Das Recht am eigenen Foto

Zur re:publica werde ich (voraussichtlich) am 6. Mai um 13.45 mit meinen geschätzten Bloggerkolleginnen Supermom, Berlinmittemom und Herz und Liebe darüber sprechen, ob man Bilder von den eigenen Kindern ins Netz stellen sollte oder lieber nicht.

Meine Haltung dazu ist im Artikel von Philippe Wampfler genau auf den Punkt getroffen, wenn er schreibt: Keine Bilder von Kindern im Internet öffentlich verfügbar machen.

Die letzten Tage gab es einige weitere Artikel im Netz dazu:

Der Tagesspiegel schreibt Das Zurschaustellen der eigenen Kinder im Internet ist Missbrauch, worauf Steve Rückwardt antwortet Kinder im Social Web? Ja doch, bitte!.

Auch Supermom vertritt die Meinung, dass Bilder der eigenen Kinder im Netz OK sind. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass die meisten Eltern das so sehen und meine Haltung nicht teilen.

Der Artikel im Tagesspiegel ist reißerisch, vermischt Themen und differenziert nicht ausreichend. Keine Frage. Dennoch stimme ich der Grundaussage zu, dass erkennbare Bilder von (den eigenen) Kindern ungeschützt im Netz nichts zu suchen haben.

Die Argumente, die ich aus den oben verlinkten Pro-Artikeln rauslese, sind die Folgenden:

  • Alle machen das, das ist die Normalität
  • Ich bin die Mutter/der Vater, ich entscheide auch andere Dinge für mein Kind, deswegen kann ich das auch entscheiden
  • Ja, vielleicht sind die Mal unzufrieden mit der Entscheidung, aber das wird in anderen Erziehungsthemen vielleicht auch so sein, damit muss man leben
  • Gewisse Grenzen sind zu wahren – peinliche und entkleidete Fotos werden ohnehin nicht ins Netz gestellt, harmlose Fotos sind OK
  • Die Kinder werden doch eh schon fotografiert und gefilmt etc. (Überwachungskameras oder für Websites von Kindergärten/Schulen/Sportvereinen oder von anderen Eltern bei Festen etc. …), verhindern kann man das ohnehin nicht, dann lieber selbst auswählen
  • Das Risiko, das „was Schlimmes“ mit den Bildern passiert, ist gering
  • Bilder helfen den Alltag von Eltern zu vergleichen (Stichwort: Eltern-Clan), deswegen sind sie hilfreich und gut

Nur um das klar zu stellen: Es geht mir nicht um das Verurteilen anderer Eltern und ihrer Entscheidungen. Ich sage nur: Persönlich mache ich es anders und wenn mich jemand danach fragt, dann würde ich meine Meinung entsprechend unterlegen.

Bis zu einem gewissen Alter können Kinder gar nicht ermessen, was es bedeutet, wenn ihre Bilder ins Netz gestellt werden, sie haben keine Möglichkeit vorherzusagen, wie sie sich in ein, zwei und mehr Jahren mit dieser Entscheidung fühlen werden.
Deswegen schließe ich mich dem an, was ich bei Philippe Wampfler gelesen habe, an

Das Ausmass der Fremdbestimmung möglichst klein und die künftige Selbstbestimmung möglichst offen zu behalten.

Egal, was die Mehrheit der anderen Eltern tun. Egal, wie harmlos das Bild ist, denn:

Es ist unklar, wie sich das Kind entwickelt. Vielleicht wird es durch einen Unfall behindert. Vielleicht ändert es seine sexuelle Orientierung. Vielleicht wird es eine öffentliche Figur. Der Punkt ist: Eltern können nicht wissen, welche Interessen ein Kind haben wird und welche Bilder es von sich publizieren will. Es gibt nichts, was hier zu einer Güterabwägung führen könnte: Das Interesse der Eltern, Bilder ihrer Kinder zu publizieren, ist sicher weniger stark als das Recht der Kinder.

Ein Argument, das ich immer wieder höre ist: In der Zwischenzeit sind Soziale Medien fester Bestandteil unseres Lebens. Die Kinder nicht daran teilhaben zu lassen ist ein Fehler, denn nur so können sie Medienkompetenz lernen.
Würde ich sofort so unterschreiben, verstehe aber gleichzeitig nicht, wie das ein Argument sein kann, Bilder der Kinder ins Netz zu stellen. Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun.

Was den Eltern-Clan angeht – ja, ich finde vergleichen (im Sinne der Frage: wie machen das eigentlich andere Familien) auch bereichernd. Mir reichen aber Worte und Fotos, die exemplarisch und unkonkret sind.

Am Ende ist es natürlich eine Entscheidung der jeweiligen Eltern. Ich weiß, ich persönlich würde es befremdlich finden, wenn ich auf eine im Netz dokumentierte Kindheit zurück blicken würde. Ich erinnere mich gut, dass es ein großes Baby-Foto von mir gab, das ich peinlich fand. Meine Eltern und Großeltern fanden das Foto besonders süß und rahmten es sich ein, um es jeweils gut sichtbar im Flur zu platzieren. Das alleine (und wie viele Leute liefen wohl durch den Flur dieser beiden Wohnungen) war mir jahrelang unangenehm.

Auch ist mir ein anderes Gefühl gerade sehr frisch. Ich war neulich auf einer BloggerInnen-Veranstaltung. Anwesend waren so vierzig Blogger und Bloggerinnen, die lustig fotografierten und zwar alles und jeden. Ich natürlich auch… als ich auf Instagram das Hashtag zur Veranstaltung anschaute, sah ich ca. zehn Fotos von mir, die ich unmöglich fand. Auf einem stopfe ich Macarons in mich, auf einem lümmle ich unvorteilhaft auf einem Sofa ab und auf einem weiteren trinke ich rotwangig ein alkoholisches Getränk. Als ich das sah, hatte ich kurz dieses Gefühl der Empörung: Wieso hat mich da eigentlich niemand gefragt, ob ich das in Ordnung finde? Und das obwohl ich eine narzisstische Bloggerpersönlichkeit bin…

Bildschirmfoto 2015-04-20 um 13.49.54Also: Für mich gilt, keine erkennbaren Fotos meiner Kinder ins Netz. Das stellt keinen Informationsgewinn dar. Im Grunde geht es bei den Kinderfotos nicht um die Kinder sondern um die Selbstdarstellung der Erwachsenen. Den Kindern dient es nicht Fotos von sich im Netz zu haben.*

Die Likes, Kommentare oder Favs sind ein positives Feedback für die postenden Eltern – den Kindern bringen sie nichts.

Natürlich finde ich meine Kinder auch süß. Und ich kenne dieses Bedürfnis ein gutes Gefühl, Freude oder Begeisterung mit anderen im Netz teilen zu wollen. Aber ich versuche zu widerstehen und helfe mir mit Katzenköpfen.

In den Büchern von Jesper Juul wird im Umgang mit Kindern oft die Frage gestellt: Würdet ihr so auch mit anderen Erwachsenen umgehen? In dem Fall: Würdet ihr ungefragt Fotos einer Freundin ins Netz stellen? Wenn nein, warum macht man das mit den eigenen Kindern?

Aber wie immer: das Leben™ ist nie nur schwarz oder weiß. Denn:

Und sehr interessant finde ich tatsächlich die Frage, die Steve in seinem Artikel stellt: Wie werden sich eigentlich Kinder fühlen, deren Eltern keine Fotos veröffentlicht haben, wenn es das gesamte Umfeld genau anders gemacht hat: „Mama/Papa, habt Ihr Euch eigentlich für mich geschämt oder warum habe ich bei all Eurem Internetleben überhaupt nicht stattgefunden?“

 

 


*Gerne höre ich die Gegenargumente.

