Dating

Jaja, ich weiß. Ihr seid alle vergeben, habt Kinder, Partner. So ist das in unserem Alter. Bei mir ist es länger schon nicht mehr so und ich bin mir nicht sicher, wie gut ich das finde. Das dauerhafte Alleinesein, meine ich jetzt – denn alles andere, das habe ich mir ausgesucht. Das ist gut so und gegen freie Wochenenden habe ich gar nichts. Rumgammeln, die Zeit einfach verstreichen lassen, nicht alles sofort machen, weil hinterher vielleicht keine Zeit mehr ist und sonst alles liegen bleibt, sich türmt und dann nicht mehr zu bewältigen ist.
Ich schlafe aus – bis 8 manchmal – einmal habe ich es geschafft sogar bis 9.30 Uhr zu schlafen.
Ich bade, niemand kommt in dieser Zeit aufgeregt ins Badezimmer gerannt, muss Pipi, lässt die Tür geöffnet oder möchte, dass ich schnell eine Puppe anziehe oder einen Bagger repariere. Das Bad bleibt warm, ich höre Podcasts von morgens bis abends und habe das Gefühl, dass ich bald so schlau bin, dass ich in jeder beliebigen Dokumentation im Privatfernsehen als Expertin heran gezogen werden könnte.
Ich gehe alleine ins Kino, muss mich nicht absprechen. Ich gehe alleine einkaufen, alles geht zehn Mal so schnell. Neulich habe ich mir sogar ein Kleidungsstück gekauft – nur für mich. Ich bin los und wollte mir ein Kleid kaufen und kam mit einem Kleid für mich zurück, nicht mit drei Kleidungsstücken für die Kinder, nicht mit irgendwas praktischem. Nur für mich. Ich hab es angezogen, ganz neu, mich gefreut, es ist nicht nur bequem und zweckmäßig, es hat keine Flecken, es ist einfach nur für mich.
Das habe ich ein paar Monate gemacht und es war schön und jetzt frage ich mich, so auf die 40 zugehend: wars das?
Podcasts, Kinobesuche, Museumsführungen, werde ich schrullig werden, vielleicht ein bißchen misanthrop, warten dass die Kinder ausziehen (sind nur noch 15 Jahre oder so, das vergeht schnell, das weiß ich) oder lerne ich vielleicht doch noch jemanden kennen?
Ich frage also meine alleinstehenden Freundinnen: Wo lernt ihr neue Menschen kennen?
Online, na klar. Also melde ich mich in diversen Portalen an, schreibe Zeug in mein Profil, lade Bilder hoch und lese anderer Leute Profile.
Alles sehr interessant, stundenlang lese ich. Alles Künstler, Musiker, Kreative. Alle Bodytype fit oder athletic. Keiner normal oder gar overweight.
Ab und an habe ich eine Nachricht in meinem Postfach. „Hallo, kannst du dir vorstellen, dich mit einem jüngeren Mann zu treffen?“. Ich schaue ins Profil. Nun jünger ja, aber 20? Ich stelle mir vor, wie ich mit 20 war und dann stelle ich mir vor, ich müsse mich mit einem in diesem Alter unterhalten. Dann muss ich lachen, denn unterhalten wollen die sich gar nicht, das ist mir klar. Tagelang nichts anderes als diese 20jährigen, die wirklich niedlich aussehen und ich frage mich, haben die wirklich mal eine getroffen, die so alt ist wie ich?
Ich ändere irgendwas in meinem Profil und plötzlich nur noch Nachrichten von über 50jährigen. Eine fertige Frau wollen sie kennenlernen, aber eine ohne Ballast. Hübsch wäre ich für mein Alter.
Und ich frage mich warum kann ich nicht einfach nur hübsch ohne diesen Zusatz sein und wie viel Ballast ich habe. Gibt es 40jährige ohne Ballast?
Also lese ich wieder Profile. Es ist möglich die Männer zu filtern. Raucher „nein“ gebe ich an und überlege. Berlin „ja“. Ich könnte noch angeben wie groß sie sein sollen, wie schwer, welches Einkommen. Seltsam finde ich das. Katzenliebhaber. Hundeliebhaber. Nur nach Kaninchenfreunden kann man nicht filtern.
Viele Männer meines Alters wollen Kinder. Ich will keine mehr. Darf ich die dann treffen? Wollen die eigene oder meine und was ist wenn ich meine gar nicht teilen will?
Ich lese und lese und schaue mir die Bilder an und plötzlich fällt mir auf, die wollen alle in den Wald. Selfies mit Bergen im Hintergrund, sie sitzen vor ihren Zelten, in Booten, stehen in Wanderschuhen vor grünen Landschaften. Naturverbunden sind sie. Das wahre Leben wollen sie. Nicht dieses Leben im Internet. Nicht diese Technik. Nicht diese Internetsüchtigen. Man muss sich auch mal anschauen können, miteinander sprechen, Real Life eben.
Mich fröstelt ein bißchen.
Sie wollen in die Natur oder wenigstens ans Meer für immer. Sie hassen die Stadt, den Lärm, die Hektik, können der Geschäftigkeit nichts abgewinnen.
Einmal treffe ich einen. Wir trinken Wein und unterhalten uns den ganzen Abend. Ich finds nett. Am nächsten Tag bekomme ich ein freundliches Absageschreiben: Es hätte nicht gefunkt, obwohl ich doch so lustig und klug sei, auch gut aussehe etc. pp. aber es sei halt nicht die große Liebe.
Ich frage mich, ob das so sein muss. Ob man die große Liebe erwarten muss, obs drunter nicht geht, ob es sich gar nicht lohnt jemanden zu treffen, wenn man nicht davon ausgeht, dass es die große Liebe sein könnte.
Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? Das ist eine der Fragen im Datingportal. 80% schreiben: Ja!
Sechs Dinge, die du unbedingt brauchst in deinem Leben. Aus einer Laune heraus schreibe ich Gaffatape und Heißklebepistole in die Liste. Zwei wirklich praktische Dinge.
Die Zuschriften werden danach nicht passender. Hastig lösche ich die beiden Dinge wieder aus meiner Liste.
Was ich hier suchen würde? Jemanden, den ich noch nicht kenne. Das reicht nicht. Ich solle mir mal Gedanken machen. Etwas spezifischer müsse es schon sein. Sonst lohne sich ein Treffen doch gar nicht.
Aha, eine Checkliste brauche ich. Verstehe. Humor wäre toll. Aus den 90ern ist mir aus einer Bärbel Schäfer Sendung der denkwürdige Satz: „Der Mann, der wo mich lieben tut, sollte Humor haben und sauber sollte er sein“ hängen geblieben. Schreibe ich den in mein Profil? Mindestens 1,80 sollte er sein, ist klar. Bodytype athletic. Millionen verdienen. Keinen Ballast haben, bloß keiner mit Androidhandy, bio soll er kaufen, nie Bundfaltenhosen tragen und wenn ich dann noch angebe: kein Bart, dann gewöhne ich mich mal lieber ans Alleinsein. Mein Potential zum Schrulligwerden ist ohnehin stärker als mein Wille zur Geselligkeit.

