Sollte einer der werten Leser schlimme Langeweile verspüren, so gründe er bitte umgehend eine Wohnungsplattform, in der Wohnungssuchende Kommentare zu den feilgebotenen Wohnungen hinterlegen können. Das wünsche ich mir als Leiderprobte sehr.
Da müsste ich mich von cowboyhuttragenden Neureichen in changierend perlmutfarbener S-Klasse nicht unter Vortäuschung falscher Tatsachen im strömenden Regen nach Pankow locken lassen.
Anzeige: 4-Zimmer, Terrasse, Balkon, Holzböden…
Wahrheit: 3 Zimmer mit Terrasse, 3 Zimmer mit Balkon, 4 Zimmer ohne alles und einen neurotischen Elektriker, der pro Zimmer fünfzehn Spots in der Decke versenkt hat. Das macht mit Küche, Bad, Flur und vier Zimmer einhundertfünf mal sechzig Watt.
6.300 Watt wenn alle Räume beleuchtet sind?
Welche psychischen Störungen sich hinter einer solchen Lichtplanung verstecken, ist mir schleierhaft. Aber ich könnte schreien, wenn meine wertvolle Zeit derart sinnlos vergeudet wird.
So und jetzt gehe ich in den Alles-55-Cent-Laden und besorge mir Utensilien für eine Maklervoodoopuppe.
Kategorie: Ex-nuf
Container für die „alten“ Beiträge
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Heute im Pergamonmuseum:
Kassiererin zu mir: Student?
Ich: Ähm, ne, ich muss voll zahlen
Ich zu meinem Freund: Toll, ich seh noch aus, wie eine Studentin.
Freund: Quatsch, da siehste mal, wie lang die Leute heutzutage studieren!
Ich: Grmpf
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(Biologische Uhr tickt, Teil 1) Konversationen, die man haben könnte, wenn man mich zur Freundin hätte.
– Sag mal Nuf, ist irgendwas mit Dir nicht in Ordnung? Du hast gerade ein Nackensteak mit Pommes gegessen und jetzt willst Du noch das angelutschte Restbrötchen mit kalter Bratwurst meines Sohnes essen?
– Jepp. Wenn ich schon nicht wie die anderen Frauen meines Alters schwanger sein kann, will ich wenigstens fett sein.
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Warum aus Brad und mir nichts wurde
Es kommt in Berlin nicht selten vor, dass man Schauspieler auf der Straße sieht. Leider nur solche, von denen ich gerade mal weiß, dass sie Schauspieler sind. Weder ihre Namen noch die Serien oder Filme aus denen ich sie kenne, fallen mir ein.
Das ist vermutlich ganz ok so, denn wenn ich mir vorstelle, ich würde mal einen echten A-Promi treffen, drängen sich mir seltsame Phantasien auf. Ich denke, wenn mir beispielsweise Brad Pitt begegnen würde, würde der sich ziemlich sicher umgehend in mich verlieben. Da ich im deutlich heiratsfähigen Alter bin, würden wir einige Wochen später beschließen uns zu vermählen. Ich nähme Brad mit zu meiner Familie nach Sizilien und spätestens da fangen die Probleme an.
Familie Nuf gemeinsam mit Brad Pitt beim Abendessen. Familie Nuf nimmt den Auserwählten näher unter die Lupe. Wortführend, als Oberhaupt der Familie, meine Oma:
– Ahhh und wie heiße die Manne?
– Nonna, das ist Brad Pitt.
– Brätta Pittä?
– Ja.
– Wasse isse fur komische Name. Da weiße ich nixe wo iste Vor- oder Nachname. Als ordentliche Mädschä musse du die Name nehme. Nuffe Pittä, klingte nichte gute – klingte wie Ausländer.
– Ja Oma, Brad ist Amerikaner.
– Amerikaner?
(Die gesamte Familie schlägt sich die Hände über den Kopf zusammen. In Anbetracht meines fortgeschrittenen Alters wollen sie aber eine Ausnahme machen)
– Wasse für Berufe hatte deine Finanziato?
– Brad ist Schauspieler, Nonna.
– Schauespieler??? Madre mia! Wie solle er dich ernähre?
– Ich kann mich selbst ernähren.
– Ah papperlappape! Manne musse dich ernähre. Aber Schauespieler? Meine Gotte! Warum hatte nixe ordentliche Beruf, hmmm?
(Meine Oma stößt Brad Pitt vor die Brust. Brad schaut irritiert. Er versteht schließlich nicht wovon die Rede ist. Er versucht die Situation zu entschärfen, indem er sein Brad-Pitt-Grinsen aufsetzt.)
– Eh warum grinste die Junge so doofe? Hm? Solle besser was Ordentliches lerne! SCHAUESPIELER! Kanne nichte Anwalt oder Dottore sein?
– Oma!
– Ahhh! (Oma winkt ab) SChAUESPIELER! Wenigstens Bauer hätteste bringe könne! Biste dreißig Jahre. Jetzte isse egale. Besser alleine bleiben.
Meine Oma macht eine Handbewegung, worauf sich meine sieben Cousins in Gang setzen und sich dran machen Brad aus der Wohnung zu geleiten. Brad lächelt immer noch sein Fünfzigzähnelächeln als er auf die Straße gejagt wird. Oma hatte recht. Brad ist nichts für mich. Wir machen uns schulterzuckend und lachend an den Nachtisch. Brad drückt von außen seine Nase an die Scheibe und schaut unglücklich.
– Kscht! Kschschscht!
Jemand zieht die Jalousie herunter.
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Hö, hö, kleiner Faux-Pas
Dabei sagt meine Kristallkugel dass Cheffe das eh nicht durchbekommt.
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Übrigens Happy 160 Tage rauchfrei. Das macht 3.520 nicht gerauchte Zigaretten. Frage mich, wann es anfängt Spaß zu machen.
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Der innere Wecker schellt täglich um 04.00 Uhr und lässt mich immer wieder an die Terasse denken, die ich wahrscheinlich nicht bekommen werde. Ich schaue mir dann Satellitenbilder von Berlin an und lege mich danach wieder schlafen. Ich träume im Anschluss, ich könnte fliegen. Allerdings nur mit angewinkelten Armen und heftig wedelnd. Gegen jeden nervösen Spatz schneide ich, was die Ästhetik angeht, eher schlecht ab.


