Schwerwiegend

In letzter Zeit werde ich mehrere Male am Tag gefragt, wann ich sterbe. Und – sofern ich vergraben sein möchte – welche Körperteile zuerst von Insekten gefressen werden. Kind 3.0 hat das Thema Tod entdeckt und löchert mich mit Fragen. Ob ich alt sei. Wie alt genau? Angemessen alt zu sterben? Faltig sei ich ja schon. Wäre mir verbrennen lieber? Wie genau ich denn stürbe? Ob ich auf der Straße verrotten würde, wenn ich einfach dort umfalle – so wie die Taube, die wir neulich gesehen haben.

Das Thema Tod begleitet mich relativ ungezwungen und fröhlich. Tag für Tag. Seit Jahren. Vorher haben nur andere Kinder die Fragen gestellt. Wir sprechen darüber wie es ist älter zu werden. Wie man langsam verblüht und abends im Spiegel sehe ich, wie ich verblühe. Falten, die Haut wird schlaff und so richtig top in Form ist der Körper auch nicht mehr. Wie die Hunds-Rosen vorm Haus. Findet jedenfalls Kind 2.0. Irgendwie schön, aber nicht schön genug, um die Blumen noch in die Vase zu stellen.

So richtig freuen kann ich mich nicht über das Älterwerden. Aber schlimm finde ich es auch nicht. Der Körper verändert sich eben und es ist ja nicht gerade so als würde ich was dagegen tun. Zusätzlich habe ich das Thema Essen für mich entdeckt. Aus meiner Mäkeligkeit ist Essenslust geworden. Hier ein Törtchen und da ein Steak mit Kräuterbutter. Tja und Lust auf Sport hatte ich leider noch nie. Schon gar nicht wenn es Sport war um Kalorien zu verbrennen. Ich habe für vieles im Leben großen Ehrgeiz – dafür konnte ich nie Ehrgeiz entwickeln. Und so welke ich eben vor mich hin. Nicht unzufrieden – nicht zufrieden – eher mit einem naja ist ja alles noch im Rahmen und mit einem ist mir auch irgendwie egal.

Ist es mir wirklich. Mein Mann ist oft so mittelschwer beleidigt deswegen. Ob ich ihn lieben würde? Auch wenn er älter würde. Die Koteletten weiß und eine Wölbung in der Bauchgegend. „Ist mir echt total egal“, lautet meine Antwort. Was ich meine ist, ich habe mich noch nie in jemanden verliebt weil er irgendwie aussah. Auch in ihn nicht. Wir sind jetzt bald zehn Jahre zusammen und ich schätze wirklich vieles an ihm und unserem Zusammensein – aber ich habe noch nie gedacht: SOOOO tolle Oberarme! Und dieses füllige Haar W A H N S I N N! Mit diesem Mann möchte ich zusammen sein!!! Umgekehrt habe ich noch nie gedacht: Och nö, als wir uns kennengelernt haben, da hatte er aber weniger Falten, echt jetzt mal. Ich reiche die Scheidung ein!!! – weil ehrlich – es ist mir egal. Solange er sich wohl fühlt, finde ich ihn gut. Egal, ob im Anzug oder in Jogginghose.

Irgendwie erwarte ich das selbe von ihm. So ist das Leben. Wir sind jetzt bald 40. Schöner werden wir nicht mehr. Es gibt einfach wichtigeres als die äußere Hülle. Ich glaube, im großen und ganzen komme ich ganz gut damit klar.

Mich hat die Überschrift, die Antje Schrupp in ihrem durch #waagnis angestoßenen Artikel „Ich finde mich auch zu dick, aber das ist mir egal“ sehr angesprochen.

Ich habe dann bei Ninia LaGrande weiter gelesen und dann auf kleinerdrei den Beitrag von Maike. Danach las ich den Nachklapp von Ninia, die darauf reagierte das andere (ziemlich harte) Kritik an der Aktion äußerten (z.B. Ich sehe die Waage vor lauter Tabs nicht mehr – Linkliste).

Danach war ich erst mal geschockt.

Genau genommen war ich das schon, als ich auf Twitter das Entstehen der #waagnis Aktion mitverfolgte. Ich möchte voran stellen, dass ich wirklich nur meine eigenen Gedanken und Gefühle dazu schildern möchte. Jedenfalls las ich, dass es Frauen gibt, die sich jeden Tag wiegen. Das klingt vielleicht grenzenlos naiv – aber das war mir nicht bewusst. Ich tendiere leider dazu, zu denken, dass das was ich tue, das ist, was alle tun. Ich wiege mich ca. fünf Mal im Jahr, würde ich schätzen. Zum Beispiel wenn ich irgendwo zu Besuch bin und ich dort eine digitale Waage entdecke. Wir haben selbst eine, die ist aber so ungenau, dass die Kinder sie eher als Spielzeug benutzen und drauf rumspringen, um die Anzeige zum wackeln zu bringen.

