Die Hackfleischbesprechungen, Teil 9

hackepeter9

Kaufland, Hackepeter fettreduziert

Der Fooddesigner von Kaufland beschreitet einen gänzlich unkonventionellen Weg und inszeniert das gemischte Hack in zwei Erscheinungsformen. Ein großes Rechteck und ein kleinerer Kreis aus Hackepeter auf einem Schneidebrett mit abgerundeten Ecken.
Das Rechteck ist schmucklos aber formstabil wohingegen der Fleischkreis mit Paprika, Petersilie, Pfefferkörnern, Salat UND Minipaprikaschote verziert ist.
Schnell springt ins Auge dass es sich um ein ganz aktuelles Thema handelt: Eltern und Kinder in der Postmoderne.
Der Nachwuchs rechts ist räumlich getrennt, gar ohne Verbindung zu den Eltern links. Wer hier urteilt die Eltern seien herzlos, urteilt vorschnell. Selbst spartanisch und schmucklos, überlassen sie alle Dekorationen dem Kind und lassen es im Überfluss leben.
Das Kind jedoch wünscht sich nicht Paprika, noch Salatblätter oder Zwiebelstücke. Nein, einzig und allein Liebe, Wärme und Nähe hätte es gern. Doch die Eltern, in seltsam entnaturierten Traditionen erwachsen, halten jeglichen Kontakt für gefahrvoll. Schnell könnte das Kind sich daran gewöhnen und danach fordern, verzogen und gesellschaftsunfähig werden. Das wollen die Eltern um jeden Preis vermeiden.
So hält das Fleischeck starr seine Form und damit im übertragenen Sinn seinen hölzernen Erziehungsansichten – im Glauben dem Kind nur Gutes zu tun.
Traurig stimmt das Bild den Betrachter. Innerlich will man schreien: Fleischrechteck nimm Deinen kleinen Fleischknödel in Dich auf und bilde eine Einheit.
Doch das Foto gibt dem Wunsch nicht nach.

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12 Kommentare, twittern, 15 Facebook Shares, plussen

  1. brittbee sagt:

    fade to grey.
    I-GITT.

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  2. Schwarzmaler sagt:

    Aufhören. Bitte, bitte sofort aufhören. Ich kann mich vor Lachen nicht mehr einkriegen.

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  3. Jule sagt:

    Weitermachen!
    konnte bei den letzten Ausgaben vor lauter Lachtränen in den Augen nicht kommentieren.
    Alles so geil!
    Mehr davon. BITTE!

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  4. ArminF sagt:

    Wann gibt’s die Hackfleischbesprechungen als Buch :-)

    (beim Vorgänger, Hack von Real, hatte ich das Prospekt gesehen und spontan an die Hackfleischbesprechungen denken müssen. kann ja gar kein Hackfleisch mehr im Prospekt oder im Laden sehen ohne grinsen zu müssen)

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  5. pocoos sagt:

    ja ! weiter ! Sie werden immer besser. gebt der Frau mehr Hackfleisch !!

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  6. bee sagt:

    Hm, ich finde, es sieht eher wie ein auf der Seite liegendes Ausrufungszeichen aus. Soll aber bestimmt genau das anmahnen, was uns hier bereits erläutert wurde :-)

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  7. Was ich dazu noch ergänzen möchte: Auf der Packung liest man “30% weniger Fett” aber nur “20% billiger”. Das zeugt doch von einem gewissen Missverhältnis. Was sagt denn der Verbraucherschutz dazu? Vielleicht sollte der abgetrennte Fleischbereisch…bereich auch dies dokumentieren, nämlich die weggenommenen Fette. Warum man diese dann noch aufwändig dekorieren musste, bleibt mir wie vieles im Leben allerdings ein Rätsel …

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  8. Sven sagt:

    Nuf – du bist eine Trendsetterin (sagt man das so?)

    In der Bild der Frau gibt es eine Hack-Diät.

    http://www.bildderfrau.de/diaet-und-ernaehrung/die_neue_hack_diaet.html

    Danke Nuf – du hast die Bild der Frau ein klein wenig lesenswerter gemacht ;-)

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  9. suse sagt:

    Und eine typisch deutsche Darstellungsweise ein typisch deutsches Problem darzustellen. Skandinavisches Hack sieht da ganz anders aus: Da ist zwar jeder irgendwie für sich – aber alle sitzen in einem Boot (Köttbullar-Tiefkühlbeutel).

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  10. Ronny Rakete sagt:

    Hackfleisch! Endlich erkennt jemand dieses wundervolle Nahrungsmittel mit entsprechender Würde an! Vielen, vielen Dank!

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  11. Ronny Rakete sagt:

    Vielleicht gewinnt auch so der Mettigel wieder die Anerkennung, die er verdient!

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