baby mehr habe, habe ich den Inhalt im Anschluss einer Bekannten geschenkt, die gerade ein Baby bekommen hatte. Ich hab versucht klar zu machen, dass ich dafür nichts wollte, weil ich die Sachen ja selbst geschenkt bekommen hatte und sie gar nicht brauchte.
Eine Woche später stand die Bekannte mit Schokolade in der Tür um sich zu bedanken und ich war peinlich berührt, weil ich eigentlich gar nicht wollte, dass sie sich verpflichtet fühlt mir für etwas Danke sagen zu müssen.

Auf der nächsten Veranstaltung habe ich in das Goodie-Bag geschaut, festgestellt, da sind Dinge drin, die ich nicht benötige und dankend abgelehnt.

Umso seltsamer fand ich das Verhalten so manch anderer BloggerIn wenn es um die Goodie Bags ging. So wie Comicfiguren manchmal Dollar-Zeichen in den Augen haben, hatten manche BloggerInnen quasi Goodie Bag Spiegelungen in den Augen. Wenn es an die Verteilung der Goodie Bags ging, wurde gedrängelt oder mal ein bisschen Platz mit dem Ellbogen gemacht. Könnte ja sein, dass man leer ausgeht!!1!

Je nachdem was die Goodie Bags enthalten, greifen VeranstaltungsteilnehmerInnen auch gerne mal hinter die Tresen und packen vor der offiziellen Verteilung zu oder holen sich Dinge aus den Nachschubkartons.

Am Wochenende habe ich beobachten können, dass sich manche nicht eine sondern gerne zwei oder drei Goodie Bags mitnehmen oder aber den Inhalt von einer Goodie Bag schon mal in die eignen Tasche umräumen und sich dann eine weitere Tüte über die Schulter werfen.

Ich verfalle da in Fremdscham. Mir ist das echt peinlich. Ich glaube nämlich nicht, dass es da um Menschen geht, die darauf angewiesen sind eine Packung Stifte extra für die Kinder zu bekommen, weil sie sich nicht leisten können diese zu kaufen.

Am Ende verursachen diese Menschen, die Angst haben leer auszugehen paradoxerweise ja, dass andere, die sich nicht so verhalten, leer ausgehen.

Hachja, eigentlich wollte ich ja was lustiges dazu schreiben. Ist mir irgendwie nicht gelungen. Ich finde dieses Verhalten jedenfalls panne und weil ich selbst Bloggerin bin, möchte ich nicht mit solchen Personen in einen Topf geworfen werden.

P.S. Ich will jetzt wirklich nicht so tun, als ob es gar keine Goodie Bags gäbe, über deren Inhalt ich mich nicht auch freuen würde (oder schon gefreut habe!). Dennoch würde ich Goodie Bags lieber ganz abschaffen als Teil dieser Peinlichkeit zu sein.

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

210 Gedanken zu „GBG – Goodie Bag Gier“

  1. Hallo!
    Ich habe dich auf der Denkst zu ersten Mal kennen gelernt und fand dich sehr erfrischend beim Vortrag.
    Die Sache mit den Goodiebags fand ich auch sehr fragwürdig. Ich kenne es von der Blogst z.B. eher, dass am Ende viele übrig bleiben, die dann noch verteilt oder verlost werden. Dass hier am Ende manche gar keine mehr bekommen haben, fand ich irgendwie traurig. Dass manche einfach 2 mitgenommen haben, bzw. gleich zu Beginn mit ihrer Tasche den ganzen Tag rumgelaufen sind, war total komisch. Ich hatte am Ende zwei Tüten, weil ich beim Bento-Workshop gewonnen hatte und das war eben auch in so einer Tüte. Dann wurde ich am Ende tatsächlich mehrfach gefragt, ob ich denn zwei Goodiebags genommen hätte. Das war mir total peinlich.
    LG Steffi

       0 likes

  2. Pingback: Verena
  3. Das mit dem Fremdschämen kann ich sehr gut verstehen. Was ist los mit den Menschen? Ich würde tendenziell sagen: wenn ich das nicht brauchen würde, lasse ich es liegen. Das nervt ja sonst zu Hause bei mir rum! Und nur um den mitnehmens-Willen?

