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Es war hier des öfteren ein Thema: Haare bzw. deren Nichtnötigsein an gewissen Stellen. Heute ist mir aufgefallen, dass selbst ich, in meinem Wunsch nach einer haarfreien Welt, Grenzen kenne. Die Grenze ist bei Augenbrauen erreicht. Nicht dass ich was gegen das Zupfen und Informbringen derselbigen hätte – nein! Was ich zutiefst verabscheue, sind abrasierte Augenbrauen. Nun, das ist auch nicht genau genug ausgedrückt. Wer sich die Augenbrauen weg rasieren will – bitte! Aber was man nicht machen sollte, ist, sich die Augenbrauen nach einer gründlichen Beseitigung einfach wieder an eine anderen, dafür nicht vorgesehene Stelle, aufzuzeichnen. Gemeint ist in erster Linie die Stirn. Warum tut man so etwas? Liebe Gothic-Gemeinde: WARUM? Warum nicht einfach an die Position, wo sie hingehören? Warum auf die Hälfte zwischen Augen und Haaransatz oder gleich unter den Haaransatz?
Das gehört zu den Dingen, die ich wirklich nie, nie verstehen werde. Ich mache mir doch auch nicht die Schamhaare weg und male sie mir dann wieder auf die Brust!

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Mein Erinnerungsvermögen ist durch jahrelangen Alkoholmissbrauch die Vielzahl an Informationen, die es enthält, sehr begrenzt. Ich habe ein kostenloses „Junge Karriere“-Abo und kann mich nicht erinnern woher. Jedenfalls stehen da viele tolle Sachen drin. Unter anderem wurde endlich mal das Thema Alterspickel aufgegriffen. Die hat man, wenn man Pickel hat obwohl man über 25 ist. Ich glaube, ich kann stolz behaupten, dass ich seit meiner Pubertät nicht einen einzigen pickelfreien Tag hatte. Meine Eltern und nahe Freunde haben mir in meiner Jugend eingeredet, die Pickel verschwänden, wenn ich erwachsen würde. Ich nehme an, mit fast 30 bin ich so etwas ähnliches wie erwachsen – zumindest somatisch.
Die Pickel sind leider noch da. Wenn ich meinen Vater aufmerksam betrachtet hätte, hätte mir gleich klar sein müssen, dass sie niemals weg gehen.
Meine Schwester nannte mich all die Jahre ihrer unbekümmerten Kindheit spöttisch Pickelmonster. Sie hörte auf, als sie in die Reifezeit erreichte. In der Schule schimpfte man mich Pamela-Pickel. Ich habe schon lang keinen Spott mehr gehört. Ich denke aber, das liegt daran, dass man ab 18 nur noch hinter dem Rücken von mir lästert.
Glücklicherweise steht in der „Junge Karriere“, dass immer mehr Menschen kleine Eiterbeulen und Porenverstopfungen mit in die zweite Lebenshälfte nehmen. Das läge am Stress und den schädlichen Umwelteinflüssen. Sie empfehlen, einmal im Monat zum Kosmetiker zu gehen und selbst nicht rumzuquetschen sondern, wenn es sich nicht vermeiden ließe, lediglich die Pickel auszuziehen.
Es ist immer schön, zu wissen, dass man nicht alleine ist.
Interessant ist, rein hormonell, rühren Pickel von einem zu hohen Testosteronanteil. Ein Mann mit Pickel kann sich demzufolge zurück lehnen und behaupten, das unansehnliche Hautbild sei lediglich Zeichen für seine unwiderstehliche Männlichkeit. Warum Männer überhaupt Pickel haben, bleibt trotzdem im Dunkel. Schließlich haben sie auch keine Cellulite.

Warum haben Männer keine Cellulite?
Na weil’s scheiße aussieht.

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Heute Nacht hatte ich einen schlimmen Traum:
Der fast acht Meter hohe und 17,5 Tonnen schwere Block aus Erdbeer-Kiwi-Saft schmolz schneller als erwartet und trieb erschreckte Passanten vor sich her. Allen voran, ich erst kreischend, dann immerzu „Nein, nein, bitte kein Erdbeersaft“ flehend. Die Erdbeer-Kiwi-Welle kam mir unaufhaltsam näher, bis sie mich schließlich erreichte und umspülte. Ich rutschte auf den kleinen Erdbeer- und Kiwinüsschen aus und glitt in die klebrige Flüssigkeit. Ich versuchte meine Panik zu unterdrücken und hielt mir den Mund zu, damit kein Saft hinein laufen konnte. Doch vergeblich. Durch meine fest zusammen gepressten Finger und Lippen rann der Saft in das Innere meines Mundes.
Schweißgebadet wachte ich aus dem Albtraum auf und hörte mich rufen: „Der Mund ist das Tor zum Körper. Halte ihn rein!“

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Herr S., seines Zeichens Immobilienmakler macht uns von innen die Tür auf. Ein echtes Schnäppchen wird er uns zeigen. Herr S. riecht sehr penetrant nach einem billigen Aftershave. Er trägt weiße, nach oben gebogene Lederschuhe, eine wallende silberglänzende Bundfaltenhose und ein hellblaues Leinenhemd, das er leicht neurotisch bis oben zugeknöpft hat. Seine Pupillen sind stecknadelkopfgroß und seine verwässerte Iris, lässt mich darauf schließen, dass Herr S. von chemischen Drogen nicht unbedingt abgeneigt ist.
Die Tür in die Luxuswohnung öffnet sich und innerhalb der ersten Sekunde wird mir klar, dass ich ab jetzt nur noch höflicherweise weiter gehe. Die Wände sind aus Styropor. Ich stelle mir vor, wie ich, während ich in der Badewanne bin, meinen Kopf durch die Wand schlage und meinen Freund in der Küche frage, ob er mir etwas zu trinken rüber reichen kann. An keiner Stelle sind Schränke angehangen. Das geht nicht, sagt der Vormieter. Geht ganz hervorragend, mit diesen Schnippelschnappdingsdübeln, sagt der Makler. Um den Balkon zu bestaunen, muss ich den Bauch einziehen. Einen Stuhl kann man nicht auf ihm abstellen. Ich stecke höflich meinen Kopf in jedes Zimmer, als mich der Makler von hinten schubst und sagt: Gehen sie rein, sie können doch nichts sehen!
Eine super Aussicht habe man hier! Haben wir schon gesehen, lächeln wir aufgesetzt im Kanon.
– HABEN SIE GAR NICHT! Gehen sie an das Fenster.
– Ja, ja, ganz bezaubernd!
– GEHEN SIE JETZT AN DAS FENSTER!!!
Herr S. ist sehr erbost. Wir gehen ans Fenster, zählen brav bis zwanzig und ziehen dann weiter durch den Ort des Grauens.
Als wir unten sind, zeigt er uns den wunderschönen Innenhof mit den Mülltonnen.
Warum hier keiner sitzt, ist ihm ein Rätsel. Dabei ist es doch so erfrischend hier. Mit viel Überredungskunst können wir ihn davon abhalten, uns Keller, Fahrradraum und nähere Umgebung zu zeigen.
– Frau Nuf, warum lachen sie so? Sie lachen immer so!
– Ich? Nein, ich lache nicht, ich schaue freundlich. Ganz, ganz ehrlich. (Ich überkreuze hinter meinem Rücken die Finger)
Im Treppenhaus führt er dann ein Verkaufsgespräch mit uns.
– Sie müssen sich schnell entscheiden. Ich habe schon sehr viele Interessenten. Sehr viele, sie wissen ja wie das ist. Der Preis (800 €) ist für diese Wohnung unübertroffen. Unübertroffen, sie wissen schon was ich meine. Das ist bei der wirtschaftlichen Lage auch nötig, das muss ich ihnen ja nicht sagen. Sie wissen ja auch, wie es um die Wirtschaft steht. [… Monolog dauert 20 Minuten an …]
– Also. Vielen Dank Herr S. Wir ähm müssen ähhh das besprechen.
– Eine abschließende Frage hätte ich noch.
– Ja, bitte?
– Warum möchten sie zu zweit …
– zu dritt
– … zu dritt eine so große Wohnung. Ist das … ist .. das der pure Luxus?
Ich denke an den PVC-Boden, die Baumarktbilligtüren, die Styroporwände und das 50er Jahre Bad.
– Ähhm, ja, aus purem Luxus. Wissen sie, wir ziehen da gemeinsam ein und ähm, ja also mein Freund, der hat öfter noch ein Paar andere Damen zu Besuch, die wiederum gelegentlich Herren mitbringen …
– ?
– Sie haben doch nicht dagegen, oder? Ich meine, Schatz, wo können wir denn den roten Leuchtpenis anbringen?
– Ich würde sagen, am Fenster zur Straße, oder?
Zu unserem Erstaunen, wollte er dann doch lieber die Studenten-WG. Schade irgendwie. Ich wollte endlich mal spüren, was Luxus ist.

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ISCHWILLJETZTVERDAMMTNOCHMAENDLICHEINEWOHNUNG finden. Is das denn so schwer? Ich will doch nur 4 helle Zimmer, Holzboden und einen ruhigen Balkon.

– Hallo, ich interessiere mich für die vier Zimmerwohnung in der XY Straße. Was hat die denn für einen Boden?
– Linolium, wa.
– Hmpf.
– Wat denn, ditte is supa pflegeleischt, wa.
– Katzenstreu auch.
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