Blogpausengründe

Z.B. Nervenzusammenbruch weil Lieblingsfrisörin von unbekannter Konkurrenz abgeworben wurde.

Man kennt das als Frau. Jahrelang schnippelt man selbst oder die beste Freundin an der eigenen Haarpracht herum. Dann wird man endlich berufstätig und kann sich regelmäßige Frisörbesuche leisten. Eines Tages trifft man auf die perfekte Frisörin, die aus jedem Wischmopp eine Prinzessin macht. Man schreibt sich den Namen auf und bucht fortan nur noch diese Meisterin der Schneidekunst. Schon nach dem dritten Besuch muss man nichts mehr sagen, die Frisörin kennt jeden Wirbel und schnippelt in windeseile die gewünschte Frisur. Doch ehe man sich versieht, gerät man in eine psychische Totalabhängigkeit.

Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten lässt man sechs Monate verstreichen, bis man das nächste Mal den Frisör aufsucht. Macht aber nichts, denn der perfekte Haarschnitt sitzt auch noch nach einem halben Jahr. Er wird nur zu lang. Dann endlich findet man die Zeit, tritt nichtsahnend in den Frisörladen und fragt nach der Lieblingsdame.

Die Antwort lässt das Blut kurzzeitig in den Adern gefrieren und treibt dann den Puls auf 180. „Manuela arbeitet leider nicht mehr hier“. Man wird zittrig und greift im letzten Moment vor dem Kollabieren nach einem auf dem Anmeldungstresen stehenden Gefäß, kippt die Glanzspülung, die man versehentlich für ein Erfrischungsgetränk gehalten hat, auf ex herunter und wiederholt ungläubig die soeben ausgesprochenen Worte.

Paralisiert lässt man sich vom blonden Godzilla, dem Schrecken aller Haare, entstellen und trippelt rotz- und wassertriefend nach Hause.

Ausweg: Bekanntestes Weblog der Welt werden, Leserzahlen in die Millionen treiben und Aufruf starten: Manuela, ehemals FON, bitte melde Dich!

Phantombild

Phantombild: Wer diese Frau gesehen hat, bitte dringend bei mir melden.

21 Gedanken zu „Blogpausengründe“

  1. Darüber hinaus ist es ein fataler Irrtum zu glauben, Artikel über Chatpausengründe würden veröffentlicht, um Chatpausen irgendwie abzukürzen oder wenigstens einem Ende entgegenzuführen.
    Oder so…

  2. das gleiche problem hat die gräfin. findet ihre lieblings-frisörin nicht mehr. wir haben schon himmel/hölle in bewegung gesetzt, um den neuen arbeitsplatz der dame zu erfahren, nichts zu machen. die unfähigen neidfriseusen halten zusammen wie pech/schwefel, hauptsache, wir kommen an die dame nicht heran.
    mittlerweile hegen wir einen schlimmen verdacht. sie wurde um die ecke gebracht, weil sie einfach zu gut war.
    allerdings war sie dort auch nicht.
    um die ecke.

    es grüsst ein ratloser
    500

  3. Sch…das kenne ich, meine Friseurin (jung, blond, freundlich) hat ihre Ausbildung beendet und wurde dem Laden zu teuer. Nun. Und das, wo es doch so schwer ist, gutes Personal zu finden. Tsst.

  4. thamma, kann man da nicht einfach fragen oder gibts da einen kodex, den ich wie viele kodizes verpasst habe, der besagt: frag nie in einem friseurladen nach der neuen arbeitsstelle einer angestellten?
    frag einfach, trau dich. dann wird alles wieder gut.

  5. Mir wird soeben aus dem Herzen gesprochen, denn ich komme auch just vom Friseur und bin schockiert. Offenbar empfinden es junge hippe Friseure als einen Affront an ihre Kunst, wenn man eine Allerweltsfrisur verlangt, um im Büro nicht aufzufallen und um noch in zehn Jahren auf Fotos gucken zu können ohne sich allzu sehr zu schämen, weil zeitlose Frisur. Das geht wohl nicht in das hippe Hirn! Und nach dreimaligem: „Nein, ich will das nicht so – wirklich!“ und nach dreimaligem noch immer falschen Nachschneiden und Stirnrunzeln und Es-nicht-fassen-Können von seiten des Jünglings gibt man dann auf, nur um dann zuhause in den Spiegel zu schauen und zu denken: „Wozu? Wie krieg ich das jetzt wieder weg!“ – Ich wünschte, ich hätte jemals jemanden wie Manuela gekannt, jemanden, der einfach meine Wünsche erfüllt und sonst nix.

  6. Die kenn ich! Sie ist jetzt Fleischereifachverkäuferin im Wal-Mart, kurz vorher noch Thekenschlampe im hiesigen Club Nightlife. Dort verkaufte sie Kühles Blondes. Schult jetzt um. Hätte ich geahnt …

  7. Trotz völliger Friseur-Abstinenz seid mehr als einem Jahrzehnt bin ich sehr gespannt ob des Ausgangs des Ausrufs. Sollte das klappen, hätte ich ein paar Ideen, wen ich so suchen würde. Eventuell sind da auch ein paar Friseurinnen drunter. Wer weiß…Steht mir der Blog als Plattform zur Verfügung?

  8. Oh ja, das kenne ich. Ich habe manchmal Alpträume in denen meine Friseurin auf Nimmerwiedersehen verschwindet und mich verzweifelt zurück lässt.

    Das Ganze geht so weit, dass ich als ich 2004 erwog nach England zu ziehen eine der mich sofort und langfristig umtreibenden Fragen „Wie mache ich das dann bloß mit dem Haare schneiden?“ war.
    Gott sei dank weiß meine Haarkünstlerin ob meiner Angst und informiert mich immer im Vorraus über längere Abwesenheiten und auch England hatten wir minutiös durchgeplant.

    Andererseits: Passieren kann ja immer was. Bei zufälligem zu Geld kommen wäre die Sicherung der Haarschneideleistung durch implantierten Chip unter der Haupt der Schneiderin plus Direktanstellung eine ganz klare Prio eins.

    Ich fühle also mit Ihnen.

  9. Ich! Ich habe genau diese Frau gesehen… aber leider vergessen, nach ihrer Nummer zu fragen. Erst kürzlich war’s, ich weiß es noch genau, wie vorgestern. Oh Frau Nuf, wenn dieser Post hier nur früher im Blog gestanden hätte – ich hätte die Frau sofort angesprochen!

    … und die hätte das auch bestimmt als totaaal neuen Baggerspruch kennen und schätzen gelernt: „Ähm, entschuldige mal bitte, eine Freundin von mir sucht dich ganz ganz dringend – du bist doch diese Frisöse, oder? Manuela oder so…?“

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