    Gab es aber früher aber auch schon auf den Geburtstagen. An die Kinder, die lieber drei Kinderriegel genommen haben, statt einen, fand ich schon immer suspekt. Naja. Die Menschen sind verschieden.. An manchen Stellen möchte ich sagen: leider. Fällt nämlich für mich irgendwie unter den so beliebten Hashtag #gönnenkönnen.

    Nun ja.

    Danke für deine Worte dazu!

       0 likes

  4. Das ist nicht nur auf Messen und Ähnlichem so. Ich ging mal in einem Festumzug eines Weinortes mit, bei dem üblicherweise jeder Wagen kostenlos Wein an die Zuschauer ausschenkte. Da der Zug dadurch nicht ins Stocken geraten darf, kann natürlich nicht jeder etwas bekommen. Dennoch gbt es dort Leute, die sich ein Weizenglas komplett mit Wein füllen lassen, damit sie auch bis zum nächsten Wagen genug zu trinken haben.
    Mein persönlicher Albtraum aus dieser Zeit: Wir hatten rote Reflektoren in Herzform als Werbegeschenke dabei. Etwa in der Hälfte des Zuges wurde unter uns Teilnehmern der Karton ausgepackt, ich nahm mir zwei Hände voll, um diese dann auf den nächsten Metern gemütlich zu verteilen. Ich drehte mich um und sah eine Menschenblase auf mich zustürmen. Vor Schreck warf ich die Reflektoren von mir. Kein einziger hat den Boden berührt!
    Bei diesem Umzug gibt es mittlerweile übrigens strenge Sicherheitsrichtlinien, die beim Verteilen von Geschenken und dem Ausschenken von Wein beachtet werden müssen. Etwas vom Wagen aus hergeben ist zum Beispiel lebensgefährlich. Besonders für die, die auf dem Wagen stehen.

       0 likes

  5. Also, an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Sven und Suse für die Orga dieser ganzen Sponsoren. Ich war auch ehrlich sehr froh dem Baby die denkst Tasche vor die Nase setzen zu können und für einen Moment Ruhe zu haben. Von einer zweiten (Eltern?) Tasche hab ich nichts mitbekommen und find es auch nicht schlimm, denn in der einen war schon so viel drin! Es war am Samstag vielleicht auch dem logistischen Chaos in dem Bereich geschuldet, dass manche einer zu großen Verführung gegenüber standen ;)

       0 likes

  6. Gruselig. Einfach gruselig. Ich schäme mich auch fremd, wenn Leute für etwas kostenloses ihre gute Kinderstube vergessen und sich in Rambo-Manier Platz durch die Mengen pflügen, um einen Kuli einsammeln zu können. Ich habe auch nie verstanden, warum.
    Schlimm ist sowas auch als Aussteller auf der Messe. Menschen wollen alles mitnehmen, egal ob es ein Werbegeschenk ist oder nicht. Ich war mal auf der Cebit, da müssten wir sogar auf unsere Computer-Mäuse aufpassen *kopfschüttel*

       0 likes

  7. Ich hab mich auch sehr gewundert, dass teilweise schon vorm ersten Vortrag GoodieBags rumgeschleppt wurden. Bis mir jemand sagte, dass man zugreifen solle – auch bei den Brotdosen usw Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass es in Kinderparty-Manier das Tütchen am Ende gibt. Man muss es ja auch rumschleppen bzw. zum Koffer packen. Aber gut – da wird man zum Lemming. Ich persönlich hätte es als Abschiedsmitgebsel auch netter gefunden. Oder wie beim Bento-Workshop sich die Stullendose füllen darf und damit das Goodie quasi verdienen muss. Aber gut, das sind Erfahrungswerte einer Großveranstaltung, die man vielleicht überdenken sollte.

