Weiter: Aachen

Nach Aachen zu kommen war nicht einfach. Theoretisch hätte die Reise 3 Std gedauert. Praktisch war ich 5,5 Std unterwegs und bin dann in Eschweiler gestrandet. Bis Essen ging es relativ flott, aber dann Signalstörung, Personenschaden, technischer Defekt.
Die Rheinländer hat das aber nicht aus der Ruhe gebracht: „Isch wollt doch nur eine Station farre, weil die U-Bahn brennt und jetz klappet och nisch mit dem Zuch.“
Das war aber schon das Emotionalste, was ich gehört habe. Ich meine, was ist mit denen? Müssen die nicht pünktlich in ihren Arbeitsstätten sein? Ihre Kinder vom Kindergarten abholen? Muddi zum Arzt bringen?
Große Bewunderung wie die ihr Leben chillen. Kein Wunder wenn meine Kinder mich manchmal überspannt finden. Wahrscheinlich hängen die tagsüber immer mit Rheinländern in Zügen mit zwei Stunden Verspätung ab.

In Aachen haben wir uns wieder Gebäude angeschaut und ich konnte die tolle Geschichte erzählen, wie die Wikinger Paris überfallen haben (Ja, haben sie wirklich – mehrere Male sogar, ich bin jetzt ganz tief in dem Rabbithole).

Ich habe Streuselbrötchen kennengelernt und habe vier mal ein abgesperrtes Baustellengelände gekreuzt, um als rechtschaffene Bürgerin so viel Adrenalin auszuschütten, wie andere vermutlich beim Fallschirmspringen ausschütten oder wenn sie eine 20% Steigung ungebremst mit dem Mountainbike runterpreschen.

Km bislang: 697
Verspätung: 151 min

Start: Münster

Ich bin jetzt in einem Alter in dem Beerdigungen offenbar zum Alltag gehören und jede Beerdigung ist eine Gelegenheit sich mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen.

Ich habe auch festgestellt, dass Beerdigungen oft wie schöne, sehr emotionale Feste sind, bei denen man Menschen sieht, die man eigentlich sehr gerne hat, aber irgendwie kommt man im Alltag nie dazu sich regelmäßig zu sehen, weil Erwerbsarbeit, Kinder, diesdas.

Manchmal sitzt man dann in so einer Gesellschaft und denkt sich: eines Tages wird es so eine Runde geliebter Menschen geben, bei denen man selbst fehlt und das fand ich höchst bedauerlich.

Also dachte ich: meinen 50. Geburtstag sollte ich nutzen und meine potenziellen Beerdigungsgäste besuchen gehen. Denn eine Feier zu machen bedeutet für viele Orgaaufwand, Fahrtkosten, einen zusätzlichen Urlaubstag opfern und am Ende plaudert man auf der Feier max. 20 min, weil man will ja mit allen sprechen. Umgekehrt – wenn ich alle besuche, muss nur eine Person reisen und man kann sich Zeit nehmen und wie sonst könnte man das fantastische Deutschlandticket besser nutzen?

Also habe ich mich auf die Reise gemacht.

Meine erste Station war Münster. Eine Stadt, die durch zahlreiche Kirchen besticht, die wir uns alle angesehen haben.

Ich schaue nebenher gerade die Serie Vikings und so war es ein bisschen wie ein Ausflug in die Serie, denn Wikinger scheinen sehr gerne christliche Kirchen zu plündern. Wo sonst gibt es so viel Prunk und Gold und so wenig Bewachung? Also hab ich mit einer gewissen Faszination das ganze Gold in den Kirchen bewundert und wurde auch in Sachen mittelalterlicher Foltermethoden nicht enttäuscht, denn Münster hat die Lambertikirche, mit drei Käfigen am Kirchturm, in die man Abtrünnige jeder Art nach ihrer grausigen Hinrichtung noch wochenlang zur Abschreckung zur Schau stellen konnte.
Sehr viking-like. Vikings ist übrigens wenn man – so wie ich – die Kämpfe vorspult, ein bisschen wie eine Telenovela. Viel Machtkämpfe, viel Sex und Emotionen und sehr gute Flechtfrisuren.

Westfälisch essen war ich auch und ich bin jetzt definitiv in dem Alter, in dem Essen auch ein Hobby ist. 

Ich denke oft an meine Kinder, die ja ob ihres Alters noch vieles vor sich haben. Liebeskummer z.B. – was ich sehr gruselig finde, weil Liebeskummer braucht ja niemand und doch wird man ihn irgendwann haben und durchstehen müssen.
Aber es gibt natürlich auch tolle Sachen, denen sie noch nichts abgewinnen können, wie z.B. Tafelspitz und rote Bete zu essen.
Ich erinnere mich noch genau wie langweilig ich essen früher fand und dass ich natürlich keine rote Bete mochte oder Rosenkohl oder Salat oder Kapern oder Rhabarber oder Spinat oder Spargel oder Brokkoli oder Grünkohl oder Aubergine oder Sauerkraut oder Fenchel…

Und all das zu schmecken und sich daran zu erfreuen steht ihnen noch bevor – wie fantastisch ist das eigentlich?