Autorin: dasnuf

Aha! Google doch "dasnuf" Muhahahahaha!

75 Reaktionen zu „Dating“

  1. Hm… ich muss da immer an einen Ausspruch von meinen 40+-Bruder denken, der sich von einer längeren Beziehung zur nächsten hangelt, länger als ein Jahr hält es aber selten:
    „In meinem Alter haben Frauen entweder einen Schuß oder sind verheiratet – und ich habe beides schon ausprobiert.“

    Von dem was ich so in meinem Umfeld beobachten kann, ist da was Wahres dran. Mit steigendem Alter und insbesondere längerem Single-Dasein werden viele Leute immer weniger kompromißbereit bzw. unflexibler, was natürlich bei jeglicher Beziehung früher oder später zu Krach führt. Das müssen nicht mal kollidierende Interessen sein, oft reicht es auch schon, wenn der Partner manche Sachen wie z.B. das Fitnessstudio Freitag abend nicht aufgeben will. Selbst wenn der Unflexible dann jemanden findet, der ständig nachgibt, ist der dann wieder nicht gut genug weil er sich nicht einbringt…
    Ab und zu gibt’s dann mal eine Zäsur, wo dieses Verhalten dann wieder besser wird. Bei einer Bekannten habe ich das mal als Torschlußpanik erlebt, von wegen ich bin 30 und immer noch Single… da war dann plötzlich der erstbeste gut genug, den hat sie inzwischen auch geheiratet. Die gute Frau ist da jetzt sowas von kompromißbereit, das ist kaum zu glauben… die schluckt da jetzt Sachen, da wäre sie früher wochenlang beleidigt gewesen.

    Eine andere Bekannte (allerdings noch keine 30) hat nach ca. 2 Jahren Online-Dating jetzt aber den perfekten Mann für sich gefunden… ab und zu scheint es halt doch zu klappen.

    Für das absolute Optimum halte ich aber immer noch das Suchen im weiteren Bekanntenkreis, gerade auf Geburtstagspartys & Co ergeben sich da oft interessante Gelegenheiten. Dabei muss man natürlich aufpassen, dass man sich nicht immer in der gleichen Clique bewegt, weil das die Auswahl deutlich einschränkt.
    Wobei das natürlich mit Kindern echt schwer zu machen ist, außer man hat hilfreiche Bekannte oder Verwandte in der Gegend, die einem mal die Kleinen für eine Nacht abnehmen können.

    Ich persönlich habe meine Frau kennengelernt, weil ihr Computer kaputt war… und ich ihn nicht auf Anhieb wieder zum Laufen gekriegt habe (ganz ohne Hintergedanken!). Das war aber schon in jungen Jahren, entsprechend hat meine Frau jetzt schon mehr als ihr halbes Leben mit mir verbracht…

       0 likes

  2. Ah, ich wollte noch fragen: „Ich ändere irgendwas in meinem Profil und plötzlich nur noch Nachrichten von über 50jährigen.“
    Weißt Du noch, was genau das „irgendwas“ war? Offenbar wird doch da mit Worten nonverbal kommuniziert. (oder etwa nur ein anderes Foto?)

       0 likes

  3. Auch ich habe meinen Ehemann Anno 1999 in einem Chatroom kennen gelernt der keine Single-Suchbörse war sondern ein allegmeiner Chat. Nach längeren Chat’s, telefonaten, Real-life Treffen und lockerer Freundschaft, dann Beziehung (ein paar Jahre) wurde es mehr und inzwischen sind wir seit 11 Jahren verheiratet. Glücklich. Beide.
    Davor und am Anfang auch daneben, was offen kommuniziert wurde, habe ich auch Dates mit anderen gehabt, aber nicht im Sinne einer Suche nach Partner sonder nach neuen Freunden und Bekannten (männlicher Art). Das war meist auf beiden Seiten klar, wo nicht, wurde es schnell geklärt. Bei einigen hätte es mehr werden können, wurde von der einen oder anderen Seite aus aber nicht. Es entstanden jedoch so schöne Freundschaften, die mehr oder weniger lange hielten.
    Was ich sagen will ist, dass das Freunde suchen vielleicht einfacher mach als das Partner suchen. Ok, damals war ich Anfang 20, da ist es nochmals anders.
    Wobei:
    Letztes Jahr versuchte ich online eine Freundin (so als Frauenfreundschaft, nicht Partnerschaft) zu finden, weil ich hier so niemanden kenne und keine Zeit für Vereine (und andere Gründe) habe, aber unter „Beste Freundin“ geht da offenbar gar nichts. Wenn man nicht gleich die privatesten Gedanken miteinander Teilt und jede Woche Zeit hat oder immer (!) für ein Telefonat da ist wird man als zu uninteressiert abgehandelt. Irgendwie wird da, auch wenn es oft anders geschrieben wird, immer so dieses Schulfreundin-artige Klischee gesucht. Und, man staune, auch das Alter und Aussehen spielte eine grosse Rolle, wobei das in dem Bereich doch irgendwie weiter gefasst werden könnte, wie ich meine.
    Nun ja. Ich verbringe meine Freizeit nun wieder mit anderen Dingen.