       0 likes

  8. Ich mag goodie Bags – das hat etwas von wundertüten. Jedoch bin ich eher eine von denen die nur die eine angebotene mitnimmt. Was will ich auch mit mehr ? Wenn mir wirklich etwas gefällt frage ich dann bekannte die mit sind ob wir nicht etwas tauschen können…. aber von der gier habe ich auch schon gehört (besonders auf beauty messen!) Und nur den Kopf schütteln können. …

       0 likes

    via facebook.com

  9. Also, als ich vor 35 Jahren im Kindergeburtstagsalter war, mußten wir uns nichts erspielen. Es gab immer am Ende ein Beutelchen mit Süßigkeiten und Kleinkram, wie Bleistiften und Radiergummis. Wobei ich bis heute nicht verstehe, wofür man so viele Radiergummis benötigt, zumal diese Motivdinger eh schon schlechte Radiereigenschaften haben.

    Ein weiterer Ort für Goodie-Bag-Jäger (GBJ) sind Hauptversammlungen von börsennotierten Unternehmen. Jeder Kleinaktionär, mit auch nur einer einzelnen Aktie, darf daran teilhaben. Zu dem Geschäftsbericht gibt es üblicherweise noch einen Block und einen Schreiber, oft auch in einem Beutel. Auch kann man manchmal Werbegeschenke und Produktmuster abstauben. Die GBJ gehen dann durch die Reihen und kassieren auf den unbesetzten Plätzen die Goodies ein.

    Meist gibt es auch noch ein Buffet und dann halten sich dann die GBJ-Kleinaktionäre auch nicht zurück.

       0 likes

  10. Das Beste, das ich von Messen mitnehme, sind Visitenkarten mit neuen Kontakten. Seitdem ich die sammele (so 20–25 Stück/Messe inkl. kurzem Vorstellungsgespräch) ist mir der ganze Plastik-Messe-Müll schnurz. Das sind eh nur Pfennigartikel oder ich kann diese Sachen wohl überlegt irgendwo kaufen gehen. Aber ich stehe kopfschüttelnd daneben, wenn Besucher mit Rollgriff in die Bonbonschale greifen oder mit riesigen bedruckten Poolnudeln über das Messegelände laufen… Gruß von Hollie

       0 likes

  11. Ich war relativ früh da , uns wurde nach dem Einchecken gesagt wir sollte uns 1 Tasche nehmen (so wie bei Christine auch, nehme ich an). Aber das ist leider nicht das erste Mal das ich höre das geladene Gäste/ Ticketkäufer bei Veranstaltungen mehr mitnehmen als geplant war.

    Ich handhabe das übrigens eigentlich wie du, ich hätte sie -wenn wir nicht ausdrücklich beim check-in drauf hingewiesen worden wären- wenn überhaupt eine ( 1) am Ende (!!!) mitgenommen. Bei beiden Taschen habe ich auch erst geschaut was drin ist um festzustellen, dass ich den Inhalt der einen Tasche nicht ansatzweise benötige und habe sie stehen gelassen. Das gleiche galt den Windeln, die ich hätte alle gebrauchen können, aber die einfach nicht in mein Handgepäck passten. Und auch dann ist ja wohl eher 1 Packung pro angemeldetem Teilnehmer geplant gewesen, vermute ich mal…

       2 likes

    1. Ich war auch Teilnehmerin besagter Veranstaltung und mir wurde das Gegenteil gesagt. Nicht beim Einchecken, sondern beim Auschecken würde man so eine Tasche bekommen. Daher bekam ich dann gar keine mehr, weil ja keine mehr da war. Komisch, aber gibt Schlimmeres.

