nulpenbloggen

mir ist das ja ehrlichgesagt ein rätsel wie eine nulpe wie ich es in irgendwelche top 10 listen schafft und mehr als 30 leser interessiert. nichtsdestotrotz erfüllt es mich mit stolz wenn es doch, wie im laufe der letzten jahre passiert. ich laufe zwar nicht mit stolz geschwellter brust umher, lediglich mit einem stolz geschwellten bauch und freue mich wie ein hänsel in gretel. in einem brief an meine damligen amerikanischen schüleraustauschs-eltern, schrieb ich kürzlich, möglichst beiläufig, ich sei, „by the way“, einer der top ten der deutschen blogger. eine milde übertreibung die mir beim schreiben die angeberröte ins gesicht schiessen lies, wie auch jetzt, bei der wiederholung dieser gewagten these. ein bisschen rot werde ich auch, weil ich mein versprechen aus dem vorherigen beitrag nun schon wieder gebrochen habe.

ich bin auf dieses thema gekommen, weil ich ja nun, nachdem frau nuf bereits einen blogger-preis verliehen bekommen hat, ihr auch mein blog geliehen habe und sie mich nach einer kleinen liste der themen über die ich schreibe gefragt hat. eine solche frage führt ja zwangsläufig zu einer art introspektion (musste ix nicht googlen, das fremdwort, kannte ix schon). da sass ich nun, nach vielen jahren konzeptlosen schreibens was mir so in den sinn kam und sollte darüber nachdenken was ich da eigentlich exakt tue. auch nach längerem nachdenken (2 wochen) kam ich nicht darauf, was ich eigentlich auf wirres tue und beliess es bei einer erbärmlichen, kurzen liste:

  • rss, übers blogdings nachdenken und andere mit links anschleimen und auf sich aufmerksam machen, ausserdem selbstreflektionen anstossen, das lieben blogger
  • aus harmlosen äusserungen fäkalwitze machen
  • doofe wörter ausdenken, aka „sprachspiele“ mit innovativer rechtschreibung
  • aufschreiben wie toll man ist und das alles dann hinter witzen tarnen
  • mit dem finger auf andere zeigen
  • fremdwörter googlen und intellekt vorgaukeln
  • offensichtlich nutzlose, fehlkonstruierte oder doofe produkte kaufen, ausprobieren, wie vorhergeshen enttäuscht sein und darüber lamentieren. das lamento an den hersteller des produkts schicken, in der hoffnung aufmerksamkeit und weitere produktproben zu erhalten.
  • oden an frauen verfassen
  • ab und an die leser in den kommentaren beschimpfen

ix introspiziere jetzt noch ein bisschen und dann ist schluss mit selbstbetrachtung.

ix bin ix

so. jetzt führe ich hier das regiment für eine woche. frau nuf bei mir. quasi. erstmal hab ich hier nen ordentlichen rss-feed eingerichtet und das header bild ausgetauscht. den schwanzvergleich hat die frau nuf schon selbst installiert.

überhaupt, die frau nuf. faszinierend wie sie mein behindertes, kompliziertes und eigentlich undurchschubares blogsystem geblickt hat und beinahe ganz alleine dort ihren ersten beitrag, mit fotos, veröffentlicht hat. ix knie nieder!

ich werde hier mal versuchen lustig zu sein. nicht immer so doofes technik zeugs und selbstreflektive, redundante blogselbstbetrachtungs-scheisse und langweiliges spon und masssenmedien bashing abzusenfen. das wird schwer, frau nuf hat die erwartungen der leser hier ja über die jahre ziemlich hoch geschraubt. ich werde versuchen ein bisschen von ihrem ruhm abzubekommen, der ja bekanntlich bis in die heiligen räume des mutterschiffs des qualitätsjournalismus, der zeit, gedrungen ist.

einen kitzekleinen vorteil habe ich bereits um mithalten zu können, ich trage auch strumpfhosen. na gut nur eine und die nennt sich auch eher kompressionsstrumpf. ja das alter! demnächst werde ich ein wenig über mich und meinen strumpf berichten, wie ich ihn liebevoll mit der hand wasche und morgens mit anziehhilfe anziehe. vorher, morgen vielleicht werde ich darüber berichten wie ich von diesen arte leuten für eine sendung am 22. september gefilmt worden bin. aber gemach. ich muss mich ja erstmal ein bisschen hier einleben.

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Der Papst geht mir auf die Nerven. Außerdem frage ich mich was aus unserer Jugend geworden ist.
Früher da gab es noch Punks, Popper, Hippies und was weiß ich für Gruppierungen. Jetzt muss ich in einem Bericht lesen, dass es keine Jugendbewegungen mehr gibt. Statt mal richtig zu rebellieren, verehren die Kids Paris Hilton und den Papst.
Das hätte es früher nicht gegeben!
Ordentlich verhauen sollte man die Balgen mal!
Darüberhinaus erschrecke ich mich jedes Mal, wenn ich den neuen Papst sehe, da sich bei mir noch kein neues Gesichtsschema gebildet hat.
Ich denke: Mein Gott! Sieht der schlecht aus. Ist der krank?
Dann fällt mir ein, dass Johannes Paul tot ist und es sich um eine andere Person handelt.