       1 likes

  4. Ist das alles kompliziert geworden.
    Ich habe meine inzwischen Frau in einem web.de Chat vor 11 Jahren kennen gelernt. Ganz ohne Profil usw. Damals haben wir dann ewigkeiten telefoniert(macht man das noch oder schreibt man sich heutzutage Nachrichten) und dann haben wir uns in Berlin persönlich kennen und lieben gelernt.

       0 likes

  5. Ich denke, beim Onlinedating hat man gern das Problem, sich mit „maximalforderungen“ zu begegnen, weil man sonst ja nichts hat. Kein Blick, kein Lächeln, nichts was sich nennenswert emotional erfassen lässt.
    Auch das oft in den Kommentaren vorkommende „nicht auf der Suche sein“ ist so ein Ding. Man gewinnt mit den Jahren den Eindruck, die Person gegenüber kann das irgendwie riechen und geht vorsichtshalber auf Abstand.
    Was ich allerdings sicher weiss ist, das hat irgendwas mit der inneren Einstellung zu tun. So ist mir aufgefallen, das wenn ich mal frisch verliebt war, mich sehr viel mehr Frauen interessant fanden als ich vermutet hätte. Zumal ich da auch nicht dem entspreche, was in die Kategorie „lecker Häppchen“ fällt.
    Wenn man diese Ausstrahlung irgendwie simulieren können, dann hätte man es glaub ich wesentlich einfacher auch mal ganz spontan wen wegzuschnappen ;o)

       0 likes

  6. Hm, in welchem Alter wird denn aus „nerdig“ ein „schrullig“? Gibt es da ’ne Grenze? Ich glaube ja, eher nicht.

    Ich finde Online-Dating eine feine Sache eigentlich. Eiiigentlich! Wir verlegen so viele Aktivitäten ins Internet, warum also nicht auch das Kennenlernen von Lebenspartnern? Erst mal eine ganz logische Entwicklung. Hab ich auch eine Zeit lang versucht, und so gut ich die Möglichkeiten auch finde – zumal neben dem Job und anderen Tätigkeiten ja kaum Zeit fürs Ausgehen bleibt, von der Lust, sich unters „suchende“ Volk zu begeben, ganz zu schweigen – bei mir hat das mit dem Dating auch nie funktioniert.
    „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single“, sagen sie irgendwo in der Werbung, und so ähnlich war das auch bei mir: Das Interesse war immer sehr einseitig. Entweder hätte ich ein weiteres Treffen gewollt oder sie. Aber nie beide. Man checkt halt vorher die Profile ab, geht die „Specs“ durch, wenn man so will, als wollte man sich eine neue Waschmaschine kaufen. Vielleicht fängt da das Problem schon an. Dieses Checklistending führt dazu, dass man viel zu hohe Maßstäbe ansetzt, außerdem basiert das eigene Profil immer auf Selbstwahrnehmung, muss also nicht stimmen. Letztlich filtert man so von vornherein vielleicht sogar ideale Kandidaten aus und stürzt sich auf die falschen. Aber ich will nicht ausschließen, dass da auch ganz tolle Partnerschaften entstehen.
    Was mich auch geradezu anwiderte, war die monetäre Komponente. Ich weiß nicht, ob es immer noch so ist, aber vor einigen Jahren ließ man ausschließlich Männer zahlen, damit sie überhaupt zu Frauen Kontakt aufnehmen konnten. Wie in manchen Diskotheken quasi. Da wurden dann auch (vermutlich von den Betreibern selbst) Fake-Profile in – so sollte man meinen – eigentlich seriösen Singlebörsen angelegt, die Männer kontaktierten, sich dann aber nie meldeten. Mit verzweifelten, einsamen Herzen Kasse zu machen ist wirtschaftlich natürlich total nachvollziehbar, aber vom menschlichen Aspekt her ekelt es mich irgendwie an.
    Na ja, probiert hatte ich es trotzdem, aber wie gesagt, da kam nie wirklich was bei rum. Selbst, wenn die Dates mal lustig waren, waren das immer Eintagsfliegen.

    Am ehesten lernst du wohl jemanden über gemeinsame Interessen kennen. Über Foren, etc. So war es bei mir zweimal, und da klappte es auf Anhieb (das zweite Mal übrigens bis heute). Ich hab den Eindruck, da kommt man eher auf eine gemeinsame Wellenlänge und muss sich nicht erst durch die tausend Outdoorjackenträgerprofile klicken, die irgendwann mal aufs Land ziehen wollen.

    Und was das „War’s das jetzt?“ angeht: Vielleicht brauchst du ein Projekt. Mal drüber nachgedacht, selbst einen Podcast mit jemandem zu starten? Hab auch gerade so ’nen Podcast-Fimmel, da fiel mir das so ein.

    PS: Den Artikel hier zum Online-Dating fand ich klasse: http://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2014-08/singles-hamburg-dating-portale

       0 likes

      1. Na nicht wegen der Langeweile, Mensch! Ab einem Alter von zwanzig oder so gibt’s das sowieso nicht mehr. Eher, damit ein wenig frischer Wind in den Alltag kommt.

           0 likes

  7. Nun, gestern kam ein fast themenrelevanter Tatort ;-) daher doch eher lieber so auf die Suche gehen als alles einem Algorithmus anzuvertrauen, oder?

       0 likes

  8. hallo patricia,

    1. ich wünsche dir den besten typen, den du dir wünscht.