         0 likes

  12. Weil ich in der Nähe eines Messegeländes wohne, besuche ich auch ab und an eine Messe. Ich habe noch nie irgendetwas mitgenommen. Ich brauche keine drei Cent Kugelschreiber, keine idiotisch verpackten Gummibärchen und nicht zwanzig Prospekte über den Teutoburger Wald. Man muss wohl unterscheiden: das was auf Messen zum abgreifen rumliegt ist Müll für den ich keine Verwendung habe, mit Goodie Bags ist das vielleicht etwas anderes, damit kenne ich mich aber nicht aus. Ich wundere mich schon lange vor allem über die Menschen, die von Reisemessen zentnerweise Altpapier nach Hause schleppen. Bescheuert.

       0 likes

  13. Das mit den Messen kenne ich und meistens sind diese Werbegeschenke objektiv gesehen ziemlicher Mist. Wer nutzt denn ernsthaft diese magnetischen Displayputzdinger, all die billigen Akkupacks, 1 GB USB 2 Sticks oder Schirme/Fußbälle/Lenkdrachen/Tassen/Stifte mit riesigen, hässlichen Firmenlogos drauf? Ich habe hier einen Kugelschreiber von einer Frauenklinik und denke mir im nachhinein: Was für ein Schwachsinn, dass du den mitgenommen hast.

    Lieber kaufe ich mir jetzt einmal einen großen USB 3 Stick, eine schöne Tasse oder einen coolen Stift, der dann auch wieder fünf Jahre hält.

       0 likes

  14. Mitgebsel ist ein Superwort, kommt gleich in meine Kategorie zu den Stehrumchen.
    „Früher™ (also als ich Kind war), da gab es diese Mitgebsel auch. Allerdings haben sich die die Kinder erspielt. Beim Topfschlagen, beim Sackhüpfen oder beim Stuhl-Tanz. Ein Bonbon hier, einen Lolli und ein Schokoriegel.“ – Ich habe ja damals die Geburtstage meiner Kinder gestaltet, das war sicher noch ein paar Jahre früher. Mal habe ich mit Spielgeld einen Kulturparkbesuch in der Wohnung nachgestellt – da gab es dann auch eine Tombola mit gut erhaltenen Spielsachen – die Wohnung war klein und so viel Spielzeug, wie heute die Kinder haben, dafür war kein Platz.

       0 likes

  15. Auf der CeBIT haben wir diese Sorte Messebesucher „Beutelratten“ genannt. (Ihnen aber selbstverständlich freundlich lächelnd den 87. Kuli über den Tresen gereicht.)

       4 likes

  16. Solche Leute kenne ich auch. Sobald irgendwo kostenlos steht, wird das Hirn ausgeschaltet und gerafft bist zum geht nicht mehr. Nicht nur auf Messen, sondern wirklich überall. „Kostenlos? Nehme ich! Gib mir mehr! Billiger Werbekuli zu mir!“
    Gleiche Sparte wie die Coupon-Verrückten. „Für das Duschgel habe ich nur 3€ statt 6€ bezahlt, musste dafür nur 10 Stück auf Vorrat kaufen!“ Glückwunsch, ich zahle für meins 1,50€, ganz ohne „Rabatt“ und habe dann nicht das ganze Haus voller „Müll“.

    Kamelle finde ich ja noch nett…solange es die Kids sind die es auffangen und sich einstecken…wenn Omi und Opi dann noch der letzten plattgelatschten Kamelle hinterherjagen und anderen aus der Hand grapschen…naja.