Km bislang: 475 
Verspätung: 1 min

Bald ist re:publica!

Und am Montag bin ich dabei. Erst auf dem Panel „GenerationXYZ: Digitale Heimaten, digitale Zukünfte“ mit Theresia Crone und O?uz Y?lmaz, moderiert von Johnny Haeusler (Stage 2, 11:15 Uhr) und dann ist ab 12.30 Uhr Signierstunde am Dussmann Stand. Bringt eure Bücher oder kauft sie dort. Ich verschenke die schönen Postkarten von Frollein Motte und signiere eure Hörbücher und eBooks. Mit Edding direkt auf das Endgerät.

Um 18:45 Uhr könnt ihr euch dann noch im Popup-Space mit mir (und falls noch jemand kommt) vernetzen bei meiner Aktion „Networking mal anders: Bring deinen besten „Pebble“ und finde deinen Pinguin-Buddy!„. Da zeigen wir uns unsere schönsten Internetschnipsel und stehen akward rum!

Kann ein Montag besser verlaufen? Ich denke nein.

Adolescence: was hilft (nicht)

Screenshot The Times (Der Autor sagt, dass es schnell gehen muss und dass mit den Rollenmodellen ja 20 jahre dauert)

Ich mache mal was seltsames. Ich möchte gerne was über die Serie „Adolescence“ schreiben, obwohl ich sie (noch) nicht gesehen habe.

„Adolescence“ ist eine Mini-Serie auf Netflix. Im Zentrum der Serie steht der 13-jährige Jamie Miller, der seine Mitschülerin Katie Leonard ermordet, weil er sich von ihr zurückgesetzt fühlt. Maßgeblich beeinflusst war sein Handeln von Incel-Ideologien*, die er über das Netz vermittelt bekommt.

Viele in meiner Instagram-Timeline haben die Serie geschaut und schließen daraus: um zu verhindern, dass die Söhne in so ein Milieu abgleiten, muss man Social Media so gut es geht einschränken und am besten verbieten.

„Adolescence: was hilft (nicht)“ weiterlesen

Sonntag, 9. März 15 Uhr – Lesung in Hannover

Gutes Wetter ist schlecht für Lesungen… dann machen alle was anderes! Schlechtes Wetter ist schlecht für Lesungen… dann hat keine*r Lust raus zu gehen. RSS-Reader sind gut für Lesungen. Bestimmt gibt es eine Person in Hannover und Umgebung, die am Sonntag nichts vor hat und sich über den Hinweis freut.
Ich habe Memes gebastelt und ich bringe Postkarten mit den Illus von Frollein Motte mit, die ich verschenke (die Postkarten). Ihr könnt eure Bücher mitbringen, ich signiere gerne!

Wo?
Stadtteilzentrum Ricklingen
Anne-Stache-Allee 7
30459 Hannover

Wann?
Sonntag, 09.03.2025 ab 15:00 bis 16:30 Uhr

Was?
Lesung aus „Musterbruch – überraschende Lösungen für wirkliche Gleichberechtigung“

Das war die Musterbruch-Lesereise

Meine letzten beiden Bücher „Raus aus der Mental Load-Falle“ und „Dreißig Minuten, dann ist aber Schluß!“ sind in der Pandemie erschienen. Damit sind so gut wie alle Lesungen ausgefallen. Das fand ich natürlich sehr schade, denn als introvertierte Extrovertierte liebe ich die Interaktion mit den Menschen, die mir auf Social Media folgen, die meine Podcasts hören oder die meine Bücher lesen (jedenfalls alle 2 Jahre oder so).
Auf meiner Bucketlist stand deswegen: Lesereise machen
Und was soll ich sagen? Es war absolut fantastisch!

„Das war die Musterbruch-Lesereise“ weiterlesen

20 Jahre bloggen

Das muss gefeiert werden! Ich hab meine Freundin Helene F. gebeten etwas über mein Blog einzusingen. Dafür müsst ihr auf mein Foto klicken. Hört es euch bitte an. Es ist für euch. Denn ohne Community, hätte mich mein Elan über die Jahre eventuell verlassen.

Danke für 20 Jahre! Wenn ihr Lust habt, schreibt mir doch mal in die Kommentare warum ihr immer noch dabei seid oder was euer Lieblingsbeitrag ist.