#NetflixPartyBerlin

Seit einiger Zeit bin ich im Netflix Streamteam. Das bedeutet in erster Linie, ich darf Netflix schauen und ich werde entweder auf Netflixpartys eingeladen oder aber ich lade mich dort selbst ein. So geschehen gestern. Ich konnte einfach nicht anders. Der Das Event kündigte an, sowohl den Serienstart von Sense8 als auch die neue Staffel Orange Is The New Black zu promoten. Ich hatte den Trailer zu der neuen Serie Sense8 bereits vor einigen Wochen gesehen und freue mich auf den Start am 5. Juni in Deutschland.

Ich mag ja Action-Mistery-Dings total gerne und es spielen auch ziemlich viele Schauspieler mit, die mir schon aus anderen Serien bekannt sind (Sayid aus Lost zum Beispiel). Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Ich glaube, ich brauche neben Game of Thrones mal wieder eine Bingewatching-Serie. Daredevil (Boring Martial Art Porn) und Better Call Saul haben mich irgendwie kalt gelassen.

Jedenfalls – die gestrige #NetflixPartyBerlin war im Soho House. Ich habe lange in der Torstraße gewohnt als das Gebäude noch unrenoviert war und mir immer gewünscht Millionärin zu sein und das Gebäude kaufen zu können (deutlich über 30 Mio hätte das gekostet). Ich kann nicht richtig beschreiben warum, aber dieses Gebäude hat was. V.a. Geschichte:

Das ehemalige Kaufhaus Jonaß in Berlin wurde 1929 als erstes Kreditkaufhaus eingeweiht. Nach der Enteignung der jüdischen Eigentümer während der Herrschaft der Nationalsozialisten diente das Gebäude der Hitlerjugend (HJ) und später der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) als Zentrale. In dem denkmalgeschützten Haus eröffnete im Mai 2010 das Soho House Berlin, ein exklusives Club-Hotel.

In das Soho House kommen eigentlich nur Mitglieder. Schön ist die Beschreibung zur Mitgliedschaft auf der Seite des Clubs: „Im Unterschied zu anderen Clubs, deren Mitgliedschaft oft auf Reichtum und Status basiert, liegt unser Ziel darin, Gruppen von Menschen zusammenzubringen, die eine Gemeinsamkeit haben – nämlich ihre Kreativität.“

Für Erwachsene kostet die lokale Jahresmitgliedschaft für Berlin nur 1.200 Euro. Wenn man unter 27 ist schnäppchenhafte 600 Euro.

Was mir ja sehr gefällt: Kinder kosten nur 190 Euro. Auch hier mein sehnlichster Wunsch nach überflüssigem Geld. Ich wäre so gerne Mitglied und dann würde ich mir gerne noch vier Kinder ausleihen und die gemeinsam mit meinen Kindern dort anmelden und immer mitnehmen. Und zwar nachdem sie eine Woche nicht auf den Spielplatz durften, 200 Gramm puren Zucker gegessen und je zwei Espressi getrunken haben. Das stelle ich mir sehr lustig vor. Ich sitze im Rooftop-Café und trinke Latte Macchiato während die Kinderhorde den auf 26 Grad angewärmten Rooftop Pool auf seine Arschbombentauglichkeit hin testet.

soho

Aber zurück zu Netflix. Ich wollte wirklich gerne mal ins Soho House und hab mich deswegen sehr gefreut mit auf die Gästeliste zu kommen. Das hatte auch noch andere Vorteile. Geladen waren nämlich hauptsächlich so krasse YouTube Personalities. In meinem Alter kennt man die weil man 2014 auf der re:publica mal einem Panel staunend gelauscht hat. Hinterher hatte ich Kind 1.0 von dem Panel erzählt und Kind 1.0 machte große Augen und fragte: „WAAAAS? DIE HAST DU ECHT GESEHEN? Hast du mir ein Autogram mitgebracht?“

Was blieb mir also anderes übrig, als meine Scham zu überwinden und den einen total bekannten YouTuber anzuquatschen und um ein Autogram zu bitten? Es war schrecklich peinlich, aber der YouTuber war sehr nett, kritzelte seinen Namen mit Widmung auf einen Zettel und ich durfte noch ein Foto machen.
Mir taten auch die anderen, ebenfalls total bekannten YouTuber leid. Ist bestimmt irgendwie unhöflich nicht alle nach einem Autogram zu fragen. Aber ich bin so schlecht mit Namen und nur weil einer ein paar Millionen Views hat, kann ich mir nicht gleich merken, wie der heißt…
Jedenfalls war das alles sehr aufregend und danach musste ich erst mal zwei Cocktails auf ex kippen.

Die erste Stunde war also überbrückt mit Autogrammen, Cocktails und ungewürzten Häppchen (die aber sehr super aussahen). Mett gabs auch…
Auf der Einladung stand außerdem noch „Special Guests“ und ich war sehr gespannt, wen Netflix da anschleppen würde. Neben Sense8 wurde die neue Staffel Orange Is The New Black angekündigt. Orange Is The New Black hat mir wirklich gut gefallen, ich schrieb mal darüber:

Eine Serie, die vor Diversität und Frauen quasi platzt. Eine Serie, in der es Falten gibt, schlechte Zähne, Narben, große Frauen, kleine Frauen, dünne Frauen, dicke Frauen und v.a. diese Frauen können alle sprechen (!).

Ich frage mich bis heute, wie diese Serie in den USA zum Erfolg werden konnte. Noch nie habe ich so oft Frauen ohne Klotür Pipi machen sehen wie in dieser Serie zum Beispiel. Das passt doch gar nicht zum prüden Hollywood-Amerika, in dem man auch nur Sex mit BH eingerollt in einem Seidenbettlaken hat?