Nachtrag – weitere Stimmen zum Thema

„Meine Entscheidung, ob meine Kinder auf Fotos ins Internet dürfen, ist vor längerer Zeit gefallen. Ja, sie dürfen“

„Kinder aber grundsätzlich “unsichtbar” werden zu lassen in genau dem Medium, von dem wir zurecht behaupten, dass es eben auch ein Lebensraum ist, halte ich für falsch. Denn je mehr Kinder zum Leben gehören, desto stärker können und werden sie sein.“

Für mich ist nur die Frage: Muss das wirklich so stattfinden, dass man die Kinder wiedererkennt?

„Fotos vom Alltag mit Kindern können viele Nachrichten transportieren, die gesellschaftlich wichtig sind: Das Leben mit Kindern macht Spaß. Kinder bedeuten Liebe. Kinder bedeuten auch Stress. Kinder können im Alltag dabei sein.“

„Das ist nicht ganz einfach, und ich habe noch keinen perfekten Plan für diese Situation. In angemessener Form online zu erscheinen ist am Ende eben auch ein wichtiger Teil der Onlinekompetenz, die sie nach meiner Vorstellung irgendwann zu erlernen haben, womöglich von mir, wahrscheinlich sogar von mir, denn die Schule leistet das vermutlich nicht. Ich bin online nicht nur Konsument, ich bin online Produzent. Und mit oder ohne Absicht, ich bin damit evtl. ein Vorbild für die Kinder.“

„Better safe than sorry – aber „safe“ heißt nicht „nix machen“, es heißt „vorsichtig machen““

Autor: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

92 Gedanken zu „Das Recht am eigenen Foto“

  1. Spannender Artikel und die Diskussion dazu fesselte mich extra.
    Als Familienblogger verrät man alleine durch die Texte schon viel Persönliches. Ich habe von Anfang an beschlossen niemanden im Netz erkennbar zu zeigen. Daß man bestimmte Situationen weder zeigt noch beschreibt versteht sich von selbst.
    Mir geht es eben genau darum, daß ich auch keine Bilder von mir sehen möchte.
    Und das Beispiel mit der Bewerbung finde ich noch immer gut: Der zukünftige Chef googlet und findet seltsame Bilder.
    Also wirklich nicht.
    Grüße
    Suse

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  2. Hallo,

    ich habe auch 2 Kinder – und bisher sind die nicht im Internet. Es geht um die informationelle Selbstbestimmung dabei für mich, das fehlende Ermessen der Kinder welche Konsequenz das hat und obwohl ich durchaus viel im Internet seit ca. 20 Jahren das Internet nutze (länger als die Zeit meines Lebens, in der ich das Internet nicht genutzt habe) – aber mir fällt es selber schwer diese Konsequenzen zu ermessen.

    Es ist ja heute absehbar, was wir heute mit den Fotos machen die wir sehen, aber nicht was wir in 10 Jahren damit machen können.

    Zudem ist der öffentliche Raum etwas in dem ich/wir uns vorwiegend anonym bewegen. Ein Bild der Weltöffentlichkeit vorzuenthalten, das tun wir täglich. Es gibt heute keine Möglichkeit auf die Strasse zu gehen und grundsätzlich nachträglich in google oder sonstwo eine Information darüber zu finden.

    Stelle ich ein Bild in das Internet, ist diese Möglichkeit gegeben. Es ist zwar ebenso ein öffentlicher Raum, aber er ist eben anders. Er ist eben digital. Er ist heute durchsuchbar und er wird vermutlich eher besser durchsuchbar sein wenn wir 10 Jahre in die Zukunft schauen als gestern. D.h. die Analogie, dass das Internet zum Leben gehört und daher das Bild der Kinder dahin gehört, wie sie eben heute in die Schule gehen und damit im öffentlichen Leben teilnehmen hinkt an der Stelle, dass diese beiden öffentlichen Räume andere Charakteristika haben, die zu einer individuellen Betrachtungsweise führen müssen wie man sich in diesen Räumen verhält.

    Dieses Gespräch mit Nachbar zu führen oder hier im Blog als Kommentar zu hinterlassen ist nicht vergleichbar – und trotzdem irgendwo ähnlich. Trotzdem würde mein Kommentar zu meinen Nachbarn inhaltlich anders ausfallen (mit ähnlicher Grundaussage) als das hier im Netz der Fall ist.

    Und damit sind wir wieder bei den Kindern. Ich lasse sie auf die Strasse, aber ich verbiete dem Kindergarten Bilder meiner Kinder ins Netz zu laden.

    Grüße
    Dennis

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  3. So, nun habe ich mich auch endlich mal durch all die Artikel und Kommentare durchgebuddelt …

    Ich habe für meine Kinder seinerzeit auch jeweils ein(en) Blog eingerichtet, um dort das erste reichliche Jahr zu dokumentieren. Für die Eltern und Großeltern und alle anderen Bekannten und Verwandten, die es interessiert. Dort sind natürlich auch Fotos zu sehen, darunter durchaus auch nackte Babys. Die Auflösung der Fotos ist jedoch nicht sehr hoch, die Blogs befinden sich auf meinem eigenen Webspace und sind nicht bei Google indexiert. Und nach Ende der Elternzeit haben wir die Blogs nicht fortgeführt.

    Auf meiner eigenen Website (seit neuestem ebenfalls nicht indexiert) zeige ich jedoch weiterhin (bis zu) einmal pro Monat jeweils ein neues Foto von jedem Kind, inzwischen können und dürfen sie natürlich auch mitentscheiden, welches Foto dort landet, im Zweifelsfall auch mal keins.

    Was ich ganz bewusst nicht tue: Fotos bei irgendwelchen anderen Seiten hochladen, weder bei Social Media noch bei Foto- oder Blogdiensten etc. Mein Taschentelefon ist Google- und Apple-frei, Whatsapp nutze ich nicht, keiner dieser Datenkraken bekommt die Fotos und/oder Infos direkt von mir aufgetischt.

    Und natürlich überlege ich mir vorher jedesmal, ob und warum ich welches Bild hochlade oder lieber nicht. Ist ja klar. Ganz verkneifen möchte ich mirs aber nicht. Also Fotos ja, aber nicht freihaus für andere, sondern nur etwas versteckt bei mir. (Hin und wieder denke ich auch darüber nach, einen Passwortschutz einzurichten, finde das dann aber zu umständlich und zu hysterisch.)

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  4. Bei uns werden Kinderphotos auf Facebook gepostet – selten aber regelmäßig, und nur für Freunde einsehbar. Seitdem der Zwerg etwas älter is (2 Jahre) gerne von hinten, mit etwas vor dem Gesicht etc, aber auch nicht immer. Allerdings immer voll bekleidet und nicht in potentiell peinlichen Situationen ( Gesicht mit eis verschmiert etc). Die meisten unserer Freunde halten es ähnlich.Ich habe lange überlegt, aber viele unsere Freunde wohnen weit weg – australien, neu seeland, Asien, Afrika, USA. ich freue mich über jedes ihrer Photos – viele der Kinder sehen wir alle 5 oder 6 Jahre mal – und umgekehrt. Theoretisch könnten wir auch e-mails schreiben mit Bildern, aber bei so 10 befreundeten Familien wird mir das zu viel.

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  5. Ich bin der Meinung, dass jeder im Internet veröffentlichen darf was er von sich(!) preisgeben möchte. Ob andere das toll und interessant finden (ich denke da an diverse Prominente die das ja zu gerne auf die Spitze treiben), ist eine andere Geschichte.
    Und da kommen wir zu dem Punkt der mich stört…was er von sich(!) preisgeben möchte. Hat denn ein Säugling ein Mitspracherecht wenn die Eltern Fotos veröffentlichen? Selbst ein (Klein)Kind, was vielleicht weiss was das Internet ist kann absolut noch nicht einschätzen was es bedeutet im Internet ein Bild von sich zu veröffentlichen.
    Daher vertrete ich den Standpunkt das Bilder von Kindern im Internet nichts zu suchen haben! Ähnlich sehe ich es allerdings auch mit schriftlichen Informationen (Geschichten usw…) von/über Kinder…ich weiss nicht ob ich es so witzig finden würde, würde ich peinliche Kindergeschichten von mir bei Facebook und co finden…

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  6. Ich finde die Einstellung keine Fotos der Kinder im Internet zu teilen richtig. Natürlich ist das eine Ansicht und es gibt kein richtig und falsch.
    Selbst finde ich es nicht gut Entscheidungen die nicht sein müssen, für das Kind im Vorfeld zu treffen, wie eben beispielsweise Fotos der Kinder zu veröffentlichen. Viele mögen es so machen, im Grunde ist es ein ähnlicher Umgang mit der Thematik wie das Thema ob ich mein Kind taufen lasse oder eben nicht.

    Dem Kind zukünftigen Entscheidungsraum und Selbstbestimmungsmöglichkeiten offen zu halten finde ich wichtiger. Geschehenes lässt sich nicht ungeschehen machen. Besonders nicht im Internet. Ich denke, wie eben fast jede Entscheidung wird auch diese von den eigenen Moralvorstellungen, Prinzipien, Weltbild und Distanzierungsfähigkeit zu anderen Menschen getroffen.

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  7. Kinderporno.
    Nu isses raus.
    Und raus bist Du damit. Aus der Diskussion. Denn dass Kinderporno ganz schlimm ist, darf nicht bestritten werden. Die unumkehrbare Abschaltung rationaler Gehirntätigkeit ist hiermit eingeleitet. Defcon 5.

    Schon lange warte ich auf diese Diskussion, um die Frage stellen zu können. Denn heutzutage (nicht erst seit dem Ex MdB E.) ist Kinderporno bekanntlich auch das schlichte Nacktfoto. Oder das nicht im mindestens nackte Posingphoto. Etc.

    Die Frage: Wo ist die Evidenz? Wo ist der wissenschaftliche Beweis, dass die Veröffentlichung solcher Bilder traumatisierender ist für ein Kind als die Bandbreite hier besprochener Videos? Wie anders will man rechtfertigen das eine von Staats wegen zu verbieten, das andere mit einem Achselzucken den Eltern zu überlassen?

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  8. Ich will selbst keine Fotos von mir im Internet haben und werde auch keine Kinderfotos zur Verfügung stellen. Den missionarischen Anspruch, zu zeigen, dass das Leben mit Kindern Spaß macht, habe ich nicht; natürlich machen Kinderfotos ein Blog bunter und ansprechender, aber ich mag von mir selbst keine Fotos machen oder sehen und will mein Kind nicht vor die vollendete Tatsache stellen, dass sein Konterfei irgendwo rumhängt, wo kaum kontrolliert werden kann, was damit passiert. No way. Höchstens mal einen Ausschnitt (Babyfüßchen oder so)
    Aber jeder soll das halten, wie er mag – ein mommy blogger, die von den Einnahmen ihres Blogs lebt, wird natürlich ihr Familienleben viel mehr dort inszenieren als der/die 08/15-Internetuser/in.

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  9. Danke für diesen Beitrag!
    Ich persönlich halte es so: Von mir gibt es wenig Bilder im Netz, wenn Leute Bilder von mir ins Netz posten dann bestehe ich darauf dass mein Name damit nicht in Verbindung gebracht wird. Man darf mich einen Verweigerer nennen, aber Facebook ist mir in höchstem Maße suspekt, insbesondere weil ich selbst in der IT-Branche arbeite, und weiss was alles geht und auch gemacht wird.
    Langsam weiche ich diese Regel ein wenig auf. Mein Pseudonym und mein Bild kann man inzwischen durch geschicktes suchen in Foren verknüpfen. Das macht mir nichts, denn ich beachte bei allem was ich poste (Bild wie Text) die „BILD-Regel“:
    Wenn mir etwas auf der Titelseite der BILD-Zeitung nicht peinlich wäre, dann kann ich es auch im Netz posten.

    Bei meinem Kind sehe ich das anders. Ich poste nichts ins Internet. Keinen Namen, kein Bild das auf Kindergarten oder Schule schließen lässt, und ich bestehe darauf dass es kein anderer macht. (fun fact: Das hier ist der erste Beitrag im Netz in dem ich überhaupt erwähne dass ich vor kurzem Vater geworden bin.)
    Schlimm genug dass der eine oder andere in Familie und Bekanntenkreis sicher ein Bild meines Kindes per WhatsApp verschickt hat. Denn auch das landet bei Facebook und Co.
    Wenn irgendwer ein Bild meines Kindes auf seinem Telefon hat, und den Inhalt mit Hilfe der Google Cloud sichert, dann hat Google das Bild.
    Das ärgert mich sehr, weil ich als Elternteil keinerlei Kontrolle mehr habe. Was ich aber wenigstens tun kann: Das Ausmaß gering halten. Und dazu gehört dass ich selbst nichts derartiges poste.

    Und ja, es tut mir schon ein wenig weh. Denn ich finde mein Kind sehr süß. Ich verspüre das Verlangen, damit anzugeben (ich weiss, lächerlich, ist aber eben so). Ich habe selbst lustige Lätzchen und Kleidungsstücke designed, die ich nur ohne Kind posten kann. Das ist sehr schade. Aber hier wiegt ein – mutmaßliches – Interesse des Kindes schwerer als meines.

    Und nein, damit geht kein bisschen Medienkompetenz verloren.

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  10. Ich poste Fotos der Kinder – unretouschiert. Das mal vorneweg…
    Ich frage mich bei jedem dieser Posts, ob das ok ist. Sicher bin ich mir nicht. Mir sind die Risiken und die ethischen Probleme durchaus bewusst.
    Das Plädoyer für den Verzicht auf Fotos der Kinder wirft bei mir aber auch die Frage auf, ob wir dann überhaupt in Blogs, auf Facebook, Twitter oder sonst irgendwo über unsere Kinder schreiben dürften? Denn auch wenn unsere Kinder nicht mit Namen und/oder Foto auftauchen, so bleiben sie nicht anonym, denn wir als Eltern tauchen auf, mit Bild und Namen. Und selbst wenn kein/e andere/r nachvollziehen können sollte, wer die Gören sind, über die wir schreiben, werden die Kinder sich selbst wiedererkennen und dann sicher von den mal mehr oder weniger schmeichelhaften, meistens witzigen, unterhaltsamen etc. Posts nicht immer entzückt sein…

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    1. Naja, sagen wir’s mal so: Meine Mutter führt Tagebuch und betont immer, dass ich das dann mal lesen kann, wenn sie nicht mehr ist. Ich bin mir aber recht sicher, dass ich das gar nicht möchte.

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  11. Danke!

    ich habe keine Kinder, aber von mir gibt es keine Fotos im Netz, seitdem ich selbst mit damals 19 erfahren habe, wie jemand, der mich nicht leiden konnte, bei meinen Fotos auf Rechtsknick – speichern unter gedrückt hat und dieses Foto weiter verbreitete mit unschönen Aussagen versehen.

    Allein deshalb würde ich NIE NIE NIE Fotos meiner Kinder ins Netz stellen und finde generell alle Menschen respektlos und unverantwortlich, die Fotos von anderen ins Netz stellen. Das geht so weit, dass ich (als Lehrerin!) darauf achte, nicht erkennbar abgeschossen zu werden auf Schulfesten. Doch das ist natürlich nicht so einfach.

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  12. Ich verstehe die Haltung sehr gut und denke, dass ich es wahrscheinlich genauso sehen würde, wenn ich ein „normales“ Kind hätte. Eine Frage würde mich besonders beschäftigen: Wenn mein Sohn erwachsen wird/ist, möchte er dann, dass diese Bilder seiner Kindheit im Netz zu sehen sind? Und ich kenne auch diese Situation von gerahmten Bildern im Elternhaus, die einem peinlich sind.

    Mit einem schwerstmehrfach behinderten Kind ist es für mich anders und dennoch ebenfalls schwer zu entscheiden. Ich habe mit diesem Thema immer wieder gerungen. Vor zehn Jahren hatte ich ganz am Anfang des Bloggens relativ oft Bilder meines Sohnes gezeigt. Dann habe ich es eine ganze Zeit nicht mehr gemacht. Nun habe ich vor kurzem ein Mutterinterview gegeben und doch auch wieder Fotos gezeigt – einfach weil ich dachte, dass sie die Entwicklung ganz gut visualisieren.

    Ich würde also sagen, es ändert sich immer wieder und unsere Lage ist schon anders als die bei „normalen“ Kindern. Mein Sohn wird sein Leben lang schwerstmehrfach behindert ein. Selbst wenn er anfangen würde zu sprechen und viele Dinge zu verstehen, die er momentan nicht versteht, dann wäre das ein Wunder (und „Bilder im Internet“ wären dann ein unwichtiges Problem).

    Mir geht es vor allem um Verständigung. Menschen, die nichts mit dem Thema Behinderung zu tun haben, kennen vieles nicht, haben (auch verständlicherweise) Berührungsängste etc. Ich sehe in der Kommunikation online schon auch die Möglichkeit, Grenzen zu überwinden und auf lange Sicht hoffentlich Teilhabe zu fördern. Bilder können dabei schon auch eine Rolle spielen.

    Dennoch ist es nicht zu leugnen, dass ich die Erlaubnis meines Sohnes dafür nicht einholen kann und ich diese Entscheidung (wie so viele andere) für ihn mit treffe. Die Verantwortung ist mir bewusst. Die Antwort fiel bisher unterschiedlich aus.

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    1. Ich freue mich sehr über deinen Kommentar. Denn du hast natürlich Recht was das Thema Verständigung angeht und auch dass der Prozess fließend ist und es im Grunde jedes Mal eine Einzelfallentscheidung ist. Das habe ich versucht mit meinen unten im Artikel angehängten Tweets auch zu sagen: Meine Haltung ist weder dogmatisch noch hab ich sie immer durchgehalten noch gehe ich davon aus, dass es keine Änderungen geben wird.

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    2. Ich finde deinen Kommentar sehr gut – Du machst dir Gedanken und stellst nicht – ganz anders, als solche Mütter, die ich in einem Artikel beschrieb – unreflektiert Hunderte von Fotos auf eine öffentliche Facebookseie, die ein behinertes oder krankes Kind zur Schau stellen. Daumen hoch! :)

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  13. Und als Ergänzung: was die Sichtbarkeit von Kindern im Netz als quasi Spiegel unserer Gesellschaft angeht: Wenn der Kindergarten, die Schule, Vereine etc. um eine Fotoerlaubnis bitten, bekommen sie sie von uns immer sofern nicht gleichzeitig der Name erscheint und es sich um Bilder handelt, auf denen mehrere Kinder zu sehen sind.

    Ich finde auch wichtig, dass Kinder „sichtbarer“ Teil unserer Gesellschaft sind.

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  14. Tja….mal böse gefragt: Wie ist es mit Kindern die in den Medien auftreten, sei es Kinderdarsteller im Kinofilm, Werbung usw. da können Kinder bis zu einem bestimmten Alter auch nicht ermessen was es bedeutet so im Rampenlicht zu stehen….und Fälle wo Kinder auf der Strecke blieben gibt es einige…z.B. Drew Barrymore oder Silvia Seidel.

    Mal etwas provokanteres: https://www.youtube.com/watch?v=JdkLvzgfVNQ
    http://www.wyattneumann.com/sorrynotsorry
    http://www.wyattneumann.com/ifsfyc

    Ferner….zu dem was Philippe Wampfler da geschrieben hat….

    a) Die Unklarheit der Entwicklung gilt für viele andere Belange auch…
    b) Eltern treffen viel weitreichendere Entscheidungen die das Leben des Kindes egal ob positiv oder negativ beeinflussen, da ist das „Recht am eigenen Bild“ ein sehr kleines….
    c) Es findet ein Umbruch statt….zum einen dürfte es über kurz oder lang von jedem (Kinder)Bilder im Netz geben d.h. es ist nichts mehr besonderes (gilt zu nehmend auch für soziale Medien) und zum anderen sag ich nur „Sexting“, wo die vermeintlichen Opfer eher die Täter sind….
    d) Zudem gibt es auch den Fakt, dass die Person auf den Kinderbilder nicht mehr erkennbar ist, weil die Person erwachsen geworden ist….

    bombjack

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    1. Was Kinder in der Werbung und/oder im Film angeht: Auch da würde ich meine Kinder nicht (oder sehr ungern, sofern es ein Wunsch von ihnen ist) „zur Verfügung“ stellen.

      Das Argument, dass man auch andere Entscheidungen ggf. falsch treffen kann, ist für mich überhaupt gar kein Argument für das Posten von erkennbaren Kinderbildern und d) das gilt für Bilder, denen kein Name zuordenbar ist. Wenn ich hier Bilder posten würde, dann wären die zuordenbar. Eine völlig andere Sache also.

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      1. Zu d): Aber auch nur für einen sehr begrenzten Personenkreis, die Dich und Deine Kinder kennen. Sprich die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Kinder über die Webseite und den Namen für jemanden Fremden der Dich nebst Familie nicht kennt nur wegen dieser Seite im RL angesprochen werden bzw. erkannt werden dürfte sehr gering sein und selbst wenn…was macht es oder wo wäre das Problem?

        Zum Entscheidungsargument: Für ist es schon eines, weil in der Abwägung über „Was Eltern im Namen ihrer Kinder dürfen“ eben das „Recht aufs eigene Bild“ meiner Meinung nach so ziemlich am unteren Ende rangiert. Allerdings und das halte ich Dir zu Gute stellst Du ja sehr klar dass Du Eltern die es anders handhaben nicht verurteilst und damit unterscheidest Du Dich von einigen anderen Damen und Herren, die Gesetze und Strafen fordern….und die gehen mir gehörig auf den Senkel.

        bombjack

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  15. Das ist aber richtig gemein, wo die Kleinen doch so niedlich und so niedlich sind. Erwähnte ich niedlich schon? Süß? Knuffig? Man kann das Thema sehr differenziert sehen. Kind 1 erwähnte mal, dass es keine Fotos von sich im Internet sehen möchte, da es ja eine Frisur tragen könnte, die mittlerweile nicht mehr gefällt. So einfach kann das auch sein ;) Hatte hier mal davon berichtet, wie wir mit dem Thema umgehen:
    http://papaganda.org/2014/05/02/kinderrecht-kind-1-moechte-keine-fotos-von-sich-im-internet/