Mein Beileid heute an alle Kölner, die sich nicht rechtzeitig gegen den Papst rüsten konnten.

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Es gibt einen neuen Trend in der Blogwelt – das Ausplaudern und Berichterstatten des Privatlebens inklusive aller pikanten Details.
Natürlich war ich beim Lesen zunächst entsetzt. Nur wenige Zeit später klickte ich jeden Tag auf die Seiten und verfolgte das Geschehen. Selbstverständlich nicht ohne geistig den Kopf zu schütteln und mich zu fragen: Warum tun die das?
Zwar habe ich keine Antwort auf diese Frage gefunden, doch möchte ich zur Feier des Tages auch mal was Persönliches schreiben. Es ist nämlich genau ein Jahr her, als ich meinen jetzigen Freund zu einem Kuss überreden konnte.
Ich hatte den Herren schon Monate vorher kennen gelernt und es war die ungefähr siebenunddreißigste Verabredung. Der junge Mann hatte sein Interesse noch in keiner Weise bekundet und ich konnte lediglich durch die Häufigkeit und Länge der mit mir verbrachten Zeit schließen, dass er mich evtl. sympathisch finden könnte.
Innerhalb von zwei Monaten haben wir uns vom freundlich distanzierten Händedruck zu einer Begrüßungsumarmung hochgearbeitet. Nach weiteren zwei Monaten haben wir uns mal einen Kuss auf die Wange gedrückt. Es war einer dieser verrutschten Küsse, die eigentlich auf dem Mund landen sollen, dann aber doch nicht entschlossen genug sind und sich mit einer schleimigen Spuckespur an einer anderen Zielposition manifestieren.
Es war der 16. August 2004 als er mir beiläufig vorschlug, wir könnten uns im Park treffen und ein kleines Picknick abhalten. Nichtsahnend packte ich noch meine Lieblings Peng-Peng-Schläger ein, schließlich muss man sich im Park auf irgendeine Art und Weise beschäftigen. Das Peng-Peng-Spielen gestaltete sich ein wenig schwierig, da ich vergessen hatte, dass der junge Mann nicht räumlich sehen kann. So wurde ich wie ein Hündchen quer durch den Park gejagt und als ich erschöpft genug war, durfte ich mich hechelnd auf die Decke setzen. Dort gab es Ciabatta und getrocknete Tomaten. Mein Da-noch-nicht-Freund packte sogar ein kleines Behältnis mit selbst angerichteten Dressing aus, um den Rucculasalat zu veredeln.
(Das löste einen kurzen Moment des Schreckens aus >>OHGOTT! Ist er schwul?>Daskannjawohlnichwahrseinso viel Schönes erlebt.
Ich würde das gerne um weitere fünfzig Jahre verlängern.
Mit 80 verlasse ich Dich vermutlich wegen eines 76jährigen, der noch Zähne und einen elektrischen Rollstuhl hat, aber ich werde mir Mühe geben, die Jahre bis dahin nicht zu lang erscheinen zu lassen, Dir vorher Deine Söhne Polytetrafluorethylen, Pneumatosis und Deine Tochter Galactic gebären, immer freundlich zu Deiner Familie sein, weiterhin über Kalauer lachen, Dich nie „Häschen“ in der Öffentlichkeit nennen, uns eine Spülmaschine kaufen, damit Du Dich nicht für meine mangelnden Geschirrreinigungsfähigkeiten schämen musst und mich stets bemühen, dem Drang Deines Sternzeichens nachzukommen und mindestens einmal im Monat die Wohnung verlassen.

Herzlichst
Deine Freundin

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Gerade wurde ich Ohrenzeuge folgender Konversation:
– Sag mal, wie fühlt sich denn eigentlich ein weiblicher Orgasmus an?
– Hm. Ich denke, das ist schwierig zu vermitteln. Stell dir vor, du hast ne Lebensmittelvergiftung. Es geht dir hundelend, endlich, ENDLICH ist es soweit! Du läufst zum Klo und übergibst dich. Die fünf Sekunden nach dem Übergeben, das ist das Gefühl des weiblichen Orgasmus.

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Es ist passiert.
Nach nur drei Monaten hat mir die freundliche Zeit online Redaktion hat mir den Preis zukommen lassen. Sechs Hörbücher darf ich mir runterladen.
Morgen fotografiere ich mich als Beweis für meine Freunde mit dem Infozettel über den Gewinn und meinem 56K Modem.

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Die Wohnungssuche nervt zwar, bringt dennoch schöne Momente mit sich. So stehen am Sonntag um 13 Uhr ca. 10 Leute in der Brunnenstraße und warten auf den Makler. Statt des einen kommen vier.
Die beginnen damit sich gegenseitig zu befragen: „Darf ich mal fragen, von welcher Firma sie kommen?“ „Von wem haben sie den Auftrag?“ „Eigentlich betreuen wir exklusiv dieses Objekt!“ „Ach ja? Wie soll das denn gehen? Die Wohnungen in der 3. Etage haben wir auch schon vermittelt!“ „Das kann doch gar nicht sein, die stehen doch leer“ „Gar nicht und ich gehe jetzt mit meinen Kunden in die Wohnung“ „Nein“ ICH gehe jetzt nach oben!“ „NEIN ICH!“
Während sich die Makler gegenseitig an die Gurgel gehen, unterhalten sich die Mietinteressenten und stellen fest, dass es unterschiedliche Provisionen, Miet- und Nebenkostenpreise gibt. Einer der Wartenden versucht den Maklerstreit zu schlichten. Ein fünfter Makler kommt hinzu, schnappt sich die gelangweilt Dastehenden und nach einer halben Stunde können wir endlich die Wohnung anschauen. Die hat leider knapp 2 Meter hohe Decken und die Fenster beginnen auf Kniehöhe und enden so, dass man auf eine weisse Wand schaut, wenn man aufrecht steht.

Jetzt werden wir Zettelchen aushängen und Belohung aussetzen. Wer uns zu einem unterschriebenen Mietvertrag hilft bekommt ein Paar hundert Euro bar auf die Hand. Als Dank.

Wir suchen nach wie vor: 4 Zimmer-Altbauwohnung, nur in Ausnahmefällen Erdgeschoss (z.B. Garten, Hinterhof…) sonst Etagenwohnung. Küche muss groß genug für Tisch und Stühle sein. Bad nach Möglichkeit mit Fenster. Balkon muss sein – ohne den ziehe ich nicht um.
Bezirke: Prenzlauer Berg, Pankow, Mitte evtl. Friedrichshain oder Wedding (kommt auf die Lage an, da die KiTa gut erreichbar sein muss)
Holzboden wäre schön.
Kosten: ca. 800 warm.

Wir sind beide Akademiker, beide berufstätig bei seriösen Arbeitgebern, mietschuldenfrei, schuldenfrei im allgemeinen, spielen keine lauten Instrumente, hören nie laut Musik, haben nicht mal einen Fernseher, schreien uns nie an, machen keine Partys, haben keine wechselnden Geschlechtspartner und sind auch sonst sehr lieb.

Hier eine Auflistung meiner Verfehlungen der letzten 30 Jahre.

– Bei der Beichte habe ich oft Dinge erfunden, damit ich dem Pfarrer etwas beichten kann. Ich habe jedes zweite Mal gestanden, dass ich das Mal davor gelogen habe. Meine zehn Vaterunser habe ich aber brav gebetet.
– Meiner Mitschülerin Isabell W. habe ich ein 30 cm Holzlineal geklaut.
– Meiner Mitschülerin Jutta H. habe ich zwei Barbiekleider entwendet.
– In der Teenagerzeit habe ich gelegentlich hinter dem Rücken meiner besten Freundin gelästert.
– Als wir das 4. Mal umzogen, habe ich in der neuen Klasse verbreitet, mein Vorname sei „Anders“. Zudem erfand ich Geschichten, um mich interessant zu machen.
– Meiner Stiefmutter habe ich zum Geburtstag einen Blumentopf geschenkt, der bis auf die dünne Humusschicht an der Oberfläche, mit Fliegeneiern gefüllt war.
– Meine Schwester habe ich mehrere Male an den Haaren gezogen.
– Meinem ersten Freund habe ich gesagt, dass der Sex toll sei.
– Als ich 18 war, habe ich auf einer Party aus Versehen auf einen geschlossenen Klodeckel gekotzt. Der Klodeckel war mit einem fluffigen Pelzüberzug in Mintgrün verschönert.
– Zur Abi-Zeit hatte ich zwei Freunde gleichzeitig.
– Seitdem gibt es keine weiteren Verfehlungen.
– Ich lüge oft.

Hobbys: Treppenhaus putzen, Mülltonnen rausstellen, anderer Leute Altpapier aus dem Flur räumen, Türen um 20 h (bei Bedarf auch früher) zuverlässig abschließen, Ich übernehme gerne leichte Hausmeistertätigkeiten, kaufe am Wochenende für ältere Mitbewohner ein.
Außerdem trage ich in der Wohnung auf den wertvollen Holzböden Filzpantoffeln und weiße Handschuhe damit ich die frisch gestrichenen Wände nicht beschmutz!

Wohnungsangebote an mich.