Egal, die Serie ist wirklich gut und ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass die den Hauptcast da anschleppen. Anwesend waren Taylor Schilling, Laura Prepon, Uzo Aduba und Laverne Cox. Eigentlich fehlte nur Kate Mulgrew. Kate Mulgrew ist mir v.a. als Captain Janeway der Voyager bekannt und auch wenn ich Voyager nie durchgängig gut fand, gehört die Serie eben in meine Star Trek Sozialisierung und ich wäre vermutlich bei ihrem Anblick tot umgefallen.

oitnb
Zwei von vier Stars haben sich was schönes gehäkelt.

 

Für Sense8 war Daryl Hannah da. Sie blieb allerdings relativ unbeachtet – was ein bisschen schräg ist, immerhin hat sie in Kultfilmen wie Kill Bill und Blade Runner mitgespielt.

Nachdem ich schon peinliche Dinge getan hatte, hab ich Daryl Hannah angesprochen und gefragt, ob ich ein Foto mit ihr machen kann.

dh

 

Wir* hatten jedenfalls großen Spaß. Ich stehe langsam dazu, dass man sich auf Events amüsieren kann, einfach weil es gutes Essen und alkoholische Getränke gibt und alle in ihr Telefon starren. Isoliert betrachtet ist es schon ein wenig bizarr – aber #yolo eben.

 

Ach und wenn jemand eine psychologische Erklärung für mich hat, warum man sich mit Stars fotografieren möchte und wieso es Spaß macht Fotos von Freundinnen, die sich mit Stars fotografieren lassen, anzusehen, dann bitte her damit!

 

*diplix und katia z.B.

21 Gedanken zu „#NetflixPartyBerlin“

  1. Inzwischen wirst du es wahrscheinlich sonst gemerkt haben aber die Schauspielerin die Sun bei LOST gespielt hat ist nicht die Schauspielerin die bei sense8 mitspielt. ????

  2. Wir haben ORANGE durch Zufall entdeckt (meine Freundin war erst skeptisch) und haben dann 3 Wochen lang jeden Abend zugeschlagen. Und waren sehr sehr enttäuscht, als die zweite Staffel endete. Unglaublich, wie gut Fernsehen (bzw. Post-Fernsehen, oder wie man auch immer das nennen will) sein kann.
    Ich hätte mich, glaub ich, wie ein Teenie gefühlt, wenn ich die Vier plötzlich live gesehen hätte. Ich beneide Dich im besten Sinne um diesen Event :-)

  3. Fotos mit Stars und einer Person die man kennt, zeigen wie nah man ihnen kommen kann und dass es tatsächlich Menschen sind. Ansonsten stehen sie ja eher für Unerreichbarkeit. Ich denke, dass ist der Grund.

  4. Ohne Scheiss: ich habe alle Staffeln Orange Is The New Black geschaut aber erst jetzt als Du es erwähnst merke ich, daß da Kate Mulgrew mitspielt. Und das mit als Trekkie! Ich stelle mich jetzt in die dunkelste Ecke im Büro und schäme mich den ganzen Tag!

    1. Oh. Oh oh. Das ist aber wirklich SEHR ÜBEL als Trekkie! Das kannst Du nur wieder gut machen, wenn Du die Namen der kompletten Brückenbesatzung der VOYAGER hier aufschreibst.
      ;-)

  5. Bis jetzt einer der lustigsten Berichte über eine Promo-Party, den ich je gelesen habe. *DaumenHochEmojiOderWieDasHeißt

    Vom Soho-Haus war ich enttäuscht. Ich fand es recht abgegammelt. Auch die Meeting-Räume waren recht billig ausgestattet. Gerade wenn man den Mitgliedspreis denkt, wirkte das auf mich wenig einladend. Die Location an sich bietet aber schon coole Blicke über Berlin. Der Pool ist eine schöne Idee. Ich frag mich nur, wer den wann nutzt.

    Meine steile These zu Selfies mit Stars: Das ist das Autogramm 2.0 und wird getriggert durch die Aufmerksamkeitsökonomie der sozialen Netzwerke. Früher hat man ja auch seine Autogramm-Sammlung stolz gezeigt. Heute zeigt man halt die Fotos mit den Stars – weil es geht. Find ick voll okay. Auch wenn ich es selbst eigentlich nie gemacht habe.

  6. daryl hannah <3 … splash: unbedingt guggen, wenn er wieder mal um 2 uhr morgens läuft und ihr nicht schlafen könnt :)

    halte mich zurück mit küchenpsychologischer deutung … bin aber voller neid … man sieht auf dem foto, dass du dich freust!

  7. Ich las mal über einen Versuch, bei dem Affen Fotos ihrer Mitaffen gegeben wurden. Da setzte dann bald ein wildes Tauschen ein, bei dem die Fotos der ranghöheren Tiere besonders beliebt und mehr wert als andere Fotos waren. Daryl Hannah ist also offenbar unser ranghöchstes Affenweibchen. ;-)

  8. frei nach meinem KuSo Prof: die Stars sind die Heiligen/Jesusikonen von heute; durch anfassen, Fotos, Autogramme, hofft eins, dass ein bisschen von dem göttlichen Fame auf es abfärbt. Es lebe die Profanität.

    1. Naja, das Besondere an in die Menge geworfenen T-Shirts und Drumsticks, Fotos und Autogrammen ist doch der Echtheitsbeweis, also eher wie der Splitter vom Kreuz oder das Turintuch. Einfach ein Beweis, das man sie „in echt“ getroffen hat, also wie Jesus, der auf „glaub ich nicht“ gesagt hat: „fass mich doch an“. Da färbt nix ab. Ich nehme Antwort D: „Echtheitsbeweis“ und setzte 500.

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