       0 likes

  17. Ich schäme mich oft auch für Fremde, wenn ich sowas sehe. Einmal sah ich auf einer Messe einen Mann, der sein Kind an den Stand schickte, dass dieser sich dort Gummibärchen holen solle und er soll gleich was für den Papa mitbringen, was da noch so liegt.
    Ich selbst trau mich schon nicht etwas aus einem bereitgestellten Körbchen mit diversen Dingen zu nehmen. Erst neulich im Büro des Steuervereins eine große Schale mit Kulis, Einkaufswagenchips, Feuerzeugen, Regencapes, kleine Dosen mit Pfefferminzbonbons und so weiter. So eine kleine Bonbondose hätt ich wirklich gern gehabt, aber die Sekretärin war gerade nicht da und da ich nicht fragen konnte, ließ ich es. Ich finde es falsch sich einfach selbst zu bedienen.
    Liebe Grüße

       0 likes

  18. Oh Mann, mein Thema. Ich vertrete unsere Firma jedes Jahr auf mehreren Messen und erlebe das ganze Elend dann aus der anderen Perspektive. Wir haben da schon verschiedene Goodie-Grabscher-Typologien aufgestellt. Es gibt die, die höflich fragen. Die, die zwar höflich fragen, dann aber gleich fünf Kulis/Blöcke/o.ä. in ihre Tüte stopfen. Die die gar nicht erst fragen sondern einfach nehmen. Und dann die – das sind die schlimmsten -, die sogar um einen herum greifen oder einen wütend anfunkeln, weil man sich erdreistet im Weg zu stehen und (im Gespräch mit einem tatsächlichen Kunden o. Interessenten) den freien Zugriff auf die Goodies blockiert. Einmal hatten wir ein paar hochwertigere Werbegeschenke für Bestandskunden dabei, die ich extra hinter der Theke deponiert hatte, damit niemand sie mitnimmt. 3x darfste raten…waren natürlich trotzdem weg. Ich versteh’s nicht…

       1 likes

  19. Wenn es irgendwas umsonst gibt, werden bei den (aller, allermeisten) Menschen vermutlich irgendwelche Reflexe aktiv.
    Anders ist das kaum erklärbar.
    Und mit ‚umsonst‘ meine ich tatsächlich umsonst und nicht kostenlos. Kostenlos ist es ja sowieso.
    Es ist, rational betrachtet, ganz überwiegend letztendlich doch nutzloses Zeug. Entweder weil es wirklich nutzlos ist oder man absehbar keine Verwendung dafür hat. Siehe Babyzeug. Oder Kugelschreiber, die zuhause in die Schublade zu den anderen gesammelten Kugelschreibern wandern, irgendwann eingetrocknet sind und entsorgt werden müssen.

    Ich würde die Sache dicht bei dem Kaufreflex vieler Menschen sehen, die nicht mehr an sich halten können, wenn die Worte ‚Schnäppchen‘ und ’sparen‘ verwendet werden.

       0 likes

  20. Ich hatte neulich auch so einen Fremdschäm-Moment. Wir waren mit den Kindern auf der Bauma (Baumaschinen und Hersteller von Baustoffen, Gerüsten, so Zeug) – weil Mann und Kinder neugierig sind auf die großen Maschinen und Fahrzeuge. Ist ja auch toll, mal in so einem 4m hohen Bagger zu sitzen. Jedenfalls werden dort auch Goodies verschenkt, was die Kinder in punkto Gummibärchen natürlich ausgenutzt haben. Aber an einem Stand hatte eine Hostess gerade neue Kugelschreiber hingelegt und es ging jemand vorbei, der mit einem Griff – und ohne ein Wort! – alle drei Kulis runterwischte und einsteckte. Wieso? Und hat nicht jeder schon drölfzig Kulis zu Hause? Ich hab auch ein paar Sachen eingepackt, aber nicht in Massen, sondern eher so für die zwei Smartphones zwei Putzdingsis bei zwei verschiedenen Ständen. Und Du hast recht, meist sind diese „Einstecker“ nicht die, die das Zeug (finanziell) wirklich brauchen würden. Schon peinlich, diese Raffgier.