    2. bei mir (als tyhyyp) hat es am besten mit der damenwelt geklappt, wenn ich nicht gesucht habe. klingt jetzt klischeehaft, ist aber so. ich bin in deinem alter und weiß daher noch von den offline-möglichkeiten, die das leben so bietet. man geht auf parties, konzerte, lesungen und bleibt einfach aufmerksam gegenüber dritten. genau dort – oder auf der eisbahn (achtung subtiler tipp ganz unsubtil) – trifft man dann ja doch auf menschen, die man interessant finden kann.

    3. ich habe nie eine handynummer einer frau erfragt, sondern immer meine herausgegeben, damit die dame selbst entscheiden kann, ob sie noch mal kontakt haben möchte. die konversionsrate wahr nicht sonderlich hoch, aber qualifizierte die übrig gebliebenen kontakte um so mehr. (da fällt mir gerade ein, dass man dafür heute wohl ein prepaid-handy braucht, wenn frau/mann nicht die hauptnummer rausgeben will – oder?)

    4. eine frage, die mich interessieren würde, wenn ich einen ausgehversuch mit dir anfragen würde (was ich nicht tun werde, weil nicht auf dem markt): würde ich gefahr laufen und eine episode in deinem blog, bei twitter oder in einem buch werden?

    5. was ist das denn für ein knallfrosch, der nach dem ersten treffen die große liebe erwartet? ;) rhetorische fragen kann ich.

    alles gute!

       1 likes

    1. 1. Danke
      4. Klar. Mein Blog ist mein Verdauungsorgan. Am Ende landet alles hier. Ich finde aber, dass ich das sehr persönlichkeitsrechteachtend umsetze. Schon immer.

         0 likes

  9. Und noch ein „Pro Online-Dating“: Wir suchten damals beide nur was Lockeres, saßen beim ersten Date in der Kneipe, bis um uns herum die Stühle hochgestellt wurden, fanden uns aber gegenseitig nur nett. Trotzdem trafen wir uns weiter, verbrachten viele lustige Abende miteinander, mit und ohne Klamotten. Erst trafen wir uns einmal pro Woche, dann zweimal, schließlich dreimal. Langsam fiel der Groschen, bei mir früher als bei ihm, dass das wohl so locker nicht sein kann… Das war vor drei Jahren. To make a long story short: In vier Wochen heiraten wir.

       2 likes

  10. Ich kenne den Datingzirkus von innen (ein Jahr mal berufshalber) und außen (als Nutzerin) und letzteres mit Happy End.
    Da sind nicht nur Verrückte unterwegs, sondern 50% der gerade einen Partner suchenden Bevölkerung, mit der höchsten Statistischen Verteilung unter den 40- und 50jährigen. Das, was man da trifft, könnte man auch auf der Straße treffen, man spricht sich nur nicht an.
    Und das kann Dating im Netz, man trifft jemandem, dem man wahrscheinlich sonst nie über den Weg liefe, weil andere Kreise, andere Orte.
    Also das Tool nehmen, was es eigentlich ist: ein Soziales Medium, eine Datenbank, die in einem sicheren Raum Kontakte und Informationen von Menschen preisgibt.
    Die Projektionen, mit denen viele und vielleicht gerade die „Internet ist bäh!“-Leute dort unterwegs sind, stehen auf einem anderen Blatt. Für einige sind solche Datenbanken Wunschmaschinen. Glauben/hoffen sie zumindest. Die Hoffnung, das Leben wesentlich zu verbessern durch eine_n Partner_in, die einen im wahren Leben nicht mal eines Blickes würdigen würde, wird auch im Netz seltenst erfüllt. Aber die Träumer und Selbstüberschätzer beides Geschlechts sind die treuen Kunden dieser Institutionen. Die sind Jahr für Jahr dort unterwegs, wechseln immer mal den Anbieter und stehen doch immer wieder enttäuscht ihresgleichen gegenüber. Die, die bald fündig werden, sind kein großes Geschäft.
    Nächstes Sache: Mittlerweile (das war zu Anfangszeiten nicht so), sind dort jede Menge Gebundene oder Spieler (beides Geschlechts) unterwegs, die die Vorstellung haben, was besseres zu finden bzw. einfach Sex oder Bestätigung suchen. Für emotionales Engagement des Gegenübers, auch wenn es nur um Sex geht, zahlt man ganz gern eine Monatsgebühr und lügt ein bisschen rum. Die muß man auch erst mal Aussieben.
    Sollten sich Leute gegenüberstehen, die es ernst meinen – das vermeintliche Überangebot macht die Entscheidung nicht leichter. Das Phänomen sollten Sie aus dem Marketing kennen.

    Das Härteste ist die Selbsteinschätzung. Wo stehe ich, wie wirke ich und mein Leben und was macht mich für andere interessant und welcher Teil dieser Interessierten wiederum interessiert mich? Auch wenn man meint, man ist doch immer gleich, gesellschaftlich und sozial ist nach Familiengründung und Berufsetablierung eine Menge anders geworden.
    Daher sind Leute, die auf dem gleichen Level und in ähnlichen Lebensumständen (Kinder, Verpflichtungen und Gebrauchsspuren, grade auf die Schnauze geflogen) sind, langfristig die Geeignetsten, wenn auch nicht immer die auf den ersten Blick Attraktivsten. Da dann die Midlifecrisis-Kandidaten abziehen und die, die erstmal eine Trostbeziehung brauchen, umschiffen… Ganz einfach eigentlich. Ähem.

    Nächste Hürde im Frauen-Männer-Spiel: Es balgen sich viele Frauen um erfolgreiche, große Alphas. Viele Männer um jüngere und normschöne Frauen. Kann man mitmachen, muss man aber nicht. Lieber mal in den stilleren Ecken schauen, wo die Schüchternen und nicht ganz so Topmodelmäßigen rumsitzen, die es auf den zweiten Blick sind. Offensichtliches anbaggern kann jede_r, verborgenes Gold suchen setzt Empathie und Selbstbewusstsein voraus.