Ich stelle mir das wirklich schlimm vor. Allein weil man dann einen festen Punkt am Tag hat, an dem man sich mit einer Zahl auseinander setzt, die eigentlich nichts sagt. Außer man setzt sich einen anderen Wert und hält den aktuellen Messwert dagegen. Dann kann man sich freuen oder grämen. Erfahrungsgemäß wird der Vergleichswert aber utopisch niedrig angesetzt und dann hat man jeden Tag einen festen Punkt an dem man sich schlecht fühlt.

Ich las also all die Tweets und Artikel, die bei mir den Eindruck erweckten, dass das ein völlig gängiges Verhalten ist.

„Ich finde mich auch zu dick, aber das ist mir egal“

Über diesen Satz habe ich länger nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich auch das furchtbar finde. Denn letztendlich scheinen sich ALLE zu dick zu finden. Und jetzt kommt das absurde: Natürlich nicht alle, denn es gibt ja auch die, die sich zu dünn finden. Aber was bleibt ist: Es scheint eine winzige Menge an Frauen zu geben, die sich einfach gar nichts finden. Die ihr Gewicht nicht bewerten.

Der Witz ist ja, dass diese Bewertung eine Bewertung einer Zahl ist und gar nicht einer Bewertung im Sinne von für was zu dick/ für was zu dünn ausgerichtet auf eine Handlungsdimension. Also zu dick um … joggen zu gehen? mit den Kindern zu spielen? Sex zu haben? einkaufen zu gehen? Zu dick oder dünn für was?

Ich schreibe das mal bewusst, weil in dieser Diskussion oft angeführt wird „Ihr, die ihr Komplexe habt (weil eigentlich doch schlank)“ und „Ihr die ihr tatsächlich ein Problem habt (weil eben dick)“. Der Punkt ist für mich nämlich: Es gibt diesen Unterschied nicht. Denn was anscheinend einen großen (vielleicht den größten) Teil der Frauen vereinigt, ist der Umstand, dass sie sich zu dick finden. Egal ob Kleidungsgröße 36 oder 46.

Warum ist das so? Ich habe lange darüber nachgedacht. Die Gründe sind sicherlich vielschichtig. V.a. wenn man liest, was sich Kinder von ihren Eltern, von ihren Freundinnen, später von ihren Partnern, von Fremden anhören müssen … dann scheint einiges quasi auf der Hand zu liegen – aber es muss noch andere Gründe geben. Irgendetwas was alle einigt. Denn es bleibt die Frage – zu dick für was eigentlich?

Und in einem kurzen Gespräch mit einem Freund fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Offensichtlich ist es eine Art Urgefühl? Das Sich-nicht-perfekt-fühlen. Spiegelt es vielleicht die Angst vorm Verfall, vorm Verblühen, vorm Tod wieder? Das mag dramatisch klingen, aber es ist ja ziemlich normal, dass man sich nicht gerade auf das Altwerden und den Tod freut. Der Tod auch gar keinen richtigen Platz in unserer Gesellschaft und wird nicht thematisiert sofern nicht unbedingt notwendig. Vielleicht schaffen die Medien, die Werbung, Hollywood diese Welt der perfekten Menschen, um den Tod aus unserem Leben zu drängen? Der perfekte, gesunde, durchtrainierte, faltenfreie Körper Kleidungsgröße 36. Vielleicht sehnen wir uns alle deswegen nach diesem Ideal und müssen uns zwangsläufig unperfekt und dick fühlen? Ich weiß es nicht, aber dann lasse ich mich lieber durch meine Kinder systematisch desensibilisieren.

P.S. Vergrabt meine Asche in einem Ruheforst.

36 Gedanken zu „Schwerwiegend“

  1. klasse sagt:

    Sehr gern gelesen.

  2. Sabrina sagt:

    Boah! Toller Artikel. Das Thema? Sehr schwere Kost. Die Perfektion kann einen echt in die pure Verzweiflung treiben. Ich persönlich finde es sogar abschreckend, wenn z.B. ein perfekter Mann (Augenbrauen gezupft und und und) mich anspricht. Ich denke mir dann, der verbringt mehr Zeit im Bad als ich und dann sehen wir uns also nie;)

  3. Micha sagt:

    Obs allen Ernstes Menschen gibt, die sich in Titten, Hinterteile, Haarfarben usw. verknallen? Und dann mit jemandem zusammenleben wegen seines Sixpacks, ihrer Lachfalten, der straffen Oberarme, des Körperfettanteils wegen? Fehlt denen mehr als eine Wahrnehmungsebene oder gibt das bißchen Optik tatsächlich bereits ausreichend Lebenssinn?

    Gerne gelesen – Merci!

  4. bine sagt:

    Dann gehöre ich wohl zu der Minderheit, die sich nie wiegt, klappt wunderbar, wenn ich mich qua Körpergefühl unwohl fühle, achte ich eine Zeitlang verstärkt auf meine Ernährung, ansonsten habe ich seit Jahrzehnten konstant Größe S (ohne Diäten usw.). Ich könnte mir denken, dass gerade dickere Frauen regelmäßig/täglich auf die Waage steigen, verstehe aber nicht wirklich, warum.

  5. Amelie sagt:

    Ich denke das ist ein schwieriges Thema. Tod und Perfektionismus. Ich kenne wirklich Menschen, die sich durch ihren ständigen Perfektionsmus vieles kaputt machen. Wer immer perfekt sein will, kann nie locker sein. Außerdem wird doch ein Mensch erst durch seine Fehler interessant. Ich hasse Menschen, die perfekter als das perfekte sein möchten. Und der Tod macht bei perfekteren Menschen auch keine Ausnahme.

  6. Frau-Irgendwas-ist-immer sagt:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************
    Gerne gelesen
    *****************/KOMMENTAROMAT**********************

  7. Hans-Jürgen sagt:

    Mit Verlaub.

    Reden übers Alter ist doch wie Reden übers Wetter; es gibt ja wohl kaum Inbegrifflicheres fürs Objektive als Wetter und Altwerden. Das zu beklagen, und es wird ja immer beklagt – Kinder wollen endlich Teenies sein, Teenies endlich erwachsen, alte Erwachsene plötzlich wieder junge Erwachsene – ist wie Smaltalken in einer Runde, aus der man nicht raus kann. Man tut es sozusagen notgedrungen. Aber unaufgefordert?!

    Reden übers Dicksein hingegen ist wie das Pfeifen im Walde. Es ist symptomatisch für eine tiefe Verunsicherung, für das stille Eingestehen eigenen Scheiterns im Ringen um mehr Selbstkontrolle. Und das ist menschlich, also das Scheitern. Menschen, die gern übergewichtig sind, ringen nicht um Anerkennung der Gesellschaft. Sie sind auf soetwas nicht angewiesen. Sie ruhen in sich, sind weder gern zu dick noch stellen sie ihr Zudicksein als Lebensziel heraus; sie sind einfach. Und sie empfingen sich in diesem Sinne ja auch nicht als „fett“ oder „zu fett“.

    Und ja: Reden übers Reden übers Altwerden und Zudicksein ist quasi eine Unterabteilung dieser Debättchen. Ich erkenne das gerade jetzt beim Schreiben und höre sofort auf. Verzeihung.

  8. Cornelia sagt:

    Liebes Nuf,

    Manchmal moechte ich Sie fuer Ihre Artikel einfach nur kuessen, Sie kluge Frau, Sie.

  9. Mel sagt:

    Die Gesellschaft und das Fernsehen habn über viele Jahre ein Schönheitsideal in unsere Köpfe gehämmert und wer da nicht reinpasst (somit die meiseten, was das Ganze eigentlich lächerlich macht) wird belächelt oder verspottet. Mir ist das relativ egal was ander über meine Form denken, persönlichfühle ich mich aber erst dann wohl, wenn ich FÜR MICH ansehnlich bin.
    Zudem denke ich das es in der Verantwortung der Eltern liegt, wie ein Kind ausschaut. Ein Kind muss nicht dick sein, wenn man auf die richtige und gesunde Ernährung und ein bisschen Bewegung achtet. Kinder sind grausam, wenn sie wollen und es würde mich schmerzen wenn mein Sohn schn von kleinauf verspottet wird, weil er (laut gruppendenken) aders ist. Zu dünn ist ni, aber zu dick auch nicht, nur bei zu dünn wird selten gemosert, was einfach auch an der Erziehung liegt, wie ich finde.
    Wir versuchen einfachso zu leben das wir ein gutes Mittelmaß haben.

  10. ubarto sagt:

    „Es gibt diesen Unterschied nicht. Denn was anscheinend einen großen (vielleicht den größten) Teil der Frauen vereinigt, ist der Umstand, dass sie sich zu dick finden. Egal ob Kleidungsgröße 36 oder 46.

    Warum ist das so?“

    Weil man es überall mitgeteilt bekommt. Selbst wenn man keine Frauenzeitschriften liest und kein GNTM oder ähnliches guckt – wir werden täglich mit der Botschaft konfrontiert, dass wir nicht okay sind (denn hey, es gibt ja tolle Produkte dagegen!). Es reicht ja Tagesschau zu gucken und diese dusselige Almasedwerbung davor mitzukriegen. Man kann sich noch so bewusst machen, dass es Quatsch ist und die Bilder aus der Werbung zudem eh nicht echt sind, es bleibt einfach unterbewusst hängen. Und selbst wenn man das ausblendet, gibt es noch die ungebetenen Kommentare der Umwelt – die je nach Gewicht übrigens dann schonmal absurd unterschiedlich sind.

    Selber habe ich schon auf der einen Seite zu hören gekriegt „Nehmen Sie sich doch noch was, Sie sind doch so ein Hungerhaken“ und ein paar Monate später als mir mir Kuchen nahm „Finger weg! Das macht ne starke Hüfte!“. Gewogen hab ich bei beiden Gelegenheiten das gleiche. Mein Körper kommt übrigens derzeit tatsächlich ganz gut an das propagierte Ideal heran (ich bin durchtrainiert und trage Größe 34/36). Aber das hilft nichts, es gibt trotzdem immer noch Leute, die was an meinem Körper auszusetzen haben und das auch ungefragt artikulieren (wenigstens bin ich aber soweit, dass ich mich selber toll finde und doofe Kommentare recht unverblümt kontere. Was nicht heißt, dass es mich nicht dennoch beschäftigt).

    Das Urteilen über die Körper anderer Menschen (meistens Frauen) scheint derart alltäglich zu sein, dass wir es fast gar nicht mehr merken. Die Idee, dass kein Körper perfekt ist und dass das auch völlig okay so ist erscheint vielen total absurd. Im Gegenteil, mir scheint es eher so, dass egal wie toll jemand aussieht – irgendwer wird immer noch irgendwas zu „optimieren“ finden. Das dass dusselig ist und grenzverletzend dazu wenn es geäußert wird scheint vielen gar nicht in den Sinn zu kommen.

    Irgendeine Bloggerin schrieb wo, dass wir gar nicht mehr lernen würden NICHT zu urteilen (finde jetzt leider die Quelle nicht), das ist in meinen Augen auch ein Teil des Problems.

    1. ubarto sagt:

      P.S.
      Was ich auch noch dazu loswerden möchte: Ich verfolge die #waagnis Aktion und die Debatte darüber mit großem Interesse. Es wäre da denke ich auch hilfreich sich gegenseitig zuzugestehen, sich unterschiedlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Der einen hilft es vielleicht, ganz bewusst darüber nachzudenken und ganz bewusst den Schritt zu tun, sich nicht mehr zu wiegen, für andere ist es der richtige Weg zu sagen „ich finde mich nicht perfekt aber das ist mir auch egal, ich beschäftige mich einfach nicht groß damit“. Was der einen hilft, muss nicht der Weg für die andere sein. Da würde ich dafür plädieren, nicht die Körperakzeptanzmethoden anderer Leute zu zerpflücken, sondern einfach als gleichwertig stehen zu lassen.

    2. Ich kenne eine Frau, die regelmäßig Almased anstelle einer dritten Tagesmahlzeit zu sich nimmt. Und sich dann wundert, warum ihre Gesundheit am Allerwertesten ist. Schrecklich.

  11. Wie alt sind Kind 2.0 und 3.0 (nebenbei, mir gefällt die Formulierung) denn? Ich frage, weil es mich interessiert, in welchem Alter Kinder anfangen, über den Tod nachzudenken.
    Und zu der Gewichtssache: Ich finde es schlimm, wie sich viele Leute Sorgen über ihr Gewicht machen, die das gar nicht müssten. Ich selbst ertappe mich gelegentlich dabei, dabei bin ich selbst nach acht zusätzlichen Kilos immer noch im Rahmen. Meistens finde ich meinen Körper aber gut. Wusstet ihr übrigens, dass der BMI die Erfindung einer Versicherungsgesellschaft ist, die ab da von allen höhere Beiträge verlangte, die über der Norm waren?

  12. Hallo, zu der „Waagen-Diskussion“ will ich nichts sagen, habe aber über deinen Satz „Ich tendiere leider dazu, zu denken, dass das was ich tue, das ist, was alle tun.“ gefeixt, weil ich leider ähnlich strukturiert bin, wenn ich das Spektrum über Waagen hinaus betrachte.
    Dem Tod und den Altersveränderungen bin ich dir ja um wesentliche Jahre voraus. Nicht die Falten, nicht die Pölsterchen oder andere Äußerlichkeiten sind es, die es mir schwerer machen, sondern wesentliche Funktionseinschränkungen beim sehen, hören, gehen, essen oder oder oder. Zum Glück bin ich nicht von allen belastet, nur von fast allen :-) – nein, stimmt nicht ganz. – Und wenn dann Sachen eingeschränkt sind oder werden, an denen ich großen Spaß habe, macht das die Sache auch nicht leichter. – Aber, geht schon, im Moment besiege noch ich das Alter und nicht umgekehrt.

  13. Aurora sagt:

    Interessanterweise habe ich genau dazu einen Artikel gelesen: Unsere Gesellschaft macht sich mit den Norm-Maßen selber kaputt. Viele Menschen passen in diese Normen, aber manche eben nicht. Falls Interesse besteht, kann ich nochmal nachschauen, von der Autorin gibt es auch ein Buch dazu, das ich mir auf jeden Fall kaufen werde. Ich kenne das Problem aus eigener Anschauung: Mein Kinderarzt sagte zu meiner Mutter dauernd, dass ich „zu fett“ wäre – wenn ich mir heute die Bilder von mir als Kind anschaue, frage ich mich wirklich ob der Kerl noch alle Tassen im Schrank hatte. Meine Mutter war selber immer unzufrieden mit ihrer Figur, hat ihr Leben lang irgendwelche seltsamen Diäten gemacht und mir damit natürlich auch ein mieses Körpergefühl vermittelt (ich möchte das nicht verurteilen, sie konnte selber nicht anders und hat ja auch selber am meisten darunter gelitten). Als Teenager hatte ich eine Eß-Störung, ich hab zwischen 53 – fast 90 kg alles durch, immer wieder hoch und runter. Inzwischen bin ich Mitte 30 und zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich wohl in meinem Körper. Ist er perfekt? Nein. Hat er Fehler und Macken? Klar, da hängts ein bißchen zu sehr, da ein bissel viel, da ein bissel zu wenig… ABER: Es ist mein Körper, er trägt mich schon so lange, er macht so viel mit und ich beziehe mein Selbstwertgefühl inzwischen daraus, was ich leiste und mache – und nicht, wie ich aussehe.
    Aber meine Waage schmeiße ich trotzdem nicht raus, damit riskiere ich, dass ich zuviel esse weil ich selber eine Zunahme nicht bemerke (und das waren beim letzten Mal 10 kg..). Alles in Ordnung ist es also nicht bei mir, aber das wird schon.

    1. TheCounterpart sagt:

      Den Buchtitel würd ich gerne mal hören. Vll find ich es interessant und les auch auch mal.

      1. Aurora sagt:

        Es ist „Die Vermessung der Frau“ von Regula Stämpfli

        1. TheCounterpart sagt:

          Danke sehr

  14. Thomas sagt:

    Dann stellt sich aber die Frage (die ggf. schon in den Kommentaren diskutiert wurde, die ich natürlich nicht gelesen habe, um den Artikel unbeeinflusst reflektieren zu können, ahem), weshalb dieses Ich-bin-zu-dick-Ding zumindest gefühlt hauptsächlich von Frauen ausgeht. Schweigen Männer darüber? Warum? Passt das Wehklagen über die Figur nicht in die 7.000 Wörter an Kommunikationsmaximum pro Tag?

    Und wenn es wirklich so ist, dass dieses Gefühl ein Ausdruck der Angst vor dem Verfall ist, weshalb sind dann schon so viele junge Mädchen davon betroffen? Und warum nicht viel mehr Angst vor den Falten haben, die da kommen, um zu bleiben?

    Ich glaube eher, es ist die Angst, aufgrund eines scheinbaren Makels biologisch gesehen weniger attraktiv auf das paarungsbereite Gegenüber zu zu wirken. Was der Frau Gewicht, ist des Mannes schwindendes Haar. Na ja, und manchmal vielleicht auch dessen Gewicht, okay. Mit der guten alten Biologie lässt sich so was immer ganz prima erklären, find ich. Scheint auch irgendwie logischer als die Angst vor dem Verfall bzw. dem Tod an sich. Find ich zumindest.

    1. dasnuf sagt:

      Dann müsste die Angst aber nachlassen, wenn man älter wird oder wenn man sich bereits erfolgreich reproduziert hat?

      1. Thomas sagt:

        Ich, öh, dachte, das wäre auch so. Meine Großmütter haben sich nie über ihr Gewicht beklagt, sondern eher drüber gescherzt.

    2. Aurora sagt:

      Thomas, es kommt – leider – bei jüngeren Männern sehr wohl auch an. Die Magersuchtsraten steigen bei Männern unter 30, viele „müssen“ ins Fitneßstudio, lassen sich enthaaren, operieren, Haare auf das schüttere Haupt verpflanzen.

      1. Thomas sagt:

        Ja, das stimmt natürlich, dass es auch bei Männern Problemfälle gibt, wobei ich die Fitnessstudiogänger dazu nicht zählen würde. Zu denen gehöre ich auch, wenn natürlich auch eher „gemäßigt“. Magersucht, Bulimie und dergleichen kenne ich aus meinem persönlichen Umfeld nur von Frauen, aber sicher gibt’s da auch Männer, die dieses Problem haben.

        Aber hey, du bringst vermutlich den Grund auf den Punkt. Es wird uns ja durch Popkultur, Werbung, etc. vorgelebt, wie man im Abendland auszusehen hat. Man wächst in diese „Competition“ ja förmlich hinein. Und an seiner Figur kann man theoretisch zumindest immer was ändern, um dem gezeigten Ideal zu entsprechen. Vermutlich wird das Gewicht auch deswegen so oft thematisiert: Es ist wenigstens gefühlt änderbar.

    3. Pterry sagt:

      Ein anderer Mann hat diesen Erklärungsversuch (die ersten 2-3 Absätze):
      http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Fernsehen/Brust-raus-Bauch-rein-Hirn-aus
      Persönlich ist mein Eindruck, dass das mediale Bild Frau=Deko (des Mannes) viel stärker propagiert wird als Mann=Deko (der Frau)
      Jetzt noch der Niggi:
      http://www.stefan-niggemeier.de/blog/obamas-schoene-staatsanwaeltin-vom-schaden-den-ein-kompliment-anrichten-kann/

  15. TheCounterpart sagt:

    Ich finde es schön, wenn sich jemand in seinem Körper wohl fühlt. Genau das sollte auch das Hauptaugenmerk der eigenen Kritik sein. Egal ob dick, dünn, „normal“.
    Ich selbst bin mit Untergewicht aufgewachsen, alle sagten zu mir ich sei zu dünn, solle doch mehr essen, an mir sei nichts dran. Ich traute mich keine Kleider oder Röcke zu tragen, fand sie doof, weil meine Beine zu dünn dafür wären. Ich aß sehr viel, aber mein Stoffwechsel war stärker. Ich war nicht so „reif“ wie die anderen Frauen. Die hatten in der Pupertät dann schon mehr Brüste, ich nicht. Ich war bei Jungs nicht sehr beliebt. Irgendwann war ich von diesem Umfeld weg, dass mir immer sagte, dass ich zu dünn sei. Ich trug keine Zahnspange mehr und mein Haar hing nicht mehr wie lange Spaghetti runter. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich beliebter. Bei Frauen und Männern. Sie wollten was mit mir unternehmen, mit mir zusammen sein. Als ich Anfang 20 war, hörte ich das rauchen auf, nahm zu. Hatte plötzlich ein Wohlfühlgewicht. Ich trug Kleider und Röcke und bekam auch von Außen Bestätigung. Mir fiel auf, wie stark ich doch abhängig bin von der Reaktion der Außenwelt. Allerdings fühlte ich mich gut und wirklich schön. Klar fand ich dennoch ein paar Dinge an mir die ich gerne anders hätte haben wollen, aber die waren nicht schlimm. Später nahm ich mehr zu. Irgendwann hatte ich einen Meniskusriss und dadurch, dass ich mich kaum noch bewegte um keine Schmerzen zu spüren nahm ich immer mehr zu. Mir fiel auf wie Kollegen, Beamte, Menschen auf die man trifft einen plötzlich anders behandeln und ansehen. Irgendwann stellte ich auch fest, dass es mit unter an meiner Ausstahlung lag. Ich fühlte mich nicht mehr wohl in meiner Haut. Ich schwitze schneller, kleine Anstrengungen nehmen mir die Luft, Klamotten kaufen macht mir einfach keinen Spaß mehr, Kleider trage ich schon lange nicht mehr. Obwohl ich eigentlich ein freizügiger Mensch bin, laufe ich nicht mehr gerne nackt rum.
    Ich werde aggressiv wenn ich wieder mal Bilder in der Werbung von Models sehe, die auch noch bearbeitet sind und das Weltbild prägen. Was für Hungerhaken das eigentlich sind. Im Grunde sind sie so dünn wie ich damals als Jugendliche mit Komplexen. Sie haben keine weiblichen Rundungen die mir gefallen, aber alle Welt findet genau dieses Ideal wohl schön, sonst gäbe es doch nicht soviel davon oder? Ich möchte gar nicht so aussehen wie sie, aber ich hätte schon gerne mein Wohlfühlgewicht wieder. Ich möchte gerne wieder Kleider kaufen oder sogar selbst nähen. Meine Hose nicht zusammenziehen müssen, damit ich meinen Reißverschluss zu bekomme oder die Knöpfe. Die Frage ist immer ob man abnehmen will oder sich unwohl fühlt wegen anderen oder wegen sich selbst. Ich fühle mich unwohl weil ich MIR nicht gefalle, nicht weil das irgendjemand zu mir sagen würde. Ich habe nur auch festgestellt, dass im Leben vieles einfacher läuft wenn man als Frau eine gute Figur hat. Auch im Beruf….leider.

  16. Chris sagt:

    Dick?
    Ich bin zu nicht dick, ich bin zu klein für mein Gewicht. :)

    Nach sieben Jahren Ehe könnte ich sagen: Nicht so wichtig, ich muss ja nicht mehr beeindrucken.
    Muss (will) ich schon, nämlich mich selber.
    Als Mann mit aktuell 82kg bei 180cm lichter Höhe muss ich mir vermutlich keine Sorgen machen. Tu ich auch nicht.
    Trotzdem dürfte der Inhalt dieser mehr oder weniger leichten Bauchwölbung gerne anderweitig verteilt sein.
    Ich wiege mich jeden Morgen und freue mich ein bisschen, wenn der Wert niedriger ist als der vom Vortag. Wenn nicht – naja, das ist dann eben so. Dann verfalle ich nicht in einen Diätrausch oder so.
    Ich schauen generell was und wieviel ich esse. Und habe als Ziel, dass die Zahl auf der Waage nicht größer werden soll. Nicht signifikant.
    Bei traditionellen Ess-Anlässen (Weihnachten etc.) geht’s immer ein bisschen aufwärts, das bröckelt danach dann wieder ab. Is halt so…

    Es gibt diesen schönen Begriff des Wohlfühlgewichtes.
    Mit 200kg fühlt man sich sicher nicht wohl, das kann mir niemand erzählen. Ausnahmen bestätigen da aber möglicherweise die Regel.
    Generell kann das Wohlfühlgewicht aber durchaus über BMI und gesellschaftlich akzeptieren Normen liegen.
    Und man kann von sich sagen, dass man sein Wohlfühlgewicht hat und trotzdem im gleichen Atemzug das eine oder andere Kilo fortwünschen. Das geht auch.

  17. Pterry sagt:

    ich könnt jetzt stundenlang schreiben, weil ich da schon viel drüber nachgedacht habe, aber ich versuch mich kurz zu fassen. aus nem gespräch mit ner befreundeten pyschologin ist folgender satz bei mir hängengeblieben: man hat bei magersucht gute erfahrung mit so körperanzügen gemacht, wo der darin steckende proband jede bewegung spürt. weil die annahme existiert, das magersüchtige ein fehlendes/mangelhaftes körpergefühl haben. das heißt sie nehmen die signale ihres körpers wenn nur eingeschränkt wahr. desweiteren hängen wohl körper- und selbstwertgefühl zusammen. meiner meinung nach, weil der körper das ist, was von anderen personen als erstes von einem selbst gesehen wird. da kann man innerlich noch so ein toller mensch sein.
    des weiteren werden „zu dicke“ menschen gern mit dem label „disziplinlos“ abgefertigt, was im umkehrschluss heißt, dass der rest disziplin hat, was wohl die erwünschte eigenschaft ist.
    dann verbindet man das noch mit attraktivität, weil das mit der waage sich meiner erfahrung nach bei den mädels so in der pubertät einstellt, wenn der körper eh macht was er will und man evtl beim potenziellen partner landen will etc. und dann möchte man bloß nicht aus gründen der „nicht-attraktivität“ abgewiesen werden. wenn das tägliche wiegen einmal etabliert ist, ist es schwer das wieder abzulegen auch wenn die zahl eigentlich nichts sagt. obwohl ich jetzt attraktivität sehr eng ausgelegt hab, nämlich als sexualpartner anlocken um dann nachkommen zu zeugen. weiß nicht, ob das zu dem oben beschriebenen „urgefühl“ passt.

  18. Christl Klein sagt:

    Wie immer sehr lesenswert und ich denke an guten Tagen auch so.
    Etwas scheint mir in deinem Artikel aber schief. Das ist auch nur meine persönliche Erfahrung: Natürlich habe ich mich in meinen Mann verliebt, weil er so ist, wie er ist. D.h. ich fand auch seinen Körper attraktiv bzw. finde ich das noch immer, obwohl wir über 30 Jahre zusammen sind. Atrraktiv u. schön finden heißt nicht „Waschbrettbauch“ oder faltenlos. Ich fände es auch nicht gut, wenn mein Mann sagt: „Du bist zwar echt pummelig und faltig, aber ich mag dich trotzdem.“ Eine Person lieben heißt auch, die Speckröllchen und die Falten lieben. Nicht trotzdem, sondern deswegen. Genau diesen Körper. Und keinen anderen. Weil er Speckröllchen hat und weil er so riecht, wie er riecht. Das gilt ganz allgemein.
    Für das Altern:Ich habe mal gelesen, dass man sich dafür das Bild der ersten Verliebtheit bewahren muss. Und dann sieht man in der “ älteren Person“ immer noch die junge. Ich glaube das stimmt. Auch wenn mich echt Bilder von uns schocken, als wir Mitte 20 waren. Wirklich schön und sooo jung. Aber damals fand ich mich auch schon zu dick und nicht schön genug. LoL.

    1. dasnuf sagt:

      Du hast natürlich recht.
      Ich habe das vielleicht nicht so gut beschrieben. Bei mir wandeln die positiven Gefühle die Wahrnehmung. Das ist auch bei Freundschaften so, habe ich festgestellt. Erstmal spielt das Aussehen keine Rolle, dann entwickeln sich die Gefühle und dann finde ich diesen Menschen plötzlich unvergleichlich attraktiv.
      (Hm, ist das jetzt besser beschrieben?)

  19. panalotta sagt:

    Mir geht’s wie dir. Ich habe keine Waage mehr, seit ich vor fast zwanzig Jahren zuhause ausgezogen bin. Und genau die Frage „Zu dick wofür“ habe ich mir – leider nicht laut dem Kinderarzt – gestellt, als der ab dem zweiten Geburtstag meiner Tochter anfing, ihr „aufs Gewicht achten“ ins Vorsorgeheft zu schreiben. Meine Tochter isst völlig normal und bewegt sich viel und gern. Ich wüsste nicht, wie man da – und warum überhaupt – aufs Gewicht achten, was ja heißt, willentlich Gewicht reduzieren, sollte.
    Verzeih, wenn ich vom Thema abkomme. Abgesehen davon, dass sich diese Gewichtsfrage bei der Tochter gerade von allein reguliert, und ich vor allem darauf geachtet habe, das vor ihr nie zu erwähnen, regt mich diese quasi moralische Gewichtsfrage wahnsinnig auf. Als wäre sogenanntes Übergewicht eine säkulare Sünde. Da können tausend Studien kommen, die besagen, dass Menschen mit leichtem Übergewicht statistisch sogar gesünder sind, irgendwie glaubt es keiner. Fehlende Bewegung macht krank. Einseitige Ernährung kann krank machen. Gewicht an sich kann ein Indiz für krankmachende Faktoren sein. Es macht aber nicht automatisch krank.
    Ich habe aber auch den Eindruck, dass angebliche Krankmachen ist nur ein Vorwand, Menschen abzuwerten und zu beschämen, die scheinbar nicht den gleichen Aufwand wie man selbst betreiben, schlank und makellos zu bleiben. Und durchaus auch sich selbst zu geißeln, weil man den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.

  20. maike sagt:

    Was ich in der aktuellen Debatte gelernt habe: Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob sich ein dünner Mensch zu dick fühlt oder ein dicker. Der dicke Mensch wird von der Gesellschaft diskriminiert, im schlimmsten Fall beschimpft, beleidigt und bewegt sich somit auch anders durchs Leben.

    1. dasnuf sagt:

      Ich verstehe was Du meinst. Ich habe einige der Artikel dazu auch gelesen.
      Ich denke aber auch, dass es schwer ist zu beurteilen, wie viel jemand leidet (egal durch was ausgelöst – außen oder innen).

      Man kann in einem Artikel nicht alle Themen ausführlich behandeln. Ich finde die Kritik an der Aktion auch bereichernd – aber ich finde es nicht schön, dass sie teilweise so harsch war.

  21. lik™ sagt:

    »Und in einem kurzen Gespräch mit einem Freund fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Offensichtlich ist es eine Art Urgefühl? Das Sich-nicht-perfekt-fühlen. Spiegelt es vielleicht die Angst vorm Verfall, vorm Verblühen, vorm Tod wieder? Das mag dramatisch klingen, aber es ist ja ziemlich normal, dass man sich nicht gerade auf das Altwerden und den Tod freut.«

    Ich nehme an, der angesprochene Freund zu sein. Ich möchte da noch ergänzen, dass ich nicht der Meinung bin, dass wir ein Urgefühl haben, »nicht perfekt zu sein« – aber sicherlich eine große Abneigung gegen OHNMACHT. Älterwerden, Verfallen, Krank sein, unbeweglich sein – alles Ohnmacht. Das mögen auch Katzen, denen man die Hand auf ihre Pfote tut nicht, sie werden sie immer herausziehen und oben auf setzen. Deswegen ist Gefängnis die höchste Strafe.

    Außerdem streben Menschen immer nach dem weiter, schneller, besser, mehr. Sonst wären wir nicht da, wo wir sind. Festzustellen, dass es bergab geht, ist demenstprechend sehr frustrierend.

    Du fragst: »zu dick für was?« – Um attraktiv zu sein. Immer mehr Menschen mit immer weniger Rückhalt versuchen immer mehr wahnwitziges, um geliebt zu werden. Seien es Ganzkörpertattoos, sich bei Dieter Bohlen anstellen, um SUPERSTAR zu werden oder Tittenopererationen. Und die Männer sind da gar nicht ausgenommen (Du schriebst von Frauen). Men’s Health ist die Brigitte der Y-Chromosomalen.

    1. dasnuf sagt:

      Schautest Du fern, könntest Du noch die Serie „Hawaii Five-O“ in Deine Men’s Health Aufzählung aufnehmen. Die Muskelberge sind beinahe grotesk.

      Ich habe nur von Frauen geschrieben, weil der Ausgangspunkt #waagnis eher von Frauen kommentiert wurde.

      Aus dem Gespräch mit dem Freund weiß ich ja, dass Männer ähnliche Gedanken haben (können).

  22. Ich glaube, es ist noch schlimmer. Meine Hypothese: die Menschen, die sich perfekt finden (und ja, die gibt es auch!), haben die grösste Angst vor dem Tod. Er darf quasi nicht stattfinden, weil dann ihre Perfektion ausgelöscht wird.

    Heute hat, um einen scheinbar abrupten Themenwechsel vorzunehmen, mich auf meine Bitte hin eine fremde Frau im Strandbad fotografiert, mit meiner jüngsten Tochter zusammen. Sie sagte: „Ich mache mal zwei Fotos, meistens findet man sich ja nicht so gut auf einem Bild“, nachdem ich gescherzt hatte, ich würde nun den Bauch einziehen. Und sie war ganz erstaunt, als ich antwortete, dass das schon alles gut so sei, und aus dem Bauch drei Kinder gekommen. Will sagen: ich bin zufrieden mit meinem Körper, er ist mein Freund. Und das hoffe ich meinen Kindern zu vermitteln.

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