    Ansonsten halte ich nicht viel von schwarz/weiß Denken, kenne aber wenige Menschen mit denen man wirklich ruhig darüber diskutieren kann. Das ist so ein Thema, das schnell zu Eskalationen führt. Und: Wer behauptet noch nie den Upload eines Kinderfotos abgebrochen zu haben, der lügt ;)

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  16. Hallo und danke für den Bericht, der auch meine Meinung widerspiegelt. Als ich begann mich mit Mütterblogs auseinander zu setzen, war mir schnell klar, dass ich das auch möchte, bloggen, schreiben, fotografieren, Menschen an unserem Leben teilhaben lassen. Und da stand für mich sofort fest, dass es vom Bärchen keine Bilder geben wird (außer mal eine Hand, weil sie versucht mir das zu fotografierende Objekt zu klauen). Ich selbst habe kaum Bilder von mir im Netz, wer mich sehen möchte kann mich ja auch persönlich treffen. :-) Gleichzeitig sehe ich mir auf anderen Blogs aber auch mal Bilder mit Kindern an, finde diese klasse und like sie. Weil die Kinder was Süßes anhaben oder was Niedliches machen. Und es gibt Bilder vom Bärchen, die so toll und großartig sind, dass ich auch kurz überlege, ob das nicht auch etwas für meinen Blog wäre. Aber nein, diese Entscheidung für sie zu treffen fühle ich mich nicht berechtigt. Deine Idee mit den Katzenköpfen finde ich aber klasse! Das wäre etwas für später, bei uns natürlich mit Bärenköpfen! LG

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  17. Ich hatte ein gut besuchtes „Nähmuttiblog“. Jahrelang habe ich nur meine Werke gezeigt. Irgendwann, mit steigender Followerzahl, wechselte ich meine Arbeitsweise und zeigte die Sachen an meinem Kind. Warum kann ich bis heute nicht beantworten. Die Followerzahlen und Klickzahlen stiegen. Ich bekam immer sehr nette Kommentare zu meinen tollen Fotos. Und auch ab und an zu meinem Kind. Was ich hier und da schon befremdlich fand. Ich machte trotzdem weiter.

    Letztes Jahr hatte ich dann ein augenöffnendes Erlebnis. In einem Elternforum wurde bekannt, dass in einem sehr speziellen Forum Bilder der Kinder einer sehr bekannten „Nähbloggermutti“ auftauchten! Sie wurde informiert. Sie hat erwirkt, dass die Bilder dort gelöscht werden mussten. Leider hat sie bis heute ihre Medienpräsenz nicht genutzt, um das Thema Kinderbilder auf Pädophilenseiten zu thematisieren. Eine Frau in diesem Thread berichtete aus eigener Erfahrung, dass gerade Kinderbilder mit personenbezogenen Daten im Hintergrund, also die mit einer echten Geschichte – oft zu finden in Elternblogs oder Blogs der Nähszene – für viele Pädophile ein „gefundenes Fressen“ sind. Gerade die fehlende Anonymität macht diese Fotos erst für sie interessant. Sie können quasi an einem „echten“ Leben der Kinder teilhaben.

    Für mich war sofort klar: Alle Fotos meines Kindes zu löschen!

    Ich bereue es zutiefst, diese Grenze überschritten zu haben. Für was? Am Ende nur für meine Eitelkeit.

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    1. „Für was? Am Ende nur für meine Eitelkeit.“
      Und damit hast du auf den Punkt gebracht, worum es geht, wenn Eltern Fotos ihrer Kinder ins Netz stellen. Da werden die Kinder nicht als zu respektierende Menschen betrachtet, nein, da wird das Eigentum präsentiert um sich selbst damit zu schmücken.

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  18. Was wir als Eltern nicht vergessen sollten, ist, dass es von uns selbst in der Regel auch keine Kinderbilder im Netz gibt. Es sei denn, wir haben sie als Erwachsene bewusst reingestellt. Ich hätte es ehrlich gesagt nicht in Ordnung gefunden, wenn meine Eltern Fotos von mir veröffentlicht hätten. (OK, in den 80ern gab es auch kaum Möglichkeiten dazu.)

    Überhaupt ist es doch so schon manchmal nervig genug, wenn man bei einem Besuch daheim ungefragt die ganzen alten Kindheitsgeschichten wieder aufgetischt bekommt. Wenn alte Nachbarn, Verwandte oder Bekannte sagen: „Ich kann mich noch erinnern, als DU so klein warst, da hast du immer…“ Für unsere Kinder wird das später mal sicherlich spannend sein zu erfahren, was Mama und Papa so alles ausgefressen haben, als sie klein waren. Ansonsten aber geht das keinen was an, außer denen, die damals dabei waren und denen, denen ich im Nachhinein davon erzähle.

    Ich habe es sehr genossen, als ich zum Studium von daheim auszog. Nicht weil ich mich mit meinen Eltern nicht verstanden oder ein schreckliche Kindheit gehabt hätte, sondern weil ich an einem fremden Ort einen gänzlich neuen Lebensabschnitt beginnen, mich quasi neu erfinden/ausprobieren konnte.Wo es kein „früher, da hast du doch“ gab, sondern ich nach dem beurteilt wurde, was ich im Hier und Jetzt tat.

    Es ist ein schönes Gefühl ein unbeschriebenes Blatt zu sein und irgendwo anders ganz neu anfangen zu können. Unserer Tochter möchte ich diese Möglichkeit nicht verbauen. Deswegen muss, wer Babyfotos gucken will (und davon gibt es allein nach einem dreiviertel Jahr schon hunderte), bei uns daheim vorbeischauen. Ist doch auf gemütlicher so.

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  19. Bin vollkommen deiner Meinung. Prinzipiell habe ich aber den Eindruck, dass Kinder in der heutigen Gesellschaft mehr und mehr zum Statusymbol und somit zum Eigentum ihrer Eltern degradiert werden. Sei es Papsts „nicht herabwürdigende Schläge“ oder halt die beschriebene Einstellung zu Fotos in öffentlichen Netzwerken.

    Meine Eltern waren damals schon relativ modern, daher gibt es einige Videotapes von mir (unter anderem in einer üblen Trotzminute) und etliche Fotoalben. Beides wird immer wieder gerne hervorgekramt, wenn es gerade passt. Nicht nur bei Verwandten, sondern auch bei meinem Partner, Schwiegereltern in spe und Nachbarn. Und ich finde das jedes Mal unsagbar peinlich.
    Wenn ich mir vorstelle, dass das auch noch in’s Netz gekübelt worden wäre. Ich würde mich niemals trauen auch nur ansatzweise als öffentliche Person aufzutreten. Das würde zu einer enormen Einschränkung auf meinen Lebenswegen führen.

    Hinzu kommt, dass ich zu Schulzeiten ein gewisses Mobbing-Problem hatte. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie schlimm das geworden wäre, hätten diese Menschen Zugriff auf solche intimen Momente meines jungen Lebens gehabt.

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    1. Und…das entscheidet Mark Zuckerberg. Klar.
      Der hat sie ja nicht alle. Gerade heute ist Privatsphäre ein immer wichtigeres, weil immer knapperes Gut! Zuckerberg ist ja nicht Mutter Teresa, der hat handfeste wirtschaftliche Interessen daran, dass Privatsphäre zur nicht mehr zeitgemäßen Norm wird…

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  20. Interessanter Artikel :) Ich finde das Thema ist generell nicht einfach zu beantworten, habe es aber für mich so entschieden, dass ich mein Kind nur gesichtslos zeige. Trotzdem wurde ich schon mehrfach geshitstormt – wegen Fotos der Wohnung, oder Texten über das Kind. Am Besten bloggt man gar nicht sondern schreibt nur Tagebuch :P Irgendwer verurteilt einen immer… also das Thema geht eigentlich weit über Fotos hinaus…

    LG Frida

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  21. Danke, danke und nochmals danke für diesen tollen Post!

    Ich selbst war zu nachlässig, mich auf Fotos markieren zu lassen (FB), leider. Bzw. vertrete ich die Meinung: Lade kein Bild hoch, welches nicht dich persönlich zeigt. Wenn es doch vorkommen sollte, frage, ob du das Bild hochladen darfst. Ich klaue mir ja auch keine Bilder von anderen Blogs ohne vorher zu fragen – wieso sollte das beim hochladen derselbigen anders sein :) Ich weiß, das sehen viele nicht so – dieses typische „Aber das machen die anderen auch!“ und was wurden wir früher von den Eltern gefragt? „Wenn die anderen von der Brücke springen, springst du dann hinterher?“. Bzw. hält sich auch hartnäckig „Wer Fotos im Internet hochlädt und diese geklaut werden, ist selbst Schuld.“ Na die Eltern will ich sehen, die ihre Kinder bzw. Bilder von diesen auf fremden Seiten wieder finden ;) Oder aber „Die Bilder sehen nur meine Freunde, die teilen sie nicht.“ Wie wollen die Eltern das denn verhindern? :D

    Ach man, ich lasse mich wieder viel zu sehr aus :)

    Liebe Grüße

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  22. ja, ich bin der erziehungsberechtigte meiner kinder. ja, ich treffe ständig entscheidungen für sie, für die sie mich jetzt oder später hassen (werden). aber deswegen lasse ich ihnen auch keinen hoppelhasen auf die fußsohle tätowieren. das bleibt auch für immer, ist ihnen später peinlich und nur sehr schwer revidierbar. aber leichter als fotos im internet wieder zu entfernen.

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  23. Wo ist der Persönlichkeitsschutz? Hat nicht jeder Mensch ein Anrecht auf eigene Entscheidung? Warum können Eltern oder Grosseltern nicht warten bis Kinder eine eigene Meinung fällen können? Geltungssucht? Ach was weiss ich, wahrscheinlich sind das die gleichen Eltern die sich bei Facebook bei ihren Kindern als Freunde anmelden.
    Mich macht das traurig.

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  24. Ich teile deine Meinung und veröffentliche auch nur Fotos im Internet, auf denen die Gesichter der Kinder nicht zu erkennen sind….

    Allerdings frage ich mich gerade, ob es beim Bloggen nicht manchmal genau so ist:

    Dabei geht es ja, wenn man ehrlich ist, auch eher um die Selbstdarstellung der Erwachsenen (mich eingeschlossen!). Du schreibst du würdest es befremdlich finden auf eine im Netz dokumentierte Kindheit zurück zu blicken… bezieht sich das nur auf Bilder? Wäre es also z.B. o.k. wenn deine Mutter deine Kindheit verbloggt hätte?

    Das soll keine Kritik sein (ich finde deinen Blog toll!) mich interessiert nur deine Meinung zu diesem Thema, weil ich selbst immer wieder abwäge, in wie fern ich in meinem Blog von persönlichen Dingen berichten kann/darf, die nicht nur mich sondern auch die Kinder betreffen. Besonders zum Thema Schule hätte ich da nämlich einiges zu berichten, verzichte aber zur Zeit darauf, weil ich mir unsicher bin, ob es für meine Kinder rückblickend o.k. ist.

    Andererseits finde ich den Austausch wichtig (man muss ja nicht jeden Fehler selber machen und auch nicht das Rad neu erfinden) – und am interessantesten sind natürlich die persönlichen/authentischen Blogs….

    Vermutlich ist die Einstellung „nichts über die Kinder ins Netz stellen, was man nicht ungefragt auch über andere Erwachsene ins Netz stellen würde“ ein guter Ansatz- mit dem Unterschied, dass man die Kinder nicht fragen kann, weil sie die Konsequenzen ihrer Entscheidung noch nicht abschätzen können.

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    1. Du hast natürlich Recht, dass es beim Bloggen auch um Privatsphäre geht. Ich schreibe deswegen über bestimmte Dinge gar nicht und aus anderen spinne ich Geschichten, die nicht eins zu eins stattgefunden haben sondern exemplarisch für etwas sind.
      Das Gute ist: Kind 1.0 ist jetzt in dem Alter, in dem es mir Feedback geben kann zu dem was ich geschrieben habe und es fühlt sich wohl damit. Ich hoffe, das wird sich ähnlich für die anderen beiden ergeben.

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      1. Ich finde es schön, wenn das jemand schreibt. Wenn man sich nicht kennt, ist es manchmal schwierig zu verstehen um was es geht und mir macht es so eine Bemerkung leicht entspannt zu bleiben.

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  25. Ich bin da relativ entspannt, da meine Jungs sozusagen Personen des öffentlichen Lebens sind. Wer mit Namen und Ort in mehreren Dokumentationen zu sehen war, mehrmals pro Jahr in der Presse auftaucht (örtliche Presse und Fachzeitschriften) ist quasi sowieso „bekannt“. Bevor ich Bilder auf Instagram teile, frage ich sie allerdings. Das kommt so alle zwei bis vier Wochen vor. Wenn nein, dann nein.
    Auf Facebook eher nicht, nur wenn sie mal wieder Verdienste errungen haben.
    Wie so vieles im Leben: Das eine Extrem ist nicht gut und das andere auch nicht.
    Viele liebe Grüße, Dörthe

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  26. Absolut d’accord!
    Von meinem Kind gibt es auch keine Fotos mit Gesicht im Netz. Ich tue mich ja schon mit Fotos von mir total schwer. Die Frage mit den Freundinnen finde ich sehr interessant dabei. Wobei ich mir dabei eher die Frage stellen würde, möchte ich, dass so ein Bild, was ich jetzt gerade von meiner Freundin veröffentliche, von mir selbst online sehen. (Mal abgesehen davon, dass ich, wenn überhaupt, Gruppenfotos mit mir und meinen Freundinnen veröffentliche.)
    Bei uns läuft es schon jetzt so, dass wenn ich ein Bild vom Kind mache, dass ich es ihm danach zeigen muss und er mir jedesmal einschärft, dass ich das nicht ins Internet schicken darf. Ich finde es eigentlich ganz gut, dass er so denkt.
    Und ich frage mich auch, bis zu welchem Alter Eltern ihre Kinder veröffentlichen. Denn spätestens ab 14 wird es schwierig…

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  27. Ich glaube, die Antwort ist wie so oft: das kommt darauf an. Wie ist das Kind generell drauf? Ist es offen, verschlossen? Wie groß ist die Medienkompetenz der Eltern? Können sie einschätzen, welches Bild ok geht und welches auf keinen Fall? Wie ist die Konstellation? Wie wird FB genutzt (zB ist die Verwandtschaft dort unter sich oder ist da ein Gemischtwarenladen aus Geschäftstkontakten, SchulfreundInnen oder Clique unterwegs?)? Sprich: Ein paar generelle No-Gos gibt es zwar schon – keine nackten Babies, nichts was den Kindern (zu) peinlich ist usw. – aber am Ende ist da doch noch eine breite Strecke zwischen „gar nichts“ und der roten Linie „zu viel“.

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  28. Sehe ich ganz genau so wie Du. Solange die Kinder nicht selbst entscheiden können, liegt die Verantwortung bei mir und ich habe für mich persönlich das Gefühl, dass ich dieser Verantwortung nur gerecht werden kann, wenn ich nichts tue, was ich nicht mehr rückgängig machen kann. Allerdings halte ich es für ausreichend, ihre Gesichter nicht zu zeigen (die selbstverständlich unfassbar schön sind) :-)
    Liebe Grüße

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  29. Ich finde das Teilen von erkennbaren Kinderfotos einen absoluten Tabubruch.

    Es reicht, dass sich praktisch jeder Erwachsene mit seinem Smartphone eine elektronische Fußfessel anlegt und damit jederzeit verfolgbar ist – das ist aber eine eigenständige Entscheidung, auch wenn sich die meisten Benutzer wohl nicht im Klaren darüber sein dürften, welche Auswertungsmöglichkeiten sich für die so gewonnenen Daten ergeben und welche Daten dabei überhaupt anfallen.

    In Zukunft geht es ja noch viel weiter – die ersten Barbies mit eingebauten Mikrofonen, die gesprochene Inhalte aus dem Kinderzimmer per Knopf an Mattel weiterleiten sind grade in den USA auf den Markt gekommen. Perfekte Datenerfassung bereits im Kinderzimmer …

    Viele Grüße,

    der Ponder

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  30. Mir geht es wie Dir: Mir ist es schon unangenehm, wenn ungefragt Fotos von mir im Netz auftauchen. Also kommt es für mich auch nicht in Frage, erkennbare Bilder der Kinder zu posten. (Genauso wenig wie von anderen Menschen deren Einverständnis ich nicht explizit habe)
    Die Kinder haben keinen erkennbaren Nutzen daraus – im Gegenteil – ich verletze damit ihre Privatsphäre.

    Danke für den Text!

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  31. ich seh das genauso und fotografiere eigentlich in 99,9% der Fälle die Kinder so, dass sie nicht erkennbar sind. Ein paar kleine Ausnahmen gibt’s. Die muss man aber mit der Lupe suchen.

    Wie war noch mal der Hashtag, wo man dich Alkohol trinken sieht?

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  32. ******************KOMMENTAROMAT**********************
    Genau!
    *****************/KOMMENTAROMAT**********************

    Jepp. Deshalb begleite ich auch meine Tochter im Internet und führe mit ihr immer wieder Gespräche über Bilder, Bildrechte, Persönlichkeitsschutz. Früher bin ich da leichtsinniger gewesen. Aber es gab auch nie Namen in Verbindung mit Bildern.

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  33. Einen ganz ähnlichen Artikel hab ich auch noch auf Halde. Tihihi.
    Meine Große ist nun 10 und ich hab – grad in meiner Anfangsinternetzeit – von ihr Bilder im Netz geteilt. Sogar mit Namen! (POAH!) Damals zunächst durch das digitale Scrapbooking in amerik. Galerien, später hab ich für sie sogar eine eigene Website betrieben, damit die Verwandten auf dem Laufenden blieben. Und auch auf meinem Blog gab es unzensierte Bilder von ihr. Nach und nach hab ich das alles aber eingestellt, Fotos nur noch privat oder unkenntlich geteilt und… fahre gut damit! Die Tochter ist nun 10 und wir unterhielten uns öfter über das Für und Wider des großen WWW. Sie hat mittlerweile auch ein Wörtchen mitzureden. Deshalb gibt es hier klar Fotos „mit Gesicht“, welche entweder gar nicht, oder nur privat geteilt werden und eben die zensierten Bilder.
    Gerne guckt sie sich meine geteilten Fotos an und guckt, wie viele Herzchen dies oder jenes bekam, freut sich darüber. Aber im Großen und Ganzen sind wir uns hier auch einig: Keine Fotos im großen WWW, nur geschützt und im kleinen Rahmen.

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  34. Ich vermisse bei der Diskussion um die Kinderbilder ganz oft, dass man eigentlich bei jedem Onlinedienst vorsichtig mit (Kinder-)Fotos sein sollte. Man weiß ja heute nicht, ob der Dienst, bei dem man vermeintlich privat und auch im geschlossenen Kreis Fotos hochgeladen hat, in der Zukunft nicht verkauft wird. Dann ändern sich vielleicht die kompletten AGBs und vielleicht auch die Ausrichtung des Dienstes.

    Und da sind wir an einem Punkt, den ich in dieser Diskussion um Bilder meist einbringe. Die Bilderkennungs- und Analysesoftware wird immer besser. Sie wird in der Zukunft immer komplexere Algorithmen ausführen können und damit werden Fotos auswertbar – für jeden, der die Bilder hat. Und dann kann es eben sein, dass ein Foto aus der Kindheit plötzlich ein heikler Datensatz ist, wie ein Geburstdatum. Denn in der Kombination von verschiedenen Daten, lassen sich mithilfe von statistischen Analysen zahlreiche Rückschlüsse ziehen. Ich denke da an das Thema Scoring durch Versicherungen und Banken.

    In vielen Diskussionen hören die Leute dann zu und verstehen, warum es gut ist, über die Veröffentlichung von Fotos – auch in geschützten digitalen Systemen – nachzudenken.

    Ich selbst nutze sehr stark Instagram und habe natürlich auch bei Threema schon ein paar wenige Fotos meiner Kids mit der Familie geteilt. Gut ist es jedoch nicht. In Bezug auf die Kinderfotos habe ich das Teilen wirklich eingestellt. Aus den Gründen, die du oben angeführt hast und dem Wissen um Bildsoftware heute.

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  35. Das Bedürfnis des Teilens ist schon da. Aber ich teile tatsächlich von Anfang an nur Bilder der Kinder in geschlossenen Netzwerken (und nicht Facebook), wo ich selbst die Kontrolle habe, wer die Bilder sieht. Allerdings weicht sich das beim älteren Kind gerade langsam auf. Es filmt und fotografiert es selbst mit seinem Telefon und macht erste Schritte in die „Öffentlichkeit“. Und da begleite ich es dabei. Das heißt auch, dass manchmal ein Bild mit Gesicht im Netz auftaucht. Aber das weiß es dann und widerspricht auch, wenn es das nicht möchte. Bei kleinen Kindern (ich ziehe mal eine willkürliche Grenze für Grundschulalter und darunter) bin ich voll auf Deiner Linie.

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    1. Klar, das löst sich mit dem zunehmenden Alter der Kinder auf.
      Wird schwer die Kinder bis 18 aus dem Netz zu halten und wäre auch nicht zielführend. Irgendwann sind sie für die Bilderfrage natürlich mündig genug.

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      1. “ Irgendwann sind sie für die Bilderfrage natürlich mündig genug.“
        Und da stellt sich für mich als die Frage: Wann?
        Und in welchem Ausmass? Welche Bilder darf ein Kind in welchem Alter posten?
        Und dies ist einer der Momente, in denen ich froh bin kein Vater zu sein… ;-)

        Interessant übrigens, dass hier oft nur Facebook als „böse“ gesehen wird. Sollte uns doch spätestens seit Snowden klar sein, dass ausnahmslos alle Netzwerke und geteilten Daten unsicher sind und diese Daten für alle Kostenlos-Dienste eine potentielle „Währung“ darstellen. Sprich: Vieles im Internet ist zwar kostenlos, kaum aber etwas umsonst.

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  36. An der Stelle bin ich mal wieder froh, die Entscheidung nicht treffen zu müssen.
    Wie man es macht, kann es falsch sein.
    Wobei ich eher auch dazu neigen würde bildliche Darstellungen aus dem Netz zu halten, solange die Kinder das nicht selbst mündig entscheiden können – was sicherlich auch sehr individuell betrachtet werden muss, Altersgrenzen halte ich für Unfug.
    Grundsätzlich sollte man sich beim posten von Bildern egal welcher Personen – die natürlich grundsätzlich zugestimmt haben – die Frage stellen „Wäre es mir recht, wenn man mich so auf einem Foto zeigen würde?“.