    Ach und die Codes muss man kennen: „Ich wünsche mir Kinder“ kann entweder bedeuten, dass Kinder aus einer vorhergehenden Beziehung ok. sind oder aber der Herr noch einmal einen Anlauf mit Familiengründung wagen möchte. Kann man relativ schnell klären. „Es hat nicht gefunkt“ ist das nette „war nett, aber ich steh nicht auf dich“ und das ist halt so. Im Onlinedating bekommen Frauen gleichberechtigt Körbe.

    Mich hatte es ziemlich umgehauen, als Sie wieder auf dem Markt waren, man hat ja so Beziehungsvorbilder. Aber ich bin mir sicher, das wird. Nur nicht ungeduldig werden.

       4 likes

  11. Schöner Text, so einiges dran.

    Natürlich kann man auch ohne Partner ein erfülltes und glückliches Leben haben.
    Wenn man aber sucht, finde ich online-Börsen gar nicht schlecht.

    Man kann ja die 75 % oberflächlichen Müll, der da kommt wegklicken und die restlichen sind teilweise ganz spannend.

    Ich finde allerdings, Kontaktbörsen reichen aus, ich würde nichts für tolle Persönlichkeitsanalysen und hoch wissenschaftliche Matching-Verfahren zahlen.

    Ich hab einige Männer über finya oder friendscout getroffen und das waren spannende Begegnungen. (Liebe auf den ersten Blick find ich eh Quatsch)

    Bin allerdings im Gegensatz zu meinem Vorredner zum sehr schnell treffen übergegangen, hatte vorher zu viel verschwendete Zeit durch zig Nachrichten hin und herschreiben und beim ersten Sehen oder ersten gehörten Wort war klar, das wird nix.

    Diese Seiten erweitern den Pool an Menschen, die man kennenlernen kann.
    Zumal ich nach Ende des Studiums eh kaum noch Gelegenheiten fand, neue Leute zu treffen (keine Studentenparties mehr).
    Meinen Mann hätte ich im normalen Leben nicht kennengelernt, weil es keinerlei Schnittmengen gibt (andere weg-geh-Orte, andere Berufsrichtung, andere Hobbys, anderer Stadtteil).

       1 likes

  12. oooh, ich dachte jetzt kömmt ein Text über schiefgelaufene oder zumindest lustige Dates. bleib dran, da könnte noch ne Menge Blogcontent rausspringen (oder ein Talk bei der Republica, vielleicht so wie der von Amy Webb) ;)

    Dating-Tips brauchst du ja sonst sicher keine mehr, bist ja schon groß und hattest schon Männer (erstmal „hatest“ statt „hattest“ geschrieben – jaja, der Freud…)

       1 likes

  13. Das Problem ist tatsächlich die vermeindliche Auswahl. Die die online Daten sind doch alle eigentlich verrückt, wenn über 35, habe ich gelernt. Allein mal die Statisitik rechnen hilft zu sehen, dass die, die „brauchbar“ sind, nicht dort sein können. Online Daten ist wie Reste essen, nur das die Reste sich für Pralinen oder Filets halten. Warum sind sie denn da und nicht draußen?

    Tipp für die Zukunft, Gelegenheiten schaffen, andere Kreise suchen, ich kenne eine die war mit Geo Cachern unterwegs und hat dort jemanden gefunden, ganz zufällig, ohne zu suchen, weil sie hat auch das Suchen aufgegeben (verzweifelt).
    Sicher gibt es da noch ganz andere Sachen. z.B. diese Kochevents, wo man von Wohnung zu Wohnung zieht und alle kochen etwas. Oder Stadtführungen für Berliner an ungewöhnlichen Orten. Interessante Leute sind bestimmt mehr draußen als drinnen im Onlinedating!

    Besondere Menschen brauchen eben auch länger! Und Menschen über 40, die die große Liebe suchen…. reden wir nicht drüber…

       2 likes

  14. Ich muss gerade an einem Kommentar denken, welchen ich hier mal gelesen habe: „Hast du zufällig eine Schwester und ist die so wie du?“.

    Deswegen habe ich ja mal gedacht, es bricht der dritte Weltkrieg aus, sollte dasnuf noch mal auf den Markt kommen. Ist zum Glück ausgeblieben. Der aktuelle Beziehungsstatus aber trotzdem nur temporär. Da mache ich mir gar keine Sorgen. Sorry, my dear!

    Ich persönlich fand Online Dating früher irgendwie lustig (da war das aber mehr ein Spiel), heute aber irgendwie zu anstrengend (und auch zu frustrierend).

       2 likes

  15. nach ca. 10 monaten in einem datingportal habe ich gemerkt, dass man, wie in deutschland ja üblich, initiativ sein sollte, wenn man nicht nur die sex-anfragen der jüngeren männer lesen möchte oder die soldaten aus übersee. die meisten haben mir geantwortet, erst seit meinem letzten geburtstag, mit einer 9 am ende, antwortet gar keiner mehr. gar keiner, als hätte ich mit der zahl eine magische grenze durchstoßen. deine zielgruppe ist ja jünger und auf den portalen viel besser vertreten, das hilft bestimmt, wenn auswahl da ist, aber auch die männer, die vor dem letzten geburtstag geantwortet haben, sind sofort verstummt, als ich meine drei kinder und den hund erwähnt hatte, ebenfalls ohne sich die mühe einer absage zu machen. dann habe ich die zahl der kinder immer erst beim ersten date genannt, daraufhin wollten sie zwar noch sex, sich aber ansonsten lieber nicht festlegen, obwohl meine kinder schon deutlich größer und selbstständiger und längst babysitterfrei sind – ich glaube, in einem datingportal findet man als mehrfach alleinerziehende nur schwer jemanden, einfach weil die männer sich da lieber das unkomplexe suchen, weil sie die freie, riesige auswahl haben, und in einer eventuellen beziehung lieber die erste geige spielen wollen, auch oder grade dann, wenn sie selber kinder haben, aber genau weiß ich das natürlich nicht – die sagen das ja nicht, sondern verschwinden einfach.

    wenn du sie mal auf ein date gelockt hast, geht sex immer, weil männer eben so ticken, glaube ich, und weil wir noch hübsch sind für unser alter, es sei denn du bist ende und nicht anfang vierzig, weil die (mit mir) gleichaltrigen männer alle nur <40 oder 45 suchen, aus weiß gott welcher fehlgeleiteten selbsteinschätzung, ab dann wollen nur noch die dreissigjährigen mit dir sex. mein tipp ist, glaube ich, auch wenn du 10 jahre jünger bist: alter verschweigen, zahl der kinder erst später nennen, wenn du mehr als sex willst, das nicht nur sagen, sondern auch so handeln, also noch ein treffen, noch ein treffen, dann ein spaziergang. dann mal in kino, und und und. die ernsthaften naturen suchen, keine egohupen, bei den lustigen nur die romantiker, bei den künstlern die unberühmten. am besten jedenfalls: bis mitte vierzig wen finden, oder eventuell sogar den exmann rebooten.

       4 likes

  16. Ich mag auch Gaffatape. Und außerdem hab ich noch in mein Profil geschrieben, dass ich Feminismus mag. Seltsamerweise hat sich noch keine Dame gefunden, die auch Feminismus mag.

    Woran das wohl liegen mag?

       0 likes

  17. Auch in einer Beziehung kann man schrullig werden. Irgendwann werden wir das doch sowieso alle.
    Online Dating kann klappen, bei uns hat es das ganz wunderbar und es war NICHT die grosse Liebe auf den ersten Blick! Auf den ersten Blick, mit Verlaub an alle, die das anders sehen, sieht man primär die Äusserlichkeiten und eventuell ein bisschen das, was der andere einen sehen lassen will.
    Aber nach und nach (das kann als schrullig ausgelegt werden ;-) ) wurde es die ganz tiefe Liebe. Obwohl wir beruflich völlig unterschiedliche Menschen sind und unser Beruf ein echter Teil von uns ist, harmonieren wir wunderbar. Wir haben aus unseren „Gegensätzen“ ein Ergänzen gemacht. Wir fühlen uns miteinander unangestrengt und das ist u.a. das, was wir beide immer wollten.
    Ich glaube allen Ernstes, nach allem, was ich von dir bislang gelesen habe, dass du dein persönliches Gegenüber finden wirst. Du reflektierst, hinterfragst, manchmal haderst(?) du und probierst trotz aller „Schrulligkeit“ immer wieder Neues aus. Und du hattest eine Trennung nach vielen Jahren. Alles braucht seine Zeit. So banal das klingt.

       0 likes

  18. Ich fand das mit dem Gafatape auch klasse. :D
    Und mal ehrlich, wer darüber nicht lachen oder zumindest schmunzeln kann, den will man wahrscheinlich gar nicht kennenlernen, oder? ;)

    Ich finde es befremdlich, einen Menschen über eine Liste von Negativen finden zu wollen/sollen. Das spricht sehr gegen die Datingseiten und Apps.

    Meiner Meinung nach kann man gar nicht abfragen, wie sich jemand so gibt, dass man ihn mag. Das sind so mikroskopische Kleinigkeiten, die derjenige meist nichtmal selbst bemerkt. Wie er den Mund bei einem Witz in einem bestimmten Winkel verzieht. Wie er seine Stirn bei bestimmten Äußerungen in Falten legt. Wie er seine Hände faltet, sich über das Kinn streicht, den Kopf neigt usw.

    Und dann spielen auch noch so viele Koinzidenzen mit rein, wie das Date an sich läuft und wie das Gegenüber damit umgeht. Ein Date kann auch fürchterlich in die Hose gehen, weil das Essen nicht schmeckt oder es in Strömen regnet und der Kellner unfreundlich ist und man die Bahn verpasst und sich bekleckert etc etc – und trotzdem kann es das schönste Date aller Zeiten sein, weil man gemeinsam darüber lacht und sich gegenseitig so pusht und ablenkt, dass es gar nix ausmacht.

    Wie bitte soll man sowas denn in ein Profil schreiben?

       1 likes

  19. Ich kenne den Namen deiner Krankheit. Du wirst erwachsen. Das ist ein schmerzhafter Prozess. Anstatt die Rollenanforderungen anderer an dich zu befriedigen musst du feststellen wer du bist und dann, was noch viel schlimmer ist, mit dir selbst leben. Schrullen sind übrigens die Narben die von den Verwundungen des Erwachsenwerdens zurückbleiben.

       0 likes

  20. Sehr schöne Frage, „Gibt es 40-Jährige ohne Ballast?“ Nein, kann es per Definition nicht geben. Wer kommt denn unversehrt bis 40? Und wie langweilig wäre so eine Person? Da fröstelt mich auch…

    Für mich kommt Online-Dating nicht infrage. Ich mag auch keine Computerspiele, das reizt mich überhaupt nicht. Höchstens ein twitterer, der käme in Betracht. Aber nur einer, der lustig ist.

    Andererseits bin ich sehr gerne alleine. Und das immer noch viel zu selten für meinen Geschmack. Ich finde die Vorstellung, den Rest meines Lebens ohne feste Partnerschaft zu verbringen, völlig in Ordnung. Sogar schön eigentlich. Das kann so bleiben.

       2 likes

  21. Schreibe die Männer an, deren Profile dir gefallen. Und habe keine Scheu dabei. Du wirst einen kommunikativen Mann suchen. Die mögen das.

    Der erste Text, den sie dann von dir lesen, bezieht sich auf ihr Profil. Das ist dann bereits der Beginn eines Gesprächs, falls dir das Ausfüllen des eigenen Profils zu sehr als Selbstdarstellung erscheint.

    Ich halte die ganzen Angaben, die einem von den Website-Betreibern abverlangt werden für überflüssig wie die Augenfarbe oder für sehr subjektiv. Statt aus einer Vorgabe von x Begriffen zu wählen, was für eine Figur man hat, ist es nicht nur ehrlicher, sondern auch viel charmanter, das Körpergefühl in eigenen Worten auszudrücken.

