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Seit „Die Dolmetscherin habe ich endlich einen fünften Mann für meine TOP 5 der geifererzeugenden Männer: Sean Penn.
Er sieht so klug aus und ich mag sein Kinngrübchen. Bedauerlicherweise trägt er gerne Rotzbremse. Zum Glück habe ich seine letzten 37 Filme noch nicht gesehen, was ich ab dem Wochenende nachholen werde. Man reiche mir Taschentücher, damit ich die Spucke aus meinen Mundwinkeln wischen kann.

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Ich verlaufe mich ganz gerne. In meinem Lebenslauf steht deswegen unter Hobbys: sieben, verlaufen, KiBoTu. Das ist sehr nützlich, denn in 90% aller Fälle sprechen wir so gut drei Viertel der Zeit über meine Hobbys.
Ich verlaufe mich natürlich nicht absichtlich, aber selbst in bekannten Gefilden passiert es durchschnittlich einmal die Woche. In letzter Zeit ist ein Anstieg in der Verlaufshäufigkeit zu verzeichnen, da der Dauerregen selbst die mir vertrauten Ecken in einem Maße verändert hat, dass sie mir neu erscheinen. Es wuchern die Rosenstöcke, dass man mit Kettensägen in sie reinsägen könnte ohne den Eindruck einer üppig blühenden Hecke zu verlieren. Zwischen den Tramschienen erscheinen blühende Wiesen. An jeder Straßenecke wehen die kniehochwachsenden Gräser.
Rein rational ist nicht nachvollziehbar, warum ich in traumwandlerischer Sicherheit immer genau in die entegegengesetzte Richtung los laufe, in die ich eigentlich müsste. Als ich noch für ein EU-Projekt gearbeitet habe, konnte ich so verschiedene Städte Europas intensiv kennen lernen.
In Prag beispielsweise stellte ich fest, dass Bahnhöfe noch das sind, was sie vor zwanzig Jahren in Deutschland waren – v.a. nachts. Auf dem Stadtplan hatte ich vorher schon herausgefunden, dass ich vom hinteren Ausgang des Bahnhofs der schnurgeraden Straße Richtung Norden folgen musste, um zu meinem Hotel zu gelangen. Als ich den Hinterausgang gefunden und mich durch Prostituierte, Drogendealer und sonstige zwielichtige Gestalten geschlichen hatte, musste ich feststellen, dass die selbst für mich kaum zu verfehlende Straße eine Stadtautobahn war. Natürlich gab es keine zu Fuß begehbare Parallelstraße und so dauerte es keine fünf Minuten bis ich mich hoffnungslos verirrt hatte. Im Glauben an Europa bzw. eher in einer westlichen Arroganz war ich im Vorfeld davon ausgegangen, dass man in Prag auch mit Euro zahlen könnte, was natürlich nicht der Fall ist. Ein Taxi kam also nicht in Frage. Ich irrte und irrte und den Tränen nahe, fragte ich schließlich einen im Gesicht tätowierten Mann mit Kampfhund wie ich in das Hotel käme. Durch Gestiken versicherte er mir, dass ich ausschließlich mit der Untergrundbahn dorthin kommen könnte. Die U-Bahn koste aber 6 Kronen. Vermutlich konnte er keine Tränen ertragen und schenkte mir deswegen das Geld bevor er mich an die Hand nahm, mich zur U-Bahn begleitete, in das Abteil setzte und mir abschließend anzeigte an der fünften Station möge ich aussteigen. Als ich dort schließlich wieder an die Oberfläche kam, erblickte ich das Hilton. Das Hilton war leider nicht das Hotel was ich suchte, ich hatte aber verstanden, dass ich, wenn ich es sähe, nach Osten (links) gehen musste. Was ich nicht wusste war, dass Hilton in Prag ist im Grundriss ein Oktaeder. Natürlich wusste ich nicht wo Osten war und irrte als Folge dessen, dass ich nach links gegangen war, eine weitere Stunde durch die nächtliche Stadt. Gerade als ich aufgeben wollte und meinen Rollkoffer als Kopfkissen zurecht getreten hatte, erschien an der nächsten Straßenecke das Hotel.
Ich schwor mir, nie wieder ohne Bargeld zu reisen.
Nächste Woche erzähle ich, wie ich mich in London drei Stunden nach meinem Hotel suchte, weil ich keine Pfund dabei hatte.

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Gelegentlich bekomme ich das Gefühl, dass meine Obstphobie nicht ernst genommen wird, in schlimmen Fällen sogar als Erfindung abgetan wird.
Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, in einer spannenden Serie meine abzählbaren Erlebnisse mit Obst zu schildern. Da vergangene Woche offiziell die Erdbeerzeit eingeläutet wurde, hier mein Erdbeererlebnis.
Es trägt sich in dieser Jahreszeit des öfteren zu, dass ich mit meinen Freundinnen an einem Tisch sitze und helles Freudengekreische ertönt, wenn die Gastgeberin verkündet, dass sie nun Erdbeeren auftischen wird. Alle klatschen in die Hände und bekunden onomatopoetisch ihre Vorfreude auf die gereichte Köstlichkeit. Jahr für Jahr wird vergessen, dass ich keine Erdbeeren esse. Wenn ich also sage: „Ich esse keine Erdbeeren“, wird der Freude darüber Ausdruck verliehen, indem, ebenfalls Jahr für Jahr, der Satz: „Oh, dann haben wir ja mehr!“ ausgesprochen wird.
Eines Tages entschloss ich mich also, im sicheren privaten Raum eine Erdbeere zu verspeisen. Ich kaufte mit eine bei einem türkischen Obsthändler. (Ich möchte betonen, dass sich dieser Schritt als schwieriger als gedacht herausstellte. Offensichtlich wachsen Erdbeeren in zu 200 Gramm abgewogenen Schalen. Die Entnahme einer einzigen Erdbeere führt offensichtlich zu einem Ungleichgewicht in der gesamten Erdbeer-Produktions-Verkaufsindustrie).
Zuhause wusch ich die Erdbeere. Sie erschien mir unnatürlich groß. Sie erreichte fast die Größe eines als S-kategorisierten Hühnereis. Sie war uneben und stank, wie die meisten Erdbeeren, bedauerlicherweise süßlich nach Erdbeere. Ich starrte eine gute halbe Stunde ihre Unebenheiten an und stellte fest, dass ich nicht in der Lage sein würde, sie komplett zu essen. Nach näherer Analyse der Problemsituation entschied ich die Erdbeere zu zerteilen, was das Geruchsbelästigungsproblem deutlich verstärkte. An dem Messer rann ekelerregende klare Flüssigkeit herab. Tapfer einen Würgereiz unterbrechend starrte ich die zerteilte Erdbeere eine weitere halbe Stunde an. Mein Ziel war es, eine halbe Erdbeere zu essen. Essen hatte ich im Vorfeld als mindestens drei Mal darauf rumkauen definiert. Mandalaartig redete ich mir ein, dass es wunderbar sein musste eine Erdbeere zu verspeisen und steckte sie mir todesmutig in den Mund.
Was ich dann erlebte, war schrecklich. Statt einer zuckrig schmeckenden Frucht, ein säuerlicher Geschmack und überall diese kleinen Pocken, die von der Haut der Erdbeere abstanden. Haarig und pockig rieb sich die äußere Schicht der Erdbeere meine Zunge entlang, während das weiche Innere zwischen meinen Backenzähnen klebte. Es war G R A U E N H A F T. Alle Haare stellten sich vor Ekel auf. Ich habe es nicht geschafft drei mal zu kauen. Das Ganze Schreckenserlebnis konnte nur durch ein Beherztes herunterschlucken der Erdbeerbröckchen beendet werden.
Erdbeeren sind demnach lebenslang von meiner Speiseliste gestrichen.

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Nachtrag: In dem Zusammenhang auch mein Beileid für das lieblose Album von Coldplay, die offensichtlich gezwungen worden sind, in Kürze einen Abklatsch ihrer beiden letzten Platten zu machen. So wenig Weiterentwicklung und Innovation gibt es normalerweise nur im Schlagerbereich.

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Dass ich alt werde, merke ich in letzter Zeit immer deutlicher an dem Widerwillen, welche die zwischen 6.30 Uhr und 7.30 Uhr gespielten Lieder bei Radio Fritz bei mir verursachen. Eines bei dem ich am liebsten aus dem Tiefschlaf aufspringen und das Radio durch das geschlossene Fenster werfen würde, ist „Californiaaaahhhh Californiaaahhh“. Ich kann mich nicht an mehr Text erinnern, was dem Umstand geschuldet ist, dass dieses nervenzerfressende Lied nicht mehr Text hat. Was für ein Schwachsinn. Ich will keine Lieder hören, die Bundesstaaten besingen. Man stelle sich das selbe Lied mit „Thüringen, Thüüüüüriiiingen“ vor. Das ist keine Musik, das ist Körperverletzung!
Vermutlich ist es jetzt soweit. Schüss Radio Fritz hallo Radio eins.

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Zum Stichwort: „Leer stehende Kirchen nehmen v.a. im Innestadtbereich wertvolle Parkgelegenheiten weg“ (Zitat Dieter Wischmayer):

Nehmen wir an, ich kaufte eine Kirche und wöllte sie anders nutzen. Welche Schritte müsste ich für ihre rituelle Entweihung in die Wege leiten?
Wenn ich mich recht an meine katholische Kindheit erinnere, wird normales Weihwasser durch Gebete und gute Wünsche in Weihwasser transformiert. Bei einer Entweihung müsste es sich demzufolge um eine Art Inversweihe handeln. Wobei das Entheiligen sicherlich ein anspruchsvollerer Prozess ist als umgekehrt. Ich nehme an, bei Entweihungen muss mindestens ein Huhn geschlachtet und eine Jungfrau gepoppt werden?