Es kommt in Berlin nicht selten vor, dass man Schauspieler auf der Straße sieht. Leider nur solche, von denen ich gerade mal weiß, dass sie Schauspieler sind. Weder ihre Namen noch die Serien oder Filme aus denen ich sie kenne, fallen mir ein.
Das ist vermutlich ganz ok so, denn wenn ich mir vorstelle, ich würde mal einen echten A-Promi treffen, drängen sich mir seltsame Phantasien auf. Ich denke, wenn mir beispielsweise Brad Pitt begegnen würde, würde der sich ziemlich sicher umgehend in mich verlieben. Da ich im deutlich heiratsfähigen Alter bin, würden wir einige Wochen später beschließen uns zu vermählen. Ich nähme Brad mit zu meiner Familie nach Sizilien und spätestens da fangen die Probleme an.
Familie Nuf gemeinsam mit Brad Pitt beim Abendessen. Familie Nuf nimmt den Auserwählten näher unter die Lupe. Wortführend, als Oberhaupt der Familie, meine Oma:
– Ahhh und wie heiße die Manne?
– Nonna, das ist Brad Pitt.
– Brätta Pittä?
– Ja.
– Wasse isse fur komische Name. Da weiße ich nixe wo iste Vor- oder Nachname. Als ordentliche Mädschä musse du die Name nehme. Nuffe Pittä, klingte nichte gute – klingte wie Ausländer.
– Ja Oma, Brad ist Amerikaner.
– Amerikaner?
(Die gesamte Familie schlägt sich die Hände über den Kopf zusammen. In Anbetracht meines fortgeschrittenen Alters wollen sie aber eine Ausnahme machen)
– Wasse für Berufe hatte deine Finanziato?
– Brad ist Schauspieler, Nonna.
– Schauespieler??? Madre mia! Wie solle er dich ernähre?
– Ich kann mich selbst ernähren.
– Ah papperlappape! Manne musse dich ernähre. Aber Schauespieler? Meine Gotte! Warum hatte nixe ordentliche Beruf, hmmm?
(Meine Oma stößt Brad Pitt vor die Brust. Brad schaut irritiert. Er versteht schließlich nicht wovon die Rede ist. Er versucht die Situation zu entschärfen, indem er sein Brad-Pitt-Grinsen aufsetzt.)
– Eh warum grinste die Junge so doofe? Hm? Solle besser was Ordentliches lerne! SCHAUESPIELER! Kanne nichte Anwalt oder Dottore sein?
– Oma!
– Ahhh! (Oma winkt ab) SChAUESPIELER! Wenigstens Bauer hätteste bringe könne! Biste dreißig Jahre. Jetzte isse egale. Besser alleine bleiben.
Meine Oma macht eine Handbewegung, worauf sich meine sieben Cousins in Gang setzen und sich dran machen Brad aus der Wohnung zu geleiten. Brad lächelt immer noch sein Fünfzigzähnelächeln als er auf die Straße gejagt wird. Oma hatte recht. Brad ist nichts für mich. Wir machen uns schulterzuckend und lachend an den Nachtisch. Brad drückt von außen seine Nase an die Scheibe und schaut unglücklich.
– Kscht! Kschschscht!
Jemand zieht die Jalousie herunter.
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Hö, hö, kleiner Faux-Pas
Dabei sagt meine Kristallkugel dass Cheffe das eh nicht durchbekommt.
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Übrigens Happy 160 Tage rauchfrei. Das macht 3.520 nicht gerauchte Zigaretten. Frage mich, wann es anfängt Spaß zu machen.
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Der innere Wecker schellt täglich um 04.00 Uhr und lässt mich immer wieder an die Terasse denken, die ich wahrscheinlich nicht bekommen werde. Ich schaue mir dann Satellitenbilder von Berlin an und lege mich danach wieder schlafen. Ich träume im Anschluss, ich könnte fliegen. Allerdings nur mit angewinkelten Armen und heftig wedelnd. Gegen jeden nervösen Spatz schneide ich, was die Ästhetik angeht, eher schlecht ab.
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Verbleibende Sekunden bis zum Ende meiner Jugend und dem schlagartigen Erlöschen meiner Attraktivität: 172.800.
Ab jetzt zählt Charakter und wenn ich Glück habe sehe ich für mein Alter noch ganz gut aus. Fledermausarme und Kniespeck sind nun nicht mehr aufzuhalten.
Dafür trage ich heute mein erstes komplett H&M freies Outfit.
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Immer wieder ein Genuss und Training für die Bauchmuskeln.
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Apropos Männer die noch weniger über Frauen wissen, als üblich.
Ich wurde mal gefragt:
– Tut es eigentlich nicht weh, wenn man sich die Binde von den Schamhaaren reißt?
– …
(Man beachte die beiden schlimmen Worte Binde und Schamhaare)
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Viele Menschen finden Hotelaufenthalte attraktiv. Ich hingegen und das ist nicht unwesentlich meinem Sternzeichen geschuldet, finde es vor allem Zuhause sehr schön.
Was mich in Hotels immer wieder aufregt, sind die scheinheiligen Lügen, die den Gästen aufgetischt werden. So wird man aufgefordert, die Handtücher nicht auf den Boden zu schmeißen, der Umwelt zuliebe. In erster Linie spart das nicht Wasser, damit die kleinen, in deutschen Gewässer lebenden Fischlein mehr Freude haben, sondern Geld, damit die kleinen, in Geld schwimmenden Hoteliers der großen Ketten mehr Freude haben.
Ich finde, wenn ich 70 € und mehr pro Nacht zahlen muss, soll ich auch jeden Tag alle Handtücher auf den Boden werfen dürfen. Wenn sie mich zur Sparsamkeit auffordern wollen, so sollen sie das beherzter tun, z.B. mit Schildern wie Bitte benutzen Sie Ihren Schlüpfer zum Abtrocknen, dann müssen wir keine Handtücher kaufen und waschen. Dafür hätte ich mehr Verständnis und ich würde mir auch alle Mühe geben mich mit meinen Slips trocken zu reiben.


