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Inspiriert durch den Malorama-Beitrag, den ich neulich postete, erinnerte ich mich an meine erste persönliche Erfahrung mit Wunderreinigungsmitteln. Diese ereignete sich kurz nach meinem Studium. Bis zur Jahrtausendwende gab es nur ein Produkt im Wunderreinigungsbereich: Quick n Brite.
Es wurde ausschließlich im Werbefernsehen feilgeboten und konnte in keinem Geschäft gekauft werden. Das Superdoppelpack mit irgendeinem Extrafirlefanz kostete, wenn ich mich recht erinnere, über 40 DM. Hanebüchen.
Ich schloss mein Studium erfolgreich ab und zog dann nach Berlin, um erst mal das zu machen, was die meisten machen, wenn sie nach Berlin ziehen: arbeitslos sein.
Arbeitslosigkeit eröffnet ungeahnte Möglichkeiten was das Konsumieren von Teleschrott angeht. Da ich dafür sehr empfänglich bin und damals noch ein Fernsehgerät besaß, verfolgte ich das TV-Treiben durchschnittlich zehn Stunden am Tag. In den Werbepausen der Talkshows und brandneuen Richtersendungen zappte ich mich in das Werbefernsehen. Dort wurde 80% der Zeit Quick n Brite gewidmet. Das Besondere war, dass man den Zuschauern nicht die Schmutzkatastrophen zeigte, die das Publikum heutzutage bei z.B. Cillit Bang zu sehen bekommt. Nein, man ging hinterhältig und subtil vor. Man zeigte Schmutz, den jeder hatte und hasste. Für jeden war etwas dabei. Für mich waren es die Grauschleier in den Fugen zwischen den weißen Badkacheln. Sie waren unästhetisch und verkeimt und sie flüsterten meinem Freund jeden Abend, wenn er von der Arbeit nach Hause kam und duschte, ein: „Dein Weibchen taugt nichts! Schau die Fugen sind grau. Wenn Du weiße Fugen haben willst, musst Du Dir ein besseres Weibchen suchen!“
Mittellos Verliebt wie ich war, wollte ich das natürlich vermeiden.
Eines Nachmittags als ich in der Drogerie Waschpulver kaufen wollte, entdeckte ich Quick n Brite im Regal. Es kostete nur noch zehn Mark!
Als vernünftiger Mensch lies ich es dort stehen. ZEHN Mark?! Da ich aber Sternzeichen Krebs bin, drehte ich auf dem halben Weg nach Hause um und kaufte es doch. Zuhause stellte ich fest, dass man nicht einfach losputzen konnte sondern das Produkt auf eine besondere Art und Weise anrühren musste. Und zwar mit Hilfe einer Mikrowelle, die ich leider nicht besaß. Ich ging also zur Nachbarin und mixte mir eine Tinktur zusammen, die ich dann sofort auf die Badkacheln und Fugen sprühte.
Aufgeregt wartete ich die vorgeschriebenen fünfzehn Minuten. Man sollte nicht schrubben oder irgendwas. Das Produkt musste lediglich mit Wasser abgesprüht werden.
Voller Erwartungen nahm ich den Duschkopf und begann mit der Bewässerung. Ich konnte meinen Augen kaum trauen! Eine widerwärtige braune Brühe floss meine Badwände herab. Jahrhunderte von Fugendreck zerflossen, Milliarden von Bakterienstämmen schieden dahin, Schimmelsporen und Unrat rannen den Abguss hinab und verschwanden in der Kanalisation.
Als ich meinen Kopf wieder hob, musste ich leider feststellen, dass sich weder an Kacheln noch an Fugen optisch wahrnehmbare Veränderungen feststellen ließen.
Ich vermute, das einzige was dieses Dreckszeug tat, war oxidieren und zwar sich selbst.
Kein Wunder dass mein Freund mich verlassen hat!

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Neue Abhängigkeit entdeckt, die da lautet: überteuerte Bertolli-Fertigprodukte.
Esst mehr Bertolli. Die Tomatensoße schmeckt wirklich als wären verschiedene Nonnas am Werk gewesen. Sie ist süditalienisch dick und süß.
Der langweiligste Salat wird durch einen Spritzer Bertolli Salatdressing zur Geschmacksexplosion. Großartig.
[Bitte die Black&Decker Werbung immaginieren und mitmurmeln Bertolli-Bertolli-Bertolli-Bertolli]

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Ich hab mich schon ziemlich lange über nichts mehr aufgeregt.
Glücklicherweise konnte ich am Freitag wieder etwas beobachten was in mir den Impuls aufkommen lässt, lauthals zu schreien: „Jetzt friss doch endlich den ganzen Teller samt Dekoration und Besteck!“.
Zugebrüllt hätte ich das gerne einer hohlbackigen Frau, die im Restaurant rechts neben Kind und Partner saß. Die beiden Erwachsenen bestellen sich je ein Gericht. Als die Teller gebracht werden, greift die Frau sogleich nach den Stäbchen und beginnt damit im Essen des Mannes rumzupulen. Die Stäbchen nimmt sie vermutlich, damit sie geifernd nach jedem runtergefallenen Reiskorn schnappen kann. Dieser Anblick alleine brachte mich in Rage. Keinen einzigen Bissen konnte der Mann von seinem Teller essen. Vom Kind ganz zu schweigen. Das wurde nämlich, zwischen den beiden Erwachsenen sitzend, von der Frau achtlos zerquetscht. Die Frau beugt sich von der Seite über das Kind und stützt ihren Körper auf dem kleinen Kinderleib ab. Das Kind macht sich noch kleiner und versucht von unten mit der Gabel auch das ein oder andere Häppchen zu ergattern. Die Furie weiß das sicher zu verhindern. Sie frisst sich durch die besten Sachen am männlichen Teller und wendet sich dann dem eigenen zu. Der Mann gibt brav den Rest an das Kind ab und beobachtet das hungrige Weib, wie es einen weiteren Teller verspeist.
Ich weiß nicht, wer mich mehr aufregt. Das gierige Weib oder der schwächliche Mann, der sich ohne Zeichen der geringsten Gegenwehr die letzten Reiskörner vom Teller ablecken lässt. Würdelos.

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Nostalgietipp: Schauen Sie sich die beiden Staffeln „Tripods“ an. Großes Kino, tolle Special Effects (leicht in jeder Küche nachahmbar) und das klarste BBC-Englisch und Schulfranzösisch ever.
Will, einer der drei Protagonisten, hat ob meines fortgeschrittenen Alters im Vergleich zu 1982 leider etwas an Erotik verloren. Sonst aber sehr empfehlenswert.


Feinde des bewegten Bildes können auch die Triologie von von John Christopher lesen.

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Kurz|sich|tig|keit [f. –nur Sg.] Denkweise ohne Voraussicht;

Bsp. Wenn Menschen glauben, dass sie durch die Wahl einer CDU-Regierung aus der sozialwirtschaftlichen Misere kommen und nicht erkennen, dass wir jetzt die Effekte einer 16jährigen Kohl-Regierung ausbaden.
Der Ratio entgegen halten die Menschen an verträumten Wahlversprechen fest und vergessen großzügig die Lüge der blühenden Landschaften, der Rentensicherheit und der nachhaltigen Arbeitsmarktpolitik. Dass der Wohlstand der späten 80er und frühen 90er auf Kosten der heutigen Kassen ging und dass Kursänderungen in einem komplexen System nicht innerhalb weniger Jahre und ohne Einschnitte sichtbar werden, wird gerne ignoriert.

Ein erst mal in Fahrt gebrachter Tanker hat in voller Fahrt einen Bremsweg von 18.000 Metern.

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Nachdem die böse Strumpfhose riß, schickte ich sie ins Labor. Tatsächlich fand sich ein Produktionsfehler. Ich danke dem freundlichen Hersteller – auch wenn die Fehlerbeschreibung mir einige Rätsel aufgibt.

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