    Um sich dann mit jemanden zu treffen, der ebenfalls charmant darauf geantwortet hat.

       0 likes

  22. Hach, da steckt so viel Wahres drin, diese gerade schwer angesagte Technikfeindlichkeit, „back to nature“ Geschwurbel und der Drang zur ständigen Selbstoptimierung, ich bin froh aktuell nicht auf Partnersuche zu sein. Wenn man heute zugibt keinerlei Sport zu treiben und dafür gerne fern zu sehen, wird man ja schon schief angesehen. Überhaupt so gar kein „richtiges“ Hobby haben, wie geht das denn?

    Und dann die „große Liebe“, kann man nicht erstmal einfach eine gute Zeit miteinander verbringen? Anscheinend nicht, weil irgendwo steckt er der 100% Match für gemeinsame Fahrradtouren in die Ödnis…

       2 likes

  23. Ich habe meine Frau (mit Ende 20, wahrscheinlich einfacher, aber egal) auf „okcupid“ kennengelernt. Erstes Internet-Date überhaupt, sofort gefunkt. Muss Glück gewesen sein. Aber ich kann dir für online-Dating okcupid nur empfehlen. Der Pool an Menschen, die das nutzen, ist viel geringer, viele davon haben Auslandserfahrung (weil es eine US-Website ist) und bringen daher oft schon mal mehr Tellerrand mit. Insgesamt ist die ganze Seite auch weniger auf Große Liebe Finden Versprechen blabla ausgerichtet, sondern hat einen gesunden Sinn für Selbstironie und das „Matching“ funktioniert über Fragen, die du und potenzielle Partner beantworten und sagen, welche Antworten sie beim anderen akzeptieren würden. Nicht nur über Äußerlichkeiten. Das funktioniert erstaunlich gut.

    In meinem Ehering ist „86 % Match“ eingraviert. Ich erzähle immer, Algorithmen könnten ja nicht lügen. Vielleicht ist das ja was für dich. Ich wünsch dir auch Glück!

       3 likes

    1. Und noch eine Erfahrung. Wir haben ne Weile gechattet und telefoniert, bevor wir uns getroffen haben. Ich wusste dann schon: jemand, mit dem ich eine Stunde lang telefonieren kann, ohne dass es langweilig wird, kann kein völliger Reinfall sein. Außerdem hat auch das von Äußerlichkeiten abgelenkt – man weiß ja, wie der andere Mensch aussieht von den Fotos, für eine grobe Attraktionseinschätzung reicht das ja – aber trotzdem rückt das Menschliche in den Vordergrund. Beim ersten Date in Person waren wir uns dann schon vergleichsweise vertraut, das hat alles ziemlich angenehm gemacht.

         0 likes

  24. Man muss das Gefühl bekommen, das Online Dating nicht funktioniert, wenn ich Deinen Beitrag lese.

    Meine Erfahrung war immer wieder dass die aktive Suche nach einem Partner das auffinden schwieriger macht.

    Wie wärs auf Tagungen, öffentlichen Events wo Du mit Menschen zusammenkommst die offensichtlich ähnliche Interessen haben wie Du (bspw. auf der Tagung zum Thema „Pink, sei Frau und steh dazu“ auf der Du letztens warst, harr harr)

       0 likes

  25. Vermutlich dauert es ein Weilchen, bis man jemand findet, der das mit Gaffatape und Heißluftpistole versteht, und merkt, dass er sich zum Affen macht, wenn er online einen auf „Das digitalisierte Leben hat der Teufel geschickt“ macht.
    Und dann klappt es wahrscheinlich auch. Oder man findet einen netten neuen Freund. Ist ja auch nicht schlecht.

       0 likes

    1. Da ist was dran. Eben schrieb auch eine auf fb: „Ich dachte, du findest einen auf der rp.“
      So interessenmäßig gäbe es da bestimmt Schnittstellen – allerdings kann ich dann nur 1x im Jahr balzen.

         2 likes

  26. als typ hat man es aber beim onlinedating auch nicht wirklich leicht.
    den anforderungskatalog der einem da entgegengeschleudert wird,
    kann einen manchmal echt an sich selbst zweifeln lassen. da will jede
    noch so kleine frau min. einen typen über 1,80 haben, womit ich mit meinen
    „winzigen 1,73“ schonmal für gefühlt 85% der damen rausfalle, ganz egal ob sie
    selbst 1,71 ist und auch mal hohe schuhe tragen möchte, oder wirklich so groß
    ist, so dass der wunsch irgendwie nachvollziehbar ist. das vorhandene bäuchlein wurde
    im laufe der zeit verbal dann immer weiter runtergespielt, bis ich kurz davor war athletisch anzuklicken, nur damit mich normal gebaute frauen in betracht gezogen haben.(konnte es mir aber kneifen) wenn man sich dann doch mal mit einer getroffen hat, war das bild im kopf (auf beiden seiten) bereits dermaßen überzeichnet, dass man im reallife nur dagegen abstinken konnte. wer ist schon so toll, wie das idealbild das man von sich zeichnet?
    die wenigsten. irgendwann habe ich kapituliert, meine ganzen tinder/okcupid und sonst was accounts gelöscht und mich auf ein singleeremitenleben am rande der gesellschaft eingestellt. da ich ohne profilgechecke auf einmal viel zeit übrig hatte, fing ich endlich mal wieder mit sport an und siehe da.. keine 2 monate später habe ich genau dort dann auch eine nette junge frau kennengelernt, mit der ich derzeit heftig rumturtel (auch außerhalb vom training) und mir auch vorstellen könnte, künftig mich mit ihr schwindelig zu knutschen.. online hätte ich dieser athletischen, nicht-rauchenden schönen jungen frau vermutlich gar nicht erst geschrieben, da auf den ersten blick zu viele unterschiede gegeben sind. da aber kein unüberbrückbarer kriterienkatalog zwischen uns lag, hat am ende einfach die sympathie und der humor entschieden. deswegen: schalt den rechner aus und starte irgendwas geselliges, bei dem erstmal nicht in roter leuchtschrift „für singles geeignet“ drüber steht. der rest ergibt sich dann schon!