       1 likes

  21. Ich überlege gerade, ob ich – und das hoffe ich wirklich nicht – etwas falsch gemacht habe. Holt man sich den Goodie Bag erst ganz am Schluss der Veranstaltung? Aber nee, ich habe ja beim „Abgreifen“ gefragt, ob das Beutel für die Kinder sind oder für Erwachsene, und ob pro Familie einer, und wie das überhaupt gedacht ist, weil ich ja noch nie auf so einer Konferenz war. Und als ich dann hörte, einer pro Teilnehmer, also in meinem Fall pro Familie, habe ich ihn meinen Kindern zum Auspacken gegeben, damit die etwas zu tun haben und sich freuen. Wenn das ein verfrühtes Abholen gewesen wäre, hätte doch hoffentlich jemand was gesagt?

    Vielleicht wäre es gut, für Newbies so eine Art Goodiebag-Netiquette zusammen mit der Einladung und den Infos zur Kinderbetreuung zu mailen?

    Auf der denkst gab es übrigens sogar zwei Goodiebags, einen von Eltern und einen von der denkst selbst, die farblich sehr ähnlich waren, das war ein bisschen verwirrend… Und es waren unglaublich viele tolle Sachen drin. Ich war echt erstaunt.

    Aber wie ist das nun? Erst am Ende der Veranstaltung den Goodiebag abholen? Gebt mir mal Nachhilfe in Benimm!

       0 likes

    1. Ich glaube, das ist unterschiedlich von Veranstaltung zu Veranstaltung. Ich denke, bei der Veranstaltung am WE war es so gedacht, dass man sich eine Tasche (je eine Tasche?) nimmt, wenn man geht.

      Mehr weiß ich nicht. Ich hab in keine Goodie Bag reingeschaut und als ich mit dem Vortrag fertig war, war alles weg.

         1 likes

  22. Volle Zustimmung !

    Finde ich in jedem Kontext total peinlich und abstoßend – seien es Kamelle beim Karneval oder Goodies auf Messe oder Bloggerevent. Aber viele Menschen funktionieren da scheinbar nach dem „Gier frisst Hirn“-Prinzip. :-)

       0 likes

  23. Grr. Unangenehm. Was ich allerdings noch einen Ticken schlimmer finde, sind die zugehörigen Instagram- und Blog-Postings, die dann die Inhalte der Goodie-Bags präsentieren, um sich (so meine etwas entnervte These…) als zukünftige Multiplikator*innen anzubieten.
    Liebe Grüße!

       1 likes

    1. Uhhh, jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht mal ein Bild von mir poste, wie ich begeistert den Inhalt von so einer Tasche auspacke *gehtnervösdieBilderderVergangenheitdurch*

      (Ich glaube, manchmal ist vielleicht gar keine Berechnung dahinter sondern wirklich naive Begeisterung…)

         4 likes

  24. Ich habe ähnliches auch schon auf allerhand Tagungen/Events/Feiern erlebt. Einige Male auch als Mitveranstalterin.
    Leider kommt das sehr häufig vor und der einzige Weg Goodie Bags (wenn man sie denn schon unbedingt machen will..) den ich sehe ist: Goodie Bag gegen Eintrittskarte/Einladung inkl. Vermerk auf der Karte.

    Abgesehen davon halte ich auch wenig davon, das man jetzt ständig und überall irgendwas geschenkt bekommen muss. Das zieht sich ja in allen Lebensbereichen durch. Wenn man sich zB bei kostenlosen(!) Baby-Club-Angeboten anmeldet ..bekommt man eine Kiste voll Zeug. Aber das ist wohl einfach Teil der Konsumgesellschaft in der wir leben…

       0 likes

    1. Mittlerweile gibt es ja auch keine Kinderzeitschrift mehr, die ohne irgendein Plastikmüll-Mitgebsel auskommt. So überflüssig, zumal das Zeug ja quasi innerhalb von 2 Tagen kaputt geht.

         1 likes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie möchten einen Kommentar hinterlassen, wissen aber nicht, was sie schreiben sollen? Dann nutzen Sie den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken