Lady Helmchen

Ab jetzt kann man Helm tragen – auch wenn man eitel ist.

Letzte Woche ist Kind 1.0 fast im Schritttempo vom Fahrrad gestürzt und hat sich eine ziemlich böse Platzwunde am Kinn zugezogen. Glücklicherweise trug es einen Helm. Der Helm ist an der vorderen oberen Seite total zerschrammt. Man kann sich leicht ausmalen, dass Kind 1.0 ohne den Helm eine weitere – viel schlimmere Platzwunde am oberen Kopf gehabt hätte.

In letzter Zeit hatten wir öfter Diskussionen, weil Kind 1.0 den Helm gelegentlich mit dem Argument „Ich fahre nur langsam“ nicht tragen wollte. Mein Mann und die anderen beiden Kinder tragen immer Helm. Ich nicht. Ich gestehe, ich war lange zu eitel. Mit Helm sieht man einfach total doof aus. Ein ziemlich dämliches Argument – das schwante mir in letzter Zeit immer öfter – v.a. auf dem Weg zur Arbeit über die Alexanderstraße. Wenn ich da beobachte wie sich manche Autofahrer (und auch Fahrradfahrer) verhalten, dann wundere ich mich, dass im Straßenverkehr nicht viel, viel mehr passiert.

Mein Mann, der vor keiner Herausforderrung zurück scheut, hat meine Twitteraufgabe angenommen und ein erstaunliches Ergebnis geliefert.

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U.a. bei Weltrad.de (Bild von dort) kann man die schicken Helme bestellen. Das Beste daran, man kann unterschiedliche Cover nachbestellen, so dass der Helm auch immer zum Outfit passt.

Yakkay-Helm bei Weltrad.de

Als großer Freund von farblich passenden Accessoires finde ich das natürlich super.

Wunderschön sieht man natürlich immer noch nicht aus – aber ein bisschen besser als mit den gewöhnlichen Helmen. Das reicht.

Jedenfalls: Kauft Euch Helme und tragt sie und bitte, bitte packt Eure Babys nicht in Tragetücher oder Ergo Carrier und fahrt mit Ihnen durch die Gegend. Da wird mir echt schlecht.

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Schick findet man die Helme an anderer Stelle auch.

11 Gedanken zu „Lady Helmchen“

  1. Kiki sagt:

    Der Melonentest ist irreführend, genau wie der berühmte „Leber mit Cola / Leber mit Milch“-Test. Kaum ein Sturz findet so statt, daß der Kopf im rechten Winkel senkrecht aufs Pflaster knallt, so wie der Melontest suggeriert.

    Die beliebten Skater- und BMX-Helme sind ein besserer Schutz gegen Kopfverletzungen, wie sie der Melonentest simulieren soll, allerdings haben Skater und BMXer auch ganz andere Verletzungen als normale Radfahrer. Ihre Köpfe sind nicht so hoch über der Erde wie die der Radfahrer und ihre Bewegungsabläufe sind völlig anders.

    Das Helmgeschäft ist ein Milliardengeschäft und die Lobby der Hersteller ist stark. Ein Helm verliert übrigens seine Schutzfunktionen, wenn er benutzt wurde oder auch nur vom Tisch fiel – mit oder ohne Melone darin. Eine Tatsache, die Motorradfahrern schon lange bekannt ist und die Hersteller natürlich freut. Besonders, wenn man so sieht wie die lieben Kleinen ihr Schulranzen und Fahrradhelme nach der Schule in die Ecke pfeffern.

    Ich skate mit Helm, trage natürlich auf dem Motorrad einen, aber fahre „oben ohne“ Rad. Es gibt genauso viele Argumente gegen das Tragen eines Fahrradhelms, wie dafür – letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, womit er sich subjektiv sicherer fühlt. Ich kriege leichte Bauchschmerzen, wenn eine vermeintlich eindeutige Sachlage als Entscheidungsgrundlage durchgeboxt und propagiert wird; die Dinge sind selten „alternativlos“und schwarz oder weiss.

    Es gibt auch Studien, die nachweisen daß Autofahrer sorgloser, enger, unachtsamer und schneller an Fahrradfahrern vorbeifahren, die mit Helm und Sicherheitsweste ausgerüstet sind (das deckt sich auch mit meinen eigenen Beobachtungen). Frauen werden vorsichtiger und weiträumiger umfahren als Männer. An Hollandradlern wird mit größerem Abstand vorbei gefahren als an Freizeit-Ullrichs in rosa Wurstpellen.

  2. Petra sagt:

    Jedes Kind versteht den Melonentest. Ist zwar Vernichtung von Lebensmittel, aber hier ausnahmsweise erlaubt. Je eine kleine Wassermelone einmal ohne Helm, einmal mit Helm runterwerfen, bei uns reichte das Hochparterre aus. Und dann das Ergebnis mit den Kindern besprechen. Das wirkt eine ganze Weile.

  3. Flori sagt:

    Mir ist ja unbegreiflich wie es so lange dauern konnte bis sich diese Revolution der Fahrradhelm-Dessins endlich durchgesetzt hat.

    Denn ein großer Teil der Fahrradfahrer und potenziellen Helmträger ist ja eher der vernünftige Typ, zeitlose, etwas alternative Typ. Warum man Jahre lang versucht hat dieser Zielgruppe wahnsinnig modern/aerodynamisch/raumschiffähnlich aussehende Helme anzudrehen, hat sich mir nie erschlossen.

  4. Axtschwester sagt:

    Cool, so einen hatte John Cleese in khaki. Fetzt.

    Ich würde keinen aufsetzen. Weil ich auch nicht mit dem Fahrrad fahren würde. Aber es dauert nur noch ein paar Jahre, bis K1.0 radelt. Dann .. ähm .. mal gucken.

  5. Magnus sagt:

    Das mit den BMX-Helmen greift ja um sich. Mittlerweile gibt es die mit Blümchen drauf, vermutlich genau für die Klientel, die ich dort anprangerte.

  6. dasnuf sagt:

    @Magnus: Im Grunde habe ich das nur für Dich getan. Wider die BMX-Helme! (http://twitter.com/#!/grindcrank/status/106605210092322816)

  7. Ha!

    Ich bin so stolz auf mich! Und auf Dich auch! ;-)

  8. Magnus sagt:

    D’accord. Ich sehe mit Helm zwar auch aus wie ein Rennchampignon, aber ohne fühle ich mich mittlerweile regelrecht unsicher.

  9. Karsten Jahnke sagt:

    Vorsicht vor einem Besuch bei weltrad.de! Das kann teuer werden!

  10. rollinger sagt:

    Also ich habe einen furchtbaren Quadratschädel Hutgröße 62! Ich musste verdammt lange suchen, einen passenden Helm zu finden um mit meinem Doppelkinn so richtig scheiße aus zu sehen. Aber …ich trage ihn (fast immer).
    Schon zwei Stürze. Einmal half mir der Helm nicht, ic hlandete mit dem Jochbein zuerst (es war schon mal gebrochen als ich gegen einen VW Bus knallte der aus der Ausfahr kam)
    Aber einmal fuhr ich sher langsam. Kurve auf der Wiese, das Hochwasser war schon weg aber die schmierige Entenscheiße lag da noch. Trotz Profil weggerutscht, Kopf an den Baum. Riss im Helm!
    Auch mein Junior will keinen Helm weil er zeipt, behauptet er, aber ein Käppi drunter geht.
    Sag Deinem Kind, „spring vom Tisch auf den Boden mit dem Kopf zuerst“. Mein großer junior verstand es:-)

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