       1 likes

    1. mit 16 jahren war ich 1,75m gross. das wurde fuer den pass ausgemessen und seitdem habe ich nie wieder nachgeprueft. nun bin ich jahrgang 85 und das macht mich dann eher klein in deutschland. bei okcupid gebe ich auch diese groesse an und mir ist nicht aufgefallen, dass ich deshalb aussortiert werde. also entweder muesste ich sonst ueberschwemmt werden mit nachrichten oder es ist einfach nicht so wichtig. aber vielleicht sind die 4 cm ja alles.

      ich glaube, es sind sowieso die texte und anspielungen, die zaehlen (neben den bildern). als ob sich jemand durch eine nummer vergucken wuerde. also genau die heissklebepistole und das gafa.

      eigentlich ist es wie offline auch. charmant und interessant muss man sein. und vor allem der anderen person dazu gelegenheit geben.

         0 likes

  27. „bloß keiner mit Androidhandy“. Sehr gelacht.

    (Ich hatte vor Monaten eine Verabredung und stellte erst auf dem Weg dorthin fest, daß im Vorfeld keine Mobilnummern ausgetauscht wurden. Also wie früher: Tag, Uhrzeit, Ort. Kein „Bin noch unterwegs“,“Oh, hier ist grad Stau“, „Ersatzverkehr! Dauert noch was!“ usw. Für Lebensplanungen muß man natürlich die Betriebssysteme genauer überprüfen, das stimmt.)

       0 likes

    1. worum geht es denn bei bloss keiner mit android-handy? ist das eine klassenfrage, geht es um basteligkeit, nuechternheit, den samsung-pfeif-klingelton oder ganz was anderes?

      ich frage selbstverstaendlich, weil ich ein android habe und wissen wollte, wie ich dadurch von anderen eingeordnet werde.

         1 likes

  28. Hallo, was für podcasts hörst du denn? Ich bin franzose und suche nette podcasts auf deutsch. Etwas mit Kino, Musik oder über alltägliche Kleinkram idealerweise. Danke!

       0 likes

    1. ein netter podcast über Kino ist zb celluleute.de
      kleinkram und alltägliches zb sanft&sorgfältig, dirty minutes left, mikrodilettanten!

         0 likes

  29. Also meinen Partner habe ich kennen gelernt, als ich seine Katze gekauft habe. Irgendwie sind dann beide bei mir eingezogen… Vielleicht also mal eine Katze (oder alternativ ein Kaninchen) beim Züchter um die Ecke kaufen? ;)

    Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Ich glaub, dass Onlinedating so wie oben beschrieben wird, nicht funktionieren kann. Sprich: Eine Liste schreiben wie er sein soll, den „passenden“ Mann anhand von Ausschlusskriterien finden usw.

    Ich denke die besten Chancen hat man/frau, wenn man/frau anstatt einer Wunschliste einen ehrlichen und lustigen Text über sich selber schreibt. Das zieht die richtigen an und schreckt die falschen ab.
    Ich will doch bei einem Profil auch nicht lesen, was er gerne hätte, sondern wie er ist. Ob er zu mir passt (und ich zu ihm) kann ich dann schon alleine beurteilen. Und mal ehrlich, ob jemand jetzt 179cm statt 180cm groß ist und 70km statt den gewünschten 45km entfernt wohnt ist am Ende wenn der Rest passt doch auch egal.

    Ich persönlich hätte bei dem Gafatape zumindest herzlich gelacht und interessiert weitergelesen.

       2 likes

  30. Nun, ein Profil auf Übereinstimmungen zu überprüfen und sich dann zum Kaffee zu verabreden, ist ja strenggenommen kein Onlinedating, sondern ein Onlineverabreden.
    Die Liebste und ich haben uns drei Monate lang immer länger werdende E-Mails geschrieben, haben uns beschnuppert und uns einander gezeigt, und sind uns darüber schon sehr nah gekommen. Der Übergang zum Telefonieren und dann zum Treffen war zwar ein Bruch, wir mussten jeweils unser Bild voneinander anpassen, aber aufeinander verzichten mochten wir auch nicht mehr. War gut so.

       0 likes

  31. Schöner Text – kommt mir sehr bekannt alles vor – nur aus der männlichen Perspektive sieht es leider auch nicht besser aus! Die Sprüche sind die selben die mann zu hören bekommt

    Sind wir eben schrullig – naund?! :0)

       2 likes

  32. an mein herz. hier selbe lebenssituation, den versuch des onlinedatingsdings unternehme ich erst gar nicht – denn: „mein potential zum schrulligwerden ist ohnehin stärker als mein wille zur geselligkeit.“ bez. zweisamkeit.
    (und ob es leichter ist in südostoberbayern auf dem tiefsten land, das ist auch nochmal so eine frage…..vorallem wenn man eben keinen vordemzeltohtudochmaldashandyweg!-typ haben will:))

       0 likes

      1. Was ist daran bizarr? Mit dem Finger auf dem Display rumzuwischen ist keine adäquate Art ein technisches Gerät zu bedienen; sogar meinen Laptop habe ich mit einer klitzekleinen Maus aus China verkuppelt. Vier Wochen lang hatte ich mal so ein (Firmen-)Wischphone, das kam mir vor wie eine Strafe für ungehöriges Benehmen. Ach, und was für ein befreiendes Gefühl das war, als ich rausfand, dass man Windows 7 so einstellen kann, dass sich das Laptop-Touchpad automatisch ausschaltet, sobald man eine Maus anschließt!

        Ach, und kann mir übrigens mal jemand erklären, wieso dieser Automat in meinem Supermarkt, der (für den Kunden) genau eine Funktion hat, nämlich „Pfandzettel drucken“, dafür einen Touchscreen braucht?

           4 likes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie möchten einen Kommentar hinterlassen, wissen aber nicht, was sie schreiben sollen? Dann nutzen Sie den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken