Vorurlaubsstress

packen
Alles mitnehmen ist möglich. HUG HUG HUG!

Kennt ihr diese American Football-Filme, in denen die Spieler zu Beginn des Spiels mit angespannten Muskeln in einem Kreis stehen, ihre Köpfe zusammen stecken und sich dann ermutigende Dinge zuschreien und dann irgendwelche rhythmische Urlaute von sich geben (naja eher brüllen)?

So stehe ich unter der Dusche. Also nicht immer und auch nicht mit zehn anderen Frauen – aber in der Vorurlaubszeit, wenn ich darüber nachdenke, wie viele Sachen ich mitnehmen kann.

Beziehungsweise korrekter wäre es ja zu sagen nicht mitnehmen kann.

Es ist nämlich so, dass wir mit dem Auto in den Urlaub fahren und ich neulich auf Twitter erfuhr, dass mein Freund einen Polo fährt.

Bislang dachte ich immer, er fährt einen Golf (Ganz genau gesagt, dachte ich immer, er fährt ein nicht weiter spezifiziertes silbernes Auto).

Was das für eine Rolle spielt? Eine ziemlich relevante. Denn 280 Liter statt 380 Liter [1] Platz im Kofferraum, das bedeutet v.a. Verzicht.

Im Grunde sind die 280 Liter schon mit dem Allernötigsten gefüllt. Playstation, Rechner, iPads, diverse Ladekabel, extra Fotokamera, Gameboys, Ball, Kartenspiele, Brettspiele, Strandmuschel, Sonnenschirm, Picknickdecke, Sandspielzeug, Bademäntel, Onesies, Milchschäumer, Kaffeemaschine, Sandwichmaker, Crepesbereiter, Popcorn-Maschine.

Zack. Voll. Und da ist noch nicht mal Kleidung dabei. Der 14 Tage Wetterbericht kommt uns da auch nicht entgegen und prophezeit von Regen bei 18 Grad bis prallen Sonnenschein bei 30 Grad alle Variationen.

Koffer
So spart man sich einen halben Koffer pro Person

Andererseits – was soll’s. Platz im Kofferraum gibt es ohnehin nicht. Also werden wir alles übereinander anziehen – also zumindest diejenigen, die nicht das Auto steuern, denn ich habe errechnet, dass man die Arme, wenn man alle Kleidungsstücke, die man bei dieser Wetterlage benötigt, übereinander anzieht, nur noch in einem 90 Grad Winkel parallel zum Körper abstrecken kann. Es wird sogar schwierig werden die Körpermitte so zu knicken dass man sich hinsetzen kann.

Für die Kinder vielleicht nicht so ein großes Problem. Die kann man hinten übereinander schichten und anschnallen. Vermutlich ist das sogar ziemlich sicher, weil sie ja gut gedämmt sind.

Der oder die Beifahrerin muss von der FahrerIn an der Beifahrertür in Position gebracht werden und dann ganz sanft mit dem Fuß und etwas Druck aufs Bein in die Sitzposition gedrückt und dann mit den Sitzgurten fixiert werden.

Bleiben nur die Badsachen. Zahnbürste und Zahnpasta ok, diese beiden Utensilien kommen auf jeden Fall mit – doch dann fängt es schon an. Kann man mehrere Wochen ohne Zahnseide leben? Ohne Mundspülung?

Was ist mit den Schminksachen? Und die Spülungen, Shampoos und Duschgels? Was mit Körpercremes und Bodyscrubs?

Und in meinem Alter: die Medikamente (und das sind wirklich nicht wenige). Wo sollen die hin?

Während ich über all diese Dinge also nachdenke und im Kopf plane, wie ich nur mit dem allerwichtigsten auskomme, schreie ich mir so wie diese Footballspieler Mut zu. HUG HUG HUG! DU SCHAFFST DAS. EIN PAAR WOCHEN URLAUB NUR MIT ZAHNBÜRSTE. EIN SHAMPOO FÜR ALLE. DUSCHEN KÖNNEN WIR UNS AUCH DAMIT! HUG HUG HUG!


[1] Sie erwarten von einem Menschen, der Autos aus Desinteresse nur anhand ihrer Farbe unterscheidet doch nicht eine Differenzierung von Unterarten und Baujahren der Polo und Golfreihe, nein? Gut.

71 Gedanken zu „Vorurlaubsstress“

  1. Bin da ganz bei Claudia.
    Auf das Nötigste reduzieren. Tube Handwäsche mitnehmen.
    Stress reduzieren: Handy, Ladekabel, Kreditkarte, Ausweis, Führerschein. Alles andere kann man kaufen.
    Ferienhaus finde ich persönlich entspannter als Hotel. Da hat man sein eigenes Reich. Muss sich nicht mit anderen am Buffet kloppen.

    1. ergänzend:
      Wer es nicht allzu radikal machen will.
      Stapel machen:
      – Muss-unbedingt-mit
      – Braucht-man-wahrscheinlich
      – Nice-to-have

      Jeweils in verschiedene Taschen packen.
      In der Reihenfolge einladen.

      1. Nach Murphy geht dann die „Muss-unbedingt-mit“-Tasche selbst bei grösster Vorsicht verloren während „Nice-to-have“ wie am Arm angeklebt erscheint. Besser alles gleichmässig verteilen um im Fall der Fälle wenigstens noch ein paar Notschlüpper zu haben.

  2. Ich komme gerade aus dem Urlaub. Ich war auf Rhodos meistens am Strand und kann daher berichten, dass 50% meiner Klamotten völlig überflüssig waren:-D Heute würde ich weniger T-Shirts mitnehmen, dafür ein bis zwei Hemden mehr, weil die für den Strand sehr praktisch sind und statt Hosen, eine Short mehr. Ach so, bei weniger Klamotten ist Febreze eine nicht zu untershätzende Hilfe!

    Wünsche Dir einen erholsamen Urlaub mit wenig Stress…

  3. Ich hab die Tage auch eine Liste mit Dingen gemacht, die wir mit in den Urlaub nehmen wollen/sollen. Auch wir müssen alles irgendwie ins Auto bekommen. Und nachdem die endlos lange Liste fertig war, mit den wichtigsten Dingen, die man so im Urlaub braucht, hab ich auch gedacht: Oh Gott, wie soll das alles in unser Auto passen. Aber darüber machen wir uns glaube ich erst Gedanken, wenn’s losgeht.
    LG Anke

  4. Statt 1 Shampoo für alle lieber 1 Duschgel für alle – Shampoo wirkt stark entfettend, da wäre die Haut schon nach ein paar Tagen seeehr traurig. Um dem entgegen zu wirken würde es Lotion bedürfen, also 1 weitere Flasche..

  5. Erster Gedanke: Probleme habt‘ ihr.
    Zweiter Gedanke: … Popcornmaschine? Vielleicht dreht hier gerade was ab …

    Wenn ihr mit dem Auto von Berlin aus in endlicher Zeit reist, seid ihr immer noch in der Zivilisation und könnt mit entsprechenden Sprachkentnissen alles nachkaufen. Ausser den Kindern.

    In Teilen meiner Verwandschaft gibt’s die Methode: Reisegepäck in zwei ähnliche Stapel teilen. Münze werfen, welcher mitkommt.

    Schönen Urlaub!

  6. Manchmal fragt man sich schon, wie Menschen früher in den Urlaub gefahren sind, mit einem VW Käfer oder so. :D
    Nee, das geht. Vielleicht doch die Kaffeemaschine und den Kühlschrank zuhause lassen, gibts auch dort.
    Waschmaschine am Ferienort spart auch massiv Kleidungsbedarf und damit Platz.

    Aber im Grundsatz: Dachbox gibts für den Polo. Macht zwar ein bisschen mehr Spritverbrauch, sollte aber gehen.
    Anhängerkupplung ginge auch, ist aber zum Nachrüsten recht teuer je nach Auto, und der Polo darf auch nicht wirklich viel anhängen, ist also fraglich ob es viel Sinn macht.

  7. Zwei Tipps von mir. Erstens Gepäck per DHL an den Urlaubsort schicken. Mann kann sogar ganze Koffer auf diese Weise transportieren. Reduziert den Stress beim packen erheblich. Zweitens die schon erwähnte Dachbox. Aber nicht das Modell Schwiegermuttersitz in Schwarz, es gibt die auch als Version zum Falten. Ideal für alles was viel Platz braucht aber nicht so schwer ist. Zur Not die Kinder zu hause lassen…

  8. Haha! Ich schaffe es nicht einmal, mir die Farbe der Autos zu merken! Ich achte tatsächlich hauptsächlich auf die Nummernschilder, was bei meiner Telefonnummernmerkschwäche schon was heißen will …

    Ich wünsche einen schönen Urlaub :-)

  9. Ich unterscheide bei Autos nur zwischen „ist ein Saab“ und „ist kein Saab“. Ja, da bin ich Snob.

  10. Zu viert im Polo? Das ist in der Tat sportlich!
    Uns steht auch wieder „Tetris für Fortgeschrittene“ bevor: Zwar nur für zwei, aber mit Zelt, Camping-Zeugs und Vorräten im Peugeot 106. In den letzten Jahren haben einige auf Campingplätzen nachgefragt: Wie schafft ihr das mit dem kleinen Auto?
    Gute Reise – wohin geht’s?

  11. Au, das klingt beim Lesen wahrlich stressig. Wie lange wolltet ihr nochmal in See stechen, äh, in Urlaub fahren? m, ich glaube, da wäre ein Anhänger nicht die verkehrteste Idee. Ich kann mich noch gut an vier Wochen Schottland mit meinem Mann im eigenen Auto (Kleinwagen) erinnern. Vier Wochen mit Minimalem Gepäck. War ich froh, dass wir nur wenig Kleidung, aber dafür die ganz große Tube Handwaschmittel eingepackt hatten – was wir auf jeden Fall mit hatten, war das Laptop, um die Fotos von der Digitalkamera auf die Festplatte zu ziehen und bei einem Unfall, den wir hatten, den Kostenvoranschlag für die Reparatur per E-Mail bekommen zu können.

    Playstation, darauf wäre ich allerdings nicht gekommen… und was Kosmetik angeht, so kam nur das allernötigste wie Sonnencreme, Gesichtscreme, Bodylotion, Shampoo, Duschgel, Zahnpflegeartikel und Haarbürste mit. Alles andere… völlig m.E. überbewertet

  12. Üben Sie einfach schon mal die Tetrismelodie für’s Beladen, dann wird schon alles rein passen. Ich spreche da aus Erfahrung, wir haben zwar keine Kinder aber der Freund hat ein Spaßmobil, soll heißen einen schnuffigen Sportwagen. Der hat nur zwei Sitze und ein Kofferraumvolumen von 235l (ich hab es für Sie gegoogelt ;) ), der Kofferraum ist allerdings so flach, dass eine Kiste Cola nur liegend transportiert werden kann. Dafür hat er 328 PS, wie gesagt, ein Spaßmobil. Wen es interessiert, es ist ein Nissan 370z. Im Alltag fährt der Freund als Dienstwagen einen Kombi, den er auch privat nutzen kann, aber wenn man zB zu Autotreffen fährt, wo man auch zwei Tage zelten möchte, nimmt man natürlich das Spaßmobil. Und man kann in dem Auto durchaus auch ein Sechsmannzelt, einen Campingtisch, drei Campingstühle (wir haben uns dort mit jemandem getroffen, der mit dem Motorrad kam), drei Schlafsäcke, einen Grill, zwei kleinere Reisetaschen, eine Luftmatratze, Getränke, Essen, einen Campingkocher, zwei Fässchen Bier und was man sonst noch so braucht, unterbringen. Man muss sich nur genug Zeit beim Beladen nehmen, dabei die Tetrismelodie singen und man kann sich sicher sein, dass alle umstehenden Leute große Augen kriegen werden wenn man auslädt, weil sich keiner vorstellen kann, wie man das ganze Zeug im Auto untergebracht hat. ?
    In diesem Sinne, frohes Packen und einen schönen Urlaub!

  13. Es gibt doch diese Kisten = Dachgepäckträger, wo ich immer dachte, dass darin die tote Oma geschmuggelt werden soll. Die müsste ein Polo doch aushalten!
    Vielleicht kann man sich den irgendwo ausleihen?
    Viel Glück – ansonsten fährt ein Erwachsener mit einem Kind mit dem Bus, der ist nicht so teuer wie die Bahn :-) – und zurück ist das andere Kind dran.

    1. Ihr könnt Shampoo, Bodyscrub und Zahseide am Urlaubsort kaufen, das erleichtert vieles. Und Socken und Sonnenschutzmittel und Zeckenfrei und, und, und … dann hat man wenigstens was zu tun, wenn es mal regnet ;-) Ansonsten denke ich beim Packen oft an unsere Fahrradtouren zurück, bei denen der Bedarf für sechs Wochen in zwei Satteltaschen passte. Geht doch!

  14. Die Steigerung: Fliegen. Mit Gepäckbeschränkung. Hatte ich dieses Jahr das erste Mal, vorher kannte ich nur Urlaub mit großen Autos. Diese Erleichterung, wenn die Waage beim Kofferwiegen 22,5kg von erlaubten 23kg anzeigt…

  15. Ich bin wahrscheinlich zu pragmatisch… bei wenig Platz kaufe ich die Kosmetika für den Alltag vor Ort inklusive Zahnpflege und lasse sie auch dort zurück. Ausserdem bin ich eine von denen die denkt, nu ja, dann kaufen wir halt einen Pullover wenn es sein soll.
    Einzig Telefone, ipads und Ladekabel sind unverzichtbar und passen aber in einen Rucksack :-)
    Ansonsten gilt, ins Paket stecken und mit der Post vorschicken.

    Euch einen wunderbaren Urlaub

    Claudia

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