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  37. Meine Antwort auf Deine abschließende Frage wäre wahrscheinlich:

    „Lieber Sohn, wir wollten, dass Du das selber entscheiden kannst, wenn Du dazu genügend alt & medienkompetent bist. Da Du das nun bist, hast Du nun hier alle Deine Kinderfotos *externe Festplatte vor die Nase halt*. Entscheide nun selber, ob Du alles ins Internet kippst oder nicht.“

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  38. Schöner Artikel.
    Ich selbst bin (war) eher der Meinung, dass es Sache der Eltern ist, was sie zeigen und was nicht. Aber eigentlich hast Du Recht: Außer dem (gut gemeinten) Narzissmus der Eltern erfüllt ein öffentlich geteiltes Kinderfoto kaum einen Zweck. Und dann ist das kindliche Selbstbestimmungsrecht höher anzusehen, wie Du auch schreibst. Bei anderen Themen (besonders Religion) ist meine Meinung viel eindeutiger: Solange das Kind nicht begreift, was es mit den Riten auf sich hat, sollte es nicht zu stark eingebunden werden, und auf jeden Fall nicht verstümmelt beschnitten werden. Wenn es das dann später möchte, nur zu, aber nicht nur auf Wunsch der Eltern.
    Ich weiß nicht, warum eine klare Meinung mir so viel schwerer fällt, wenn es um Fotos geht. Vielleicht weil mir die ganze „Nein, mach kein Foto von mir“ Panik ein bisschen auf den Saque geht und ich nicht wirklich sehe, wo der Schaden ist. Natürlich sind unvorteilhafte Fotos nur nach Absprache zu teilen, aber die ganze Hysterie um (Street)Fotografie von Fremden geht mir auf die Nerven, besonders wenn die ungleich schlimmere staatliche Überwachung auf allen Kanälen von den meisten klaglos hingenommen wird. Das Recht am eigenen Bild überzeugt mich nicht so recht, aber das führt zu weit weg vom eigentlichen Thema.
    Ich bin hin und her gerissen bei der Thematik. Um sicher zu gehen, würde ich wohl meine Kinder (die ich noch nicht habe) zuerst aus dem Internet raushalten und mal abwarten, was so geschieht. Ein wirklicher Schaden ist es nicht, online nicht abgebildet zu sein.

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  39. Keine Kinderfotos- ich würde überhaupt niemals Fotos von anderen Menschen als mir selbst ohne Zustimmung erkennbar öffentlich machen. Da Kinder nicht wirksam zustimmen können, weil ihnen, zumindest bis sie 14, 15 sind, der Weitblick fehlt, scheiden ihre Fotos mit erkennbaren Gesichtern drauf einfach aus. Die Katzenköpfe find ich gut ;-)

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  40. Was ich bei Facebook und Co. vermisse ist eine „automatisch löschen nach X Tagen“ Funktion. Nach 2-3 Monaten haben alle die mich persönlich kennen das Kinderfoto gesehen, danach kann es online gelöscht werden. Privates „depublizieren“ quasi, ich muss auch nicht meine Tweets von vor 5 Jahren noch mal lesen.

    Abgesehen davon: Bin ich eigentlich der einzige der glaubt, dass Facebook, Twitter und Co. in 10-15 Jahren überhaupt keine Rolle mehr spielen werden, so wie MySpace oder StudiVZ (kennt das überhaupt noch jemand?) heute? Die Vorstellung, dass Facebook in zwanzig Jahren noch genauso funktionieren wird wie heute und ich dort eine ewig zurückreichende Daten-Historie vorfinden kann, erscheint mir völlig surreal.

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    1. Die Daten sind aber da. Und im Zweifel werden die von Facebook an jeden, der sie haben mag verkauft oder auch nicht – und der Einfluss des Nutzers auf diese (wirtschaftliche) Entscheidung eines US-Unternehmens dürfte sich irgendwo bei 0 bewegen.

      Dass solche öffentlichen Informationen auch anderweitig genutzt werden können lässt sich unter dem Stichwort „Identitätsdiebstahl“ leicht recherchieren – je mehr Daten über jemanden verfügbar sind desto einfacher wird das ganze. Ganz tumbes Beispiel dafür: Jemand postet öffentlich auf Facebook „Bin im Urlaub!“. Mit den restlichen öffentlichen Informationen lässt sich dann der Wohnort bestimmen und Einbrecher haben freie Bahn.

      Irgend jemand mit bösen Absichten und genug verfügbaren Daten reicht schon völlig, um ziemlich viel teuren, unangenehmen oder gar gefährlichen Blödsinn anzustellen.

      Viele Grüße,

      der Ponder

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      1. Ich habe noch nie etwas „öffentlich“ auf Facebook gepostet, macht ihr das etwa? Ich kucke besonders bei Fotos immer genau wer diese sehen kann und was man zum Beispiel in meinem Profil alles öffentlich einsehen kann. Alle Freunde und Bekannten die ich so kenne, machen das genauso, niemand postet dort öffentliche Kinderfotos.

        Zumal die Daten natürlich schon vorher „da“ sind, wenn ich mit dem Smartphone einen Schnapschuss mache, über WhatsApp verschicke (gleiches Unternehmen) oder in irgendeinen Cloud Dienst hochlade und sei es nur zur Erstellung eines Fotobuches.

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        1. Alles, was auf Facebook gepostet wird kann nicht nur der anvisierte Personenkreis lesen sondern auch jemand, den scheinbar keiner mit auf dem Zettel hat: Facebook selbst. Und damit sind alle dort geposteten Daten quasi-öffentlich, denn Facebook hat als Wirtschaftsunternehmen nur ein einziges vorzeigbares Gut: Die Daten seiner Benutzer. Und dass diese ausgewertet werden dürfte sehr, sehr klar sein – nach aktuellen Artikeln verfolgt Facebook extensiv sogar Internet-Nutzer, die nichtmal ein Facebook-Konto haben.

          Das technische Verständnis, was mit Daten alles machbar ist ist leider gesellschaftsweit sehr wenig ausgeprägt – womit wir den Bogen zur Medienerziehung geschlagen hätten, die nämlich auch bei den Eltern eigentlich nötig wäre …

          Viele Grüße,

          der Ponder

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        2. AGB von Facebook Ziffer 2.1:
          Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizensierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“).“ Zu den „IP-Inhalten“ zählen insbesondere auch die von Fotografen in das Netzwerk eingestellten Bilder und Videos.

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    1. Werde ich oben mitverlinken. Ich finde es gut, viele unterschiedliche Stimmen zu hören. Wie bei allen Eltern-Themen gibt es wohl kein absolutes richtig oder falsch.

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  41. Ich stimme Dir mit meinem heutigen Wissen und Lernprozess zu. Als meine Kinder jünger waren, habe ich ab und zu Fotos von ihnen gepostet, nie mit Namen, aber den haben dann gern noch unbefangenere Freunde in Kommentaren nachgetragen. Heute lasse ich meine Kinder die Hand vors Gesicht nehmen, wenn ich ein Foto wegen der darauf zu sehenden Situation zur öffentlichen Nutzung „brauche“.

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    1. Ich hab versucht das unten mit den Tweets anzudeuten. Hab ich nämlich auch manchmal anders gemacht früher. Ich finde es auch ok, wenn sich eine Haltung entwickelt und wandelt.

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