ZZZzzzzz zzzzzz zzzzzz!

Das Baby ist nun nicht mehr mustergültig. Es schläft zwar brav und ohne Protest ein, jedoch mag es nicht im eigenen Bett schlafen, sobald die Eltern ins Bett schleichen. Jede Stunde krakeelt es und tut so, als habe es die letzte Nahrung vergangene Woche erhalten.
Damit meine Entbehrungen nicht völlig umsonst sind, halte ich meine Beobachtungen hinsichtlich Schlafentzug und ihren Folgen in einem kleinen Heftchen für die Somnologie fest.
Notiz 1 (10 Tage maximal 40 Minuten Dauerschlaf, gesamte Schlafmenge auf 24 Stunden: 240 Minuten):
24 h: Kind liebevoll aus der Wiege nehmen, stillen.
01 h: Kind liebevoll aus der Wiege nehmen, stillen.
02 h: Kind aus der Wiege nehmen, stillen.
03 h: Kind streicheln, sieben Strophen „Der Mond ist aufgegangen“ singen, Kind aus Wiege nehmen, stillen.
04 h: Kind streicheln, leise gut zureden, fünf Strophen „Die Blümelein, sie schlafen“ singen, Kind aus der Wiege nehmen, Kind schläft sofort ein, Kind in Wiege zurück legen, Kind aus der Wiege nehmen, stillen.
05 h: Leise weinen und Kind gut zusprechen, Kind von Augenringen und dem unbändigen Bedürfnis nach Schlaf berichten, sinnloses Zeug singen, Kind aus der Wiege nehmen, Kind schläft sofort ein, Kind in Wiege zurück legen, Kind aus der Wiege nehmen, stillen.
06 h: Der Wecker klingelt. Kind schläft.
Tagsüber schreckliche Müdigkeit verspüren. Wenn Menschen mit mir sprechen, werden ihre Stimmen leiser, ihre Gesichter verwischen, ich sehe Farben.

Notiz 2 (14 Tage maximal 40 Minuten Dauerschlaf, gesamte Schlafmenge auf 24 Stunden: 240 Minuten):
24 h: Kind liebevoll aus der Wiege nehmen, stillen.
01 h: Kind aus der Wiege nehmen, stillen.
02 h: Aus Bett kriechen, an Wiege robben, an Gitterstäben hochziehen, Kind aus der Wiege nehmen, auf Boden zurück sinken, stillen.
03 h: Mit Kind am Bauch auf Boden aufwachen, versuchen irgendwas zu sagen, stillen.
04 h: Über Gitterstäbe des Kindbettchens gebeugt aufwachen, Kind streicheln, versuchen Kind aus Bettchen zu nehmen, in Bettchen fallen, stillen.
05 h: Wirres Zeug faseln, Baby mit Kissen verwechseln, durch gezielten Griff ins Auge geweckt werden, stillen.
06 h: Der Wecker klingelt. Kind schnarcht.
Tagsüber nur Einwort – bis maximal Zweiwortsätze, um mit anderen zu kommunizieren. Microschläfchen über Kinderwagen gebeugt halten.

Notiz 3 (21 Tage maximal 40 Minuten Dauerschlaf, gesamte Schlafmenge auf 24 Stunden: 240 Minuten):
Halluzinationen. Totaler Gedächtnisverlust. Morgens unter Babybett mit Kind an Brust aufwachen, sich an nichts erinnern.
06 h: Der Wecker klingelt. Kind schläft selig, es sieht so niedlich aus. Hach!

17 Gedanken zu „ZZZzzzzz zzzzzz zzzzzz!“

  1. Nochwas: JKKSL ist ein dämliches Buch, aber das mit der Resignation stimmt definitiv nicht. Hast du es gelesen?
    Und wenn ja, welche Auflage? Die neue (2007) ist anders als die alten.

  2. Mach es doch wie ich. Geh um 3 ins Bett und stille um 7 und schlaf dann nochmal bis 9. Dann wieder stillen und schlafen bis 11. Dann erst aufstehen. ;)

  3. ich find das Blödsinn, jede Stunde hinzugehen. Ham wir bei unseren zwei auch nicht gemacht. Hunger kann es nicht sein, nur ein Kuschelbedürfnis. Und das muß ab und zu zurückstehen. Punkt. In dem Alter fängt das Kind an, den Unterschied zwischen Tag und Nacht zu lernen. Dazu gehört auch, daß nachts kein Halligalli ist.

    Nach einer Stunde ist auch bestimmt nicht schon wieder soviel Milch in der Brust, daß das Stillen sinnvoll ist. Zumal am Anfang des Stillens zuerst die zuckerhaltige Milch kommt, die nicht so gut nährt, aber beruhigend wirkt (Glücksgefühle durch Endorphine, wie Schokolade ;) ). Erst nach einiger Zeit (paar Minuten) ändert sich die Zusammensetzung und die länger zu verdauende fetthaltige Milch wird „ausgeliefert“.

  4. oh mein kleiner ist jetzt 4 Monate. Stillen um 1:00 und dann wieder um 5:00. Meine Dame st ganz froh drüber. Den mit fast 8 Kilo ist er ein Brocken.
    Aber wissen Sie das Muttermilch 3 Stunden braucht um verdaut zu sein? Sonst Bauchweh!

  5. Warum das Baby nicht mit ins Bett nehmen? Haben wir gemacht. Baby schlief gut,ich musste zum Stillen nicht aufstehen und konnte schön währenddessen weiterdösen.

  6. Kommt der nächste Eintrag an Tag 28? Bin gespannt, wie sich die Ausfallerscheinungen beim Tippen bemerkbar machen! Vielleicht gleich ein wireless Keybord ins Kinderbettchen und im Zwischenschlaf die Finger drüber tanzen lassen. Ein neues Genre könnte entstehen!

  7. ich halte auch nichts von jedes kind kann schlafen lernen. gibt sanftere methoden…

    aber ich finde es wunderbar, dass es jemanden gibt, der die nachterlebnisse von einigen müttern so schön zusammenfasst. vielen dank.

    da wächst der glaube, man tut etwas ‚lustiges’…

    nur bei den kinderliedern könnte ich noch etwas nachhilfe gebrauchen. ich kann nur zwei strophen von lalelu und sie fängt schon bei den ersten zwei wörtern an zu schreien, ich glaub sie braucht mal was neues.

  8. Öhm, ich finde für ein Wesen, das 9 Monate in meinem Bauch gelebt hat, ist es ein legitimes Bedürfnis an eine Brust angedockt zu sein wollen.
    Jedes Kind kann schlafen lernen ist für mich persönlich indiskutabel. Die Methode beruht im Wesentlichen darauf, dass man ein Kind zur Resignation bringt. Lerntheoretisch nicht so prall.
    Da fall ich doch lieber um ;) (So schlimm ist es in Wahrheit ja nicht, ich übertreibe …)

  9. Wir fechten das auch gerade durch.

    Ich empfehle, „Jedes Kind kann schlafen lernen“ zu lesen. Gutes Buch, sehr einleuchtende Theorie, sehr einfache Lösung. Hat sicher jemand im Bekanntenkreis zu Hause, das kennen alle.

    Wenn sich das Kind daran gewöhnt, an der Brust einzuschlafen, ist dies für das Kind der Normalzustand. Dann wacht es nachts auf und empfindet den Zustand „nicht an der Brust“ als ungewöhnlich. Dann schreit es so lange, bis es wieder an der Brust liegt. Schlaues Kind eigentlich. Aber das kann man ihnen auch wieder abtrainieren. Sonst fällt man irgendwann um.

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